WHISPER  Hohepriesterin
       

Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2709 Nachricht senden | Erstellt am 17.03.2006 - 16:32 |  |
Der Haselbaum will der erste sein!
Haselnüsse finden wir zuhauf an Sträuchern, doch mit viel Sonne und auf gutem, lehmigem Boden wächst ein Strauch gelegentlich zu einem mehrstämmigen Baum heran. Der türkische Haselnussbaum beispielsweise wird mit einem Stammumfang von 2 Metern bis zu 25 Meter hoch.
Er ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt. In Mitteleuropa ist die Hasel (Corylus) als Strauch weit verbreitet der Liebling der Jugend: Der Strauch trägt seine Nüsse eben nie zu hoch. Ende September, Anfang Oktober, je nach Sonnenwärme, beginnen sich die Nüsse bräunlich zu verfärben. Essbar sind sie, sobald sie sich leicht aus ihren grünen Hüllen lösen lassen. Ganz sicher aber, wenn die Haselsträucher von Eichhörnchen belagert werden.
Kaum ist die Hasel ihre Nüsse los, bildet sich schon die männlichen Blütenkätzchen fürs nächste Jahr. Gespannt harren sie der ersten warmen Tage. Manchmal öffnen sie sich schon im Januar und erfrieren. Was soll´s. Hauptsache bleibt, die Hasel blüht als erste. „Lämmchen“ oder „Schäfchen“ nennt man die ungeduldigen männlichen Frühlingsboten. Und die kleinen, weiblichen karminroten Blütensterne, welche ungestielt auf einer Knospe sitze, heißen „Rote Griffel“. Aus ihnen entstehen die Nüsse. Die Hasel ist offensichtlich eine „monözische“ Pflanze, am gleichen Strauch befinden sich männliche und weibliche Organe. Die Pflanze kann sich selber befruchten und fortpflanzen. Dies ist ein Grund, warum sie überall vorkommt.
Aus dichten Buschhölzern kämpft sie sich heraus an die Waldränder, an lichtere Stellen, wo sie endlich Nüsse zu verschenken hat.
Im Gebirge hält sie sich an der Region der Eiche (1400 bis 1500 m. ü. M.), nicht wegen der Höhe, sondern weil sie in der geschlossenen Gesellschaft von Buchen, Tannen und Kiefern nicht so gut gedeiht wie im Mischwald.
Der Haselbaum fällt weder durch Schönheit noch Größe auf, und auf dem Lande gehört er zum Alltag wie die Spatzen. Doch im Volksglauben hat er eine vielseitige Rolle:
Dank den auf den Haseln waschenden Schwämmen kann man verlorenes wiederfinden.
Die auf den Haseln waschenden Misteln schützen vor Behexung. Der Schlaf unter der Haselstaude bringt bedeutsame Träume. Der Haselstock ist nicht mehr das Zepter der Lehrer, aber die Wünschelruten werden immer noch aus ihm geschnitzt. Wer Wasseradern finden will, Edelmetall oder vergraben Schätze, braucht eine 3jährige Gabelrute von Haselstrauch.
Sie darf nicht mit dem Messer, sie muss mit einem Feuerstein geschnitten werden.
Wenn wir bedenken das Haselholz für Werkzeuge und Waffen, für Zäune und Fischreusen Verwendung findet, dann erhält der Volksglaube praktische Bestätigung.
Diese wunderbaren Kräfte der Hasel sind eher seelisch und zeitbezogen und weniger materialisch aufzufassen, denn die Zeit des Haselstrauchs fällt mit dem neunten Vollmond nach der Sommer- und der Wintersonnenwende zusammen. Das sind die Daten, an denen das Sonnenlicht die Finsternis besiegt.
Denken sie an die Mitternachtssonne im hohen Norden und an die Weihnachtszeit, in der die Tage wieder länger werden.
Wie der Baum, so auch der Mensch: Wenn sie in den Tagen der Haselnuss geboren sein (22. bis 31. März und 24.September bis 3. Oktober), dann wurden sie neun Monate zuvor in den kürzesten oder längsten Nächten des Jahres gezeugt.
Auch wenn die Wissenschaft das Wunder der Lebenserzeugung erklärt, bleibt es doch wundervoll, das durch das lustvolle Zusammensein von Frau und Mann neues Leben entstehen kann: Verlorenes findet sich wieder!
Jeder Mensch hat in seiner Seele einen Schatz, einen goldenen Kern, den er zum Ausdruck bringen will. Jeder trägt in sich einen bedeutsamen Traum und fühlt den Drang, in zu verwirklichen.
Ihr Lebensbaum, die Hasel, steht in einer besonderen Beziehung zu dieser tiefen Wahrheit. Er ist der Weißen Göttin der Wolllust und der Fruchtbarkeit geweiht, denn wie ein Kind in neun Monaten im Schoß der Mutter sich bildet und nach der Geburt neun Jahre braucht, um zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, so wäschst die Hasel im Schoss der Mutter Natur in neun Jahren soweit heran das sie Nüsse tragen kann, Darum, wenn Ungeduld sie jagen, vertrauen sie auf die Zahl Neun oder dem Neunerrhythmus; neun Stunden, neun Tage, neun Wochen, neun Monate, neun Jahre- alles Kleine und Grosse braucht seine Zeit, um sich zu erneuern. Überstürzen sie nichts.
Lernen sie auch Altes schätzen. Wer das Bewährte verachtet, dem entgleitet das Besondere.
Wie schnell vergeht der Reiz des Neuen, wenn wir es nicht in uns wurzeln lassen.
Die Hasel ist eine Pionierpflanze. Das heißt, wo noch nichts wächst, bereitet sie den Boden vor für Pflanzen, die nach ihr kommen.
Auch sie sind pionierhaft, verschwenden aber zuviel Kraft fürs Konkurrenzdenken und bekämpfen Missstände, statt ureigene „Nüsse“ heranreifen zu lassen. Wahrhaftig der erste ist nicht der Mensch, der die Konkurrenz aus dem Feld schlägt, sondern der, welcher durch seine Leistungen Konkurrenz anspornt und fördert, wie Mahatma Gandhi und Erich Fromm, die Beide in den Tagen des Haselbaums zu Welt kamen.
Diese zwei Männer sprachen sehr offen über ihr persönliches Liebesleben. Die Fragen, was ist Leidenschaft und was ist Liebe, beschäftigt sie ihr Leben lang. In seinem kleinen Buch „Die Kunst des Liebens“ beschenkt Erich Fromm die Welt mit seinen Erfahrungen, die er aus einer glücklichen Ehe gewonnen hat.
Mahatma Gandhi schrieb ein Buch über Geburtenkontrolle. Darin lobte er die zärtliche Enthaltsamkeit als probates Mittel zu Eindämmung der Bevölkerungsexplosion. Seine Ehe war unglücklich bis er als 30jähriger begann, gänzlich auf Wolllust zu verzichten. „Von dam Tag an hatten wir keinen Streit mehr!“ schreibt er. Bei uns ist es umgekehrt: Da streiten die Paare am meisten, die nicht mehr fähig sind, Zärtlichkeit auszutauschen.
Bodicea, die Königin der Iceni, fragte den einzigen Druiden, der das Gemetzel von Môn überlebt hatte: „Warum wollt ihr Männer immer die Ersten sein?“ Der Druide antwortete: „Auf dem Weg in die Anderen Welt prüft Teutates sehr gründlich, wer mehr gelernt hat und wer faul sich drückte. Auf die Tapferen wartet ein geflügeltes Pferd und bringt sie zu den Gefilden der Seligen. Auf die Drückeberger wartet eine riesige Hündin mit offenem Rachen, bereit ihn zu verschlingen.“ Dann frage er die Königin: „ Warum bist du die Erste- willst du nicht auch einzigartig sein?“
Bodicea lachte und sagte: „Ich bin es- aber ohne deine Höllenhündin!“ Der Druide wurde sanft und erwiderte: „Ihr seid eine Frau und könnt Kinder gebären und nähren. Wir Männer können nur zeugen und zerstören.“ Da ergriff Bodicea einen Haselzweig und berührte ihn damit. Diese Berührung bewirkte, das der Druide fortan den Weg der Zärtlichkeit ging
Stein: Roter Spinell macht lebenslustig!
Fixstern: Difda und Zaniah
Zahl: 9
Medizinisch Verwendung: Blütenkätzchentee treibt den Schweiß aus und entlastet die Nieren!
Psychologische Empfehlung: Die Liebe ist die Knospe, aus der die Treue bricht!
Bezug zur griechischen Mythologie: Die tatenwägende Themis als Göttin des Gastrechts.
Signatur Pazifisten sind wie Schafe, die glauben, der Wolf sei ein Vegetarier... |