LEEsJOANNAGIRL 

Status: Offline Registriert seit: 23.03.2008 Beiträge: 17 Nachricht senden | Erstellt am 06.04.2008 - 19:10 |  |
Wieder einmal saß ich in meinem Zimmer und durchwühlte meinem Koffer zum Hunderstenmal."Hab ich auch wirklich alles eingepackt?" fragte Ich Mich selber leise und starte löcher in die Luft. In Gedanken ging ich jedens einzelne Stück durch, was man auch nur irgendwie gebrauchen könnte. "hm, vielleicht sollte Ich doch noch mal nachschauen?" und hatte schon wieder meine Hand in dem Koffer, als mein Zimmertür aufflog und Mutter herein platzte. "Essen ist fertig!" sagte meine Mutter und lächelte, als sie sah, das ich wieder vor meinen Koffer hockte. "Mein Kind, glaube Mir, du hast alles eingepackt! Sogar sinnlose Dinge!" gab sie grinsend von sich während sie auf den Weg in die Küche war. Ich drehte mit den Augen und stand auf. Trat vor dem Spiegel und schaute in ein Mädchengesicht. Schwarze lange Haare, blaue Augen, kraftvolle Augenbrauen und volle lippen. Ich lächelte. "Eine Nacht noch...!" murmelte ich und ging in die Küche. Der Tisch war gedeckt, mein Vater und meine Mutter saßen bereits. "Setz dich und iss, sonst wird das essen kalt!" sagte meine Mutter mit vollen Mund und deutete auf den noch leeren stuhl. Ich setzte mich und nahm die Gabel in die hand.Es gab mein Lieblingsessen Spagetti Bolognese. "Lecker!" sagte ich und fing an zu essen. Mein Vater musterte mich und atmete schwer. Aus dem augenwinkel konnte ich sehen, wie er zwischen mir und meiner mutter in und her schaute. Es war sehr schwer für meine eltern, das wüsste ich, doch es war meine Chance! "Bist du dir auch wirklich sicher?" fragte mein Vater mich und lag das Besteck aus der Hand. "Ja, papa! das bin ich!" antwortete ich selbstsicher. "Wir werden dich vermissen!" flüsterte meine mutter und fing an zuweinen. "Nicht weinen, mama!" sagte ich und sprang auf. Als ich sie in meinem arm nahm und drückte, sagte sie leise "Du bist so ein gutes kind! so sehr wie es schmerzt, du wirst deinen weg finden!" Ich schloss meine augen. Langsam rollten mir tränen die wange hinunter. "ich werde euch doch auch vermissen! ich hab euch doch so undendlich lieb!" schlurzte ich. "Wir haben noch etwas für dich!" sagte mein vater nun und stand auf. Meine Mutter löste sich von mir und wischte meine tränen weg. Er kam mit einem Briefumschlag wieder. ich schaute ihn fragend an, ers treckte mir den umschlag entgegen und ich nahm ihn entgegen. "Damit du keine probleme bekommst und jederzeit nach hause kannst!" sagte er nun. Ich öffnete den umschlag und fielen Geldschein entgegen. es war nicht gerade wenig geld, mein augen würden immer grösser."Woher hast du ..!" doch ich würde von meinem vater unterbrochen, "nehm das geld an dich, so bist du von niemanden abhängig!" Ich sprang meinem vater in die arme! Ich wusste, wir hatten nie viel geld und das er für mich etwas zusammen gespart hat, war sicherlich längere harte arbeit. "Nun lasst uns essen und dann geh schlafen! Morgen ist dein grosser tag!"
Nervös starte ich auf die uhr, zottelte an meiner Jeansjacke und versuchte ja nicht hippelig zu wirken. Doch das war nicht zu übersehen. Die leute im Flugzeug starten mich. "Guckt ihr ruhig nur!" murmelte ich. und schaute aus dem Fenster. Weiße wolken und nichts als wolken, sah ich. Ich schloss die augen und überlegte, was wohl meine eltern nun tun. Der Abschied war mir schon mehr als schwer gefallen, heulend drückte ich sie am flughafen und hätte am liebsten nie losgelassen. Doch ich wollte es ja so, ich wollte nach London. Ein Jahr als Aupair in London!
Mein gastfamilie kannte ich nur vom Foto, ein dicker grauhaariger papa, eine schlanke brillentragene Mutter mit zwei Kindern. es waren Zwillinge und bereits 14 jahre alt. Sie hatte blondes langes Haar und er kurzes blaues Haar. Sehr bunt diese Familie, dachte ich mir. Doch irgendwie kam mir das sehr sympathisch vor.
|
LEEsJOANNAGIRL 

Status: Offline Registriert seit: 23.03.2008 Beiträge: 17 Nachricht senden | Erstellt am 07.04.2008 - 17:18 |  |
Es war ein gedrängel und Geschubse in der Eingangshalle, ich stand da mit meinen Koffern und hoffte, das mich keiner umlaufen würde. Eifrig hielt ich ausschau nach meine Gastfamilie, sie dürften ja nicht zu übersehen sein. "Dort ist sie!" hört ich jemanden rufen und drehte mich um. Vier Leute kamen in schnellen schritten auf mich zu. Erleichtert schnaufte ich aus. "Hallo Jessica!" begrüsste mich meine Gastmutter und nahm mich in ihre Arme. "Hallo Mrs. Johnsen!" sagte ich während sie mich noch immer in den armen hielt. "Nun erdrück sie nicht gleich... HAllo Jessica, schön das du bei uns bist!"sagte nun auch Mr.Johnsen und streckte mir seine rechte Hand entgegen, die ich so gleich feste schüttelte. "Und das sind unsere Zwillinge SArah und Michael!" führte Mr Johnsen fort und deutete auf die Teenager. Freundlich sagte ich "HAllo!" und schüttelte ebenfalls derren rechte Hand. "Michael nehm einen Koffer und trage ihn zum Auto!" sagte Mrs.Johnsen und schaute mich durch ihre Brille mit grossen Augen an. "Du bist sicherlich völlig kaputt, Komm, wir fahren erstmal nach Hause!" Mr. Johnsen nahm die restlichen zwei Koffer und gemeinsam gingen wir zu ihrem Auto. Ich saß hinten bei den Zwillingen. Michael spielte mit seinen Handy herum und Sarah musterte mich von der Seite. Als ich sie anschaute, wich sie meinem blick schnell aus. "ich beisse nicht!" sagte ich ihr und lächelte sie an. "Ich weiss..." murmelte sie. "und warum schaust du mich dann so an?" Vorsichtig schaute sie mir nun in die Augen. "Du siehst so normal aus und dennoch voll sexy!" ich traute meinen ohren nicht und musste lachen. "na und.." brachte ich unter kichern heraus. "ich bin normal und keineswegs sexy!" sagte Sarah nun und senkte den kopf. "Ach Sarah, du bist 14.. gerade einmal aus den kackwindeln heraus.. du bist ein hübsches Mädchen!" Sie musste grinsen."Hübsch und sexy ist ein Unterschied!" Ich runzelte die Strin, das fing ja gleich gut an, dachte ich mir. "Hübsch und sexy sein, liegt immer im Auge des Betrachters!" Sarah schaute wieder aus dem fenster und schwieg. Ob das nun ein gutes Zeichen oder ein Schlechters Zeichen war würde sich sicherlich demnächst herausstellen.
"Wir sind da!" rief Mrs Johnsen nun, als wir auf die Einfahrt fuhren. Gespannt stieg ich aus, es war ein grosses weisses haus, die Fenster und Türrahmen hatten ein angenehmes Dunkelblau und der Vorgarten sah sehr gepflegt aus. Es gefiehl mir sofort. "Los komm mit herein!" sagte meine Gastmutter als sie die Tür aufschloss. Ich schnappte mir einen Koffer und folgte ihr ins Haus. So bunt wie die Familie war, so bunt war auch das Haus eingerichtet. Ein wirrer Mischmasch aus Antik und Modern. "Sarah, zeig Jessica doch bitte ihr Zimmer!" Sie stürmte die Treppe hinauf und ich wuchtete mein Koffer mit. Sarah öffnete die Zimmertür und ich tratt ein. Es war gross und hell. In der Mitte unter dem Fenster stand ein grosses Bett, rechts daneben ein kleines Nachttischchen mit einer roten Lampe darauf. An der linken Wand war ein Kleiderschrank und ein Schminktisch, an der rechten Wand stand ein Schreibtisch mit einem Drehstuhl. "Und gefällt es dir?" fragte mich Mr Johnsen, der meine restlichen Koffer ins Zimmer stellte. "Oh ja! Es ist wirklich schön!" antwortete ich ihm und setzte mich aufs Bett. "Das freut mich. Das Badezimmer ist am Ende des Ganges, ein Telefon in der Küche und eines im Wohnzimmer. Internet ist natürlich auch vorhanden, wenn du deinen Laptop mit hast, kann ich dir später gerne den Netzwerkschlüssel geben!" sagte er freundlich. "Das wäre super! Dann kann ich mit meinen eltern und freunden mails verschicken!" sagte ich glücklich. Mit einem nicken ließ er und sarah mich alleine. Ein lächeln machte sich breit auf meinem Gesicht. "Geschafft! Ich bin London!" sagte ich mir selbst und fing an, meine Koffer auszupacken.
Nach einiger zeit war ich fast fertig, als es an der tür klopfte. "JA bitte!" rief ich und meine Gastmutter öffnete die Tür. "Ich hoffe, ich störe nicht" fragte sie vorsichtig. "Nein, nein..ganz gar nicht!" Sie macht einen Schritt auf mich zu. " Ich bin Susann und mein Mann heisst Pete. Wenn wir ein jahr zusammen leben wollen, ist es so doch angehmer, findest du nich?!" Ich nickte eifirig. "Finde ich gut so!" Susann schob ihre brille zurecht und sagte dann "Pete und ich gewähren dir noch ein paar freie tage. So kannst du ganz für dich allein London erkunden und ab Montag geht dein Job als Aupair dann los!" "Juhu!" rief ich und fiel ihr um den hals."Danke Mrs Johnsen..ähm Susann.. das ist toll!" Ich strahlte über beide Wangen. Es war Donnerstag Abend, also hatte ich noch vier volle Tage für London!
"Danke Pete, bis später!" verabschiedete ich mich und schloss die Tür hinter mir. In schnellen Schritten ging ich bis zum Strassenende, nun war ich außer Sichtweite, nur für den Fall, das sie es sich anderes überlegen würden.
Ich hatte von meinen Gasteltern einen Stadtführer bekommen, wo die Sehenswürdigkeiten und Fahrverbindungen drauf vermerkt waren. Doch heute wollte ich lieber erst einmal in den Hyde Park und einwenig relaxen. Es hat mich schon alles sehr aufgeregt und ich wusste schon gar nicht mehr wohin mit meinen Gedanken. Also setzte ich mich auf die Wiese als ich ankam. Es war ein schöner sonniger Freitag, der Himmel blau, das Gras grün... Ich fühlte mich einfach nur wohl! Ich lehnte mich an einem Baum und beobachtete die Londoner, einige sonnten sich, lasen ein buch, andere spielten Ballspiele und hier und da sah man Pärchen die sich zart liebkosten.
Gemütlich aß ich einen Schokoriegel als mich plötzlich ein Ball am Kopf traf. Bumm! Ganz irritiert schaute ich um mich, ein Junge kam mir entgegen gelaufen und kniete sich zu mir herunter. "Alles okay bei dir?" fragte er mich und schaute sich meinem Kopf an. "Geht so" antwortete ich knapp und knallte ihm den Ball mit voller Wucht gegen den Brustkorb. "Na, da ist aber jemand sauer!" sagte ein zweiter Junge der mich nun musterte. Ich überlegte, was ich nun sagen sollte. "Tut´s denn weh?" fragte mich der blonde Junge, der noch immer vor mir kniete. "Nein, schon gut. Habe mich nur tierisch erschreckt!" gab ich von mir und der Junge lächelte. "Und als Dank pfefferst du mir den Ball gegen den Brustkorb!" Ein Grinsen machte sich auf meinem Gesicht breit. "Nun komm endlich!" riefen einige der Jungs von weiten. Der blonde Junge erhob sich nun und warf den Ball zum anderen "Hier...fang! Ihr könnt ja schon weiter spielen!" Der andere Junge zwinkerte dem blonden zu und ging in raschen Schritten zu den wartenden Jungs. "Ich bin Lee und wie ist dein Name?" Nun schaute ich mir ihn genauer an, er war ganz süss!
"Ich heiße Jessica!"
"Schön, dich kennen zu lernen, Jessica!" sagte Lee und streckte mir die Hand entgegen, wobei er lachen musste. "Nein.. scherz... Bist du öfters hier?" fragte er mich. Wenn der wusste, dachte ich mir. "Nein!" gab ich nur als Antwort. "Bist du öfters hier?" fragte ich nun ihn. "Oh ja, meine Jungs und ich spielen hier immer Fußball!" erwiderte er und deutete auf eine Meute Jungs auf der Wiese. Ich schaute zu Ihnen rüber, wie Kleinkinder jagten sie dem Ball nach, schubsten sich zur Seite und gröhlten laut.
„Du kommst nicht von hier, was?!“ fragte er mich. „Fällt das so doll auf? Nein, ich komme aus Deutschland.“ Er schaute mich an. „Deutschland ist sehr schön! Machst du Urlaub hier?“
Ich fragte Mich, woher er wissen will, das Deutschland schön ist und bohrte natürlich gleich nach. „Warst du schon in Deutschland?“ Lee lachte auf. „Ja klar!“ antwortete er. Mit runzelnder Stirn fragte ich „Wieso ist es so klar?!“ „Das möchtest du jetzt gerne wissen, was…Erst antwortest du Mir auf meine Frage, machst du hier London Urlaub?!“ Typisch Männer, dachte ich Mir. „Montag fängt mein Jahr als Aupair Mädchen hier in London an!“ Seine Augen wurden groß. „Na das ist toll, dann bist du ja ein ganzes Jahr hier in London!“ stellte er nun fest und ich sagte leise “Ach nee!“ und wurde im nächsten Atemzug lauter „Und nun sag du mir, warst du schon in Deutschland?“ Irgendwie war ich total gespannt auf seine Antwort. „Meine Jungs und ich waren letztes Jahr für ein paar Wochen in Deutschland… Sehr schön ist es dort!“ Hm, damit konnte ich ja nun wirklich viel anfangen. „Wo genau wart Ihr denn? Und was habt ihr ein paar Wochen dort gemacht?“ Lee stand auf und schaute hinab zu mir. „Schon komisch..!“ sagte er und schaute nun zu seinen Freunden rüber. Was meinte er nur damit? Ich verstand nur Bahnhof! „Hörst du keine Musik?“ fragte er mich nun. Irgendwie hat der Kerl nicht alle Taschen im Schrank, bricht ein Thema ab und fängt ohne Antwort das nächste an. Ich stand ebenfalls auf, er war ein Kopf größer als ich. „Doch klar höre ich Musik!“ gab ich von Mir und schüttelte leicht mit dem Kopf. „Jungs, jetzt ist Schluss! Steigt ins Auto, wir sind schon viel zu spät!“ rief ein älterer Mann im schwarzen Anzug. Lee schaute schnell auf die Uhr und stoß ein „Ups!“ heraus. „Ich muss los!“ sagte er und rannte los. Völlig irritiert starrte ich ihm nach. Bei seinen Freunden angekommen drehte er sich um und rief Mir zu „Wenn du heute Abend Zeit hast, komm doch ins The End. 20Uhr! Ich warte dort auf dich, Jessica!“ Ich schaute ihnen noch nach, bis sie außer Sichtweite waren. The End? Wo ist das? Ich nahm meine Tasche und beschloss nach hause zugehen, um meine Gasteltern zufragen.
|
LEEsJOANNAGIRL 

Status: Offline Registriert seit: 23.03.2008 Beiträge: 17 Nachricht senden | Erstellt am 16.04.2008 - 19:13 |  |
„Du gehst heute Abend aus?“ fragte mich Sarah und begutachtete mein Outfit. „Ja!“ sagte ich, und zog meinen Kajalstrich. „Du siehst gut aus, willst du nicht lieber einen Rock anziehen?!“ Ich schaute an mir hinab. „Nein, lieber nicht. Das ist meine erste Nacht in London. Da bin ich einwenig vorsichtig!“ antwortete ich und schaute mich nun im Spiegel an. Ein Shirt mit einem Playboykopf, knapp über dem Bauchnabel, sodass man mein Piercing sehen konnte, eine Jeanshose in Hüftlänge, einen weißen Gürtel mit großer silberner Schnalle und weiße Lederstiefel. So nun fehlte nur noch meine Kette und fertig war ich für den Abend. „Wohin gehst du denn?“ „Ins The End..“ Sarah fielen bald die Augen heraus. „The End? … Wie geil… Das soll immer voll die Party sein und so einige Stars laufen dort herum!“ Aufgeregt hippelte sie auf meinem Bett herum. „Stars?“ fragte ich ungläubig. „Ja!“ antwortete sie. „Und selbst wenn? Ich geh ja dahin, um Spass zuhaben!“ Nein, natürlich gehe ich wegen Lee dorthin, aber das musste die kleine Sarah ja nicht wissen.
Mich traf fast der Schlag, der Club war riesig, tausende Menschen tanzten und mindestens genau so viele standen an den Bars. Mir wurde einwenig mulmig, ich als kleines deutsches Mädel in einer Großraum Disco in London! Aufgeregt schaute ich hin und her, wie sollte ich ihn denn bloß finden? Ich drehte ein paar Runden und hielt Ausschau, doch ich konnte ihn nirgends entdecken. Hatte er mich versetzt? War ich auch wirklich in der richtigen Disco? So langsam wusste ich gar nicht mehr, welchen Name er mir zugerufen hatte! Ich setzte mich an eine Bar, bestellte mir einen Drink und beschloss erstmal einwenig zu warten. Plötzlich sprach ein der DJ ohne Musik in sein Mikrofon. „Ladys and Gentleman, freuen sie sich mit mir... Endlich ist es soweit… Hier sind sie… Blazin Squad…!“ Die Menge jubelte und drehte sich zur Bühne, die links neben mir war. Ich schaute hinüber und sah einige Jungs auf die Bühne laufen. Langsam nahm ich einen Schluck und war gerade in dem Begriff zuschlucken, als mich der Schlag traf und ich mich fast verschluckte. Auf der Bühne sprang Lee herum! Und schon ertönten die ersten Beats des Songs. Die Menge grölte und klatschte, während ich nur verdattert zuschaute. Jetzt verstand ich auch seine Reaktion heute Mittag im Park. Von dem Song bekam ich nicht viel mit, meine Gedanken machten Sprünge und ich versuchte vergeblich sie zu sortieren. Doch sie wollten nicht auf mich hören und tanzten wie wild in meinem Kopf. Ich schüttelte meinen Kopf und nahm einen kräftigen Schluck aus meinem Glas. So schnell wie sie auf der Bühne waren, so schnell waren sie auch wieder verschwunden. Die Leute gaben einen kräftigen Applaus und riefen „Zugabe!“ Neben mir standen ein paar Mädels, ich hörte Bruchfetzen von ihrer Unterhaltung „Oh, der ist so süß… den würde ich nicht von der Bettkante schubsen…ja, klar… wir müssen irgendwie in den vip bereich… aber wie…. Ein bisschen haut zeigen und dann klappt das schon…“ und dann gingen sie. Sprachlos schaute ich ihnen nach. Die Mädels waren nicht älter als 13 Jahre, oh man… und ich kenne die band noch nicht einmal… Wie peinlich, dachte ich mir. Ich bezahlte meinen Drink und wollte gerade in Richtung Ausgang, als mich jemand an den Arm festhält. „Da bist du ja!“ Ich blickte in das Gesicht von Lee, seine Schweißperlen liefen sanft an seinen Wangen herunter. „Du willst doch nicht schon etwa gehen?“ „Hm, nein natürlich nicht.. Ich.. hm...!“ stammelte ich. „Dann komm mit!“ sagte er, nahm meine Hand und führte mich zum VIP Bereich, dicht gefolgt von einem Bodyguard, der sehr grimmig aussah. „So Jungs, darf ich vorstellen... das ist Jessica… und das sind meine Jungs!“ Alle begrüßten Mich. „Dir brauchen wir wohl nicht sagen wer hier wer ist!“ lachte einer der Jungs. Toll, die denken, ich kenne Sie. Lebe ich denn hinterm Mond?! „Komm setz dich!“ sagte Lee und ließ sich nehmen Mir auf eine Couch fallen. „Willst du etwas trinken?!“ Ich nickte. „Und was?“ fragte Lee mich und winkte einen Kellner zu uns. „Hm…ich… vielleicht… einen Sekt!“ antwortete Ich und der Kellner nickte und verschwand hinter der Bar. „Wie lange bist du denn schon hier?“ Lee schaute mich an und ich schaute in die tanzende menge. „Ich bin schon länger hier…!“ sagte ich und hoffte, das er mich jetzt nicht… „Dann hast du unseren Auftritt gesehen?“ ...und da war die Frage auch schon. „Ja hab ich!“ antwortete ich knapp. „Ihr habt echt voll was drauf!“ fügte ich hinzu, um nicht ganz bescheuert da zu stehen. „Dann findest du es gut, dass wir über Omas singen?“ „Ja klar!“ stieß ich hervor, ohne das ich auch nur eine Silbe des Textes mitbekommen hatte. Lee lachte laut auf. Verwirrt schaute ich ihn an. Er hielt sich seinen Bauch vor Lachen. Was hatte er denn nur? „Du kennst keinen Song von uns, nicht wahr?!“ brachte er nun unter lachen hervor und ich fühlte mich ertappt. Trotz allem versuchte ich die Situation zu retten, indem ich sagte „Klar kenne ich eure Songs, was denkst du denn!“ Wieder lachte er auf und ich wäre am liebsten im Erdboden versunken. „Komm Jessica, heute Mittag im park hattest du schon keine Ahnung und jetzt genau so wenig!“ sagte er, nachdem er sich eingekriegt hatte. „Ja… ok… du hast ja recht… ich habe keine Ahnung!“ Er schaute mich grinsend an, seine Augen waren so schön, ich hätte in ihnen versinken können. Auch er schaute mich einfach nur an, immer mehr versenkten wir in die Augen des anderen, langsam rutschte er näher an mich heran, ich spürte wie mein herz schneller zu pochen begann und ich hoffte sehnlichst, das er mich küssen würde. „Hier ist ihr Sekt, Miss!“ erschrocken schaute ich den Kellner an, nahm das Glas entgegen und sagte „Danke!“ Mist! Das war kein Timing, aus gerechnet jetzt! Ich hätte den Kellner erschlagen können, hätte er nicht eine Minute später kommen können. „Lasst uns anstoßen!“ sagte Lee nun und hielt sein Glas in die Höhe, klirrend schubste ich meines an seins. „Prost!“ grinste ich und nahm ein schluck. „Hey, na was geht?“ Einer Jungs ließ sich auf dem Sessel neben Mir fallen und hielt seine Flasche Bier fest in der Hand. „Alles cool!“ antwortete Lee, beugte sich einwenig vor und flüsterte mir zu „Das ist Jay!“ Ein Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen. „Hey Jay!“ begrüßte ich ihn nun. „Na junge Lady, sie sind also ein Jahr lang Aupair in London!“ Zustimmend nickte ich. „Und wie gefällt es dir hier?“ fragte Jay mich. „Na ja, sehr viel gesehen habe ich ja noch nicht… Aber bisher ist es sehr schön hier!“ antwortete ich und ließ meinen Sekt durch kreisende Bewegungen im Glas tanzen. „Na das kann man ja ändern… Wir können dir London zeigen, oder was meinst du, Lee?“ Jay schaute zu Lee rüber, der eifrig nickte. „Na klar, hast du morgen Zeit?“
„Ja, hab ich!“ beantwortete ich Lees Frage und beide sahen zufrieden aus. „Gut, dann holen wir dich morgen ab!“ sagte Jay und stand wieder auf. „Ich will ja auch nicht weiter stören!“ und ging zu den anderen Jungs, die bequem in ihren Sesseln saßen und ein Bier nach dem anderen tranken.
„Das wird sicher lustig!“ Lee schaute mich wieder so von der Seite an, langsam drehte ich Mich in seine Richtung und schaute ihn direkt an. Er war so süß! Ich war gerade am überlegen, ob ich ihn nicht einfach küssen sollte, doch nein, dafür kenne ich ihn nicht gut genug. Aber anderseits… Ich war gerade in dem Begriff meinen Mut zusammen zunehmen, als einige Mädels an den VIP Bereich kamen und um Autogramme fragten. Lee sprang auf und gab ihnen freundlich Autogramme und ließ auch ein paar Fotos machen. Und dann, ich glaubte meinen Augen kaum, ließ er sich von einem Girl küssen…direkt auf dem Mund! Traurig drehte ich mich weg und starte wie blöd auf die tanzende Menge! Das hat er jetzt nicht wirklich getan? Ich träumte oder nicht… Wenig später setzte er sich wieder zu Mir. „Recht nervig, solche pubertierende Girls!“ Nach diesem Satz wäre ich am liebsten geplatzt. Doch ich versuchte ruhig zu bleiben, denn ich durfte keinen Anspruch erheben, ich kannte ihn ja noch nicht einmal richtig. Gequält lächelte ich. „Ich glaube es wird zeit für mich!“ sagte ich nun und stand auf. „Du willst schon gehen?“
Als wenn dich das stören würde, sagte ich mir in Gedanken. „Na ja… wenn ihr mir morgen die Stadt zeigen wollt, will ich ausgeschlafen sein…!“ lügte ich nun. „Oh… okay… ich bring dich zum Hinterausgang, soll unserer Fahrer dich nach hause fahren?“ fragte er mich und zog mich hinter sich her.
Die Idee war nicht schlecht, dann brauchte ich nicht laufen. „Das wäre natürlich super!“
Er öffnete mir die Wagentüre und ich setzte mich. „Ich bin froh, das ich dich kennen lernen durfte!“ sagte Lee und seine Augen funkelten. „Das sagst du wohl bei jeder!“ murmelte ich, etwas lauter und deutlicher sagte ich dann „Wir sehen uns dann morgen, viel Spaß euch allen noch, bei was auch immer!“ „Schlaf gut Baby, freu mich schon auf morgen!“ sagte er und knallte die Türe zu. „Wo wohnen sie, Miss?“ fragte der Fahrer. Ich sagte ihm die Adresse und er fuhr los.
Ich drückte mich weit in den Sitz hinein, ich war traurig und wütend zugleich. Warum ließ er so einen Kuss zu? Warum hat er es erwidert? Macht er es bei jeder so? Bin ich nur eine von vielen? Aber warum, sollte ich denn in den Club kommen? Warum wusste Jay, dass ich als Aupair in London bin? Lee musste ja etwas über mich den anderen Jungs erzählt haben... Warum hätte er mich fast geküsst?
Tausende fragen kreisten durch meinen Kopf, nur ich fand einfach keine passenden Antworten.
Zuhause angekommen, duschte ich schnell und legte mich ins Bett. Langsam rollten Mir Tränen die Wange hinunter. Warum hat er dass getan?
|