charly666 
         

Status: Offline Registriert seit: 24.08.2005 Beiträge: 664 Nachricht senden | Erstellt am 14.11.2008 - 13:30 |  |
vom 12.11.08
Rund 100 Polizisten, zwei Hundeführer, zwei Staatsanwälte und ein Vertreter der Stadt Regensburg waren am Dienstagmorgen bei einer Drogenrazzia im „Clean“, einer therapeutischen Einrichtung für ehemalige Drogenabhängige in der Puricellistraße vor Ort. Gestern erhoben die Patienten und Betreiber des „Clean“ schwere Vorwürfe: „Wir wurden unmenschlich behandelt.“
Bei der Razzia wurde alle Räume – Patientenzimmer, Büros, Abstellkammern – der Einrichtung untersucht. Alle 20 Patienten wurden untersucht und hernach von der Kriminalpolizei vernommen. Ergebnis der Aktion: „Es wurden mehrere Gramm Haschisch und dazu ein knappes Gramm Amphetamin gefunden“, sagte Polizeisprecher Stefan Hartl gestern der MZ. Der richterliche Beschluss für die Drogenrazzia sei laut Hartl das Ergebnis der Ermittlungen der Polizei in den vergangenen Monaten gewesen: „Innerhalb der Drogenszene hat sich laut unseren Erkenntnissen rumgesprochen, dass in dieser Einrichtung Betäubungsmittel vorhanden sind“, sagte Hartl. Und dadurch sei das „Clean“ in den Fokus der Ermittlungen gerückt. Dass die Polizei am Dienstag mit einem Großaufgebot vor Ort war, habe sich laut Hartl aus der „umfangreichen Aufgabenstellung“ ergeben. Die Aktion sei laut Hartl „erfolgreich und sehr gut durchgeführt gewesen“.
Da sind die Betreiber der Einrichtung und deren Patienten anderer Meinung. In einem offenen Brief wandten sich gestern die Patienten an die MZ. „Wir wurden unmenschlich behandelt. Ein Patient wurde in wenig bekleidetem Zustand durch den ganzen Gang geschliffen, ein anderer mit Handschellen und Kabelbindern fixiert“, heißt es in dem Schreiben. Die Frau eines Patienten, die bei ihrem Mann übernachtet hatte, klagt zudem an, dass sie von Polizeibeamten als „Hure“ bezeichnet worden wäre. Wadim Panow, der Sohn des Betreibers der Einrichtung und während der Razzia im Haus, erzählte der MZ, dass „von den Polizisten willkürlich Türen eingetreten wurden, obwohl ich danebenstand und sagte, dass ich Schlüssel hätte. Zudem hat keiner der Beamten mir erklärt, warum oder wieso die Aktion durchgeführt wird.“
Laut Panow wurden „von der Polizei nicht ganz zwei Gramm Haschisch gefunden. Da fragt man sich, ob dass eine solche Aktion mit hundert Polizisten rechtfertigt“.
Von der Staatsanwaltschaft wurden die Vorwürfe gestern nicht kommentiert. „Der zuständige Staatsanwalt ist heute wegen einer Sitzung leider nicht zu erreichen“, erklärte Polizeisprecher Stefan Hartl
(quelle: mittelbayerische)
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