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Elisabeth 
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...   Erstellt am 01.12.2005 - 07:06Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


ein Riesenthema , klar !

Katja , Du hast schon berichtet von der Tänzerin Taglioni-
aber woher stammt der Spitzentanz eigentlich-
hab mal gesehen , daß es bei den Iren sowas gibt....





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der Unterschied zwischen Einbildung und Bildung besteht in Anstrengung und darin , daß man sich die Finger schmutzig macht .....

Katja ...
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...   Erstellt am 01.12.2005 - 11:41Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wie schön, jemand interessiert sich für Tanzgeschichte!
Wieviel Zeit habt ihr,ich fange gleich an zu dozieren!

Also,der Spitzentanz als Effekt im Bühnentanz (der Bühnentanz an sich in seiner Abspaltung vom höfischen Tanz ist eigentlich erst seit etwa 1760 existent, ab da etwas gibt es Berufstänzer und die Ballette wurden nicht mehr ausschließlich von den Adeligen des Hofes ausfgeführt) existiert wirklich seit Marie Taglioni.
Die Geschichte mit dem Buckel stimmt und ist keine Sage- der Vater wollte von ihrer nicht so schönen Gestalt ablenken.
Einige Quellen behaupten das ein oder zwei Jahre früher eine Italienerin namens Emilia Brugnioli schon auf der Spitze getanzt hätte- allerdings ohne den Erfolg den die kleine Taglioni hatte.
Vielleicht hatte ihr Papa die Idee daher....?!

Vorher gab es allerdings auch schon Volkstänze die auf der Spitze ausgeführt wurden- im russischen Volkstanz gibt es eine Variante wo Männer (!) in Stiefeln (vorne die Spitzen waren gehärtet) auf den Spitzen getanzt haben.Die Stiefel waren dafür extra eng geschnitten und wurden ans Bein genäht und nur durch Lösen der Naht konnte man sie wieder ausziehen.

Was die Iren angeht,so habe ich wenig Quellen gefunden- ich denke es war traditionell eine ähnliche Geschichte wie bei den Russen.
In den heutigen irischen Tanzshows hat man es wieder belebt,ja- aber ich denke fast nur des Effektes wegen um einen Hybrid mit dem Ballett her zu stellen.
Verkauft sich halt gut......diese Shows sind weniger Erhaltung der Tradition als Geldquelle.......und als sie in Mode waren hat man sicher gut damit verdient!





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Nanny ...
Dieses Baums Blatt
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...   Erstellt am 01.12.2005 - 11:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Bei den Iren waren das früher Jigs, die in 1. linie auch von Männern getanz wurde (bei den Mädels hat man unter den langen Kleidern ja auch nicht viel davon gesehen )
Jigs werden heute in 1. Linie in Irland von den Mädchen getanzt. In so ziemlich jedem Dorf ...

[Dieser Beitrag wurde am 01.12.2005 - 11:56 von Nanny aktualisiert]




Elisabeth 
Ast
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...   Erstellt am 01.12.2005 - 11:58Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Abspaltung vom höfischen Tanz ist eigentlich erst seit etwa 1760 existent, ab da etwas gibt es Berufstänzer schrieb


aha-
und neben dem höfischen- gab es den Volkstanz ?





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Justine_de_Farinot ...
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...   Erstellt am 01.12.2005 - 12:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


So etwas wie "Lord of the Dance" ist ja auch hübsch anzusehen, besonders, wenn man sich zusätzlich für die irische Folklore-Musik begeistern kann

Mit der Geschichte des Balletts hab ich mich damals in meiner aktiven Zeit auch ein ganz klein wenig beschäftigt, aber Katja ist da natürlich der bessere Ansprechpartner
Hier ein Bildlein von besagter Marie Taglioni sogar mit den kleinen Flügelchen:



Die Schuhe zu Beginn des 19. Jahrhunderts boten sich für die Intensivierung des Tanzes ja auch regelrecht an, weil leicht, bequem und zart - durchaus auch die Herrenschuhe.
Und ebenso die Bühnenkostüme des klassischen Balletts, diese orientieren sich ja auch heute noch am Empire (der fliessende dünne Stoff, die hohe Taille und winzige Ärmelchen) und dem Biedermeier (gebauschte, mehrlagige Röcke, oft noch knöchellang mit schmal betonter Taille). Wenn man genau hinsieht, auch die Frisuren sind noch an die Zeit angelehnt! Dazu die zarten Schuhe mit Bindebändern - voilà!

[Dieser Beitrag wurde am 01.12.2005 - 12:07 von Justine_de_Farinot aktualisiert]





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Der Charakter offenbart sich nicht an großen Taten; an Kleinigkeiten zeigt sich die Natur des Menschen.
(Rousseau)

Katja ...
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...   Erstellt am 01.12.2005 - 19:10Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Die Ballettromantik ist ausgebrochen!
Ich glaube ich biete Euch Allen eine Rolle als Sylpihden in meinem nächsten Theaterstück an!

Also die Geschichte des Balletts/Bühnen- und höfischen Tanzes im Kurzüberblick:

Der höfische Tanz ist ab etwa 1450/1500 aus dem Volkstanz entstanden- ab da existierten die beiden Tanzrichtungen nebeneinander.
Der Adel wollte sich vom Volk distanzieren,aber trotzdem nicht auf den Spaß beim Tanz verzichten- also hat er die Schritte übernommen und immer mehr verkünstelt.
Dabei spielte die Bekleidung eine große Rolle- je nach Art der Mode waren einige Schritte nur noch in einer bestimmten Art und Weise ausführbar: macht Mal Sprünge wenn ihr eine meterlange Schleppe hinter Euch herzieht!

So entstand nach und nach eine sehr komplizierte Tanz- und Schrittukltur,eifrig vom Adel (auch und besonders den Herren!) gepflegt.Wer bei Hofe gut tanzen konnte war besonders angesehen.
Um einen Tanz beim König vortanzen zu dürfen hat man teilweise monatelang geübt.

Besondere Förderung bekam der Tanz durch Ludwig den 14.Er war Tanzfanatiker und trat auch selber gerne in den Balletten bei Hofe auf- natürlich in der Hauptrolle.
Seinen Beinamen "der Sonnenkönig" bekam er nachdem er in dem Ballett "de la nuit" die Rolle der Sonne getanzt hatte.
Er grüdete die erste Ballettakademie in Paris- 12 Ballettmeister taten sich zusammen um den Tanz professionell zu unterrichten,verfaßten auch Lehrbücher.

Dadurch wurde die Grundlage für den Bühnentanz gelegt- in der Akademie wurden die ersten Berufstänzer ausgebildet und dadurch das die Schritte immer komplizierter wurden waren die Tänzer immer weniger für Alle machbar.
Der Bühnentanz war geboren,die Tänze für die Bälle wurden wieder einfacher um für Alle tanzbar zu sein.
Siehe die Tänze unserer Zeit....
Jetzt schreit nicht los :"Seit wann sind die Tänze unserer Zeit einfach?"- sind sie,nur in Relation zu der Tatsache halt das die Leute das Tanzvokabular seit ihrer Kindheit gewohnt waren.
Wir machen noch die ganz einfache Version- aber was nicht ist kann noch kommen,oder?

Anfang letzten Jahrhunderts kam dann als Gegenbewegung zum Ballett noch der moderne Tanz in verschiedenen Stilrichtungen dazu.

So haben wir heute den historischen und höfischen Tanz,das Ballett,den Volkstanz und den modernen Tanz .

Alles dies ist eng mit der Kulturgeschichte der Literatur,des Theaters,der Bekleidung und der Musik verbunden- diese Tatsache hat mich immer fasziniert,ich habe das Interesse an Geschichte eigentlich erst durch mein Interesse an Tanz bekommen.

Man kann durch jede Nische die Welt entdecken!





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Stefan ...
Der Blätter zwey
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...   Erstellt am 01.12.2005 - 20:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Katja,

ja auch ein männliches Wesen interessiert sich für die "Geschichte des Tanzes".
Habe ich mich jetzt gerade geoutet?
Ich hoffe, die Herrenschaft lässt mich noch in den Salon!!
Kannst Du mir ein paar Literaturtips zu dem Thema posten?

Gruss,
Stefan





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Nomen est omen. Rechtschreibfehler sind gewollt und unterstreichen die persönliche Note.

Elisabeth 
Ast
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...   Erstellt am 02.12.2005 - 06:07Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


disTANZierung-
Die Tuchfühlung kam ja erst wieder mit dem Walzer ....

Sylphide , moi ???
Mein zweiter Name ist "platschiger Plummsack "

ach genau :
das Bild der Frau Taglioni stammt wohl der langgezogenen Taille nach aus den 1840igern....





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Alessandra 
Ast
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...   Erstellt am 02.12.2005 - 14:43Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Was ich z.B. noch recht interessant finde, ist le fais, dass die "modernen" Ballettbegriffe ja angeblich durch die Orchésographie von Thoinot Arbeau geprägt worden sei. 1589 bis heute





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Given two theories, take the one what is funnier.

Katja ...
Administrator
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...   Erstellt am 02.12.2005 - 14:49Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Warum sollten wir Dich nicht mehr in den Salon lassen,Stefan?
Durch Dein Interesse am Tanz qualifizierst Du Dich erst so richtig für diesen!

Meine Weisheit stammt aus folgenden Büchern,wobei ich nicht weiß ob sie noch im Handel zu bekommen sind:

Rudolf Liechtenhahn "Tanzgeschichte"

Max von Boehn "Der Tanz"

Schikovsky "Geschichte des Tanzes"

Guckt vielleicht Mal in den Internet- Secondhandbibliotheken!





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