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KralHei ...
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...   Erstellt am 22.07.2007 - 10:10Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ein Bericht von Wolfgang Rönelt.

Am 12.07.2007 weihte der Oberbürgermeister von Usti n.L. Herr Kubata in Anwesenheit weiterer offizieller Vertreter und von ca. 60 Teilnehmern in Pockau einen Gedenkstein an die Opfer eines schweren Unglücks der Aussiger Straßenbahn ein.

Am 13.Juli 1947 war ein Zug aus Triebwagen und 2 Beiwagen der Linie 1 aus Richtung Tellnitz zum Stadtzentrum unterwegs. Auf der stark abschüssigen Strasse zwischen Schöbritz und Pockau wurde die Bahn immer schneller und durchfuhr in Pockau eine Kurve mit etwa 70 km/h. Dadurch kamen die Wagen ins Wanken und ein Beiwagen prallte gegen einen Fahrleitungsmast.
Bei dem Unglück kamen 30 Fahrgäste ums Leben, 41 wurden schwer- und weitere 24 leichtverletzt.
Es war das schwerste Unglück der Aussiger Straßenbahn und auch der tschechischen Republik.
Die damaligen tschechischen Behörden ermittelten angebliches Versagen der Bremsen als Ursache.
(Anmerkung des Autors: Aus jahrelanger Erfahrung bei der Ursachenerforschung von Arbeits- und Verkehrsunfällen erscheint mir das als alleinige Ursache zu kurz gegriffen!)

Der Gedenkstein wurde unweit des damaligen Unfallortes am heutigen Kreisverkehr in Pockau aufgestellt."





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Karl Heinz Kralowetz

Ernst 
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...   Erstellt am 27.07.2007 - 14:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Liebe Aussiger, der Artikel über das schwere Strassenbahnunglück im Juli 1947 hat mich schon sehr interessiert. Ein Jahr nach der Aussiedlung hatten wir noch keinen Kontakt zur Heimat und deswegen wusste ich gar nichts über das Geschehen in Pockau. Ausserdem hatten wir damals andere Sorgen.

Nachdem wir (mein Vater und ich) im April 1945 in der Kleinen Wallstr. ausgebombt wurden erhielten wir in der Masarykstrasse 220 ein möbliertes Zimmer. Das war direkt an der abschüssigen Stelle der Strasse aus Richtung Schöbritz. Das schreckliche Unglück müsste demnach fast an der Haustür geschehen sein.

Im übrigen muß ich zu meiner Schande gestehen,daß ich nicht genau weis, wie der Vorort Pockau geschrieben wird. Ich meine früher hat es Bokau geheissen. Gute Erinnerungen habe ich sowieso keine,denn bei der ersten Aussiedlung im Juni 1945 musste ich mit der Familie Dietrich zum Sammelplatz gehen. Von dort wurden wir mit ein en offenen Lastwagen zur Grenze gefahren und durften in Sachsen sehen, wie wir weiter kommen. Da mein Vater als Eisenbahner nicht ausgewiesen wurde und ich sowieso kein Ziel hatte, bin ich mit einem russisch geschriebenen Ausweis wieder von Schönwald aus nach Tellnitz gelaufen und von dort mit Strassenbahn nach Aussig gefahren.
Erst ein Jahr später sind wir dann freiwillig nach Hessen ausgesiedelt worden.
Eine schlimme Zeit, die durch Ihren Bericht vom Strassenbahnunglück in Pockau nach 60 Jahren ins Gedächtnis zurückkommt.
Freundliche Grüsse Ernst





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Ernst Löbel

KralHei ...
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...   Erstellt am 28.07.2007 - 10:28Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Lieber Ernst,
nach unseren Unterlagen und Dokumenten nach, gibt es vom vorigen Jahrhundert bis heute vier verschiedene Ortsbezeichnungen von Pockau. Anfangs Bokau, dann Bockau, später Pokau und jetzt zum Schluss Pockau.
Gruß
KralHei





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Karl Heinz Kralowetz

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...   Erstellt am 29.07.2007 - 10:54Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Überraschenderweise habe ich ein POCKAU im Erzgebirge gefunden.

Pockau

...ist eine Gemeinde im Mittleren Erzgebirgskreis in Sachsen und staatlich anerkannter Erholungsort. Die ursprünglich als Waldhufendorf entstandene Gemeinde liegt im Tal der Flöha am Zusammenfluss mit der Schwarzen Pockau und liegt an der „Silberstraße“.

Der Fluss Pockau wird 1292 in einer Urkunde des Klosters Hersfeld erstmals urkundlich erwähnt. Die erstmalige Erwähnung des Ortes erfolgt erstmals 1365 als „Packaw“. Mit der Reformation kommt 1539 Pockau zur Parochie Lengefeld.

Ab 1560 werden auf der Flöha und der Pockau Flöße eingerichtet und auf den Flöhawiesen werden Holzkohlemeiler errichtet. Eine erste Schule wird 1671 eingerichtet. 1783 wird die obere Ölmühle, heute technisches Denkmal, errichtet.
In den Jahren 1826 bis 1830 wird die Straße von Annaberg nach Freiberg ausgebaut. Am 25. Mai 1875 wird die Flöhatalbahn in Betrieb genommen. Ein neues Schulhaus wird 1877 errichtet. Die Kirche wird am 30. November 1885 eingeweiht und ab 1886 ist Pockau eine eigenständige Kirchgemeinde. Die Freiwillige Feuerwehr wird 1895 gegründet.
Während des Ersten Weltkrieges entsteht durch den Holzfabrikanten Hermann Lorenz die Gemeinschaft in Christo Jesu. Die Straße nach Olbernhau wird 1919 bis 1925 gebaut.

http://de.wikipedia.org/wiki/Pockau





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D.W.Winter

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...   Erstellt am 29.07.2007 - 11:01Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Böhmisch Pockau, (Pokau)

mit 30 Häuser, 130 Einwohner, Eisenbahnstation, Post Pömmerle, Pfarre und Schule im Orte, an der Straße Pömmerle - Klein-Tschochau und Schlabisch, Spansdorf von der Eisenbahnstation in 50 Minuten erreichbar, liegt am Fuße des Harraberges (495 m), der einen schönen Ausblick ins Elbetal gewährt. Der Reichtum unseres Mittelgebirges an Kuppen, Rücken und Kegeln tritt an wenigen Stellen so sinnfällig hervor wie auf den Höhen um Böhmisch Pockau.

Das Gebiet um Böhmisch Pockau kam wahrscheinlich um das Jahr 1158 aus den Händen der königlichen Familie in den Besitz des Benediktinerinnenklosters in Teplitz und dürfte schon um diese Zeit samt den Nachbarorten Klein-Tschochau, Maschkowitz, Meischlowitz und Luschwitz angelegt worden sein.

Böhmisch Pockau war als ein Runddorf angelegt, dessen Häuser sich um die Kirche herum gruppierten, wie man noch heute erkennt, nur ist das Bild des Runddorfes in neuerer Zeit durch Verlegung zweier Hofhälften etwas verwischt worden. Abgesehen von der ehemaligen Klosterwirtschaft und dem späteren Meierhof (jetzt Nr. 1, Köchers Gasthaus) gab es in alter Zeit, so noch 1561, nur sieben Bauernhöfe. Das Dorf blieb mit den genannten Nachbarorten bis etwa 1434 im Besitze des Teplitzer Klosters, ging nachher an die Herren von Teplitz über.

1654 hatte es 15 Häuser (8 Bauern, 7 Kleinbauern). 1666 kam es zur Herrschaft Türmitz. Es ist daher verständlich, dass der Schenker in Böhmisch Pockau 1742 das Bier aus dem herrschaftlichen Bräuhaus in Türmitz beziehen musste.

http://www.heimatfreunde-aussig.de/hilfsverein/bpockau.htm





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D.W.Winter

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...   Erstellt am 29.07.2007 - 11:09Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Bockau

...ist eine Gemeinde im Landkreis Aue-Schwarzenberg in Sachsen. Der Ort ist als Kräuter- und Laborantenort bekannt. Durch den jahrhundertelangen Anbau von Angelika, dessen Wurzeln in der Likörherstellung verwendet werden, wird Bockau im näheren Umkreis auch "Wurzelbucke" genannt.

Der Ort liegt im westlichen Erzgebirge in einer geschützten Talsenke in einem Nebental der Zwickauer Mulde, das sich bis zum Ochsenkopf bei Jägerhaus hinaufzieht.

weiterlesen in: http://de.wikipedia.org/wiki/Bockau





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D.W.Winter

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...   Erstellt am 29.07.2007 - 11:32Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Um nun wieder auf die Schreibweise unseren Bokaus und damit auf die Frage von Ernst zurückzukommen:

Spätestens seit 1815 ist die Schreibweise Bokau richtig, jedoch auch Pokau nicht verkehrt. Als Nachweis sei angeführt:

Theresia Günther [Eltern] wurde 1815 in Bokau, Aussig, Böhmen geboren. Sie heiratete Joseph Steuer 1840 in Bokau, Aussig, Böhmen.
http://www.erhardt-ahnen.de/individual.php?pid=I10244&ged=erhardt.ged

Sudetenland Bokau, bei Aussig, mit Stadion, gel.mit Marke,s/w,Erh. II, 1940 12,78 06631
http://www.greuel.de/karten/EDGebiet/Sudetenland.htm

Bokau über Aussig (Pokau über Aussig): Bukov u Ústí nad Labem
http://liste_deutscher_bezeichnungen_tschechischer_orte.know-library.net/

Womit schließlich sich das Gedächtnis von Ernst wieder einmal bewährt hat!





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D.W.Winter


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