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Wilwariniel ...
Gläserwäscher
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...   Erstellt am 31.01.2006 - 09:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kapitel 24 (Wilwariniel)

Orlando war ein wenig unschlüssig. Vielleicht war er doch wieder zu frech geworden und hatte sich nun alles verspielt. Immerhin hatte er gesehen, was sie mit Sean so alles angestellt hatten. Sollten sie das mit ihm versuchen, würde es eine Katastrophe geben. Vielleicht benahm er sich wirklich sehr albern, aber er hatte eine Scheiß-Angst. Immer noch, nur jetzt wollte er sie nicht mehr zeigen. Seufzend betrachtete er die Jeans und das Shirt, die er hatte anziehen dürfen. Es war schon gut, dass er nicht mehr nackt war. Noch besser, dass er keine Windel mehr trug. Nun fühlte er sich nicht mehr so ausgeliefert und gedemütigt. Genau das gab ihm mehr Kraft.
Außerdem hatte er Hunger, eigentlich ein gutes Zeichen, dass er nicht mehr ganz so kläglich war. Orlando ließ sich an dem kleinen Tischchen nieder und betrachtete das Zimmer noch intensiver als zuvor. Da er nun den Grund dafür einigermaßen verstanden hatte, machte es ihm keine Angst mehr.
Das Problem war nur, dass er sich jetzt, wo er sich nicht mehr in seine Angst hineinsteigerte, gewaltig langweilte. Klar, der Raum war voller Spielzeug, aber er war ein erwachsener Mann und mit Kleinkindersachen wusste er nicht wirklich was anzufangen und Lesen war nicht gerade seine Lieblingsbeschäftigung.
Aber besonders lange brauchte er sich gar nicht langweilen, denn während er noch überlegte, was er unternehmen konnte, wurde die Tür aufgeschlossen und der dunkelhäutige Mann trat ein.
"Orlando. Wie ich sehe, hast du es dir bequem gemacht."
Orlando sah an sicher herunter. Auf einem viel zu kleinen Stuhl zu sitzen war alles andere als gemütlich.
"Ja." War seine kurze Antwort.
"Trotzdem muss ich dich jetzt bitten, mitzukommen. Der Boss hat dir etwas mitzuteilen und würde gerne mit dir zu Abend essen."
Orlando erhob sich. Natürlich wurde er nervös, aber er war Schauspieler und daraus zog er nun seinen Nutzen.
"Gerne, denn ich verhungere bald."
Er folgte Oho über den Flur und in einen Raum, den er noch nicht kannte. Dort war ein kleiner Tisch festlich gedeckt und Kolja erwartete ihn bereits mit einem breiten Grinsen.
"Ach Orlando, schön, dass du kommen konntest."
Orlando entging der ironische Unterton gewiss nicht, aber er lächelte. Stark sein, das war sein Motto ab sofort. Keine Schwächen mehr.
"Setz dich. Erst einmal wollen wir speisen und danach müssen wir wichtige Dinge besprechen."
Mit einem noch breiteren Lächeln auf den Lippen setzte sich Orlando hin. Oho hob die silberne Haube von dem Teller, der vor Orlando stand und schüttete ihm ein wenig Rotwein in ein Kristallglas.
"Lass es dir schmecken. Ich habe bereits gegessen und werde auf dich warten." sagte Kolja.
Vielleicht schien es Orlando nur so, aber er hatte das Gefühl, dass Kolja von seinem nun beiweitem sichereren Auftreten leicht irritiert war. Vorsichtig kostete er von dem Wein. Er schmeckte gut und war sicherlich keiner von den billigen, die er auf Tankstellen zu kaufen pflegte. Auch das Essen war köstlich und Orlando wischte sich mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck mit der Stoffserviette den Mund ab, nachdem er seinen Teller geleert hatte.
Wieder nahm er einen großen Schluck Wein.
"Bist du bereit, oder kann ich dir noch etwas bringen lassen?" fragte Kolja und lehnte sich in seinem Stuhl zurück.
"Nein, danke, es war vorzüglich und ich bin nun satt." antwortete Orlando und schlug die Beine übereinander. "Und bereit bin ich auch."
Kolja nickte und deutete mit einer Kopfbewegung an, dass Oho den Tisch abräumen sollte. Erst als dieses erfolgt war, sah er Orlando wieder an.
"Nun, ich konnte eben beobachten, dass du nicht so recht weißt, was du mit deiner Zeit anfangen sollst. Das Spielzeug ist anscheinend nichts für dich. Aber keine Sorge, ich habe bereits ein anderes Schlafzimmer für dich vorbereitet. Doch bevor du dieses beziehst, möchte ich ein mit dir spielen. Kein Kinderspiel, sondern eines, das nur für Erwachsene wie dich geeignet ist. Meinst du, dass du das kannst?"
Orlando nickte nur als Antwort.
"Gut. Wie ich sehe, hast du wohl so Einiges eingesehen. Sehr löblich." Kolja beugte sich weder vor um sein Weinglas in die Hand zu nehmen. "Nun, es geht darum, dass wir eine Art Schnitzeljagd veranstalten werden. Sean ist bereits dort, wo du ihn finden sollst. Irgendwo in diesem Haus. Gut versteckte, aber hilfreiche Hinweise werden dich leiten. Das wäre alles natürlich noch nichts Besonderes, aber es gibt einen Haken. Du hast nur eineinhalb Stunden Zeit und das Gebäude ist nicht klein. Solltest du ihn nicht rechtzeitig finden, werden Pawel und Vasily ihn finden und das wird keineswegs angenehm für ihn werden. Also, sieh zu, dass du dich beeilst und alle Hinweise auf seinen Aufenthaltsort aufmerksam liest. Hast du das soweit verstanden?"
"Natürlich. Es hört sich aufregend an." antwortete Orlando trocken, obwohl er spürte, dass wieder ein wenig Panik in ihm aufstieg.
Zur Beruhigung leerte er sein Weinglas in einem Zug, was Kolja zu einem breiten Grinsen brachte. Er merkte natürlich, dass der Junge Angst hatte, aber dies nun nicht mehr zeigen wollte.
"Sehr schön. Du scheinst ein gescheiter Bursche zu sein, aber das wird sich ja später zeigen, ob dem auch wirklich so ist. Hast du noch Fragen?"
Orlando überlegte, aber schüttelte dann den Kopf.
"Gut, nun dann zu den Regeln. Das Spiel beginnt in einer Viertelstunde und du hast genau 90 Minuten Zeit, um deinen Freund zu finden. Bist du eine Minute zu spät, IST es zu spät. Verstanden? Des Weiteren möchte ich dir noch sagen, dass du Zugang zu sämtlichen Räumen in diesen Gebäuden hast, soweit sie aufgeschlossen sind. Einige sind verschlossen und die Schlüssel dazu sind geschickt versteckt worden. Diese musst du unbedingt finden, denn ansonsten entgehen dir wichtige Hinweise."
"Okay." sagte Orlando. "Das wird sicher spannend werden."
Kolja nickte nun und prostete ihm zu. Eilig füllte Oho Orlandos Glas auf.
"Also, dann auf ein gutes Gelingen und die Rettung deines Freundes. Und denke immer daran, du musst ihn unbedingt finden…"
Orlando entging der geheimnisvolle Unterton nicht, mit dem Kolja gesprochen hatte. Aber er nickte nur lächelnd, prostete seinem Gegenüber zu und trank ein kleines Schlückchen Wein. Er war sich äußerst bewusst, dass er einen klaren Kopf behalten musste.
Kolja blickte auf eine prunkvoll verzierte Uhr an der Wand.
"Bereite dich gut vor. Mit dem Glockenschlag dieser Uhr beginnt das Spiel."
Orlando atmete tief durch.
Unheilverkündet schlug das Pendel der Uhr hin und her, ähnlich schnell wie Orlandos Herz, das wild pochte.
"Ich habe doch noch eine Frage. Was wird Sean passieren, wenn ich ihn nicht finde?"
Kolja lächelte, auf diese Frage hatte er gewartet.
"Nun, das wirst du dann sehen. Und es wird nicht schön sein, was du siehst. Oh, und beinahe hätte ich den ersten Tipp vergessen. Ich werde wohl alt. Oho, reiche ihm den Hinweis und die Taschenuhr."
Oho überreichte Orlando einen zusammengerollten Zettel, der mit einem roten Seidenband gehalten wurde, an der eine goldene Taschenuhr baumelte.
Zaghaft öffnete Orlando die Rolle, nachdem er sich die Uhr um den Hals gehängt hatte.


Die Uhr schlägt acht, das Spiel beginnt,
nun sieh dich vor, denn die Zeit verrinnt.
Dein edler Freund dich schon vermisst
In einem Raum, der keine Sterne küsst.
Ein erster Ort dir offenbart,
geschmückt mit reicher Blütenart,
wo du wirst finden deinen Weg,
den ich dir zu den Füßen leg.




stand dort in Tinte und von Hand in einer altertümlichen Handschrift geschrieben, so dass Orlando Schwierigkeiten hatte, sie zu entziffern und lange brauchte, um die Worte zu verstehen.
Er schluckte, aber sein Gesicht blieb hart. Er durfte jetzt keine Schwäche zeigen und schon gar nicht die Nerven verlieren. Auch wenn er nicht verstand, was ihm diese Botschaft mitteilen wollte. Ein Raum, der keine Sterne küsste. Orlando war noch niemals gut im Interpretieren gewesen. Aber nun würde er es wohl lernen müssen.
Es lag an ihm, Sean aus einer wahrscheinlich misslichen Lage zu befreien und genau das wollte er mit aller Macht schaffen.
Kaum hatte der Zeiger volle Stunde erreicht, als Orlando aufsprang und durch die von Oho aufgehaltene Tür eilte.
Erst als er in einer Art Eingangshalle ankam, blieb er stehen, um nachzudenken.
"Reiche Blütenart", murmelte er vor sich hin.
Was konnte nur damit gemeint sein. Kolja hatte vom Gebäude gesprochen, als würde es nicht der Garten sein. Aber was dann? Ziemlich schnell ging Orlando ein Licht auf. Viele Blumen und Pflanzen konnte es auch in einem geschlossenen Raum geben. Einem Wintergarten. Aber wo sollte er anfangen, diesen zu suchen? Denn das Haus ähnelte einem Labyrinth. Anscheinend war es von einem äußerst verrückten Architekten entworfen worden.
Und er hatte nur noch 86 Minuten.

TBC






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Kitty ...
Kellner
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...   Erstellt am 02.02.2006 - 13:37Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kapitel 25 (Kitty)


Kolja hatte Orlando hintergeschaut. Jetzt atmete er tief durch und warf Oho einen raschen Blick zu.
„Ich bin gespannt. Ich bin – wirklich gespannt!“
Er erhob sich nun und trat vor einen seiner zahlreichen Bildschirme, die sich in fast jedem seiner Zimmer befanden und schaltete ihn ein. Er sah Orlando gerade in der Eingangshalle, scheinbar hektisch überlegend, was er nun zu tun hatte. Ein Lächeln legte sich auf Koljas Züge, dann schaltete er weiter zum Kellergewölbe. Sean war erwacht. Und saß mit einem mehr als mürrischem Gesichtsausdruck an die kühle Wand gelehnt. Kolja hob das Kinn etwas an. Himmel, dieser Mann sah sogar noch gut aus, wenn er so zornig ausschaute! Er stieß langsam die Luft aus und drückte eine Taste, um mit Sean reden zu können.

Als Sean Koljas Stimme sogar hier unten vernahm, unterdrückte er sein Fluchen nicht und schüttelte nur den Kopf, erbost über seine eigene Dummheit, Kolja überhaupt so weit vertraut und dessen Einladung zum Essen angenommen zu haben – bloß um sich danach hier unten wiederzufinden! Nackt, mit kalten Steinen unter dem bloßen Hintern! Da nützte auch ein voller Magen nicht, um seine gute Laune wieder herzustellen!
„Nun, Sean, alles in Ordnung bei dir?“
Sean verdrehte nur die Augen und knirschte ein unterdrücktes „Leck mich, du Arsch!“. Kolja schob die Unterlippe vor.
„Nana, nicht doch! Es sollte schon der Situation angepasst sein, vielleicht komme ich später auf dein Angebot zurück! Aber das ist es nicht, warum ich mich bei dir melde, mein schöner wilder Tiger!“
Wieder knurrte Sean in sich hinein und ähnelte daher diesem besagten Raubtier nur noch mehr: angekettet, wütend, knurrend – ihm war wahrscheinlich gar nicht bewusst, wie attraktiv er in diesem Zustand wirkte. Kolja dafür umso mehr!
„Hör zu, Sean: Du möchtest doch deinem kleinen Freund helfen, nicht wahr? Nun, ich habe ihm durch dich die Gelegenheit dazu gegeben. Siehst du den kleinen Gang schräg links vor dir?? Da, wo die Gittertüren sind? Es sind 5 Stück. 5 Gittertüren, die dich von zwei meiner Männer trennen. Alle 20 Minuten wird sich eine davon öffnen. Was geschieht, wenn sich die letzte öffnet, wirst du dir sicherlich denken können.“
Sean sog scharf die Luft ein. Er konnte es sich lebhaft vorstellen. Doch schon fuhr Kolja fort:
„Dein kleiner Freund braucht dich nur schnell genug zu finden. Er hat dafür 90 Minuten Zeit. Und wenn du nun nachdenkst und zu dem Ergebnis kommst, dass sich nach 80 Minuten das 4. Gitter öffnet und bis zum 5. die Zeit längst herum ist...“
Kolja lachte leise.
„Irrtum, mein Freund. Wenn dich dein Freund nach 90 Minuten nicht gefunden haben sollte... geht natürlich automatisch das fünfte und letzte Gitter hoch und meine Männer haben... gewonnen! Und – sie dürfen alles mit dir machen, was sie wollen. Nur eins nicht. Dich lieben! Das – bleibt mir vorbehalten!“
Er setzte noch ein leises Lachen hinterher, zündete sich noch eine Zigarette an und schaute Sean an, dessen Gesicht sich versteinert hatte.
„Schau nicht so missmutig drein, mein Hübscher! Vielleicht steckt ja tatsächlich viel mehr in unserem kleinen Freund, der jetzt in meinem Haus rumirrt, um dich zu finden, als wir beide denken!“
Kolja wartete Seans Reaktion gar nicht mehr ab, sondern schaltete von Sean weiter zur Eingangshalle. Doch Orlando war dort nicht mehr zu sehen. Kolja nickte mit einem leichten Schmunzeln und suchte sich weiter durch die Räume, bis er zum Wintergarten kam. Und dann lächelte er. Orlando stand dort und schaute sich suchend um.

Orlando war selbst überrascht gewesen, dass er den Wintergarten gefunden hatte. Aber nachdem er ein paar Gänge entlang gerannt war, hatte er plötzlich gestutzt, als er auf dem Boden vor einer Tür Wasserflecken entdeckt hatte. Es war nur eine Idee gewesen, aber als er die Tür aufgerissen hatte, entfuhr ihm ein „YES!!!“ und sofort war er eingetreten und hatte sich im Wintergarten umgesehen. Nach dem ersten Hinweis ahnte er, dass sich hier irgendwo ein Zweiter versteckt sein musste. Nur wo? Wo?? Hastig sah er sich um. Überall Pflanzen, Palmen, seltsam aussehende Gewächse, Orchideen, in schillernden Farben, sicherlich sehr kostbar, aber das scherte ihn nicht. Such, streng dich an, hämmerte es in ihm. Aber wo? drängte sich eine Stimme in ihm auf. Wo soll ich suchen, wenn ich nicht weiß, nach was? Orlando ächzte auf und sah sich wieder wie gehetzt um. Wie war der Spruch gewesen? Er zog das Papier aus seiner Hosentasche und überflog es nochmal:

Ein erster Ort dir offenbart,
geschmückt mit reicher Blütenart,
wo du wirst finden deinen Weg,
den ich dir zu den Füßen leg.


Wirst du finden deinen Weg, den ich dir zu Füßen leg... Verdammte Scheiße, hätte man ihm diese Infos nicht einfacher geben können? So was wie „Such unter der größten Palme!“ oder so? Den ich dir zu Füßen leg... den ich dir zu Füßen leg... Am Boden!! Irgendwo am Boden musste irgendein Hinweis sein! Also such! SUCH!!

Orlando hastete durch den Wintergarten. Irgendwo MUSSTE doch dieser verdammte Hinweis sein! Irgend... Moment! Er fuhr herum. Da war doch eben etwas gewesen. Wo? WO??? Orlandos Blick huschte über den Boden, bis er auf den kleinen japanisch angelegten Sandgarten stieß. Keuchend trat Orlando darauf zu. Dort, wo gewöhnlich nur Muster in den feinen Sand gezogen waren, war jetzt etwas in den Sand geschrieben.

Für das Auge fast zu klein
Könnte dieser Hinweis sein:
Drum lies genau, was hier steht,
bevor vom Wind es weggeweht.


Orlando schrak zusammen, als in dem Moment eine große Tür aufschwang und tatsächlich eine Windbö durch dem Wintergarten wehte. Rasch warf er sich halb über diesen kleinen Sandgarten und überflog die letzten zwei Zeilen:

Wenn du besiegst grad diesen Wind,
ein and’rer Hinweis folgt geschwind!


HÄH??? Orlando schüttelte den Kopf, fuhr herum und wurde von der Wucht dieses Windes im ersten Moment was umgeworfen. Er hielt sich den Arm vors Gesicht und stemmte sich dagegen. Nur undeutlich erkannte er die offene Schwingtür, auf die er jetzt zuging. Die Zeit, Orlando, die Zeit! hämmerte es in ihm, und mit einem Aufschrei stürzte er nun vorwärts, taumelte durch die Tür und sah undeutlich direkt dahinter eine Windmaschine. Keuchend stolperte er darauf zu und riss den Stecker aus der Wand. Sofort wurde sie langsamer und hielt schließlich auch an. Jetzt erst erkannte Orlando auch, dass er sich auf einem Balkon befand. Und wo – zum Teufel – sollte sich hier der nächste Hinweis befinden? Grübelnd sah er sich auf dem Balkon um. Nichts weiter als diese Windmaschine befand sich hier! Okay, ein paar große Blumenkübel in den Ecken, aber nichts Besonderes!

Aufstöhnend ließ sich Orlando in die Hocke sinken. Immer noch ging sein Atem heftiger. Zitternd zog er die Uhr hervor. 16 Minuten bereits vergangen – und er stand immer noch am Anfang. Keine Spur von Sean. Nur total blöde Hinweise, mit denen kein Schwein etwas anfangen konnte! Verdammte Scheiße nochmal! Orlando richtete sich wieder auf, trat auf die Balkonbrüstung zu und ließ den Kopf in den Nacken sinken. Als er jetzt tief durchatmend wieder nach vorn blickte und auf den Innenhof des Hauses blickte, verengten sich seine Augen. In der Mitte des Hofes befand sich ein großer schattenspendender Baum. Aber nicht der war es, der Orlandos Aufmerksamkeit auf sich gelenkt hatte. Nein, es waren die Worte, die groß in den Sand geschrieben waren:

ENE - MENE - MUH
RAUS BIST DU
WERD MUNTER
KOMM RUNTER
IM NU


Orlando fluchte laut auf.
„Bin ich ein Vogel, kann ich fliegen?? Arschloch!“
Er sah sich hastig um. Immerhin befand er sich hier im zweiten Stock. Grübelnd beugte er sich weiter vor. Keine Strickleiter, keine normale Leiter. Nichts. Sekundenlang stand er wie angewurzelt und biss sich auf die Lippen. Also gut. Okay. Bitte! Noch einmal atmete er tief durch, bevor er sich auf die Balkonbrüstung schwang, darüber kletterte und noch einmal nach unten schaute. Und dann sprang er.

Tbc...

[Dieser Beitrag wurde am 02.02.2006 - 13:38 von Kitty aktualisiert]





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Kitty ...
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...   Erstellt am 03.02.2006 - 14:05Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


An dieser Stelle eine kleine Anmerkung: Wil + ich wollen demnächst probieren, diese Story hier direkt weiterzuschreiben. Also nicht so lange Chapter, wie ihr's gewohnt seid, sondern, daß man sich - ähnlich wie in einem Rollenspiel - die Bälle besser zuwerfen kann. Nur, daß ihr schon mal Bescheid wißt!

[Dieser Beitrag wurde am 03.02.2006 - 14:07 von Kitty aktualisiert]





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Wilwariniel ...
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...   Erstellt am 03.02.2006 - 14:17Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kapitel 26 (Wilwariniel)

Er war nur der Bruchteil einer Sekunde, bis Orlando sicher auf seinem Hintern im Sand landete.
Gut, nun war er schnell und heil nach unten gekommen, aber wo ging es weiter? Er rappelte sich auf und schüttelte den Sand von seiner Kleidung. Mit einem grübelnden Blick ging er auf die Stelle zu, wo die Botschaft im Sand stand.
"Ein Kinderreim…" nuschelte er in seinen nicht vorhandenen Bart.
Vielleicht hatte der etwas zu bedeuten. Klar, er war nun wieder im Erdgeschoss und direkt vor ihm lag das Fenster zu seinem "Kinderzimmer". Er erkannte es an den hellblauen Vorhängen mit den Bärchen. Ein Fenster schien nur angelehnt zu sein, dabei erinnerte er sich, dass sie alle geschlossen gewesen waren, als er es verlassen hatte.
Mit einem triumphierenden Lächeln ging er hin und stieß es auf. Bestimmt würde er dort den nächsten Hinweis finden.
Mit einem Schwung war er über die niedrige Fensterbank geklettert und sah sich suchend um.
Wo konnte hier in dem Wirrwarr an Spielsachen etwas versteckt sein? Mit zusammengekniffenen Augen ging er näher an eines der Regale ran. Aber dort war nichts Auffälliges. Als er sich umdrehte, fiel sein Blick auf den Kindertisch. Moment, dort hatte eben noch kein Zeichenblock mit Stiften gelegen.
Orlando setzte sich und blätterte durch den Block. Er war absolut leer. Nichts zu lesen.
Er wollte ihn schon frustriert in eine Ecke feuern, doch dann sah er die Stifte, die aus der Verpackung gezogen worden waren. Ein blauer und ein weißer.
Ein weißer? Orlando schlug sich gegen die Stirn. So lange war seine Kindheit auch noch nicht her, dass er keine Zauberstifte kannte, die unsichtbar schrieben und dann eine andere Farbe bekamen, wenn man darüber malte.
Voller Elan nahm er den dicken, blauen Stift und malte über die erste Seite des Malblocks.
Tatsächlich tauchte in dem Blau seine nächste Botschaft auf. Diesmal in Kinderschrift geschrieben.

Mein kleiner Freund,
du bist gescheit,
doch noch lange ist es nicht soweit.
Sieh auf die Uhr, du kommst zu spät,
weil die Zeit zu schnell vergeht.



"Na prima…" entfuhr ihm.
Mit dieser Botschaft konnte er nun erstmal gar nichts anfangen. Dass die Zeit viel zu schnell verging, hatte er auch schon festgestellt. Er sah sich suchend um und entdeckte eine Kinderuhr an der Wand, die ihm vorher noch gar nicht aufgefallen war. Leicht frustriert stand er auf und besah sich den Bären mit den im Sekundentakt wackelnden Augen genauer. Nichts Besonderes. Vorsichtig nahm er ihn von der Wand, sogleich fiel ihm ein Zettel vor die Füße, den er schnell aufhob. Das war ja doch recht schnell gegangen.



Die Augen blicken hin und her,
dein Herz wird langsam furchtbar schwer,
gehe los zum nächsten Schritt,
in den Raum, den man oft in Not betritt.
Doch vorher sieh dich gut um,
sonst endest du womöglich dumm.


"Aha."
Orlando erkannte sofort, welcher Raum gemeint war, doch nach was sollte er sich vorher umschauen? Das war einfach nur irreführend und er wurde, wie es seine Art nun mal war, langsam aber sicher ungeduldig. Er hatte schlicht und ergreifend keinen Bock mehr.
Wütend schmiss er den Zettel auf den Boden. Er vergeudete doch nur seine kostbare Zeit, denn mittlerweile waren über 30 Minuten vergangen und er war kaum einen Schritt weiter. Nein, er stand in einem verfluchten Kinderzimmer.
Orlando drehte sich um und besah sich die Wände. Wo waren nur die Kameras? Er wollte auf der Stelle mit Kolja sprechen. So würde er nicht mehr weiter spielen.
Auf dem Bücherregal entdeckte er eine kleine Kamera. Er blickte böse hinein.
"Ich weiß genau, dass sie mich sehen und hören. Und ich möchte auf der Stelle mit ihnen reden. Denn ich habe keinen Bock mehr, meine Zeit mit Kinderspielchen und Rätselraten zu verschwenden…es geht hier um den Mann, den ich liebe! Und den möchte ich schleunigst finden!"











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