ForumNewsMitgliederSuchenRegistrierenMember LoginKostenloses Forum!


Neuer Thread ...
More : [1] [2]


ErstellerThema » Beitrag als Abo bestellenThread schließen Thread verschieben Festpinnen Druckansicht Thread löschen

Cat_Ballou 
Plaza-Chefin
.........



Status: Offline
Registriert seit: 22.01.2006
Beiträge: 298
Nachricht senden
...   Erstellt am 22.01.2006 - 18:09Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


GNADENLOS

Die Party war ziemlich langweilig. Sean lehnte am Tresen und starrte in sein Bierglas, als Viggo neben ihn trat und ihm kurz den Arm um die Schultern legte.
„Na? Müde?“
„Ach was! Nein...“
Sean wischte mit der Hand über den blankpolierten Tresen und grinste Viggo schief an.
„Es ist nur seltsam zu wissen, dass es nur noch ein paar Tage sind, bis die Dreharbeiten zum ersten Teil abgeschlossen sind. Und ich – na ja, dass ich gar nichts mehr zu tun habe, sondern nur noch hier bin, um eventuelle Szenen noch nachzudrehen. Obwohl ich bezweifle, dass es dazu kommen wird!“ fügte er seufzend hinzu. „Im Grunde genommen könnte ich schon abreisen!“
„Aber das tust du nicht?“ wollte Viggo mit hochgezogener Augenbraue wissen. Sean wandte den Kopf und lächelte seinen Freund an.
„Möchtest du denn noch, dass ich bleibe?“
Er wußte die Antwort schon im Voraus, aber dennoch würde es schön sein, sie auch von Viggo zu hören. Der lächelte, beugte sich vor und presste kurz seinen Mund an Sean’s Wange.
„Als wenn du die Antwort nicht eh schon wüsstest! Natürlich will ich es!“
Sean schenkte ihm ein kleines dankbares Lächeln. Er wollte noch etwas hinzufügen, als er ein Räuspern hinter sich hörte und sich dorthin umwandte. Vor ihnen stand ein Mann, der sie jetzt freundlich anlächelte. Er trug einen dunklen Anzug, Schuhe in derselben Farbe und ein dunkelblaues Hemd mit passender Kravatte in hellgrau und blau gemustert. Die blonden Haare mit den noch helleren Strähnen darin waren mit Gel nach hinten gestrichen. Seine hellen Augen sahen die beiden Männer interessiert und mit einem freundlichen Lächeln an.
„Schönen guten Abend. Sean, Viggo!“
Er nickte beiden zu.
„Ich hoffe, ihr habt nichts dagegen, dass ich euch gleich so vertraut anspreche, aber Peter hat mir schon so viel von euch erzählt, dass ich das Gefühl habe, euch schon ewig zu kennen!“
Jetzt streckte er Sean die Hand hin, die der auch ergriff.
„Mein Name ist Kolja. Und ich bin ja so begeistert von dir, ach, was rede ich, von allen Darstellern!“
Sean schaute ihn unsicher lächelnd an.
„Ähm... Kolja, ich – Peter hat nie von dir erzählt!“
Kolja winkte ab.
„Ach, wir kennen uns schon so lange, für ihn ist es wohl normal, dass ich hier einfach aufgetaucht bin, bei den ganzen Gästen, die hier rumlaufen, würde mich nicht einmal wundern, wenn er mich noch gar nicht entdeckt hätte!“
Wieder lächelte er und reichte nun auch Viggo die Hand.
„Sehr erfreut, euch kennenzulernen!“
Auch Viggo erwiderte den Gruß mit einem unverbindlichen Lächeln, erkundigte sich dann aber:
„Sind Sie ein Sponsor?“
Kolja lachte kurz auf.
„Kann man so sagen, ja. Ich investiere gern, wenn ich der Meinung bin, dass sich die Sache lohnt! Darf ich euch zu einem Drink einladen?“
Er wartete die Antworten der Beiden gar nicht ab, sondern winkte dem Barkeeper nur zu und bestellte so drei Whiskys. Als die Drinks vor ihnen standen, griff Kolja zu seinem Glas und prostete den zwei Männern zu.
„Auf noch weitere Erfolge! Denn dass dies einer wird, bezweifle ich nicht!“
Nachdem sie getrunken hatte, stellte Viggo sein leeres Glas ab.
„Ihr entschuldigt mich bitte einen Moment, ich bin sofort wieder da!“
Er lächelte leicht und entfernte sich. Sean lächelte und wandte sich wieder an Kolja.
„Also was ich...“
Er kam nicht weiter, da Kolja ihn unterbrach:
„Zeit ist Geld, und ich wollte mit dir allein reden. Ich will dich näher kennenlernen, Sean. Allein. Ich weiß, dass du in Kürze abreist. Komm zu mir. In mein Haus. Was sagst du?“
Sean sagte im ersten Impuls gar nichts. Er starrte den Mann vor sich nur mit zusammengezogenen Augenbrauen an. Dann gab er ein kurzes Grinsen von sich und schüttelte den Kopf.
„Was? Wozu?“
„Weil ich es sage!“
Kolja’s Stimme klang nun nicht mehr so freundlich und unverbindlich wie zuvor. Er zischte Sean die Worte zu und beugte sich mit gefährlich glitzernden Augen zu ihm vor.
„Und ich würde dir raten, zuzusagen!“
„Willst du mir etwa drohen?“
Auch Sean kniff nun die Augen leicht zusammen. Was sollte das? Was war das für ein Typ? Kolja hob das Kinn etwas an. Jetzt waren seine Gesichtszüge wieder so wie vorhin. Er lächelte sogar, als er antwortete:
„Wenn es sein muß, ja. Daher bitte ich dich, dich mir lieber nicht zu widersetzen!“
Sean gab jetzt ein kurzes Lachen von sich.
„Spinner!“
Er stellte sein noch nicht ausgetrunkenes Glas zurück auf den Tresen und wollte sich abwenden. Doch in dem Moment packte Kolja zu. Seine Finger krallten sich um Sean’s Handgelenk, sein Gesicht kam näher. Doch mit gleichbleibend freundlichem Ton meinte er jetzt leise:
„Überleg es dir. Nicht, dass du es – irgendwann bereust, mein Freund!“
Sean riß sich nur wortlos los.
„Wenn du mir drohen willst, wirst DU es bereuen!“
Er warf Kolja noch einen bitterbösen Blick zu, dann verschwand er in der Menge der übrigen Partygäste. Den lauernden Blick und das Funkeln in Kolja’s Augen bemerkte er nicht mehr.

Erst viel später, als Sean und Viggo gemeinsam die Party verließen, um zu ihren Trailern zu gehen, sah Viggo seinen Freund an.
„Was ist los mit dir? Seit vorhin warst du so ruhig.“
„Ach...“
Sean knurrte in sich hinein, entschloß sich dann aber doch, Viggo von dem kleinen Zwischenspiel zu erzählen. Der zog die Augenbraue hoch, als Sean geendet hatte.
„Ein perverser Fan? Was glaubst du?“
Sean zog nur die Achseln hoch.
„Ich hab keine Ahnung. Ich hab ihn danach nicht mehr gesehen. Er war einfach weg. Und komischerweise scheint ihn auch sonst niemand gesehen zu haben. Ich hab alle möglichen Leute gefragt.“
Auch Viggo grübelte kurz in sich hinein.
„Wer weiß, was für ein Spinner das war.“
Sean nickte stumm. Dann fuhr Viggo fort:
„Naja, solang er keinen Blödsinn gemacht hat und nichts passiert ist, geht’s ja noch. Die Frage ist nur, wie er reingekommen ist zu der Party. Das ging ja nur auf Einladung.“
Wieder nickte Sean. Sie waren jetzt vor seinem Trailer angekommen und Sean wandte sich an seinen Freund.
„Wahrscheinlich war’s wirklich nur so ein Spinner. Wir hätten Peter einfach mal fragen sollen, ob er einen Kolja überhaupt kennt. Aber ich denk mal nicht.“
„Vermut ich auch!“ nickte Viggo, dann beugte er sich vor, küsste Sean rasch auf die Wange und lächelte.
„Dann grüß unseren jungen Elben, wenn er nach Hause kommt. Ich hab ihn nur zu Anfang auf der Party gesehen, als er mit den Hobbits rumhing. Dachte schon, er hat von dir bereits die Nase voll!“
Sean wich dem kleinen Rippenstoß von Viggo aus und erwiderte dessen Grinsen.
„Nie und nimmer. Wir verstehen uns immer noch so gut wie am ersten Tag!“
„Des Drehbeginns oder als du ihn das erste Mal flachgelegt hast?“
Viggo’s Grinsen wurde noch unverschämter, doch Sean schüttelte ernst den Kopf.
„Ich hab ihn noch nicht flachgelegt! Glaub’s oder laß es bleiben, Mortensen!“
Er holte tief Luft und zündete sich eine Zigarette an. Und während er den Rauch ausblies, schaute er Viggo wieder an.
„Guck nicht so ungläubig. Bislang ist Orlando immer noch etwas zurückgewichen. Oder ich. Einer von uns beiden hat bislang immer gekniffen. Wir lieben uns, ja, aber – na ja...“
Sean ließ kurz den Kopf sinken und grinste dann schief.
„Wir sind halt noch nicht bis zum Äußersten gegangen.“
Er zuckte mit den Schultern.
„Aber so haben wir immer noch was als Steigerung!“
Viggo lächelte verständnisvoll.
„Sozusagen die Krönung, hm? Solang mir das nicht bei meiner im dritten Teil passiert, dass mich Gandalf dabei flachlegt oder dein Bruder!“
Jetzt wich Viggo dem Boxhieb von Sean lachend aus, dann wandte er sich winkend ab.
„Schlaf gut, Sean, wir sehen uns morgen früh um 7!“
Sean hob nur die Hand und nickte, dann zog er den Schlüssel hervor, um den Trailer aufzuschließen, hielt aber in der Bewegung inne, als er bemerkte, dass die Tür nicht abgeschlossen war. Sollte Orlando tatsächlich vor ihm die Party verlassen haben? Kaum möglich, schoß es Sean durch den Kopf, während er grinsend eintrat und dann das Licht anknipste. Doch schon im nächsten Moment blieb er wie angewurzelt stehen und rang nach Luft. Mitten auf dem Tisch lag die blutüberströmte Elbenperücke von Legolas!


Kapitel 2 (Wilwariniel)

"Hey kleiner Elb!"
Orlando wandte sich von Elijah ab und sah sich nach der Stimme um, die plötzlich hinter ihm ertönt war. Er sah in ein ihm völlig fremdes Gesicht. Ob er überhaupt gemeint war?
Nun sah er sich suchend um, vielleicht war ja irgendwo in der Nähe noch ein Elbendarsteller.
Aber weit und breit keiner der anderen Elben, soweit er erkennen konnte.
"Kann ich etwas für sie tun?" fragte er mit hochgezogenen Augenbrauen.
Der Kerl kam näher und lächelte über das ganze Gesicht.
"Orlando, oder? Ich habe schon so viel über dich gehört. Du bist wohl ein ganz Talentierter, oder?"
Orlando zuckte mit den Schultern.
"Muss ich Sie kennen?"
Kolja schüttelte freundlich mit dem Kopf.
"Nein, noch kennst du mich nicht. Ich bin ein Freund von Peter und er hat viel über dein Talent und deine Rolle erzählt, deshalb wollte ich dich einmal persönlich kennen lernen..."
"Ach so...gut, das ist dann ja nun geschehen..."
Orlando hatte keine große Lust, sich jetzt mit einem Fremden zu unterhalten, er war schließlich zum Feiern hier und nicht um irgendwelche Idioten zu unterhalten, also widmete er sich wieder seinem Bier, dem vierten mittlerweile.
Aber er hatte nicht mit der Hartnäckigkeit seines Gegenübers gerechnet.
"Keine Lust, dich ein wenig mit mir zu unterhalten? Ich könnte dir vielleicht schon in deine nächsten Rollen helfen. Immerhin ist ja das hier auch irgendwann vorbei..."
Orlando verdrehte die Augen in Richtung von Dominic, um zu zeigen wie genervt er war.
Danach sah er den Mann, den er wie einen Eindringling empfand, mit gerunzelter Stirn an.
"Erstens möchte ich hier feiern, zweitens habe ich jetzt keine Lust zu reden und drittens bin ich auch schon viel zu blau dazu...okay?"
Orlando war nicht auf den Mund gefallen und das Bier löste seine Zunge nur noch mehr. Leider ließ sich Kolja auch durch die Bissigkeit des jungen Mannes nicht beeindrucken. Er blieb am Ball und kam nun noch näher. Orlando zog die Flucht nach hinten vor.
"Hobbits...lasst uns doch tanzen gehen...ich brauch gute Laune...und hier ist ja gar nichts los!"
Sein Vorschlag wurde freudestrahlend entgegen genommen und Kolja konnte nur noch beobachten, wie vier junge und betrunkene Männer zur Tanzfläche stürmten und mit ihren Bierflaschen in der Hand begannen, sich zur Musik zu bewegen.
"Ich krieg dich schon noch..." sagte er leise zu sich selber und grinste.
Oh ja, er wollte diesen kleinen Jüngling kriegen. Sollte dieser ruhig noch ein wenig seine Freiheit genießen. Früher oder später würde er ihm noch unter die Fuchtel gelangen.

Kaum eine Viertelstunde später waren die fünf nass geschwitzt auf dem Weg nach draußen, um ein wenig frische Luft zu tanken. Besonders wegen Elijah, der nun sieben Bierchen intus hatte und dementsprechend nicht mehr so ganz bei Sinnen war. Eigentlich hatte sich Orlando endlich zu Sean gesellen wollen, aber dadurch, dass Elijah nun mit in nicht wirklich guter Verfassung auf einer kleinen Mauer saß und entweder jeden Augenblick umfallen oder sein Bier im hohen Bogen wieder von sich geben würde, musste er erstmal dort bleiben.
In solchen Situationen war Orlando immer der Retter in der Not, außer er war derjenige mit dem grünen Gesicht. War auch schon vorgekommen. Denn Orlando vertrug nicht besonders viel. Aber heute saß er einigermaßen fit neben Elijah und hatte den Arm um seinen jüngeren Kollegen gelegt.
"Alles okay? Sollen wir dich lieber in dein Bett bringen?" fragte er mit sanfter Stimme.
Aber Elijah schien wohl lieber an der Luft zu bleiben, denn er schüttelte den Kopf.
Das konnte Orlando wirklich gut. Er war so sehr mit Elijah beschäftigt, dass er gar nicht bemerkte, dass sie zwei heimliche Beobachter hatten, die sich klammheimlich hinter ein paar Bäumen versteckt hatten und diese rührende Szene nun beobachteten.
'Das sind ja wirklich noch Kinder...und so was spielt in einem solchen Film..." flüsterte der große Blonde seinem kleineren Freund zu und schüttelte den Kopf.
Hoffentlich würde sich der Kleinste von denen bald endgültig verabschieden. Sie mussten schließlich ihren Auftrag erfüllen.
"Hast du den Schlagstock?" wisperte der dunkelhaarige Kleine.
"Ja...aber es sieht nicht so aus, als würden wir hier schnell zum Zug kommen..."
Doch das Schicksal war auf ihrer Seite.
"Billy, kannst du mal übernehmen? Ich muss das Bier wegbringen..." fragte Orlando.
Der Angesprochene tauschte nun die Position mit ihm und Orlando ging zur größten Verzückung der beiden Männer genau in deren Richtung. Nun musste es schnell und leise gehen. Niemand durfte etwas bemerken.
Sie beobachteten, wie Orlando sich zuerst vorsichtig umsah und dann auf einen Baum zusteuerte. Ein lautes Stöhnen kam aus der Richtung, aus der er gekommen war und Orlando sah sich wieder um. Elijah hatte wohl den Kampf gegen das Bier verloren und lenkte sämtliche vermeintlichen Zuschauer damit unfreiwillig, aber gekonnt ab.
Diese Chance nutzten die beiden Angreifer. Noch währen Orlando seinen Weg fortsetzte und begann, seinen Gürtel zu öffnen, schlichen zwei Gestalten direkt hinter ihm her. Der Größere gab dem Kleineren ein Zeichen und sprang wie eine Katze auf Orlando zu. Der Schlagstock sauste nur einmal hernieder und der schlanke, junge Mann lag reglos auf dem Boden.
Sofort wurde er an den Armen gepackt und zwischen die Bäume gezogen.
"Hier, er blutet, setz sie ihm nur kurz auf und dann rennst du in den Trailer, ich schaffe den Süßen in den Wagen...und warte auf dich...." zischte der Blonde und reichte seinem Kollegen die blonde Perücke, die sie kurz zuvor aus dem Garderobenwagen gestohlen hatten. Die Menge an Blut, die aus dem Kopf des Opfers sickerte, durchtränkte das feine Haar sofort und färbte es rötlich.
"Das reicht und nun Beeilung, wir müssen ihn wegschaffen, bevor die etwas merken..."
Orlando wurde über die Schulter des größeren Mannes geworfen und eilig aus dem Waldstück getragen.
Nur wenig später verließ ein dunkelblauer Jeep unbemerkt das Gelände des Filmsets.



Kapitel 3

Sean’s Reaktion kam ganz automatisch. Er wirbelte auf dem Absatz herum und war schon wieder an der Tür.
„VIGGO!“
Der drängende Klang in Sean’s Stimme ließ Viggo herumfahren, und schon im selben Moment stürzte er auf Sean’s Trailer zu, den der zusammen mit Orlando bewohnte. Wortlos deutete Sean atemlos auf den Tisch mit der Perücke. Viggo folgte seinem Blick und schnappte nach Luft, dann war er schon an Sean vorbei und auf den Tisch zu. Er hob die Perücke vorsichtig an und schnupperte daran. Sean starrte ihn groß an, bevor er langsam auf seinen Freund zutrat und hauchte:
„Das... das ist nur ein Scherz, oder? Ein... einer von diesen... diesen Hobbit...“
Schwer schluckend brach er mitten im Wort ab, als Viggo – jetzt kreidebleich im Gesicht – den Kopf schüttelte.
„Es ist echtes Blut, Sean.“
Der starrte seinen Freund nur groß an. Und dann bemerkte Viggo, wie Sean’s Gesicht alle Farbe verlor, er schwankend und gegen die Wand taumelte. Er schüttelte hastig den Kopf.
„Nein! Nein, das... das muss ein Scherz sein! Natürlich ist das ein Scherz!“
Er stieß sich wieder ab und riss Viggo die Perücke aus der Hand.
„Das MUSS ein Scherz sein und ein verdammt schlechter noch dazu!“
Sean wollte noch etwas hinzufügen, als ihm etwas auffiel. Und dann keuchte er auf.
„Das... oh nein... Viggo...“
Er konnte sein Zittern nicht länger verbergen. An der Innenseite der Perücke war ein Zettel befestigt. Mit einer ziemlich steilen und sehr korrekten Handschrift beschrieben. Sean schluckte hart, dann riss er den Zettel ab. Noch bevor er lesen konnte, was draufstand, ahnte er bereits, von wem die Nachricht sein würde. Die Perücke fiel ihm achtlos aus den Händen, als er mit tonloser Stimme vorlas:

Lieber Sean, man sollte meine Wünsche nicht ignorieren. Du siehst ja, was dann passieren kann. Freunde, die einem wichtig sind – Personen, die man liebt...

Für einen Moment brach Sean’s Stimme, ein kurzes Schluchzen kam aus seiner Kehle und wortlos reichte er den Zettel an Viggo weiter. Der hatte auch schon aufgeächzt, griff zu und las selbst und mit brüchiger Stimme leise weiter.

Viel zu schnell kann denen etwas zustoßen, womit wir gar nicht rechnen. Da du mein Angebot nicht angenommen hast, musste ich zur Selbsthilfe greifen. Dein Freund Orlando ist bei mir. Wenn du auch nur irgendeine Menschenseele informierst, was geschehen ist – egal, wen: ob nun die Cops oder euren Regisseur... Es bleibt alles bei der Person, die jetzt gerade diesen Zettel liest, mein lieber Sean – bei dir!

Mit einem tiefen Atemzug schaute Viggo kurz hoch und Sean an.

„Wenn er sich da mal nicht getäuscht hat!“

Er stieß die Luft aus und las weiter, obwohl auch er spürte, wie es ihn eiskalt zu überrieseln begann.

Was ich will, ist ganz einfach. Ich will dich. Du wolltest nicht. Also nahm ich Orlando. Wenn du ihn wieder willst... ich warte auf dich! Du brauchst mir nur Bescheid zu geben! Freundliche Grüße, Kolja

Zitternd ließ Viggo den Zettel sinken, dann holte er tief Luft.

„Was ist das für ein Idiot? Ich meine... er kann doch nicht... er wird doch nicht...“

Viggo schüttelte verwirrt und entsetzt zugleich den Kopf.

„Er kann doch Orlando nicht einfach entführt haben!“

Er starrte jetzt schon aus weit aufgerissenen Augen an. Doch dann fiel ihm auf, dass Sean auf den Tisch starrte und sich jetzt mechanisch darauf zu bewegte und die Hand nach etwas ausstreckte. Viggo sah, wie sein Freund schwer schluckte, etwas ergriff und dann tief durchatmete.

„Doch.“

Sean’s Stimme klang, als wäre er um Jahre gealtert. Er hielt jetzt hoch, was auf dem Tisch gelegen hatte. Es war der Kettenanhänger in Form zweier Ringe, den er Orlando vor einigen Wochen geschenkt hatte und von dem Orlando gesagt hatte, dass er ihn nie abnehmen würde. Viggo starrte ungläubig darauf, bevor ein kleines Schluchzen aus seiner Kehle kam. Er wusste ebenso gut wie Sean, dass Orlando weder die Kette noch den Anhänger jemals freiwillig abgenommen hätte. Er hatte ihn sogar während der Dreharbeiten unter seinen Klamotten getragen. Fassungslos starrte Viggo jetzt Sean an. In sein Gesicht, das jetzt wie versteinert wirkte. Seine Finger verkrampften sich um die Kette mit dem Anhänger. Jetzt hob Sean langsam den Kopf und schaute Viggo an. Der fröstelte. Er wusste, dass Sean manchmal einen Blick draufhaben konnte, der einen das Frösteln lehren konnte. Aber dieser Blick hier... war pure Mordslust! Sean atmete tief durch.

„Wenn dies Schwein mich haben will – dann wird es mich auch kriegen!“

Seine Oberlippe zog sich kurz bis über die Zähne zurück, dann knurrte Sean:

„Und dann – lernt er mich kennen. Besser, als er es je wollte! Ich weiß zwar nicht, wie ich mit ihm Kontakt aufnehmen kann, aber...“

Er brach ab, weil das Telefon im Trailer klingelte. Beide Männer sahen sich perplex an, dann knurrte Sean:
„Wenn das Orlando ist, um zu sagen ‚Ätsch, war nur ein Scherz!’, passiert ein Unglück!“
Im nächsten Moment riss er schon den Hörer hoch und bellte seinen Namen hinein. Doch keine Sekunde später winkte er Viggo hastig neben sich, so dass der nur rasch die paar Schritte vortrat und sein Ohr mit an den Hörer presste, um so die Stimme von vorhin zu hören. Die Stimme von Kolja, die nun seidenweich erklärte:
„Natürlich ist es kein Scherz, mein lieber Sean. Orlando ist hier bei mir. Und wenn er nicht schlafen würde, könnte ich es dir beweisen. Aber ich hoffe, du glaubst mir. Das tust du doch, oder? Sonst müsste ich ihn aufwecken lassen. Der arme Kleine, er wird ein wenig Kopfschmerzen haben, wenn er wach wird!“
„Was wollen Sie?“ knirschte Sean, der sich kaum noch zusammenreißen konnte. Beide Männer hörten jetzt das leise Lachen von Kolja, bevor er meinte:
„Ich dachte, das hätten wir geklärt, Sean! Aber das Beste ist jetzt... dass ich dich auch kriege! Und mach dir keine Gedanken, wie du zu mir Kontakt aufnehmen kannst, darum hab ich schon gekümmert. Nur was ich mit deinem Freund Viggo mache... darüber bin ich mir noch nicht so ganz im Klaren!“
Ein leises, gemeines Lachen war zu hören, dann klickte es in der Leitung, die Verbindung war unterbrochen. Und noch bevor Sean den Hörer auflegen und Viggo ratlos ansehen konnte, war ein ganz feines Zischen zu hören, so dass Sean zwar noch den Kopf wandte, aufkeuchte, taumelte und im nächsten Moment zusammenbrach. Dass auch Viggo bewusstlos zu Boden stürzte durch das Betäubungsgas, das von irgendwoher ausströmte, bekam er schon gar nicht mehr mit.



4. Kapitel (Wilwariniel)

Ein unbestimmtes Gefühl machte sich in Orlando breit, als er mit heftigen Kopfschmerzen erwachte. Um ihn herum war es dunkel, aber dies war definitiv nicht sein Trailer. Kein schnarchender Sean neben ihm und seine Bettdecke war auch nicht da, obwohl er fror und sie nun zu gerne über seinen Körper gelegt hatte. Seinen nackten Körper.
Orlando versuchte irgendwie einen klaren Gedanken zu fassen, aber sein pochender Schädel ließ es nicht zu. War er so sehr abgestürzt? Er konnte sich nur noch erinnern, dass es Elijah nicht gut gegangen war, aber er selber hatte doch gar nicht so viel getrunken.
Aber warum lag er nun nackt auf einer fremden Couch in einem Raum, den er noch nie zuvor gesehen hatte?
Nun versuchte er sich aufzurichten.
"Hmmmpf.."
Seine Hand fuhr zu seinem Hinterkopf und er fühlte etwas Klebriges. Nun wurde ihm beinahe schlecht. Blut, das musste Blut sein. Warum blutete sein Kopf oder beziehungsweise warum hatte sein Kopf geblutet? War er hingefallen?
Kraftlos ließ er sich zurück sinken.
"Hallo? Sean? Viggo? Was wird das hier?" fragte er leise und hoffte darauf, wenigstens ein bekanntes Gesicht zu sehen oder eine bekannte Stimme zu hören.
Aber er schien völlig alleine zu sein. Warum konnte er sich denn nicht erinnern, was geschehen war?
Jeder Versuch, auch nur eine Gehirnwindung ans Arbeiten zu bekommen, verschlimmerte die Schmerzen nur noch. Orlando schwor sich, dass er niemals mehr zu viel Alkohol trank. Denn diesmal hatte er wohl eindeutig übertrieben. Wahrscheinlich phantasierte er vor sich hin und lag bereits im Koma.
"Okay...jetzt mal ganz ruhig. Zweiter Versuch...." sagte er leise zu sich selber.
Diesmal klammerte sich Orlando an die Rückenlehne des Sofas und zog sich vorsichtig hoch. Mittlerweile hatten sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt und er konnte zumindest die Umrisse des Raumes erkennen. Ein riesiges Fenster, das durch einen schweren Vorhang verdunkelt war. Eine große Tür, genau gegenüber. Die Möbel, wie zum Beispiel eine große Kommode, sahen modern und edel aus. Oh ja, die Couch, auf der er saß, schien einer reichen Person zu gehören. Träumte er vielleicht nur?
Orlando wusste nicht, ob es eine gute Idee war, aber er wollte aufstehen und aus dem Fenster sehen, vielleicht würde er draußen etwas erkennen, was ihn darauf schließen ließ, wo er sich befand. Vorsicht setzte er ein Bein nach dem anderen auf den weichen Teppich und versuchte vorsichtig auf die Beine zu kommen. Aber das konnte er vergessen. Denn nun schmerzte nicht nur sein Kopf, sondern auch sein Rücken und damit war keineswegs zu spaßen. Er setzte sich wieder.
"Hallo? Ist hier irgendwer?"
Er hatte Durst, gewaltigen Durst sogar. Kein Wunder, er hatte wahrscheinlich seinen persönlichen Trinkrekord gebrochen, also sieben bis acht Bierchen. Mehr hatte er noch nie geschafft. Dafür war natürlich auch der Nachdurst umso schlimmer.
Aber warum war niemand da? Warum schien sich niemand um ihn zu sorgen. Egal, wo sie ihn hingebracht hatten, er war doch verletzt. Müsste nicht jemand in der Nähe sein? Oder wenigstens kommen, wenn er rief?
"Scheiße..." entfuhr ihm.
Er spürte, dass irgendwas nicht in Ordnung war, nein, da stimmte etwas ganz und gar nicht. Kein Hobbit, kein Viggo und erst Recht kein Sean würde ihn einfach in einem Zimmer ablegen und dann gemütlich schlafen gehen. Außerdem, keiner von denen besaß in Neuseeland ein solches Häuschen, mit solch prunkvollen Zimmern.
Plötzlich fiel es Orlando ein. Elijah hatte sich schlecht gefühlt, er hatte neben ihm gesessen, aber hatte dann kurz verschwinden müssen. Er erinnerte sich, dass er sich noch einmal umgedreht hatte, weil Elijah zu kotzen begonnen hatte. Und dann war da ein kurzer Schmerz gewesen und ab dem Zeitpunkt wusste er auch nichts mehr. Es war alles schwarz, bis eben, wo er hier aufgewacht war. Wie viele Stunden lag das zurück? Seine Uhr war nicht mehr da. Sie hatten ihm wirklich alles ausgezogen.
Orlando schlug sich die Hand vor den Mund. Dieser Schmerz hatte dann wohl mit seinem Kopf zu tun, klar, irgendwer hatte ihm eins übergebraten. Aber warum?
"Hallo!" schrie er nun lauter und versuchte wieder aufzustehen. Er musste hier raus, sofort. Egal, wer ihm irgendwas wollte, Orlando konnte sich nicht vorstellen, dass das ein Spielchen war, aus dem er heil wieder herausfinden würde.
Endlich öffnete jemand die Tür und er sah zwei Männer, höchstens ein paar Jahre älter als er, den Raum betreten. Orlando musste die Augen zusammenkneifen, so sehr blendete und schmerzte ihn das Licht, das einer der beiden nun angeschaltet hatte.
"Ah, das Prinzlein ist aus seinem Schönheitsschläfchen erwacht. Haben wir sehr böses Kopfweh?" fragte der Dunkelhaarige in einem äußerst ironischen Tonfall und so, als würde ein dreijähriges Kind vor ihm sitzen.
"Der Boss wird begeistert sein, schau dir nur diesen perfekten und schlanken Körper an, Vasily, eine echte Augenweide, was?" fragte der Größere der beiden.
Orlando starrte die beiden nur an und spürte Nervosität in sich hoch kommen.
"Nun schau doch nicht so ängstlich, du wirst noch deinen Spaß bekommen, Kleiner...ganz sicher..."
Eine Hand näherte sich Orlandos Gesicht und er wich zurück. Dieser schmierige Kerl sollte ihn keinesfalls anrühren.
"Lass es lieber, Pawel, du weiß, dass der Chef nicht möchte, dass wir sein Spielzeug vor ihm benutzen. Sieh dir seine Wunde an, du weiß, dass er ebenfalls nicht leiden kann, wenn es bereits verletzt ist. Aber wir hatten keine andere Wahl, ich hoffe, er wird es verstehen...er wird ihn sicher gleich noch sehen wollen..."
Orlando hörte einen Akzent, eindeutig etwas Östliches. Östlich für seine Begriffe, also von Europa aus. Russisch oder Ähnliches. Die Namen der beiden sprachen auch dafür.
"W...as wollt ihr von mir? Und wer wird mich sehen wollen?" stammelte er, während der Blonde seinen Hinterkopf kurz besah und die Wunde mit einem feuchten Tuch säuberte.
"Das würdest du gerne wissen, was? Aber ich würde dir eher vorschlagen, ab sofort deine Klappe zu halten...du redest nur, wenn wir dich fragen, verstanden?"
Der dunkelhaarige Kleine, Vasily, wenn Orlando es richtig verstanden hatte, funkelte ihn an.
Orlando nickte vorsichtig, vielleicht sollte er sein Mundwerk zügeln. Immerhin waren sie anscheinend zur Gewalt bereit.
Wenigstens gaben sie ihm nun ein wenig Wasser, ohne, dass er danach gefragt hatte. Nahezu gierig trank er die wenigen Schlucke, die sie ihm gönnten.
"Und nun leg dich hin, damit du morgen ausgeruht bist. Schließlich musst du bei Kräften sein, wenn...na ja...ich will nicht zuviel verraten..." sagte Pawel und drückte ihn in eine liegende Position.
Die beiden grinsten verächtlich und Orlando sah ihnen schweigend hinterher, als sie den Raum wieder verließen.
Wo auch immer er hinein geraten war, es hörte sich nicht besonders gut an. Nein, ganz und gar nicht. Wahrscheinlich war es wirklich am besten, wenn er nun einschlief, vielleicht war das alles doch nur ein Albtraum und er würde nachher in seinem Trailer neben Sean erwachen.
Orlando konnte zwar nicht daran glauben, aber die Hoffnung darauf ließ ihn wieder einschlummern.

TBC...


[Dieser Beitrag wurde am 23.01.2006 - 11:51 von Cat_Ballou aktualisiert]

[Dieser Beitrag wurde am 25.01.2006 - 12:14 von Cat_Ballou aktualisiert]





Signatur
Wenn ein Mädchen auch scheu wie eine Maus ist, so muß man doch den Tiger in ihr fürchten!

Cat_Ballou 
Plaza-Chefin
.........



Status: Offline
Registriert seit: 22.01.2006
Beiträge: 298
Nachricht senden
...   Erstellt am 25.01.2006 - 12:08Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ein paar Zimmer weiter saß Kolja gemütlich auf einem großen weißen Ledersofa und beobachtete den großen Bildschirm, wo zwei seiner Männer gerade den Raum von Orlando verließen. Dann seufzte er und schaltete den Monitor aus, um sich zu erheben und an’s Fenster zu treten und hinauszusehen. Gleich darauf klopfte es. Auf sein „Herein“ schoben sich Wasily und Pawel ins Zimmer. Zuerst sagte keiner etwas. Kolja wandte nur leicht den Kopf.
„Und?“
„Er ist wach“, kam von Wasily. Von Beiden unbemerkt rollte Kolja die Augen, dann wandte er sich um und lächelte.
„Das weiß ich, Wasily! Das weiß ich sehr gut. Das war es auch nicht, was ich von dir hören wollte.“
Kolja atmete tief durch.
„Was ich viel lieber wissen möchte, ist: Warum ist er verletzt? Habe ich nicht ausdrücklich darum gebeten, dass Beide unverletzt bleiben?“
Seine Stimme klang seidenweich, er lächelte immer noch. Pawel hüstelte verlegen.
„Wir hatten... ähm... keine andere Wahl, es musste alles sehr schnell gehen!“
Kolja zog sich eine Zigarette hervor und zündete sie sich an. Nachdem er einen tiefen Zug genommen hatte, schaute er die beiden Männer wieder an.
„Man hat immer eine andere Wahl! Ihr hättet ihn ja beispielsweise fragen können, ob er Lust hätte, Euch zu begleiten!“
„Hätten wir?“
Vasily zog kurz die Stirn kraus. Kolja bemühte sich, ein Seufzen zu unterdrücken und schnippte die Asche einfach auf den Boden.
„Lassen wir das. Es ist passiert, also müssen wir das Beste draus machen.“
Jetzt nahm er wieder auf dem Sofa Platz und schaute, während er weiter rauchte, gedankenverloren zum Fenster heraus. Die beiden Männer schwiegen. Bis Kolja wieder der Mund öffnete.
„Ihr wisst, dass ich es nicht mag, wenn man meine Befehle missachtet. Paßt das nächste Mal also besser auf.“
Er wandte wieder den Kopf und schaute beide an.
„Er ist hoffentlich nicht schlimm verletzt?“
Pawel räusperte sich.
„Eine kleine Platzwunde, mehr nicht. Sein Kater dürfte schlimmer sein!“
Kolja nickte langsam.
„Bringt ihn in einer Stunde zu mir. Ihr könnt jetzt gehen, ich will mir noch Sean ansehen. Wenn ich Euch brauche, melde ich mich.“
Wortlos verließen die beiden Männer das Zimmer, nachdem sie sich noch kurz verneigt hatten. Kolja pustete gelangweilt die Luft aus. Pawel und Vasily gehörten schon zu seinen besten Männern, aber es war heutzutage schwer genug, gutes Personal zu bekommen, daher musste man manchmal einfach ein paar Abstriche machen, wenn es um die Intelligenz seiner Bediensteten ging.
Jetzt griff er wieder zur Fernbedienung und schaltete solange durch, bis er den Raum gefunden hatte, wo Sean untergebracht war. Kolja lehnte sich zurück und atmete tief durch, als er Sean sah. Er schien immer noch bewusstlos zu sein. Man hatte ihn in das blaue Zimmer gebracht, so wie Kolja es angeordnet hatte. Es war sein Lieblingszimmer. Unwillkürlich lächelte er bei diesem Gedanken. Es würde Sean gefallen. Irgendwann. Irgendwann, wenn er... kooperieren würde. Ein großes gemütliches türkisfarbenes Doppelbett mit weißer Überdecke, einem riesengroßen flauschigen Berberteppich, weißen Möbeln und einem Deckenventilator musste ihm einfach gefallen. Das einzige, was Sean’s Vergnügen an diesem Zimmer würde schmälern können, wenn er wach werden würde... Kolja seufzte leise. Das würden die Handschellen sein, mit denen er am Kopfende des Bettes gefesselt war. Aber für ein erstes Gespräch hier in Kolja’s Anwesen konnte man davon ausgehen, dass sich Sean nicht über diese Einladung würde freuen können.
Kolja zoomte nun ein bisschen dichter heran. Selbst im Schlaf – oder besser gesagt, in seiner Bewusstlosigkeit sah Sean hinreißend aus. Er war etwas blaß im Gesicht, seine Wimpern warfen einen kleinen Schatten auf die Wangen, seine Lippen waren leicht geöffnet und man konnte sogar seinen Atem hören. Kolja beugte sich nun etwas weiter vor. Längst war die Asche seiner Zigarette komplett auf dem Boden gelandet, aber das hätte ihn auch dann nicht gekümmert, wenn es ihm aufgefallen wäre. Er starrte Sean hingerissen an. Was würde man alles mit diesen wundervollen Lippen machen können? Was würden sie alles machen können? Mit einem leisen Stöhnen, das tief aus seiner Kehle kam, lächelte Kolja. Dann lehnte er sich noch einmal zurück und schloß für einen Moment die Augen. Orlando war niedlich, wunderschön in seiner Jugend, sicherlich optimal, um ihn in die Freuden von Kolja’s Spielereien einzuweihen. Ihn dazu zu – überreden natürlich! Ein amüsantes Lächeln spielte um Kolja’s Lippen, als er sich vorstellte, wie Orlando ihn aus großen geweiteten Augen ansehen würde, wenn er erfahren würde, was er – Kolja – mit ihm alles anstellen wollen würde. Wie sein schlanker, fast schon hagerer Körper erzittern würde, wenn Kolja ihm erst seine ersten Ideen preisgeben würde! Unwillkürlich lachte Kolja leise auf, als er sich das jetzt gerade vorstellte. Oh ja, er hatte so seine Ideen mit den beiden Männern! Und dann erst Sean. So ganz anders als Orlando, aber nicht weniger reizvoll. Im Gegenteil. Schon von seiner ganzen Art her. Sean war impulsiver als Orlando, das hatte Kolja schon feststellen können. Und ihn brechen zu wollen... das würde weit schwerer werden als mit Orlando, soviel stand für Kolja schon fest. Er griff zu seinem Glas mit Wasser, was vor ihm auf dem Tisch stand. Während er trank, beobachtete er Sean weiter. Es würde schwerer werden, viel schwerer. Aber dafür war es ganz gut, dass er Orlando noch als Trumpf in der Hand hatte. Und vielleicht, vielleicht war es sogar ganz gut, dass man den Kleinen niedergeschlagen hatte und er sogar etwas geblutet hatte. Denn so würde auch Sean wissen, dass es Kolja ernst war. Dass mit ihm nicht zu spaßen war! Ganz im Gegenteil sogar!

Kolja holte noch einmal tief Luft, während er auf den Bildschirm sah und erkannte, dass Sean sich jetzt leicht bewegte und leise aufstöhnte. Mit leicht gekrauster Stirn beugte sich Kolja vor. Er hoffte, dass er die Mischung des Betäubungsgases nicht zu hoch angesetzt hatte. Aber das Schlimmste, was passieren können würde, wäre, dass sich Sean die Seele aus dem Leib kotzen würde. Mehr nicht! Dessen war sich Kolja sicher. Er beobachtete Sean weiter. Bis ein kleines zufriedenes Lächeln sein Gesicht überzog. Sean. Er ließ den Namen genießerisch über seine Lippen rollen. Sean und Orlando. Heiser auflachend warf Kolja den Kopf in den Nacken. Die beiden zusammen hier zu haben – das war bislang sein größter Erfolg! Und erst die Vorstellung, diese beiden so unterschiedlichen Männer, so prachtvoll in ihrem Aussehen, ihrem Wesen, nackt hier bei sich zu haben, mit ihnen die herrlichsten Sachen anstellen zu können, sie zu berühren, sie zu küssen, sie zu liebkosen und... und gegebenenfalls zu bestrafen, weil sie nicht so wollen würden, wie er es gern haben würde... Kolja fuhr sich mit einem kleinen wohligen Aufstöhnen mit der Zunge über die Lippen. Auf dieses Vergnügen, diese Vorstellungen – darauf freute er sich jetzt schon!

Tbc...




Kapitel 6 (Wilwariniel)

Er war wieder alleine, mit dem einzigen Unterschied, dass er nun wusste, dass keine ihm wohlgesinnten Menschen auftauchen würden, sollte er nach jemandem rufen. Sein Kopf schmerzte immer noch, aber nicht mehr so stark wie in der Nacht, auch sein Rücken hatte sich wieder beruhigt. Und es war mittlerweile hell, das konnte er durch die zugezogenen Vorhänge erkennen.
Orlando stand vorsichtig auf, sehr vorsichtig und sah sich nach etwas um, mit dem er seine Blößen bedecken konnte. Aber nichts dergleichen war zu finden. Dies war eine Art Lesezimmer, denn den größten Teil des Raumes nahmen Bücherregale in Anspruch. Leider konnte sich Orlando nicht mit einem der Bücher bedecken.
Wo in aller Welt war er gelandet, was war geschehen? Er konnte sich nicht erklären, warum er hierher gebracht worden war. Wurde nun Lösegeld gefordert, weil es sonst keinen Legolas mehr geben würde? Oder was brachte diese Leute dazu, ihn einfach in ihre Gewalt zu bringen?
Orlando hatte eine Wahnsinnsangst, aber er versuchte, sie zu unterdrücken. Panik war das letzte, das er jetzt gebrauchen konnte. Sie würde alles nur noch verschlimmern. Nein, er musste klar denken können. Warum er hier war, wer diese seltsamen Gestalten waren, wo er überhaupt war. All diese Fragen mussten geklärt werden.

Kolja beobachtete am Bildschirm, wie der junge Schauspieler durch den Raum schritt, sich versuchte, irgendwie zu orientieren. Ein hämisches Grinsen umspielte seinen Mund. Er roch förmlich die Angst, die aus sämtlichen Poren des Mannes drang und die er beinahe verzweifelt zu verstecken versuchte.
"Du wirst deine Furcht noch raus lassen, Junge, da kannst du Gift drauf nehmen. Denn bald wirst du dein neues Zuhause kennen lernen und deinen neuen Babysitter, mich in Person. Ich werde dir zeigen, wie das Leben läuft. Und wer hier das sagen hat, oh ja. Und du wirst alles tun, was ich dir sage, ich werde dich zu Dingen überreden, die du noch niemals in deinen jungen Jahren erlebt hast. Es sei denn, dass dein alter Freund sich bereit erklärt, mir zu dienen."
Ein Grollen der Zufriedenheit verließ Koljas Kehle. Dieser beinahe unschuldig wirkende Körper würde bald spüren, was es bedeutete ein Mann zu sein. Alleine die Vorstellung, dass Orlando bald nackt, wie Gott ihn geschaffen hatte, in das für ihn vorgesehene Zimmer gebracht wurde. Ein Zimmer voller Überraschungen, dass sein eigentliches Grauen geschickt verbarg. Oh ja, das würde eine reine Freude werden.
"Pawel! Vasily! Bringt dem Jungen etwas zum Frühstück, aber keine Kleidung, er soll so bleiben, wie er ist. Diesen Anblick möchte ich dauerhaft genießen. Wenn er nicht ordentlich isst, dann bringt ihn dazu. Ich mag keine schmächtigen Kerle." wies er nun seine Handlanger an.

Orlando zuckte zusammen, als sich dir schwere Doppeltür öffnete. Erschrocken versuchte er mit seinen Händen seine Genitalien zu bedecken. Der dunkelhaarige Mann war eingetreten.
"Setz dich hin, niemand hat gesagt, dass du aufstehen darfst..." sagte Vasily schroff.
Orlando folgte schnell der Anweisung, er wusste nicht, ob er es wagen durfte, zu widersprechen. Nun sah er, dass auch der Blonde den Raum betrat, in den Armen trug er ein ordentlich beladenes Tablett, das er nun auf einen kleinen Tisch stellte.
"Hier, dein Frühstück. Iss alles auf."
Orlando schüttelte angewidert den Kopf, denn das meiste von dem, was er dort sah, mochte er nicht.
"Ich mag das nicht...ich...esse kein Fleisch..."
Vasily zögerte nicht lange sondern packte Orlando im Genick und drückte ihn näher an das Tablett.
"Entweder du isst freiwillig, oder wir werden es dir in den Mund schieben. Der Boss will, dass du isst, als wirst du essen. Such dir aus, was dir lieber ist...das hier ist kein Restaurant..."
Orlando schloss kurz die Augen, um zu überlegen, was er nun tun sollte. Einfach essen und es den beiden Kerlen dann vor die Füße spucken? Seine Natur sträubte sich dagegen, einfach so nachzugeben, aber sein Verstand sagte ihm, dass es schlauer wäre.
Also nahm er die Gabel und begann die riesige Portion von Spiegeleiern mit Speck zu essen. Gabel für Gabel und mit einem immer unwohleren Gefühl im Magen.
"Sieh nur, er wird schon ganz blass..."
Vasily grinste seinen Partner an, beim Anblick des beinahe schon dürren Mannes auf dem Sofa.
"Wag es dich, das wieder auszuspucken, wir dürfen dich bestrafen..."
Orlando sah nur kurz zu den beiden auf. Ihm wollten Tränen kommen, aber er wollte sich der Schmach nicht hingeben, sie zu weinen. War er wirklich so ein Schwächling?
Nein, das war er nicht.
Ohne noch einmal nachzudenken hatte er das Tablett mit einem Satz von dem Tischchen gestoßen, den teuren, dunkelroten Teppich über und über mit Spiegelei beschmutzt. Orlando sprang auf, wurde aber ihm gleichen Augenblick hart zurück gestoßen. Pawel starrte ihn wütend an.
"Du wagst es also? Du willst dich unseren Anweisungen widersetzen? Du hast es nicht anders gewollt."
Orlando wurde auf die Füße gerissen und gegen eines der Regale gedrückt. Eine kräftige Hand drückte ihm die Kehle zu. Orlando keuchte und rang nach Luft.
"Lasst ab von ihm!" ertönte nun eine scharfe Stimme aus dem Hintergrund. "Ich habe nicht gesagt, dass ihr ihn erwürgen sollt."
Orlando spürte, dass er wieder atmen konnte und sank auf die Knie. Jemand kniete sich vor ihn und mit Schrecken erkannte er das Gesicht des Fremden auf der Party.
"Sie?" schnaufte er atemlos.
"Oh ja...ich...schön, dass ich dich nun doch kennen lernen darf, nachdem du mir das gestern verwehrt hast, du kleiner, ungezogener Elb..."
Kolja strich Orlando sanft über die Wange, sah ihm ihn die Augen. Sein Gesicht war undurchdringlich. Weder freundlich, noch böse. Gerade das machte Orlando am meisten Angst. Irgendwas war sehr beunruhigend in diesem Blick. Seine Knie begannen zu zittern. "Los, stellt ihn auf die Beine und bringt ihn in einen der Waschräume, der Kleine macht ja gleich vor lauter Angst auf den guten Teppich...außerdem sollte er sich waschen...ich mag sie gerne sauber...danach gebt ihr mir bescheid und ich werde ihm seine neuen Räume zeigen...ja...Orlando...du wirst deine Freude daran haben..."
Kolja erhob sich wieder. Orlando wurde von Vasily gepackt und wieder auf die Beine gezogen. Grob schoben sie ihn vor sich her, einen langen Flur entlang, der mit unzähligen Gemälden behangen war.
"Hier rein..." Pawel öffnete eine Tür und Orlando wurde in das edelste Badezimmer geschoben, das er je zuvor gesehen hatte. Es war so paradox. Er war eine Geisel, ein Entführter, aber dennoch sollte er ein solch luxuriöses Badezimmer benutzen? Das passte überhaupt nicht zusammen.
"Willst du Wurzeln schlagen? Du hast zehn Minuten, um dich zu waschen und zu erledigen, was du vielleicht noch zu erledigen hast. Vasily wird auf dich Acht geben, dass du auch bloß keinen Unfug anstellst..."
Pawel verließ nun den Raum, aber Orlando stand immer noch unschlüssig da.
"Los jetzt, ansonsten müssen wir dich ungewaschen dem Boss übergeben, was ihn sicherlich nicht erfreuen wird." fuhr Pawel ihn an.
Orlando trat in die Dusche, nahm sich das wohlriechende Stück Seife und drehte das Wasser auf. Vorsichtig begann er sich einzuseifen, von Kopf bis Fuß. Er bemerkte nicht, dass er von begierigen Augen dabei beobachtet wurde. Schnell duschte er sich die Seife wieder vom Körper und nahm das saubere Handtuch, dass dort auf dem messingfarbenen Halter hin, als hätte es auf ihn gewartet. Zügig trocknete er sich ab und wollte sich das Tuch danach um die Hüften wickeln, so wie er es immer tat.
"Nein, das hängst du wieder auf. Der Chef möchte sich an deinem bloßen Fleisch erfreuen."
Orlando nickte und tat, wie ihm geheißen.
"Was nun? Bist du soweit?" fragte Pawel in einem barschen und ungeduldigen Tonfall.
"Nein, aber..."
"Was aber? Es gibt hier kein Aber, du hast noch fünf Minuten..."
Orlando presste die Lippen aufeinander. Beinahe hätte er Widerworte gegeben, wie immer, wenn er sich verletzt oder angegriffen fühlte.
"Okay, also bist du doch fertig, dann werde ich dich jetzt dem Boss überbringen, denn der hat einige Überraschungen für dich..."
Ehe Orlando noch irgendetwas erwidern konnte, wurde er aus dem Raum gezogen.




Kapitel 7


Keine zehn Minuten später stand Orlando Kolja in dessen luxuriösem Wohnzimmer gegenüber. Kolja, der es sich wieder auf seinem weißen Ledersofa bequem gemacht hatte, lächelte ihn an.
„Ich weiß gar nicht, ob ich mir dir gegenüber schon vorgestellt hatte. Mein Name ist Kolja.“
Von Orlando kam keine Reaktion. Er war immer noch in diesem Zwiespalt, ob er nun ängstlich, wütend oder beides zugleich sein sollte. Kolja hob eine Augenbraue und schaute Orlando forschend an.
„Also?“
Orlando schluckte nur, rührte sich aber nicht. Er wußte auch gar nicht, was er hätte sagen sollen. Also schwieg er, bemüht, sich nicht wieder die Hände vor seine Genitalien zu halten. Denn er hatte so das dumpfe Gefühl, dass dieser Kolja etwas dagegen haben würde. Auch wenn er selbst sich verdammt unbehaglich fühlte, so nackt vor einem Typen in der Gegend herumzustehen, von dem man nicht einmal genau wußte, was der genau von einem wollte. Orlando fuhr sich hastig mit der Zunge über die Lippen und bemühte sich, sich seine Angst nicht anmerken zu lassen, während er an Kolja vorbeistarrte.

Der lächelte unwillkürlich. Dieser kleine Elb versuchte krampfhaft, tapfer rüberzukommen. Doch – wie gesagt – es blieb bei einem Versuch! Kolja räusperte sich.
„Geht es dir gut?“
Orlando schüttelte den Kopf. Blöde Frage, natürlich ging es ihm nicht gut! Zudem: Was, wenn seine Stimme versagen und er nur eine Antwort kieksen würde? Nein, dann lieber gar nichts sagen, entschied er für sich im stillen. Kolja hob den Kopf etwas an.
„Hat durch den Schlag dein Hörgefühl auch gelitten?“
Wieder kam keine Antwort, außer, dass Orlando erneut den Kopf schüttelte. Jetzt zog Kolja eine Augenbraue hoch.
„Du magst also nicht mit mir reden.“
Das war keine Frage, sondern schlichtweg eine Feststellung. Und Orlando, dem das natürlich auch aufgefallen war, zog lieber vor, gar nicht erst zu reagieren. Genau, manche Leute traten einfach in den Sitzstreik, er würde dafür in den Redestreik treten!

Kolja atmete nun tief durch.
„Sicherlich möchtest du wissen, was du hier sollst. Ich werde es dir zeigen. Denn, mein junger elbischer Freund...“
Er zeigte ein freundliches breites Lächeln.
„Du hast es weit besser getroffen als dein Freund, weißt du?“
Kolja streckte die Hand zur Fernbedienung aus und schaltete den Monitor ein. Da Orlando mit dem Rücken zum Apparat stand, fuhr er herum, als er jemanden husten hörte und Sean erkannte. Jetzt schnappte Orlando nach Luft.
„Sean... Oh nein!“
Sein Freund lag gefesselt in einem ziemlich breiten Bett. Seine Hände waren mit Handschellen am Kopfende befestigt. Die Ketten waren zwar lang genug, dass sich Sean problemlos würde aufsetzen können, aber das war auch schon alles. Jetzt hustete er und man konnte sehen, dass er sich übergeben hatte. Orlando schluckte schwer. Er starrte entgeistert auf den Bildschirm und musste sich zusammenreißen, um nicht entweder darauf zuzutreten und sich hinzuknien, die Hand auszustrecken, um wenigstens so seinen Freund berühren zu können. Oder sich wahlweise auf Kolja zu stürzen, um ihn... ja, was eigentlich? Zusammenzuschlagen? Keine Chance! Orlando hätte sich zwar selbst auch nicht unbedingt als Schwächling eingeschätzt, aber er wußte, dass er gegen Kolja überhaupt keine Chance haben würde! Jetzt fuhr Orlando’s Kopf zu Kolja herum.
„Was haben Sie mit ihm gemacht? Was ist mit ihm? Und was wollen Sie überhaupt mit uns, Sie... Sie krankes Schwein, Sie!“ flippte er dann los.
Amüsiert zog Kolja wieder eine Augenbraue hoch.
„Sieh an, du kannst ja doch sprechen!“
Er hielt kurz inne, als es klopfte, und ein dunkelhäutiger Mann mit schwarzen kurzen Haaren ganz in weiß gekleidet und barfuß einen Servierwagen ins Zimmer rollte.
„Danke, Oho. Du kannst wieder gehen!“
Kolja nickte ihm freundlich zu, der Mann verbeugte sich und verschwand wieder wortlos. Jetzt erhob sich Kolja, trat auf den Servierwagen zu und ergriff ein kleines Häppchen.
„Lachs mit Zitronenmajonaise. Magst du?“
Er hielt es hoch. Fassungslos starrte Orlando ihn an. Ungerührt fuhr Kolja fort:
„Ich habe gehört, dass du kein Fleisch magst. Es muß doch eine Qual für dich gewesen sein, das Frühstück runterzuwürgen. Oder? Also ich bin der Meinung, man sollte seinem Körper das geben, wonach er verlangt! Hm?“
Immer noch hielt er das Canapee hoch, doch als Orlando nicht reagierte, zuckte er bloß die Schultern und schob es sich in den Mund.
„Wirklich köstlich! Also – du siehst ja, dass noch mehr von den Häppchen da sind. Wenn du magst, bedien dich einfach.“
Als Kolja an Orlando vorbeiging, hielt er kurz inne.
„Du frierst. Wahrscheinlich die Aufregung. Kein Wunder! Armer kleiner Elb!“
Noch ehe Orlando zurückzucken konnte, berührte Kolja ihn sanft an der Wange und lächelte.
„Warte einen Moment.“
Er drückte auf einen Klingelknopf an der Wand und Sekunden später erschien dieser Oho erneut. Kolja deutete nur wortlos auf Orlando, Oho nickte, verschwand und erschien wiederum nur Augenblicke später mit einem großen orange-gelb-roten Tülltuch, das Kolja nun entgegennahm, während Oho wieder verschwand.

Orlando, der immer noch wie erstarrt stand, hatte schon zurück gezuckt, als Kolja ihn berührt hatte. Aber als der nun nochmals auf ihn zukam mit diesem durchsichtigen Stück Stoff in der Hand, wich Orlando erneut zurück.
„Rühr... rühren Sie mich nicht an!“
Er deutete mit ausgestrecktem Arm auf den Bildschirm, wo sich Sean gerade stöhnend hin und her wälzte.
„Ich... ich will wissen, was Sie mit ihm gemacht haben! Es geht ihm nicht gut, er ist krank! Wir... wir müssen ihm helfen, hören Sie?“
„Ihm wird gleich geholfen, keine Bange.“
Ungerührt trat Kolja nun auf Orlando zu und ehe der sich versah, hatte ihm Kolja schon das Tuch um die Hüften geschlungen, daß es Orlando bis zu den Knöcheln fiel und dem klar wurde, dass er jetzt zwar halbwegs bekleidet war, aber durch den durchsichtigen Stoff dennoch irgendwie nackt vor Kolja stand. Der trat nun einen Schritt zurück.
„Sehr hübsch. So sieht man nicht gleich, was für einen wunderschönen Schwanz du hast!“
Orlando schluckte hart. Und unwillkürlich begann er leicht zu zittern. Er öffnete den Mund, um etwas zu sagen, aber kein Wort kam über seine Lippen. Allein die Art, wie dieser kranke Typ das ausgesprochen hatte, verursachte bei Orlando Gänsehaut und Magenschmerzen zugleich. Kolja legte den Kopf schief und musterte ihn nochmals.
„Doch, wirklich wunderschön. Rasiert wärst du natürlich noch schöner. Aber das kommt später, zunächst...“
„RASIERT??“ entfuhr es Orlando, dessen Augen sich nun entgeistert geweitet hatten. Kolja lächelte amüsiert.
„Aber ja. Dein Freund da...“
Er deutete zum Bildschirm.
„Hat es sogar schon hinter sich. Wir haben das übernommen, als er noch betäubt war. Möchtest du es sehen?“
Orlando’s Unterkiefer klappte herunter. Sean? Rasiert? Von diesem... diesem Typen??? Unmöglich! Eher würde sich Sean selbst umbringen, als diesen Typen an sich heranzulassen.

Orlando kam nicht dazu, weiter darüber nachzudenken. Kolja hatte die Fernbedienung wieder ergriffen, ein paar andere Knöpfe gedrückt und es sich dann wieder auf dem Sofa bequem gemacht, während eine andere Aufnahme gezeigt wurde. Orlando starrte geschockt auf den Monitor. Sean, sein Sean lag gefesselt und bewusstlos auf einer seltsamen Liege aus Leder, die man irgendwie kippen konnte. Mit gespreizten Beinen, zwischen denen dieser Oho kniete und ihn rasierte. Orlando’s Atem ging flach, als er es aus der Perspektive sah, als wenn er hinter diesem Oho stehen würde und alles, wirklich ALLES von Sean deutlich zu sehen war. Er keuchte kurz auf, als er die Stimme von Kolja auf dem Band hörte, wie er wissen wollte, ob er helfen könne. Orlando keuchte auf, ohne dass es ihm bewusst wurde, als er sah, wie Kolja Sean’s Glied ergriff und hochhielt, damit der andere Mann besser an seine Hoden herankommen würde, um auch sie von den Härchen zu befreien. Mit einem weiteren Aufstöhnen wandte sich Orlando vom Bildschirm ab. Er verschränkte die Arme vor dem Magen und krümmte sich leicht, während er Kolja ungläubig und entsetzt zugleich anstarrte.
„Was... was sind Sie... was wollen Sie... Sie... SIE SIND JA VERRÜCKT!!!“ schrie er dann auf . Kolja musterte ihn ohne jede Regung im Gesicht. Dann wiegte er leicht den Kopf und deutete mit dem Kinn auf den Bildschirm.
„Wenn du sehen möchtest, wie schnell sein Schwanz steif wurde, als wir ihm den Hintern rasiert haben und Oho zufällig mit dem Finger in ihn stieß, musst du hinsehen!“
Entgeistert mit dem Kopf schüttelnd wich Orlando zurück, bis er mit dem Rücken gegen eine Wand stieß. Kolja atmete tief durch.
„Laß mich raten: Du möchtest es nicht sehen. Schade!“
Er drückte die Stop-Taste und lehnte sich entspannt lächelnd auf dem Sofa zurück.
„Dann entgeht dir sogar noch das Beste!“
Jetzt leckte er sich lasziv über die Lippen und ergötzte sich an Orlando’s Blässe, die sich jetzt in ein helles Rot verwandelte, daher fügte Kolja noch hinzu:
„Denn ich muß sagen, dass er gar nicht so übel schmeckte. Daher – bin ich natürlich gespannt...“
Er machte eine kleine Pause, erhob sich mit einer fließenden Bewegung und kam mit ein paar raschen Schritten auf Orlando zu.
„Wie du erst schmecken magst, mein kleiner Elbenfreund! Frisch natürlich, vermute ich! Frisch – wie Mutter Natur persönlich! Also...“
Sein Finger fuhr an Orlando’s Unterlippe entlang, während der ihn immer noch aus geweiteten Augen anstarrte.
„Enttäusch mich nicht, hörst du?“


Kapitel 8

"Sie sind nicht da!" schrie Elijah und rannte in seinem Trailer auf und ab. "Scheiße, sie sind nicht da und Viggo ist auch nicht da! Warum habt ihr Orlando gestern nicht vermisst? Warum?"
Dominic verdrehte die Augen und sah Elijah beinahe wütend an.
"Erstens, weil DU ins Bett musstest, zweitens, weil DU Sean voll gekotzt hast und er duschen musste und drittens, weil WIR davon ausgegangen sind, dass Orlando zu Sean gegangen ist, nachdem wir nicht mehr da waren...und nun reg dich ein wenig ab...okay? Es wird sicher nichts passiert sein. Sie haben heute frei, vielleicht sind sie surfen gefahren, oder angeln, oder weiß der Geier was...."
"Aber sie gehen nie, ohne uns zu fragen..."
"Bist du eigentlich immer noch besoffen?" mischte sich nun Billy ein.
Elijah ließ sich auf sein Bett zurücksinken und schüttelte den Kopf.
"Nein, eigentlich nicht, ich finde es einfach nur komisch...normalerweise machen wir doch immer was mit Orlando an unseren freien Tagen und heute...ist er einfach nicht da..."
"Du vergisst, dass er nun schon seit einiger Zeit einen Freund hat, mit dem er auch mal was unternehmen will? Ohne DICH vorher um Erlaubnis zu bitten?" schrie nun auch Billy auf den armen Elijah ein.
Dieser schüttelte den Kopf und sprang wieder auf.
"Bor, lasst mich doch in Ruhe..."
Elijah verließ seinen Wohnwagen. Er wusste selber nicht, warum er so ein seltsames Gefühl hatte. Es war einfach alles nicht so wie sonst. Trotz Sean hatte sich Orlando immer abgemeldet, wenn er weggefahren war. Aber weder ein Zettel, noch eine andere Botschaft war von einem der Drei hinterlassen worden. Und da Viggo auch nicht da war, schienen sie ja nicht unbedingt auf traute Zweisamkeit aus gewesen zu sein.
Er brauchte jetzt erstmal eine ordentliche Portion frische Luft. Denn, abgesehen von einem mächtigen Kater, ihm spukte dieser Typ im Kopf rum, der Orlando gestern so komisch von der Seite angemacht hatte. Wahrscheinlich erinnerte er sich noch so gut, weil es so ziemlich das letzte war, an das er sich erinnerte. Danach hatte er seinen Elijah-typischen Filmriss. Trotzdem, irgendwas stimmte nicht. Elijah beschloss, noch einmal Orlandos und Seans Trailer aufzusuchen, vielleicht fand er ja irgendwas, das ihn beruhigte. Oder im Gegenteil.

"Orlando? Sean?"
Einen Versuch war es wert, vielleicht waren sie ja doch wieder da. Aber keine Antwort.
Elijah öffnete vorsichtig die nur angelehnte Tür. Auch das war seltsam, normalerweise waren Wohnwagen abgeschlossen, wenn man sie verließ, oder?
Drinnen herrschte das übliche Chaos, das bei zwei Männern nun mal entstand. Besonders Orlandos Kleidung war wohl zum größten Teil nicht mehr in seinem Schrank. Aber das war nicht das, was Elijah beunruhigte. Das unbenutzte Bett, das ihm vorher gar nicht aufgefallen war, ließ ihn fast zusammenzucken. Orlando, das wusste Elijah, machte morgens nie das Bett und Sean genauso wenig. Eigentlich machte es nie irgendeiner. Elijah war da auch keine Ausnahme. Aber wieso war es so fein säuberlich gerichtet? So als wäre ein Zimmermädchen dort gewesen?
Auf jeden Fall musste etwas geschehen sein. Das alles war unter keinen Umständen normal.
Und nun nahm Elijah seine Beine in die Hand und rannte zurück zu den anderen Hobbits. Jetzt mussten sie ihm einfach glauben!




*****

War er das gerade gewesen, der so gestöhnt hatte? Viggo war sich nicht wirklich sicher, aber als er sich umsah, gab es keine andere Möglichkeit. Er war völlig alleine in einem ziemlich seltsamen Raum. Rote Samtvorhänge bedeckten ein riesiges Fenster. Aufwändiger Stuck war an der Decke und er lag in einem Messingbett, unter einer roten Decke aus Samt. Der Raum wirkte, als wäre er in einem Palast. Wo war er bloß hingeraten?
Sein Magen machte seltsame Bewegungen und erst jetzt entdeckte er die Schüssel neben dem Bett, in die er sich, so wie es aussah, nicht nur einmal erbrochen hatte.
Was hatte er gestern alles getrunken? Irgendwie wusste er gar nichts mehr, er erinnerte sich nur noch daran, dass er mit Sean an der Bar gesessen hatte. Aber danach war alles schwarz.
Anscheinend hatte er viel zu tief ins Glas gesehen, das kam zwar selten vor, aber diesmal musste es wohl so gewesen sein. Trotzdem wäre es normal gewesen, dass er nun verkatert in seinem Trailer aufwachte und nicht in einem prunkvollen Raum, den er nicht kannte.
Die Tür wurde aufgestoßen und ein blonder Mann schritt auf das Bett zu, gefolgt von einem dunkelhäutigen. War das der Himmel oder die Hölle?
"Na sieh mal einer an, Nummer drei ist auch wach geworden. Na endlich, nachdem er uns hier sein Abendessen schon präsentiert hat. Los, aufstehen und duschen. Danach werden wir uns um dich kümmern."
Viggo verstand nicht so ganz, beschloss aber, dass es wohl schlauer war, der Aufforderung Folge zu leisten. Schwerfällig richtete er sich auf und musste verschnaufen, nachdem er es geschafft hatte, sich auf die Bettkante zu setzen.
"Na los...wir haben nicht den ganzen Tag Zeit."
Schon wurde er unsanft am Arm gepackt und aus dem Raum geschleift. Es musste wohl wirklich eine Art Palast sein, denn auch der Flur war, wenn auch weniger prunkvoll, äußerst exquisit eingerichtet.
"Los, wasch dich und dann holen wir dich wieder ab..."
Mit einem Schwung war die Tür hinter ihm zu und Viggo befand sich in einer Art Badezimmer. Er sah sich um. Dusche, Toilette, Badewanne und zwei Waschbecken. Es war definitiv ein Badezimmer, wenn auch ein wenig arg kitschig für seinen Geschmack. Er war noch viel zu benebelt, um Angst oder dergleichen zu verspüren. Noch glaubte er fest daran, dass dies ein Traum war, mehr nicht.
Aber selbst, als er seine Blase entleert und geduscht hatte, befand er sich immer noch in dieser Traumwelt. Und dann hörte er von irgendwo her ein lautes Weinen.
'Orlando...' schoss es ihm durch den Kopf. Genau dieses Geräusch hatte er von dem kleinen Elb schon einmal gehört. Viggo wickelte sich ein Handtuch um die Hüften und öffnete vorsichtig die Tür.
Nun spürte er so langsam die Furcht, die durch seinen Körper kroch und die Wut auf denjenigen, der Orlando zum Weinen gebracht hatte.
Der Flur war leer, also trat Viggo aus der Tür und ging in die Richtung, aus der das Geräusch vermutete. Unzählige Türen waren auf beiden Seiten und der Flur erschien beinahe endlos.
Wie in einem Horrorfilm. Und das Weinen, das nun leiser wurde, schien sich immer weiter zu entfernen und verstummte dann ganz. Vielleicht hatte er es sich nur eingebildet.
"Wir haben nicht gesagt, dass du das Badezimmer alleine verlassen sollst!" dröhnte plötzlich direkt neben seinem Ohr.
Zeitgleich wurde ihm der Arm schmerzhaft nach hinten gedreht und ein Stoß in seinen Rücken zwang ihn, in die Knie zu gehen.
"Los, Vasily, bring ihn fort und sorge dafür, dass er keine Mucken macht, wir brauchen ihn erstmal nicht. Der Chef hat seine zwei Lieblingsspielzeuge, dieser hier war eigentlich nur ein Unfall. Wir können mit ihm anstellen, was wir wollen..."
Höhnisches Gelächter folgte und Viggo wurde unter Schmerzen zurück in sein Zimmer geschleift. Er stöhnte auf, wollte sich wehren, aber ehe er auch nur einen Arm erheben konnte, wurde er mit einem Schlag ins Genick außer Gefecht gesetzt. Nur noch benebelt hörte er eine Stimme "So, mein Süßer nun werde ich mich mit dir vergnügen..." hauchen.

TBC





Kapitel 9

Nachdem Kolja Orlando wieder hatte abholen lassen, war er Oho noch kurz gefolgt, als der Orlando am Arm ergriffen und zurück in dessen Zimmer geführt hatte. Nach Kolja’s letzten Worten hatte der Kleine ihn nur aus seinen großen kullerrunden Schokoladenaugen entgeistert angestarrt und ungläubig den Kopf geschüttelt, während seine Augen immer größer geworden waren. Er war scheinbar so geschockt, dass er nicht einmal reagiert, als Oho ihn abholte.

Kolja schmunzelte amüsiert, als er den Beiden noch hinterher sah. Dann holte er tief Luft und schüttelte sich kurz vor Wollust. Dieser kleinen süßen Kerl! Wusste noch gar nicht, was für Potential in ihm steckte. Was für Freuden er würde schenken können! Und er – Kolja! – würde dazu bestimmt sein, ihm dieses alles zu offenbaren! Wundervoll! Beseelt mit diesem Gedanken machte sich Kolja jetzt auf den Weg zu dem Raum, wo Sean untergebracht war.



Als Sean sich gerade wieder bewegte und vorsichtig versuchte, die Augen zu öffnen, spürte er immer noch dieses Gefühl, als würde er sich auf einem Schiff befinden. Erneut stöhnte er auf und pustete langsam die Luft aus. Zumindest rebellierte sein Magen nicht schon wieder so wie vorhin, als er sich schier alles ausgewürgt hatte, was er die letzten zwei Monate gegessen hatte. Dennoch war Sean immer noch schlecht. Dazu kamen Kopfschmerzen, als hätte er gesoffen bis zum Geht-nicht-mehr. Dabei war er sich sicher, doch gar nicht soooo viel getrunken zu haben am letzten Abend. Was war überhaupt genau geschehen? Er konnte sich nicht einmal mehr genau daran erinnern. Und er mochte jetzt auch gar nicht genau darüber nachdenken. Nicht nur, dass er sich nicht wohl fühlte. Nein, auch seine Arme waren furchtbar schwer. Seine Handgelenke taten weh. Alles war irgendwie... ja, einfach Scheiße! Nie wieder Alkohol, schwor sich Sean in diesem Moment, während er sich vorsichtig auf die Seite rollen wollte. Und das war der Augenblick, wo ihm auffiel, dass seine Handgelenke mit Eisenarmbändern umschlossen waren, die am Kopfende des Bettes befestigt waren. Ohne daran zu denken, wie schlecht es ihm ging und wie übel diese verdammten Zwerge in seinem Schädel am Hämmern waren, fuhr Sean im Bett hoch, spürte eine Welle von Übelkeit und Schwindel, schloß die Augen, keuchte auf und versuchte, den aufsteigenden Brechreiz zu unterdrücken. Doch es war zu spät. Sein Magen hob sich schlagartig bis zur Unterlippe, Sean würgte noch kurz und spürte dann schon, wie es aus ihm herausbrach. Und das im wahrsten Sinne des Wortes! Nur undeutlich bemerkte er, wie sich eine kühle Hand auf seine Stirn legte und jemand seine Schultern umfasste, während eine Stimme etwas sagte, was er zuerst gar nicht verstand. Erst scheinbar Stunden später, als Sean erschöpft zusammensackte und gegen etwas Schulterähnliches sank, hörte er die Stimme erneut:
„Das sollte es jetzt gewesen sein. Ich glaube nicht, dass die Nachwirkungen noch schlimmer sein dürften!“
Etwas Kühles, Feuchtes strich jetzt behutsam über seine Stirn, so dass Sean halbwegs beruhigt die Augen schloß.
„Du solltest dich nicht so hastig bewegen, dann wird es auch bald besser mit dem Schwindel. Das gibt sich meist innerhalb von ein paar Stunden, nachdem man wach ist.“
Sean war es so ziemlich egal. Im Moment fühlte er sich wie durch einen Reißwolf gedreht und wollte nur schlafen. Doch irgendetwas in ihm trieb ihn dazu an, sich nicht dieser Schwäche zu ergeben. Daher schluckte er nun krampfhaft und vorsichtig, um sich nicht gleich wieder übergeben zu müssen, dann öffnete er langsam die Augen. Und dann weiteten sich seine Augen entgeistert.

Kolja, der das natürlich bemerkte, legte ihm sofort die Hand auf die Schulter.
„Liegenbleiben! Nicht, dass du mir noch meinen Anzug vollspuckst.“
Sean starrte ihn ungläubig an. Schlagartig kam seine Erinnerung zurück.
„SIE!“
Jetzt zogen sich seine Augenbrauen zusammen, seine Kopfschmerzen waren vergessen. Oder er ignorierte sie, es war auch egal. Aber diesen Typen hier vor sich auf seiner Bettkante sitzen zu sehen... Sean brach mitten in seinen Gedanken ab. Jetzt erst fiel ihm auf, dass entweder sein Trailer einer Generalüberholung unterzogen worden war oder er sich ganz woanders aufhalten musste. Ein Deckenventilator surrte leise über ihm und spendete etwas Kühlung, vom Fenster her wehte eine sanfte Brise hinein, die die dünnen türkisfarbenen Vorhänge leise flattern ließ. Seans Blick ruckte wieder zu dem Mann herum, der in einem eleganten schwarzen Anzug auf ihn herablächelte. Jetzt schluckte Sean hart.
„Was soll das? Was wollen Sie von mir? Und warum...“
Er riss jetzt an den Handschellen.
„Warum haben Sie mich – hierher gebracht? Wo immer ich auch sein mag! Verdammt!“ knirschte er dann, als er merkte, dass sich die Handschellen, je mehr man daran zog, enger um seine Gelenke zu spannen schienen.
„Lass das besser sein!“ riet ihm Kolja mit seidenweicher Stimme.
„Das sind Handschellen ganz besonderer Art, ähnlich wie diese Würgehalsbänder von Hunden, die sich enger zusammenziehen, je mehr die Hunde versuchen, davon loszukommen.“
Sean knirschte wütend mit den Zähnen, verhielt aber in der Bewegung. Seine grünen Augen begannen zornig zu funkeln.
„Wo bin ich? Und warum bin ich hier? Und was ZUM TEUFEL WOLLEN SIE VON MIR???“
Kolja erhob sich mit einem tiefen Atemzug.
„Was ich von dir will? Hmm...“
Er schaute kurz sinnend aus dem Fenster, bevor er Sean wieder anlächelte.
„Erst mal möchte ich, dass du aus diesem versauten Bett rauskommst!“
Und schon riss Kolja mit einem Ruck das Betttuch, das Sean bis dahin bedeckt gehalten hatte, herunter und warf es einfach zu Boden, so dass Sean entgeistert nach Luft schnappte, als er spürte, dass man ihn nackt ausgezogen hatte. Und noch während er versuchte, diesen Schock zu überwinden, bekam er gar nicht mit, dass Kolja schon wieder nach Oho gerufen hatte, der nun ins Zimmer trat und in Windeseile begann, die verschmutzte Bettwäsche zu wechseln, ohne dass Sean das Bett verlassen musste. Er wunderte sich selbst, wie es diesem kleinen Mann gelang, aber irgendwie befand sich Sean mit einem Mal in sauberer Bettwäsche .Noch während er den Mann ungläubig anstarrte, verbeugte der sich nur mit einem kleinen Nicken und entfernte sich mit der Schmutzwäsche.

Jetzt trat Kolja nochmals auf Sean zu. Die Bettdecke hielt er in der Hand, als er am Fußende des Bettes stehen blieb und auf Sean herabsah. Unwillkürlich zog der die Beine an und drehte sich etwas seitlich. Auf Koljas Gesicht erschien ein kleines Lächeln.
„Oh bitte, keine Scham, ich habe schon mehr von dir gesehen, als du es dir vorstellen kannst!“
Wieder zogen sich Seans Augenbrauen zusammen, während Koljas Lächeln nur breiter wurde.
„In der ersten Zeit, wenn die kleinen Härchen nachwachsen, wird es natürlich etwas ziepen, aber ich denke, dass das nicht so schlimm sein wird.“
Sein Blick glitt dabei fast zärtlich auf Seans Leibesmitte. Dessen Augen weiteten sich nun. Sean schluckte hart. Als er sich nun langsam aufrichtete, geschah es vorsichtiger als vorhin. Er wollte nicht gleich wieder die Schwäche zeigen und erneut loskotzen. Und als er sich nun leicht bewegte, fiel ihm auf, was Kolja eben schon angedeutet hatte. Wieder ruckte sein Kopf hoch zu Kolja. Doch jetzt schossen Seans Augen Blitze.
„Sie haben... mich rasiert??“
Sein Atem ging keuchend, als Sean nun alle Vorsicht außer Acht ließ und mit einem Knurren hochfuhr, den Schmerz in seinen Handgelenken völlig ignorierend. Kolja, der wusste, dass Sean ihn nie würde erreichen können, starrte ihn hingerissen und mit leuchtenden Augen an, dann nickte er anerkennend. Sein Atem ging es bisschen schwerer, als Kolja sich nun am Fußende abstützte und Sean anlächelte.
„Du bist großartig, wenn du aufgeregt bist, weißt du das? Deine Augen funkeln wie die eines Tigers, deine blonden verschwitzten Haare mit diesen kleinen Strähnchen, gefärbt von der Sonne Neuseelands, deine Lippen, leicht geschwollen vom Durst, oh, wie mögen sie sich erst anfühlen, wenn man sie küsst, auseinander zwängt, um einen heißen willigen Stab in sie zu tauchen...“
Gespielt erschauernd zog Kolja kurz die Schultern zusammen, während Sean geschockt innehielt und ihn nur entgeistert anstarrte. Jetzt leckte sich Kolja über die Lippen.
„Und wie gut du geschmeckt hast, nachdem wir dich rasiert hatten, oh ja!“
Er nickte langsam und fuhr sich dann kurz mit dem Daumen über den Mundwinkel, bevor er fast schnurrend erklärte:
„Aber das nächste Mal wirst du live daran beteiligt sein, mein schöner wilder Tiger! Nicht betäubt, sondern mit wachen Augen, einem wachen Geist und einem äußerst willigen...“
Koljas Blick huschte kurz zu Seans Schwanz, dann hoch zu seinen Augen.
„Sean selbst!“
Der begann zu zittern. Ob nun vor Wut oder vor Ungewissheit, was genau mit ihm passiert war und was noch mit ihm passieren würde, hätte Sean in diesem Moment selbst nicht gewusst. Doch dann schoss ein anderer Gedanke durch seinen Kopf. Und fast ohne es zu wollen, stieß er hervor:
„Was ist mit Viggo?“
„Viggo?“
Kolja zog die Stirn kraus, als müsse er überlegen.
„Ach so!“
Jetzt nickte er lächelnd.
„Viggo! Oh, um den brauchst du dir keine Sorgen zu machen! Der ist da, wo er hingehört!“
Er ignorierte Seans zornigen Aufschrei, sondern fuhr ungerührt fort:
„Über wen du dir viel eher Gedanken machen solltest – WENN du dir welche machen willst, heißt das! Ich meine ja immer, jeder ist sich selbst der nächste. Aber bitte...“
Wieder griff Kolja zu einer Fernbedienung, dann deutete er auf einen Monitor direkt gegenüber vom Bett.
„Dann solltest du dir eher um deinen kleinen süßen Freund Gedanken machen!“
Mit den Worten betätigte er einen Knopf und der Monitor sprang an. Fast ohne es zu wollen glitt Seans Blick dorthin. Und dann entrang sich seinen Lippen ein Laut fast wie ein Schluchzen. Orlando kniete vor einer Art Sofa. Die Arme hatte er verschränkt, den Kopf darauf gelegt und an dem Zucken seiner Schultern konnte man erkennen, dass er weinte. Sean rang nach Luft. Er konnte den Blick nicht von Orlandos nacktem Rücken abwenden. Jetzt würgte er nur hervor, ohne Kolja anzusehen oder Orlando aus den Augen zu lassen:
„Ist er... okay? Haben Sie ihm... Sie haben ihm nichts angetan, oder?“
Sean wagte kaum, Kolja anzuschauen, doch schließlich wandte er doch den Kopf. Koljas Miene war undurchdringlich.
„Nein.“
Sean starrte ihn an. Die Blicke der beiden Männer kreuzten sich. Bis Kolja wiederholte:
„Nein. Ich nicht. Einer meiner Männer hat ihn niedergeschlagen. Aber ich habe dafür gesorgt, dass so etwas nicht noch einmal passiert. Ich will nicht, dass du beschädigt wirst. Und ich will auch nicht, dass es Orlando passiert. Aber wenn ihr beide nicht mit mir kooperiert, könnte es sein, dass ich meine Meinung ändern werde!“
Mit den Worten warf er Sean die leichte Bettdecke ans Fußende, so dass er sie mit den Händen gar nicht erreichen konnte, dann schaltete er den Monitor aus, nickte Sean noch einmal lächelnd zu, wünschte ihm noch einen schönen Tag und verließ das Zimmer.

Tbc...





Kapitel 10 (Wilwariniel)

Viggo wusste nicht, wie ihm geschah. Er war ohnmächtig gewesen und nun befand er sich gefesselt und immer noch unbekleidet auf einem kleinen Boot, dass auf die offene See hinausfuhr. Der Blonde steuerte das Motorboot und ein anderer, Viggo noch unbekannter Mann saß mit einem ständigen Grinsen auf den Lippen neben Viggo und starrte ihn an. Nicht Viggo direkt, sondern dessen Leibesmitte.
"Du bist außerordentlich gut bestückt, Waldläufer. Genau, wie der kleine, ängstlich Elb und der Liebling des Chefs. Ihr alle seid sehr gut ausgestattet...."
Viggo wollte zurückzucken, aber der Mann hatte nun seinen Penis fest im Griff und begann ihn zu reiben.
"Na komm schon, so alt bist du doch auch nicht...ich möchte doch nur sehen, wie er aussieht, wenn er bereit ist...."
Viggo wollte diese Berührungen natürlich nicht, aber er war an Händen und Füßen mit Seidentüchern gefesselt und somit gnadenlos ausgeliefert. Nicht einmal seine Beine konnte er zusammenpressen, um diese Handbewegungen zu unterbinden. Denn der braunhaarige Kerl hatte sich mittlerweile regelrecht zwischen Viggos Oberschenkel gesetzt, wahrscheinlich um jegliche Wehr zu verhindern.
"Verdammt noch mal...mit reicht es jetzt...was wollt ihr von mir? Wo bringt ihr mich hin? Und lass um Himmels Willen meinen Schwanz wieder los, du mieses Schwein!!!" brüllte Viggo nun ungehalten los und versuchte den Mann zwischen seine Schenkel zu klemmen, doch das brachte ihm einen stechenden Schmerz in seinem empfindlichsten Körperteil ein.
"Scheiße! DU...."
Vasily hatte nun genug der Gegenwehr und schlug Viggo hart ins Gesicht.
"Wage es dich...du tust, was wir sagen, oder du wirst dir wünschen, tot zu sein...aber den Gefallen werden wir dir nicht tun..."
Er packte Viggos Männlichkeit nun fester und rieb sie mit heftigen Bewegungen, bis sie hart war.
Der Motor des Bootes stoppte und Viggo wurde hoch gezogen, seine Nase blutete und sein Unterleib schmerzte immer noch. Vasily schubste den armen Mann vor sich her in Richtung einiger Palmen.
"Los, komm in Bewegung, sonst musst ich dich erneut erhärten..."
Pawel grinste, während er Vasily zuwinkte und ihm "Viel Vergnügen..." wünschte und danach das Boot antaute, als wäre nichts geschehen.
Der dunkelhaarige Russe zwang Viggo durch Druck auf den Rücken dazu, sich in den Sand zu knien.
"Und nun wirst du still halten...ansonsten blühen dir noch stärkere Schmerzen und nicht nur eine blutige Nase und geschwollene Eier..." fauchte er Viggo an und begann seine Hose mit einer Hand zu öffnen, während er mit der anderen weiterhin den Penis seines Opfers bearbeitete.
"Schön hart bleiben...ich will, dass du heftigst kommst...schließlich sollst du auch etwas davon haben..."
Ein schallendes Lachen folgte.
Viggo wusste nicht mehr, was er machen sollte. Er war nun völlig hilflos und diesem Mann nur durch die Fesseln und seine Körperhaltung unterlegen.
Vasily kam nun näher und begutachtete Viggos wohlgeformtes Hinterteil.
"Sehr schön, knackig und durchtrainiert... und..." er schob einen Finger in Viggos Öffnung. "jungfräulich...zumindest sehr eng..., sehr schön...."
Nur etwas später schallte ein gellender Schrei über die winzige Insel und Pawel grinste immer noch, während er sich neben das Boot setzte und sich genüsslich eine Zigarette anzündete.


******


"Elijah, sollen wir einen Notarzt für dich rufen? Weil, ich habe irgendwie das Gefühl, dass du einen Anfall oder so was hast."
Dominic schüttelte verächtlich den Kopf.
"Eins sage ich dir, du kriegst nie wieder so viel Alkohol...du tickst ja völlig aus! Ein gemachtes Bett...na und??? Orlando hatte wahrscheinlich heute früh wieder einen seiner Aufräum-Anfälle...."
Elijah sah zuerst fassungslos zu Dominic, der auf einem Stuhl saß und dann zu Sean und Billy. Er schluckte und versuchte die verzweifelten Tränen zurückzuhalten, die in ihm hoch steigen wollten.
"Versteht ihr das eigentlich nicht?" brüllte er los. "Sie...da ist...irgendwas passiert!! Ja...es muss etwas passiert sein....Orlando....Sean und Viggo sind weg und sie sind nicht einfach nur auf einen Ausflug gefahren, nein...es ist was Schlimmes passiert...denn irgendwer hat die Betten gemacht...irgendwer hat versucht, dass es im Trailer normal aussieht...vielleicht war Blut auf den Laken oder so was...und die wollten die Spuren verdecken...aber Orlandos Kleidung lag immer noch überall...also hat er nicht aufgeräumt...hört ihr? ER HAT NICHT AUFGERÄUMT!!!!"
Elijah spürte eine Hand auf seiner Schulter.
"Kleiner...ich denke, du solltest dich mal ne Runde hinlegen...das einzig Schlimme geschieht gerade in deinem Kopf und ehrlich gesagt, macht mir das Angst..." sagte Billy mit liebevoller Stimme und drückte seinen jüngeren Kollegen auf dessen Bett.
Elijah nickte, vielleicht litt er tatsächlich unter Schlafmangel oder etwas anderes stimmte nicht mit ihm.
"So, du trinkst jetzt den Tee hier, nimmst die Aspirin und dann schläfst du mal für ein paar Stunden, du kriegst ja sonst einen Herzinfarkt...."
Billy reichte ihm einen dampfenden Becher und zwei kleine Tabletten. Danach fühlte er Elijahs eh schon erhitzte Stirn.
"Ich wette, du brütest irgendwas aus...."
"Ach was...vielleicht reagiere ich einfach nur über, aber ich mache mir wirklich Sorgen um die drei, besonders Orlando. Normalerweise sagt er doch wirklich immer bescheid, wenn er weg ist..."
Nun konnte Elijah seine Tränen nicht mehr zurück halten und wurde von einem bestürzten Billy in die Arme gezogen.
"Hey...jetzt ist aber wirklich gut...Mann...ich rufe gleich echt einen Arzt...du bist doch sonst nicht so...hast du denn, außer dem gemachten Bett, irgendwas anderes bemerkt, das vielleicht irgendwie verdächtig war?"
Elijah zuckte ahnungslos mit den Schultern, löste sich aus Billys Armen und wischte sich mit dem Ärmel die Nase und die Augen, dann schniefte er.
"Vielleicht sollte ich mich echt hinlegen...mir geht's gar nicht gut..."
"Würde ich auch mal vorschlagen...ist dir schlecht?"
"Vielleicht...weiß ich nicht so ganz...ich denke...ich geh mal...Klo...."
Elijah nuschelte die Worte ein wenig.
Billy warf einen fragenden Blick zu den beiden anderen, während Elijah aufstand und sich in das winzige Badezimmer verdrückte. Nicht lange danach hörte man ein jammervolles Aufstöhnen aus der Richtung.
"Billy, kannst du vielleicht mal nach ihm sehen?" fragte Sean mit einem auffordernden Blick.
"Und würdet ihr vielleicht mal Hilfe holen? Ich habe nämlich irgendwie das Gefühl, dass mit unserem Kleinen was nicht stimmt und nichts weiter..." kam die patzige Antwort von Billy zurück, der nun ins Bad ging.
Sean und Dominic sahen sich fragend an.
"Was für Hilfe? Nen Seelenklempner? Ich wusste, dass ihm irgendwann der Stress zu viel wird und jetzt fängt er an, Gespenster zu sehen. Nur weil drei erwachsene Männer ihren freien Tag nicht am Set verbringen. Oh Mann...ich meine...wären sie heute arbeiten müssten, okay...aber so...."
Aus dem Bad erklang ein herzhaftes Würgen und Sean verdrehte die Augen.
"Na, Mahlzeit, ich hab irgendwie ein Deja-Vu." bemerkte er trocken und kratzte sich am Kopf.
"Leute, könnt ihr vielleicht irgendwas machen? Elijah kippt hier gleich um...keine Ahnung, was er hat, aber ein Arzt wäre nicht schlecht..." rief Billy besorgt aus dem Bad.
"Okay...dann muss es wohl sein...ich werde gehen..." sagte Dominic und verließ den Trailer.





Kapitel 11

Immer noch grummelnd trabte Dominic über das Gelände. Dann stutze er kurz. Die Worte seines Freundes klangen immer noch in ihm nach. Sollte er etwa doch recht haben mit seiner Vermutung, dass bei Orlando oder Sean etwas vorgefallen sein musste? Sooo lang waren die Beiden noch nicht zusammen! Und man wußte ja schließlich auch, dass Sean zum Teil dazu neigte, auszuflippen, wenn etwas nicht immer unbedingt nach seiner Nase ging. Dominic blieb grübelnd stehen. Schon am Vorabend war Orlando später etwas gereizt gewesen. Sollte das mit Sean zusammengehangen haben? Wer konnte schon wissen, ob es nicht zwischen den Beiden etwas gegeben hatte und Sean vielleicht ausgetickt war? Mit diesem Gedanken marschierte Dominic nun auch noch einmal auf den Trailer der Beiden zu. Elijah hatte die Tür offengelassen, wahrscheinlich, weil er selbst so aufgelöst rausgestürzt und zu ihnen gerannt gekommen war. Als Dominic nun eintrat, blieb er zuerst auch wie erstarrt stehen. Nicht einmal deshalb, weil tatsächlich das Bett gemacht war. Aber irgendetwas störte. Irgendwas. Er wußte nur nicht direkt, was. Kopfschüttelnd ging er durch den Trailer, ohne direkt etwas zu suchen. Doch dann stutzte er. Boromirs Perücke hing wie üblich über der Nachttischlampe. Nur die von Legolas fehlte. Sicher, es gab mehrere davon, aber Orlando hatte diese Angewohnheit von Sean relativ schnell übernommen, seit sie zusammengezogen waren. Und er hatte sich köstlich darüber amüsiert und ständig gelästert, dass sie nun beide – er und Sean – eine eigene Echt-70er-Jahre-Hippie-Mähnen-Lampe hätten!

Dominic starrte immer noch auf die Lampe von Orlando. Dass dort die Perücke fehlte, obwohl Orlando an dem Tag definitv keine Dreharbeiten zu absolvieren hatte, war ähnlich absurd wie die Tatsache, dass er Seans Kette mit den Anhängern ablegen würde. Dennoch war sich Dominic sicher, dass ihn die anderen Hobbits nur auslachen würden, wenn er nur mit diesem Argument der fehlenden Perücke wieder auftauchen würde. Daher machte er sich nun doch noch sicherheitshalber auf den Weg zur Garderobe und zur Maske, um sich dort zu vergewissern, dass die Perücke tatsächlich verschwunden war.

* * * *

Zur selben Zeit hatte Kolja seine zwei Handlanger Pawel und Vasily bei ihrer Rückkehr von der Terrasse aus beobachtet. Jetzt winkte er beide näher.
„Und? Alles erledigt?“
„Alles bestens!“
Vasily grinste breit, während Pawel nur kurz hüstelte und ebenfalls grinste. Kolja runzelte die Stirn.
„Was?“
„Oh, ähm, nichts weiter. Wir haben ihn ausgesetzt, wie Sie es befohlen haben!“ erklärte Pawel rasch. Doch Koljas Augen verschmälerten sich bereits.
„Wenn ihr ihn umgebracht habt...“
Er ließ den Satz unbeendet, doch sofort überschlugen sich die zwei Männer bereits mit Erklärungen:
„Nein!“
„Nein, nein!“
„Natürlich nicht!“
„Nein, nur ein bisschen...“
„Ja, nur ein bisschen rumgemacht haben wir!“
„Genau, ja, rumgemacht!“
„Mehr nicht!“
Kolja holte tief Luft und zwang sich zur Ruhe.
„Also lebt er noch!“
„Aber ja!“
Vasily nickte heftig und fügte hinzu:
„Natürlich lebt er noch!“
„Das hoffe ich für euch! Ihr solltet ihn nur auf dieser Insel aussetzen, weil ich ihn hier nicht gebrauchen kann.“
Kolja wollte zuerst noch etwas hinzufügen, unterließ es aber. Er gab nie mehr Erklärungen ab, als nötig gewesen wären. Und schon gar nicht an zwei Typen wie diese beiden Männer hier. Jetzt machte er eine Handbewegung, die andeutete, dass er wieder allein sein wollte. Dann streckte er sich genüsslich in seinem Liegestuhl aus und blinzelte ins türkisblaue Wasser, das sich nur wenige Meter von seiner Villa vor ihm ausstreckte. Das Leben war wundervoll! Und jetzt, mit Sean hier bei sich im Haus UND als Zugabe noch diesen kleinen süßen Elbenjungen... Wohlig seufzend schloß Kolja die Augen. Viggo war außer Reichweite, ausgesetzt auf Kolja Island. Kolja grinste bei dem Gedanken. Viggo war nur durch puren Zufall mit in diese Geschichte hereingeraten. An ihm hatte er kein Interesse. Viggo war für Kolja quasi nur ein Störenfried, unwichtig, nutzlos. Daher hatte er auch keinerlei Verwendung für ihn. Noch nicht! Ein kleines Hintertürchen musste man sich immer offen lassen, man wußte schließlich nie, was einen noch erwarten würde! Daher hatte Kolja sich überlegt, Viggo einfach auf der kleinen unbewohnten Insel ein paar Seemeilen entfernt von der Küste Australiens aussetzen zu lassen und ihn somit einfach Pawel und Vasily überlassen. Was sie mit dem Mann gemacht haben mochten... Kolja war es so ziemlich egal, er konnte es sich schon vorstellen. Jetzt räkelte er sich etwas in der Sonne. Allein bei dem Gedanken daran, wie sich Sean so vor ihm winden würde, wenn er sich über ihn beugen würde, wie es wohl Vasily mit diesem Viggo gemacht haben mochte – unwillkürlich stöhnte Kolja leicht auf, als er spürte, dass seine Hose plötzlich zu spannen begann. Sicherlich hatte Viggo geschrieen. Ganz bestimmt sogar! Ob auch Sean schreien würde? Hoffentlich! Oder nein, besser doch nicht! Der würde versuchen, sich zu beherrschen! Oh, und welch süßes Vergnügen es ihm, Kolja, bereiten würde, dies Schweigen, diese beherrschte Kontrolle ins Wanken zu bringen!

Kolja hatte keine Ruhe mehr. Er musste ins Haus, musste Sean sehen! Jetzt. Sofort! Mit einem Schwung war er hoch von der Liege und eilte mit schnellen Schritten zurück ins Haus.



Viggo rührte sich erst, als Alles rund um ihn herum ruhig war. Dann erst hob er aufstöhnend den Kopf und wagte es, sich umzuschauen. Er war weg. Nein, sie waren weg. Gott sei Dank! Keuchend ließ er noch einmal den Kopf in den Sand sinken. Bis er sich schließlich stöhnend herumwälzte und auf der Seite liegenblieb. Sein ganzer Körper schmerzte und mit zusammengepressten Lippen schloß Viggo die Augen. Der fast weiße Sand und die Sonne blendeten ihn. Aber schlimmer als das waren die Schmerzen, die seinen kompletten Unterleib in Wellen durchströmten. Und so, wie es sich anfühlte, blutete er auch. Aber Viggo war klar, dass er gegen die beiden Männer keine Chance gehabt hätte, auch wenn er nicht gefesselt gewesen wäre! Und so hatte er es einfach geschehen lassen. Aber er war nicht auf die Brutalität und die Größe dieses Kerles gefasst gewesen, der über ihn hergefallen war!

Jetzt versuchte Viggo sich etwas aufzurichten. Das erste, was in sein Blickfeld kam, war ein Pfahl mit einem zerwitterten Holzschild daran genagelt. Viggo blinzelte, als er las, was mit schwarzer Schrift darauf geschrieben stand:
WILLKOMMEN AUF KOLJA ISLAND – GENIESSEN SIE IHREN AUFENTHALT – ES KÖNNTE IHR LETZTER SEIN!
Dahinter war ein Smilie gemalt. Viggo keuchte auf. Etwas kleiner geschrieben stand noch mehr darunter, aber das konnte er so nicht lesen. Mit seiner gesamten Kraftanstrengung kroch Viggo dichter heran.
GLÜCKWUNSCH, SIE HABEN DIE INSEL FÜR SICH GANZ ALLEIN! EIN PAAR NAHRUNGSMITTEL BEFINDEN SICH IN DER KISTE UNTER DER PALME DIREKT AUF DER ANDEREN SEITE DER INSEL – ALLES ANDERE IST AUF DER INSEL SELBST ZU FINDEN!
Und noch etwas kleiner darunter:
DASS SIE GANZ ALLEIN SIND, WAR EIN SCHERZ!
Und auch dahinter war ein grinsender, Zunge herausstreckender Smilie zu sehen.





Signatur
Wenn ein Mädchen auch scheu wie eine Maus ist, so muß man doch den Tiger in ihr fürchten!

Cat_Ballou 
Plaza-Chefin
.........



Status: Offline
Registriert seit: 22.01.2006
Beiträge: 298
Nachricht senden
...   Erstellt am 25.01.2006 - 12:13Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kapitel 12 (Wilwariniel)

Orlando spürte einfach nur noch pure Angst. Angst um sein Leben, Angst um Seans Leben, Angst vor den Kerlen, die ihn so grob behandelten. Er hatte solche Furcht vor alldem, dass ihn die Tränen einfach so überrollt hatten. Er hatte keine Ahnung, wie lange er schon zusammengekauert auf dem Boden saß und vor sich hin weinte. Der Blick auf den gefesselten und gefolterten Sean hatte ihm einfach den Rest gegeben.
Außerdem war ihm übel, da sein Körper das fette Frühstück nicht wirklich vertrug, auch wenn es nicht so viel gewesen war. Sein Kopf dröhnte immer noch von dem harten Schlag des Vorabends und er hatte im Badezimmer etwas nicht mehr erledigen können, was nun dringend erledigt werden musste. Trotzdem hatte er gewaltigen Durst, aber er war wieder in diesen Raum mit den Büchern gebracht worden. Kein Wasser. Und kein Badezimmer. Einfach nichts. Er verstand das alles nicht.
"Sean..." wimmerte er leise.
Orlando schluchzte auf, rutschte nun ganz mit dem Po auf den Boden und kauerte sich zusammen. Den Kopf zwischen seine Knie und die Arme drum herum. Sein ganzer Körper zitterte, weil ihm vor lauter Aufregung fürchterlich kalt war. Das dünne Tuch hatte gar keinen Zweck, es wärmte nicht und irgendwas bedecken tat es schon mal gar nicht.
All diese Dinge und die besonders die große Angst ließen die Tränen nicht mehr versiegen. Orlando war völlig am Ende, als zu allem Überdruss auch noch die Tür geöffnet wurde, sofort hob er panisch den Kopf und sah mit geweiteten Augen auf den dunklen Mann, den er eben schon einmal gesehen hatte. Der Mann schob wieder einen Servierwagen vor sich her.
"So, du kleine Heulsuse...jetzt sei schön artig und dir wird nichts geschehen..." sagte er beinahe liebevoll.
Orlando aber blieb einfach sitzen. Nun beugte sich Oho zu dem Häufchen Elend hinunter.
"Na, wer hat denn da eine solche Angst...ich bin doch nur hier, um dich bereit zu machen...für dein neues Zuhause...stehst du nun auf?"
Oho schritt an den Servierwagen, griff in den unteren Teil, der durch ein Tischtuch sichtgeschützt war, und legte ein schneeweißes Handtuch auf die Couch.
"Nun komm...setz dich da hin, damit wir anfangen können. Ich werde dir nicht wehtun, wenn du still hältst..."
Orlando wusste, dass er keine andere Wahl hatte, dennoch sträubte sich sein Kopf dagegen, nun einfach aufzustehen und der Anweisung zu folgen. Er senkte den Blick, schluchzte leise auf und zog die Nase hoch.
Wieder trat ihm der seltsame Geruch in die Nase, den dieser Kerl verbreitete.
"Kleiner, ich bitte dich höflich und du gehorchst mir nicht? Also werde ich nun zum letzten Mal fragen, ob du nun aufstehst und dich auf das Handtuch setzt, ansonsten ziehe ich andere Seiten auf...."
"Macht er Probleme?" Koljas beherrschte Stimme schallte durch den Raum. Orlando begann nun noch heftiger zu zittern, denn dieser Mann machte ihm die meiste Angst. Er sah nun wieder auf und in dieses Gesicht, beherrscht und keineswegs wütend, aber dennoch Furcht einflößend. Oho verbeugte sich tatsächlich vor diesem widerlichen Menschen.
Kolja nickte Oho zu, dass er zurück treten sollte, hockte sich zu Orlando und legte ihm die Hand aufs Knie. Zärtlich strich er das Tuch und Orlandos Arm beiseite und seine Finger wanderten Orlandos Oberschenkel entlang, verharrten aber kurz vor dessen Leibesmitte. Orlando war völlig erstarrt.
"Möchtest du denn gar nicht für mich schön werden? Hmmm?"
Kolja hörte sich nun an, wie ein Kindergartenonkel, nur nicht ganz so freundlich.
Orlando schüttelte leicht den Kopf. Kolja seufzte theatralisch auf.
"Nun, wenn das so ist. Dann muss ich dich halt überreden, ja? Womit soll ich dich bestechen? Einem Eisbecher? Einem neuen Teddybären?"
Orlando starrte Kolja irritiert an.
"Was ist denn los, Kleiner...hmmm? Sieh mal, du kannst alles von mir haben, was du willst, so lange du machst, was ich sage...und mich tun lässt, wonach mir gerade ist."
Nun fuhr Kolja mit seiner Hand weiter zwischen Orlandos Beine und der hielt den Atem an.
"Nicht...ich..."
"Nicht? Aber das ist doch schön...wenn ich..." Kolja strich leicht über Orlandos Eichel. "dich berühre, fühlst du es? Dieses Kribbeln?"
Orlando bekam nun richtige Panik.
"Nein...nicht anfassen...." stammelte er, aber Kolja streichelte nun die Innenseiten von Orlandos Schenkeln entlang und grinste seinen Kleinen zufrieden an.
"Du wirst deine Freude noch bekommen..."
Als Kolja nun mit den Fingern wieder den Penis berührte, presste Orlando eine Hand zwischen seine Beine.
"Ich muss so dringend..." murmelte er.
"Ach je, warum sagst du das denn nicht gleich, hältst du mich denn für einen solchen Unmenschen? Also, du darfst jetzt mit Oho das Badezimmer aufsuchen und dafür darf er dich gleich bereit machen, während ich zuschaue. Okay?"
Orlando konnte nicht mehr anders, als nicken. Und er wusste, nun musste er sich an die Abmachung halten.
"Oho, bringe den Kleinen schnellstens in den nächsten Waschraum, bevor ein Unglück geschieht. Und wasche seinen Schwanz, wenn er sich erleichtert hat, ich möchte keinen Schmutz...danach bringst du ihn wieder her und wir fangen an. Immer diese Verzögerungen...."
Koljas Stimme war von Kindergartenonkel auf Oberfeldwebel umgeschlagen und Orlando wurde von Oho nach oben gezogen und aus dem Zimmer geführt.

Nur wenige Minuten später wurde Orlando auf das Handtuch gesetzt.
"Nun habe ich dir einen Wunsch erfüllt und du wirst mir einen erfüllen."
Kolja entfernte das Tuch von Orlandos Hüften und setzte sich neben ihn.
"Oho, bitte walte deines Amtes..." sagte er in erhabenem Tonfall.
Oho trat auf Orlando zu, packte unter dessen Knie und winkelte seine Beine an, so dass Orlandos bloße Füße sich nun auf das Sofa stützten.
"Schön so bleiben und noch ein wenig weiter auseinander..."
Orlando reagierte nicht und Kolja zog nun an einem der Beine, so dass Orlando nun breitbeinig dort saß. Orlando spürte regelrecht die Blicke die nun auf seiner Leibesmitte ruhten.
"Wirklich wunderschön...Oho...mach deine Arbeit..."
Der Angesprochene nahm nun eine Schüssel, ein weiteres Handtuch und ein Rasiermesser zur Hand.
"Und schön still halten, Elb, ich möchte nicht, dass wir etwas verlieren, und du sicher auch nicht...oder?"
Orlando schüttelte den Kopf, biss sich auf die Unterlippe und schloss die Augen.
Er fühlte, dass eine Hand zwischen seine Beine ging, gefolgt von etwas Nassem, das beinahe zärtlich über alle Regionen dort unten strich. Danach fühlte er die kühle Klinge, den vorsichtigen Griff und wie sein bestes Stück aus dem Weg gehalten wurde, als die ersten zaghaften Bewegungen des Messers über seine Hoden kratzten.
"Wie schön zart deine Haut ist...viel zu schade, dass diese dunklen Locken das alles verbergen..."
Orlando öffnete kurz die Augen, um zu sehen, dass Kolja nun seine Hoden befühlte und sie sanft streichelte. Mit aller Macht versuchte Orlando seinen Körper dazu zu bringen, nicht auf diese Dinge zu reagieren. Aber seine Mühe war vergebens.
"Nun sieh mal einer an, er wird größer, du bist ein braver Junge. Das gibt eine Belohnung, halte ganz still...."
Der junge Schauspieler spürte, dass die Hand nun dort war, wo er sie als allerletztes wollte. Und es blieb nicht dabei, dass diese ein paar Mal durch seinen Po fuhr. Ein Finger erkundete nun seine heiligste Öffnung und Orlando musste erneut Tränen zurück halten. Das war zu viel, doch er wagte es nicht, sich zu bewegen, denn die Klinge war immer noch da unten in gefährlichem Gebiet.
Er musste einfach ertragen, wie der Finger weiter hinein wanderte, sich hoch und runter bewegte und ihm ein tatsächlich erregtes Gefühl schenkte. Gepaart mit den Arbeiten an seiner Vorderseite brachte es Orlando dazu, sich in die Hand zu ergießen, die sich vorsorglich um seine Spitze geschlossen hatte. "Ein Geschenk für mich...das ist wundervoll und als Dankeschön, weil du so lieb warst, werden wir nun dein neues Gemach bewundern gehen. Dort kannst du dann erstmal zur Ruhe kommen."
Nun zog sich alles auf einmal zurück und Orlando saß nur noch atemlos und verängstigt da, während Oho den übrig gebliebenen Schaum und die Haare wegwischte.
Kolja lächelte erhaben und erhob sich. Er ließ sich von Oho ein sauberes Handtuch reichen und säuberte sich elegant die Hand. Danach sah er Orlando an.
"Und nun steh auf. Ich möchte dich betrachten..."
Orlando stand auf und blieb mit hängenden Schultern vor Kolja stehen.
"Gerade Haltung, wenn ich bitten darf, das kannst du doch, ich habe es schließlich gesehen. So ist es gut. Oho ist einer der besten hier, wenn es um Intimenthaarung geht. Und wieder hat er jedes auch noch so feine Härchen entfernt. Wundervoll."

TBC






Kapitel 13 (Kitty)

Als Kolja das Zimmer verlassen hatte, blieb er kurz stehen und schloß für einen Moment die Augen. Immer noch sah er Orlando vor sich. Nackt, unschuldig, schüchtern, verängstigt. Seine gespreizten Schenkel, sein wundervoller junger Schwanz, der so ungeduldig in Koljas Hand gezuckt hatte. Kolja überlief ein Schauer, als er daran dachte, wie Orlando in seiner Hand gekommen war. Wie gut er sich angefühlt hatte, als er ihn an seinem kleinen ungeduldig pochenden Poloch berührt hatte. Und – oh – wie wundervoll mochte er sich dort anfühlen, wenn man nicht nur mit dem Finger in ihn eintauchen würde!

Noch jetzt musste Kolja schlucken. Er öffnete die Augen wieder und stieß die Luft aus. Am liebsten hätte er Orlando vorhin schon gepackt und sich in ihm versenkt. Ihn mit Lippen und Fingern berührt und um den Verstand gebracht. Und mit all diesen Gedanken eilte er nun weiter zu Seans Zimmer.

Als Kolja den Raum betrat, wunderte er sich, dass es so ruhig war. Mit gekrauster Stirn trat er auf das Bett zu und starrte Sean an. Der lag mit geschlossenen Augen da und schien zu schlafen. Doch Kolja traute dem Frieden nicht. Warum sollte Sean schlafen? Leise trat er näher. Selbst wenn Sean gewollt hätte, hätte er ihm nichts antun können. Er war immer noch an die Handschellen gefesselt und somit fast bewegungsunfähig. Das dünne Betttuch hatte er sich nur behelfsmäßig wohl mit den Füßen höher gezogen und versucht, sich damit halbwegs zu bedecken, was ihm aber nicht gelungen war.
„Sean?“
Keine Reaktion. Kolja trat noch etwas näher.
„Sean!“
Nichts. Kolja beugte sich nun ein Stückchen vor, aber noch weit genug entfernt, so dass Sean ihn nicht würde erreichen können, selbst wenn er es versucht hätte. Dann raunte er:
„Wenn du nur so tust, als ob du schläfst, wirst du es bereuen. Dann werde ich nicht nur dich bestrafen, sondern auch deinen kleinen süßen Freund. Ach ja... und falls es dich interessiert: Der kleine Elb hat einen recht beachtlichen Schwanz. Ich hab ihn eben nicht nur bewundern dürfen, ich hab ihn auch berührt. Dort – und auch noch woanders. Und – hör mir gut zu, Sean: Es hat ihm so gut gefallen, dass er in meiner Hand gekommen ist!“
Aufmerksam musterte Kolja Sean. Doch mit keiner Regung war zu erkennen, dass Sean wach war und ihn gehört hatte. Jetzt wurde Kolja doch misstrauisch. Er trat nah ans Bett heran, beugte sich über Sean und tastete mit der Hand nach dessen Halsschlagader.
„Scheiße!“ entfuhr es ihm dann und sofort fuhr Kolja herum. Er eilte auf die Tür zu, riß sie auf und schrie nach Oho, der auch in Windeseile aus dem Zimmer geschossen kam, wo sich Orlando aufhielt, rasch die Tür verschloß und dann auf Kolja zuwieselte. Der deutete auf Sean.
„Was ist mit ihm? Sein Puls ist viel zu schnell und er reagiert nicht!“
Oho schluckte und trat rasch auf das Bett zu. Kolja verschränkte die Arme vor der Brust und musterte ihn, als er sich um Pete kümmerte und sich jetzt zu Kolja umsah.
„Ich nehme an, es ist sein Kreislauf. Gestern zu viel getrunken, dann das Betäubungsgas, für den Flug haben wir ihm auch noch etwas nachgegeben, jetzt hier die Aufregung, vielleicht nimmt er auch Medikamente, wovon wir nichts wussten.“
Unsicher zog Oho die Schultern hoch. Kolja fuhr ihn an:
„Dann tu etwas.“
Gehorsam nickte Oho. Aus einem kleinen Schrank holte er ein kleines Fläschchen, entkorkte es und hielt es dann Sean unter die Nase. Der rang prompt nach Luft, keuchte auf und begann zu husten. Oho griff ihm leicht unter den Rücken, um ihm etwas aufzuhelfen und zu stützen, während Kolja ans Fußende trat und Sean beobachtete.

Als Sean diesen beißenden Geruch in der Nase vernommen hatte, hatte er schon die Augen aufgerissen und versucht, den Kopf abzuwenden, um ihm zu entgehen. Doch dann wurde ihm schon hochgeholfen. Das erste, was Sean jetzt erblickte, war wieder dieser durchgeknallte Typ am Fußende seines Bettes. Und unwillkürlich stöhnte er auf.
„Oh nein...“
Er sackte zusammen, so dass Oho ihn sanft zurück ins Kissen gleiten ließ und sich dann flüsternd an Kolja wandte:
„Sehr labil! Sie müssen... Sie sollten...“
Er brach unter Kolja’s Blick ab und nickte.
„Sie werden schon wissen, was zu tun ist. Soll ihr kleiner Freund ein paar Zimmer weiter warten, bis er sein Zimmer bezieht? Sie möchten doch gewiß dabei sein.“
„Natürlich!“ gab Kolja zurück, dann entließ er Oho mit einer kurzen Kopfbewegung. Für ein paar Minuten stand er nur da und beobachtete Sean stumm weiter.

Das fiel dem natürlich auf. So mies sich Sean auch fühlte, aber was noch unangenehmer war, war das Gefühl, von diesem Kolja dermaßen angestarrt zu werden. Und daher knurrte Sean ihn schließlich an:
„Ich hab Ihr Bett nicht wieder vollgekotzt! Also hören Sie auf, mich so zu mustern als sei ich ein Objekt unter Ihrem Mikroskop!“
Er bemerkte, dass Kolja lächelnd den Kopf senkte und leise lachte und erneut stieg die Wut in Sean auf.
„Was soll das alles, verdammt? Wer sind Sie? Und was wollen Sie von mir und... und Orlando? Und was... was ist mit Viggo? Sie... Sie haben vorhin gesagt, Sie...“
„Ich weiß, was ich gesagt habe!“ unterbrach ihn Kolja schneidend.
„Und ich gedenke nicht, mich zu wiederholen, weil ich kein Papagei bin! Also? Wie sagt man?“
Sean schluckte. Es widerstrebte ihm, aber er musste wissen, was mit seinen Freunden los war. Kolja zog nun abwartend eine Augenbraue hoch. Sean wandte knirschend den Kopf ab und grummelte etwas. Koljas Augenbraue schoß noch höher.
„Ich habe dich nicht verstanden.“
„Es tut mir leid!“ knirschte Sean erneut, schon kochend vor Wut. Jetzt beugte sich Kolja ruckartig vor und über das Fußende, packte, ehe Sean sich versehen konnte, dessen Fußgelenke, spreizte sie und ließ im nächsten Moment zwei Fußfesseln, die sich am Ende des Bettes befanden, zuschnappen. Sean schnappte wild nach Luft und wollte auffahren, doch das Aufblitzen in Koljas Augen ließ ihn mitten in der Bewegung innehalten.
„So, und jetzt nochmal. Und dann bitte so, dass ich dir deine Entschuldigung auch wirklich abnehme!“
Koljas Stimme klang nun wieder seidenweich.

Sean schluckte hart. Das hier war schlimmer als ein Albtraum. Dies hier war Horror pur! Er spürte selbst, wie sich seine Augen geweitet hatten vor Entsetzen, als dieser Mann seine Füße so gefesselt hatte und er nun fast gänzlich wieder den Blicken ausgeliefert war. Das Stückchen Stoff, was er vorhin irgendwie geschafft hatte, sich halbwegs über seinen Schoß zu ziehen, nützte kaum etwas und bedeckte ihn auch nur unwesentlich. Kolja musste seine Gedanken gelesen haben. Er lächelte nun leicht, streckte die Hand aus und zog nun wie in Zeitlupe die Bettdecke von Seans Körper, um sie dann einfach auf den Boden fallen zu lassen. Mit einem Aufkeuchen wollte Sean eine Bewegung machen, spürte jetzt aber auch, wie sich die Ketten der Handschellen verkürzten und seine Gelenke dichter ans Kopfende gezogen wurden, so dass er nach Luft schnappend den Kopf wandte und erkannte, was geschehen war. Kolja musste irgendeinen Mechanismus am Fußende ausgelöst haben, mit dem man die Ketten zurück ins Bettgestell ziehen konnte. Und als er Kolja anstarrte und dessen freundliches Lächeln sah, wußte Sean, dass er mit seiner Vermutung richtig gelegen hatte.

Wieder zog Kolja die Augenbraue hoch.
„Also? Was wolltest du mir sagen, damit ich dir erzähle, warum ihr hier seid?“
Sean, in dem es mittlerweile dermaßen brodelte, dass er sich kaum noch beherrschen konnte, ballte die Hände zu Fäusten, so dass er selbst spürte, wie sich seine Fingernägel tief in die Handfläche bohrten, dann stieß er hervor:
„Es tut mir leid, verdammt nochmal!“
„Tsss...“
Kolja schnipste mit dem Zeigefinger und verzog das Gesicht.
„Das, mein lieber Sean, war definitiv nicht die richtige Antwort!“
Er verließ jetzt das Fußende und trat noch einmal neben das Bett. Von dort ließ er seinen Blick langsam über Seans nackten Körper gleiten, bis er an Seans Augen stoppte. Und ohne den Blickkontakt mit Sean zu unterbrechen, beugte sich Kolja jetzt vor, stützte sich mit einer Hand auf der Matratze ab und ließ die andere zwischen Seans Beine unter seinen Körper gleiten. Mit einem Zischlaut spannte sich Sean reflexartig an und kniff die Pobacken zusammen, als er spürte, wohin Kolja sich vortasten wollte. Seine Augen flackerten, als er versuchte, den Blick von Kolja weiterhin zu erwidern. Dessen Gesicht verzog sich nur minimal, als er nun dennoch seinen Finger tiefer gleiten ließ. Sean presste nun die Lippen zusammen, als er spürte, wie Koljas Fingerkuppe in ihn drang. Und dennoch entrang sich seiner Kehle ein schmerzhaftes Aufstöhnen.

Kolja hielt jetzt sekundenlang inne.
„Und jetzt noch einmal, Sean. Was – hast – du – mir – zu – sagen? Hm? Überleg es dir gut. Dies hier...“
Er bewegte jetzt kurz seinen Finger und weitete so für einen Moment Seans Schließmuskel, so dass Sean automatisch die Luft anhielt und die Augen zusammenpresste.
„Ist nur mein Finger. Entweder du sagst jetzt, was du zu sagen hast, oder ich werde etwas Anderes besorgen, was solange in dir bleibt, wie ich es will!“
Sean begann unter dem Schmerz zu zittern. Immer noch hielt er die Augen geschlossen und die Lippen zusammengepresst. Wieder drang der Finger etwas tiefer, so dass er nun nach Luft schnappte und die Augen wieder aufriß.
„Es tut mir leid!“
„Wie bitte?“
Kolja bewegte seinen Finger nur minimal und dennoch keuchte Sean auf.
„Ich sagte, dass es mir leid tut!“
Fick dich selbst ins Knie, du Schwein, ich sag’s, aber was ich denke, wirst du nie erfahren! Und irgendwann zahl ich’s dir heim! durchschoß es Pete, aber er presste nun die Lippen zusammen, als Kolja seine Hand zurückzog, dann ließ er sich erschöpft zurücksinken und schluckte schwer.
„Na also. War das nun so schwer?“
Kolja lächelte auf ihn herab, während er seinen Finger am Bettlaken abwischte.
„Ich denke, du hast dir eine Antwort verdient! Und da du wissen wolltest, was ich mit euch vorhabe... oh, das ist ganz einfach, mein Freund.“
Koljas Augen funkelten.
„Ich werde aus euch die schönsten Lustsklaven machen, die die Welt je gesehen hat!“

Tbc...










Kapitel 14

Sie hatten ihn schon wieder zurück gelassen. Verängstig und geschändet. Orlando wagte es nicht einmal, seinen Körper zu betrachten. Er hatte sich auf dem Sofa zusammen gerollt. Kolja, dieser widerliche Kerl, hatte gesagt, dass er ihn gleich abholen lassen würde und ihm dann persönlich seinen neuen Raum zu zeigen. Allerdings hätte er noch was zu erledigen. Orlando wollte nicht mal ahnen, was er damit wohl gemeint hatte. Sicher irgendwas mit seinem lieben Sean, den er sich mehr als alles andere auf der Welt nun her wünschte. Einfach um seine Nähe zu spüren.
Was würde dieses Ekelpaket noch alles mit ihm anstellen? Der Finger war sicher nur der Anfang gewesen. Dabei war Orlando noch eine absolute Jungfrau. Einfach, weil er sich noch nicht so weit gefühlt hatte. Für den letzten Schritt. Er hatte außerdem Angst vor den Schmerzen. Er hatte schon gelesen, dass der erste Verkehr nun mal nicht nur weiblichen Jungfrauen Schmerzen bereitete. Männliche waren da sogar noch im Nachteil, denn der Po war eigentlich nicht zu solchen Sachen gedacht gewesen. Oh ja, es würde wie die Hölle schmerzen und er wollte das nur mit Sean ertragen, sonst niemandem. Irgendwie musste er sich dagegen wehren, das nahm er sich feste vor.
Gar kein gutes Gefühl beschlich ihn, als die Türe aufgestoßen wurde.
"Los, Elb, steh auf, ich soll dich zum Chef bringen...."
Orlando beschloss, es diesmal zu tun und erhob sich langsam.
Sein Arm wurde gepackt und er wurde wieder nackt durch den Flur gezerrt, wieder in diesen Raum mit den Bildschirmen, wo der Fiesling schon grinsend auf ihn wartete.
"Ach, der Herr Elb erscheint wohl diesmal kooperativer zu sein, du hast wohl verstanden, dass es nur so funktioniert. Bevor wir mit der Besichtigung starten, wollte ich gerne eine Kleinigkeit mit dir essen, also setz dich."
Orlando tat, wie ihm befohlen und ließ sich auf dem angebotenen Sessel vor dem Tischchen nieder. Kolja drückte einen Knopf.
"Oho, er ist hier, bring bitte das Mittagsmahl..."
Kolja sah Orlando überfreundlich an, betrachtete den Körper des Jungen.
"Du gefällst mir, bist ein wenig zu dünn und wirkst schmächtig, aber dennoch ist dein Leib gut gebaut, du hast Potenzial, bist leicht erregbar, wie ein echter Jüngling. Das ist wirklich schön. Die Narbe auf deinem Rücken sieht nicht so schön aus, aber daran lässt sich nun mal nichts ändern. Der Rest deiner Haut ist so zart wie ein Babypopo. Beinahe unbehaart. Oh ja, mit dir habe ich einen guten Fang gemacht. Unschuldig, jung und unberührt. Selbst deine Ängstlichkeit gefällt mir, sie unterstreicht dein komplettes Auftreten. Du bist wirklich ein Süßer, Kleiner..."
Orlando wurde beinahe übel von dem Tonfall, denn Kolja sprach, als würde er von einem Sklaven reden, den er gekauft hatte.
Die Tür wurde geöffnet und Oho schob einen Servierwagen hinein, deckte den Tisch mit Tellern und Gläsern, alles beinahe zu vornehm für Orlando.
"Nun, ich hoffe, dass du mir den Gefallen tust und nun brav dein Mittagessen zu dir nimmst. Wenn du das tust, gibt es danach noch ein leckeres Eis. Und ich werde dich bis heute Abend in Ruhe lassen. Ist das ein Angebot?"
Orlando nickte mit gesenktem Blick. Erst als Oho begann seinen Teller zu füllen, wagte er einen Blick. Er war überrascht, dass tatsächlich kein Fleisch aufgetragen wurde.
Unschlüssig wartete er auf ein Zeichen, dass er mit dem Essen beginnen konnte. Natürlich hatte er nicht den geringsten Appetit, aber er wollte es hinter sich bringen.
"Ist es nicht das Richtige? Ich dachte, dass du das wenigstens magst. Feines Gemüse und Nudeln. Kein Fleisch, weil ich nicht möchte, dass du dich schlecht fühlst. Ich brauche dich schließlich noch. Also iss nun, damit du zu Kräften kommst..."
Orlando griff vorsichtig nach der Gabel und Kolja lächelte zufrieden.
"Sehr gut erzogen, was? Das ist gut, denn ich lege Wert auf die rechten Tischmanieren."
Orlando versuchte, so gut es ging, das Essen in sich hinein zu bekommen. Es schmeckte sehr gut, aber er hatte überhaupt keinen Hunger und befürchtete, dass es auch ohne Fleisch nicht lange in seinem Körper bleiben würde. Trotzdem aß er den Teller leer und ebenfalls das Eis, das ihm danach vor die Nase gestellt wurde. Er wollte einfach nicht wieder berührt oder "überredet" werden.
Ihm war hundeelend, als er von Kolja zur Tür hinaus geschoben wurde.
"Nun werden wir dein Zimmer aufsuchen. Du wirst dich sicher wohl fühlen...Oho, schließ die Tür zum Jungenzimmer auf."
Der Angesprochene zog ein großes Schlüsselbund hervor und machte sich an einer Tür zu schaffen.
"Orlando, du siehst, dein Raum ist ganz in der Nähe meiner Gemächer. Also ist immer jemand in deiner Nähe, wenn etwas ist. So nun, komm..."
Orlando stockte der Atem, als er den Raum sah. Er war in hellem Blau tapeziert, mit einer Borde, die mit Teddybären verziert war. Eine Lampe in der Form eines Flugzeuges hing unter der Decke. Die Vorhänge am großen Fenster waren aus einer Art Seide und ebenfalls mit Bären bedruckt. Auf der einen Seite stand ein großes Hochbett mit einer Rutsche und Kletterseilen, auf der anderen mehrere Regale mit Spielzeug und Büchern, Kinderbüchern, soweit Orlando erkennen konnte. Selbst ein kleiner Tisch mit Stühlen stand in der Mitte des Raumes und eine ganze Parade von Stofftieren bevölkerte das Bett und ein weiteres Regal. In einer anderen Ecke des Zimmers stand ein großes Schaukelpferd mit zotteliger Mähne.
"Gefällt es dir? Ich dachte, dass ein Junge wie du sicher seine Unterhaltung braucht, damit er sich nicht langweilt."
Orlando wusste nicht, ob er nun nicken, in Tränen ausbrechen oder sich übergeben sollte. Dieser Typ war krank, das stand nun endgültig fest. Orlando war vielleicht kindisch für sein Alter und mit Sicherheit nicht besonders reif. Aber ein Kinderzimmer, und das war es, was er vor sich sah, war nun wirklich arg übertrieben und einfach nicht normal. Er war kein Kind mehr.
"So, Süßer, nun mach es dir bequem und spiel ein wenig, oder mach ein Mittagsschläfchen. Neben der Tür ist eine Klingel, die du drücken kannst, wenn du etwas möchtest. Natürlich wird diese Tür verschlossen sein, damit du nicht auf Alleingang gehst und dich noch im Haus verläufst."
Kolja nickte Oho noch einmal zu und sie verließen den Raum, Orlando hörte, dass ein Schlüssel umgedreht wurde und stand nun erstmal verwirrt mitten im Zimmer. Er hatte Angst vor diesem Platz, er zeugte zu sehr von der Verrücktheit des Mannes, der ihn in seiner Gewalt hatte.
Nur langsam erwachte Orlando aus seiner Starre, ging langsam auf das Hochbett zu und ließ sich auf den blauen Sitzsack sinken, der darunter lag. Voller Furcht kauerte er sich zusammen und wartete einfach ab, was nun geschah.



Kapitel 15

Kolja schlenderte zu seinem Büro zurück. Immer noch hatte er die entgeistert aufgerissenen und doch so wunderschönen grünen Augen von Sean vor sich und auch dieses verängstigte Flackern in den schokoladenbrauen von Orlando. Und wieder umspielte ein kleines Lächeln Koljas Lippen, als er nun sein Büro betrat. Er wollte gerade über die Tür zur Terrasse hinaustreten, als er das rote Lämpchen an seinem Anrufbeantworter blinken sah. Stirnrunzelnd seufzte Kolja auf, nahm auf dem Ledersessel hinter dem Schreibtisch Platz und griff zum Telefon, um eine Nummer einzutippen, dann lehnte er sich zurück und wartete kurz.
„Ich bin’s. Kolja. Was gibt es?“
Er lauschte. Mit jedem Wort, was er hörte, verdüsterte sich seine Miene mehr und mehr. Dann wurde seine Stimme schärfer.
„Soll das etwa heißen, dass wir Probleme kriegen könnten?“
Wieder lauschte er. Mit der freien Hand griff er zu einem schmalen silbernen Brieföffner und begann damit herumzuspielen.
„Nein! Nein, natürlich will ich nicht, dass es noch mehr Ausfälle gibt! Ich dachte...“
Seine Stimme wurde leiser, aber dafür nicht im geringsten freundlicher.
„Ich dachte, wir hätten alles im Griff!“
Als sein unsichtbarer Gesprächspartner nun antwortete, schloß Kolja genervt die Augen und schüttelte leicht den Kopf.
„Nein, zufällig brauche ich nicht noch mehr Leute! Ich sagte doch schon von Anfang an, dass ich momentan nur Interesse an diesen Beiden habe! Ja. JA! Nur an Sean und nur an Orlando! Nein, das mit Viggo war ein bedauerlicher Unfall!“
Kolja betrachtete nun den Brieföffner und nickte wieder.
„Ja, wenn wir ihn da gelassen hätten, hätte das extrem fatale Folgen haben können! Natürlich! Richtig, und das konnten wir nicht riskieren. Ja. Ja, natürlich lebt er noch.“
Er verdrehte die Augen.
„Er ist an einem sicheren Ort. Naja, fast sicher!“
Ein kaum merkliches Grinsen umspielte Koljas Lippen. Dann atmete er tief durch.
„Nein, er ist nicht hier bei mir. Nein. Nein, er ist...“
Sein Blick wanderte nach draußen zum Meer hinüber.
„Er macht gerade einen kleinen Strandspaziergang, nehme ich an!“
Kolja räusperte sich.
„Also, wenn die Lage sich schon derart zugespitzt hat, dass ein paar kleine Möchtegern-Detektive sich einmischen, werde ich mich darum kümmern. Ja. NEIN! Lassen Sie gefälligst die Finger davon! Ich werde es tun! Ja! Ja. Nein...“, knirschte Kolja jetzt.
„Nein, und ich wiederhole mich kein zweites Mal. Diese... die undisziplinierten Kleindarsteller – und das meine ich im wahrsten Sinne des Wortes – interessieren mich nicht! Sie haben nicht mal ansatzweise die Klasse eines Seans oder eines Orlandos! Nicht – mal – ansatzweise!“ wiederholte er dann noch einmal mit scharfer Stimme. Dann atmete er langsam tief durch.
„Also bitte... lassen Sie Ihre Finger davon und überlassen Sie es einem Fachmann wie mir! Ich habe meine Leute und ich weiß, was ich zu tun habe!“
Er machte noch einmal eine kleine Pause und hörte sich an, was ihm sein Gegenüber zu sagen hatte, rollte mit den Augen und seufzte unhörbar auf.
„Das mag ja sein, dass sie gute Menschen sind, aber – wie ich, so glaube ich – schon mal erwähnte: Ich habe kein Interesse an ihnen! Nein! Wenn, dann höchstens noch an diesem... wie heißt er doch gleich, dieser junge rotblonde Typ, der den Bruder von Sean spielt... ach ja, richtig! Ja. David Wenham. Genau. Ja, der ist auch niedlich!“
Kolja lächelte bei dem Gedanken an den Mann. Doch dann räusperte er sich.
„Aber nein. Nein, im Moment nicht. Erstmal tendiere ich dazu, mich nur diesen beiden Prachtburschen zu widmen. Ob es ihnen gut geht? Oh...“
Mit einem Schwung drehte sich Kolja in seinem Schreibtischstuhl so herum, dass er zum Bildschirm sehen konnte, dann schaltete er den Apparat ein und wählte Seans Zimmer an. Sekundenlang starrte er auf den nackten Körper von Sean, der immer noch mit gespreizten Beinen gefesselt auf dem Bett lag, dann atmete er tief durch.
„Also Sean ist gerade ziemlich gefesselt von einer neuen Erfahrung, denke ich! Und Orlando... nun, er ist ja wirklich ein ganz Süßer!“
Kolja schaltete rasch weiter. Und erblickte Orlando zusammengekauert in seinem Zimmer auf diesem blauen Sitzsack. Jetzt atmete Kolja tief durch.
„Einen Augenblick, bitte, ja?“
Er drückte auf die Stummtaste und betätigte dann eine andere Taste.
„Orlando?“
Er sah, wie der junge Mann zusammenzuckte und sein Kopf herumruckte, um zu hören, wo die Stimme herkam. Kolja lächelte.
„Dieser Sitzsack ist doch mit Sicherheit nicht so bequem, wie ich dachte. Und sicherlich nicht so gut für deinen Rücken. Ich werde dir im Laufe des Tages etwas Anderes bringen lassen. Warum machst du es dir nicht auf dem Schaukelpferd ein bisschen bequem, hm? Ich habe extra die größte Größe genommen, die es gab!“
Er machte eine kurze Pause, zoomte etwas näher und lächelte, als er den gehetzten Ausdruck in Orlandos Augen bemerkte.
„Nicht doch, keine Angst, kleiner Elb! Du kannst doch reiten, das weiß ich.“
Ein Schauer der Erregung durchzog Kolja, als ihm die Doppeldeutigkeit dieser Worte aufging. Leise murmelte er in den Hörer:
„Und wie schön wirst du erst reiten können, wenn du hier die wahren Reiterfreunden kennengelernt hast!“
Kolja atmete tief durch, dann lachte er leise.
„Aber dazu kommen wir später. Viel später!“
Er klickte Orlando aus der Leitung und schaltete auch den Monitor wieder aus, bevor er das erste Gespräch wieder annahm.
„Hallo? Verzeihen Sie, ich musste mich rasch erkundigen, ob bei Orlando alles in Ordnung ist. Er vertreibt sich die Zeit gerade mit Reiten, wissen Sie. Oh ja! Ja, er ist sehr talentiert!“ lächelte Kolja nickend.
„Ja. Ja, natürlich, ich werde es den Beiden ausrichten. Sicherlich! Aber ja! Ja, das auch! Selbstverständlich! Ja. Vielen Dank, ja, auch Ihnen noch einen wunderschönen Tag!“
Mit einem tiefen Seufzer legte Kolja den Hörer wieder auf. Amateure! Kopfschüttelnd ergriff er noch einmal den Brieföffner. Sekundenlang starrte er ihn nur an und ließ die silberne Klinge in der Sonne funkeln. Dann umfasste er den Griff fester und rammte das Teil mit einem kurzen Knurren in die Tischplatte.

Tbc...






Signatur
Wenn ein Mädchen auch scheu wie eine Maus ist, so muß man doch den Tiger in ihr fürchten!

Cat_Ballou 
Plaza-Chefin
.........



Status: Offline
Registriert seit: 22.01.2006
Beiträge: 298
Nachricht senden
...   Erstellt am 25.01.2006 - 12:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen



Kapitel 16 (Wilwariniel)

Die Tür wurde wieder aufgeschlossen und Oha trat herein, wie Orlando durch einen kurzen Blick erkennen konnte. Er war ein wenig eingedöst und wusste nun nicht, wie lange er schon unter dem Hochbett gelegen hatte.
"Kleiner, der Chef braucht dich noch ein mal, also komm bitte mit."
Orlando wurde gepackt und nach oben gezogen, um ein Haar hätte er sich den Kopf böse am Bett gestoßen. Der Dunkelhäutige führte ihn wieder in das Zimmer seines Bosses. Kolja lächelte Orlando an.
"Ich weiß, ich hatte gesagt, dass ich dich in Ruhe lasse, aber aktuelle Ereignisse zwingen mich, dich um einen kleinen Gefallen zu bitten. Setz dich bitte dort auf das Kanapee."
Orlando nickte und setzte sich, nervös kaute er auf seiner Unterlippe, während Oho ein schnurloses Telefon auf einem Tablett neben ihm abstellte.
"Nun, es ist mir zu Ohren gekommen, dass deine jungen Kollegen, mit denen du regelmäßig verkehrst, anfangen, sich Sorgen um dich zu machen. Das ist natürlich nicht in meinem Interesse. Also, wirst du nun einen von ihnen anrufen und von deinem wundervollen Urlaub erzählen, den du mit deinen Freunden gerade unternimmst. Und natürlich, dass alles schön ist und sie sich keine Sorgen machen sollen. Außerdem sollen sie eurem Chef bescheid geben, dass ihr für ein paar Wochen weg seit, weil ihr spontan aufgebrochen seit. Um alles weitere kümmere ich mich. Du wirst ihnen die Nummer eures Hotels geben, und ich werde das regeln."
Orlando spürte Wut in ihm hochsteigen. Er sollte seinen Freunden sagen, dass sie sich keine Sorgen machen brauchten? Dass es ihm und Sean gut ging?
"Ich werde das nicht tun..." hörte er sich sagen.
Kolja zog die Augenbrauen hoch, aber der Rest seiner Miene blieb gleich.
"Das ist deine Entscheidung, aber du bist dir sicher darüber im Klaren, dass diese Schulkinder heutzutage unheimlich schnell im Verkehr verunglücken? Besonders, wenn sie mit ihren Gedanken bei den falschen Dingen sind?"
Orlando wurde schlecht. War das eine Drohung? Wollte dieses Arschloch nun auch noch seine Hobbits mit da rein ziehen? Er traute seinen Ohren nicht.
"Nun, bedenke, was du tun willst, aber ich gebe dir nur fünf Minuten. Ansonsten werde ich jemanden schicken, der die Sache an deiner statt erledigt. So oder so, es wird euch niemand retten können. Nur du hast die Möglichkeit, das Leben deiner Freunde zu retten."
Orlando schluckte und sah dann auf das Telefon. Würde er es schaffen, trotzdem ein Zeichen zu geben? Sicher sollte er das lieber nicht riskieren. Seinen Freunden sollte nichts geschehen, also nahm er das Telefon in die Hand und wählte die Nummer, die er auswendig konnte. Aber nicht Elijah, sondern Billy meldete sich nach einigem Klingeln. Das Telefon war mit einem Lautsprecher verbunden, so dass Kolja es genau mithören konnte.
"Ja?"
"Hi...Orlando hier...sorry...ich...wollte nur schnell bescheid sagen...dass ich und Sean spontan für ein paar Tage, oder auch länger weggefahren sind...ich...es war eine Überraschung, deswegen konnte ich euch nichts sagen...ich hoffe, ihr habt euch keine Sorgen gemacht? Wo ist Elijah?"
"Doch...haben wir. Elijah ist krank und wird gerade untersucht. Sicher nichts Ernstes. Warum rufst du erst jetzt an?"
"Ich hatte vorher keine Zeit...sorry..."
Orlando sah, dass Kolja ihm ein Zeichen gab. Er sah ihn verwirrt an.
"Sie sollen deinem Chef bescheid geben..." formte Kolja nun mit den Lippen.
Orlando nickte.
"Ach so und sagt Peter bitte bescheid...ich denke, er weiß auch von nichts...und...und...wenn ihr wollt..." Plötzlich war Orlando den Tränen nahe. "Ich...kann euch die Nummer vom Hotel geben..." Er wischte sich eine Träne von der Wange.
"Ja, mach mal, dann weiß Peter, wo er anrufen kann, um euch den Kopf abzureißen. Sonst geht's euch aber noch gut, oder? Ist Viggo etwa auch bei euch?"
Viggo? Orlando wusste nichts von Viggo. Aber Kolja nickte.
"Ja...ja...er ist mitgefahren..." Oho hielt Orlando jetzt einen Zettel vor die Nase.
"Ich muss gleich Schluss machen...die...die Nummer ist...006145178454..."
"Hä?" Billy war erstaunt. "Das ist aber nicht Neuseeland...wo seid ihr??? Moment...Australien????" brüllte er ins Telefon.
"Ähm...ja...und sorry...ich muss jetzt Schluss machen...bis die Tage...bye..."
Orlando legte das Telefon weg, als hätte es ihn gebissen. Nun flossen die Tränen in Strömen über seine Wangen. Viggo war auch dort und sie waren in Australien? Er verstand nun gar nichts mehr, ließ sich von Oho zurück in sein Zimmer bringen und kauerte sich wieder auf seinem Sitzsack zusammen. Dort weinte er sich in einen unruhigen Schlaf.


****


Billy legte ein wenig verwirrt und kopfschüttelnd das Handy von Elijah wieder auf den Tisch.
"Wer war das?" fragte Dominic.
"Orlando...er, Sean und Viggo sind in Australien..."
"Hä? Was wollen die da?" fragte nun Sean.
"Spontan-Urlaub. Sehr spontan, denn nicht mal Peter weiß davon. Irgendwie klang Orlando komisch, vielleicht müde oder so, aber...meint ihr, sie hatten Streit? Und wollen das nun gerade biegen?"
Billy nickte sich nun quasi selber zu.
"Das könnte sein..."
Sean und Dominic nickten nun auch.
"Kann mir sonst keinen Grund vorstellen, warum sie über Nacht weggeflogen sind. Ohne ein Sterbenswörtchen...und mit einer von Orlandos Perücken...wahrscheinlich feiern sie ihre Versöhnung dann mit einem kleinen Rollenspielchen...."
Nun kicherten alle drei.
"Ooooohhh. Legolas...gib es mir...ja...genau da...." stöhnte Billy und ging sich mit einem begierenden Blick an die Hose.
Lautes Lachen folgte.
"Spaß beiseite, wir sollten das Elijah sagen...wo ist er gerade?" fragte Sean.
"Im Sanitätszelt. Er wird immer noch untersucht. Na ja...wenigstens ist er nicht ohnmächtig geworden, aber sie werden ihm wahrscheinlich irgendwas geben, damit er sich wieder beruhigt. Kommt, lasst uns hingehen und danach müssen wir zu Peter. Hoffentlich ist der nicht sauer, dann habe ich keinen Bock morgen zu drehen..." sagte Dominic und seufzte.
Die drei Schauspieler verließen Elijahs Wohnwagen.
Elijah lag auf einer der Liegen und war immer noch kreidebleich. Aber wenigstens schien er nicht mehr untersucht zu werden, sondern ruhte sich nur aus.
"Hey, du Panikmacher...wir haben gute Nachrichten. Orlando, Sean und Viggo sind im Urlaub. In Australien. Sie kommen in ein paar Tagen wieder."
Alles Weitere verschwieg Dominic wohlweißlich.
"Wirklich? Das ist gut. Er hätte ruhig was früher anrufen können. Mann...und ich mach mir solche Sorgen..."
"Ist ja nun vorbei...geht es denn wieder?"
"Ja...werde mich gleich ne Runde aufs Ohr legen und dann bin ich morgen wieder auf dem Damm...alles nicht so tragisch...war nur mein Kreislauf...bor, bin ich froh, dass es den Dreien gut geht..."
"Wir auch, denn irgendwo hat uns deine Angst auch besorgt. Manchmal hat man halt so einen sechsten Sinn. Sorry, dass wir dich erst nicht Ernst genommen haben. Aber als dann auch noch Orlandos Haarpracht nicht mehr da war, da fing das bei uns auch an. Aber dann rief er ja an. Also, alles in Butter...schade, wird wohl heute Abend nichts mit feiern, was?"
Elijah setzte sich langsam auf.
"Nicht mit mir, ich darf nicht trinken und denke, dass ich wohl auch besser einen ruhigen mache. Morgen haben wir viel Arbeit..." seufzte er und sah dann Sean an, der nun ebenfalls seufzte.
"Wir zwei auch...schade, dass wir erstmal keine Szenen mehr zusammen drehen...das war doch immer noch am lustigsten..." sagte Billy nun und legte den Arm um Dom.
Sean kicherte, als er das sah.
"Fangt ihr jetzt auch an, wie Orlando und sein Beanie? Bei Orlando hatte ich gleich geahnt, dass er so ein bisschen schwul angehaucht ist, aber bei euch???"
"Keine Sorge, wir sind nur Freunde..."
"Leute, könntet ihr mich in meinen Wohnwagen bringen?" fragte Elijah nun und prompt half ihm Sean dabei, von der Liege herunter zu kommen.
"Wisst ihr was? Wir machen heute einen ruhigen zu viert. In Elijahs Wohnwagen...wenn es ihm recht ist..."
"So lange es euch nicht stört, wenn ich zwischendurch einpenne, gerne...das Mittelchen, dass die mir eben gespritzt haben, soll wohl müde machen und ich glaube, es beginnt zu wirken..."
"Kein Problem...komm...ab in die Heia...."
Schon waren die vier unterwegs, immer noch froh darüber, dass Orlando sich gemeldet hatte. Sicherlich würde sein Streit mit Sean bald der Vergangenheit angehören.





Kapitel 17

Kolja musterte Orlando, der immer noch mit hängenden Schultern vor seinem Schreibtisch saß.
„Nun?? Alles in Ordnung bei dir? Siehst ein bisschen blass aus. Aber ich bin zufrieden. Sehr sogar!“
Er schaute ihn lobend an und lächelte freundlich.
„Du hast deine Sache wirklich sehr gut gemacht!“
Orlando schluckte nur.
„Sehr, sehr gut sogar!“ wiederholte Kolja. Orlando starrte ihn an. Dann – mit fast flüsternder Stimme:
„Ich habe sie belogen!“
Kolja lächelte breit.
„Aber darin warst du sehr gut!“
Orlando schaute gar nicht glücklich aus und schüttelte langsam den Kopf. Kolja schob Orlando eine kleine, kostbar aussehende Glasschale mit Pralinen rüber.
„Nimm dir, wenn du magst! Sie sind köstlich!“
Kolja ergriff nun selbst eine und ließ sie sich schmecken. Orlando starrte auf die Pralinen. Stumm, ohne ein Wort zu sagen. Kolja zog eine Augenbraue hoch und musterte ihn. Orlando, dem das auffiel, versuchte zwar noch, weitere Tränen zu unterdrücken, schluchzte dann aber dennoch leise auf. Kolja rollte unauffällig mit den Augen, dann beugte er sich vor.
„Orlando, mein kleiner Freund... sieh mich an!“
Der schaute vorsichtig auf. Kolja lächelte.
„Du hast deine Sache sehr gut gemacht. ich bin stolz auf dich. Und deshalb... habe ich auch eine gute Nachricht für dich!“
Orlando sah ihn ängstlich an, dann nickte er. Koljas Lächeln wurde breiter.
„Das heißt, wenn du bereit bist, wieder mit mir zu reden!“
„O-okay...“
Orlando schniefte. Kolja lehnte sich zurück und legte den Kopf etwas schief.
„Du hattest noch nie Sex mit Sean, richtig? Nun, ich würde dir helfen, dass es richtig schön wird!“
Schlagartig errötete Orlando, bevor er leise murmelte:
„Nein, ha... hatten wir nicht...“
“Aber du möchtest?“
Kolja musterte ihn mit hochgezogener Augenbraue. Orlando nickte vorsichtig.
„Aber...“
Seine Stimme wurde schon wieder leiser.
“Ja?”
“Ich habe Angst.“
Orlando starrte beschämt auf seinen Bauch. Kolja nickte langsam.
“Verstehe... wovor?“
„Das... es... weh...tut und...“
Orlando hatte nur wieder geflüstert und schwieg nun wieder. Er spürte eine Träne auf seiner Wange und wischte sie schnell fort. Kolja unterdrückte das Lächeln, was in ihm aufsteigen wollte.
„Das tut es nur, wenn man es falsch macht! Und was meintest du noch, hm?“
Orlando zuckte leicht mit den Schultern.
„Sag schon!“
Koljas Stimme wurde etwas schärfer.
„Ich weiß nicht...“, nuschelte Orlando, zuckte aber im selben Moment zusammen, als er Koljas Stimme und die Schärfe in ihr vernahm. Kolja beugte sich vor und sah ihn an.
„Orlando...“
Der wich Koljas Blick vor lauter Beschämung aus. Doch Kolja fuhr fort:
„Wenn du mir nicht sagst, was du möchtest, kann ich dir nicht helfen! Dann geht es dir wie deinem Freund! Wie Sean...“
Orlando riss die Augen auf.
„Was ist mit ihm???“
Kolja ergriff seine Fernbedienung, und ohne Orlando aus den Augen zu lassen, zeigte er ihm einen kurzen Mitschnitt von der Szene in Seans Zimmer, als er sich gerade zu Sean vorgebeugt und mit seiner Fingerspitze unvorbereitet in ihn eingedrungen war. Seans schmerzverzerrtes Gesicht war noch kurz zu sehen, dann stoppte Kolja das Band wieder. Geschockt starrte Orlando auf den dunklen Bildschirm.
„Mir wird übel!“
Kolja nickte.
„Verständlich! Und wir wollen doch nicht, dass es dir auch so ergeht, oder?“
Orlando schüttelte den Kopf und musste schlucken, um sich seine Tränen zu verkneifen. Er begann zu zittern und wiederholte:
„Mir ist schlecht!“
“Ich weiß. Ich weiß!“
Kolja stand auf, ging um seinen Schreibtisch herum und blieb dann hinter Orlandos Rücken stehen. Dann beugte er sich runter zu ihm und flüsterte:
„Deswegen sollten wir beide auch versuchen, dass es dir bald besser geht, mein Kleiner! Atme tief durch, komm... Und dann sag mir, wie du dir dein erstes Mal vorstellst!“
Er streichelte sanft seine Schulter und richtete sich wieder auf. Orlando war erstarrt unter seiner Berührung, dann sprach er ganz leise weiter:
„Weiß ich nicht...“
Kolja bemühte sich, ruhig zu bleiben. Dann meinte er mit beherrschter Stimme:
„Dann denk drüber nach!“
„Aber ich weiß es nicht!“ gab Orlando verzweifelt zu.
„Ich weiß nur, dass ich Angst habe! Kann ich bitte raus gehen?“
„Nein! Du bleibst hier, solange bis ich dir erlaube zu gehen!“ entgegnete Kolja scharf, so dass Orlando erschauderte. Dennoch wagte er zu sprechen:
„Aber mir ist wirklich nicht gut...“
Er schaute vorsichtig auf. Seine Stimme zitterte.
„Warum wollen sie das wissen?“

Kolja nahm wieder ihm gegenüber hinter seinem Schreibtisch Platz.
„Das dir nicht gut ist, ist dein Pech. Atme tief durch, wie ich es dir gesagt habe! Möchtest du etwas zu trinken? Und warum ich es wissen will? Weil ich es schade fände, wenn dich jemand das erste Mal in deinen kleinen süßen Arsch fickt, der gar nicht weiß, was für einen Schatz du da mit dir rumträgst! Es ist zu schade drum!“
Orlando musste fast würgen, als er die Worte hörte.
„Sean weiß das!“ flüsterte er. Doch Kolja senkte nur lächelnd den Kopf.
„Das glaub ich dir sogar, dass er es weiß. Aber...“
Er beugte sich wieder vor.
„Aber weißt du auch, dass er dir wirklich nicht dabei weh tun wird? Dass er alles richtig macht für kleine unbeholfene Jungfrauen wie dich? Denk dran, Orlando... sogar bei meinen Berührungen bist du gekommen!“
Lächelnd nickte Kolja, während Orlando sich nur den Magen hielt und auf den Boden starrte. Dann nuschelte er:
„Er wird vorsichtig sein!“
Kolja holte tief Luft und verdrehte die Augen. Orlando, der nur kurz hochgesehen hatte, starrte sofort wieder den Boden an.
“Kommen wir zum Punkt, mein Kleiner! Wenn du möchtest, dass Sean der erste ist, der dein Tor zur Glücksseligkeit aufstößt, solltest du mir gegenüber ein klein bisschen kooperativer sein!“
Orlando nickte vorsichtig, weil das ja auch sein Wunsch war. Dennoch hatte er Angst. Angst davor, was nun kommen würde. Und Angst, sich doch noch auf dem Teppich übergeben zu müssen. Kolja beugte sich wieder vor.
„Also? Wie - stellst du es dir nun vor, hm? Von vorn? Von hinten? Im Stehen? Im Liegen? Wo? Im Bett? Auf dem Boden? Auf meinem Schreibtisch?“
Er grinste breit, als er Orlandos verzweifelten Blick zum Schreibtisch hin bemerkte. Orlandos Blick huschte hin und her, dann flüsterte er verzweifelt:
„Im Bett. Im Liegen. Alleine. Mit Sean!“
Kolja nickte, dann beugte er sich noch ein Stück vor und raunte:
„Das mit meinem Schreibtisch war ein Scherz!“
Kolja bemerkte Orlandos kurzes Stirnrunzeln, daher lehnte er sich wieder zurück und erklärte:
„Ich bin der einzige, der jemanden hier auf dem Schreibtisch ficken darf!“
Schlagartig erbleichte Orlando. Bei der Vorstellung musste er würgen. Kolja zog die Stirn kraus. Dann erhob er sich hastig, packte Orlando am anderen Handgelenk und zerrte ihn zum offenen Fenster hinüber.
„Wenn du kotzen musst, tu's!“
Doch Orlando schüttelte den Kopf und versuchte ruhig zu atmen.
„Geht's dir gewöhnlich besser, wenn du kotzt?“
Er schaute Kolja verwirrt an.
„Antworte!“ schnarrte der.
„Was jetzt? Musst du spucken oder nicht???“
„Ich weiß nicht...“
Kolja packte Orlando, riss ihn jetzt zu sich herum und packte ihn an den Schultern.
„Du wunderst dich, dass ich dich in dieses Baby-Zimmer gesteckt hab! Hör auf, dich wie ein Baby zu benehmen und sei der Mann, der du bist!“
Orlando nickte vorsichtig, doch schon fuhr Kolja mit gefährlich leiser Stimme fort:
„Und hör endlich auf, so zu wimmern!“
„Ich kann nicht...“
Wieder begann Orlando zu würgen und dann beugte er sich vor und spuckte auf den Teppich direkt vor Koljas Füße. Mit angewiderter Miene wandte der sich ab und holte tief Luft. Orlando bekam jetzt richtig Angst und wich unwillkürlich ein Stück zurück. Kolja atmete tief durch.
„Also gut. Gut. Geht's dir jetzt besser?“
Orlando konnte nur mit den Schultern zucken, bevor er nun endgültig in Tränen ausbrach. Kolja spürte, wie sein Geduldsfaden dünn und dünner wurde. Aber noch beherrschte er sich. Orlando ließ sich nun auf die Knie sinken. Er zitterte am ganzen Leib. Kolja schaute ungerührt auf ihn herab.
„Wenn du weiter das Baby spielen willst, bitte... beeindrucken tust du mich damit nicht! Nicht mehr!“
Zwar wusste Orlando, dass er dafür nichts konnte, aber er wagte erneut zu fragen:
„Kann ich nicht bitte rausgehen?“
Kolja hockte sich neben ihn. Mit seidenweicher Stimme meinte er dann:
„Nein, du kannst nicht gehen! Entweder - du beherrschst dich jetzt und reißt dich zusammen...“
Noch während Kolja sprach, spürte Orlando, wie ihm schwindelig wurde und eine erneute Welle der Übelkeit in ihm aufstieg. Er schluckte.
„Aber... ich...“
„Was?“
„Möchte schlafen... Mir ist so seltsam...“
„Mir auch!“ knurrte Kolja. Orlando schloß die Augen. Er hatte plötzlich das Gefühl, jeden Moment umzufallen. Wieder musste er würgen. Kolja, dem das natürlich auffiel, atmete tief durch. Diese kleine Memme! Baby! Er trat auf Orlando zu, packte ihn um die Taille und führte ihn so rüber zum Ledersofa, hielt jedoch inne.
„Nein, nicht hier rauf! Nicht auf weißes Leder und dazu noch mein Lieblingsstück!“
Mit einem kleinen Lächeln starrte er auf das Sofa. Diesen Moment nutzte Orlando aus. Er riss sich los und rannte aus dem Zimmer auf den Flur. Dort schaute er sich verzweifelt um. Lauter Türen!

Kolja hatte unterdrückt geflucht, jetzt eilte er Orlando nach, ergriff direkt neben der Tür eine große Vase. Als Orlando Kolja stehen sah, rannte er erneut los. Kolja schleuderte die Vase in Orlandos Richtung. Er hatte auf seine Beine gezielt, brachte ihn jetzt so tatsächlich ins Stolpern und Orlando fiel auf die Knie. Gleichzeitig übergab er sich erneut. Mit zusammengepressten Lippen kam Kolja auf ihn zu, packte ihn am Oberarm und zerrte ihn hoch. Orlando schrie auf. Kolja packte ihn nun an den Schultern und drückte ihn so an Wand. Voller Furcht fixierte Orlando ihn. Jetzt brachte Kolja sein Gesicht dicht an seines heran und knirschte mit blitzenden Augen:
„Das war Ming-Dynastie!!!“
Orlando starrte ihn verwirrt an.
„Was?“
„Die Vase...“
Kolja deutete wütend auf die Scherben neben sich und sofort begann Orlando zu zittern. Ihm schoss nur durch den Kopf, warum Kolja sich so aufregen würde, schließlich hatte er doch genug Geld. Doch er wurde in seinen Gedanken gestört, weil Kolja jetzt zischte:
„Und du... bist schuld!“
Orlando zuckte zusammen. Er versuchte, Kolja’s Atem zu entkommen, da ihm immer noch übel war.
“Ist dir immer noch schlecht, kleiner Elb?“
Koljas Stimme klang höhnisch.
„Dann wollen wir doch mal dafür sorgen, dass du dich richtig auskotzen kannst!“
Er packte jetzt so zu, dass er beide Handgelenke von Orlando mit einem festen Griff über seinem Kopf an die Wand drücken und so mit einer Hand festhalten konnte. Gleichzeitig griff er ihm mit der anderen Hand zwischen die Beine und ließ sie dort locker liegen, aber so, dass Orlando spüren konnte, wie er seinen Penis so festhielt, dass seine Finger gleichzeitig auch Orlandos Hoden berührten. Orlando wandte den Kopf ab und schloß die Augen, als Koljas Gesicht wieder näher an seines kam.
„Und dann, mein Kleiner, werden wir uns nochmal unterhalten. Ich dachte, du wärst kooperativ, nachdem du brav dieses Telefonat geführt hast. Aber jetzt... jetzt werde ich dafür sorgen, dass du mal ordentlich gereinigt wirst. Und später – später unterhalten wir uns dann über deine Bestrafung. Über eine durchaus... angemessene Bestrafung für so ein Baby wie dich!“
Und dann griff er fester zu und ging los, ohne den Griff um Orlandos Glied zu lockern, so dass Orlando nichts anderes übrig blieb, als ihm so zu folgen. Vor einer großen Tür blieb Kolja stehen, öffnete sie und betrat das Zimmer, was gänzlich grün gefliest und komplett leer war. Jetzt betätigte Kolja einen Knopf an der Wand.
„Pawel? Ich brauch dich und Vasily in der Duschhalle! Jetzt gleich!“
Dann wandte er sich an Orlando.
„Die Beiden werden sich um dich kümmern. Natürlich werde ich dabei bleiben, damit ihm hier...“
Er tätschelte rasch mit der freien Hand Orlandos Hintern.
„Nichts passiert! Ihm hier...“
Zwei von Koljas Fingern zogen nun Orlandos Vorhaut zurück.
„Übrigens auch nicht!“
Jetzt beugte er sich vor und raunte dicht an Orlandos Ohr:
„Das bleibt vorläufig immer noch meins!“
Sanft kniff er in Orlandos Eichel, dann betraten schon die zwei Männer den Raum. Kolja führte Orlando wie vorhin in die Mitte des Raumes und ließ ihn dort los, um dann zur Seite zu treten. Pawel löste eine Fliese von der Wand und zerrte einen langen Schlauch hervor. Dasselbe tat Vasily an der anderen Seite. Orlando stand wie erstarrt. Sein Blick huschte flehentlich zu Kolja hinüber. Doch der verzog keine Miene, als nun aus den großen Düsen vorn an den Schläuchen Wasser hervor und auf Orlando schoss. Der schnappte nach Luft, obwohl das Wasser angenehm warm war. Kolja wartete einige Minuten, dann hob er eine Hand und erklärte, als die beiden Männer kurz innehielten:
„Vasily, du hälst ihn jetzt fest, während Pawel anfängt, ihn richtig zu säubern! Aber ordentlich, wenn ich bitten darf!“
Vasily nickte und trat auf den entsetzten Orlando zu, der schon bei Koljas Worten zurückgewichen war. Doch schließlich wurde er gepackt und auf den Boden gezerrt, während Pawel nun mit dem Schlauch und einem dünneren und schmaleren Aufsatz auf ihn zukam und sich neben ihn kniete. Orlando bäumte sich auf, hielt aber inne, als nun auch Kolja näher kam. Jetzt lächelte Kolja auf ihn herab.
„Tja, Orlando, wärst du ein Mann...“
Er zog die Schultern hoch.
„Aber wer sich wie ein Baby benimmt, wird eben auch wie ein Baby gesäubert!“
Er nickte Vasily zu. Der erwiderte das Nicken, dann griff er fester zu und drehte Orlando auf den Bauch, noch bevor der auch nur versuchen konnte, sich zu wehren.

Tbc...





Signatur
Wenn ein Mädchen auch scheu wie eine Maus ist, so muß man doch den Tiger in ihr fürchten!

Cat_Ballou 
Plaza-Chefin
.........



Status: Offline
Registriert seit: 22.01.2006
Beiträge: 298
Nachricht senden
...   Erstellt am 25.01.2006 - 12:17Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kapitel 18 (Wilwariniel)

"Nein!" schrie Orlando in wilder Panik.
Aber Vasily kannte keine Gnade und säuberte nun auch dessen Rückseite. Kolja betrachtete zufrieden, dass Orlando ruhiger wurde, wahrscheinlich mit seinen Kräften am Ende war.
"Nun trocknet ihn schön ab, dann bekommt er noch etwas zu trinken und dann sorgen wir dafür, dass der Kleine endlich schläft. Ich befürchte, dass er sehr müde ist..."
Er blickte auf den nassen und zitternden Körper, den seine beiden Gehilfen nun wieder auf die Beine gestellt hatten. Auf seinem Gesicht machte sich Genugtuung breit. Vielleicht hatte er versprochen, dass er Orlando bis zu Abend in Ruhe lassen würde. Aber musste man sich an seine Versprechen halten? Nein! Nicht, wenn dieser Bengel ungezogen war.
Kolja beobachtete die Prozedur des Abtrocknens, die Orlando nun resignierend über sich ergehen lies. Der Schauspieler lies sich aus dem Duschraum führen, in den prachtvollen Speiseraum bringen, den Kolja erwählt hatte und sich auf einen Stuhl verfrachten.
"Na Kleiner, was möchtest du trinken? Du hast doch sicher Durst, und außerdem eine Menge Flüssigkeit verloren. Vielleicht einen leckeren Tee? Oder Wasser? Beides?"
Orlando schwieg und starrte apathisch in eine Richtung.
"Du willst jetzt wohl auf unnahbar machen, du Baby, oder? Aber das wird nichts."
Kolja drückte den Knopf der Sprechanlage.
"Oho, bring eine Kanne Fencheltee, das müsste das richtige für ihn sein...lege noch ein paar Kekse dabei und sorge dafür, dass er ordentlich trinkt. Er braucht das."
Mit einem höhnischen Grinsen sah Kolja nun wieder zu Orlando.
"Oho wird sich nun um dich kümmern und dich danach ins Bettchen bringen, ja?"
Er sah zu Orlando herab, bekam aber keine Reaktion.
"JA?" fragte er nun schärfer.
Orlando nickte kaum merklich. Tatsächlich hatten ihn die letzten Stunden zu sehr angestrengt. Die harten Dreharbeiten waren nichts dagegen gewesen. Er war müde, er war durstig und beinahe dankbar, dass er noch etwas trinken durfte.
"Guter Junge." Kolja tätschelte Orlandos Wange. "Sieh mich an..."
Orlando blickte vorsichtig nach oben.
"Ich will dir nicht wehtun. Mir wäre es lieber, du würdest kooperieren, damit ich dich nicht so behandeln muss. Dein Freund spielt auch nicht mit, auch er wird noch meine Erziehungsmethoden genießen. Aber wenigstens heult er nicht rum, wie eine Memme."
Es klopfte an der Tür.
"Herein!" sprach Kolja in einem Befehlston und betrachtete Oho, der nun ein Tablett mit feinstem Porzellan hereinbrachte und dieses auf dem Tisch abstellte. Oho nahm die silberne Kanne und füllte die Teetasse.
"Nun trink brav. Du kannst doch schon aus einer Tasse trinken, oder?" sagte er in seiner liebevollen Stimme und mit einem fiesen Grinsen.
Orlando nickte sehr langsam.
"Oho, ich möchte, dass er die Kanne leert. Danach soll er bitte schlafen."
Oho verbeugte sich und reichte Orlando die Teetasse.
"Ich werde mich nun zurückziehen. Muss mich nun um deinen Freund kümmern. Wenigstens ist er ein richtiger Mann."
Mit diesen Worten stolzierte Kolja aus dem Raum.
"So, Kleiner und nun ist die Schonphase vorbei. Du trinkst jetzt brav deinen Tee, gibst keinen Mucks von dir und wenn du fertig bist, wirst du ganz artig in dein Bett gehen, ja?" sagte Oho nun und deutete auf die Tasse in Orlandos Händen.
Orlando sah kurz zu Oho und trank dann ein paar Schlückchen von dem wohlriechenden Getränk.
"Sehr schön..." Oho ging ein paar Schritte zurück und stellte sich neben den Tisch.
Orlando kam es vor, als würde die Teekanne niemals leer werden. Selbst als sein Durst schon gestillt war, bekam er drei weitere Tassen gefüllt und musste diese leeren. Dann war die Kanne endlich leer.
Oho lächelte zufrieden.
"Gut, du hast es nun geschafft. Stehe auf und ich werde dich in dein Schlafzimmer bringen."
Orlando erhob sich und spürte Ohos Hände auf seinen Schultern und den sanften Druck, mit dem er aus dem Raum geführt wurde.

Derweil hatte Kolja zufrieden sein Büro betreten. Nun würde Orlando zeigen, ob er ein Mann oder eine Memme war. Denn die kleine Teeparty war nicht ganz uneigennützig geschehen. Kolja schaltete seine Bildschirme an und stellte sie auf alle Kameras im Jungenzimmer. Lächelnd beobachtete er, wie Oho den Jungen hinein führte, Orlando artig in das Hochbett kletterte, sich zusammen rollte und nun reglos liegen blieb. Oho blieb nur noch einen kurzen Moment, bevor er den Raum verließ. Mit purer Wonne hörte Kolja über die Lautsprecher, dass dieser der Schlüssel rumgedreht wurde. Es würde sicher nicht lange dauern, bis Orlando unruhiger wurde.
Nun klopfte es an die Bürotür.
"Herein!"
Oho betrat das Zimmer mit einer Verbeugung.
"Der Junge schläft nun."
"Das habe ich selber gesehen, wie du dir denken kannst. Und er hat den Tee getrunken?"
"Bis auf den letzten Tropfen."
"Gut, du kannst nun gehen, ich werde dich dann rufen, wenn es soweit ist. Und denk dran, nicht zu früh...erst wenn ich es sage..."
"Natürlich..."
Oho verbeugte sich wieder und verließ den Raum.
"So Kleiner...dann wollen wir mal sehen, wie lange es dauert, bis der Tee seine gewünschte Wirkung zeigt...."
Zufrieden bemerkte Kolja nach einer Viertelstunde, dass das Schauspiel begann.
Orlando fing an, mit den Beinen zu wackeln. Er zoomte näher ran, um zu sehen, dass sich sein Opfer auf die Unterlippe biss.
Etwas verwundert war Kolja allerdings darüber, dass sein Kleiner bisher keine Anstalten machte, aus dem Bett zu steigen und zu klingeln. Aber das würde er sicher noch.
Kolja grinste, als Orlando unruhiger wurde und sich zu regen begann. Erst presste er nur ab und zu seine Hand in den Schritt, dann schloss er die Hand um seinen Penis, setzte sich auf und sah sich suchend im Zimmer um.
"Och je, da hat der Kleine wohl ein Problem...er sollte wohl lieber schnell klingeln...hoffentlich hat Oho gerade Zeit für ihn..." murmelte Kolja spöttisch.
Ein breites Grinsen malte sich auf Koljas Gesicht ab und er lehnte sich in seinem Sessel zurück. Orlando kletterte nun aus dem Bett, eine Hand immer noch zwischen seine Beine gepresst und schlich zur Tür, drückte den Klingelknopf mit seiner freien Hand und kniff die Beine zusammen.
Kolja drückte den Knopf für die Sprechanlage.
"Orlando, solltest du nicht schlafen? Du warst doch so müde. Was hast du denn?" fragte er ruhig und scheinbar ahnungslos, während er den Bildschirm weiter beobachtete.
"Kann...ich bitte ins Badezimmer gehen?" fragte Orlando kaum hörbar, aber mit Verzweiflung in der Stimme.
"Aber natürlich, allerdings musst du dich einen Augenblick gedulden, Oho hat nun Pause, aber er wird sich danach sofort um dich kümmern. Du wirst ja sicher noch ein wenig warten können, oder?"
"Ich denke nicht...." hörte Kolja seinen kleinen Elben nun flüstern.
"Nun, versuche es. Du hättest dir das vielleicht vor dem Zubettgehen überlegen sollen...wir können uns hier nicht um alles kümmern...Oho wird sofort kommen, wenn er seine Pause beendet hat..."
Kolja schaltete wieder auf stumm und sah nun in ein verzweifeltes Gesicht. Er war zufrieden, denn so hatte er es sich vorgestellt, und sein Plan ging wahrscheinlich auf.
Orlando schien es bald nicht mehr aushalten zu können, er presste seine Hand noch fester gegen seinen Schwanz, tänzelte auf der Stelle und sah sich wieder im Zimmer um. Mit einem beinahe panischen Blick schritt er nun eilig in die Ecke hinter dem Schaukelpferd und erleichterte sich.
"Na, so was..." entfuhr Kolja, denn das hatte er nicht erwartet und drückte augenblicklich auf den Knopf der Funkanlage.
"Oho, bitte sofort ins Jungenzimmer, unser Kleiner ist sehr unartig und gehört bestraft. Ich werde mich um die Bestrafung kümmern, aber du passt darauf auf, dass der Kleine nicht noch mehr Unheil anrichtet."
Nun hörte er, dass Oho die Tür aufschloss und Orlando schnellstens in eine andere Ecke des Zimmers huschte. Kolja erhob sich und machte sich mit schnellen Schritten zu Orlando auf.
Die Tür stand offen, Oho stand vor dem Hochbett, unter dem sich Orlando zusammengekauert hatte und nun ängstlich zitterte.
"Du weißt, dass das sehr unartig war? Ich denke schon, denn du scheinst dich zu schämen. Ich hätte erwartet, dass du wenigstens in dieser Hinsicht nicht einem Baby gleich bist, aber da habe ich mich wohl getäuscht. Nun...Oho...du weißt, was zu tun ist. Bringe es bitte her."
Oho verbeugte sich und verließ den Raum, während sich Kolja zu Orlando kniete.
"Du bist ein sehr böser Junge, Orlando. Hat man dir niemals erklärt, dass eine Zimmerecke keine Toilette ist? Ich habe jedenfalls keinen Nerv dazu, dir auch noch das beizubringen."
Orlando sagte kein Wort. Kolja sah nun grinsend auf den Wagen, den Oho hinein schob.
"So, Orlando steh bitte auf. Mir bleibt leider keine andere Möglichkeit, aber da du anscheinend keine Kontrolle über dich hast, muss es sein."
Orlando rührte sich nicht, sah aber, was Oho nun hervorzog und traute seinen Augen nicht.
"Kleiner Elb, würdest du nun bitte aufstehen..." sagte Kolja in einem strengeren Ton.
"Wenn du es nicht freiwillig tust, dann werde ich dich wie ein Baby wickeln lassen."
Orlando stellte sich langsam hin und starrte, auf das, was Oho nun Kolja gab.
"Es ist nur zu deinem eigenen Schutz. Du möchtest doch sicher nicht, dass es hier irgendwann nicht mehr gut riecht...weil du überall Pipi oder vielleicht noch Schlimmeres gemacht hast. Oho, würdest du bitte das Missgeschick beseitigen?"
Er sah kurz zu Oho, der sich eilends daran machte, den Teppich zu säubern.
Kolja blickte wieder zu Orlando und hielt ihm eine Windel entgegen.
Orlando schüttelte fast entgeistert den Kopf.
"Ich gebe dir jetzt zwei Minuten, entweder ziehst du das an, oder ich werde sie dir eigenhändig anziehen...und vorher deinen niedlichen Arsch pudern...also mach es jetzt bitte..." sagte Kolja mit schneidender Stimme.
Orlando nahm es an sich und schlüpfte langsam hinein, voller Scham, besonders vor sich selber.
"Sehr schön, und nun...möchtest du ein gelbes oder ein hellblaues Spielhöschen?"
Orlando war völlig verdattert, dass Kolja mit einem teuflischen Grinsen zwei spitzenbesetzte Hosen in die Luft hielt.
"Nun komm entscheide dich...gelb steht dir sicher ganz gut..."
Orlando nahm die gelbe Hose entgegen und zog sie drüber. Er fühlte sich furchtbar, aber beschloss, möglichst nicht in Tränen auszubrechen. Er sah nun, was es ihm einbrachte.
"So, sehr süß siehst du aus. Nun kannst du wieder ins Bett gehen. Und da ich kein Unmensch bin, darfst du das natürlich auch selber wechseln, wenn du es kannst. Dort auf dem Wagen wird alles liegen, was du brauchst. Ich möchte halt nur keinen weiteren Schmutz in meinen Räumen. Und nun geh schlafen. Du wirst einige Stunden haben, ehe ich dich wieder brauche. Sieh es positiv, so will selbst ich dich nicht mehr anfassen, Sean allerdings mit Sicherheit auch nicht. Niemand wird dich so haben wollen. Aber das ist deine eigene Schuld...werde ein Mann und du wirst wieder wie ein Mann behandelt."
Orlando sagte nichts, sondern kletterte in das Bett, zog die dünne Decke über seinen Körper und kämpfte gegen Tränen an. Voller Scham, Schmach und Verzweiflung.
Er hörte, dass die beiden Männer den Raum verließen, dieser wieder abgeschlossen wurde und kauerte sich noch mehr zusammen. Vor lauter Erschöpfung schlief er beinahe augenblicklich ein.
Kolja saß derweil mit einem äußerst zufriedenen Gesicht in seinem Büro und sah auf den Monitor. Diesmal zeigte dieser Sean.
"So, mein Freund und nun werde ich mich um dich kümmern." sagte er und rieb sich die Hände.

Tbc...





Kapitel 19

Sean lag immer noch in seinem Bett. Und immer noch war er in dieser entwürdigenden Pose gefesselt, mit gespreizten Armen und Beinen. Verdammte Scheiße! So konnte er gar nichts machen. Nichts! Absolut und rein gar nichts! Unwillkürlich stöhnte Sean auf. Dann wurde die Tür geöffnet. Der Mann, der sein Bettlaken gewechselt hatte, trat nun ein und kam lächelnd aufs Bett zu.
„Sie sind wach. Schön. Haben Sie etwas geschlafen?“
Sean glaubte nicht recht zu hören. Und daher war es kaum verwunderlich, dass sein altbekannter Zorn wieder in ihm aufstieg.
„Nein, ich habe nicht geschlafen! Seh ich vielleicht so aus, als würde ich in dieser Position gut schlafen können?“ fauchte er dann. Oho musterte ihn kurz, dann lächelte er erneut, diesmal noch etwas strahlender.
„Dann habe ich eine gute Nachricht für Sie. Sie dürfen aufstehen!“
Na toll! Auch dies gastliche Haus verlassen? Sich ein Taxi rufen und verschwinden? Sean glaubte nicht daran, daher reagierte er zuerst auch gar nicht auf diese vermeintlich gute Nachricht. Jetzt trat Oho ans Fußende.
„Ich werde jetzt Ihre Fesseln lösen, damit Sie ins Bad können. Mein Gebieter wünscht, dass ich Sie begleite, weil er im Moment leider etwas unabkömmlich ist. Er wünscht mit Ihnen zu sprechen, wenn Sie fertig sind. Es wäre nett, wenn Sie sich jetzt bereit erklären würden, keine Probleme zu bereiten.“
Fragend sah er Sean an. Dessen Augenbrauen hatten sich schon bei dem Wort „Gebieter“ zusammengezogen. Und jetzt hakte er nach:
„Moment mal, Momentchen... Sie wollen mir die Fesseln abnehmen, damit ich ins Bad kann, richtig?“
„Ganz genau!“ nickte Oho lächelnd. Sean kniff leicht ein Auge zusammen.
„Glauben Sie ernsthaft, dass ich, wenn ich erst hier los bin, auch nur einen Gedanken daran verschwende, aufs Klo zu gehen oder duschen zu wollen?“
„Oh ja!“
Erneut nickte Oho.
„Denn wenn Sie es nicht tun würden... wenn Sie sich weigern würden, mir zu gehorchen...“
Er schüttelte betrübt den Kopf.
„Das wäre nicht gut. Mein Gebieter wäre nicht entzückt darüber!“
Sean schluckte. Er war so der unguten Meinung, dass dieses Nicht-Entzückt-sein nicht unbedingt diesen Mann, sondern doch eher ihn betreffen würde. Doch noch bevor er sich vergewissern konnte, erklärte Oho:
„Er hat mir aufgetragen, Ihnen zu sagen, wenn Sie sich nicht kooperativ verhalten würden und mich anstaltslos ins Bad begleiten, würden Sie nicht nur weiterhin gefesselt hier im Bett liegen müssen. Wir müssten uns außerdem um ihre Gesundheit bemühen und Ihnen bei den Sachen behilflich sein, die Sie sonst selbständig erledigen könnten.“
„Was???“
Sean glaubte nicht richtig zu hören, er starrte Oho ungläubig an. Der nickte.
„Und Sie möchten sicherlich nicht, dass wir Ihnen ein Bettpfanne reichen oder Ihnen gar eine dieser wirklich nicht sehr penisfreundlichen Bettflasche anlegen müssen!“
Wieder konnte Sean nur schlucken. Er starrte nun die Zimmerdecke über sich an und murmelte geschockt:
„Das MUSS alles nur ein Traum sein, so ein Schwachsinn kann unmöglich echt sein! Hören Sie...“
Er sah wieder hoch und den Mann, der immer noch lächelnd am Fußende stand, an.
„Was soll das Ganze hier? Dieser...“
Sean fuhr sich mit der Zunge über die Lippen.
„Dieser durchgeknallte Kerl, dieser...“
„Mein Herr und Gebieter!“ nickte Oho lächelnd, Sean stöhnte auf und fuhr ungerührt fort:
„Dieser Verrückte steckt mir seinen Finger in den Arsch und erklärt mir Sekunden später, dass er aus mir – MIR! – und Orlando Lustsklaven machen will!“
„Ich weiß!“
Wieder nickte Oho. Seine Augen strahlten.
„Und Sie werden wirklich fabelhaft sein, wenn mein Herr und Gebieter Sie in die Freuden dieses neuen Lebens eingeführt hat!“
„HÄHHH?“
Zum x-ten Mal, seit er hier war, keuchte Sean entgeistert auf. Wären seine Hände frei gewesen, hätte er sich die Haare gerauft. Ach was, nicht nur die Haare gerauft, er hätte all diesen hier herumlaufenden Irren mal gezeigt, wozu ein Sean Bean fähig war, wenn er wirklich, wirklich wütend war!!! Jetzt zerrte er an den Handschellen, ungeachtet dessen, dass sie ihm sofort wieder ins Fleisch schnitten. Genau, vielleicht so tief, dass er anfangen würde zu bluten und sie ihn dann vielleicht endlich losmachen müssten und...
„Oh, bitte nicht, bitte stillliegen!“
Oho riss die Augen auf und bedeutete mit wilden Gesten, dass Sean damit aufhören solle. Der zeigte kurz sein typisches Schurken-Grinsen.
„Und was, wenn nicht?“
Oho seufzte und schüttelte betrübt den Kopf.
„Wenn Sie nicht tun, was ich Ihnen sage...“
Er atmete tief durch und sah nun wirklich betrübt aus.
„Hat mein Herr und Meister mir erlaubt, weitere Strafmaßnahmen an Ihnen durchzuführen!“
„Ach ja?“
Seans Stimme troff jetzt vor Sarkasmus.
„Was denn? Noch mehr Fesseln? Ein Halsband vielleicht, damit ich auch meinen Kopf still halte?“
Oho überhörte den Unterton. Mit einem kleinen Seufzen wandte er sich ab und trat auf eine Kommode zu, deren oberste Schublade er nun aufzog und dann wieder auf das Bett zutrat. Sean schluckte und versuchte zu erkennen, was er in der Hand hielt. Oho schaute ihn bedrückt an.
„Es tut mir wirklich leid, aber ich gehorche meinem Herrn und Gebieter! Sie sollten es auch tun, es macht manches leichter!“
Mit den Worten beugte er sich über Sean und jetzt erst erkannte der, was Oho in der Hand hielt.
„Nein! Nein, warten Sie, warten Sie!“
Sean lachte jetzt verzweifelt auf.
„Warten Sie – bitte!“
Tatsächlich hielt Oho kurz in der Bewegung inne und schaute Sean ins Gesicht. Der schluckte hart.
„Ich... werde tun, was Sie sagen!“
Oho musterte ihn sekundenlang, ohne etwas zu sagen. Dann holte er tief Luft.
„Es tut mir leid.“
Seine Stimme klang so, dass Sean es ihm fast abnahm. Doch dann beugte sich Oho wieder über ihn. Sean biss sich auf die Unterlippe und begann erneut an den Handschellen zu zerren. Den schneidenden Schmerz versuchte er zu ignorieren. Noch einmal hielt Oho inne.
„Wenn Sie still liegen bleiben, werde ich dafür sorgen, dass Sie es nicht so lange tragen müssen!“
„Hören Sie...“
Seans Stimme klang nun flehentlich, er wußte es auch, aber lieber würde er vor diesem Mann einmal um etwas bitten, ernsthaft bitten, als jemals vor diesem Kolja zu kriechen. Oho schloß für einen Moment die Augen, dann schüttelte er den Kopf.
„Ich habe Sie gebeten, auf mich zu hören. Sie haben es nicht getan. Es tut mir wirklich leid. Es wird nicht so schlimm sein, glauben Sie mir! Hören Sie auf das, was ich Ihnen sage.“
Jetzt verbeugte er sich sogar leicht vor Sean, der nur aufstöhnend den Kopf zurück ins Kissen sinken ließ und die Augen schloß.

Und dann spürte Sean, wie Oho die eine Fessel an seinem Fußgelenk löste.
„Sie werden mich nicht treten, hören Sie?“
Sean wandte den Kopf ab und schwieg. Immer noch hielt er die Augen geschlossen. Jetzt spürte er die Finger des Mannes auf seinem Hintern und wie sie seine Backen leicht spreizten. Unwillkürlich spannte sich Sean an und presste die Lippen aufeinander.
„Bleiben Sie locker. Entspannen Sie sich.“
„Sie haben leicht reden!“ knirschte Sean, „Sie liegen hier ja nicht und warten drauf, dass...“
Er brach ab und schnappte nach Luft, als jetzt etwas Kühles, Glitschiges in ihn drang. Ohos Atem strich nun über seine Wange, als er sich über Sean beugte und erklärte:
„Gleitgel. Viel Gleitgel macht vieles leichter!“
Sean konnte nicht widersprechen. Er konnte nicht, weil er gar nicht sprechen konnte und nur nach Luft rang. Jetzt pustete er hechelnd die Luft aus und schluckte krampfhaft.
„Atmen Sie weiter. Es ist okay so.“
Sean kniff die Augen fester zusammen. Er spürte, dass das Teil, was Oho ihm hineingeschoben hatte, nicht so groß war, wie er befürchtet hatte. Aber es WAR nun mal da und es schmerzte und drückte und das reichte schon aus, um Mordgelüste zu hegen! Jetzt drückte Oho noch einmal kurz dagegen und richtete sich dann auf.
„Es ist nur ein kleiner Butt-Plug. Nicht so schlimm. Wird nur solange drin bleiben, bis Sie vom Herrn und Meister zurück sind. Er wird die Fernbedienung dafür bekommen. Aber ich verspreche Ihnen, dass er Sie nur nutzen wird, wenn Sie sich gegen ihn stellen.“
Na großartig! Sean schüttelte erneut resignierend den Kopf, während er erfolglos versuchte, dieses Fremdkörpergefühl in seinem Hintern zu ignorieren.
„Werden Sie jetzt ruhig bleiben, wenn ich Sie losmache?“
Sean schluckte. Was, wenn nicht? lag ihm schon auf der Zunge, aber er schwieg.
„Wenn Sie es nicht tun...“
Oho schwieg kurz, dann erklärte er mit betrübter Stimme:
„Werde ich Ihnen mehr weh tun müssen als eben gerade!“
Sean drückte für einen Moment sein Gesicht seitlich ins Kissen, dann nickte er langsam.
„In Ordnung. Ich – ich werde das tun, was Sie von mir wollen!“

Tbc...





Signatur
Wenn ein Mädchen auch scheu wie eine Maus ist, so muß man doch den Tiger in ihr fürchten!

Cat_Ballou 
Plaza-Chefin
.........



Status: Offline
Registriert seit: 22.01.2006
Beiträge: 298
Nachricht senden
...   Erstellt am 25.01.2006 - 12:19Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kapitel 20 (Wilwariniel)

Orlando hatte einige Zeit geschlafen, bevor er durch das Öffnen der Tür geweckt wurde. Aber er stellte sich weiterhin schlafend. Vielleicht würden sie ihn ja dann in Ruhe lassen.
Er blinzelte kurz und sah jemanden auf sein Bett zu kommen.
"Na Kleiner? Machst du immer noch Heia? Jetzt muss du aber schön aufwachen..." sprach Koljas Stimme in einem Ton für kleine Kinder.
"Ich habe nämlich etwas für dich..."
Zack, schon war die Decke runter von Orlandos Körper.
Orlando blinzelte wieder. Er wollte nicht nachgeben und vor allem wollte er nicht wach sein. Was auch immer Kolja für ihn hatte, es war sicher nichts Gutes.
Plötzlich streichelte eine Hand über seinen Rücken und er zuckte unwillkürlich zusammen.
"Soll Onkel Oho gleich mal nachsehen, ob du nass bist? Oder machst du das selber?"
Nun schlug Orlando die Augen auf.
"Ich bin nicht nass..." sagte er leise.
"Sieh mal einer an, er ist ja doch schon wach, und da kommt ja auch schon mein Geschenk für dich. Steig bitte aus dem Bett, laufen wirst du wohl noch können...oder?"
Orlando tat, was der Kerl von ihm wollte. Er würde es sowieso nicht verhindern können.
Nun sah er, as Kolja ihm mitgebracht hatte. Oho schob ein großes Fernsehgerät hinein und Pawel schleppte einen Stuhl, den er genau davor platzierte.
"Setz dich brav auf den Stuhl und dann sieh dir an, was ich dir für ein Fernsehprogramm ausgesucht habe. Und vor allem, mache dir ordentlich Gedanken über, das was du siehst...schalte es ihm ein, Oho und dann lass ihn alleine. Er soll sich in Ruhe Gedanken über sein Verhalten machen. Und vielleicht merkt er ja nun, was er falsch macht..."
Orlando sah Kolja aus dem Raum verschwinden, beobachtete Oho, der nun alles anstellte und bekam ein nervöses Gefühl. Was für schreckliche Dinge würde er nun sehen müssen?
Während Oho nun auch verschwand, sah er nur ein Rauschen auf dem Bildschirm, aber dann kam ein Bild, das ihm gar nicht gefiel. Es war Sean, der nackt und gefesselt auf dem Bett lag.

Nach dem der Bildschirm wieder voller Schnee war, konnte Orlando es immer noch nicht fassen. Das hatten sie Sean angetan? Ihm etwas hinten rein geschoben? Orlando zitterte immer noch bei der Vorstellung.
Warum hatte Sean sich so sehr gegen Oho aufgebäumt? Warum hatte er so freche Antworten gegeben? Orlando wusste, dass Sean so ganz anders reagiert hatte. Erwachsener, reifer und nicht wie ein Weichei.
So wie er, der vor allem Angst hatte, ständig vor sich hin weinte und alles mit sich machen ließ. Ja, er selber war Schuld, dass er nun in gelben Spitzenhöschen in einem Kinderzimmer saß, gezwungen, sich das anzusehen.
Wollte ihm Kolja damit sagen, dass er anders reagieren musste? So wie Sean?
Orlando war sicher, dass er das nicht konnte. Nein, so was konnte er nicht. Er hatte zu viel Angst davor, dass ihm Schmerzen zugefügt wurden, dass er verstoßen und verachtet wurde.
Das alles hatte nicht mal etwas mit seiner jetzigen Situation zu tun. Nein, er war immer so gewesen. Sein Leben lang. Immer der kleine, verhätschelte Orlando, den man nur schief angucken brauchte, damit ihm die Tränen kamen. Der noch nicht mal in der Lage war, wie ein Mann den Inhalt seiner Blase lange genug bei sich zu behalten. Sean hätte sicher anders reagiert. Sean hätte bei allem völlig anders reagiert.
Nun kamen Orlando schon wieder Tränen. Zornestränen über sich selber.
Schnell wischte er sie fort, als die Tür geöffnet wurde. Kolja trat mit einem breiten Lächeln herein.
"Na, siehst du, jetzt hast du wenigstens einen Grund zu weinen. Bist du dir klar darüber geworden, wie falsch dein Verhalten ist?"
Orlando nickte langsam, während sich Kolja zu ihm kniete und ihm ein Taschentuch reichte.
"Und jetzt darfst du auch weinen...denke weiter nach...du wirst diese Gedanken sicher noch brauchen."
Orlando sah Kolja vorsichtig an.
"Darf ich das jetzt wieder ausziehen? Und ins Badezimmer gehen?" fragte er ängstlich.
Kolja schüttelte mitleidig und gleichzeitig bestimmend den Kopf.
"Nein, noch nicht, erst wenn du wirklich bewiesen hast, dass du kein Baby mehr bist...und die Gelegenheit wirst du auch noch bekommen..."
Nun bekam Orlando doch wieder Angst. Was meinte Kolja damit?
Aber er nickte. Er wollte erstmal nicht frech werden, obwohl er das durchaus konnte. Nur leider wirkte es meistens eher albern, oder er wurde so wütend, dass er wieder mit dem Heulen anfing. Ein verdammter Teufelskreis.
"Ich lass dich nun noch einen Moment alleine und werde ein wichtiges Gespräch mit deinem Freund führen. Du bist in der Zeit lieb. Kannst gerne ein wenig spielen, bis du abgeholt wirst. ja? Oder auch einfach nur da sitzen, wie du magst."
Orlando blieb nun stumm. Er wusste einfach nicht, was er darauf sagen sollte. Erst, als Kolja den Raum verlassen hatte, stand er vom Stuhl auf und sah sich um.
Besonders genau hatte er den schrecklichen Raum noch nicht betrachtet, das wollte er eigentlich auch nicht, aber er musste sich ablenken. Vor allem von den Gedanken, an das, was noch auf ihn zukam. Und davon, dass er bald wieder ins Badezimmer musste und dass auf keinen Fall woanders erledigen würde. Auf keinen Fall, und sollte es ihm zu den Ohren wieder raus kommen, es würde nicht in diesem Ding landen. Er benahm sich vielleicht manchmal nicht wirklich altersgerecht, aber aus dem Alter war er schon lange raus.
Orlando ging vorsichtig in Richtung der voll gepackten Regale und wunderte sich. Warum hatte Kolja solch ein Zimmer? Nur wegen ihm? Da stimmte doch etwas nicht. Woher hatte er denn wissen können, dass er bei einem dreiundzwanzigjährigen solche Maßnahmen ergreifen müsste? Und diese Sachen, die er nun trug. Auch so etwas hatte man normalerweise nicht in seinem Kleiderschrank. Klar, dieser Kerl war nicht ganz dicht in seiner Birne, aber er hatte gesagt, dass selbst er Orlando so nicht anfassen würde. Also schien er auf Männer in Babyklamotten nicht wirklich zu stehen. Wer tat so was schon.
Mit einem Seufzer nahm sich Orlando ein Buch aus dem Regal.
"Die kleine Raupe Nimmersatt."
Beinahe zärtlich strich er über den Einband und erinnerte sich, dass er dieses Buch als Kind geliebt hatte. Wie oft hatten ihm seine Mutter oder seine Schwester daraus vorgelesen.
Was machte dieses Symbol einer glücklichen Kindheit in einem solch schrecklichen Haus?
Es war genau, wie die anderen fröhlichen Dinge einfach fehl am Platz. Genauso am falschen Ort wie Sean und er. Oh ja, völlig falsch.
Orlando setzte sich auf den Boden und begann zu lesen. Stellte sich vor, dass das alles gar nicht passierte, dass er Zuhause in England war und in seinem alten Kinderzimmer saß.
Vielleicht würde es ja funktionieren.





Signatur
Wenn ein Mädchen auch scheu wie eine Maus ist, so muß man doch den Tiger in ihr fürchten!

Cat_Ballou 
Plaza-Chefin
.........



Status: Offline
Registriert seit: 22.01.2006
Beiträge: 298
Nachricht senden
...   Erstellt am 25.01.2006 - 12:23Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kapitel 21

In der Zwischenzeit war Viggo auf der Insel unter eine Palme gekrochen, die etwas Schatten spendete. Zwar neigte sich der Tag so langsam zum Abend hin, aber zumindest hatte er sich soweit zusammenreißen können, sich seine Furcht nicht allzu sehr anmerken zu lassen und hatte die Insel umkreist. Sie war nicht groß gewesen, aber groß genug, um sich dennoch auf ihr verlaufen zu können. Daher war er nur am Strand entlang gegangen, um in etwa ihre Größe abschätzen zu können. Dabei war er auch auf die Kiste gestoßen, von der auf dem zermoderten Schild gestanden hatte. Neben ihr lag ein ebenso altes menschliches Skelett. Viggo hatte zuerst nur nach Luft geschnappt, dann kurz gewürgt. Das war also damit gemeint gewesen: Sie sind nicht allein! Sehr witzig! Ein wirklich toller Gesprächspartner und eine noch bessere Hilfe, um ihm vielleicht weiterhelfen zu können. Natürlich war Viggo eher ein Einzelgänger, aber er hatte auch nichts gegen gute Gespräche! Nur vermutete er in diesem Moment, dass dieser Mensch hier wohl doch eher zu den eher Schweighafteren gehören würde.

Und dann war Viggo aufgefallen, dass die Kiste verschlossen war. Unter ihr klemmte allerdings ein kleiner Zettel, den er jetzt, als er unter der Palme saß, noch einmal überflog:

„Waldläufer wurdest du genannt, das ist sogar auch mir bekannt. Mit Mut und Schwert warst du gesegnet, hier ist dir schon der Tod begegnet. Wenn du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem Andern zu! Eins, zwei, drei – ich komme!“

Seufzend lehnte Viggo den Kopf an den Stamm der Palme. Was sollte dieser Schwachsinn? Und was sollte dieser letzte Spruch? Er starrte einen weiteren Zettel an, den er an einer Palme gefunden hatte. Mehr oder weniger durch Zufall. Viggo hatte eine kleine Staude Bananen entdeckt und sie sich herunter geangelt. Und dabei war ihm der zweite Zettel aufgefallen.

„Mit wachen Augen durch den Tag verhilft zu manchem Glück. Wer nun die Kiste öffnen mag, schau einfach mal zurück.“

Viggo hatte gehorcht – und direkt auf einen großen Stein gestarrt, unter dem etwas Blitzendes hervor geblinkt hatte. Der Schlüssel für die Kiste! Erleichtert hatte Viggo aufgeseufzt und sofort probiert, ob er passte. Und er hatte Glück gehabt! Zu Trinken gefunden und auch ein paar Sachen zu essen. Und am Boden der Kiste einen weiteren Zettel.

„Gestärkt geht alles besser! Doch brauchst du auch ein Messer. Weil: Wenn bei DREI ich dann erst komme...“ – und dahinter war ein ziemlich bösaussehender Smilie gemalt. Viggo hatte tief durchgeatmet, den Zettel zusammengeknüllt und zurück in die Kiste geworfen. Verdammte Psychopathen! Wenn er wenigstens eine Ahnung gehabt hätte, was das Ganze sollte!

Jetzt saß er unter Palme und starrte gesättigt auf den Horizont, wo die Sonne langsam immer tiefer sank. Ein herrliches Fleckchen Erde, nur ein bisschen arg unzivilisiert und einsam. Viggo schluckte hart. Er hatte keine Möglichkeit gesehen, von der Insel wegzukommen. Und schwimmen? Solange man nicht wusste, in welche Richtung, wäre das ganze kompletter Wahnsinn und Selbstmord gewesen. Und so hoffte er immer noch... ja, worauf eigentlich? Auf einen Scherz? Ein Scherz der Hobbits womöglich? Nein, die waren a) nicht so brutal wie dieser Typ vorhin! Unwillkürlich tastete Viggo zu seinem geschundenen Hinterteil und fluchte unterdrückt. Nichts gegen guten, harten Sex – aber das hier war schon eine Spur zu hart gewesen! Er seufzte tief. Nein, an einen Scherz glaubte er nicht. Nicht mehr! Weil nämlich b) die Hobbits auch einfach nicht so ausgebufft sein würden für Ideen wie diese hier! Aber Viggo hatte auch keine Ahnung, was man von ihm erwartete. OB man überhaupt etwas von ihm erwartete. Oder ob man ihn einfach nur hier ausgesetzt hatte, um... zu sterben? Aufstöhnend schloß er kurz die Augen. Das war doch einfach nur absurd! Warum? Weswegen? Und wer hatte das Ganze hier in die Wege geleitet? Fragen über Fragen und nicht einmal der Anschein einer Möglichkeit zu erfahren, wie...

Viggo wurde aus seinen Gedanken gerissen, als er ein Geräusch vernahm. Er schrak zusammen und hielt die Luft ein. Das war – ein Trommeln. Ein dumpfes Trommeln, wie von weit her. Dum – dum-dum – dum – dum-dum- dum... Keuchend holte Viggo Luft. Was war das, zum Henker? Er hatte nirgends den Hauch von weiterem Leben hier auf der Insel entdeckt. Okay, er hatte auch nicht im Inneren der Insel gesucht, sich dort umgesehen. Jetzt richtete sich Viggo langsam auf und drückte sich rücklings gegen den Palmenstamm, das Messer griffbereit in der Hand. Er schluckte hart. Dum – dum-dum – dum, dum-dum – dum...


***


Oho wandte sich an Sean.
„Kommen Sie. Mein Herr und Meister wartet auf Sie.“
„Was?“
Sean kniff die Augen zusammen.
„Sie wollen, dass ich – dass ich so, mit diesem Ding hier in meinem Hintern zu Ihrem... Ihrem Chef marschiere?“
Jetzt lachte er unwillkürlich auf.
„Das kann nicht Ihr Ernst sein!“
Doch Oho verzog keine Miene.
„Ich scherze nie. Oder nur sehr selten.“
Sean starrte ihn nur an. Dann holte er tief Luft.
„Ich werde nicht mit diesem Teil im Hintern vor Ihnen hergehen zu Ihrem Chef!“
Energisch schob er den Unterkiefer vor. Oho schluckte.
„Bitte... tun Sie das nicht!“
Sean kniff die Augen zusammen. Dann streckte er sich demonstrativ wieder auf dem Bett aus und spreizte leicht die Beine.
„Sie können mich wieder festmachen. Auf keinen Fall trete ich diesem Verrückten so unter die Augen!“
Ohos Blick huschte kurz zu einer der versteckten Kameras rüber, dann wandte er sich wieder an Sean.
„Oh, bitte – ich sagte ja schon: Tun Sie das nicht!“
Doch Sean starrte jetzt nur die Zimmerdecke an. Er machte sich auf alles gefasst. Man konnte schließlich nicht wissen, was jetzt passieren mochte. Er bemühte sich nur, sich seine Bedenken, sich seine Angst nicht zu sehr anmerken zu lassen. Oho holte tief Luft.
„Bitte... kommen Sie! Stehen Sie auf. Mein Herr und Gebieter erwartet uns. Sie! Ich – ich weiß nicht, was passiert, wenn Sie sich weigern! Er könnte mir befehlen, Ihnen einen größeren Butt-Plug...“
Seans wandte langsam den Kopf und starrte Oho mit eisigem Blick an.
„Das Beste wird sein, Sie holen gleich den größten, den Sie da haben! Aber wie gesagt: Ich werde mich hier nicht wegrühren, solang ich irgendetwas in meinem Hintern habe, was dort nicht hingehört!“

***

Kolja, der in seinem Büro saß und auf den Monitor starrte, zog nun eine Augenbraue hoch. Auf seinem Gesicht lag ein ungläubiges Grinsen. Das konnte ja wohl nicht wahr sein! Dieser Sean war ja wirklich – einzigartig, wirklich! Jetzt holte er tief Luft, lehnte sich in seinem Sofa zurück und zündete sich eine Zigarre an. Dann zoomte er etwas dichter heran, so dass er nun Seans störrisches Gesicht in Großaufnahme auf dem Bildschirm hatte. Minutenlang musterte Kolja ihn stumm, während er weiterrauchte. Langsam drückte er dann die Zigarre aus und beugte sich vor, um die Fernbedienung zu begreifen, auf der er nun eine Taste drückte.
„Sean?“

Der zuckte zusammen, als er die Stimme hörte. Auch Oho sah sich für einen Moment irritiert um. Kolja räusperte sich.
„Sean, kannst du mir sagen, was das soll, dass du dich meinen Wünschen widersetzt?“
Sean, dem mittlerweile klar geworden war, dass dies ganze Haus wohl irgendwie vernetzt war, begriff, dass Kolja wohl mitbekommen hatte, was sich in diesem Zimmer abgespielt hatte. Ein Muskel in seinem Gesicht zuckte kurz, dann knirschte er:
„Sie haben doch bestimmt genau meine Gründe gehört!“
„Habe ich!“ gab Kolja zurück.
„Und ich wüsste gern, ob du nun lebensmüde bist oder was dich dazu bewegt, so zu reagieren.“
Sean holte tief Luft. Immer noch nicht hatte er sich bewegt. Jetzt atmete er nochmals tief durch.
„Sagen Sie Ihrem Möchtegern-Sklaven hier, dass er mir das Ding aus dem Arsch nehmen soll – und ich werde mit Ihnen reden!“
Er pokerte hoch und das wusste Sean an. Genauso wie Kolja natürlich. Der sog langsam die Luft ein, erhob sich von seinem Sofa und trat aufs Fenster zu. Ein kleines Lächeln begann seine Lippen zu umspielen. Sekundenlang stand er nur so da und starrte aufs Meer hinaus. Sekunden, in denen Sean spürte, dass kalter Schweiß auf seiner Stirn auftauchte. Aber er rührte sich nicht. Keine Geste, keine Mimik von ihm sollte Kolja verraten, dass er jetzt auf vollen Einsatz spielte.

Noch einmal warf Kolja jetzt einen Blick auf den Monitor. Immer noch lächelte er leicht.
„Oho, würdest du ihn bitte von dem kleinen Spielzeug befreien und dann zu mir geleiten?“
Der verbeugte sich prompt, während Sean glaubte, nicht richtig gehört zu haben. Doch er kam nicht zum Nachdenken. Gleich darauf war er den Butt-plug bereits wieder los und Oho bat ihn, ihm zu folgen. Skeptisch richtete Sean sich auf, blieb aber noch für einen Moment auf dem Bett sitzen. Dann schüttelte er unbegreiflich den Kopf und folgte Oho, bis der vor einer großen Doppeltür stehen blieb.
„Wir sind da.“
Sean nickte. Es war so absurd. Er stand nackt in einem fremden Haus vor einer Riesentür, hinter der der Typ war, der ihn und seine Freunde hierher entführt hatte! Total bescheuert. Dennoch spürte Sean, dass seine ganze Wut wieder in ihm aufzusteigen begann. Und ohne weitere Instruktionen von dem kleinen Mann neben sich abzuwarten, riss er die Tür auf und betrat das Zimmer ohne anzuklopfen.

Kolja hörte das natürlich. Er blieb weiter mit dem Rücken zu Sean stehen, während er aus dem Fenster sah.
„Ein wunderschöner Abend heute, nicht wahr?“
Sean schluckte. Sein Atem flog, aber noch riss er sich zusammen.
„Was soll das? Was zum Teufel geschieht hier? Sie haben mir gesagt, was Sie mit uns vorhaben! Aber wer sind Sie? Was Sie sind, weiß ich. Ein Verrückter. Schlichtweg verrückt! Nur ein Spinner wie Sie könnte annehmen, dass man uns nicht vermisst und...“
„Falsch!“
Mit einem freundlichen Lächeln drehte sich Kolja jetzt zu Sean um.
„Man vermisst euch nicht. Komm, gehen wir auf die Terrasse? Bei diesem Traum-Abend ist es himmlisch draußen!“
Und schon hatte er die Tür zur Terrasse geöffnet und war ins Freie getreten, wo er nun an einem weißen Tisch Platz nahm und auf Sean wartete.

Der hatte die Stirn kraus gezogen. Und fast ohne es zu wollen ging er Kolja hinterher.
„Was soll das heißen? Man vermisst uns nicht?“
Kolja zuckte die Achseln.
„So, wie ich es sagte: Man vermisst euch nicht! Etwas zu trinken?“
Er hielt eine Karaffe mit Rotwein hoch. Sean war so irritiert, dass er einfach nickte. Kolja lächelte, goss ihm ein Glas ein und schob es vor ihn hin.
„Ein echter Brunello Di Montalcino Val Di Suga Methusalem 1996! Ein sehr ausgewogener Wein mit viel Körper und Struktur. Sehr zu empfehlen!“
Sean nickte nur, ergriff das Glas und leerte es bis auf einen kleinen Rest. Koljas Augenbraue ruckte hoch, er senkte rasch den Kopf, um ein Grinsen zu verbergen. Er verkniff sich den Kommentar, Sean zu sagen, was eine Flasche dieses Weines gekostet hatte. Jetzt lehnte er sich in seinem Stuhl zurück.
„Entschuldige mich bitte einen Augenblick!“
Kolja erhob sich und trat ein paar Schritte zur Seite zu einer großen, reichbeschlagenen Holztruhe, die er nun öffnete und etwas herausnahm. Dann reichte er es Sean.
„Zieh ihn über. Es ist ein Kimono, reine Seide. Es muss ja nicht sein, das Abendessen nackt zu sich zu nehmen!“
Während Sean noch auf den dunkel-türkisfarbenen Stoff starrte, klingelte Kolja nach Oho, der auch sofort nahte.
„Wir hätten dann gern etwas gegessen, Oho!“
Kolja lächelte ihn an und mit einer Verbeugung verschwand der Mann, aber nur, um gleich Sekunden später mit zwei großen Tellern wieder auftauchte, sie auf dem Tisch abstellte und die Servierglocken abhob. Kolja beugte sich vor und sah Sean an, der jetzt tatsächlich in den Kimono geschlüpft war und immer noch sprachlos gegenüber von Kolja Platz genommen hatte.
„Wir hätten Steak mit Folienkartoffel, Sauce und Gemüse oder eine gemischte Meeresfrüchteplatte auf Salat. Was hättest du gern?“
Sean starrte mit offenem Mund auf beide Teller. Dann blickte er Kolja an.
„Was soll das? Was...“
Er konnte nur mit dem Kopf schütteln. Das hier war Luxus pur. Besser hätte es in keinem Hotel sein können! Aber das hatte das alles zu bedeuten? Kolja atmete tief durch, dann zog er die Platte mit den Meeresfrüchten zu sich heran.
„Du magst sicher lieber das Steak, nicht wahr? Ich habe erfahren, dass du kein so großer Freund von Meeresfrüchten bist.“
Dann lächelte er wieder.
„Es ist ganz einfach, Sean. Ich möchte mit dir über deinen kleinen Freund reden. Über Orlando.“
Noch bevor Sean etwas sagen konnte, fuhr Kolja fort:
„Du weißt sicherlich selbst, wie... na ja, sagen wir, er ist ein bisschen labil, was seine Gesundheit angeht. Körperbeherrschung. Selbstsicherheit.“
Sean starrte ihn bloß aus weitaufgerissenen Augen an.
„Was???“
Kolja hob leicht das Kinn an.
„Er ist definitiv nicht reif genug für sein Alter!“
Sean fiel der Unterkiefer herab, dann sprang er auf. Es hätte nicht viel gefehlt und er hätte Kolja den Teller mit dem Essen ins Gesicht geschleudert. Jetzt keuchte er fast überschäumend vor Wut:
„Was bilden Sie sich eigentlich ein? Orlando ist ein wundervoller junger Mann, warmherzig, liebenswürdig, er ist...“
„Ein Baby!“ gab Kolja mit kaltem Blick zurück. Auch er erhob sich jetzt.
„Komm mit, ich möchte dir etwas zeigen!“
Schon betrat er wieder das Wohnzimmer. Fast ohne es zu wollen folgte ihm Sean. Als er Kolja mit der Fernbedienung in der Hand stehen sah, schluckte er hart.
„Sie sind verrückt! Orlando ist kein Bab...“
Das Wort blieb Sean im Hals stecken, als der Monitor ansprang und er Orlando erblickte, wie er in einer Zimmerecke stand und hinter ein Schaukelpferd pinkelte. Jetzt wählte Kolja eine weitere Szene an. Sean starrte mit großen Augen auf den Bildschirm. Sah Orlando, wie er gerade verschämt auf seinen Bauch starrte und leise murmelte:
“Ich habe Angst.“
Auf dem Band nickte Kolja jetzt langsam.
“Verstehe... wovor?“
„Das... es... weh...tut und...“
Orlando hatte nur wieder geflüstert und schwieg nun wieder. Er spürte eine Träne auf seiner Wange und wischte sie schnell fort.

Jetzt hielt Kolja das Bild im Standbild an.
„Ich habe ihn gefragt, ob ihr schon Sex hattet.“
Seans Kopf ruckte zu ihm herum.
„Sie haben... WAS? Das geht Sie überhaupt nichts an, Sie Schwein...“
Er hatte kaum ausgesprochen, als Kolja ihm ins Gesicht schlug.
„Hör mir zu, bevor du dich so aufregst!“
Seine Stimme klang kalt, aber beherrscht. Dann befahl er:
„Sieh ihn dir an! LOS, sieh ihn dir an!“
Sean schluckte hart. Seine Wange brannte, sein Atem flog. Kolja wiederholte:
„Ich sagte: Sieh ihn dir an!“
Langsam gehorchte Sean. Kolja atmete tief durch.
„Würde es weh tun? Würdest du ihm weh tun, wenn ihr das erste Mal miteinander schlafen würdet?“
“Nein, verdammt!“ fuhr Sean auf.
„Nein, ich – ich würde...“
Er presste die Lippen zusammen, doch sofort hakte Kolja nach:
„Was?“
„Natürlich würde ich ihm nicht weh tun wollen!“ gab Sean widerstrebend zu.
„Du bist sein Freund. Sollte Orlando das dann nicht wissen?“
Das war genau die Frage, die sich Sean auch gerade aufdrängte. Er schluckte hart. Immer noch hatte er Orlandos tränennasses Gesicht in Großaufnahme vor sich. Wieder ertönte Koljas Stimme neben ihm:
„Er sollte es wissen. Und das weißt auch du. Nicht wahr?“
Sean konnte nicht nicken. Selbst wenn er es gewollt hätte, aber er KONNTE Orlando nicht so verraten, nicht so in den Rücken fallen. Kolja holte tief Luft.
„Er verhält sich wie ein kleines Kind, Sean. Möchtest du sehen, was mit kleinen Kindern passiert? Was man mit ihnen macht?“
Sean atmete tief durch und wandte schweratmend den Kopf ab. Schloss die Augen. Nein, er wollte es nicht wissen, und er wollte es auch nicht sehen. Wieder hörte er Koljas Stimme:
„Ich hab es getan, weil ich wollte, dass er sich endlich so sieht, wie ihn auch andere sehen. Sieh ihn dir an. Sieh ihn dir an, Sean. Und dann sag mir, ob das der Orlando ist, der Mensch ist, den du an deiner Seite haben möchtest! Ob es der Orlando ist, von dem du möchtest, dass er so ist!“
Kolja suchte nun die Stelle auf dem Band, wo Orlando in dieser zartgelben Spielhose zu sehen war. Als er auf Standbild drückte, sah er Sean an. Dessen Gesicht war verzerrt, Tränen glänzten in seinen Augen, als er hervorstieß:
„Warum tun Sie ihm das an? Sie zerbrechen ihn, sehen Sie das nicht?“
„Dann hilf du mir, das zu ändern. Hilf mir und ihm!“
Kolja schaute Sean ernst an.
„Hilf ihm, damit aufzuhören, sich als Jüngster unter Euch zu fühlen. Sich als Baby zu fühlen. Hilf ihm – ein Mann zu werden. Ein Gleichgestellter unter euch. Gleichberechtigt. Und nicht länger der kleine Orlando, geknechtet von seinen schweren Unfällen, geknechtet von seiner Jugend und geknechtet von seinem erbärmlichen Leben als Baby in der Gesellschaft! Hilf ihm...“ fügte Kolja noch einmal hervor, bevor er die Fernbedienung zurück auf den Tisch legte und wieder auf die Terrasse hinaustrat, ohne den Monitor auszuschalten.

Sean starrte atemlos und mit brennenden Augen auf den Bildschirm. Auf Orlandos verzweifeltes Gesicht. Die Tränenspuren auf seinen Wangen. Seine ganze Haltung, die deutlich Verzweiflung pur ausdrückte. Dann holte er keuchend Luft. Schluckte schwer. Ließ den Kopf in den Nacken sinken und schloß die Augen. Sean wusste nicht, wie lange er so gestanden hatte. Irgendwann setzte er sich langsam in Bewegung und trat zurück auf die Terrasse, wo Kolja begonnen hatte zu essen und jetzt hochsah. Sean schluckte. Er fuhr sich mit der Zunge über die Lippen. Dann zog er den Stuhl zu sich heran und nahm langsam Platz. Erst nach einigen Sekunden gelang es ihm, Kolja in die Augen zu sehen.
„Sagen Sie mir, was ich tun soll!“

Tbc...





Signatur
Wenn ein Mädchen auch scheu wie eine Maus ist, so muß man doch den Tiger in ihr fürchten!

Cat_Ballou 
Plaza-Chefin
.........



Status: Offline
Registriert seit: 22.01.2006
Beiträge: 298
Nachricht senden
...   Erstellt am 25.01.2006 - 12:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


- So, bis zu dieser Stelle dürfte euch die Story bekannt vorkommen, stimmt's? -

Denn dann können Wil und ich hier weitermachen und neu weiterschreiben. Eine extra Rubrik für die Reviews wird gleich noch erstellt!


[Dieser Beitrag wurde am 25.01.2006 - 12:31 von Cat_Ballou aktualisiert]





Signatur
Wenn ein Mädchen auch scheu wie eine Maus ist, so muß man doch den Tiger in ihr fürchten!

Catherine ...
Gläserwäscher
...



Status: Offline
Registriert seit: 26.01.2006
Beiträge: 94
Nachricht senden
...   Erstellt am 28.01.2006 - 16:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


UND NUN GIBT ES DAS NEUE KAP HIER!!!!!
Es ist wieder ein "ICQ-Kapitel", das heißt wir haben das Gespräch im ICQ zusammen geführt, sozusagen

Kapitel 22

Orlando saß immer noch im Schneidersitz auf dem Teppich, gerade hatte die Raupe sich durch ein Stück Melone gefressen und er war richtig fasziniert, wie sehr das Buch ihn immer noch in seinen Bann zog.
"Hallo, Orlando!"
Er sah auf und sich verwirrt um, woher war diese Stimme gekommen? Orlando beschloss, erstmal nichts zu antworten.
Kolja seufzte lächelnd und sah Sean demonstrativ an mit einem Blick, der "Hab ich's nicht gesagt?" bedeuten sollte.
Orlando war immer noch verwirrt, nun hörte er nichts mehr. Aber dann fiel sein Blick auf den Bildschirm, auf dem nun das Konterfrei seines Peinigers zu sehen war. Langsam erhob er sich und ging langsam darauf zu.
"Wie geht es dir?" fragte Kolja.
"Ganz gut..." antwortete Orlando leise.
"Wirklich? Das wäre schön zu hören!"
Orlando nickte in Richtung der Kamera auf dem Fernseher. Kolja lachte leise, als er schon wieder in das ängstliche Gesicht des jungen Schauspielers sah.
"Wenn ich dich so sehe, kann ich das kaum glauben... aber lassen wir das! Ich habe eine Überraschung für dich, Orlando!"
Der Angesprochene begann ein wenig zu zittern, da er Koljas "Überraschungen" sicher nicht so toll finden würde.
"Ja?" fragte er vorsichtig.
"Ja!"
Kolja winkte nun Sean näher zu sich und gab den Bildschirm frei.
"Orlando??? Hey..." sagte Sean und grinste ein wenig.
Orlando bekam große Augen, als er seinen Freund auf dem Bildschirm erblickte, gleichzeitig verspürte er große Scham, weil Sean ihn SO sehen konnte.
"Ha...Hallo" stotterte er und versuchte, seine Arme so zu halten, dass von seinem Höschen nichts zu sehen war
Sean schluckte heftig und atmete tief durch. Dann warf er Kolja einen raschen Blick zu, sah wieder zu Orlando. Er wusste kaum, was er sagen sollte.
"Orlando... du... ich... ich muss mit dir reden, Kleiner!" stammelte er vor sich hin.
Orlando versuchte zu lächeln.
"O...kay...."
Nun weinte er fast, weil er Sean und besonders dessen Stimme so sehr vermisst hatte. Sean schloss die Augen bei diesem Anblick und dem Klang der Stimme seines gedemütigten Freundes. Er musste sich schwer zusammen reißen.
"Orlando, hör mir zu... Hör zu!" Er schluckte wieder. "Dieses... dieses Ding, was du da anhast..." ein schiefes Grinsen umspielte seinen Mund. "Fühlst du dich eigentlich wohl in dem Ding?"
"Nein..." Orlando starb fast vor Scham "...auf keinen Fall..."
Sean seufzte unauffällig und erleichtert auf.
"Dann zieh es aus!" sagte er nun.
"Darf ich das denn?"
"Tu's einfach, wenn du dich nicht wohl drin fühlst!" antwortete Sean auf diese kindliche Frage mit sanfter zärtlicher Stimme.
"Ich...ich weiß nicht..." Orlando spürte wieder Angst in sich hochsteigen. "...was ist, wenn...er...mir dann eine Strafe erteilt?"
Nun sah er an sich herunter
Sean schluckte wieder schwer.
"Orlando - sieh mich an!"
Orlando fügte sich und blickte mit rotem Gesicht in die Kamera. Sean lächelte und sah ihn zärtlich an.
"Orlando, Schatz... was könnte schlimmer sein als stundenlang in so einem Teil rumlaufen zu müssen, hm?"
Orlando biss sich bei dieser Frage auf die Unterlippe und sah auf den Fußboden.
"Kann ich nicht sagen..." flüsterte er.
"Dieser Typ, Kolja... er hat mich vorhin geschlagen! Ins Gesicht!" versuchte Sean nun, um Orlando aus der Reserve zu locken.
Orlando sah wieder auf.
"Natürlich tat der Schlag weh... aber nur einmal! Einmal! Ganz kurz!"
" Geschlagen???" Nun hatte Orlando wirklich Angst, aber gleichzeitig beschlich ihn ein anderes Gefühl, nämlich Wut.
Sean bemerkte das kurze Aufflackern in Orlandos Augen sofort.
"Ja, er hat mich geschlagen, aber solche Strafen gehen rasch vorbei!"
"Ich habe aber Angst davor."
Orlando rutschte unruhig auf dem Stuhl hin und her.
"Wovor, Orlando? Vor Schmerzen?"
"Auch..." antwortete er flüsternd und warf wieder einen Blick zu Sean.
"Wovor noch?" fragte Sean mit leiser Stimme.
"Dass sie mich anfassen..." sagte Orlando ganz leise und verschämt.
Sean schloss kurz die Augen, schluckte erneut schwer, nickte dann und holte wieder tief Luft.
"Ich weiß, Kleiner, ich weiß... aber dennoch..." er warf Kolja Blick zu und sah ihn nicken, dann sah er rasch zur Zimmerdecke. "...dennoch, Orlando... versuch, dich mehr zu behaupten, Schatz! Schau... wie würdest du reagieren, wenn ich dich bitten würde, eines meiner hässlichen Hemden anzuziehen, diese blaugestreiften, du weißt schon!"
"Weiß ich nicht...ich denke ich würde es einfach nicht anziehen..."
"Aber wie würdest du's mir sagen, dass du es nicht anziehen willst?"
Orlando seufzte leise auf.
"Ich will das nicht anziehen, oder so..." nuschelte Orlando zusammen.
Sean horchte auf und grinste leicht.
"Du klingst, als wenn man dir Giraffeneier anbieten würde!"
"aber...was?" Orlando sah ziemlich verwirrt aus.
"Das Hemd ist hässlich!! Du sollst es anziehen! Und du klingst, als wenn du - als wenn du..." Sean suchte nach Worten. "Als wenn du etwas ganz Grässliches angeboten bekommst, wovor du Angst hast! Das Hemd beißt dich doch nicht!"
"Hmmm..." Orlando kaute auf seiner Lippe herum.
"Ich will hier raus..." murmelte er unvermittelt und recht leise und die ersten Tränchen flossen über seine bleichen Wangen.
Sean holte tief Luft und sah Kolja an, der einen "Siehst du nun, was ich meine?" Blick aufsetzte. Dann sah er wieder zu Orlando, schluckte, pustete die Luft aus und überlegte, wie man den Jungen aus seinem Dilemma reißen könnte.
"Sean?"
"Ja?"
Orlando schaute vorsichtig auf.
"Bitte...ich will nach Hause...ich habe solche Angst..." flehte er.
"Das will ich auch, Orlando! Und ich weiß, dass du Angst hast..."
"Aber hör auf, mich so anzusehen, verdammt!!" dachte sich Sean dazu und erschrak, weil er es tatsächlich laut gesagt hatte.
Orlando schluchzte leise auf und versuchte mit aller Macht nicht schon wieder zu heulen.
"Warum sagst du das zu mir? Warum bist du so gemein?" fragte er mit einem verletzten Blick.
Sean presste die Lippen zusammen und fuhr sich mit beiden Händen gleichzeitig durch die Haare.
"ORLANDO!!! Verdammt, ich bin nicht gemein zu dir, ICH VERSUCH DIR ZU HELFEN!!!" schrie er.
"Wobei?" Orlando sah Sean zaghaft an, der verzweifelt an die Zimmerdecke starrte und dann wieder zu Orlando blickte, ihn inständig flehend ansah.
"Hör damit auf! Hör zu...." Sean befeuchtete sich die Lippen. "Ist da ein Spiegel im Zimmer?"
"Hier?" Orlando sah sich um. "Ja..."
"Geh hin!"
"Okay...aber warum?"
"TU'S!!!"
Orlando stand langsam auf und ging auf den großen Spiegel zu.
"Und nun?"
Sean versuchte sich mit aller Macht wieder zu beherrschen und ruhiger zu klingen.
"Was siehst du?" fragte er.
Orlando war verzweifelt, weil er auf einmal das gefühl bekam, dass Sean ihn auch nicht mehr liebte.
"Mich...."
"Wer ist dieser "mich"? Orlando... wen siehst du darin? Siehst du den Orlando, den ich liebe?"
"Ich sehe so albern aus...nein, das ist nicht der, den du liebst..."
Orlando fuhr sich verstört über den Kopf, während Sean kurz auflachte.
"Eben, Schatz! du siehst aus -... ja, wie ein Baby!" sagte Sean mit liebevoller Stimme.
Orlando musste schlucken und nickte langsam.
"Ja...ich...sehe aus wie ein Baby..." seine Stimme zitterte.
"Wie ein Baby... das du nicht bist und auch sicherlich nicht sein magst... Oder?"
"Nein...und was soll ich tun?"
Orlando drehte sich um und sah zum Bildschirm.
Sean atmete tief durch.
"Du könntest damit anfangen, es so zu sagen, dass ich's dir glaube, Schatz!"
Er lächelte. "Und dann... zieh dies alberne Ding aus! Du siehst grässlich aus in Gelb! ZARTGELB auch noch... Modesünde!!!" Er lachte nun doch laut auf.
"Ich kann das nicht ausziehen....weil....weil...."
Verzweifelt suchte Orlando nach einer Ausrede, weil er sich vor Sean nicht nackt machen wollte. "...ich sonst wieder auf den Teppich machen muss..."
Sean schüttelte unmerklich den Kopf.
"Orlando..." er warf Kolja fast schon resignierenden Blick zu und sah den bloß mit großen Augen die Schultern hochziehen und sagen "Ich hab's dir gesagt!"
"Hmmm?" machte Orlando fragend und betrachtete sich wieder im Spiegel.
Er seufzte und plötzlich merkte er, wie albern er war.
"Orlando... hör mir jetzt mal gut zu!"
"Okay..."
Sean ließ seine Stimme nun streng klingen.
"Wenn... du nicht augenblicklich dieses bescheuerte Ding ausziehst, dieses grässliche Teil in ZARTGELB, wo du so oft über diese Farbe geschimpft hast, dann... dann... dann komm ich eigenhändig vorbei und reiß es dir vom Leib! Mann... Orlando... " Sean holte rasselnd Luft. "Schatz... bitte... wenn, wenn du... DU SIEHST SCHEISSE AUS IN DEM TEIL! DU SIEHST SCHEISSE AUS, WENN DU SO JÄMMERLICH DREIN SCHAUST! VERDAMMT; REISS DIR DEN ARSCH AUF UND ZEIG DIESEN IDIOTEN HIER; DASS DU NICHT DIES BABY BIST; WAS SIE AUS DIR MACHEN!!!"
Er wandte sich mit einem Schluchzen ab.
Orlando schluchzte ebenfalls erschrocken auf.
"Warum redest du so mit mir?" schrie er plötzlich los.
"Was?"
Sean fuhr herum.
"Ich habe gefragt, warum du so mit mir redest? In dieser Situation?" brüllte Orlando wütend.
"Warum? WARUM???" Sean erhob nun ebenfalls seine Stimme.
"Aber...wenn du unbedingt willst, dann ziehe ich es aus, ja, aber..." Orlando schluchzte wieder auf. "...dann kann ich nicht dafür garantieren, dass ich noch weiterhin Jungfrau bin! Ich habe gesehen, was sie mit dir gemacht haben! Und...und...." Er stockte und atmete vor Aufregung stoßweise.
"Und??" drängte Sean. "Sag schon! WAS??"
Orlando wurde rot, weil er sich so plötzlich bewusst wurde, wie offen er geredet hatte.
"Du hast mich noch niemals nackt gesehen! Und ich will nicht, dass das so das erste Mal wird! Nicht hier und nicht so!"
Sean starrte ihn an, wollte etwas sagen, aber Kolja war zu ihm getreten und flüsterte ihm etwas zu. Er sah überrascht aus und lächelte ein wenig.
"Ähm... ja... äh, ja, okay... Ähm, Orlando?"
"Ja?"
"In dem Zimmer ist eine weiße Truhe, stimmt's?"
Orlando drehte sich im Kreis und nickte, als er die Truhe entdeckte.
"Ja..."
Sean nickte.
"Geh und mach sie auf. Da drin liegen eine Jeans in deiner Größe und ein Shirt. Und hinten in der Ecke ist ein Paravent. Ohne Kamera! Da kannst du dich umziehen!"
"Okay... "
Orlando konnte sein Glück kaum fassen und nahm die Sachen aus der Truhe. Damit verschwand er hinter dem Paravent und zog sich um.
"Ach, Orlando???"
"Ja?" Er lugte hinter dem Sichtschutz hervor.
"Wenn du dich umgezogen hast, auf dem Tisch liegt ein Feuerzeug, verbrenn das gelbe Ding im Klo!"
"In welchem Klo?" fragte Orlando, während er auf das Tischchen zuging und das Feuerzeug in die Hand nahm.
"Die Seitentür, links hinter dir..." sagte Sean.
"Hier ist ein Klo?"
Orlando sah nun ziemlich wütend aus.
Sean blickte Kolja an und sah diesen nicken.
"Ja...."
"Und warum...hat mir das niemand gesagt?"
Orlando runzelte die Stirn und spürte richtigen Hass in sich hochkommen.
"Weil du's nicht verdient hattest, es zu wissen! Wozu auch? Babies brauchen keine Toilette, sie würden sowieso reinfallen und stecken bleiben!" warf Kolja ein.
"Sean...die haben mich hier auf den Teppich pissen lassen!!!!" schrie Orlando erbost.
Kolja warf Sean einen grinsenden Blick zu und räusperte sich.
"War keine Vase da?" fragte Sean.
"....und mich danach gezwungen, dass da anzuziehen..." setzte Orlando seinen Satz fort.
"...und noch dazu in zartgelb!!!" unterbrach ihn Sean.
" Und nein, es war nichts hier! Auch keine Vase! Und ich konnte einfach nicht mehr, weil die mir eine ganze Kanne Tee reingezwängt haben! Und du weißt, was mir mit Tee immer passiert!"
Plötzlich grübelte Orlando.
"Sag jetzt bloß nicht, dass du was damit zu tun hast!!!!!"
Er sah Sean misstrauisch an.
"NEIN!!! Ganz gewiss nicht!!!"
"Ich glaube dir nicht!"
Sean schüttelte energisch den Kopf und verdrehte die Augen.
"Wirklich nicht???" fragte Orlando etwas versöhnlicher.
"Natürlich nicht, du Idiot! Ich war selbst beschäftigt genug!" antwortete Sean und schüttelte grinsend den Kopf.
Plötzlich vertraute ihm Orlando wieder.
"Ich konnte doch überhaupt nichts dafür...bitte glaub mir das!" bettelte er.
"Ich weiß das!"
"Ich...ich habe das gesehen...eben noch...was die dir angetan haben"
Sean holte tief Luft.
"Es gibt Schlimmeres! Okay, auch Angenehmeres!"
Er wiegte seinen Kopf.
"Ja, du hast Recht...."
"Das genügt jetzt!" rief Kolja dazwischen.
Orlando erschrak sofort, während Kolja Sean zur Seite winkte und Orlando ansah.
"Fühlst du dich wohler in den Sachen?"
"Ja...sehr viel wohler...obwohl es nicht meine Farbe ist..."
Orlando grinste ein wenig, da er sich tatsächlich um Einiges besser fühlte.
Kolja senkte schnell den Kopf, um sein Grinsen zu verbergen und nickte anerkennend.
"Schon besser, mein Kleiner!"
Er betonte das letzte Wort besonders, um zu sehen, wie Orlando darauf reagierte.
Orlando war an das Wort "Kleiner" schon so gewöhnt, dass er das gar nicht bemerkte.
"Soll ich das jetzt verbrennen?" fragte er und deutete auf das gelbe Höschen, das er immer noch in der Hand hielt.
"Wenn du es noch einmal anziehen möchtest, nicht!"
Orlando lächelte nun wirklich und wunderte sich über sich selber, dass er dieses Arschloch anlächeln konnte.
"Nein, niemals wieder...."
"Dann darfst du es natürlich verbrennen! Ach... und Orlando???"
Orlando öffnete bereits die Seitentüre und trat in ein geräumiges Badezimmer, er wurde wieder ein wenig wütend und ging zurück.
"Ja? Und ich hätte da auch noch eine Frage...."
"Zuerst ich! Wir wollen doch höflich bleiben!"
"Gut..."
"In der Truhe ist noch das zweite Höschen - verbrenn es gleich mit, es ist mindestens so hässlich wie das gelbe!"
Orlando ging zur genannten Truhe und holte das hellblaue Höschen hinaus, dann sah er säuerlich auf den Fernseher.
"Nun meine Frage..." sagte er beinahe bestimmend.
Kolja zog die Augenbrauen hoch und nickte.
"War das alles geplant? Dass ich den Tee trinke, danach ins Badezimmer musste und niemand kam, um mich hinzubringen, geschweige denn, mir erzählt hat, dass ich hier ein eigenes habe? Und...dass ich dann etwas Verzweifeltes mache und deswegen das hier..." Orlando hielt die Hosen hoch. "...anziehen muss? Das war verdammt unfair!!!! Ob Mann oder Baby, eine Kanne Tee bleibt in niemandem lange drin!"
Kolja ließ sein Grinsen breiter und seinen Blick wieder etwas kühler werden.
"Das Leben ist nun mal unfair!"
"Mir tut es um den Teppich nicht leid"
Orlando blickte nun genauso frech, wie an dem Abend auf der Party. Er stampfte in das Badezimmer, zündete die Hosen an und spülte sie im Klo runter. Dann ging er zurück.
"Noch eine Frage,,,,"
"Werd nicht übermütig, mein Kleiner! Vögel, die zu hoch fliegen, verbrennen sich leicht die Flügel!" antwortete Kolja mit warnender Stimme.
"Das ist mir egal..." sagte Orlando daraufhin richtig frech.
"Nun, mir ist es nicht egal! Ich melde mich wieder bei dir, Orlando!"
Der Monitor wurde ausgeschaltet. Orlando stand nun ein wenig erschrocken da.
"Hoffentlich hat er jetzt nicht wieder Schlimmes mit mir vor..." murmelte er vor sich hin, zuckte dann aber mit den Schultern und verschwand in seinem neu gewonnen Badezimmer.
Kolja sah derweil Sean an.
"Verstehst du nun, was ich meinte?"
Sean nickte langsam.
"Es war... schlimm!"
"Ich weiß! Ich weiß... und es könnte - noch schlimmer für ihn werden! Dies hier... war nur der Anfang!"





Signatur

Kitty ...
Kellner
.........



Status: Offline
Registriert seit: 26.01.2006
Beiträge: 501
Nachricht senden
...   Erstellt am 30.01.2006 - 10:58Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kapitel 23 (Kitty)

Nachdem Kolja den Kontakt zu Orlando abgebrochen hatte, bat er Sean wieder bei ihm am Tisch Platz zu nehmen.
„Schließlich wäre es um das Essen schade. Wo du doch mit Sicherheit auch Hunger hast, nicht wahr?“
Sean antwortete nicht. Jetzt erst spürte er, wie sehr ihn diese Sache mit Orlando belastet hatte. Und er wußte auch, dass Kolja in gewisser Weise recht hatte. Aber das einzugestehen, es laut auszusprechen – no way! Never ever!

Mit einem tiefen Atemzug griff Sean noch einmal zu seinem Weinglas, das Kolja nachgeschenkt hatte. Dann begann er zu essen. Mit gesenktem Blick, wortlos. Kolja musterte ihn eine Weile, während er es sich auch schmecken ließ. Schließlich tupfte er sich den Mund mit einer Serviette ab und lehnte sich zurück.
„Schmeckt es dir?“
Sean nickte nur. Kolja warf einen raschen Blick zum Ufer hin, wo die Wellen sanft gegen schlugen. Dann richtete er seinen Blick wieder auf Sean.
„Du bist kein unterhaltsamer Gast. Außer, man mutet dir etwas zu, was dich zornig werden läßt. Dann trumpfst du auf. Läßt deinen Gefühlen freien Lauf. Warum nur dann? Warum bist du sonst so... beherrscht?“
Ein Muskel in Seans Gesicht zuckte, er schob kurz störrisch das Kinn vor, antwortete aber nicht, sondern hielt jetzt inne und schob den Teller von sich. Er schaute Kolja an, schluckte den letzten Bissen herunter und holte tief Luft.
„Darüber rede ich zum Teil noch nicht mal mit meinen Freunden. Warum also sollte ich grad mit Ihnen darüber reden? Nennen Sie mir nur einen guten Grund!“
Kolja griff zu seinem Weinglas.
„Warum nicht? Manchmal ist es einfacher, mit Fremden über Probleme zu reden. Weil: Die sind unvoreingenommen und reden dir nicht nach dem Mund!“
„Reden wir nicht von mir, reden wir über Orlando. Was geschieht jetzt mit ihm?“ wollte Sean stattdessen wissen. Er räusperte sich rasch und zog die Stirn kraus.
„Sie haben vorhin... vorhin was gesagt, dass... ähm...“
Er schluckte kurz und räusperte sich erneut.
„Dass es noch schlimm... schlimmer für ihn... verdammt nochmal!“
Jetzt hustete Sean, streckte die Hand nach dem Weinglas aus, griff aber daneben und stieß es um, so dass sich der edle Tropfen auf dem Tischtuch verteilte und das zarte Kristall klirrend auf den Terrassenboden fiel und zerbarst. Sean keuchte auf, stützte sich mit dem Unterarm auf dem Tisch ab, während sein Blick auf Kolja fiel. Der saß ihm ungerührt gegenüber, seufzte nun und stellte sein Glas wieder ab.
„Lehn dich einfach zurück und lass es geschehen, Sean. Es ist ein simples Schlafmittel, ein bisschen hoch dosiert, aber völlig harmlos. Warte, ich helf dir...“
Kolja erhob sich und wollte auf Sean zutreten, als der auch schon vom Stuhl hochfuhr und taumelnd zurückwich, einen Arm in Abwehr gegen Kolja ausgestreckt.
„Bleiben Sie... mir vom Leib, Sie... sind ja – verrückt... verrückt!“
Wieder taumelte er und prallte jetzt gegen den Betonklotz, in dem eine riesige Palme verankert war. Seans Knie knickten ein, er sank zu Boden und schnappte nun nach Luft, als Kolja ihm folgte und sich nun vor ihn hinkniete.
„Es muß sein, Sean. Du willst deinem Freund doch helfen, nicht wahr? Siehst du, und genau das tust du gerade! Weil: Du bist derjenige, dem er jetzt helfen muß!“
Fassungslos starrte Sean ihn an, dann würgte er hervor:
„Was... ich... er... wie?“
Lächelnd streckte Kolja eine Hand aus und strich Sean eine Haarsträhne aus der Stirn. Sean war mittlerweile so benebelt, dass er gar nicht reagierte, sondern ihn nur weiter anstarrte und spürte, dass jetzt alles um ihn herum in grauen Nebel getaucht wurde.
„Ganz einfach, Sean: Er braucht dich nur eher zu finden als die Zwei hier!“
Mit den Worten traten Pawel und Vasily auf die Terrasse. Seans Kopf fuhr noch zu ihnen herum, dann sackte er zusammen und sank ohnmächtig auf die Steinfliesen. Kolja atmete tief durch.
„Es ging schneller, als ich dachte. Er wird etwa zwei Stunden schlafen. Ihr nehmt ihn, ich gehe voran!“
Die beiden Männer nickten wortlos, ergriffen Sean, indem sich jeder einen Arm von Sean über die Schultern legte und ihn so mit sich schleifen konnten. Kolja führte sie durch sein Haus zu einer Tür, die nach unten in seinen Keller führte. Rasch tippte er ein paar Zahlen für das Schloss ein, dann öffnete sich die Tür und Kolja winkte den zwei Männern, im weiter zu folgen.

Nachdem sie einen nur von Fackeln beleuchteten Gang betreten hatten, marschierte Kolja auf die Tür am Ende zu und blieb dort stehen. Während er die massive Holztür aufschloß, erklärte er:
„Bringt ihn dort rein. Hinten an der Wand sind Ketten. Für die Hände. Die Füße lasst frei. Und zieht ihm den Kimono aus!“
Kolja wandte sich ab zu einer anderen Tür, die er nun ebenfalls öffnete und die zu einem kleinen Raum führte, in dem eine Bank und ein kleiner Tisch stand. Von dort führte ein kleiner Gang bis zu der Zelle, in der die beiden Männer gerade Sean zu Boden gleiten ließen und ihn gleich darauf nackt anketteten. Im Gang waren im Abstand von ein paar Metern Gitter angebracht, insgesamt 5 Stück an der Zahl. Kolja schmunzelte und nickte langsam. Das hier würde wirklich spannend werden! Sowohl für Orlando – als auch für Sean!


***

Zur selben Zeit auf der Insel hatte Viggo versucht, ein Feuer zu entfachen, was ihm tatsächlich nach –zig Versuchen geglückt war. Zwar hatte sich in der Kiste auch ein Feuerzeug gefunden, aber nach dem dazu nötigen Benzin hatte er erst graben müssen! Scheiß Hinweise! Immer noch fluchte Viggo leise in sich hinein. Allerdings hatten diese Trommeln aufgehört. Zum Glück! Viggo seufzte. Ob er es doch wagen sollte? Sich ins Inselinnere trauen sollte? Nicht nachts! durchzuckte es ihn sofort. Gleichzeitig nickte er. Stimmt auch! Wer würde so dämlich sein und sich im Dunkeln durch den Dschungel bewegen? Er jedenfalls auf keinen Fall!

Mit dem Gedanken nicht unbedingt getröstet lehnte sich Viggo an die Palme hinter sich. Das Feuer brannte. Er hatte etwas im Magen. Und er hatte ein Messer! Immerhin. Okay, er hatte kein Boot, um von hier wegzukommen. Aber er war satt und bewaffnet! Jetzt atmete Viggo tief durch. Himmel, er hatte den Aragorn gespielt! Also würde er auch mit dieser Situation fertig werden, das wäre schließlich gelacht und...

„CHIAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHAHAHAHA...“

Viggo war sofort hoch, als der Schrei und das Lachen zu hören war. Hastig schluckte er, sein Herz raste und seine Hand verkrampfte sich um den Messergriff, als er jetzt den Atem anhielt und lauschte, woher der Schrei gekommen sein mochte. Jetzt war ein Rascheln zu hören, hinter ihm! Viggo wirbelte herum. Seine Augen versuchten im Dunkeln etwas zu erkennen. Keine Chance! Leise fluchte Viggo. Palmen boten keinen Schutz. Er musste etwas anderes finden. Irgendwo. Jetzt. Schnell! Wer wußte schon, mit wem oder was er es hier zu tun hatte! Langsam und nach allen Seiten lauschend, fast witternd, wich Viggo bis zum Strand zurück. Bis er spürte, dass das Wasser seine Knöchel umspielte. Er schluckte. Trat nochmals zurück an den Strand, wo die Kiste stand, in der sich auch das Feuerzeug befunden hatte. Hastig entleerte er sie, dann zog er sie mit sich zum Wasser hin und mit hinein. Soweit, bis Viggo das Wasser bis an die Knie ging. Flach genug, um keine Haie anzulocken, die gefährlich werden konnten, tief genug, so dass die Kiste noch höher sein würde. Und dann machte es sich Viggo auf der Kiste bequem – soweit man es sich im Schneidersitz bequem machen konnte. Aber dies war die geeignete Position, um selbst keinen Laut zu verursachen. Und gleichzeitig die beste, um auf jeden Fall zu hören, wenn sich ihm jemand durchs Wasser hin versuchen würde zu nähern! Denn selbst wenn es jemand versuchen würde – man würde es hören! Zudem hatte Viggo ein gutes Gehör, konnte sich gut konzentrieren und das wusste er auch selbst. Und mit dem Messer bei sich – hatte er zumindest eine Chance!

Jetzt atmete Viggo noch einmal durch, dann knirschte er mit den Zähnen und verfluchte die Person, die an dieser ganzen Misere dahinter stecken mochte. Gnade der, wenn er erfahren würde, wer es sein würde!


Tbc...

[Dieser Beitrag wurde am 30.01.2006 - 14:00 von Kitty aktualisiert]





Signatur
Das Schönste am Morgen danach ist das Frühstück davor.

More : [1] [2]

Ähnliche Themen:
Thema Erstellt von Antworten Forumname
Ära GNADENLOS Xuma 0 xchontras
Gnadenlos... Lara1 19 knalli
Gnadenlos Voting! Matthi 3 alexson
Wölfe gnadenlos KufiChrille 0 kufi
01.09.06 : Watchers - Gnadenlos gejagt MatthiasDVB 0 andy86
Neuer Thread ...

Geburtstagsliste:
Heute hat kein User Geburtstag!
----------------------------------




Impressum

Dieses Forum ist ein kostenloser Service von razyboard.com
Wollen Sie auch ein kostenloses Forum in weniger als 2 Minuten? Dann klicken Sie hier!



Verwandte Suchbegriffe:
geschichten brutale intimenthaarung | windelgeschichten von maennern und jungen | mit seidentüchern gewürgt | legolas backen spreizte | windelgeschichten auf dem schaukelpferd reiten | schwimm windelgeschichten | windelgeschichten buttplug | kein fester tiefer richtiger schlaf ohne richtige schlaftabletten
blank