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VonHerder ...
Dr. John Hamish Watson
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...   Erstellt am 29.11.2017 - 10:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Nach der eher ernüchternden Erfahrung mit dem Titania-Block konnte ich mir trotzdem nicht vorstellen, daß man aus Wells' Stoffen nicht mehr machen konnte und sah mich mal bei der Konkurrenz um. Den "Krieg der Welten" von Lübbe Audio/Tonpool ließ ich aus Preisgründen zunächst mal außen vor, aber der Name Oliver Döring bei Folgenreich ließ mich doch mal aufhorchen. Der Hörspiel-Spielberg, der aus den ersten 70 Folgen von "Geisterjäger John Sinclair" ein wahres Hörerlebnis gemacht hatte, schien durchaus der richtige Mann zu sein.

3 Hörspiele wurden bisher produziert, "Die Zeitmaschine", "Das Imperium der Ameisen" und "Krieg der Welten", letzteres ist allerdings noch nicht im Handel.

Zum Auftakt also "Die Zeitmaschine", im Gegensatz zu Titania hier als Zweiteiler mit einer Laufzeit von knapp 2 Stunden vertont. Dennoch spielt sich diese Version durchaus flotter und weniger statisch, was einerseits der hervorragenden Bearbeitung und andererseits den tollen Sprechern zu verdanken ist.

Döring verlegte das Stück (schätzungsweise) in die späten 1970er Jahre, änderte die Namen und machte aus rein freundschaftlichen Zusammenkünften eine Prüfkommission wegen Budgetüberschreitung an der Uni, ansonsten blieb er allerdings nah am Buch.

Zur Sound- und Musikuntermalung muß man im Grunde nichts sagen, immerhin ist Döring einer der Gründungsväter der "Blockbuster für die Ohren".

Doch was wäre das größte Soundtheater ohne die richtigen Sprecher? Titania macht schon länger den Fehler, einen Riesenhaufen Jungsprecher einzusetzen, die zwar durchaus talentiert sind, aber absolut keine markanten Stimmen haben und damit beliebig austauschbar wirken. Döring schöpft dagegen, wie schon bei "John Sinclair", aus den Vollen. Die Hauptrolle des John ("Jack") Milton ("Paradise Lost" läßt grüßen) spricht Hans-Georg Panczak (ganz genau, der Cushing-Sprecher bei Pidax), und das macht er ganz hervorragend. Seine sympathische Stimme führt angenehm durch die Geschichte, und das Sounddesign vermeidet gekonnt das "Inszenierte Lesung"-Feeling von Titania. In weiteren Rollen hört man Bernd Rumpf, Udo Schenk, Reinhard Kuhnert, Susanna Bonasewicz und andere alte Bekannte aus dem Hörspiel-Bereich.

Fazit: SO muß man das machen! Ich hoffe, daß noch viele weitere Vertonungen folgen werden.





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...   Erstellt am 29.11.2017 - 18:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Und direkt noch Folge 2 angehört...

"Das Imperium der Ameisen" hat zwar einen bekannten Titel, eignet sich aber eigentlich kaum für eine werkgetreue Umsetzung. Ein Ingenieur reist in den brasilianischen Urwald, findet ein verwüstetes Camp nebst einiger von den Ameisen verursachter Leichen sowie ein ebenso hinterlassenes Boot vor. Dies veranlaßt ihn zu einer beunruhigenden Hochrechnung und der Frage, wie lange der Mensch noch VOR den Ameisen in der Nahrungskette stehen wird...

Döring zieht das Ganze als Öko-Thriller auf und macht aus den Ingenieuren Forscher der Pharma-Industrie, um einen inhaltlichen Rahmen zu schaffen. Die Abläufe der Kurzgeschichte finden sich trotzdem komplett im Hörspiel wieder, allerdings wird der Schauplatz (warum auch immer) nach Peru verlagert. Punkten tut die Story durch viel Atmosphäre, und sogar Wells' düstere Zukunftsvision wird eingebaut. Erneut wurde die Geschichte auch wieder in die relative Gegenwart verlegt (ohne eine konkrete Zeitangabe zu nennen, aber die vorhandenen Telekommunikationsmöglichkeiten legen es nah). Allenfalls etwas störend fallen 2-3 saloppere Ausdrücke auf, dies war allerdings auch schon bei der "Zeitmaschine" der Fall.

Zu Inszenierung und Sprechern muß man nichts sagen, vielleicht ist die Besetzung nicht ganz so namhaft wie bei der "Zeitmaschine", aber durchaus hochkarätig (etwa Boris Tessmann und Douglas Welbat). Die Effekt- und Musikarbeit untermalt jede Szene äußerst gelungen.

Fazit: Gelungen! Modernisierung und Werktreue unter einen Hut zu bringen, das will erst mal geschafft sein. Man darf gespannt sein, was Titania im Frühjahr abliefert...





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Dekkard ...
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...   Erstellt am 30.11.2017 - 07:13Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Du setzt Titania ordentlich unter Druck




VonHerder ...
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...   Erstellt am 02.12.2017 - 14:47Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Dekkard schrieb

    Du setzt Titania ordentlich unter Druck


Nicht ich, sondern der Herr Döring!





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...   Erstellt am 08.06.2018 - 20:34Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Endlich ist zumindest der erste Teil von "Krieg der Welten" erschienen. Teil 2 und 3 sollen im Juli und August folgen.

Die Erwartungshaltung war nach den ersten beiden Outputs natürlich sehr hoch, und sie wurde erneut mehr als zufriedengestellt.

Das Dialogbuch stammt diesmal nicht von Oliver Döring, sondern von Christian Gailus, doch der einzige wesentliche Unterschied ist, daß die Geschichte diesmal im viktorianischen Zeitalter blieb und nicht in die Neuzeit verfrachtet wurde. Außerdem läßt man den Erzähler am Anfang einen etwas ausführlicheren Monolog zur Wissenschaftshörigkeit sprechen, der auch Bezug auf die Pariser Weltausstellung u. ä. nimmt. Ansonsten bleibt man inhaltlich nah am Buch, nur im Gegensatz zu Titania ist man hier bei den Angriffen der Marsianer hautnah dabei, hier wird nicht darüber salbadert, was die Viecher im drei Meilen entfernten Nachbarort gemacht haben, sondern man ist mittendrin!

Stichwort Musik und Effekte - Döring fährt wieder alle Geschütze auf, die Musik- und Soundarchiv hergeben, ohne dabei jedoch den Fehler zu machen, das Hörspiel in seiner Soundkulisse absaufen zu lassen. Atmosphärisch dicht, so muß das sein.

Die Sprecher - wie gehabt keine No-Names wie bei Titania, sondern Meister aus der A-Liga. Die Hauptrolle des Simon (bei Wells blieb er namenlos) hat Dietmar Wunder inne, der auch ca. 80% des Textes bestreitet. Dies geschieht jedoch nicht in endlosen Erzählmonologen, sondern meist in Dialogform, so geht das, Titania! Und Simon ist alles andere als ein John Sinclair oder James Bond, was Wunder die Chance gibt, mal andere Töne als die obercoolen anzuschlagen, starke Leistung!
Die zweite Hauptrolle (leider nur in dieser Folge, da er das erste Opfer der Marsianer wird) des Professor Ogilvy spricht Peter Groeger, motiviert wie man ihn bis zuletzt kannte. Der leicht schusselige Professor gibt objektiv nicht viel her, aber Groeger holt das Optimum heraus und erinnert erneut an die schmerzliche Lücke, die er in der Hörspielwelt (und nicht nur dort) hinterlassen hat. Kein Vergleich zu Georg Tryphons unterirdischer "Leistung" bei Titania. Auch den Machern war er immerhin einen "In Memoriam"-Verweis im Booklet wert.
In weiteren Rollen (oft nur wenige Sätze) sind dann noch bspw. Reinhard Kuhnert (als Soldat), Oliver Stritzel, Hans Bayer, Detlef Bierstedt (andere Rolle als bei Titania!), Frank Röth, Susanna Bonaséwicz und Udo Schenk zu hören. Den Cliffhanger ("Ende des ersten Teils!") macht mal wieder Joachim Kerzel.

Fazit: Vielversprechender und werkgetreuer Auftakt, der Appetit auf den Rest macht!





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...   Erstellt am 11.07.2018 - 17:32Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Teil 2 von "Krieg der Welten" ist raus und hält das Level erneut.

Überraschend ist der Auftakt, denn wir begleiten nun nicht mehr Simon Schuster (den Erzähler des ersten Teils, der hier nur in einer Rückblende auftritt), sondern dessen jüngeren Bruder, der mit ihm die Weltausstellung besucht hatte. Der Perspektivwechsel vom Lande in die Großstadt erlaubt es den Machern, die langsame Ausbreitung der Invasoren (zunächst Gerüchte, dann als Enten abgetane Berichte, schließlich die Gewißheit, daß da etwas nicht stimmt, bis zur Massenpanik) in Szene zu setzen. Roter Faden bleibt dabei immer Stuart Schuster, der beschließt, zu seinem Bruder zu fahren, um ihm beizustehen, was sich zu der reinsten Odyssee entwickelt.
Inhaltlich tut sich ansonsten zugegebenermaßen eher wenig, der Mittelteil der Trilogie lebt eindeutig von seiner bedrückenden Atmosphäre und dem langsam über die Londoner hereinbrechenden Grauen.

Musik & Effekte sind - wie immer im Hause Döring - über jeden Zweifel erhaben.

Bis auf Dietmar Wunders kurze Rückblende und seinen von Nico Sablik (Harry Potter!) gesprochenen Bruder gibt es hier komplett neue Charaktere gegenüber der ersten Folge, aber man braucht sich keine Sorgen zu machen, wir sind hier nicht bei Titania. Bis ins kleinste werden wieder die großen Sprecher aufgefahren, angefangen bei Frank Glaubrecht als grantelnden Medizinprofessor über Marianne Groß als neugierige Nachbarin bis zu Bernd Rumpf als Fahrkartenverkäufer. In weiteren Rollen tummeln sich Douglas Welbat, Jan Spitzer, Erich Räuker, Bernd Vollbrecht, Oliver Kalkofe, Thomas Nero Wolff, Gerrit Schmidt-Foß, Hans-Georg Panczak, und und und. Und da die Regie ebenfalls stimmt, gibt es da gar keinen Anlaß zur Sorge.

Fazit: Atmosphärischer Mittelteil, der die Vorfreude auf's Finale noch mal steigert!





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...   Erstellt am 09.09.2018 - 12:29Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Düster, düster, trotz "Happy End" präsentiert sich auch der dritte und letzte Teil von "Krieg der Welten".

Nach den wechselnden Kriegsschauplätzen des Mittelteils begleitet der Hörer nun wieder Simon Schuster, der Höhepunkt und Ende der Invasion erlebt. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Episode mit dem Priester und der Abwehr diverser Angriffe der Marsianer, doch Gailus und Döring schaffen es auch, den Dialogen deutlich mehr Tiefe zu verleihen als Wells selbst. So wird die bloße Metapher zum britischen Kolonialwesen teilweise zur philosophischen Betrachtung über die Welt an sich - und wirkt dadurch umso zeitloser. Doch im Gegensatz zu Titania werden auch die Angriffe der Marsianer nicht außen vor gelassen, ebenso wie das Ende des Priesters hier deutlich näher an der Vorlage ist. Das Ende folgt dann wieder Wells, bricht also genau so schnell herein wie im Buch, und die Pointe sollte bekannt sein. Die Überlebenden jedoch (zumindest Schuster und der Soldat) bleiben von den Ereignissen gezeichnet.

Sprechertechnisch liegt der Hauptaaugenmerk wieder bei Dietmar Wunder als Erzähler, Peter Flechtner als Priester sowie Jaron Löwenberg als desillusionierter Soldat, was die ganze Angelegenheit eher kammerspielartig wirken läßt, was aufgrund der hervorragenden Sprecherleistungen aber nicht ins Gewicht fällt.

Sounddesign und Musikuntermalung fallen wie immer bombastisch aus, wenn auch - aufgrund der teilweise abgeschiedenen Schauplätze - etwas weniger blockbustermäßig.

Fazit: Würdiger Abschluß einer hervorragenden Vertonung von Wells' berühmtestem Buch. Einziger Kritikpunkt ist die Veröffentlichung, alle drei Teile zusammen hätten vermutlich ein noch intensiveres Hörerlebnis ermöglicht.





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...   Erstellt am 06.04.2019 - 22:09Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Anscheinend hat man bei IMAGA umstrukturiert. Die eigenständige Wells-Reihe wurde offenbar eingestellt, allerdings wird mit "Oliver Döring's phantastische Geschichten" direkt eine neue gestartet, als deren zweite Folge "Der Unsichtbare" angekündigt ist. Mal schauen, was daraus wird...





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...   Erstellt am 01.10.2019 - 11:48Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Markus jagt den Unsichtbaren:

http://www.hoerspielsachen.de/phantasti … mRl098Imx0




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...   Erstellt am 01.10.2019 - 16:36Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich habe ihn auch schon gehört, und so übel war er nicht. Sehr auf Action getrimmt, und mit vielen Szenen aus der Sicht des zum Psychopathen gewordenen Griffin. Trotzdem ist die Story immer noch wiederzuerkennen, nur eben in Dörings moderner Lesart.

Mit der "Zeitmaschine" kann das Hörspiel zwar nicht ganz mithalten, aber gegenüber der Schnarchnummer von Titania eindeutig vorzuziehen.





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