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Shea  Orkschlächter
    

Status: Offline Registriert seit: 12.03.2007 Beiträge: 84 Nachricht senden | Erstellt am 21.03.2007 - 00:03 |  |
Kilian verstand wirklich nicht. Er verstand nicht, daß ihr ein undichtes Dach lieber gewesen wäre, als das, was sie nun bekam. Sicher war es für jemanden der Armut nicht kannte, leicht zu sagen, daß man sie gern für Freiheit in Kauf nehmen würde, aber Shea wußte sehr wohl, was es bedeutete zu verzichten und das es manche Stellen im Körper gab, die auch das größte Feuer nicht erwärmen konnte. Kilian schien es nicht hören zu wollen, oder er konnte es einfach nicht, aus der Verpflichtung heraus, die er eingegangen war.
Wenn ich wirklich versuchte zu fliehen und ihr Gewalt bräuchtet um mich zurück in den Palast zu bringen, würde euch der Gedanke, einem Befehl zu folgen und keine andere Wahl zu haben die Situation auch erträglicher machen?
fragte sie ruhig und unterhielt sich mit seinem Rücken. Sie glaubte nicht, daß es ihm gefallen würde, einer Frau weh zu tun und seiner zukünftigen Königin wohl erst recht nicht und hoffte ihm verdeutlichen zu können, daß solche Dinge kein Trost waren. Erneut schien sie keine Antwort zu erwarten, sonder richtete sich ebenfalls auf und folgte kurz seinem Blick auf das Wasser.
Warum seht ihr mich nie an Kilian?
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Kilian Pferdeflüsterer

Status: Offline Registriert seit: 12.03.2007 Beiträge: 68 Nachricht senden | Erstellt am 21.03.2007 - 22:48 |  |
Kilian schien nicht einmal einen Moment nachdenken zu müssen, oder zu zögern, als er ihre Frage hörte. Seine Verpflichtung war das, was sein Leben bestimmte. Er zweifelte nie daran und tat, was man von ihm verlangte, solange es keinen Unschuldigen traf. In diesem Fall hätte er vielleicht auch auf eine unschuldige Frau plädiert, die gezwungen wurde, Königin zu werden und doch schien er die Dinge wirklich anders zu sehen, als diese.
Was ich ertrage oder nicht hat rein gar nichts mit meinen Verpflichtungen zu tun. Wenn man verlangt, dass ich euch in den Palast zurückbringe und ich weiß, dass dies zum Wohl des Volkes geschieht, dann würde ich es ohne zu zögern tun. Meine Gedanken und mein Verständnis für Richtig und Falsch spielen dabei keine Rolle und würden mich deshalb auch nicht hindern.
Seine Worte besaßen eine Festigkeit, die keine Zweifel zuließen und doch schien er insgeheim darüber nachzudenken, was er in einer solchen Situation wirklich tun würde. Die Antwort fiel ihm nicht so leicht zu finden, wie die gesprochene, weshalb er aufgab nach ihr zu suchen. Die Wahrscheinlichkeit des Eintretens einer solchen Situation war einfach zu gering, als das er sich ernsthaft hätte Sorgen müssen. Nicht zuletzt, weil ihre Fragerei ihn mit anderen Dingen beschäftigte. Obwohl sie genau danach fragte, sah er sie kurz an und bewies ein weiteres Mal, dass er wusste, wo sein Platz war. Mit gesenktem Blick antwortete er leise
Es gibt Formvorschriften, die man mich früh gelehrt hat zu wahren. Es steht mir nicht zu euch anzusehen. Ich weiß, wo mein Platz ist, auch wenn ich wünschen würde, es wäre anders.
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Shea  Orkschlächter
    

Status: Offline Registriert seit: 12.03.2007 Beiträge: 84 Nachricht senden | Erstellt am 21.03.2007 - 23:06 |  |
Shea schaffte es in Kilians Gegenwart weitaus besser ihre Wut zu ünterdrücken als ihr das bei Adamon gelang, obwohl beide in etwa die selbe Ansicht vertraten; sie wurde geheiratet, sie hatte sich zu beugen und sich mit ihrem Schicksal ab zufinden. Trotzdem blieb sie bei seinen Worten ruhig und blickte auf das Wasser vor sich, daß von ihrer und allen anderen menschlichen Schicksalen völlig unbeeindruckt über die glatt geschliffenen Steine plätscherte. Aus den Augenwinkeln heraus beobachtete sie den jungen Soldaten und fragte sich, ob er wirklich so überzeugt war, wie er klang, oder einfach nur wiederholte, was man ihm Jahr und Tag eingetrichtert hatte. Erst bei seinen letzten Worten sah sie auf und ein überraschter Ausdruck trat auf ihr Gesicht. Dann verstand er vielleicht doch ein Stück weit, was in ihr vorging und auch er hatte Dinge, die ihm nicht gefielen und die er nur schwer so akzeptieren konnte, wie sie waren.
Was würdet ihr euch denn anders wünschen?
fragte sie leise und kniete sich so vor ihn, daß er sie erneut ansehen mußte. Gerne hätte sie ihm gesagt, daß sie keinen Wert auf diese Regeln legte und das sie es hasste, einem Menschen mit dem sie sprach nicht in die Augen sehen zu können, aber sie fürchtete, daß er trotzdem weiterhin darauf bestehen oder ihre Frage nicht beantworten würde und schwieg, wärend ihre blauen Augen jede Regung in seinem Gesicht sehr genau musterten.
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Kilian Pferdeflüsterer

Status: Offline Registriert seit: 12.03.2007 Beiträge: 68 Nachricht senden | Erstellt am 21.03.2007 - 23:23 |  |
Ihre Blicke, zusammen mit dieser Frage, die nie hätte gestellt werden dürfen, kamen Kilian wie tausende Nadelstiche vor. Jede Antwort, die er gern gegeben hätte, wurde mit weiteren bestraft und doch konnte er sich nicht entziehen. Regeln. Warum sollte er immer an irgendwelche Regeln halten? Hier waren nur sie zwei. Sie stellte eine Frage, warum sollte er sie also nicht so beantworten, wie er wollte?
Ich würde euch gerne ansehen dürfen, ohne zu wissen, dass es mir nicht zusteht. Ich würde gerne die Antworten geben, die mein Herz mir sagt, nicht mein Verstand und von denen ich glaube, dass ihr sie hören wolltet. Vor allem aber wünschte ich, dass ihr nicht König Adamons zukünftige Frau wäred, sondern eine Dienstmagd am Hofe.
Natürlich! Er tat es nicht, weil sie nichts desto trotz die zukünftige Königin war. Allein diese Antwort könnte ihn nicht nur seinen Stand, sondern auch seinen Kopf kosten. Wenn nicht auch den seiner ganzen Familie. Was dachte er sich dabei dergleichen zu antworten? Dies Mal schallte er sich nicht nur innerlich einen Narren, sondern wandte sich mit Flüche gegen sich selbst ab, um sich derweil gegen die Stirn zu schlagen, um zur Vernunft zu kommen.
Vergesst, was ich sagte, Herrin. Ich bin nicht bei klarem Verstand.
entschuldigte er sich dann mit der gewönlich förmlichen Geste, die man von ihm erwartete. Inzwischen waren sie wohl so lange unterwegs gewesen und hatten sich ihren trostlosen Gedanken hingegeben, dass die Sonne ihr gelb aufgab, um in leuchtendes orange zu tauchen. Nicht mehr lange und die Nacht würde über das Land hereinbrechen. Es war Zeit zu gehen - sie hätten shon früher gehen sollen - aber nun wurde es wirklich Zeit.
Lasst uns zurückreiten. Es ist spät und wir sollten nicht des Nachts durch dunkle Wälder reiten.
[Dieser Beitrag wurde am 21.03.2007 - 23:26 von Kilian aktualisiert]
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Shea  Orkschlächter
    

Status: Offline Registriert seit: 12.03.2007 Beiträge: 84 Nachricht senden | Erstellt am 21.03.2007 - 23:43 |  |
Als Shea erneut die Hand nach ihm ausstrecken wollte, weil er sich schon wieder von ihr abwandte, war es bereits zu spät und sie berührte nur noch Luft. Vergessen? Wie sollte sie Worte wie diese vergessen können, wenn sie doch genau das sagten, was in ihr vorging? Sie wollte sie nicht einmal vergessen und schüttelte den Kopf obwohl er es schon nicht mehr sehen konnte. Und er hatte recht, mit jedem Wort. Genau das war es, was sie von ihm hören wollte und das was sie sein wollte. Ob sie sich Hirngespinsten hingab und er recht behalten würde, konnte sie nicht sagen, aber in ihre Augen trat ein unbeugsamer Ausdruck, als sie sich erhob. Weder würde sie sich einfach so in ihr Schicksal fühlen, noch zulassen, daß eben diese Dinge, die nicht gesagt werden durften zwischen ihnen unausgesprochen blieben. Ehe er sein Pferd besteigen konnte, hielt sie ihn doch noch am Arm zurück und sah immer noch mit diesem fast harten Ausdruck in den Augen zu ihm auf.
Ich will das ihr mich anseht, Kilian
sagte sie nur und wandte sich ab, um es ihm nicht unnötig schwer zu machen. Schweigend folgte sie seiner Aufforderung in den Palast zurück zukehren und fragte sich, ob sie zuweit gegangen war und sie seine Sicherheit riskierte, nur um zu bekommen, was sie wollte. An Adamon hingegen verschwendete sie keinen Gedanken. Hätte sie gewußt, daß man nur sie verbannen würde, hätte sie sich dem nächsten Stallknecht an den Hals geworfen, aber so einfach waren die Dinge nicht. Und das sie Kilian Gefühle entgegen brachte, die ihnen beiden nicht zustanden, machte es nur noch schlimmer. Sie wollte nicht, daß er darunter zu leiden hatte, daß sie Dinge empfand, die nicht dasein sollten. Nachdenklich trat sie den Rückweg an und wußte nicht mehr, was zu tun war. Auf seine Gegenwart verzichten wollte sie nicht, aber so konnte es auch nicht weiter gehen. Spätestens bei Adamons Rückkehr würde es Gerede geben und was daraus folgte, wollte sie sich nicht einmal vorstellen.
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