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Das Boot - Albertcamus

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Gudrun 

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...   Erstellt am 08.04.2007 - 17:00Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wo ich auch hinsehe, ich sehe nur Fleisch. Berge von Fleisch. Überzogen von ungesund weißlich grauer grobporiger Haut. Es sieht hässlich aus um mich. Und es scheint zu leben, so wie es wabert, bebt und fließt. Ja, fließt. Diese Massen, die meinem Körper entstammen. Besser gesagt, meinem Willen. Meinem letzten, nehme ich mal an. Von da, wo ich mich jetzt, endlich, befinde, gibt es wohl kein Entkommen mehr. Nicht, dass mich das störte. Im Gegenteil.
„Geschafft!“, denke ich, wenn ich denke. „Geschafft, geschafft, geschafft!“
Ansonsten rührt sich nicht mehr viel in meinem Gehirn, das sich ohnehin winzig ausnimmt, im Vergleich zum Rest meines körperlichen Daseins. Ein Dasein, das die Erde überschwemmen könnte, wenn ich so weitermache.
Ihr müsst wissen, ich bin auf der Flucht.

Dabei fing alles so gut an. Ich verliebte mich in ein Lächeln. Ein wunderbares Lächeln, erzeugt vom Mund eines Mannes mit Dreitagebart. Kein Wunder, dass ich vergaß, auf die Augen zu schauen. Dreitagebärte, gepaart mit breit verzogenen Mundwinkeln, erotisieren mich zu stark und Hormone machen blöd. Das weiß jeder und nimmt wahrscheinlich jeder gerne hin.
Ich bilde da keine Ausnahme.
Die ersten drei Jahre liebten wir uns täglich und genossen es. Danach begann schleichend der Alltag. Oder das Grauen. Das ich allerdings ganz und gar nicht als solches empfand. Erst später. Viel später. Anfangs fühlte ich mich geschmeichelt, geliebt und begehrt.
„Du gehörst zu mir.“, flüsterte Klaus jeden Abend, kurz bevor ich einschlief, in mein Ohr. Hätte es mir auffallen sollen, dass das kleine Wörtchen ‚zu’ gelogen war?
„Meine Kleine. Mein Schatz. Meine Liebste. Meine Schönste.“ Hätte ich ihm sagen sollen, dass er das ‚meine’ zu sehr betonte?
Einmal versuchte ich es.
„Hm, danke, dass du mich liebst, aber ...“
„Lass locker. Ich tu dir doch nichts.“, lächelte er. Immer lächelte er. Alles tat er mit einem Lächeln.
Mich entblößen, in mich dringen, mich durchdringen, an mir saugen, lecken, mich schmecken, mich gebrauchen, mich verbrauchen. In mir stieg eine Ahnung davon hoch, dass eine verzehrende Liebe nicht unbedingt erstrebenswert wäre und ich unternahm erste unbeholfene Versuche, mich zu lösen.
Das war ihm gar nicht Recht.

Auf die Idee, mich in meinem Körper zu verkriechen, kam ich zufällig.

Ich hatte wochenlang nichts gegessen, um mich zu reduzieren auf etwas, das niemanden mehr anzog.
Bald bin ich nur noch Knochen, dachte ich. Bald stößt er sich blaue Flecken an mir.
Doch es schien ihn nicht zu stören. Er nahm mich, wie immer, als wäre ich wie immer.
Anscheinend genügte es, seine Leere zu füllen.

Kurz bevor er mich ganz verschlingen konnte, fiel es mir ein.
Ich verstecke mich in mir selbst. Wie finde ich denn das? Genial!
Von Tag zu Tag fiel es mir leichter, meine Gedanken auf das Wachsen zu konzentrieren. Mein Bauch wölbte sich, meine Schenkel bekamen Rundungen, selbst in meinem Gesicht spürte ich die Veränderung. Irgendwie wurde es schwieriger, rundum zu sehen. In den Augenwinkeln taten sich Hügel auf. Fetthügel!
Wucherndes talgiges Fleisch. Meine Finger, die aneinander zu kleben scheinen. Breite Beine, ohne Spalt. Alles strömt ineinander. Keine Ein- und Ausgänge mehr.
Ich weiß nicht, ob ihr mich hören könnt von hier. Weil ihr noch so laut ‚Ja!’ schreien könntet, meine Ohren würden nicht den geringsten Laut vernehmen. Das Fett verschluckt alles. Ich bin so froh. Ich jauchze und juble. Ich bin weg. In Sicherheit!
Meine Formen füllen einen ganzen Raum. Darunter bin ich. Vergraben und begraben. Ich gedeihe prächtig. Jeder, der sich mir nähern will, erstickt beim Versuch, durch mein Fleisch zu dringen.
Sicher könnt ihr mich sehen. Ich erstrecke mich schließlich weit genug. Jedoch, man kann nur das berühren, was am Rande ist. Das spüre ich nicht. Es ist zu weit entfernt vom Zentrum. Gut so!




Daggi ...

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...   Erstellt am 10.04.2007 - 10:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Himmel! Na du kommst auf Ideen! Solche Fleischberge (öhm... Fettmassen) hab ich ganz bestimmt nicht unter dem Titel "Geil" erwartet!!!! Puh...

Ich bin - glaub ich - selbst auf dem besten Wege, solch ein Klops zu werden! Nein, nicht etwa, weil ich mich ganz dringend verstecken muss...

ABER die vielen geklauten Ostereier waren ganz phantastisch!

Grüßle
dein Wirbelwind





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Sei nicht traurig, wenn etwas vorbei ist - sei froh, dass es gewesen ist...

Chrissi ...

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...   Erstellt am 10.04.2007 - 18:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Gudrun,

die Verbindung die ich zu Deiner Geschichte herstelle passt haargenau zum Titel "Geil". Auch der Besitzanspruch von "Klaus" passt.

Im Fernsehen gab es vor längerer Zeit einen Bericht über die dickste Frau. Ihr Mann liebte sie über alles und vor allen Dingen, jedes Gramm an ihr!
Sie zeigten sie nackt auf dem Bett und er cremte sie ein damit sie nicht wund wurde. Dem Mann sah man richtig an wie sehr er genoss, dass all dieses FETT ihm gehörte. Er äußerte sich auch entsprechend. Schrecklich!
Dieser Bericht erfüllt mich heute noch mit Grauen!

Gruß Chrissi





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Ein Tag ohne Lachen, ist ein verlorener Tag!

Gudrun 

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...   Erstellt am 11.04.2007 - 18:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Daggi schrieb
    Ich bin - glaub ich - selbst auf dem besten Wege, solch ein Klops zu werden!


Hach Wirbelwind, ich glaube nicht, dass Du das Deinem Stütchen antun willst.



Chrissi schrieb
    Dieser Bericht erfüllt mich heute noch mit Grauen!


Mich auch irgendwie.




Stefan ...
Admin


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...   Erstellt am 11.04.2007 - 21:56Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Chrissi schrieb
    Im Fernsehen gab es vor längerer Zeit einen Bericht über die dickste Frau.


Da war meine Süße schneller als ich. Und Daggi war auch schneller.

Solche Fleischberge (öhm... Fettmassen) hab ich ganz bestimmt nicht unter dem Titel "Geil" erwartet!!!!

Nee also DAS habe ich auch nicht erwartet.





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Macuser sind nicht eingebildet. Sie sehen einfach besser aus....

<Betonhof>
unregistriert

...   Erstellt am 12.04.2007 - 11:29Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt... ein wenig erinnert mich deine Geschichte an Kafkas "Die Verwandlung".




Gudrun 

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...   Erstellt am 12.04.2007 - 21:09Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Betonhof schrieb
    Kafkas "Die Verwandlung"


Soviel ich weiß, wollte der Käfer von Kafka kein Käfer sein.

Stefan u. Daggi schrieb
    Solche Fleischberge (öhm... Fettmassen) hab ich ganz bestimmt nicht unter dem Titel "Geil" erwartet!!!!

    Nee also DAS habe ich auch nicht erwartet.


Also, das Wort "geil" bedeutet ja u.a. auch "fett". Wisst's ihr das? Wenn nicht, ich wusst es auch lange nicht. Aber dann saß ich mal an so 'ner Kaffeetafel und die Frau des Hauses fragte dreimal nach, ob ihre selbstgemachte Torte eh nicht zu geil wäre. Ich hab mich gar nicht antworten getraut. Aber innerlich hat's mich schon gewundert, diese Nachfragerei. Weil ich hatte die Dame für eher anständig gehalten. Nein, tu ich immer noch. Weil's wirklich gut bäckt.





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