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Charlotte 
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...   Erstellt am 07.11.2007 - 23:23Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Er hat bis zum Ende geschwiegen.
Er hat nie ein Wort über seine Freunde, die Vorgänge in seinem Club verloren, sein Wissen in der Öffentlichkeit breitgetreten oder an die Medien verkauft. Er war ein Freund, was man von seinen *Freunden* nicht sagen konnte. Sie haben ihn verraten und verkauft, obwohl sie zittern mussten. Bis zum 28. Juni 2001, da hat eine verpfuschte Herzoperation seinem Leben ein Ende gesetzt. Unfall, Absicht?
Alle die mit ihm jemals zu tun hatten, werden aufgeatmet haben. Besonders jene die sich so gerne in seinem Club 45 aufhielten, dort mit *Amigos* im Hintergrund an den Fäden zogen und Geschäfte machten. Die Rede ist von


Zeichner:Oliver Schopf
Udo Proksch



Heute will ihn keiner gekannt haben, nicht die Politiker und Österreichs Wirtschaftsgrößen, nicht die Unternehmer aus der Schweiz, aus Deutschland und überall wo es um viel Geld geht. Damals in der Kreisky – Ära buhlten sie um die Aufnahme, Teilnahme im Club, um Jagdeinladungen und Partys , um die Freundschaft *vom buntesten Hund von Wien*

Udo Proksch, Jahrgang 1934 hat sie alle gekannt. Schon in den 50er Jahren, in New York, als er mit seiner damaligen Braut neben dem Guggenheim Museum wohnte. Dass die Braut schon siebzig war, hat ihn wenig gestört, denn er brauchte Sprungbretter. Seine Freunde hielten es doch ebenso, eine ältere Frau mit Geld und Namen, was Besseres gibt es für ehrgeizige junge Männer nicht. Und wenn dann noch die Kennedys oder die Schlumbergers zu Gast sind, dann kann man schon etwas daraus machen. Dabei war dieser Udo weder ein Beau, noch ein Superheld, er war klein und unansehnlich, aber eben, er war ein Mann und so amüsant. So ist es kein Wunder, dass die schönsten Frauen zu seinen Füßen liegen, vier hat er geheiratet, darunter Daphne Wagner die Urenkelin von Richard, oder Erika Pluhar die gerade am Beginn einer großen Karriere stand.

Sie sagt heute noch, dass ihre Ehe ganz und gar nicht unglücklich gewesen war.
Diese Erika Pluhar war eine starke Frau, die nicht einknickte vor der Wiener Gesellschaft und im Gefängnis Lieder sang, vor Udo Proksch in der ersten Reihe.
„Schuldfragen habe ich mit ihm nicht erörtert", sagt sie. „Er hat genug gebüßt, und zwar würdig. Viele waren zu feig, ihn zu besuchen. Das ist halt so, wenn man selber Dreck am Stecken hat."

Aber Proksch liebte nicht nur Frauen, er liebte Waffen und vor allem Macht. Er hatte ausgefallene Ideen, wie den Verein der Senkrechtbegrabenen zu gründen, dem so prominenten Mitglieder wie Helmut Qualtinger, Oskar Werner und Helmut Zilk angehörten.

Sein größter Coup war es aber, die Hofzuckerbäckerei Demel in seinen Besitz zu bringen. Für lumpige 18 Millionen Schillinge. Es ist bis heute nicht geklärt wer die Geldgeber waren. Ein Schweizer Industrieller? Ebene jener, der seine Hochzeitsnacht in der, im Obergeschoß liegenden Privatwohnung, verbringen durfte, und mit dem Udo zusammen die Kreisky-Wahlkampagne initiierte und 15 Millionen Schillinge, eine Irrsinnssumme in diesen Jahren, investierte? Oder vielleicht gar Monzer al-Kassar ? Der Marcos-Clan?
Das wird immer im Dunklen bleiben.

Tatsache ist jedoch, er wurde der neue Besitzer und gründete 1973 den legendären *Club 45*.
Es sollte den englischen Clubs ähnlich sein. Mit Plüsch und Geschäftemacherei, mit Politik und Einfluss....

Denn seine Freunde hießen Leopold Gratz, Prof. Fritz Marsch, Hannes Androsch, Karl Blecha und auch der heutige Bundespräsident Heinz Fischer ging ein und aus! Der Club war eine Art sozialdemokratischer Herrenclub, dem die Spitzen der österreichischen Politik (SPÖ) und Wirtschaft der 1970er Jahre angehörten. Am Höhepunkt, in der Zeit der absoluten Mehrheit der SPÖ und der Regierung des Sonnenkanzlers Bruno Kreisky, sah sich der Club als Treffpunkt der politischen und wirtschaftlichen Elite Österreichs. Herrhausen, Daimler, der Prinz von Marbella Kassar, Rudi Wein und viele mehr . Mit Rudi Wein gründete der Herr Udo, wie Proksch gerne genannt wurde, eine Firma. Zeitweise hatte sein Club, wo sich die Schickeria wie Friedensreich Hundertwasser mit der Prominenz traf bis zu 200 Mitglieder, sie alle genossen die rauschenden Partys.
In den Sitzecken des Salons wurden Posten besetzt, Geschäfte gemacht, Frauen gekauft und Geheimnisse ausgeplaudert. Die Legende sagt, Udo Proksch hätte die Partys, die Treffen, die Gespräche alle mitgefilmt, doch letztendlich hat er auch darüber geschwiegen.

Der Maserattifahrer und Lebemann, der Pistolenfan und Liebhaber hat keinen hineingerissen, auch nicht, als er wegen sechsfachen Mordes verurteilt wurde. 1977 sank der von ihm gecharterte Frachter Lucona,der angeblich statt einer Uranerz - Aufbereitungsanlage nur Schrott geladen hatte. Sechs Seeleute kamen bei einer Explosion ums Leben, wie die jedoch ausgelöst wurde, das konnte bis heute kein Sachverständiger nachweisen.
Bis heute steht der „Fall Lucona“ für einen gewaltigen Versicherungsbetrug, bei dem billigend Todesopfer in Kauf genommen wurden und in den zahlreiche Größen aus Politik und Wirtschaft verwickelt waren.

Es kam wie es kommen musste... zuerst hielten seine Freunde noch die Hand über ihn, doch als Journalisten zu selbsternannten Detektiven wurden, musste die Justiz ihre Arbeit aufnehmen. Doch nur Peter Daimler in Deutschland und eben Udo Proksch wurden verurteilt. Viele seiner Freunde konnten unbeheligt weiter in der Politik bleiben oder ihre Waffendeals und sonstigen Geschäfte ausführen. Erst ein zweiter Skandal die Noricum – Affäre, bei denen es wieder um Waffen ging, räumte in der Politik, in der Justiz und der Wirtschaft auf. Das heißt es gab einige Bauernopfer... die Drahtzieher konnten ihre Pfründe, Pensionen, Millionen und Karrieren weiterhin genießen.

Obwohl Udo Proksch, seit 1988 auf der Flucht war, wurde der Club erst nach seiner Verurteilung 1992 aufgelöst, bis dahin wurde weiter Politik gemacht, Geschäfte ausgehandelt und gemauschelt. Das heißt sie werden garantiert auch heute noch gemacht, in anderen Lokalitäten, aber aufgegeben haben die Kreise um Proksch nie.... warum auch? Nach seinem Tod hatten sie doch nichts mehr zu befürchten. In keiner vergleichbaren Stadt ist das Hetzen, Meucheln und Lügen so selbstverständlich wie in Wien.

Wiener Blut
Mit Mord und Totschlag habn wir nix am Hut
Doch sind fur eine Hetz wir immer gut
Für dich und mich in Wien,
Wir präsentieren Wien
Auch Im Club 45 samma drin
Dort sind wir unter und dann sehr intim
Im stehen, Im falln, Im liegen
Wir präsentieren Wien

Falco










Quellen: Wienerzeitung/Wikipedia/Spiegel/Die Zeit/ www.ziua.ro
Hans Pretterebner: Der Fall Lucona





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Kleine Sünden straft Gott sofort. Für die Großen aber schickt er mich!
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