Mediterranea, eine Insel im Mittelmeer.

Eine Insel, ein unabhängiger Kleinstaat - genau im Kreuz der vier größten Mächte dieser Zeit: Rom, Athen, Alexandrien und Karthago - ein Ort der Weisheit und des Wahnsinns, der Korruption und der Freundschaft, der Freiheit und des Kampfes, ein Schmelztiegel der Kulturen und Klassen, wo Senatoren einem illustren Leben frönen, Händler aus aller Welt die exotischsten Dinge darbieten und Sklaven um ihre Freiheit kämpfen. Erlebe das Schicksal: Tauche ein in eine Welt voller Intrigen, Kampf, Spannung, Spaß, Liebe und Hass - werde Teil von Mediterranea!

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Elyssa
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...   Erstellt am 13.02.2006 - 23:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


War zuvor schon ein dunkler Schatten über Elyssas Gesicht gehuscht, so verdunkelte ihre Miene sich nun zusehends. Entschieden schüttelte sie den Kopf und fast schon verwundert blickten ihre Augen in die seinen, so als könne sie nicht fassen, was er sie da gerade fragte.
„Nein.“
Wie immer, wenn sie verlegen war, so fuhr Elyssa sich auch nun mit einer Hand durch das volle dunkle Haar, das sie offen trug, obwohl es sich für eine anständige Frau eigentlich gehörte, ihr Haar hochzustecken.
„Wer garantiert mir, dass mein zweiter Mann nicht so ist, wie der erste? Ich bleibe lieber alleine, das ist besser…“
Ein bitteres Lächeln stahl sich in ihr Gesicht, als sie Leanos’ Blick nun auswich und konzentriert auf ihre Hände starrte. Sie war überzeugt davon, dass wieder zu heiraten bedeuten würde, dass sie ihre teuer bezahlte Freiheit wieder aufgeben und neue Erniedrigungen in Kauf nehmen würde müssen, deshalb hatte sie sich schon bald nach dem Tod ihres Mannes dazu entschlossen, den Rest ihres Lebens als Witwe zuzubringen.
„Warum können eigentlich nicht alle Männer so sein wie du?“




Leanos
unregistriert

...   Erstellt am 13.02.2006 - 23:41Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ihre Reaktion war nicht ungewohnt für ihn und er war heimlich stolz auf sie, dass sie sich nicht beugen ließ, von den widrigen Umständen. Andererseits hätte ein Mann an ihrer Seite für sie alles ein wenig leichter machen können und sie hätte sich mehr auf ihr eigenes Vergnügen konzentrieren können. Mal davon abgesehen wäre sie in Sicherheit gewesen, zumindest vor den Halunken ausserhalb ihres Heimes.
Bei ihren letzten Worten schmunzelte er. "Einen stinkenden, halb verhungerten Taugenichts findest du an jeder Strassenecke. Aber du würdest nie herausfinden, dass er so ist wie ich, weil du dich nichtmal auf ihn einlassen würdest. Elyssa, nicht jeder Mann ist so wie... er. Du kannst nicht für immer alleine bleiben."




Elyssa
unregistriert

...   Erstellt am 13.02.2006 - 23:57Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ein Lächeln umspielte Elyssas Lippen bei Leanos Worten, doch sein letzter Satz brachte sie dazu ihren Kopf wieder zu erheben und Leanos fast schon trotzig in die Augen zu sehen.
„Und wie ich das kann. Ich kann und ich werde alleine bleiben bis zu dem Tag, an dem ich meine Augen für immer schließe.“
Gleich nachdem sie dies gesagt hatte, entspannten sich ihre Züge jedoch wieder. Leanos war der einzige Mensch, der so mit ihr sprechen durfte, er war der einzige Mensch, den sie so nahe an sich heran ließ und dem sie zuhörte, wenn er etwas zu sagen hatte. Auch jetzt noch, obwohl sie dies kaum für möglich gehalten hätte.
„Ich weiß doch, dass nicht alle Männer so sind wie er.“ All der Hass, zu dem sie fähig war, lag in diesem einen winzigen Wort und für einen kurzen Moment schloss sie die Augen und atmete ein paar Mal tief durch, um den Gedanken an ihren Mann zu verjagen. „Trotzdem werde ich mir das kein zweites Mal antun…“




Leanos
unregistriert

...   Erstellt am 14.02.2006 - 00:12Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Er hob entwaffnend die Hände und sah sie beschwichtigend an. Er spührte, dass es besser war, das Thema fallen zu lassen. Er kannte sie gut genug um zu wissen, das es sowieso keinen Sinn hatte, Elyssa hatte in diesem Punkt ihre Meinung und sie davon abzubringen war schier unmöglich. Wie auch, sie hatte schließlich lange unter ihrem Mann gelitten und dass sie Angst hatte, war mehr als verständlich. Er beschloss, das Gespräch auf unverfänglichere Themen zu lenken. "Erzähl mir, wen du für deinen Handel gewinnen konntest. Hast du vergrößert? Machst du Gewinn?"




Elyssa
unregistriert

...   Erstellt am 14.02.2006 - 00:32Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Leanos’ entwaffnende Geste zauberte ein belustigtes Lächeln in Elyssas Gesicht und verjagte die Schatten aus ihrer Miene, obgleich sie weiterhin in ihrem Geist lauerten und auf einen günstigen Zeitpunkt warteten, um erneut hervorzueilen.
„Vergrößert habe ich nicht, nein. Aber ich mache langsam Gewinn, wie gesagt es geht bergauf.“
Elyssa legte ihre Hände um ihren Becher ohne ihn jedoch anzuheben und zu trinken.
„Aber bitte lass’ uns nicht über das Geschäft reden, es erscheint mir so… unwichtig. Hast du denn eigentlich irgendwelche Pläne für deine Zukunft?“
Kurz schweifte ihr Blick über Leanos, noch einmal registrierte sie seine abgetragene Kleidung, aber auch, dass sein Körper sich durch die jahrelange harte Arbeit verändert hatte und nicht länger der des ruhigen Gelehrten war, den sie gekannt hatte. Erneut regte sich das schlechte Gewissen in Elyssa, als sie einsah, vor was für Probleme sie Leanos damals gestellt hatte. In bester Absicht zwar, aber doch.




Leanos
unregistriert

...   Erstellt am 14.02.2006 - 00:37Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


In Gedanken war er schon lange dazu übergegangen, auszurechnen, wie Elyssa ihren Gewinn noch steigern konnte und mit welchen Händler es sich lohnte, sich gut zu stellen. Ihre Frage traf ihn völlig unvorbereitet und er sah sie einen Moment lang einfach nur stumm an. Dann verbarg er sein Gesicht in seinem Becher. "Irgendwie überleben, denke ich.", murmelte er in das Gefäß hinein. Er dachte nicht oft darüber nach, was die Zukunft wohl für ihn bereithielt.




Elyssa
unregistriert

...   Erstellt am 14.02.2006 - 00:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Leise seufzte Elyssa auf. Leanos’ Reaktion auf diese Frage war ja noch bedrückender als ihre eigene… Sie widerstand dem Drang, ihn in ihre Arme zu schließen, der plötzlich vehement über sie gekommen war, und sah ihn stattdessen eine Weile schweigend an. Sie musterte die vertrauten Züge, die ihr lange Zeit die teuersten in ihrem Leben gewesen waren, entdeckte aber auch neues, unbekanntes in Leanos’ Ausdruck.
Plötzlich schoss ihr eine Idee, von der sie selbst nicht zu sagen vermochte, ob sie wunderbar oder grottenschlecht war, durch ihren Kopf.
„Du… Möchtest du vielleicht… zu mir zurückkommen? Ich könnte fähige Hilfe wirklich gebrauchen… Und ich werde dich natürlich gut bezahlen…“
Fragend und ein wenig unsicher ruhte ihr Blick auf ihm, erwartete gespannt seine Reaktion.




Leanos
unregistriert

...   Erstellt am 14.02.2006 - 01:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Er hatte sich vor dieser Frage gefürchtet. Seit er sie erblickt hatte, hatte er gewusst, dass sie ihn fragen würde. Wie sehr er es sich gewünscht hatte... Wie sehr er sich gewünscht hatte, sie würde ihn bitten, zurück zu kehren. Und jetzt... konnte er es nicht. Sie hatte ihn verletzt, hatte ihn fort geschickt. Und nun konnte er nicht einfach zurückkehren, egal, wie sehr er es sich wünschte. Sein Stolz verbot es ihm.
Er schüttelte langsam den Kopf. "Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee wäre." Er sah sie an, lächelte melancholisch.




Elyssa
unregistriert

...   Erstellt am 14.02.2006 - 10:08Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


War Elyssa sich noch so sehr bewusst, dass sie nicht erwarten konnte, dass Leanos zu ihr zurückkehrte, sobald sie einmal mit den Fingern schnippste, so hatte sie doch auf eine andere Antwort gehofft. Seine Worte trafen sie nun härter, als sie es selbst erwartet hätte und sofort senkte sie den Blick, sah unter den langen dunklen Wimpern in ihren Becher, der noch immer fast voll war mit der blutroten Flüssigkeit.
„Warum?“ fragte sie tonlos und ärgerte sich im nächsten Moment selbst darüber. Es war Leanos’ Entscheidung, seine freie Wahl, die er vor ihr nicht rechtfertigen musste. Sie sollte dafür Verständnis entgegen bringen, dass er sein Leben, wie es jetzt war, nicht aufgeben und sich erneut in ein Abhängigkeitsverhältnis zu ihr begeben wollte und nicht aus purem Egoismus oder vielleicht auch aus einer leisen Angst vor dem allein sein heraus darauf bestehen, dass er zu ihr zurückkehrte. Eine leichte Schamesröte färbte ihre Wangen und Elyssa schalt sich selbst eine selbstsüchtige Närrin und rief sich dazu auf, sich diese Absage nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen, doch auch dies änderte nichts daran, dass es ihr wehtat.




Leanos
unregistriert

...   Erstellt am 14.02.2006 - 19:42Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Er hatte nicht erwartet, dass sie ihn fragen würde, warum. Eine Weile sah er sie schweigend an. Der Geräuschpegel um sie herum war merklich angestiegen. Zwei Seemänner am Nachbartisch stritten um irgendetwas, warscheinlich die Zeche, und Leanos musste unwillkürlich die Stimme etwas heben. Was sollte er sagen, ohne sie noch mehr zu verletzten, als sowieso schon? "Weißt du, Elyssa, ich... Es ist nicht so... Ich bin dir sehr dankbar für dein Angebot. Wirklich. Mein Leben hat sich sehr verändert, seit... du mich fortgeschickt hast. Aber auch ich habe mich verändert, verstehst du. Ich bin nicht mehr der, den du von früher kennst. Warscheinlich wärst du enttäuscht. Ich habe mein Leben selbst in der Hand, und das ist ein höchst ungewöhnliches Gefühl für mich.Ich muss erst lernen damit zumzugehen." Er trank einen Schluck, sah sie über den Rand seines Bechers hinweg an. "Elyssa, ich kann nicht zurück kommen. Niemals habe ich..."
Im nächsten Moment wurde er gewaltsam unterbrochen, als einer der Seemänner vom Nachbartisch mit dem Rücken auf seinem Becher landete und beinahe mit dem Tisch umkippte. Augenblicklich war dessen Kontrahent über ihm und packte ihm am Kragen. Leanos allerdings war schon längst aufgesprungen und hatte Elyssa von ihrem Stuhl und ausser Reichweite der Fäuste der Männer gezogen. Er legte schützend die Arme um sie und sah sich mit zusammengekniffenen Augen im Schankraum um. Die Stimmung war kurz vorm Überkochen und er wusste, dass dieser Streit in eine handfeste Kneipenschlägerei auswachsen würde. Er fasste Elyssa fest an den Ellbogen und manövrierte sie durch die brodelnde Menge, wich einem Ellbogen aus, der direkt auf seine Nase gerichtet war, zog die junge Frau aus der Kneipe und hielt erst in einer Nebengasse, in der es ruhig und dunkel war, an.
Er atmete schwer und sein Gesicht wirkte hart und verschlossen. Es war ein Fehler gewesen, sie dort hin mitzunehmen und er hatte sie in Gefahr gebracht. So sah es aus, sein neues Leben.
"Ich bringe dich nach Hause."




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