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Susi ...
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...   Erstellt am 11.08.2006 - 13:45Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hausbesuche vom Chef

Vorwort:

Religion ist eigentlich eine ganz persönliche Sache und ein Tabu, darüber zu schreiben. Unzählige Art von Glauben gibt es auf der Welt und Kriege werden darum geführt, weil jeder für sich in Anspruch nimmt, an den „richtigen“ Gott zu glauben. Es gehört daher viel Toleranz dazu, einen anderen Glauben neben dem eigenen zu akzeptieren und viele Menschen sind nicht bereit dazu, diese Toleranz aufzubringen.

Trotzdem möchte ich mich heute mal an dieses Thema heranwagen, weil es für mich dazu so viel zu sagen gibt. Dabei sind es durchaus lustige Ereignisse, die mich bislang begleitet haben. Wer es sich also zutraut: Viel Spaß beim Lesen.

Der „Chef“ und ich:

Obwohl meine Familie nach langer und intensiver Kirchenzugehörigkeit im letzten Ast vor mir aus der Kirche ausgetreten ist, ließen mir meine Eltern doch die Wahl, selbst zu entscheiden. Ich nahm also am Konfirmationsunterricht teil, wie jedes „normale“ Kind und konnte schließlich für mich herausfinden, was mir der Anteil an dieser Gemeinschaft bringen würde. Aus Kostengründen – weil ich schon immer so arm war – entschied ich mich schließlich, aus der Landeskirche auszutreten, obwohl ich meinen Konfirmationsspruch „Der Herr ist mein Hirte“, den mein Vater sehr überlegt für mich ausgesucht hatte, nie vergaß. Mein Vater hatte nämlich einen sehr engen Bezug zu diesem Konfirmationsspruch, war es doch sein eigener, der ihm im Leben stets weiterhalf. Das wollte er nun auch mir gönnen.

Tatsächlich stellte ich fest, daß mich „der Chef“ irgendwie zu lieben schien, denn er war stets an meiner Seite und begleitete mich durchs Leben. Er hatte alles für mich geregelt, und auch wenn ich es nicht immer gleich begriff, so stellten sich „seine“ Entscheidungen doch im Nachhinein stets als richtig dar.

Sei es die Schule, die ich trotz fehlenden Selbstbewußtseins und Glauben an mich, bis zum Abitur schaffte. Seien es die Fahrstunden gewesen, die ich trotz großer Angst vor dem Auto schließlich erfolgreich bewältigte. Sei es der Arbeitsstellenwechsel gewesen, den ich anfangs für einen herben Rückschlag hielt.

13 Jahre lang war ich in der Versicherung angestellt gewesen, die anfangs für mich wie eine Familie war. Mehr und mehr entwickelte sich dann jedoch ein rüdes Betriebsklima, wobei der „frische Wind“, den der neue Chef mit sich bringen wollte, in einen regelrechten Sturm ausartete. So lange dabei hatte ich mich davon jedoch nicht beirren lassen und stand meinen Mann wie der Fels in der Brandung. Dumm nur, daß ich nicht rechtzeitig schnallte, wie ersetzbar auch gute, fleissige Mitarbeiter sind, wenn sie einmal zu weit den Mund aufreissen. So hatte ich mich ziemlich schnell in eine Abseitsposition manövriert und viel zu spät bemerkt, daß es den neuen Vorgesetzten sehr gelegen kam, eine Angestellte mit 14 ½ Gehältern und Pensionsansprüchen vor deren Eintreten mit dem 35. Lebensjahr noch loszuwerden. Bevor ich also am 02.01.1999 dieses hochbrisante Alter erreichen konnte, hatte ich am 15.11.1998 schon meine Kündigung auf dem Tisch liegen. Natürlich war diese völlig unhaltbar, denn ich hatte mich nie daneben benommen oder goldene Löffel geklaut. Die drei Abmahnungen, die man mir innerhalb einer Viertelstunde um die Ohren knallte, entbehrten jeder Grundlage und enthielten Details wie angebliches Türenknallen oder privates Telefonieren auf dem eigenen Handy, was derzeit noch überall erlaubt war.

Trotzdem war mit diesem Zwischenfall natürlich mein Glaube an meine „Familie Firma“ zerstört, so daß es wohl das Beste war, diese zu verlassen. Dank des Geschicks meines Vaters – und der Hilfe des „Chefs“ – hatten wir dabei noch eine hohe Abfindung heraushandeln können. Selbst die Pensionsansprüche waren mir geblieben, da man aus dem fristlosen, einen ordentlichen Abgang zum Sommer 1999 gestalten mußte. Damit war ich 35 und pensionanspruchsberechtigt geworden. Ein Umstand, der später noch einmal wichtig werden sollte.

Zunächst hatte ich auch Glück und fand sofort eine Anstellung in der Nähe meines Wohnortes bei einem Rechtsanwalt. Dieser war zwar mächtig cholerisch und anstrengend, doch ich lernte bald, mit ihm umzugehen und ihn zu schätzen. Auch er hatte eine gewisse Zuneigung zu mir – oder nennen wir es Respekt, weil ich es so geschickt vermochte, ihn zu handlen. Dann jedoch der Rückschlag: Nach nur vier Monaten eröffnete mir der Rechtsanwalt, er könne mich nicht mehr volltags bezahlen. Zwar schlug er mir eine Halbtagsbeschäftigung vor, diese konnte ich vor dem Hintergrund meines Lebensstandards jedoch leider nicht annehmen, so daß ich arbeitslos wurde.

Hier kam wieder der „Chef“ zum Tragen, denn er hatte mir alsbald einen neuen Job vermittelt. Mein Arbeitsplatz war nun ein modernes Einzelzimmer im Obergeschoß einer Grunewalder Villa, wobei mein Boss nicht viel älter war als ich. Wir kamen eigentlich ganz gut klar, obwohl auch dieser Rechtsanwalt seine berufsbedingten Macken hatte. Ich habe nämlich feststellen müssen, daß diese Spezies entweder vor dem Richter erbarmungslos und erfolgreich ist, was sich dann allerdings auch in Bezug auf die Angestellten widerspiegelt. Sind sie hingegen nett und freundlich, fehlt ihnen meist der Sieg im Prozeß.

Mein Chef war sehr erfolgreich und dementsprechend ungerecht und niederschmetternd im Umgang mit mir. Glücklicherweise gelang es mir, auch diesen zu handlen, so daß er mich schließlich – auf seine Art – wertschätzte und lieb gewann. Trotzdem konnte ich seine ständigen Ausbrüche nicht lange ertragen. Andere hatten schneller aufgegeben, denn mit ihm arbeiteten Anwälte in der Sozietät, die keineswegs umgänglicher waren. So war ich mit einem Jahr Zugehörigkeit bereits Betriebsälteste geworden, während ich andere nur für wenige Minuten, Stunden, Tage oder Wochen angelernt hatte. Sie kamen und gingen wie auf einem Hauptbahnhof. Und auch ich hatte irgendwann genug von den ständigen Sticheleien. Ich fühlte mich, als wäre ich Statist in einem Horrorfilm, denn soetwas konnte es im Leben eigentlich gar nicht geben.

Ich suchte und suchte und bekam schließlich eine Antwort auf eine meiner vielen Bewerbungen. Anfangs dachte ich noch, naja, Kreuzberg (Berlin-West) ist kein schlechter Bezirk, da kenne ich mich wenigstens aus. Aber in einem kleinen Betrieb wollte ich nicht mehr, wollte endlich wieder Gleitzeit und 30 Tage Urlaub. Dementsprechend war ich sehr überrascht, als man mich in dieser Firma aus dem Erdgeschoß in den zweiten Stock bat. Dann folgte die Weiterleitung in den fünften, wobei ich feststellen mußte, daß es ein sehr großes Haus war und die Firma um die 200 Angestellten haben sollte. Auch das Gespräch im Kreis vieler Mitarbeiter wie die Vorgesetzten der Filiale und der Hauptdirektion, dem Betriebsrat und meiner zukünftigen Mentorin verlief sehr positiv. Meine Freude, für diese Firma arbeiten zu wollen, hatte man mir offensichtlich angesehen, weshalb ich den Job auch bald bekam.

Damit hatte der „Chef“ mal wieder richtig zugeschlagen, denn ohne dieses karge Jahr dazwischen hätte ich den neuen Arbeitsplatz wohl nie so zu schätzen gewußt. Und daß es dann auch noch ein „Traumjob“ werden würde, war für mich eine große Freude. Ja wirklich, die Arbeit machte mir großen Spaß. Alles war wieder gut und im Nachhinein richtig, daß ich den Job bei der Versicherung verloren hatte. Dort kämpfte man noch jahrelang um sein Bestehen, denn die Wirtschaftslage wurde immer schlechter. Die Angestellten hatten ständig Angst, gekündigt zu werden, denn man wollte den Standort Berlin auflösen.

Daß ich dann diesen Superjob wieder riskieren würde, weil mir ein gesundheitliches Ereignis dazwischen kam, hätte ich nie gedacht. Trotzdem stellte sich auch dieser Schicksalsschlag als Glück im Unglück heraus, verschaffte er mir doch die Telearbeit und ermöglichte mir, bei meinen Tieren zuhause zu sein. Anfangs hatte deren Pflege nämlich mein langjähriger Lebensgefährte übernommen, der beruflich immer recht erfolglos blieb. Ständig schwebte er zwischen Arbeitslosigkeit und freischaffendem Künstlertum, verdiente nicht viel, aber hatte Freizeit. Ich hingegen versuchte, für uns beide das Geld heranzuschaffen, was mir jedoch nach dem Kauf des Hauses in der „Pampa“ nur mit 20-stündiger Abwesenheit von zuhause gelang. Neben meinem Stundenmaximum in der Firma und vier Stunden An- und Abfahrt hatte ich nämlich auch noch bis zu drei Nebenjobs. Das brachte gut Geld, doch nach dem gesundheitlichen Zusammenbruch ging das nicht mehr. Nun hatte aber der „Chef“ entschieden, daß es Ingo beruflich besser gehen sollte und fand für mich die Lösung mit einer Krankheit. Das klingt erst einmal komisch, doch brachte sie mir – wie gesagt – die Vorzüge eines Heimarbeitsplatzes mit allen seinen Konsequenzen. Dabei hätte „er“ mir ja durchaus auch etwas Ernstes aufdrücken können, doch „er“ entschied sich „nur“ für Knochenschwund, was ich im Gegensatz zu einer Krebserkrankung oder einem Schlaganfall als durchaus harmlos bezeichnen möchte.

Daß „er“ dieses Glück mit Haus, Hof und Arbeit nur kurz währen ließ, fand ich sehr traurig, hoffte aber auch diesbezüglich auf einen Hintergrund. Ingo war zwar mit einer 26-jährigen Kollegin abgeflötet und hatte mich mit allem hier völlig im Stich gelassen. Vielleicht war dies aber nur dazu gedacht, ihn zu einer Einsicht zu bewegen – wer wußte das schon?! Ich glaubte jedenfalls weiter an das Schicksal und hoffte, daß ich den Grund dafür eines Tages begreifen würde. Vielleicht war es auch als Schutz für mich gedacht, denn Ingo hatte sich um Vorsorge oder Papierkram ja stets nie bemüht. Eines Tages – und wahrscheinlich recht bald – würde er seinen berufsbedingten Leiden (er ist Reitlehrer) sicherlich erliegen und ich müßte dann einen völlig mittellosen Mann, der im Alter sicherlich auch noch zickig und ungerecht werden würde – durchfüttern oder mit dem Rollstuhl durch den Garten schieben. Wollte „der Chef“ mir das ersparen? Ich wußte es nicht...

Damit ich nicht so traurig sein würde, hatte er mir dann aber gleich den Nächsten vor die Tür gestellt. Ein Mann, der mein Herz nicht für sich erobern konnte, der aber zumindest einen Schlüssel für die Hintertür besaß, mit dem er sich nach und nach hineinschlich. Ja, ich hatte Thomas wirklich gern, obwohl ich wußte, daß wir nie ein Paar werden würden. Trotzdem hatten wir viel Spaß miteinander und ich fragte mich immerzu, wie er mich wohl in der „Pampa“ gefunden hatte. Er MUSS Kontakt zum „Chef“ gehabt haben, der ihm meine Telefonnummer „gab“. Anders konnte ich es mir nicht erklären, daß er so plötzlich in mein Leben trat und mir soviel Freude brachte.

Wir erlebten eine Menge toller Dinge zusammen, ja eigentlich mehr, als ich in den letzten 14 Jahren mit Ingo je erlebt hatte. Wir waren auf Reisen, besuchten unzählige Veranstaltungen und waren stets am Lachen oder Gröhlen. Ach, es war eine herrliche Zeit, obwohl ich wußte, daß sie eines Tages enden würde. Dann nämlich, wenn auch Thomas begreifen würde, daß es für uns keine Zukunft gab. Das würde ein trauriger Tag werden...

Meinen Kontakt zum „Chef“ konnte ich Thomas übrigens schnell beweisen, denn – wie schon in der Vergangenheit – hatte er für eine Menge kurioser Ereignisse gesorgt. So war es zum Beispiel ein ordinärer Gummiball, den wir an Rügens Stränden fanden. Nichts Ungewöhnliches, sagen Sie? Das ist schon richtig, wenn man es ohne Vorgeschichte betrachtet. Hier war es allerdings so, daß mein Hund diese Gummibälle mit Strippe überaus liebte, ich jedoch jegliches Spielzeug für „Flocke“ auf der Reise vergessen hatte. Dementsprechend sagte ich zu Thomas, daß wir dringend irgendwo einen Zooladen anfahren müßten, um den kleinen Hund mit einem Spielzeug zu versorgen. Kaum ausgesprochen, lag dann dieser Gummiball im Sand – nicht irgendeiner, sondern genau jene Sorte, die Flocke so sehr liebte. Ulkig, oder? Ebenso fand ich auf einer öffentlichen Toilette eine halbvolle, achtlos weggeworfene Parfümflasche. Natüüüürlich, Sie erraten es. Nicht irgendein Parfüm, sondern genau jenes, was ich mir schon immer gewünscht hatte, mir aber nicht leisten konnte: Pleasures von Estee Lauder (ca. 70,00 Euro).

Ein anderes Mal sahen wir bei Thomas’ Schwester Fußball. Sie war sehr traurig, daß „ihre Mannschaft“ nicht gewann. Ich sagte zu ihr, daß noch längst nicht alles entschieden wäre und – schwupsdiwups – passierte beim entscheidenden Elfmeter-Schießen das siegbringende Tor. Petra war begeistert.

Natürlich klappt das nicht immer, denn der „Chef“ kann ja nicht auf alle (meine) Wünsche eingehen. Trotzdem ist es schon oft passiert – vor allem auch meinem Vater – das umgehend gehandelt wurde. So ist zum Beispiel mein Start in Pahna in bleibender Erinnerung, wo wir Ostern, also spät im Jahr, noch ein Schlittenhunderennen veranstaltet hatten. Eigentlich war es viel zu warm für die Tiere, gerade zur Mittagszeit, wo ich mit meinen 6 Hunden fahren sollte. Doch mein Vater gab sich optimistisch, zog sich bei sommerlichen Temperaturen eine Jacke an und griff seinen Regenschirm. Alle guckten ganz ungläubig, denn es war viel zu warm und keine Wolke schwebte am Himmel. Doch genau um 14.00 Uhr, als ich starten mußte, ergoß sich ein sintflutartiger Regen über dem Rennplatz, der die Temperaturen schnell abkühlte und den „Sportgeräten“ (Huskies) ein angenehmes Klima brachte. Wer hätte das gedacht? Alle staunten nicht schlecht.

Ähnlich war es auch auf einem anderen Rennen, wo wir einen Kumpel trafen, der mich um Geld betrogen hatte. „Den soll der Blitz beim Sch... treffen“, fluchte mein Vater und wünschte ihm, daß ihn mal ein Hund beissen sollte. Schwupdiwups, war’s schon geschehen. Wenig später lief Karlheinz mit einer Armbinde herum, weil er in einer Beisserei seiner Hunde schwer verletzt wurde. Manchmal malen Gottes Mühlen gar nicht so langsam...

Natürlich kommen mir ab und zu auch Zweifel. Zufälle? Oder ist er wirklich da? Kann man an ihn glauben? Ich habe dann schon mehrmals um ein „Zeichen“ gebeten, wobei mir stets irgendetwas entgegenkam oder plötzlich von der Wand fiel. Ich sagte dann „Okay, okay, nichts für ungut“ und war in meinem Glauben schnell wieder gefestigt.

Ja, „mein Gott“ ist manchmal ein richtiger Scherzkeks, und Fußballfan offensichtlich auch. Entgegen aller Traditionen macht er bei mir „Hausbesuche“ und überrascht mich ständig mit irgendwelche Kuriositäten. Von daher kann ich in meinem Leben immer nur von „Glück im Unglück“ berichten, auch wenn ich sicherlich nicht immer ohne Strafe blieb. Allein die Zeit bei den Rechtsanwälten war für mich superhart, doch ohne sie hätte ich nie gelernt, meine Zunge zu zügeln und ein bisschen bescheidener zu werden.

Insgesamt glaube ich, daß „der Chef“ mich liebt, weil ich ein guter Mensch bin. Eines Tages werde ich bei ihm in der ersten Reihe sitzen, davon bin ich überzeugt. Bis dahin hat er noch eine Menge mit mir vor und ich hoffe täglich, daß alles seinen Sinn hat.

Unter dem Strich habe ich nämlich mein Lebensziel erreicht und meinen Lebenstraum erfüllt. Ich wollte immer einen Hund, ein Haus und ein Pferd, was ich in umgekehrter sowie etwas veränderter Reihenfolge und Menge ja auch geschafft habe. Lediglich Liebe und Gesundheit sind dabei auf der Strecke geblieben, aber ich halte dies für den „Preis“ den ich für mein sonstiges Glück zu zahlen habe.

In diesem Sinne: glauben Sie an das Schicksal, es läßt sie nicht alleine. Früher oder später wird die Sonne wieder scheinen.

Mit lieben Grüßen

Susi Aukschun




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...   Erstellt am 11.08.2006 - 15:31Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Susi,

zur Philosophie des Glaubens möchte ich besser nicht Stellung nehmen, deshalb lieber zum Text:

Ich kannte diese Geschichte ja bereits von einer anderen Plattform, aber ich finde, hier ist sie Dir viel besser gelungen, weil Du sie nicht so zerstückelt hast. Die Geschichte ist in sich geschlossener und somit "rund."
Ein Vorwort ist bei einer Kurzgeschichte völlig fehl am Platze, denn es ist eines der prägnantesten Merkmale einer Kurzgeschichte, daß sie - ohne langwierige Erklärung - sofort mitten in der Handlung beginnt. Der Leser sollte quasi "in die Geschichte hineinfallen."
Auch ein offenes Ende ist möglich, ohne dies in einem Nachwort erklären zu müssen.
Aus grammatischer Sicht sind mir keine Fehler aufgefallen, lediglich der Satz: "Obwohl meine Familie nach langer und intensiver Kirchenzugehörigkeit im letzten Ast vor mir aus der Kirche ausgetreten ist, ließen mir meine Eltern doch die Wahl, selbst zu entscheiden." wirkt etwas umständlich. Das hätte man evtl. in zwei Sätzen besser vermitteln können.

Kritische Lesergrüße vom Minotaurus.





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Worte, Worte, nichts als Worte! Dazwischen manchmal ein Gedanke.
(Marcel Reich-Ranicki)

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...   Erstellt am 11.08.2006 - 19:29Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Susi schrieb
    Kurzgeschichten (oder Romane?) sind eigentlich nicht mein Spezialgebiet. Trotzdem wollte ich mich auch daran mal ein wenig heranwagen.

Das habe ich bereits bemerkt. Es ist aber nicht so schlimm, denn genau zu diesem Zweck gibt es solche Plattformen wie diese. Wir sind alle nicht perfekt.

Susi schrieb
    Allerdings kommen alle meine "Werke" aus dem Innersten und sprudeln aus mir heraus, ohne daß ich mir groß Gedanken darum mache.

Ich finde, das ist die beste Voraussetzung, die es überhaupt gibt!

Susi schrieb
    Von daher nehme ich es meist auch nicht sehr genau mit Versmaßen und dem ganzen Klimbim.

Deine Gedichte finde ich schon okay und sogar sehr gut, obwohl ich von Lyrik und deren literarischen Regeln, bzw. Stilmitteln wie z.B. Prosodie, literarische Metrik, Versmaß, etc. nicht sehr viel verstehe.
Mängel finde ich eher bei den Kurzgeschichten.

Susi schrieb
    Meine Deutschlehrerin hatte mir damals übrigens gesagt, ich würde nie mein Abitur schaffen, weil ich nicht gerne lese (hatte mir die Inhalte der Bücher immer nur erzählen lassen oder bei Reklam zusammengefaßt nachgelesen). Trotzdem: es hatte geklappt mit dem Abitur.

Vergiß die Deutschlehrer und -lehrerinnen!
Von diesen Dilettanten kann ohnehin kaum jemand eine Story mit Inhalt schreiben.
Aus diesem Grunde sind sie ja Lehrer und nicht Schriftsteller geworden.

Susi schrieb
    Und nun wird es vielleicht auch mit den Blubberreimen noch was. Habe damit jedenfalls schon einige Menschen im Herzen erreicht, berührt und überhaupt kennengelernt.

Das alleine ist doch ein Wert für sich, es gibt also keinen Grund, diese "Blubberrreime" so zu verachten.

Susi schrieb
    Tja, und ansonsten möchte ich natürlich soooo gerne auch mal reich und berühmt werden... hihi...

Ja, ich auch!

Susi schrieb
    Bis dahin werde ich mir vielleicht auch noch angewöhnen, meine Geschichten mal Korrektur zu lesen... (mache ich nämlich sonst auch nicht).

Ich finde, das ist eine sehr gute Idee!
Eine kleine Ruhezeit, sowie eine (oder mehrere) Korrekturlesung/en haben noch keinem Text geschadet.
In Deinem Fall geht es aber weniger um Satzbau, Grammatik und Zeichensetzung, sondern eher um die Stilmittel.
(aus diesem Grunde schreibe ich keine Gedichte, sondern lieber Satire)

Susi schrieb
    Danke für Deine Anmerkungen. Gruß Susi

Aber bitte! Das ist doch der eigentliche Sinn einer Kritik.

Beste Grüße vom Mino.





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(Marcel Reich-Ranicki)


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