meister  Krefelder Superkaiserpinguin


Status: Offline Registriert seit: 27.12.2005 Beiträge: 27505 Nachricht senden | Erstellt am 21.05.2008 - 00:53 |  |
Hallo Pinguine Fans,
Nun ist es endlich so weit. Der Insider zu Neu-Trainer Igor Pavlov ist fertig. Da ein Trainer ja schon etwas "Besonderes" ist und einen größeren Einfluss hat als ein einzelner Spieler, wollten wir dazu auch etwas Anderes bieten als bei einem Spieler. Natürlich ist auch in diesem Insider das gewohnte Profil enthalten. Da ein neuer Trainer aber auch immer eine Richtungsentscheidung ist wollten wir ein großes Interview dazu bieten. Also haben wir uns mit den drei Verantwortlichen auf dem Eis (Igor Pavlov) fürs Teambuilding (Jiri Ehrenberger) und, gerade in Zeiten überbordender Spekulationen über den Ammoniak-Zwischenfall und dessen Folgen sicher sehr interessant, für die Finanzen (Wolfgang Schäfer) zusammen gesetzt und diese Drei einfach einmal einen Ausblick darauf geben lassen, wo die Pinguine stehen und hinwollen. Wir hoffen, Ihr findet es ebenso interessant, wie das Interview für uns war!
Wichtig ist uns, dass das, was hier zu lesen ist (oder Teile davon), nicht als Medienkritik oder etwas in der Art verstanden wird. Natürlich finden sich Aussagen in die Richtung von "es ist nicht so schlimm, wie es in den Zeitungen steht". Das ist allerdings durchaus nur als sachliche Feststellung gemeint! Die Spekulationen liefen einfach ein wenig aus dem Ruder. Man kann zusammenfassend sagen: Die Situation ist nicht rosig, insbesondere nicht, so lange die Ammoniak-Geschichte nicht geklärt ist, aber man muss sich dennoch keine Sorgen machen, was beispielsweise eine Dauerkartenbestellung für die kommende Saison angeht. Die Äußerungen in diesem Falle sind halt immer eine Gratwanderung. Es geht immerhin um fast eine halbe Million Euro! Es ist durchaus wichtig, dem Partner KönigPALAST, der die Pinguine ebenso braucht wie umgekehrt, deutlich zu machen, dass die Pinguine nicht in der Lage sind, solche Summen so einfach wegzustecken. Ein "alles ist gut" wäre also das falsche Signal in diese Richtung. Allerdings kann so etwas auch immer misinterpretiert werden und dann wird daraus schnell ein "wir wissen nicht, wie es weiter gehen soll." Das wiederum verschreckt dann Euch, die Fans, und hält vielleicht Leute vom Dauerkartenkauf ab, was der Liquiditätslage nicht gerade zuträglich ist. Man lese also einfach: Wir können auf Dauer nicht auf den Schadenersatz verzichten, werden aber den Laden nicht kurzfristig zusperren müssen!
Aber kommen wir zu erfreulicheren Dingen! Redet man mit Igor Pavlov, so bekommt man sehr schnell das Gefühl, dass er durchaus von den Spielern - auch und gerade den Jungen - die er bisher zur Verfügung hat, überzeugt ist. Er hat eine klare Vorstellung davon, was er mit dem Team erreichen will und er setzt vor allem auf eines: Teamgeist! Und schaut man sich seine Vergangenheit an, dann hat er in Bremerhaven wie Regensburg bewiesen, dass er in der Lage ist, aus dem Ganzen, dem Team, mehr zu machen als die schiere Summe seiner Teile!
Auch wenn vielleicht die große Aufbruchsstimmung, die im Februar nach dem Einstieg von Dr. Stoffmehl und den Vertragsverlängerungen von Milo, Loyns und co, der Verpflichtung von Charpentier und dem guten Tabellenstand zur Pause noch herrschte derzeit aufgrund der "Nebenkriegsschauplätze" etwas verblasst oder in den Hintergrund rückt, es gibt immer noch viel Grund für Optimismus. Es gibt eine junge, hungrige Mannschaft und einen sehr ehrgeizigen Trainer. Dazu eine Führung, die durchaus auch noch über einen Plan B verfügt, was die Finanzen angeht. Was man jetzt braucht ist, dass Ihr, die Fans, das auch seht, den Pinguinen vertrauen schenkt und beispielsweise durch den Kauf einer Dauerkarte für Planungssicherheit sorgt. Ihr werdet dafür sicher ein gutes, engagiertes Team geboten bekommen, das gutes Eishockey spielt. Krefelder Fans sind bekannt dafür, dass sie vor Allem Kampf sehen wollen. Und genau das wird eine Eigenschaft sein, die gerade von den "jungen Wilden" ins Team gebracht werden wird. Das hört man bei fast jedem Gespräch heraus. Und bei einem sind wir uns sicher: Kanonenfutter wird diese Mannschaft nicht. Sie hat das Potential durchaus zu überraschen!
Übrigens, falls Ihr zum Kreis der Dauerkartenbesitzer oder Sponsoren gehört, wundert Euch nicht, dass Ihr große Teile des Interviews heute schon in der Post hattet! Eine gekürzte Version wurde an diese Personengruppen verschickt, um auch sie zu informieren. Dennoch lohnt es sich, das Untenstehende ebenfalls zu lesen. Es gibt noch weitere durchaus interessante Aussagen zur Lage der Liga oder konkreten Fragen der Teamzusammenstellung und so weiter, die hier zusätzlich zu finden sind. Ein Brief von vier Seiten war, so haben wir befunden, lang genug... ;o)
Nun aber viel Spaß beim Lesen und bis zur nächsten Neuverpflichtung. Genießt das schöne Wetter! :o)
Euer Insider-Team
Profil Igor Pavlov
In Igor Pavlov verpflichteten die Pinguine für die kommende Spielzeit einen Trainer, der noch keine großen Meriten in der DEL vorweisen kann. Lediglich auf eine Saison als Assistenztrainer in Oberhausen, in der Saison 2001/02 arbeitete er hier ein Jahr als Assistenzcoach unter Peter Draisaitl, kann er bislang verweisen. Der am 01.01.1965 im russischen Lipetsk geborene 43-Jährige tritt somit bei den Pinguinen seine erste Cheftrainerposition in der höchsten deutschen Spielklasse an, gehört aber zu den erfolgreichsten Zweitliga-Coaches der letzten Jahre. Als Spieler brachte es der Stürmer, der sich entschieden hatte, für Lettland aufs Eis zu gehen, zu einer langen Karriere in der höchsten russischen Spielklasse, sowie einem Ruf als gefürchteter Scorer in den unteren deutschen Ligen in den 90er Jahren.
Spielerkarriere in Russland
Seine komplette Karriere in der höchsten russischen Spielklasse absolvierte der 185 cm große Außen in Riga, der lettischen Hauptstadt. Im Jahr 1985 debütierte er hier als 20-Jähriger und brachte es bis 1992 für Dinamo Riga (Später Stars Riga) auf insgesamt 205 Spiele mit 46 Toren und 89 Punkten. Seine produktivste Saison stellte dabei das Spieljahr 1990/91 dar, in dem er auf 19 Tore und 32 Punkte in 45 Spielen kam.
Wechsel nach Deutschland
Im Jahr 1993 dann durchquerte er, wie so viele Spieler der ehemaligen Sowjetunion den nicht mehr vorhandenen Eisernen Vorhang und kam über einen Abstecher nach Viktovice (CZE), für die er ein Spiel absolvierte, nach Landsberg in die Zweite Bundesliga. In Deutschlands zweithöchster Spielklasse zeigte er auch gleich seine Klasse und gehörte mit 55 Toren und 112 Punkten zu den besten Scorern der Liga. Dies bestätigte er dann auch von 1995-1998, als er in insgesamt 136 Spielen auf überragende 110 Tore und 264 Punkte kam. Es folgte noch eine Saison in Freiburg (62 Spiele, 14 Tore, 37 Punkte), ehe er eigentlich seine Karriere beendete. Im Jahr 2000/01 hängte er jedoch noch einmal 20 Spiele (1 Punkt) für die Revier Löwen Oberhausen in der DEL dran, ehe er mit 36 Jahren die Schlittschuhe endgültig an den Nagel hängte.
Debüt als Trainer in Oberhausen
Hier, in Oberhausen, feierte er dann auch sein Debüt hinter der Bande. Als Assistent von Chefcoach Peter Draisaitl sammelte er erste Erfahrungen als Trainer. In der Saison 2001/02 coachten die beiden Trainerneulinge die Revierlöwen auf einen 13. Platz in der DEL. Doch nach der Saison musste sich das finanziell chronisch klamme Team aus der Liga zurückziehen. Igor zog es, weiterhin gemeinsam mit Draisaitl nach Bremerhaven. Das Team, ein Jahr zuvor noch Zweitligameister geworden, war in dieser Konstellation aus der Liga abgestiegen. Nun waren die beiden Jungtrainer dafür verantwortlich, die Mannschaft wieder nach Oben zu führen. Sie standen für einen Neubeginn. Igor übernahm dabei nicht nur die Position als Co-Trainer, sondern war als Nachwuchskoordinator auch dafür verantwortlich, die gesamte Jugendarbeit zu betreuen. Sie coachten die Mannschaft zu einem zweiten Platz hinter den Moskitos Essen. Mit 80 Toren aus 18 Spielen wies man außerdem die beste Offensive der Liga auf. In dramatischen Aufstiegsplayoffs setzte man sich letztlich im Finale gegen Essen durch und stieg wieder in die zweite Liga auf.
Mit Bremerhaven in Liga 2
In gleicher Konstellation arbeiteten die Beiden auch in der nun folgenden Zweitligasaison 2004/05 weiter. Und der Erfolg war gigantisch! Man erreichte sensationell den fünften Platz in der Liga. Allerdings mit einen nun defensiveren Stil. Das Team hatte in diesem Jahr die beste Verteidigung der zweiten Liga! In den Playoffs schaltete man zunächst Schwenningen in einer dramatischen Serie über 7 Spiele aus, ehe man letztlich im Halbfinale mit 1:3 gegen Straubing unterlag. Nach der Saison verließ Draisaitl das Team und Igor übernahm die Position als Cheftrainer. Übrigens nun mit Co-Trainer Reemt Pyka, in der gleichen Konstellation also, in der sie in Krefeld arbeiten werden. Und was sie erreichten übertraf den Erfolg der Vorsaison um Längen! Man wurde Tabellenerster mit mehr als zwei Punkten pro Spiel im Schnitt! Die zweitbeste Offensive der Liga bildete die Basis dazu. In den Playoffs setzte man sich souverän gegen Wolfsburg und Schwenningen durch. So spielte man das Finale gegen Straubing, verlor jedoch denkbar knapp mit 2:3 gegen Straubing. Igor wurde Trainer des Jahres in Liga 2. In der Saison 06/07 konnte man die starke Leistung in der Vorrunde durchaus bestätigen. Ein dritter Platz mit dem drittbesten Angriff der Liga war erneut eine starke Leistung. Leider schied man jedoch bereits in der ersten Playoffrunde gegen München mit 2:4 Siegen aus. Erneut wurde Igor als Trainer des Jahres ausgezeichnet.
Letztes Jahr: Demission in Bremerhaven, Retter in Regensburg
Im vergangenen Spieljahr dann erwischten die Pinguine aus Bremerhaven ein Seuchenjahr! Gerade in der zuvor so starken Offensive lief es nicht mehr wie gewohnt. Die Mannschaft rutschte aus den Playoffrängen und so wurde Igor bereits im Oktober als Trainer entlassen. Auch unter seinen Nachfolgern kam die Mannschaft allerdings nicht auf die Beine und belegte letztlich nur einen enttäuschenden Drittletzten Platz. Sicher ein Beleg dafür, dass es nicht am Trainer, sondern eher an der Qualität des Kaders lag! Igor übernahm im Januar ein weiteres Krisenteam, die Eisbären Regensburg. Die Mannschaft, mit großen Ambitionen gestartet, lag abgeschlagen am Tabellenende und galt schon als fast sicherer Absteiger. Igor jedoch impfte den Spielern wieder Selbstvertrauen und Kampfgeist ein und bald kamen die Ergebnisse! Man startete eine beeindruckende Serie und arbeitete sich Platz um Platz nach Vorne! Letztlich fehlten nach einer Serie von 8 Siegen aus den letzten 10 Spielen, in denen man nur 14 Gegentore kassierte (!), nur 6 Punkte, um doch noch in die Playoffs zu rutschen. Etwas, das bei seinem Amtsantritt als unmöglich gegolten hatte! Er vermied sogar die Playdowns vollständig. Letztlich kam das Team auf Rang 10. Seine Leistungen in ganz unterschiedlichen Situationen und vor Allem mit jungen Spielern überzeugten die Pinguine und diese gaben ihm einen Jahresvertrag mit Option auf eine weitere Spielzeit!
Das große Interview mit Igor Pavlov, Jiri Ehrenberger und Wolfgang Schäfer
Oben: Igor Pavlov, Wolfgang Schäfer und Jiri Ehrenberger (von links)
stellten sich zum großen Insider-Interview
Insider: Hallo zusammen. Die neue Saison steht an und wir wollen uns ein wenig über den aktuellen Stand unterhalten. Wie seht ihr die Mannschaft derzeit aufgestellt?
Jiri Ehrenberger: Alle Vertragsverlängerungen und Neuzugänge sind bekannt gegeben worden. Wir haben noch zwei Ausländerpositionen frei. Da sind wir derzeit dabei, diese zu besetzen. Wir sind derzeit in Verhandlungen und wenn wir bis Pfingsten eine oder sogar beide Positionen ausfüllen können würden wir zumindest bis etwa Juli abwarten, ob wir noch etwas machen können. Es könnte aber auch sein, dass wir eine Lizenz erst einmal noch offen lassen.
Insider: Und hinsichtlich Deutscher Spieler? Gerade junge Deutsche wurden ja viele verpflichtet, sind hier die Planungen erst einmal abgeschlossen?
Ehrenberger: Die Jungs, die wir unter Vertrag haben sind ja bekannt. Gestern erst habe ich mit Bernd Trunschka [Manager EV Landshut] gesprochen und wir werden dort unseren Jungs Förderlizenzen geben und eventuell einige Jungs aus Landshut hier lizenzieren. Wir mussten ja erst einmal abwarten, ob sie nicht aufsteigen, sie sind ja knapp am Aufstieg vorbeigeschrammt! Die Kooperation mit Landshut wollen wir dann so entwickeln, dass aus einem Pool von Spielern diejenigen, die sich gut entwickeln, hier zum Einsatz kommen. Was junge Spieler angeht werden wir so viel Potential haben wie wir es in den letzten zwei oder drei Jahren sicher nicht hatten! Wir werden uns die Spieler aus Landshut holen können, werden sie aber wieder ausleihen können, wenn sie leistungsmäßig nicht das bringen, was wir erwarten. Die Basis, vom Torwart bis zum Stürmer, ist, was junge Deutsche angeht, gelegt und sehr breit!
Igor Pavlov: Wichtig ist da wirklich, dass die Jungs ihre Chance dann nutzen. Ich werde ihnen Chancen geben, aber sie müssen dann auch zeigen, dass sie diese nutzen wollen und können!
Ehrenberger: Sicher! Die genaue Umsetzung kann man dann auch erst in den nächsten Wochen festlegen, denn Landshuts Saison ist gerade erst einige Tage vorbei. Bernd Trunschka beginnt erst damit, seinen Kader zusammenzustellen, denn bisher wusste er ja nicht, für welche Liga er plant. Wir werden hier sehr gut aufgestellt sein.
Insider: Wie sieht es denn bei André Mangold aus?
Ehrenberger: Mit seinem Agenten haben wir schon vor langer Zeit gesprochen. Er hatte ein Angebot, nach Berlin zu wechseln. Die Eisbären hätten einer Förderlizenz für uns zugestimmt, wollten aber, dass wir alle Kosten übernehmen. Das haben wir abgelehnt. Wir hatten eigentlich gedacht, ihn nach Landshut in die zweite Liga zu geben. Er hat sich entschieden, dennoch nach Berlin zu gehen. Damit müssen wir leben. André ist jetzt in Berlin.
Insider: Aber generell wäre doch eine zusätzliche Kooperation mit einem Oberligateam nicht schlecht?
"Was junge Spieler angeht haben wir viel Potential" Jiri Ehrenberger ist vom bisherigen Kader überzeugt!
Ehrenberger: Das wollen wir auch! Darum sprechen wir derzeit mit Herne, die ja aufgestiegen sind. Damit wäre der Kooperationspartner in der Nähe und das wäre gerade für die Spieler ideal, die noch zur Schule gehen oder eine Lehre machen! Die könnten dann abends auch zum Training, das wäre ideal. Und für die Jungs, die mit Profiverträgen unter Vertrag sind und Vollprofis sind, dann eben Landshut. Da ist es kein so großes Problem auch nicht so sehr in der Nähe eingesetzt zu werden.
Insider: Kommen wir zu einem anderen Spieler: Was ist mit Steve Hanusch aus dem DNL-Team?
Ehrenberger: Mit Steve Hanusch haben wir schon vor längerer Zeit Kontakt aufgenommen. Schon während der Saison, und haben versucht, ihn auch bei uns zum Training zu bekommen und so ans Team heranzuführen und auch unter Vertrag zu nehmen. Bei ihm hat aber der Agent von vorne herein strikt dagegen gearbeitet. Eine Lösung war da absolut nicht zu finden.
Insider: Und Thema dritter Torwart? Die Fans erinnern sich an das Spiel in Berlin als man plötzlich nach Reto Pavonis Krankheit ohne Ersatzkeeper dastand. Bleibt es hier bei der bestehenden Konstellation mit Lüttges/Staudt oder wird hier etwas geändert?
Ehrenberger: Das war sicher eine Extremsituation, die wir künftig vermeiden wollen. Wir hatten Christian Lüttges hier, hatten aber keinen realen Zugriff auf ihn. Das war auch ein ganz entscheidender Punkt, warum wir mit Herne kooperieren möchten. So haben wir Lüttges weiter per Förderlizenz verfügbar und dort in Herne einen weiteren jungen Torwart, Dominic Bartels aus dem DNL-Team, den wir lizenzieren werden. Dazu ist dann noch Landshut im Rücken. Also ich glaube nicht, dass wir nächstes Jahr eine solche Situation erleben werden.
Insider: Man kann aber zusammenfassend grundsätzlich sagen: Die Verteidigung steht, wir suchen für den Sturm?
Ehrenberger: Im Moment laufen Verhandlungen mit einem ausländischen Stürmer.
Insider: Andere Baustelle: Kunce/Alinc. Beide wollen weg, gibt es hier irgendwelche neuen Entwicklungen?
Wolfgang Schäfer: Da gibt es keine neuen Entwicklungen. Wir waren mit Herrn Hille [Spielerberater der Beiden] so verblieben, dass er sich erkundigt, wie unsere Vorstellungen [einer Ablöse] realisiert werden können. Er war allerdings jetzt 14 Tage nicht da und ist am Wochenende wiedergekommen. Er wird sich irgendwann im Laufe des Mai melden. Unser Ziel war ursprünglich, bis Ende April die Sache abgeschlossen zu haben. Das war aber zu kurzfristig. Unser Ziel lautet jetzt Ende Mai/Anfang Juni.
Insider: Es besteht aber keinerlei Aussicht, dass die beiden bleiben?
Schäfer: Die Aussicht, dass sie bleiben besteht schon, ob sie spielen würden ist eine andere Sache!
Insider: Ist die Situation denn bei beiden gleich gelagert oder gibt es Unterschiede?
Schäfer: Mit Jan Alinc habe ich gar nicht gesprochen. Daniel Kunce hat immer für ihn mit gesprochen. Für uns sind [Stand 29.4.] beide gleich zu behandeln und beide wollen gehen.
Insider: Und was ist dran an den Russlandgerüchten in Hinsicht auf Boris Blank?
Schäfer: Boris war bei uns und hat uns mitgeteilt, dass es eine lose Anfrage ohne nähere Informationen aus Kasachstan gegeben habe. Wenn sich etwas Weiteres ergäbe würde er sich bei uns melden. Wir sehen die Sache derzeit völlig entspannt.
Insider: Kommen wir ein bisschen mehr zur konkreten Umsetzung auf dem Eis. Igor, in wieweit kennt du die Mannschaft bereits? Hast du die Mannschaft schon einmal spielen sehen?
Pavlov: Natürlich kenne ich die Mannschaft Krefeld Pinguine. Natürlich habe ich die Jungs schon gesehen, kenne viele Spieler. Klar, das ist alles durchaus bekannt! Aber das alles ist Vergangenheit. Jetzt kommt eine neue Saison und wir werden ein völlig neues Team sein. Das ist sicher.
Insider: In wiefern? Personell oder taktisch oder wie meinst du das?
Pavlov: Nun ja, es gibt bisher Namen. Eine Gruppe von Individuen. Aber das ist noch kein Team. Während des Sommers wird ein Team geboren und wir stehen jetzt erst noch vor der Geburt! Aus den Jungs, die wir haben müssen wir im Sommer ein konkurrenzfähiges Team basteln. Für die Playoffs! Und das wird in drei Monaten auf dem Eis und drum herum passieren, nicht jetzt auf dem Papier nach Namen und Statistiken.
"In drei Monaten wird ein Team auf dem Eis geboren". Igor Pavlov blickt in freudiger Erwartung auf die Vorbereitung!
Insider: Wie würdest du denn jetzt den Stand der Mannschaft beurteilen, so wie sie jetzt steht?
Pavlov: Sicher werden noch Kontingentspieler kommen und das werden wohl auch Leistungsträger sein. Aber alle sind wichtig! Wir haben einen relativ kompakten Kader durch vier Reihen und wir brauchen jeden Spieler, einen jungen Spieler aus der vierten Reihe ebenso, wie einen Spieler aus den ersten Reihen wie Boris Blank. Noch einmal, es spielen keine Namen, es muss ein Team sein. Teamgeist ist ganz wichtig für mich!
Insider: Der Plan geht aber klar dahin, dauerhaft mit vier Reihen zu spielen?
Pavlov: Ja! Auf jeden Fall!
Insider: Gerade die Fans interessieren natürlich auch immer besonders die Eigengewächse wie Huebscher, Riefers oder Pietta, der allerdings schon zu den Leistungsträgern gezählt werden kann. Was für Erwartungen hast du an diese Jungs?
Pavlov: Es sind sehr talentierte Jungs! Und die werden absolut ihre Chance bekommen. Sie werden Eiszeit und Vertrauen bekommen und dann müssen sie zeigen, was sie können und sich wie jeder Andere ihren Platz im Team verdienen. Es liegt an ihnen, aber ich bin guter Hoffnung, denn wie gesagt, Talent haben sie!
Insider: Sicher eine ganz wichtige Position ist natürlich der Torwart, Sebastien Charpentier. Kennst du ihn schon? Und was hast du für Erwartungen an ihn?
Pavlov: Er wird definitiv Torwart Nr. 1 sein! Er hat NHL-Erfahrung, hat in Russland in der Superliga gespielt, die auch ein enorm hohes Niveau hat. Dort ist er nicht so zurecht gekommen wie er sich das vorgestellt hat, er hat sich nicht so wohl gefühlt. Darum konnten wir ihn bekommen. Er ist ein sehr guter Mann, der definitiv die Nummer 1 sein wird und uns sehr helfen wird! Auf ihn wird sicher viel Arbeit, viele Spiele, zukommen.
Insider: Und Sinan Akdag? Wird er wenn Kunce geht Top-6 spielen oder werdet ihr dann noch einmal aktiv und er bleibt 7. Verteidiger?
Pavlov: Ich sehe ihn als Top-6 Verteidiger! Er hat letztes Jahr schon gut gespielt. Jetzt ist er ein Jahr älter, ein Jahr erfahrener. Er muss jetzt zeigen was er kann. Auch durchaus schon in Unterzahl. Bei 5 gegen 5 ohnehin� Er hat die Qualitäten!
Insider: Sicher ein Problem war im letzten Jahr das Powerplay, das das schwächste der Liga war. Wie gedenkst du, hier abzuhelfen?
Pavlov: Beim Powerplay gibt es mindestens 50 Variationen, wie man zum Torerfolg kommen kann. Wir werden alle davon durchgehen. Dann wählen wir drei aus, trainieren sie bis sie blind klappen und dann wird es funktionieren und wir machen die Tore. [lacht]
Insider: Bleiben Kapitän und Assistenten � die alle noch da sind � bleiben oder werden sie neu festgesetzt? Und wirst du die Mannschaft wählen lassen oder sie bestimmen?
Pavlov: Das wird sich zeigen. Es wird in jedem Fall eine demokratische Wahl stattfinden. Aber die Sommervorbereitung wird zeigen, wer letztlich vom Charakter her dazu fähig ist, das Team zu führen, die Verantwortung auf dem Eis und in der Kabine zu übernehmen. Wer ist der Typ dazu, voranzugehen und den anderen zu zeigen, dass und wie sie folgen sollen? Das wird sich zeigen. Ich weiß es nicht. Noch nicht!
Insider: Kommen wir ein wenig zur wirtschaftlichen Seite. Aktuell geht ja der �Ammoniak-Unfall� mit all seinen Begleiterscheinungen durch die Medien. Wie ist da aus Sicht der Pinguine der Stand?
Schäfer: Eigentlich unverändert. Was uns erst einmal wichtig ist, das ist dass wir von Anfang an, seit Bestehen der Pinguine, stets Haushalte vorgelegt haben, die ordentlich waren, wo mit realistischen Zahlen gearbeitet wurde und die auch eingehalten wurden. Wenn dann, wie in dieser Saison 07/08 ein Minus von roundabout 100.000 Euro entsteht, dann ist das nichts, was uns umwirft. Diese 100.000 sind beispielsweise dadurch entstanden, dass die Berufsgenossenschaft nach unserer Kalkulation die Beträge verändert hat. Das schlägt insgesamt mit rund 60.000 Euro zu Buche. Dazu hatten wir rund 300 Zuschauer weniger im Schnitt als kalkuliert. Rechnen wir die Karte zwischen 15 und 20 Euro, so macht das über alle Spiele rund 150.000 Euro weniger als wir kalkuliert hatten. Wenn ich also sage, wir machen rund 100.000 Euro Minus haben wir also ansonsten gut gewirtschaftet und einen Großteil des Defizits aufgefangen. Wir konnten andere Einnahmen generieren und damit die Verluste weitgehend ausgleichen. Von daher ist der Haushalt strukturell eigentlich in Ordnung. Die laufenden Einnahmen decken die laufenden Kosten. Außergewöhnliche Belastungen muss man halt separat auffangen. Aber wie gesagt, grundsätzlich ist der Haushalt in Ordnung und war es die ganzen Jahre!
Insider: Und wie spielt da der Ammoniak-Vorfall hinein?
Schäfer: Nun, der Ammoniakvorfall kommt nun eben noch da oben drauf. Wir haben ja bis zum Umzug in den KönigPALAST mit Ausnahme der Meistersaison immer schwarze Zahlen geschrieben. Im Meisterjahr war dem nicht so, durch Prämien und so weiter, aber das war an sich nicht weiter tragisch. Mit dem Umzug in den KönigPALAST schreiben wir jetzt rote Zahlen, weil auf der einen Seite die Einnahmen sich nicht so entwickeln, wie wir das erartet hatten, auf der anderen Seite aber die Kosten viel höher sind. Daran müssen wir jetzt arbeiten, indem wir die Kosten reduzieren und zusätzliche Einnahmen im Zusammenhang mit dem KönigPALAST generieren.
Insider: Und bis wann soll sich entscheiden, ob die Versicherung letztlich zahlt? Gibt es da einen Zeitplan?
Schäfer: Nein, keinen der mir bekannt wäre. Aber das ist letztlich auch nicht unsere Sache, sondern die der Seidenweberhaus GmbH. Darauf haben wir keinen Einfluss. Ich gehe aber derzeit davon aus, dass wir bis Ende Mai so aufgestellt sind, dass wir grundsätzlich wissen, wie die Lösung aussieht.
Insider: Wie kann der Fan sich das vorstellen? Wenn jetzt das Geld kommt, ist dann dringend benötigtes Geld zum Überleben da oder ist das dann Geld, mit dem man arbeiten kann?
Schäfer: Es wird sicher nicht in neue Spieler gesteckt werden oder etwas in der Art. Wir hatten ja reale Kosten, die wir decken mussten und die wir teilweise überbrückt haben. Diese müssen wir damit dann decken. Es würde uns Liquidität geben, die wir sehr gut brauchen können!
Insider: Muss man sich denn als Fan wirklich Sorgen machen? Die Zeitungen spekulieren ja sogar über Zahlungsschwierigkeiten bis hin zum Lizenzverkauf.
Schäfer: Wir haben in der Vergangenheit Vorgriffe auf die nächste Saison machen müssen, um liquiditätsmäßig über die Runden zu kommen. Das heißt, wir haben im letzten Jahr Gelder von Sponsoren auszahlen lassen müssen, die eigentlich für diese Saison gewesen wären, um den Ammoniak-Störfall ausgleichen zu können. Das wollen wir in diesem Jahr nach Möglichkeit vermeiden. Daher auch der Termin 30.4. bis zu dem wir eigentlich alles geklärt haben wollten, denn da endet unser Wirtschaftsjahr. Es waren Lösungen angedacht, wie beispielsweise das vielzitierte Darlehen, um leichter arbeiten zu können. Nur das geht alles in der Kürze der Zeit nicht. Wir müssen jetzt in Ruhe unsere Hausaufgaben machen, unseren Haushalt ordentlich aufstellen, sehen, was an Werbeleistungen im KönigPALAST erbracht worden ist, wofür wir kein Geld bekommen haben, weil es über den KönigPALAST gelaufen ist. Es gibt auch Positionen im Ticketbereich, wo wir Kosten hatten, die wir gar nicht kannten, die nirgendwo schriftlich fixiert sind, aber dadurch, dass das Ticketing über den KönigPALAST läuft, direkt einbehalten und mit anderen Forderungen verrechnet wurden. Wenn wir das geändert haben bestimmen wir, wann gezahlt wird, dann wird es etwas leichter für uns.
Insider: Aber noch einmal: Ist die Situation existenzbedrohend? Muss der Fan sich Sorgen machen?
Schäfer: Dass wir Liquiditätsprobleme haben ist eine Tatsache. Wie gesagt, die könnten wir durch einen erneuten Vorgriff auf die nächste Saison lösen, wenn es unbedingt sein muss. Daher ist es nicht unmittelbar existenzbedrohend. Aber ich würde mir andere Lösungen als einen erneuten Vorgriff wünschen.
"Wir wollen versuchen, zukünftig wieder ohne Vorgriffe auszukommen." Wolfgang Schäfer will die Pinguine wirtschaftlich wieder auf die frühere Linie bringen
Insider: Eigentlich sind also diese Liquiditätsprobleme eher dem Versuch geschuldet, die bisherigen Vorgriffe zu beenden. Somit also fast als Symptom der Gesundung zu sehen?
Schäfer: Sie resultieren aus dem Versuch, die Belastungen aus der Vergangenheit endgültig abzudecken und nicht weiter vor uns her zu schieben. Wobei die Situation dennoch schwierig ist! Um wirklich unserem Anspruch gerecht zu werden und demgemäß wirtschaftlich sauber zu arbeiten, müssen wir es so machen, dürfen die Vorgriffe nicht fortführen und müssen die Liquidität und den Ertrag beschaffen. Und langfristig eben auf der Kosten- wie der Einnahmenseite arbeiten, um gesünder und handlungsfähiger zu werden.
Insider: Mit Dr. Stoffmehl kam ja zu Beginn des Jahres ein neuer Gesellschafter und es war eine richtige Aufbruchstimmung zu spüren. Ist das noch immer so und sind schon Veränderungen spürbar?
Ehrenberger: Also meine Arbeit hat sich eigentlich nicht verändert.
Schäfer: Kann sie auch nicht. Dr. Stoffmehl konzentriert sich mehr auf den wirtschaftlichen/administrativen Bereich. Die sportliche Seite wird weiter von Jiri und Igor zusammen mit Herrn Schulz in der Gesellschafterebene abgedeckt. Natürlich hat die leidige Geschichte um Ammoniak und Liquidität die Stimmung etwas eingetrübt. Es hat einfach die Gedanken auf die unmittelbare Gegenwart konzentriert und den Fokus ein wenig vom langfristigen Aufbau genommen. Gerade auch bei Dr. Stoffmehl, der in dieser Sache auch die juristische Seite betreut. Dennoch, der feste Wille Dinge zu ändern ist weiterhin da. Nur ist das halt ein wenig in �Warteposition� bis die ganz unmittelbaren Probleme gelöst und die Gedanken wieder ein bisschen freier sind.
Insider: Kommen wir noch ein wenig zur Liga insgesamt. Es wird einen neuen Modus geben in dem nicht mehr gegen jeden Gegner gleich oft gespielt wird. Wie findet ihr diesen Modus?
Pavlov: Mir ist es eigentlich egal. Sportlich macht es keinen Unterschied. Man kann gegen Duisburg ebenso verlieren wie gegen Düsseldorf oder Mannheim. Wir müssen uns auf jedes Spiel konzentrieren und hart spielen. Und gegen wen es dann ist, das ist völlig egal. Jedes Team in der Liga ist stark und wir müssen gegen jeden Gegner gleich bereit sein. Und an der Tabelle ändert sich ja zum Beispiel nichts! Alle werden weiter in einer Tabelle geführt. Ich halte die Änderung nicht für so groß.
Ehrenberger: Ich sehe es ähnlich. Im kommenden Jahr haben wir auch die Derbys gegen Düsseldorf und Köln viermal. Das sind Spiele, die natürlich etwas Besonders sind. Sonst macht es keinen Unterschied.
Schäfer: Natürlich würden wir uns wünschen, gesichert so viele Spiele wie möglich gegen Köln und Düsseldorf zu haben. Aber letztlich ist es egal. Es ist ein Modus wie jeder andere.
Insider: Aber wenn man einmal dazu käme nur einfach sowohl gegen Köln als auch Düsseldorf zu spielen täte es wirtschaftlich weh�
Schäfer: Natürlich wäre das nicht schön. Es sind ja auch immer Highlights für Fans und Spieler, ja Alle bei uns. Und auch wirtschaftlich sind die Spiele natürlich gut. Aber wenn das Team gut spielt, wenn wir erfolgreich sind, dann kommen die Fans auch gegen andere Teams. Es liegt an uns und wenn wir gutes Eishockey bieten werden wir Karten verkaufen. Ich messe dem keine so große Bedeutung bei.
Insider: Dennoch, stellen wir uns vor, ihr könntet jetzt einen Modus festlegen, der für die nächsten 20 Jahre genutzt würde. Wie sähe der aus?
Pavlov: Ich würde den einfachsten und herkömmlichsten Modus vorziehen: Jeder gegen Jeden in einer Doppelrunde. Danach Playoffs in best of 7. Die Playoffs würde ich sogar mit einem Achtelfinale anfangen. Dann kommt halt jedes Team in die Playoffs, aber Playoffspiele sind doch worauf wir alle uns freuen. Deren Zahl sollte man so weit möglich erhöhen. Allerdings würde das natürlich in einer geschlossenen 16er-Liga Terminprobleme mit sich bringen�
Schäfer: Ich sehe es grundsätzlich ähnlich wie Igor! Das Problem ist die Weltmeisterschaft. Es ist ja auch so, dass wir die Spieler viel länger bezahlen müssen als die Saison dauert. Im Frühjahr bedeutet das Kosten, denen keine Einnahmen entgegenstehen. Aber so wie es jetzt ist, ist das nicht möglich. Und zu viele Wochenspiele oder ein früherer Saisonbeginn machen keinen Sinn.
Ehrenberger: Eben! Daher bin ich dafür, die Weltmeisterschaft zu verschieben. Warum nicht Weltmeisterschaft im August? Es würde alle Terminprobleme lösen, für alle großen europäischen Ligen und alle Topstars wären bei der WM dabei! Alle NHL-Stars! Man müsste nicht mehr fragen ob ein Ehrhoff, ein Sturm, ein Hecht kommen können. Oder die starken Kanadier, Amerikaner, Schweden und Russen. Es wäre wirklich eine Weltmeisterschaft der besten Spieler! Sicher, die Spieler würden nicht oder erst verspätet zur Saisonvorbereitung kommen. Aber sie würden sich halt mit dem Nationalteam vorbereiten und kämen dann Ende August fit und mit Spielpraxis zu den Vereinen! Und es sind ja Spieler mit Qualität, die ließen sich gut in den Kader einbauen, auch wenn sie spät kämen.
Insider: Die WM also nicht nach der vergangenen, sondern vor der neuen Saison?
Ehrenberger: Warum nicht? Im Fußball wird die Weltmeisterschaft auch im Sommer gespielt. Und die Spieler bereiten sich fast neu darauf vor. Warum soll das nicht im Eishockey gehen?
Insider: Nunja� Rasen schmilzt auch nicht�
Ehrenberger: [lacht] nein, das ist richtig. Aber bei den heutigen Hallen wäre das doch kein großes Problem. Es wird ja nicht mehr auf offenen Eisflächen gespielt oder etwas in der Art. Technisch sehe ich die Voraussetzungen durchaus gegeben. Es gibt Eishockey in Texas, Arizona, Florida oder Kalifornien und auch das ist problemlos möglich. Und dort ist es im Oktober oder Mai/Juni sicher nicht kälter als in Stockholm, Moskau oder Köln im August.
Insider: Ein wenig weg vom Modus. Es wurde ja auch das 2-Schiedsrichtersystem ausprobiert. Welches gefällt euch besser? Mit einem oder zwei Schiedsrichtern?
Ehrenberger: Als in der vergangenen Saison das mit 2 Schiedsrichtern ausprobiert wurde hat mir das sehr gut gefallen. Das war schon in Ordnung. Nur war es kein echter Test. Es wird nicht übernommen weil wir einfach nicht genug Schiedsrichter haben. Das ist das Grundproblem.
Schäfer: Erstens das und zweitens ist das auch einfach nicht zu bezahlen!
Ehrenberger: Zu teuer ist es sicher auch! Für das Eishockey alleine wäre es aber in meinen Augen von Vorteil!
Insider: Es waren ja auch die ersten Spiele, bei denen man in Deutschland wirklich �zero tolerance� gesehen hat�
Ehrenberger: Sicher! Das hat mir wie gesagt schon gut gefallen.
Schäfer: Schön wäre es. Nur wie gesagt, die Schiedsrichter sind nicht da. Wenn wir die haben könnte man sich auch über die Finanzierung unterhalten. Da würden wir Wege finden. Wenn man das früh genug weiß kann man es einplanen, dann geht es. Nur am Saisonende für ein paar Spiele, wohlwissend, dass es ohnehin nicht kommt? Das ist für mich eher rausgeschmissenes Geld.
Insider: Es war also von vorne herein klar, dass es � unabhängig vom Ergebnis � nicht kommt?
Schäfer: Ja, das war von vorne herein klar! Das hat die Liga im Vorhinein auch schriftlich mitgeteilt. Es wird nicht kommen. Weil wie gesagt die Schiedsrichter wie die Finanzen nicht da sind.
Ehrenberger: Das Entscheidende sind sicher die Schiedsrichter!
Insider: Und Kassel als Aufsteiger? Wie beurteilt ihr das? Aus Krefelder Sicht ist es sicher gut, dass Landshut nicht aufgestiegen ist�
Pavlov: Kassel ist wieder da, wieder in der ersten Liga. Sie werden sicher eine gute Mannschaft zusammenbringen. Ich finde es gut, sie haben es verdient. Sie haben zwei Jahre dominant gespielt in der zweiten Liga. Es hat mich letztes Jahr gewundert, dass sie nicht schon da aufgestiegen sind. Aber ich habe das Finale gesehen und Wolfsburg war besser, frischer. Kassel wirkte platt. Wolfsburg hat verdient gewonnen. Dieses Jahr hat Kassel aus diesen Fehlern gelernt und ist clever Meister geworden.
Ehrenberger: Kassel hat es sicher verdient. Und für uns ist es besser so. Die Teams in Bayern � Nürnberg, Straubing, Ingolstadt und so weiter � hätten sich sicherlich Landshut gewünscht. Es wäre ein weiteres Derby für sie gewesen. Es sind zwei unterschiedliche Vereine. Landshut lebt aus eigener Kraft. Kassel muss Spieler einkaufen. Aber sie haben sicher mehr wirtschaftliche Kraft.
Insider: Landshut lebt sportlich aus eigener Kraft meinst du?
Ehrenberger: Ja, sicher! Wie viele Landshuter spielen in der Liga? Haufenweise! Wie viele Kasseler? Mir fällt derzeit nur Manuel Klinge ein�
Insider: Und noch ein heißes Thema der letzten Wochen: Verlängerungen! Wir haben zwischen Köln und Mannheim das zweitlängste Spiel in der Geschichte des Welteishockeys gesehen. Wie beurteilt ihr das?
Pavlov: Es ist in jedem Fall etwas Neues für die DEL. Natürlich ist es eine extreme Belastung für die Spieler aber es war eine gute Erfahrung und ich finde man sollte es beibehalten.
Schäfer: Ich bin auch der Meinung. Dann entscheidet nicht das Glück eines Penalties über Wohl und Wehe einer ganzen Saison. Es ist einfach sportlicher.
Ehrenberger: So sehe ich das auch!
Schäfer: Und auch die Belastung� Wenn man dann eine Runde weiter kommt nach so einem lange Spiel, dann gibt das ja auch Euphorie und man vergisst die müden Beine. Man hat ja gesehen, Köln hat das Halbfinale auch in einer langen Serie überstanden und das Finale erreicht. Und da war es auch sehr eng in den Spielen.
Insider: Vielen dank euch Dreien für das Gespräch! Und einen schönen Sommer!
Pinguin Insider
Signatur

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