Catherine  Zweig


Status: Offline Registriert seit: 03.01.2006 Beiträge: 194 Nachricht senden | Erstellt am 23.03.2006 - 20:51 |  |
Hier eine weitere Buchempfehlung:
„Goethes Mutter“
eine Biographie von Dagmar von Gersdorf
Insel Taschenbuch, ISBN 3-458-34625-2, 12,00 €
Erhältlich bei www.amazon.de
Kapitel IV. Ein wohleingerichtetes Haus – Kinderreichtum, Kindertot (1753-1760)
Auszug, Seite 69
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Neben den festangestellten Dienstboten waren Hilfskräfte vonnöten, die regelmäßig in Haus kamen: der Barbier und der Perückenmacher, die Botenfrau, die Wäscher- und Plätterinnen, Hausschneiderin und Weißnäherin, Ofenkehrer, Kutscher, Uhrmacher und Dachdecker, Böttger und Spengler, Korb- und Kesselflicker, dazu über viele Jahre Amme und Kinderfrau. Um das große und aufwendige Anwesen zu erhalten, benötigte man Fachpersonal. Brunnen und Zisterne mussten gereinigt, der Abtritt geleert, in allen Räumen die Holzdielen gespänt und abgezogen, mit Sand gescheuert, mit Wachs gebohnert werden. Die Untermägde brachten das Wasser in die Schlafräume und schütteten es nach Gebrauch in die Straßengosse, sorgen früh für die Öfen und das Feuer im Herd, leerten Nachtgeschirr, scheuerten Brat- und Waschkessel, besorgten Bunt- und Windelwäsche. Seife und Seifenpulver kamen im April 1755 jeweils im Viertelzentner, Wäschestärke und Berliner Blau zum Bleichen der Tafeltücher in Pfundpaketen ins Haus.
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Auch wenn das Buch/die Biographie überwiegend im 18. Jh. spielt, dürfte es grad was Haushaltsführung, Lebensgewohnheiten, Preise etc. auch für das Empire von Interesse sein. Und genau diese Themen sind es, welche das Buch neben den biographischen Aspekten besonders lesenswert (zumindest für mich) machen.
[Dieser Beitrag wurde am 23.03.2006 - 20:53 von Catherine aktualisiert]
Signatur "Ich were erstickt, wenn ich dieses nicht gesagt hätte" Liselotte von der Pfalz |