Fingorn  Süßwassermatrose
 

Status: Offline Registriert seit: 06.06.2006 Beiträge: 97 Nachricht senden | Erstellt am 01.12.2006 - 22:02 |  |
Ich poste hier mal die Geschichte eines Gurps Charakters in einer Endzeitwelt an der ich zurzeit mit ein paar Freunden arbeite. Hoffe gefällt euch.
Hank Manner
Die Abendsonne senkte sich schnell auf die Steinwüste herab die einmal Der Süden von El Paso gewesen war. Inzwischen ein großes Feld von Schutt und vereinzelten Häuserruinen und irgendwo an der Trademark 25 eine kleine Bar in der er den letzen eiskalten Drink des Tages genoss. Hank ging zur der alten rostigen Jukebox im hinteren Teil der Bar, warf einige Münzen ein und wählte ein Lied aus. Mit Zufriedenheit hörte er wie „Baby I´m gonna leave you“ von Led Zeppelin aus den alten Röhrenboxen drang. Er ließ sich wieder an der Bar nieder und ließ sich vom Barkeeper ein weiteres Bier einschenken. Dies waren die Momente in denen er über sein Leben nachdachte und wie es bisher verlaufen war. Schon als kleines Kind hatte er es gehasst mit den Füßen fest auf dem Boden zu stehen. Wenn er in der Luft war fühlte er sich frei. Alles unter ihm war so gleichgültig wie es nur sein konnte. Er hatte es als kleiner Junge geliebt mit seinem Vater in der alten Cessna Baltimore von oben zu betrachten. Alles hatte so klein ausgesehen, wie einziger großer Ameisenhügel. Heute war von diesem Ameisenhügel nicht mehr viel übrig. Alles bis zur Unkenntlichkeit zerstört und verstrahlt. Er war sich nicht einmal mehr sicher ob er es heut noch wieder erkennen würde, wenn er darüber flöge. Das Fliegen lag ihm im Blut. Jeder in seiner Familie war Pilot. Sein Großvater hatte in Vietnam als Helikopter Pilot gedient. Manchmal wünschte er sich er könnte ein einziges Mal mit ihm reden. Doch es war ihm nicht vergönnt gewesen. Er starb noch vor seiner Geburt. Seine Stimme hatte er nie gehört. Hank holte ein altes vergilbtes Foto aus seiner Gesäßtasche. Es zeigte seinen Großvater als jungen Mann kurz nach Vietnam, wie er seinen Vater auf den Schulten hatte und vor einer Bell UH-1 stand. Er konnte von Glück reden, dass er 12 o`clock nicht mehr miterlebt hatte. Sein Vater hatte immer gesagt er hätte es nicht verdient in einem Krankenhaus zu sterben. Er wäre viel lieber im seiner alten Bell gestorben als eines Nachts alt und schwach in einem Krankenhaus Bett einen Herzanfall zu erleiden. Doch im Nachhinein könnte er glücklich sein. Diese Hölle zu erleben hatte keiner auf diesem Planeten verdient, egal was er in seinem Leben getan hatte. Als Hank 20 gewesen war und noch mitten in seiner Ausbildung zum Jagdpiloten steckte hatten sie seinen Vater in den Kriegseinsatz gerufen. Hank hatte sich gesorgt um seine Mutter um seine Mutter und seine kleinere Schwester sie beide allein zuhause zu wissen. Und 2 Jahre später war auch er dran gewesen. Als Pilot einer B-2 hatte er die Aufgabe wichtige strategische Gebiete des Feindes unter nuklearen Beschuss zu setzen. Er dachte lieber nicht daran wie viele Arme Schweinehunde dabei jedes Mal draufgingen. In seinen Augen war dieser Krieg so sinnlos wie ein Krieg nur sein konnte. Hank blickte in das halbvolle Bierglas in seiner Hand. Er konnte die Gesichter seiner Mutter und seiner Schwester einfach nicht verdrängen, die ihn aus diesem halbvollen Bierglas anzustarren schienen. Alles würde er dafür geben sie noch einmal in die Arme nehmen zu können. Doch es war ihm nicht vergönnt gewesen. Er würde den Tag nie vergessen an dem er die Nachricht bekam, Baltimore sei von einem Atomschlag ausgelöscht worden. Er spürte die innere Kälte noch heute. Die plötzliche Gefühl des Verlustes, dass ihn fallen ließ als wäre er mit einem Schleudersitz aus einer B-2 gejagt worden. Der plötzliche Schmerz des fast sicheren Verlustes welcher nicht abzuschütteln war. Sein Vater hatte die nächsten zwei Tage Heimurlaub gehabt und war nach Baltimore zurückgekehrt. Er brauchte Gewissheit. Er war damals nur noch von dem Gedanken besessen gewesen nach Baltimore zu fliegen und sich Gewissheit zu verschaffen. Ständig dieses quälende warum. Warum musste seine Familie sterben? Für Vergeltung? Damit der Präsident in der Welt sein Gesicht wahren konnte? Oder wegen Rohstoffen? Ganz egal, er wollte es nicht verstehen. Für ihn war dies alles so sinnlos. Der Tod seiner Familie genauso wie dieser ganze Krieg. All das Morden. Die Morde die er beging hinter dem Steuer seiner B-2, jeden Tag. Das alles war so sinnlos. Er wollte es nicht mehr. So fasste er sich ein Herz. Er schlich sich in einen alten Hangar, stahl eine B-1 und flog gen Osten Richtung Baltimore. Er wollte die Verwüstung mit eigenen Augen sehen. In seinem Herz konnte er es immer noch nicht wirklich fassen, was geschehen war. Sie waren einfach nicht mehr da. Ausgelöscht wie die Ladung eines Westeuropäischen Frachters. Als er Baltimore sah riss die Wunde in seinem Herzen wieder auf. Voller entsetzen sah er die Ruinen. Es war alles viel zu unwirklich um es wirklich zu begreifen. Dort unten hatte er sein ganzes Leben verbracht. Nun war es ein verstrahlter Trümmerhaufen unter dem noch dazu seine Familie begraben war. Hank schob sein leeres Glas in Richtung des Barkeepers, der ihm wortlos ein neues einschenkte. Er nahm einen tiefen Schluck. Es war nicht befriedigend. Nichts in den Jahren darauf hatte seinen Schmerz zu lindern vermocht. Mit leerem Tank war fand er eine verlassen Air Base in Mittelamerika auf der er mit Müh und Not notlanden konnte. Doch erst als ihn Hitze und Durst fast wahnsinnig gemacht hatten wurde er von einem Tramp überlebender Flüchtlinge aus dem Norden aufgelesen auf aufgepäppelt. Sie erzählten ihm, dass der Krieg vorüber sei. Beide Parteien seien angesichts der Verwüstung ihrer Staaten übereingekommen, dass es sinnlos sei weiter zu machen. In Hanks Augen wäre es auf dasselbe hinausgekommen. Ob man nun aus einem verstrahlten Trümmerhaufen einen noch größeren verstrahlten Trümmerhaufen machte war eigentlich egal. Nordamerika war inzwischen eine Quarantänezone. Wer noch laufen konnte und wen die Bombenangriffe und die Strahlung noch nicht vollends dahingerafft hatte, hatte seine Beine in die Hand genommen und war in den Süden geflohen, denn im Norden wäre inzwischen jeder Geiger-Zähler vor lauter Geknatter wohl in die Luft geflogen. Die folgenden Jahre verschwammen in einem Meer aus Einsamkeit, Rastlosigkeit und Alkohol. Hank hatte billig eine alte B-1 erworben, die nun praktisch sein Zuhause auf Flügeln war. Doch ein wirkliches Zuhause hatte er nicht mehr. Seine Heimat waren nun die Wolken und der Recaro Sitz seiner B-1. Er hatte sich irgendwie durchgeschlagen, wie er es geschafft konnte er selbst nicht einmal so genau sagen, doch die gefallen die er seinen Kunden tat ließ er sich gut bezahlen. Er flog von Land zu Land, von Bar zu Bar und von einem Bett ins nächste nur um immer wieder festzustellen, dass der Schmerz um den Verlust seiner Familie ihn für immer brandmarken würde. Er trank das Bierglas in seiner Hand aus und legte dem Barkeeper einen Schein auf die Theke. Im Hintergrund war noch immer Jimmy Page´s Gitarrenspiel und Robert Plants markante Stimme aus der Jukebox zu hören. Er trat durch die Tür auf den mit rotem Sand bedeckten Vorhof der Bar und ging in Richtung des Hangars. Inzwischen hatten wohl jeder Scheiß auf dieser verseuchten Erde eine Landebahn, da es der einzige noch halbwegs sichere Weg der Fortbewegung war, Zumindest je nachdem wie man Sicherheit definierte. Die Sonne stand sehr flach und glühte wie ein roter Feuerball am Horizont. Mehr als oft genug hatte Hank diesen roten Feuerball am Horizont gesehen. Eine Pilzförmige sich aufbäumende Wolke, die Tod und Zerstörung verhieß für jene die ihr begegneten. Er betrat den Innenraum der B-1 und ließ sich auf den Pilotensitz nieder. Er schaltete den CD-Spieler ein, während er die Triebwerke anwarf und diese sich mit einem lauten Brüllen anfingen vorzuwärmen. Er schloss die Augen während er der Musik von Led Zeppelin lauschte. Sie war das einzige was ihm in all den Jahren Trost gespendet hatte. Sie war so etwas wie ein Erbstück seiner Familie. Sie war wie ein Fotoalbum aus seiner Kindheit. Schon sein Großvater hatte sie während des Vietnamkrieges gehört und die Vorliebe für diese Musik war wie ein Erbstück das ihm, genau wie das Fliegen, im Blut lag. Donnernd steuerte er die B-1 auf das Rollfeld vor der Bar, das im Grunde nicht mehr war als eine sandige Piste die Flach geschaufelt worden war. Er schaltete die Tönung für die Frontscheibe ein, da er nun genau in die untergehende Sonne blickte, welche auch sofort die Scheibe verdunkelte. Langsam schob er den Geschwindigkeitsregler Richtung Bug und unter dem Donnern der Vier Triebwerke setzte die B-1 sich in Bewegung. Hank spürte wie er in den Sitz gedrückt wurde und dabei scheinbar alle Sorgen und allen Schmerz hinter sich ließ, als wäre die B-1 einfach schneller als alle seine Gefühle. Er zog den Steuerknüppel zu sich heran und spürte wie sein Magen Richtung Hüfte gepresst wurde es war ein angenehmes Gefühl. Langsam erhob sich die B-1 in Richtung des rot glühenden Feuerballs. Leise verklangen die letzen Töne von „Baby I´m gonna leave you“ und die B-1 war am dunkler werdenden Abendhimmel verschwunden.
Kritiken, Vorschläge, Wünsche, Heiratsanträge: Ich bitte darum.
Signatur Das hab ich aber gefickt eingeschädelt!
Phex gibt was du dir nimmst und nimmt was du dir
nehmen lässt! |
Raven  Matrose
     

Status: Offline Registriert seit: 05.06.2006 Beiträge: 628 Nachricht senden | Erstellt am 03.12.2006 - 12:15 |  |
hier kommt die Kurzgeschichte zu meinem GURPS-Charakter. Viel Spaß beim Lesen.
Sergeant Major Carl Johnson
Es war ein heißer Tag. Genau sein Ding. Zufrieden stieg er aus einem US-Transportflugzeug und zündete sich eine Zigarre an, die er in den Mundwinkel steckte, während er grinste. Er sah sich um. Dies war also El Paso, oder eher das, was davon übrig war... Von der AirForce-Base war nicht mehr übrig, als ein Hangar und eine Landebahn. Fort Bliss existierte so nicht mehr. Carl Johnson packte seine Sachen und ging zu dem Hangar. Dort wartete bereits ein Hummer auf ihn. Der Soldat fragte: „ Sergeant Major Carl Johnson aus Nevada?“ „ Ja, der bin ich, Soldat.“ Carl betrachtete den Soldaten. Er sah sehr fertig aus. War wohl noch nicht lange dabei. „ Pack meine Sachen in den Wagen, aber pass mir ja auf das C4, die Granaten mit dem Granatwerfer und auf den Flammenwerfer auf.“ Der Soldat stutzte kurz und nahm zögerlich die Waffen in Empfang. Carl stieg ein. Kurz darauf stieg auch der Soldat ein und startete den Hummer. „Seid ihr aus einer Spezialeinheit, Sir?“ „Ja, ich bin für Sabotageaufträge zuständig gewesen. Daher kommen auch die ungewöhnlichen Waffen. Ich war in Kalifornien und zuletzt in Nevada stationiert.“ „Wo denn da genau? Ich kenne keine Base in Nevada.“ „Brauchst du auch nicht... Du bist noch nicht lange dabei, oder?“ „Nein, ich bin nur in der Reserve...“ Danach schwiegen sie. Der Hummer fuhr nun durch die Trümmer in Richtung Mexiko. Die Wolkenkratzer in Downtown waren nur noch Trümmer und erinnerten an 9/11. Von dem rest war gar nichts mehr zu sehen. Dann passierten sie den Rio Grande und waren nun in Mexiko. Eine Meilen nach der Grenze gab es eine Base von den US-Marines. Sein bishehriges Leben zog an Carl vorbei. In Las Vegas geboren und aufgewachsen, liebte er schon damals die heiße Luft. Sein Großvater und sein Vater waren auch bei den Marines gewesen. Sein Großvater war in beiden Golfkriegen im Einsatz. Carl erinnerte sich noch genau daran, wie sein Großvater ihm vom Irak erzählte. Sein Vater ist bei der Bekämpfung von Terroristen ums leben gekommen. Ausgebildet wude er in camp Pendleton, Kalifornien. Schon als Kind war er pyromanisch veranlagt und liebte das Feuer und die Hitze. So meldete er sich bei der Spezialeinheit für Sprengkommandos. Dann begann der Krieg mir Russland. Carl bastelte die verschiedensten Bomben für die B-1 Bomber. So machte er sich einen Namen in der Army. E war auch für seinen Mut bekannt. Im Pazifik sprengte er einen großen russischen Kreuzer mit nur 4 C4-Sprengladungen. Dann wurde er versetzt. Er wusste nicht wohin, aber es wurde ihm bald klar. Area 51. In dieser Geheimbase mitten in Nevada wurde er Kommandeur der Security Guard und kannte somit die gesamte Anlage. Dort blieb er 2 Jahre stationiert. Dann entdeckten die Russen die Basis via Satellit. Vom Obersten General bekam er den Befehl, alle Wissenschaftler zu töten, damit sie den Russen nicht in die Hände fallen. Carl führte den Befehl nur widerwillig aus. Danach sollte er die Basis in die Luft sprengen, damit die Russen nichts mehr finden würden. Dies tat er mit größter Sorgfalt und dann nahm er die letzte Transport- und Evakuierungsmaschine nach El Paso, um von dort aus nach Mexiko zu gelangen. Seine Familie gab es nicht mehr... Sie kam wahrscheinlich bei einer Atombombenexplosion um, aber genaues wusste er nicht. Mal sehen, was die Zukunft bringt... Es kann alles passieren, bis auf eins... langweilig wird es nicht werden...! So fuhren sie dem Sonnenuntergang zur Base entgegen, während er sich zufrieden zurücklehnte und genüsslich seine Zigarre rauchte.
Ich bitte auch um Kritik, Anregungen, Kommentare usw.
[Dieser Beitrag wurde am 03.12.2006 - 13:47 von Raven aktualisiert]
Signatur Ich bin Kobold-Elf-Chimäre im 7.Kreis der Verdammnis des dunklen Herrschers Belharhar, nur damit wir uns verstehen...
"Aller guten Pakte sind sieben." |