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...   Erstellt am 26.02.2007 - 21:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Grippe und Erkältung



Grippe wie Erkältung sind akute, entzündliche Prozesse und so wissen wir, dass auch sie Ausdruck einer Konfliktbearbeitung sind.
Es dürfte hinreichend bekannt sein, dass der Auslöser einer Erkältung oder Grippe fast immer ein Virusinfekt ist. Allerdings benötigt dieser Virus immer eine gewisse Anfälligkeit unseres Immunsystems, um seine Wirkung auf unseren Körper überhaupt entfalten zu können.
Und genau diese Prädestinationen, bzw. Anfälligkeiten möchte ich hier beschreiben. Es wäre nämlich völlig verkehrt, diese Erkrankungen einzig und alleine den bösen Viren zuzuschreiben.

Eine Erkältung tritt immer in Krisensituationen auf, in denen man „die Nase voll hat“ oder „über etwas verschnupft“ ist. Der Begriff „Krisensituation“ hört sich vielleicht etwas zu bombastisch an, aber hier sind natürlich keine einschneidenden Lebenskrisen gemeint, sondern jene häufigen, unsensationellen, aber für die Psyche dennoch wichtigen Alltagssituationen, die wir als Überlastung empfinden und deretwegen wir einen legitimen Grund suchen, uns ein wenig aus dem aktuellen Tagesgeschehen zurückzuziehen, weil eine Situation uns zu sehr fordert.
Da wir im Moment nicht bereit sind, uns selbst diese Herausforderung dieser – vermeintlich „kleinen“ – Alltagssituationen einzugestehen, kommt es zur sogenannten „Somatisierung.“
Unser Körper lebt daraufhin unsere „volle Nase“ und unser „Verschnupftsein“ aus.

Über diesen - zumeist unbewussten – Weg hat unser Körper sein Ziel erreicht, sogar mit dem Vorteil, dass jeder großes Verständnis für unsere Situation aufbringt, womit wir bei einer bewußten Konfliktbearbeitung kaum rechnen könnten. Unsere Erkältung gestattet es uns, uns erst einmal von belastenden Situationen etwas zurückzuziehen und uns wieder mehr uns selbst, unserem Inneren zuzuwenden. Unsere Empfindlichkeiten können wir nun – zumindest auf der körperlichen Ebene - voll ausleben.
Unser Kopf tut weh und unter diesen Umständen kann doch wohl niemand eine weitere, bewusste Auseinandersetzung von uns verlangen. Unsere Augen tränen, alles ist wund und gereizt.
Diese generelle Empfindlichkeit kann sich schließlich bis zum „Haarspitzenkatharr“ steigern. Niemand darf uns zu nahe kommen, nichts und niemand mehr darf uns berühren. Unsere Nase ist verstopft und macht somit alle Kommunikation unmöglich.
Mit der Drohung: „Komm mir bloß nicht zu nahe, ich bin erkältet!“ hält man sich erfolgreich alle vom Leibe. Diese Abwehrreaktion kann man durch heftiges Niesen noch eindrucksvoll untermauern, denn dabei werden unsere Ausatmungsorgane zu einer recht aggressiven Abwehrwaffe umfunktioniert.
Auch die Sprache als Kommunikationsmittel wird durch den rauhen Hals auf ein Minimum reduziert. Für intensive, verbale Auseinandersetzungen reicht es auf jeden Fall nicht mehr. Ein bellender Husten zeigt allein schon durch seinen bedrohlichen Ton ganz deutlich, daß sich unsere Kommunikationsfreude darauf beschränkt, dem anderen bestenfalls „etwas zu husten.“

Daß bei so viel Abwehr auch die Mandeln - als eines der wichtigsten Abwehrorgane unseres Körpers - auf Hochtouren arbeiten, ist nicht weiter verwunderlich. Dabei schwellen sie so stark an, dass man nicht mehr „alles schlucken“ kann. Ein Zustand, der den Patienten zu der selbstkritischen Frage ermuntern sollte, was er denn eigentlich „nicht mehr schlucken“ möchte.
Schlucken ist ein Akt des Hereinnehmens, also des Akzeptierens. Doch gerade das wollen wir jetzt nicht mehr, das zeigt uns die Erkältung auf allen Ebenen. Unsere Gliederschmerzen und das Zerschlagenheitsgefühl der Grippe lähmen jede Bewegung. Manchmal vermitteln sie uns sogar durch Schulterschmerzen einen spürbaren Eindruck des Gewichtes, das auf unseren Schultern lastet und das wir nicht länger tragen wollen.

Eine ganze Menge von diesen Problemen versuchen wir in Form von eitrigem Schleim aus uns herauszubefördern und je mehr wir davon loswerden, umso erleichterter fühlen wir uns.
Der zähe Schleim, der zunächst alles verstopfte und jegliche Kommunikation unterbrach, muß sich verflüssigen, damit wieder etwas in Bewegung kommt.
So bringt schließlich jede Erkältung wieder etwas in Fluß und signalisiert somit einen kleinen Fortschritt in unserer Entwicklung.
Auf der psychischen Ebene entsprechen Gifte, bzw. Toxine den Problemen, die analog dazu ebenfalls verflüssigt und ausgeschieden werden. Die Naturheilkunde sieht also in einer Erkältung zu Recht einen sehr gesunden Reinigungsprozeß, durch den diese Gifte aus unserem Körper ausgeschieden werden.
Bis zum nächsten Mal, wenn wir wieder mal die Nase voll haben...





Signatur

Worte, Worte, nichts als Worte! Dazwischen manchmal ein Gedanke.
(Marcel Reich-Ranicki)


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