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![]() Germaine Tillion französische Ethnologin, Widerstandskämpferin, Kämpferin gegen Folter * 30. Mai 1907 in Allègre † 19. April 2008 in Saint-Mandé b. Paris 1907 wurde sie als Tochter des Justizrates Lucien Tillion und der Lektorin Emilie Tillion in All�gre (Haute Loire) geboren. Sie studierte Vor- und Frühgeschichte, Archäologie, Religionsgeschichte und alte Sprachen, bis sie ihre Passion für die Ethnologie entdeckte. Von 1934 bis 1940 lebte sie im Süden Algeriens und erforschte dort den Berber-Stamm der Chaouias. Bei ihrer Rückkehr hatte sie auch weit über 1000 Fotos bei sich, die zum Glück in der Nazizeit nicht vernichtet worden sind. Zusammen mit ihrer Großmutter und Mutter war sie dann eine der Organisatorinnen des französischen Widerstands gegen das nationalsozialistische Deutschland. 1942 wurden sie verraten und sie und ihre Mutter nach monatelangem Gefängnisaufenthalt in das KZ Ravensbrück deportiert. Am 2. März 1943 ist ihre Mutter im Konzentrationslager Ravensbrück ermordet worden. Sie selbst überlebte. Nach ihrer Befreiung hat sie in jahrelanger Arbeit in einer wissenschaftlichen Untersuchung ein Grundlagenwerk über das Frauen-KZ Ravensbrück und über das Konzentrationslagersystem des Dritten Reiches geforscht. Zu Beginn des Algerienkrieges im Jahre 1954 wurde Germaine Tillion im Auftrag der französischen Regierung nach Algerien geschickt. Als Kennerin des Landes, der Sprache und der Lebensverhältnisse versuchte sie immer wieder, zwischen den Algeriern und den Franzosen zu vermitteln. Nach ihrer Rückkehr befaßte sie sich auf internationaler Ebene mit der Situation der Frauen in den armen Ländern der Erde. Ihren Zugang zur Bildung hält sie für einen wesentlichen Faktor zur Verbesserung menschlicher Lebensverhältnisse. In den letzten Jahrzehnten hat sich Germaine Tillion - unabhängig vom politischen Zeitgeist - immer wieder für die Verwirklichung ihrer humanistischen Ideale gegen jede Art von Folter, gegen Massaker und Todesstrafe eingesetzt. Sie zeichnet sich zudem durch ihre Kenntnisse der islamischen Welt, ihr Engagement in den nordafrikanischen Ländern und ihre unaufhörlichen Bemühungen um den Dialog und Völkerverständigung zwischen den islamischen und christlichen Kulturen aus. weiterlesen ![]() | |||
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