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Norbert_Schneider 
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Beiträge: 40
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...   Erstellt am 22.09.2005 - 16:13Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Forum,

Warum regionale Wirtschaftskreisläufe?
Drei Entwicklungen sind es vor allem, die erneut die Frage aktuell werden lassen, ob es in einem friedlichen Wettbewerb der Systeme Möglichkeiten einer Abkoppelung vom industriell-kapitalistischen System gibt. Mehr noch, ob eine Abkoppelung von diesem System nicht sogar notwendig ist, um das Ziel der Nachhaltigkeit wirklich verfolgen zu können.
Erstens: Das industriell-kapitalistische System erzeugt Verlierer, die es aus dem System selbst ausgrenzt. Der oft beschworene "trickle-down"-Effekt, der Wachstum in Wohlstandssteigerungen für die arme Mehrheit der Bevölkerung umsetzen soll, ist in den Ländern des Südens weitgehend ausgeblieben, während in den Ländern der OECD sich die Schere zwischen Arm und Reich zunehmend öffnet. Die notdürftige Alimentierung der Ausgegrenzten erscheint im System des reichen Nordens oft sehr viel billiger als deren Integration in den Arbeitsprozess.
Zweitens: Die Wachstums-Strategie führt im Laufe der Jahrzehnte zunehmend an Grenzen der Belastbarkeit: Grenzen der Ausbeutung natürlicher Ressourcen, der Belastung der natürlichen Umwelt mit Schadstoffen, aber auch Grenzen der Ökonomisierung immer weiterer Lebensbereiche.
Drittens: Die weltweite Vernetzung lokaler Wirtschaftskreisläufe, die ursprünglich einmal die Versorgungssicherheit der Regionen gesteigert hat, ist zu einem komplexen Risikofaktor geworden.
Der Aufbau lokal tragfähiger Alternativen lässt sich nicht von heute auf morgen, nicht gleichzeitig für alle Bereiche der Wirtschaft und vor allem nicht für jede Region gleichermaßen gut bewerkstelligen. Die komplette Herauslösung aus dem industriellen System wird auf absehbare Zeit Utopie bleiben.
Um so wichtiger ist es, sich im Rahmen einer Art "Weltinnenpolitik" unablässig um eine Neuordnung der internationalen Institutionen zu bemühen, um diesem Ziel wenigstens ein Stückweit näher zu kommen. Dennoch ist zu bezweifeln, dass allein auf diesem Wege rasche und durchschlagende Erfolge zu erzielen sind.
Die Komplexität der zu lösenden Probleme ist sehr hoch, und die neoliberale Politik der internationalen Institutionen hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten überwiegend in die genau entgegengesetzte Richtung bewegt.
Es ist daher wichtig, gemeinwesenorientiertes Wirtschaften, die Schaffung und Wiederherrstellung von regionalen Wirtschaftskreisläufen, dezentraler Energieversorgung, Sozialgenossenschaften u.a. nicht mehr als ungeliebte Notlösung für die Zeit zu begreifen.

Norbert Schneider

[Dieser Beitrag wurde am 12.07.2007 - 00:34 von norbert_schneider aktualisiert]





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