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Minotaurus ...
Hausherr und Gastgeber
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...   Erstellt am 16.10.2006 - 21:54Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo zusammen,

ich habe hier eine neue Kategorie eingerichtet, dessen Diskussionsbeiträge sich mit dem Umgang mit dem geschriebenem oder gesprochenem Wort befassen sollen.
Aus aktuellem Anlaß möchte ich diese Diskussion gerne mit dem ewigen Streit um die sogenannten Füllwörter beginnen.
Kann und sollte man lieber darauf verzichten oder sind sie ein Teil unseres Wortschatzes?

Die Meinungen dazu sind sehr verschieden und vielfältig. Während die einen einen knappen und informativen Schreibstil favorisieren, schwelgen die anderen in opulenten Satzgebilden.
Es würde mich interessieren, wie ihr darüber denkt und ich möchte diese Diskussion mit einem Beitrag eröffnen, den ich als Kommentar unter einen anderen Text geschrieben habe:


Nun, die Diskussion um die sogenannten "Füllwörter" ist so alt wie die Literatur selbst, deshalb habe ich diesen Beitrag mit einem "Füllwort" begonnen.
Ich würde mal ganz frech behaupten:
Es gibt überhaupt keine überflüssigen Füllwörter, sie gehören ebenso zu unserer Sprache wie alle anderen Wörter auch.
Es kommt vielmehr darauf an, wo und wie man sie einsetzt. In sehr vielen Fällen ermöglichen sie uns einen differenzierteren Umgang mit unserer Muttersprache und sie machen diese bunter und liebenswerter, auch wenn sie zur direkten Übermittlung von Informationen nicht benötigt werden.
Beispiele dazu gibt es massenhaft.

Was mir schon öfters aufgefallen ist: Je weiter man nach Norden kommt, um so "ärmer" wird nicht nur die Küche, sondern auch die Sprache.
Während in Süddeutschland (Österreich, Bayern und Baden-Württemberg) ein sehr opulenter, ja, oftmals sogar ein beinahe barocker Stil in der Umgangssprache zu bemerken ist, nimmt diese Eigenschaft nach Norden hin immer weiter ab, bis man irgendwo bei Ostfriesland ins Wasser fällt.

Plumps!

Spätestens ab dort sind nicht nur die Füllwörter, sondern auch alle anderen Worte verstummt. Gerade Ostfriesland ist bekannt für diese liebenswerte Eigenschaft.
Spätestens dann, wenn man alle "überflüssigen Füllwörter" losgeworden ist, ist man beim informativen Telegrammstil angelangt.
Ich jedenfalls möchte nicht auf sie verzichten, auch wenn ich die Argumente des einen oder anderen Kritikers verstehen kann.

Opulente Grüße vom Minotaurus





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Worte, Worte, nichts als Worte! Dazwischen manchmal ein Gedanke.
(Marcel Reich-Ranicki)

johnnyrebel ...
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...   Erstellt am 16.10.2006 - 23:41Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Öhem,

*räusper*... Mal eine gaaaaaanz blöde, aber ehrliche Frage . Was bitte sind "Füllworte"?

leicht vertrottelter John





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Glaubt nicht, ihr hättet Millionen Feinde. Euer einziger Feind seid: ihr selbst...

mam 
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...   Erstellt am 17.10.2006 - 17:31Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Füllwörter.....

Frauen, die zuviele Füllwörter benutzen, nennt man umgangssprachlich Klatschweiber.

Wenn ich ein Buch lese, in dem 20 Sätze immer wieder das Gleiche beschreiben, nur um genügend Füllwörter zu haben und somit die Geschichte langweilig werden lässt, könnte ich mich nur ärgenr.

Bei Umberto Ecos "Der Name der Rose" könnte man der Annahme anheim fallen, es handelt sich bei ca. 30 % der geschriebenen Worte um "Füllmaterial", jedoch ich persönlich finde, dass die exakte Beschreibung jedes einzelnen Bauteiles des Klosters erst die Klasse des Buches ausmachen.

Ohne diese filigrane Beschreibungen wäre das Buch das, was es in der Verfimlung darstellt, nämlich "nur" ein Krimi.





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Praesis ut prosis, non ut imperes (Stehe an der Spitze um zu dienen, nicht um zu herrschen)

Minotaurus ...
Hausherr und Gastgeber
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...   Erstellt am 18.10.2006 - 19:46Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


johnnyrebel schrieb
    Was bitte sind "Füllworte"?

Hallo John,

ich hatte schon vermutet, daß Du diese Frage stellen würdest.
Das sind Worte, die keinen Beitrag zum besseren Verständnis eines Textes leisten, sondern ausschließlich dazu verwendet werden, einen Text oder Satz abzurunden, ihn sozusagen "flüssiger" lesbar zu machen. Diese sogenannten Füllworte stammen vorwiegend aus der Umgangssprache, in der sie sehr häufig eingesetzt werden.
Auch ganze Füllsätze gehören in diese Kategorie, sie werden vorwiegend dazu verwendet, Details, Stimmungen oder Atmosphäre, aber auch stille Gedankengänge zu beschreiben. Auch sie werden dazu eingesetzt, um einer Geschichte mehr Farbe, mehr Inhalt zu geben, ohne dabei einen zusätzlichen Beitrag zur Handlung zu leisten.

Es kann aber auch genau das Gegenteil damit erreicht werden, wenn man sie zu häufig einsetzt. Dann bremsen sie den Lesefluß und das endlose Geschwafel ohne jeglichen Inhalt ermüdet den Leser.
Marcel Reich-Ranicki hat versucht, dies in meiner Signatur zu erklären und die Amerikaner haben dafür den bezeichnenden Ausdruck "Stop-Words" geprägt.

Erklärende Grüße vom Mino


.

[Dieser Beitrag wurde am 18.10.2006 - 19:54 von Minotaurus aktualisiert]





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(Marcel Reich-Ranicki)

johnnyrebel ...
Moderator a.D.
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...   Erstellt am 18.10.2006 - 20:07Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


mam schrieb

    Frauen, die zuviele Füllwörter benutzen, nennt man umgangssprachlich Klatschweiber.



Nun, bisher war mir das nur als "Subtext" oder "urtypisches Genörgel" bzw. "Gezicke" bekannt. Darum dachte ich bisher, das ist nun mal so bei Frauen

Und zu Mino,

na klaaaaaar, bei Dir hab ich es jetzt begriffen (was Männer doch untereinander bewirken können).

Danke für Deine / Eure Erklärungen.

frech grinsender John





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