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Johannes 



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...   Erstellt am 18.09.2006 - 14:48Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit – die Ideale der Menschlichkeit?

Seit der Französischen Revolution gelten sie als die erstrebenswerten Ideale einer humanen Gesellschaft: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Doch wie „human“ sind sie wirklich? Wie sinnvoll ist es, sich auf dem Weg zu mehr „Menschlichkeit“ auf Ideale zu verlassen?

Johannes Bühler

In der Spanne zwischen Kapitalismus und Kommunismus konnte man folgenden Umgang mit den drei Revolutionsidealen erkennen: eine zynische Freiheit im Kapitalismus und eine ohnmächtige Gleichheit im Kommunismus. Das Ideal der Brüderlichkeit fiel mehrheitlich dazwischen – und gerade deshalb sehnt man sich heute wieder nach einer Verbindung aller drei Ideale.

Ideale oder einen Grundsatz
Ich möchte die drei genannten Ideale einmal in den Vergleich mit einem ganz banalen und uralten Grundsatz stellen: Keiner hat das Recht, über den Anderen zu bestimmen. Keine Macht – für niemand. Eigentlich banal und nahezu selbstverständlich, wenn man davon ausgeht, dass wir alle Individuen mit einem eigenen, unabhängigen und subjektiven Bewusstsein sind. Und zumindest konnte bisher noch niemand das Gegenteil beweisen – jedenfalls habe ich bisher noch niemanden gehört, der das konnte.

Dieser Grundsatz liesse sich natürlich auch durch „Freiheit“ ersetzen, wenn man darunter einen allgemeinen Zustand versteht, welcher keine Machtzustände erlaubt. Dies macht in meinen Augen jedoch keinen Sinn, da mit den Ideal „Freiheit“ zu viele philosophische Definitionsprobleme verbunden ist. Wenn man von Selbst- und Fremdbestimmung spricht, ist auch das Problem so mancher Philosophen gelöst, welche vor lauter Freiheitsmanie sich von sich selbst zu lösen versuchten. Oder die die Erfahrungswelt übersteigende und somit nicht zu beantwortende Frage nach Trieben oder freiem Willen.

„Mehr als Freiheit möchte ich nicht!“
Man mag nun feststellen, dass es sich dabei um ein Beschränken auf das Freiheitsideal handelt, und die anderen Ideale in den Hintergrund gedrängt werden. Dies stimmt so weit, es hat jedoch einen Grund: Nebst der Frage, ob Ideale überhaupt einen Sinn haben, da sie mehr Einbildungen und Vorstellungen als für das Leben relevante Tatsachen sind, werden sie durch den Grundsatz „keine Macht“ auch überflüssig:
- Wozu dient Gleichheit, wenn es keine Macht gibt? Wovor soll man dann gleich sein? Es ist doch ohnehin niemand und nichts gleich! Wieso also ein so fragwürdiges Ideal weitertragen, welches keinen Nutzen mehr bringt?
- Die Brüderlichkeit ist als Begriff nicht mehr zeitgemäss. Erstens Weil er seine Aussage verfehlt (oder gehen Brüder besonders sozial miteinander um?) und zweitens weil er alles andere als geschlechtsneutral ist. Man müsste dieses Ideal also zuerst umformulieren. Das wäre dann die Menschlichkeit. Doch in meinen Augen kann ein Mensch nichts anderes, als sich menschlich zu verhalten, solange er darin nicht behindert wird. Ohne Macht ist Menschlichkeit!

Ein „Anarchist“ hat die Sache mit den Idealen einmal folgendermassen ausgedrückt:

„Anarchie heißt Herrschaftslosigkeit, aber nicht Gesetzlosigkeit. Eigentlich braucht eine Anarchie nur ein einziges Gesetz: "Gleiche Freiheit für jeden". Etwas völlig anderes als "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit"! Menschen sind nicht gleich, wer sie gleich machen will, muss sie unterdrücken. Der Unterdrücker ist dann "gleicher als gleich", also obenauf. Und Brüderlichkeit ist noch schlimmer. Brüder treten sich zu nahe. Am Ende haut der eine dem anderen eins über die Rübe, wie Kain dem Abel. Nein danke, mehr als Freiheit möchte ich nicht!“*

*Holger Hermann Haupt, Konzept für Freiheit, Mai 2004




Johannes 



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...   Erstellt am 20.09.2006 - 21:36Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit – die Ideale der Menschlichkeit?

Seit der Französischen Revolution gelten sie als die erstrebenswerten Ideale einer humanen Gesellschaft: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Doch wie „human“ sind sie wirklich? Wie sinnvoll ist es, sich auf dem Weg zu mehr „Menschlichkeit“ auf Ideale zu verlassen?

Johannes Bühler

In der Spanne zwischen Kapitalismus und Kommunismus konnte man folgenden Umgang mit den drei Revolutionsidealen erkennen: eine zynische Freiheit im Kapitalismus und eine ohnmächtige Gleichheit im Kommunismus. Das Ideal der Brüderlichkeit fiel mehrheitlich dazwischen – und gerade deshalb sehnt man sich heute wieder nach einer Verbindung aller drei Ideale.

Ideale oder einen Grundsatz
Ich möchte die drei genannten Ideale einmal in den Vergleich mit einem ganz banalen und uralten Grundsatz stellen: Keiner hat das Recht, über den Anderen zu bestimmen. Keine Macht – für niemand. Eigentlich banal und nahezu selbstverständlich, wenn man davon ausgeht, dass wir alle Individuen mit einem eigenen, unabhängigen und subjektiven Bewusstsein sind. Und zumindest konnte bisher noch niemand das Gegenteil beweisen – jedenfalls habe ich noch niemanden gehört, der das konnte.

Dieser Grundsatz liesse sich natürlich auch durch „Freiheit“ ersetzen, wenn man darunter einen allgemeinen Zustand der Machtlosigkeit versteht. Dies macht in meinen Augen jedoch keinen Sinn, da mit den Ideal „Freiheit“ zu viele philosophische Definitionsprobleme verbunden sind. Wenn man von Selbst- und Fremdbestimmung spricht, ist auch das Problem so mancher Philosophen gelöst, welche sich vor lauter Freiheitsmanie von sich selbst oder ihrem Körper zu lösen versuchten. Ebenso verhällt es sich mit der nicht zu beantwortenden Frage nach Trieben oder freiem Willen.

„Mehr als Freiheit möchte ich nicht!“
Man mag nun feststellen, dass man sich damit auf das Freiheitsideal beschränkt und die anderen Ideale in den Hintergrund stellt. Dies stimmt so weit, es hat jedoch einen Grund: Nebst der Frage, ob Ideale überhaupt einen Sinn haben, da sie mehr Einbildungen und Vorstellungen als für das Leben relevante Tatsachen sind, werden sie durch den Grundsatz „keine Macht“ auch überflüssig:
- Wozu dient Gleichheit, wenn keiner über den anderen bestimmt? Wovor soll man dann gleich sein? Es ist doch ohnehin niemand und nichts gleich! Wieso also ein so fragwürdiges Ideal weitertragen, welches keinen Nutzen mehr bringt?
- Mit dem Begriff der Brüderlichkeit verhällt es sich ähnlich. Erstens weil er seine Aussage verfehlt (oder gehen Brüder besonders sozial miteinander um?) und zweitens weil er alles andere als geschlechtsneutral ist. Man müsste dieses Ideal also zuerst umformulieren. Das wäre dann die Menschlichkeit. Doch in meinen Augen kann ein Mensch nichts anderes, als sich menschlich zu verhalten, solange er darin nicht behindert wird. Ohne Macht ist Menschlichkeit!

Ein „Anarchist“ hat die Sache mit den Idealen einmal folgendermassen ausgedrückt:

„Anarchie heißt Herrschaftslosigkeit, aber nicht Gesetzlosigkeit. Eigentlich braucht eine Anarchie nur ein einziges Gesetz: "Gleiche Freiheit für jeden". Etwas völlig anderes als "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit"! Menschen sind nicht gleich, wer sie gleich machen will, muss sie unterdrücken. Der Unterdrücker ist dann "gleicher als gleich", also obenauf. Und Brüderlichkeit ist noch schlimmer. Brüder treten sich zu nahe. Am Ende haut der eine dem anderen eins über die Rübe, wie Kain dem Abel. Nein danke, mehr als Freiheit möchte ich nicht!“*

*Holger Hermann Haupt, Konzept für Freiheit, Mai 2004

[Dieser Beitrag wurde am 20.09.2006 - 21:40 von Johannes aktualisiert]




Fionn 



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...   Erstellt am 23.09.2006 - 14:47Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit – die Ideale der Menschlichkeit?

Seit der Französischen Revolution gelten sie als die erstrebenswerten Ideale einer humanen Gesellschaft: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Doch wie „human“ sind sie wirklich? Wie sinnvoll ist es, sich auf dem Weg zu mehr „Menschlichkeit“ auf Ideale zu verlassen?

Johannes Bühler

In der Spanne zwischen Kapitalismus und Kommunismus konnte man folgenden Umgang mit den drei Revolutionsidealen erkennen: eine zynische Freiheit im Kapitalismus und eine ohnmächtige Gleichheit im Kommunismus. Das Ideal der Brüderlichkeit fiel mehrheitlich dazwischen – und gerade deshalb sehnt man sich heute wieder nach einer Verbindung aller drei Ideale.

Ideale oder einen Grundsatz
Ich möchte die drei genannten Ideale einmal in den Vergleich mit einem ganz banalen und uralten Grundsatz stellen: Keiner hat das Recht, über den Anderen zu bestimmen. Keine Macht – für niemand. Eigentlich banal und nahezu selbstverständlich, wenn man davon ausgeht, dass wir alle Individuen mit einem eigenen, unabhängigen und subjektiven Bewusstsein sind. Und zumindest konnte bisher noch niemand das Gegenteil beweisen – jedenfalls habe ich noch niemanden gehört, der das konnte.

Dieser Grundsatz liesse sich natürlich auch durch „Freiheit“ ersetzen, wenn man darunter einen allgemeinen Zustand der Machtlosigkeit versteht. Dies macht in meinen Augen jedoch keinen Sinn, da mit dem Ideal „Freiheit“ zu viele philosophische Definitionsprobleme verbunden sind. Wenn man von Selbst- und Fremdbestimmung spricht, ist auch das Problem so mancher Philosophen gelöst, welche sich vor lauter Freiheitsmanie von sich selbst oder ihrem Körper zu lösen versuchten. Ebenso verhällt es sich mit der nicht zu beantwortenden Frage nach Trieben oder freiem Willen.

„Mehr als Freiheit möchte ich nicht!“
Man mag nun feststellen, dass man sich damit auf das Freiheitsideal beschränkt und die anderen Ideale in den Hintergrund stellt. Dies stimmt so weit, es hat jedoch einen Grund: Nebst der Frage, ob Ideale überhaupt einen Sinn haben, da sie mehr Einbildungen und Vorstellungen als für das Leben relevante Tatsachen sind, werden sie durch den Grundsatz „keine Macht“ auch überflüssig:
- Wozu dient Gleichheit, wenn keiner über den anderen bestimmt? Wovor soll man dann gleich sein? Es ist doch ohnehin niemand und nichts gleich! Wieso also ein so fragwürdiges Ideal weitertragen, welches keinen Nutzen mehr bringt?
- Mit dem Begriff der Brüderlichkeit verhällt es sich ähnlich. Erstens weil er seine Aussage verfehlt (oder gehen Brüder besonders sozial miteinander um?) und zweitens weil er alles andere als geschlechtsneutral ist. Man müsste dieses Ideal also zuerst umformulieren. Das wäre dann die Menschlichkeit. Doch in meinen Augen kann ein Mensch nichts anderes, als sich menschlich zu verhalten, solange er darin nicht behindert wird. Ohne Macht ist Menschlichkeit!

Ein „Anarchist“ hat die Sache mit den Idealen einmal folgendermassen ausgedrückt:

„Anarchie heißt Herrschaftslosigkeit, aber nicht Gesetzlosigkeit. Eigentlich braucht eine Anarchie nur ein einziges Gesetz: "Gleiche Freiheit für jeden". Etwas völlig anderes als "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit"! Menschen sind nicht gleich, wer sie gleich machen will, muss sie unterdrücken. Der Unterdrücker ist dann "gleicher als gleich", also obenauf. Und Brüderlichkeit ist noch schlimmer. Brüder treten sich zu nahe. Am Ende haut der eine dem anderen eins über die Rübe, wie Kain dem Abel. Nein danke, mehr als Freiheit möchte ich nicht!“*

*Holger Hermann Haupt, Konzept für Freiheit, Mai 2004
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Fionn 



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Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit – die Ideale der Menschlichkeit?

Seit der Französischen Revolution gelten sie als die erstrebenswerten Ideale einer humanen Gesellschaft: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Doch wie „human“ sind sie wirklich? Wie sinnvoll ist es, sich auf dem Weg zu mehr „Menschlichkeit“ auf Ideale zu verlassen?

Johannes Bühler

In der Spanne zwischen Kapitalismus und Kommunismus konnte man folgenden Umgang mit den drei Revolutionsidealen erkennen: eine zynische Freiheit im Kapitalismus und eine ohnmächtige Gleichheit im Kommunismus. Das Ideal der Brüderlichkeit fiel mehrheitlich dazwischen – und gerade deshalb sehnt man sich heute wieder nach einer Verbindung aller drei Ideale.

Ideale oder einen Grundsatz
Ich möchte die drei genannten Ideale einmal in den Vergleich mit einem ganz banalen und uralten Grundsatz stellen: Keiner hat das Recht, über den Anderen zu bestimmen. Keine Macht – für niemand. Eigentlich banal und nahezu selbstverständlich, wenn man davon ausgeht, dass wir alle Individuen mit einem eigenen, unabhängigen und subjektiven Bewusstsein sind. Und zumindest konnte bisher noch niemand das Gegenteil beweisen – jedenfalls habe ich bisher noch niemanden gehört, der das konnte.

Dieser Grundsatz liesse sich natürlich auch durch „Freiheit“ ersetzen, wenn man darunter einen allgemeinen Zustand versteht, welcher keine Machtzustände erlaubt. Dies macht in meinen Augen jedoch keinen Sinn, da mit dem Ideal „Freiheit“ zu viele philosophische Definitionsprobleme verbunden ist. Wenn man von Selbst- und Fremdbestimmung spricht, ist auch das Problem so mancher Philosophen gelöst, welche vor lauter Freiheitsmanie sich von sich selbst zu lösen versuchten. Oder die die Erfahrungswelt übersteigende und somit nicht zu beantwortende Frage nach Trieben oder freiem Willen.

„Mehr als Freiheit möchte ich nicht!“
Man mag nun feststellen, dass es sich dabei um ein Beschränken auf das Freiheitsideal handelt, und die anderen Ideale in den Hintergrund gedrängt werden. Dies stimmt so weit, es hat jedoch einen Grund: Nebst der Frage, ob Ideale überhaupt einen Sinn haben, da sie mehr Einbildungen und Vorstellungen als für das Leben relevante Tatsachen sind, werden sie durch den Grundsatz „keine Macht“ auch überflüssig:
- Wozu dient Gleichheit, wenn es keine Macht gibt? Wovor soll man dann gleich sein? Es ist doch ohnehin niemand und nichts gleich! Wieso also ein so fragwürdiges Ideal weitertragen, welches keinen Nutzen mehr bringt?
- Die Brüderlichkeit ist als Begriff nicht mehr zeitgemäss. Erstens Weil er seine Aussage verfehlt (oder gehen Brüder besonders sozial miteinander um?) und zweitens weil er alles andere als geschlechtsneutral ist. Man müsste dieses Ideal also zuerst umformulieren. Das wäre dann die Menschlichkeit. Doch in meinen Augen kann ein Mensch nichts anderes, als sich menschlich zu verhalten, solange er darin nicht behindert wird. Ohne Macht ist Menschlichkeit!

Ein „Anarchist“ hat die Sache mit den Idealen einmal folgendermassen ausgedrückt:

„Anarchie heißt Herrschaftslosigkeit, aber nicht Gesetzlosigkeit. Eigentlich braucht eine Anarchie nur ein einziges Gesetz: "Gleiche Freiheit für jeden". Etwas völlig anderes als "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit"! Menschen sind nicht gleich, wer sie gleich machen will, muss sie unterdrücken. Der Unterdrücker ist dann "gleicher als gleich", also obenauf. Und Brüderlichkeit ist noch schlimmer. Brüder treten sich zu nahe. Am Ende haut der eine dem anderen eins über die Rübe, wie Kain dem Abel. Nein danke, mehr als Freiheit möchte ich nicht!“*

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