Nur angemeldete User können im Aphorismus Forum Postings vornehmen, ansonsten besteht nur ein Leserecht.


Neuer Thread ...


ErstellerThema » Beitrag als Abo bestellenThread schließen Thread verschieben Festpinnen Druckansicht Thread löschen

lolita 
Neuling


...

Status: Offline
Registriert seit: 18.11.2005
Beiträge: 2
Nachricht senden
...   Erstellt am 18.11.2005 - 09:17Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo!
kann mir jemand einen Vorschlag zur metrischen Umschrift des Gedichtes die Frühlingsfeier ( 2te fassung von 1771 ) machen? Wenigstens die erste strophe?




Arminius ...
Moderator
..................



Status: Offline
Registriert seit: 19.03.2005
Beiträge: 289
Nachricht senden
...   Erstellt am 18.11.2005 - 15:59Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Du meinst das hier?

Friedrich Gottlieb Klopstock
"Die Frühlingsfeier"

Nicht in den Ozean der Welten alle
Will ich mich stürzen! schweben nicht,
Wo die ersten Erschaffnen, die Jubelchöre der Söhne des Lichts,
Anbeten, tief anbeten! und in Entzückung vergehn!

Nur um den Tropfen am Eimer,
Um die Erde nur, will ich schweben, und anbeten!
Halleluja! Halleluja! Der Tropfen am Eimer
Rann aus der Hand, des Allmächtigen auch!

Da der Hand des Allmächtigen
Die größeren Erden entquollen!
Die Ströme des Lichts rauschten, und Siebengestirne wurden,
Da entrannest du, Tropfen, der Hand des Allmächtigen!

Da ein Strom des Lichts rauscht', und unsre Sonne wurde!
Ein Wogensturz sich stürzte wie vom Felsen
Der Wolk' herab, und den Orion gürtete,
Da entrannest du, Tropfen, der Hand des Allmächtigen!

Wer sind die tausendmal tausend, wer die Myriaden alle,
Welche den Tropfen bewohnen, und bewohnten? und wer bin ich?
Halleluja dem Schaffenden! mehr wie die Erden, die quollen!
Mehr, wie die Siebengestirne, die aus Strahlen zusammenströmten!

Aber du Frühlingswürmchen,
Das grünlichgolden neben mir spielt,
Du lebst; und bist vielleicht
Ach nicht unsterblich!

Ich bin heraus gegangen anzubeten,
Und ich weine? Vergieb, vergieb
Auch diese Thräne dem Endlichen,
O du, der seyn wird!

Du wirst die Zweifel alle mir enthüllen,
O du, der mich durch das dunkle Thal
Des Todes führen wird! Ich lerne dann,
Ob eine Seele das goldene Würmchen hatte.

Bist du nur gebildeter Staub,
Sohn des Mays, so werde denn
Wieder verfliegender Staub,
Oder was sonst der Ewige will!

Ergeuß von neuem du, mein Auge,
Freudenthränen!
Du, meine Harfe,
Preise den Herrn!

Umwunden wieder, mit Palmen
Ist meine Harf' umwunden! ich singe dem Herrn!
Hier steh ich. Rund um mich
Ist Alles Allmacht! und Wunder Alles!

Mit tiefer Ehrfurcht schau ich die Schöpfung an,
Denn Du!
Namenloser, Du!
Schufest sie!

Lüfte, die um mich wehn, und sanfte Kühlung
Auf mein glühendes Angesicht hauchen,
Euch, wunderbare Lüfte,
Sandte der Herr! der Unendliche!

Aber jetzt werden sie still, kaum athmen sie.
Die Morgensonne wird schwül!
Wolken strömen herauf!
Sichtbar ist, der komt, der Ewige!

Nun schweben sie, rauschen sie, wirbeln die Winde!
Wie beugt sich der Wald! wie hebt sich der Strom!
Sichtbar, wie du es Sterblichen seyn kanst,
Ja, das bist du, sichtbar, Unendlicher!

Der Wald neigt sich, der Strom fliehet, und ich
Falle nicht auf mein Angesicht?
Herr! Herr! Gott! barmherzig und gnädig!
Du Naher! erbarme dich meiner!

Zürnest du, Herr,
Weil Nacht dein Gewand ist?
Diese Nacht ist Segen der Erde.
Vater, du zürnest nicht!

Sie komt, Erfrischung auszuschütten,
Über den stärkenden Halm!
Über die herzerfreuende Traube!
Vater, du zürnest nicht!

Alles ist still vor dir, du Naher!
Rings umher ist Alles still!
Auch das Würmchen mit Golde bedeckt, merkt auf!
Ist es vielleicht nicht seelenlos? ist es unsterblich?

Ach, vermöcht' ich dich, Herr, wie ich dürste, zu preisen!
Immer herlicher offenbarest du dich!
Immer dunkler wird die Nacht um dich,
Und voller von Segen!

Seht ihr den Zeugen des Nahen den zückenden Strahl?
Hört ihr Jehova's Donner?
Hört ihr ihn? hört ihr ihn,
Den erschütternden Donner des Herrn?

Herr! Herr! Gott!
Barmherzig, und gnädig!
Angebetet, gepriesen
Sey dein herlicher Name!

Und die Gewitterwinde? sie tragen den Donner!
Wie sie rauschen! wie sie mit lauter Woge den Wald durchströmen!
Und nun schweigen sie. Langsam wandelt
Die schwarze Wolke.

Seht ihr den neuen Zeugen des Nahen, den fliegenden Strahl?
Höret ihr hoch in der Wolke den Donner des Herrn?
Er ruft: Jehova! Jehova!
Und der geschmetterte Wald dampft!

Aber nicht unsre Hütte!
Unser Vater gebot
Seinem Verderber,
Vor unsrer Hütte vorüberzugehn!

Ach, schon rauscht, schon rauscht
Himmel, und Erde vom gnädigen Regen!
Nun ist, wie dürstete sie! die Erd' erquickt,
Und der Himmel der Segensfüll' entlastet!

Siehe, nun komt Jehova nicht mehr im Wetter,
In stillem, sanftem Säuseln
Komt Jehova,
Und unter ihm neigt sich der Bogen des Friedens!



So jetzt mein Vorschlag das Metrum umzuschreiben:


ORIGINAL:

Nicht in den Ozean der Welten alle
Will ich mich stürzen! schweben nicht,
Wo die ersten Erschaffnen, die Jubelchöre der Söhne des Lichts,
Anbeten, tief anbeten! und in Entzückung vergehn!


UMSCHRIEB:


Nicht in den Ozean der Welten alle
Will ich mich stürzen!
Schweben nicht, wo die ersten Erschaffnen,
Die Jubelchöre der Söhne des Lichts,
Anbeten, tief anbeten! und in Entzückung vergehn!



Ich hoffe ich habe deinen Wunsch richtig interpretiert.

[Dieser Beitrag wurde am 18.11.2005 - 16:09 von Arminius aktualisiert]





Signatur
Gedanken sind wie Schnee. Frierst du sie nicht ein, dann tauen sie davon.

Arminius ...
Moderator
..................



Status: Offline
Registriert seit: 19.03.2005
Beiträge: 289
Nachricht senden
...   Erstellt am 21.11.2005 - 13:44Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Bleibt nur die Frage, wozu man das braucht. Ist nicht zufällig ein Gymi in Bayern?





Signatur
Gedanken sind wie Schnee. Frierst du sie nicht ein, dann tauen sie davon.

maja 
Neuling


...

Status: Offline
Registriert seit: 14.12.2005
Beiträge: 2
Nachricht senden
...   Erstellt am 15.12.2005 - 08:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo!
Kann mir jemand Interpretation "Die Fruelingsfeier" schicken?

[Dieser Beitrag wurde am 15.12.2005 - 08:39 von maja aktualisiert]




Totenvogel ...
Superuser
.....................



Status: Offline
Registriert seit: 20.10.2004
Beiträge: 709
Nachricht senden
...   Erstellt am 22.12.2005 - 06:52Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hausaufgaben? internetaufgaben?

grübel





Signatur
Alleine geboren, allein gestorben, dazwischen
diverse Berührungsversuche.
© Margot S. Baumann (*1964), Schweizer Lyrikerin und Aphoristikerin


Neuer Thread ...

Geburtstagsliste:
Heute hat nur 1 User Geburtstag
alex27 (28)


Wenn es euch gefallen hat, dann leitet diese Internetadresse http://www.literatur-im-foyer.de an eure Freunde weiter.



Gemischte Genres Top1000


Besucherstatistik

Besucherstatistik




Impressum

Dieses Forum ist ein kostenloser Service von razyboard.com powered by:
Geizkragen Preisvergleich. Top-Produkt im Preisvergleich: Canon EF 70-300mm 1:4-5.6 IS USMWollen Sie auch ein kostenloses Forum in weniger als 2 Minuten? Dann klicken Sie hier!



Verwandte Suchbegriffe:
klopstock frühlingsfeier | die frühen gräber interpretation | die frühlingsfeier | klopstock die frühlingsfeier | die frühlingsfeier interpretation | klopstock interpretation | frühlingsfeier klopstock | die frühlingsfeier klopstock | interpretation die frühen gräber
blank