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TheBeginningofBond ...
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...   Erstellt am 10.05.2008 - 10:39Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Heiß war es in jedem Fall. Aber das war zu dieser Jahreszeit halt so in Argentinien. Sten Beckster stand an einem Schreibtisch, während das Dämmerlicht des Sonnenuntergangs durch die halb zugezogene Jalousie des einzigen Fensters auf sein Gesicht drang. Eilig tippte er einige Wörter in einen Laptop und schob nervös die Hände zwischen die einzelnen Lamellen eben jener Jalousie, um den kurzen aber starken Lichtschwall zu kontrollieren, der eben durchs Zimmer gehuscht war. Nur ein einzelner Lastwagen, der vor dem Tor der britischen Botschaft abgebogen war. Weiter tippte Beckster auf den Tasten herum, das Klickern war beruhigend. Wie konnte er sich nur auf soetwas einlassen? Er arbeitete jetzt für Hemingway, aber wenn man mal beim MI6 war, war man immer dabei. Einen kleinen Gefallen hatte M noch in ihren E-Mails gefordert, mehr nicht ...

Das kurze Feuern von zwei britischen Sturmgewehren Marke L85A1 knatterte durch die rotscheinende Vorstadt, Beckster sah verschreckt nach draußen und sah den Lastwagen von eben zurückkommen. Nur schneller, unkontrollierter hielt der auf die Einfahrt zur Botschaft zu. Die Wachen der Royal Army feuerten, änderten den Kurs nur geringfügig. Beckster blieb wie paralysiert am Fenster stehen und vergaß seinen Laptop. Ein schlechter Einfall. Der LKW durchbrach das Tor zur Botschaft, eine Wache konnte noch rechtzeitig zur Seite springen während die Andere von Wagen und Tor zerquetscht wurde. Länger sollte die aber auch nicht leben. Die Millisekunden, die der LKW noch zurücklegte, kamen Beckster wie eine Ewigkeit vor. Umso schneller riss ihn der Feuerball aus seiner Umnachtung und die Druckwelle stieß ihn mit jeder Menge Fenstersplittern ins weiß gestrichene Zimmer zurück als der mit Sprengstoff beladene rostige LKW im Vorgarten der Botschaft explodierte.

Türen und Vorräume brannten, entzündet von der Hitze. Wände waren rußgeschwärzt und die Türen eh meist eingedrückt. Die wenigen Wachen der Royal Army waren sofort von schwarz vermummten Männern überwältigt und hingerichtet worden. Beckster war nicht unter ihnen. Er wurde ins Foyer der Botschaft geschleppt, bekam davon nichts mit weil er bewusstlos war. Benommen sah er sich beim Erwachen im Kreise anderer Botschaftsangestellten, allesamt Zivilisten, umkreist von Männern mit Gesichtern hinter Sturmhauben und Sonnenbrillen. Allesamt mit AK-47 bewaffnet. Beckster war nicht mehr klar, wann und wo er war. Die Inder hätten längst hier sein müssen. Das Rauschen des Feuers rund herum in seinen Ohren machte ihn wahnsinnig. Die Männer um sie herum bewachten sie nur. Der Anführer, wenn es denn einen gab, war nicht hier.

Aber der ließ nicht lange auf sich warten. Patrick, der Sohn von Odin kam durch die eingedrückte Fronttür der Botschaft, flankiert von zwei Söldnern. Als er Sten sah, zuckten seine Mundwinkel amüsiert. Jemand brachte ihm einen Laptop. Beckster hustete Blut während er das aus dem Augenwinkel erkannte. Patrick gab dem Söldner einen kurzen Wink, das elektronische Paket zu verstauen oder zumindest in Sicherheit zu bringen. Dann ging er auf die Angestellten der Botschaft zu und zog seelenruhig eine Waffe. Beckster erkannte eine Colt 1911, hielt diesen Fakt aber für unwichtig.

"Irgendwelche Infos, für die ich dich noch am Leben lassen sollte?", fragte Patrick gehässig und richtete den Lauf der Waffe auf Beckster, dieser sah nur zum Boden.

"Nein.", gab dieser müde zurück und gedachte noch kurz Hemingways Firma, der er hätte nutzen sollen und stattdessen wieder hier landete.

Patrick biss kurz die Zähne zusammen während der Schuss knallte und Becksters lebloser Körper hintenüber aufschlug und eine Botschaftsangestellte irgendwo kreischte. Es war nur ein Wink, damit die Söldner das Feuer auf alle anderen Zivilisten eröffneten, während Patrick seine Waffe zurücksteckte, seine Tarnuniform ohne Abzeichen glattstrich und von unregelmäßigem Automatikfeuer der Kalashnikovs begleitet weiter in die Botschaft hineinging um nach den gewünschten Daten zu suchen.

***

11.100 Kilometer nordöstlich, genauer gesagt in London, sah sich James Bond zusammen mit M genau dieses Szenario live auf der Übertragung einer mitgenommenen aber übertragungsfähigen Überwachungskamera an. M hatte ihn gerufen, als sie von dem Zwischenfall gehört hatte, was beim MI6 erfreulich schnell für die Überraschung ging. Bond hatte die Arme verschränkt, stand neben ihrem Schreibtisch und sein Augenwinkel zuckte kurz als das blitzende Mündungsfeuer von Patricks Colt den Bildschirm erhellte. M drückte einen Knopf, als die anderen Geiseln auch niedergeschossen wurden:

"Warum greift uns jemand in Buenos Aires an?", fragte Bond kurz angebunden. Wer der Jemand war, wusste M und wusste er. M sah ihrerseits vom Bildschirm auf.

"Aus dem Grund, aus dem alle Botschaften angegriffen werden. Terrorismus.", gab sie ebenso kurz angebunden zurück. Ein Angriff war kein Balsam auf die Seele des MI6.

"Was machte Beckster da unten?", fragte Bond und deutete mit einem Zeigefinger auf einem Standbild von Becksters Gesicht an der Seite des Flachbildschirms. Er hatte kurz direkt in die Überwachungskamera gesehen.

"Sie fahren nach Buenos Aires und finden es raus. Ich weiß es nämlich nicht.", resümierte M in ihrer kurz-prägnanten Art.

[Ende des Pretitle, Beginn der Forecredits]

[Dieser Beitrag wurde am 06.07.2008 - 17:19 von TheBeginningofBond aktualisiert]





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roblud ...
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...   Erstellt am 04.06.2008 - 17:07Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Als Bond am Flughafen ankam, fühlte er sich sehr unwohl. Er wusste genau, was M wollte. Sie wollte den Abschuss. Niemand auf der Welt hatte das Recht eine englische Botschaft anzugreifen, geschweige denn, sie in die Luft zu jagen und britische Staatsbürger umzubringen. Bond sollte nur Rache üben. Was ihn eigentlich störte, war aber, dass er kaum Informationen hatte. Ihn quälte vor allem die Frage, was Beckster in der britischen Botschaft in Argentinien verloren hatte. Er checkte ein und suchte sein Gate zum Abflug.

Die Wahl des Hotels war typisch für Moneypenny. Es war das relativ kleine, aber nicht ungemütliche Hotel Tribeca Apart Hotel am Stadtrand von Buenos Aires. Desweitern hatte der MI6 Bond einen Wagen gemietet, einen Peugeot 260 in silbermetallic. Er räumte seine Sachen in die Schränke und prüfte die Zimmereinrichtung nach möglichen Wanzen, doch es schien als würde ihn niemand erwarten. Als sein Blick auf die reichlich gefüllte Obstschale fiel, merkte er, dass er seit Stunden nichts gegessen hatte. Im Flugzeug hatte er keinen Bissen runter bekommen vor lauter Unwohlsein. Inzwischen, nach der Ankunft und der Fahrt zum Hotel hatte sich das Gefühl gelegt, weil er wieder seinen Job spürte, und so bekam er, nun bei dem herrlichen Anblick der Bananen und Äpfel, Hunger. Er nahm das Telefon und wählte die 0 um mit der Rezeption verbunden zu werden. Dort bestellte er sich ein Rührei nur mit Graubrot und ein Kännchen mit Kaffee, extra stark und schwarz ohne Zucker. Dann ging er sich kurz kalt duschen, wie er es gewohnt war, und widmete sich mit der nötigen Aufmerksamkeit dem Frühstück. Es war drückend heiß.

Obwohl es eigentlich zu warm für einen Ausflug war, hielt er es für mehr als nötig die Botschaft zu Besuchen. Er zog sich eine graue Stoffhose, ein einfaches weißes Hemd an, wobei er die obersten zwei Knöpfe offenließ, und ein Tropen-Jackett. James Bond betrachtete sich danach nur noch kurz im Spiegel, um zu prüfen, ob sich seine Walther an seinen Oberkörper anschmiegte ohne sich auf der Kleidung abzuzeichnen. Er nahm noch seine Sonnenbrille und verließ das Hotel. Mit dem Peugeot kam er relativ schlecht in das Microcentro, das Geschäftsviertel in Buenos Aires, da die Straßen völlig überfüllt waren, wie es normal für eine Millionenstadt wie diese war. Er spürte auch, als er aus dem Wagen stieg, den er sicherheitshalber auf einem Touristenparkplatz abstellte, dass es noch schwüler war als am Rand der Stadt, was an der unzureichenden Frischluftzufuhr, aufgrund der hohen Häuserfronten, lag.

Auf dem Weg zur britischen Botschaft wanderte James Bond über eine überfüllten Gemüsemarkt. Viele Stände sahen nicht sehr Appetitlich aus, aber es waren ein paar echte Juwelen dabei, wo er später eventuell noch ein bisschen Obst einkaufen würde. Als er an der Botschaft ankam, sah er das völlige Ausmaß der Verwüstung, das die Terroristen hinterlassen hatten. Das Eingangstor war völlig ramponiert, dahinter sah man noch die Spuren eines explodierten Lastwagens. Am Gebäude selbst waren nur wenige Explosionsspuren, der größte Teil der Spuren konzentrierte sich an der großen Eingangstür, die aus zwei großen einzelnen Schwingen bestand. Auf dem Gelände der Botschaft herrschte reges Treiben, neben den neu eingeflogenen Soldaten, waren viele Bauarbeiter mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Es musste doch Überlebende oder wenigstens Angestellte geben, die am Tag des Angriffs krank waren, dachte Bond. Genau diese Menschen musste Bond nun finden, genauso wie seinen Kontaktmann, den er noch am selben Tag treffen, aber erst mal finden musste. Ausgemacht hatte sie eines der vornehmsten Restaurants in der Stadt, das El Obrero Frommer’s Exceptional, im Stadtteil San Nicolás. Bond zog den kleinen Stadtplan aus der Tasche, den er aus dem Hotel mitgenommen hatte, und prüfte, ob er es zu Fuß bis zum Mittagessen schaffen würde.

Als Bond im Obrero Frommer’s Exceptional ankam, schaute er auf seine Armbanduhr und bemerkte, dass er sich um 5 Minuten verspätet hatte. Er betrat das Restaurant und frage den Oberkellner, nach einem Herrn der nach James Bond suchte. Bond kannte seinen Kontakt, da M ihn vor einem halben Jahr auf einer Dinner-Party in London vorgestellt hatte. Sein Name war Ramos und Bond hatte ihn als entspannten und gesprächigen Mann in Erinnerung. Er war ziemlich jung und stammte aus wohlhabenden Verhältnissen. Dies war auch der wahrscheinlich der Grund warum er für den MI6 arbeite, da sein britisches Gehalt wohl sehr knapp bemessen war, wie bei allen ausländischen Stationsleitern. Das sonderbarste an ihm war jedoch, wie Bond früh festgestellt hatte, warum er so jung war und schon eine Station führen dürfte. Normalerweise war es beim MI6 üblich, dass die Männer eine ziemlich harten und langen Vorlauf brauchten, um einen solche Position zu bekommen, und so wesentlich älter waren als Ramos. Auch Verhältnisse oder viel Geld führten nicht schneller zum Ziel. M musste ihm ein unglaublich großes Vertrauen entgegenbringen, doch Ramos hatte beharrlich zu diesen Dingen geschwiegen, als Bond ihn damit konfrontierte. Sonst aber war er ein sehr angenehmer Gesprächspartner gewesen, der Bond bereitwillig über Familienverhältnisse Auskunft gegeben hatte. Bond hatte ihn als ehrlichen, offenen Gesprächspartner kennengelernt. Keine zwei Sekunden nachdem Bond den Oberkellner nach diesem Mann gefragt hatte, kam er ihm quer durch das halbe Lokal entgegen ohne ein Wort zu sagen. Er nahm Bond aus der Obhut des Oberkellners, begrüßte ihn freundlich und führte ihn zu seinem Tisch.

***

„Schön sie so schnell Wiederzusehen, aber der Grund für dieses Treffen ist umso bitterer.“, sagte Ramos, nachdem sie sich an den Tisch gesetzt hatten.

Er sah besser aus, als Bond ihn in Erinnerung hatte. Er hat grau-blauen Augen, eine etwas große Nase und einen, im Gegensatz zu der Nase, viel zu kleinen Mund. Seine langen, blonden Haare lagen sehr zerzaust auf seinem Kopf, wodurch sein Gesicht aber noch jünger wirkte, als er schon war.
„Ich freu mich auch. Wie alt waren sie nochmal?“, fragte Bond. Er wusste genau, dass er 34 Jahre alt war, hatte sich jedoch einen Spaß daraus gemacht, dauernd und ungläubig zu fragen wie alt Ramos war. Es kam Bond vor, als würden sie sich schon ewig kennen.

„Sehr witzig! Also waren sie schon mal in Argentinien?“

„Nein, noch nie so richtig. Mein Briefing in London war viel zu dürftig. Gibt es irgendwas, dass ich wissen müsste?“
Bond war ein wenig verärgert, dass er nicht umfangreich in London informiert wurde.

„Ich hab uns ein Asado bestellt. Das übliche Steak über dem offenen Feuer gegrillt und zwar „al punto“! Dazu einen schönen, alten und sündhaft teuren Rotwein.“, sagte Ramos.

„Al pundo?“, fragte Bond mit fragenden Blicken.

„ „al punto“ mit T, Mister Bond. Nicht durch, sondern zart rosa innen.“, sagte ein sichtlich lächelnder Ramos. Ramos lächelte nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich, es war typisch für die Engländer, dass „al punto“ falsch auszusprechen, auch wenn Bond Spanisch hätte sprechen können.

„Ah. Wie war das mit dem Nachbriefen?“, fragte Bond ernsthaft. Er fand auch dieses Gespräch mit Ramos wieder sehr angenehm. Sie hatten beide den gleichen Humor. Bond wusste genau, dass es Ramos lustig fand, wie Bond die beiden spanischen Wörter ausgesprochen hatte.


[Dieser Beitrag wurde am 23.06.2008 - 21:14 von roblud aktualisiert]





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Bond und Lynd in Montenegro vorm Fahrstuhl:
Vesper:"Nehmen sie den nächsten, dieser ist nicht groß genug für mich und Ihr Ego."

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...   Erstellt am 06.07.2008 - 21:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


"Sie wollen damit nicht bis nach dem Essen warten?", fragte Ramos, beflissen von der Ernsthaftigkeit Bonds.

"Bei dem wunderbaren Steak sollte mir nichts auf den Magen schlagen. Also Ramos, mir fehlen viele kleine Fakten.", erklärte Bond, der sein Weinglas besah und wie durch ein Wunder tauchte sogleich ein Kellner auf und füllte es mit dem bestellten Wein. Während Bond einen Schluck nahm, begann Ramos mit seiner Darlegung:

"Es ist ein eindeutiger Anschlag. Der verwendete Sprengstoff ist militärischer Herkunft. Wenn sich mein Experte nicht täuscht, ist er aus russischen Altbeständen - also kaum nachzuverfolgen. Ebenso die Nutzung der unmarkierten AK-47er, Ihnen sicher auch als Kalashnikov bekannt, Bond."

Bond, der eine Wand am Griff des Weinglases hatte, reagierte nur amüsiert: "Das sah ich auch auf dem Video. Auf mich wurden zuviele Kalashnikovs abgefeuert, als das ich eine nicht erkennen könnte."

Ramos grinste ob dieses schalen Scherzchens, setzte seinen Vortrag aber fort: "Wir haben die Spuren gesichert und die Terroristen waren außergewöhnlich gut ausgestattet, die Fingerabdrücke und zurückgelassenen Materialen ergaben nach Analyse keine Ergebnisse. Wer dahintersteckt, hat offenbar Geld und Verbindungen."

Bonds erster Gedanke war einer, den er Ramos gegenüber nicht aussprechen sollte, da die Akte Top Secret und damit nicht Ramos´ Freigabestufe entsprach: Odin.

"Alle Geiseln wurden hingerichtet - wie Sie sicher auf dem Video gesehen haben.", Bond nickte, "ebenfalls wurden alle Datenspeicher entwendet. Alles, was die britische Regierung an Informationen in Argentinien hatte, ist nun fort."

"Wie passt Beckster in all das?", fragte Bond. Er sah sich bereits ungeduldig nach seinem Steak um.

"Nachdem ich das Dossier des MI6 über ihn gelesen hatte, war ich der Meinung, er wäre ein normaler Agent ihrer Seite, der unglücklich ins Kreuzfeuer geriet, aber ..."

Das "aber" ließ Bond jetzt aufhorchen.

"... es gibt in Becksters letzten Aufträgen einige schwarze Flecken. Wenn dort Informationen sind, für die ich keine Freigabe habe, so könnte er sich dort mit gefährlichen Leuten angelegt haben. Leuten mit Macht und Geld. Leute, auf die das Profil dieses Anschlages passt."

"Bingo.", dachte Bond. Wieder, wie auf eben jenes "Bingo" hin, nahten die Asados auf warmen Tellern. Ohne weitere Worte ließ Bond Ramos´ Schlußfolgerungen im Raum stehen und tauschte mit ihm noch einen verheißungsvollen Blick aus, ehe sich beide auf ihre Steaks "al punto" konzentrierten. Das südamerikanische Temperament drückte sich in der ansteigenden Lautstärke aller anwesenden Gäste während des Essens aus. Ein gelassener Kontinent.

Später, als Bond und Ramos nach dem Essen schon in eben jene gelassenere Stimmung eintauchten, was sie sicher auch dem Wein verdankten, kam Bond wieder auf den Angriff zu sprechen. Mit gerunzelter Stirn ging er Eventualitäten durch: "Gibt es Angestellte, die am betreffenden Tag nicht anwesend waren, kurz vorher ausgeflogen wurden oder ausgeflogen werden sollten?"

"Eigentlich nicht.", sinnierte Ramos locker, "ein Gast, der an jenem Tag krank war, war Mr. Bennet. Wir haben ihn umgehend unter Schutz gestellt, er arbeitete als Sicherheitsberater einer britischen Firma in Argentinien, war nur auf der Durchreise und in einer der Botschaftswohnungen untergebracht als er krank wurde. Abmelden konnte er sich nicht, weil er krank war und jetzt, weil niemand mehr in der Botschaft ist ...", führte Ramos gesetzt aus.

"Wo ist Mr. Bennet jetzt?", hakte Bond routiniert nach.

"An einem sicheren Ort, ich kann leider ni-", setzte Ramos energisch an.

"Ich muss mit ihm sprechen. Unbedingt.", unterbrach Bond seinen Gegenüber barsch. Und so energisch Ramos auch war, Bond war energischer. Es war das südamerikanische Blut in Ramos, das Bond schnell vergab. Es war wirklich ein außergewöhnlich gelassener Kontinent, auf dem sich die beiden noch lange unterhielten. Für Bonds Beruf war nur noch Ramos´ "Ich bringe Sie morgen dorthin." von Bedeutung.

***

Ein Taxi, bei dem sich Ramos als Fahrer betätigte, holte Bond am nächsten Morgen nach einem guten Frühstück vom Tribeca Apart Hotel ab. Dieses Gefährt war unter den tausenden rostig-gelber Artgefährten weniger auffällig als ein Brite im Peugeot. Ramos fuhr beide zu dem Schutzhaus, in dem Mr. Bennet untergebracht war. Es lag in einem Vorort, der typisch argentinisch war - wie man wohl denken sollte. Dafür nahm er Umwege in Kauf, einen Verfolger wollte man sich nicht leisten. Bond, der seine Walther P99 im Schulterholster unter einem leinenfarbenen Anzug mit lockerem Hemd verdeckte, gefiel die Position des Hauses gar nicht. Viele Eingänge waren zu gut einsehbar. Ramos stieg aus und ging vor, ein älterer Mann auf der Treppe des Nachbarhauses nickte ihm zu.

Bonds Gefühl hatte ihn nicht getäuscht. Die Tür war nur angelehnt. Ramos zuckte zurück, als er das bemerkte. Bond schob ihn sofort zur Seite, zog reflexartig seine Waffe und entsicherte sie. Die beiden blieben von der Menge auf der Straße unbemerkt. Ein Vorort mit beschäftigten Menschen eben. Bond spähte ins Haus und trat ein. Kühle Steine hielten in ihrer massiven Bauweise die Hitze Argentiniens ab und der Gang verlor sich nach vorne im Dunkeln. Ramos wisperte: "Mr. Bennet ist im Keller, die erste Tür links führt zu einer Treppe.", auch er hatte seine Waffe gezogen. Eine mattschwarze Beretta M92, wie Bond kurz bemerkte. Ramos deckte ihm den Rücken, während der britische Agent die erste Tür zur Linken aufstieß und noch einen Rat für den argentinischen Leiter bereithielt: "Wenn die Tür offen ist, lebt keiner mehr um sie zuzumachen oder es ist eine Falle."

Nichts. Dunkelheit. Der Keller lag hinter der Treppe im schwarzen Loch. Bond holte eine Sonnenbrille aus dem Jackett, während Ramos seine Waffe auf die Dunkelheit richtete: "Was soll das Bond? Warum brauchen sie jetzt eine Sonnenbrille?"

"Damit ich besser sehen kann.", gab der kurz zurück und aktivierte die Nachtsicht von Qs Spielzeug. "Sie bleiben hier.", wies er Ramos an und deutete in eine Ecke. Bond hatte nur eine Brille, keine für seinen Kollegen. Auf Vorsicht bedacht, stieg er die Treppe hinab; immer an der Wand, damit die Stufen nicht so knarzten. Es war nur Holz. Die grüne Sicht klärte jetzt den Zustand des Kellers. Modrig-kühl war es. Aber nicht schlecht eingerichtet. Zum Fuße der Treppe gingen Gänge Links und Rechts ab. Von Rechts kamen Stimmen. Bond nahm diesen Weg.

Das nächste Licht war eine schwingende Deckenlampe, die ihren Schein auf einen sitzenden Schwarzkopf warf. Bond hielt augenblicklich still. Jener Schwarzkopf schien Mr. Bennet zu sein. Jemand redete mit ihm und das nicht gerade freundlich. Eine Silhouette schob sich zwischen Bond und Mr. Bennet. Sie verpasste dem offenbar auf einen Holzstuhl gefesselten Mann einen Schlag ins Gesicht, der schien schon von Schlägen träge zu sein. Er sagte nichts, stöhnte nicht und spuckte nur Blut auf den Boden, vermischt mit Zähnen. Er verhielt sich professionell. Den Stimmen nach zu urteilen waren noch drei weitere Silhouetten in dem Raum. Kurzerhand zog Bond einen Schalldämpfer aus der Hosentasche und mit geübten Bewegungen drehte er ihn auf seine Walther. Kurzerhand griff er sich den Kerl, der mit dem Rücken zur Tür und zwischen Bond und Mr. Bennet stand, erschoß kurz und effizient die beiden Begleiiter links und rechts vom Gefangenen und hielt dem Unbekannten die Waffe an die Schläfe: "Was wird hier gespielt?"

Kein Wort.

"Was haben sie mit Mr. Bennet vor?", fragte Bond mit zornigem Nachdruck.

Kein Wort. Und dabei sollte es bleiben. Denn etwas traf Bond hart im Nacken ehe er unsanft zu Boden ging. Er hörte Rufe in irgendeiner Sprache, die er nicht mehr zuordnen konnte ehe er sich dem Boden näherte. Aber in Ohnmacht fiel er nicht, sondern nur hart. Seine Walther P99 hielt er noch immer in der Hand während sich Schritte schnell entfernten. Bond rappelte sich auf und tastete im Schein der Lampe nach seiner Brille. Er fand sie nicht und tastete sich nach dem Aufstehen zur Tür. Mr. Bennet war noch immer verletzt, aber nichts war weiter passiert. Bond nahm die Verfolgung auf und versuchte, im Keller hinterherzukommen. Er sah nur Schatten und hörte das Holz der Treppe knarren. Hoffentlich hielt Ramos sie auf!

Nur mit Not konnte Bond die Treppe treffen und sah noch schwarze Gestalten vor dem einfallenden Licht des ersten Stocks. Die erste taumelte nach einem Schuss und fiel, die zweite zog eine Waffe und schoß. Bond rannte die Treppe wie von der Tarantel gestochen hinauf, während ihm die Leiche des einen Mannes im Herabfallen fast erschlug. Der andere flüchtete. Oben angekommen lag der blutende Ramos von zwei Schüssen in Schulter und Bauch getroffen in der Ecke. Bond hatte keine Zeit für ihn, das war Berufsrisiko.

Raus auf den Flur, dann auf die Straße. Bond steckte die Waffe hastig weg, sonst würde man ihn festnehmen. Auf den Gehwegen war einiges los und Bond kannte sein Ziel nicht mal aber dieses machte eine unverzeihliche Dummheit: Es rannte. Und Bond hinterher. Erst auf dem Bürgersteig, dann in ein Haus. Bond folgte. Türen wurden umgeschmissen, Tische beiseite gerissen als er ihn durchs Haus verfolgte, in den Garten hinein, über den Zaun, wieder in ein Haus hinein - diesmal flatterte ein Huhn aufgeregt in der Küche herum. Menschen saßen da im Wohnzimmer, durch das Bond sein Ziel verfolgte. Vieles ging zu Bruch. Vor dem Haus dann wieder zögerte der Flüchtende kurz, entschied sich dann für den rechten Fluchtweg - sein Pech. Das nächste Haus, in das er wollte, war abgeschlossen. Bond schloss in den wenigen Sekundenbruchteilen auf, bekam den Kerl am Kragen zu fassen und schlug ihn nieder.

[Dieser Beitrag wurde am 07.07.2008 - 20:10 von TheBeginningofBond aktualisiert]





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...   Erstellt am 07.07.2008 - 03:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


***

Sowohl der britische Agent James Bond als auch Bennet und der von Bond gestellte Schläger hatten sich auf der örtlichen Polizeiwache einigen Befragungen unterziehen lassen müssen. Bennet war natürlich zuvor erstversorgt worden und soweit wieder auf den Beinen. Um Ramos’ Leben wurde allerdings noch im Operationssaal gekämpft. Im Gegensatz zu dem Schläger, den man noch nicht zum Reden hatte bringen können und der in Haft genommen wurde, durften Bond und Bennet wieder gehen. Man erkannte halbherzig den Status des britischen Agenten als offiziellen Ermittler der britischen Regierung im Falle des Angriffs auf die Botschaft an und versprach auch völlige Kooperation. Immerhin war hier ein Terrorakt geschehen, der länderübergreifend war. Natürlich musste auch das Gastgeberland handeln. Es war sehr wahrscheinlich, dass sich die Gruppe hier vor Ort formiert und auch irgendwie eine Art Stützpunkt hatte. Doch das interessierte James Bond im Moment weniger. Seine Aufmerksamkeit galt Bennet und den Schlägern. Einen dieser Banditen hatte ihm ja jetzt die Polizei genommen, aber mit Bennet befand er sich nun in einem Büro in der Botschaft. Mittlerweile wusste er von dem Mann immerhin, dass er bei einem Sicherheitsdienstleistungsunternehmen arbeitete und erst vor wenigen Wochen dort angestellt worden war. Davor war er Polizist gewesen, aber wegen einiger Verfehlungen aus dem Dienst entlassen worden. „Und sie wissen wirklich nicht was diese Männer von ihnen gewollt haben, Mr. Bennet? Und sehen auch keinen Zusammenhang zwischen ihnen und dem Angriff auf die Botschaft?“ fragt der britische Agent, den Bennets Aussage bei der argentinischen Polizei keineswegs zufrieden gestellt hatte. „Immerhin fand Ramos sie schützenswert genug um sie in ein sicheres Versteck zu bringen.“

„Ich kann nur wiederholen, was ich den Argentiniern schon sagte. Ich habe nichts weiter mit der Botschaft zu tun, als dass sie mir eine Schlafgelegenheit zur Verfügung gestellt haben und natürlich den Papierkram zur Ein- und Ausreise bearbeiten“, gab Bennet ruhig und noch ein wenig kraftlos zurück. Sein Äußeres sah noch sehr geschunden aus. „Außerdem haben wir ja gesehen wie sicher das Versteck war, nicht wahr?“

Der Seitenhieb saß. Und Bond wusste darauf nichts zu erwidern. Er musste alles ruhig und sachlich angehen. Odin arbeitete schließlich mit Täuschungen, Maulwürfen, Ködern, falschen Verdächtigungen und falschen Fährten. Hier hieß es einen kühlen Kopf zu bewahren und die Situation genau zu analysieren. Und das war schwer, sehr schwer sogar. Der Anschlag auf die Botschaft, Ramos, ein geschätzter Kollege, kurz nach seiner Ankunft an der Schwelle des Todes, das alles war nicht sehr hilfreich. Und natürlich die Unklarheit was Beckster hier wollte. Nach Bonds letzten Informationen hatte er den Geheimdienst verlassen um für Hemingway zu arbeiten. Es war alles noch ein großes Mysterium. „Wie auch immer“, entgegnete der Agent schließlich langsam. „Dieser kleine Überfall auf sie zeigt uns doch nur, dass sie tatsächlich in Gefahr sind. Warum auch immer.“

„Das ist wohl wahr.“ Bennet nickte leicht. „Lassen sie mich ehrlich zu ihnen sein, Mr. Bond. Ich habe auf dem Polizeirevier nicht alles gesagt, aber ihnen kann ich doch trauen, oder?“

„Voll und ganz“, bestätigte Bond. Auch wenn er sich nicht ganz sicher wem er selbst hier trauen konnte. „Schießen sie los.“

„Ich … Ich arbeite hier als verdeckter Ermittler“, gestand Bennet nun. „Ich bin immer noch Polizeiinspektor. Meine Entlassung wurde nur inszeniert um mich in die Firma einschleusen zu können. Ich gehöre zum Dezernat für Internetkriminalität. Es liegen uns Hinweise vor, dass die Safe & Secure Corporation in entsprechende Straftaten verwickelt ist.“

„Ich werde sie natürlich überprüfen lassen, Inspektor Bennet.“ Ausdruckslos schaute der Agent sein Gegenüber an. Das schien nun wirklich gar nichts mit der Botschaft zu tun zu haben. Ein Zufall also? Oder eine Ablenkung? An Zufälle glaubte Bond nicht. Dazu war er schon zu oft eines Besseren belehrt worden. Also war er auf der Hut. „Was genau machen sie oder ihre Firma jetzt hier in Argentinien?“

„Die Safe & Secure Corporation betreut hier zwei Klienten. Zum einen sorgt sie für die Sicherheit des Internetauftritts einer Firma für Finanzdienstleistungen und zum anderen stellen sie einer Filmproduktion für einen Dreh Sicherheitspersonal zur Verfügung.“

„Was sind das für Unternehmen?“ fragte Bond weiter.

„Die Filmfirma nennt sich Garcia Productions, aber die interessiert mich nicht weiter. Ich habe Indizien entdeckt, die darauf hindeuten, dass die Midas Agency wohl das nächste Opfer der Internetpiraten werden wird. Doch fehlen mir die konkreten Beweise.“ Der Inspektor seufzte.

Bond hatte gerade keine Zeit um für den Polizeibeamten, wenn er tatsächlich immer noch einer war, Mitleid zu haben. Er hatte aufgehorcht als Bennet Garcia Productions erwähnte. Die Abkürzung davon war GP. Und genau dieses Kürzel hatte sich auf dem Hubschrauber befunden, mit dem ihm Odin in Jakarta entkommen war. Doch das alles machte irgendwie keinen Sinn. Was sollte eine Filmfirma denn mit einem Kampfhubschrauber anfangen? Das konnte jetzt wirklich nur ein Zufall sein. „Können sie mir mehr über die Filmfirma erzählen? Wissen sie was Garcia Productions hier dreht?“ kamen instinktiv die nächsten Frage des Agenten.

Bennet runzelte die Stirn. „Hm, nicht viel. Sie gehört den Geschwistern Garcia, die aus einer Familie von bekannten Rinderbaronen stammen. Rodrigo Garcia ist ein junger Regisseur und seine Schwester Jade ist mit dem viel älteren Midas Salazar verheiratet, dem Inhaber der Midas Agency. Salazar ist einer der Hauptfinanziers des Drehs. Es handelt sich wohl um ein zeitgenössisches Kriegsdrama. Um eine Revolution in naher Zukunft. Genaueres kann ich ihnen dazu auch nicht sagen. Mein Hauptaugenmerk liegt wie gesagt auf Salazars Agentur und meinem derzeitigen Arbeitgeber.“

Bond nickte langsam. Sein Gehirn verarbeitete gerade die neuen Informationen. Es fügten sich einige Puzzlestücke zusammen, andere wiederum nicht. Und die, die zusammenpassten ergaben kein einheitliches Bild. Odin geflüchtet in einer Filmrequisite? War das nicht zu theatralisch für den großen Mann von C.O.U.N.T.? Andererseits residierte er ja auch in einer Pagode, in Wikingerhallen und hatte im Walhallaberg ein kleines Labyrinth erschaffen. Er würde das auf jeden Fall überprüfen und auch überprüfen müssen. Ebenso diesen Midas Salazar.

„Und ich sehe wirklich nicht wo hier die Verbindung mit dem Überfall auf die Botschaft sein könnte, Mr. Bond“, unterbrach Bennet die Gedankengänge des Agenten. „Sie etwa?“

Bond musste verneinen. Er stand vor einem Rätsel und vor einem Berg von Zufällen, an die er nicht glaubte. War er nun wieder Teil eines von Odins Spielen geworden?





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"Who told you a villain is a bad person?"

(Javier Bardem, SkyFall Press Conference)

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...   Erstellt am 07.07.2008 - 18:42Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Bond betrat mit Bennet das Botschaftsgebäude nach einer langen Sicherheitsüberprüfung der Wachen. Bennet hatte im Südflügel der Botschaft, der nicht beschädigt war ein kleines Büro zugeteilt bekommen, das Bond und Bennet, trotz der schlechten Sicherheitslage, nutzen konnten. Sie unterhielten sich auf dem Weg in Bennets Büro nicht.

Dort angekommen zog Bond sein Jackett aus, woraufhin seine Waffe sichtbar wurde. Bennets Blick verharrte keinen Augenblick darauf. Er ließ sich Müde auf seinen Bürostuhl fallen und schloss die Augen. Bond blieb die Zeit das Büro ein wenig zu mustern. Es war kaum anders eingerichtet wie scheinbar jedes Beamtenbüro in England.

„Mr. Bennet, ich muss unbedingt mit diesem Rodrigo Garcia reden! Es ist dringend. Am besten heute noch!“, sagte Bond.

In der Ecke des Büros standen zwei Cremefarbene Ledersessel, auf die Bond zuging um sich zu setzen. Er legte sein Jackett auf der Lehne ab. Sonst war nur ein kleiner, grauer Aktenschrank, ein großer, vor kurzem erste polierter Eichenholzschreibtisch und der Bürostuhl auf dem sich Bennet niedergelassen hatte in diesem Büro. An der Wand hing ein Bild, aber nicht wie in Ms Büro hinter ihm, sondern von Bond aus gesehen an der rechten Wand. Es zeigte einen nackten Mann, der auf einem Pferd saß.
Hinter Bennet war schließlich noch ein großes Fenster.

„Das wird nicht möglich sein.“, antwortete Bennet, der aus seinem Sekundenschlaf erwacht war. Blitzschnell saß er aufrecht in seinem Sessel, war hellwach und scheinbar jederzeit zum Sprung bereit. Bond merkt, dass Bennet ein scheinbar gut ausgebildeter Agent sein musste.

„Wieso nicht?“

„Herr Garcia und seine Schwester drehen diesen Film in den Alpen. Der Film handelt scheinbar über einen italienischen Konflikt in der nördlichen Region des Landes. Es wird ziemlich abseits der großen Skigebiete gedreht. Ich habe gehört sie hätten ein Schloss in den Berg gehangen.“

Bennet nahm ein Päckchen Lucky Strike aus der Tasche.

„Rauchen sie, Mister Bond?“

Bond hatte sich das Rauchen abgewöhnt. Er hatte es sich entwöhnt, mit ganz milden Zigaretten bis er die Lust daran verloren hatte. Oft hatte er in Stresssituationen, eine Packung in seiner Tasche gesucht, aber nie mehr wieder welche angefasst. Er glaubte, wenn er sich jetzt wieder eine anzünden würde, würde er es komplett wieder anfangen.

„Nein danke.“

„Aber sie haben nichts dagegen?“
Es war mehr eine Feststellung, da Bennet sich schon eine Zigarette aus der Packung geangelt und angezündet hatte.

„Nicht das geringste.“
Es störte Bond auch nicht. Nie hatte es Bond gestört und nie würde es Bond stören, wenn jemand in einem geschlossenen Raum, indem er sich befand, eine Zigarette anzündete und rauchte. M tat es manchmal, versuchte es aber eigentlich immer zu unterlassen, da sie wusste, dass Bond entwöhnt war.

„Und was ist mit Salazar?“

„Nun ja…“, begann Bennet, der plötzlich sichtlich nervös wurde. Einige Schweizperlen bildeten sich auf seiner Stirn. „… er ist nicht mehr da. Vom Erdboden verschluckt, wie man so schön sagt!“

Bond zog die Augenbrauen nach oben. „Weg? Wie kann jemand verschwinden, den sie beobachten oder beobachten lassen?“

„Das weiß ich nicht. Er tauchte plötzlich unter. Seit drei Tagen ist er weg. Wir haben ihn verloren.“

Bond rieb sich den Kopf. Manches passte hier nicht zusammen. Bennet war sicherlich kein Polizist. Er hatte eine erstklassige Agentenausbildung. Es waren die Häufung an Kleinigkeiten, die Bond bemerkte. Bennet passte mit seinen Reaktionen voll ins Agentenschema. Bond musste sich dringen mit London in Verbindung setzen, um Bennets Identität zu prüfen.

„Wo halten sie sich heute noch auf?“, fragte Bond Bennet.
„Bleiben sie hier in diesem Büro?“

„Ich werde mich mit meinen Kontakten in Verbindung setzen. Sie können mich über mein Handy erreichen.“

***
Bond verließ die Botschaft und stieg in ein Taxi, das vor der Botschaft stand. Er wollte zu Ramos ins Krankenhaus fahren. Auf dem Weg versuchte er London zu erreichen, was ihm auch gelang. Er telefonierte mit M und gab durch, dass man Bennet prüfen sollte.

Bond verließ das Taxi und betrat das Krankenhaus. An der Rezeption fragte Bond die hübsche Arzthelferin, in welchem Zimmer Ramos war. Sie grub sich durch den Zimmerbelegungsplan, der im General Hospital ziemlich lang war, um Bond die Auskunft zu geben, dass Ramos nicht in diesem Krankenhaus liegen würde.

Bond verließ das Krankenhaus wieder, noch nachdenklicher als zuvor. Wo zum Teufel war Ramos nun wieder. Der Polizist auf der Wache hatte Bond die Auskunft gegeben, dass Ramos hier in diesem Krankenhaus sein solle. Bond rieb sich den Kopf.
Auf einmal traf ihn der Schlag. Wo war eigentlich der englische Botschafter? In all der Hektik, wusste er genau das nicht. Wie ging die Regierung gegen diesen Anschlag vor? Würde man auch Argentinien einen Teil der Schuld zuweise? Könnte es sogar Krieg geben?
Bond versuchte sein Handy aus der Tasche zu kramen, doch fand es nicht. Er musste es verloren haben.
Bond bekam plötzlich unsäglich starke Kopfschmerzen. Was war nur mit ihm los. Er drehte sich um und ging wieder in das General Hospital um ein paar Kopfschmerztabletten zu bekommen. Ein starker Whisky hätte es wahrscheinlich auch getan.


[Dieser Beitrag wurde am 28.09.2008 - 22:13 von roblud aktualisiert]





Signatur
Bond und Lynd in Montenegro vorm Fahrstuhl:
Vesper:"Nehmen sie den nächsten, dieser ist nicht groß genug für mich und Ihr Ego."


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