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Cassandra ...
Zaubereiministerin
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...   Erstellt am 27.04.2007 - 18:08Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Lacht jetzt nicht. Eben habe ich im Ferneshen gesehen, dass Prinz Willem Alexander (der Niederlande) sich vor der Geburt seinen Kindes nur gewünscht hat, dass es gesund sei. Ich habe keine Kinder, kann aber auch verstehen, dass Eltern die Gesundheit ihrer Kinder sehr am Herzne liegt.


Trotzdem macht es mich rasend, wenn ich solche PLatitüden höre. Was hätte er denn gemacht, wenn sein Kind nicht gesund gewesen wäre? Es gibt so viele Behinderte auf der Welt. Was müssen die denn denken, wenn die so einen Filmbeitrag sehen? "Ohjeh, mich hätte die Mutter vermutlich abgetrieben"? Ich akzeptiere, dass es Umstände gibt, die eine werdende Mutter dazu treiben ihre Schwangerschaft zu unterbrechen. Eine Behinderung des Kindes zählt nicht dazu. Wer ein behindertes Kind abtreibt, stempelt sämtliche lebenden Behinderten dieser Welt zu Menschen 2. Klasse ab.

Es gibt so sagenhaft viele Gutmenschen in diesem Land, die mit Gott und der Welt reden wollen/würden: mit Terroristen, mit gemäßigten Taliban z.B. Mit gemäßigten Nazis allerdings nicht. (Warum eigentlich? Beide stehen schenken sich in Sachen Antisemitismus wirklich überhaupt nichts. Und einseitige Kontroverse ist immer nur peinlich, aber nie überzeugend). Auch der Täterschutz spielt eine wichtige Rolle für diese Leute. Nur der Schutz von behinderten Ungeborenen, der wird in unserer Gesellschaft entschieden vernachlässigt. Auch das Taktegefühl gegenüber Behinderten lässt zu wünschen übrig, was diese Äußerung zeigt. Klar ist es schön, wenn ein Kind gesund ist, aber es ist auch kein Unglück, wenn das nicht so ist. Es kommt halt darauf an, was man aus der Situation macht.

LG
Cassandra





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'Yes,' said Harry stiffly. 'Yes, sir.' 'There's no need to call me "sir", Professor.'

Kroete ...
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...   Erstellt am 28.04.2007 - 06:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das ist ein wahnsinnig heikles Thema - ich denke, der Wunsch nach einem "normalen" und gesunden Kind ist ganz normal.
Für jedes werdende Elternpaar ist die Diagnose, dass ein Kind eventuell eine Behinderung haben könnte, ein Schock, und ich denke, dass es Menschen ohne (behinderte?) Kinder ehrlich gesagt nicht zusteht, über andere zu richten, die eventuell einmal ein Kind aus diesem Grund abgetrieben haben.

Ich selbst habe bekanntlich auch keine Kinder, möchte aber in nächster Zeit gern welche (tick-tack sagt die biologische Uhr), und ich habe mich aus beruflichen Gründen sehr lange mit dem Thema beschäftigt, sogar meine zweite Hausarbeit über ethische Fragen geschrieben.

Wenn man sich verschiedene Meinungen ansieht (z.B. Albert Schweitzer, Veröffentlichungen des Ethikrates oder andere theologische Texte, aber auch z.B. einen umstrittenen Philosophen wie Peter Singer) ohne Vorurteile ansieht, kann man nur zu dem Schluss kommen, dass jedes Elternpaar das für sich entscheiden muss. Allerdings ist eine neutrale Entscheidungshilfe geboten, denn die fehlt komplett. Meines Wissens nach wird Eltern, deren Kind auch nur vielleicht eine (irgendeine?) Behinderung haben könnte, sofort eine Abtreibung angeboten. Dies ist nicht richtig.

Wie ich mich selbst entscheiden würde? Ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Ich hoffe einfach - genau wie Willem Alexander - dass ich diese Entscheidung nie werde treffen müssen.

Aus Sichtweise eines Menschen mit Behinderung gebe ich Dir zum Teil recht: ich habe noch nie gehört, dass ein Mensch mit Down-Syndrom, oder einer mit Spina Bifida nicht hätte leben wollen. Doch gibt es auch Behinderungen, die um einiges heftiger sind, durch die ein Kind vielleicht nur einige wenige Stunden, Tage oder Wochen leben darf.

Ach ja, eines noch zum Abschluss: ich bin grundsätzlich gegen Abtreibung. Ich hätte niemals, auch in der unpassendsten Situation, ein Kind abgetrieben oder jemand anderem ernsthaft dazu geraten.

So, das war jetzt lang und ehrlich. Für solche Diskussionen passt diese Abteilung perfekt.

LG Kroete

[Dieser Beitrag wurde am 28.04.2007 - 06:56 von Kroete aktualisiert]





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MrsEverspaneuss ...
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...   Erstellt am 28.04.2007 - 22:49Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich glaube, so einen ähnlichen Thread hatten wir schon
mal...
Prinzipiell bin ich gegen Abtreibung. Als ich
schwanger war, hatte ich mit Andi das Thema
Behinderung angesprochen und wir waren uns einig -
wir wollten das Baby - egal was kommen würde. Noch
dazu muss man sich vor Augen halten - jeder kann
behindert werden (Unfall, Krankheit...).





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Kroete ...
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...   Erstellt am 29.04.2007 - 07:36Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Es ist sogar so, dass die meisten Behinderungen (ab wann ist man eigentlich "behindert"?) während oder nach der Geburt auftreten.

Und richtig, MrsE, ich kann morgen überfahren werden oder sonstwas und ebenfalls eine Behinderung davontragen.

Dennoch denke ich, dass der Wunsch nach einem gesunden Kind normal ist - die meisten Behinderten (politisch korrekt heißt es übrigens Menschen mit Behinderung), die dann vielleicht selbst einmal Eltern werden, wünschen sich mit Sicherheit nichts anderes.
(Allerdings habe ich da auch einmal von zwei gehörlosen Frauen gelesen, die einen gehörlosen Samenspender suchten, damit ihr Kind ebenfalls gehörlos würde. Und das stand nicht im Express)!

Eben deshalb denke ich, dass es gut ist, sich (z.B. hier) darüber auszutauschen. Nur richten möchte ich über Menschen, die eine solche Entscheidung verantwortungsvoll überdacht und getroffen haben, eben nicht. Die meisten Menschen werden ein Kind - auch ein behindertes - nicht mal eben so abtreiben.

Interessant wäre, die Meinung eines Menschen mit Behinderung dazu zu hören. Gibt es sicher in irgendeinem meiner Bücher oder im Netz.

LG Kroete





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...   Erstellt am 29.04.2007 - 12:37Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Jedes Elternpaar wünscht sich während der
Schwangerschaft ein gesundes Baby - ich denke, dies
ist ein Standardwunsch dieser Zielgruppe.

Ich würde auch keine Frau verurteilen, weil sie ihr
missgebildetes Baby abgetrieben hat.

LG von
Elke





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