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...   Erstellt am 12.08.2009 - 11:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Einen trockenen, heißen Sommer lang bewachen sie das Haus. Hingebungsvoll, wachsam, treu und ehrlich!

Für ein Stück Brot, einen Bissen Fleisch, eine Schüssel Wasser.

Einer des anderen Nähe spürend, einander wärmend in kühlen Nächten, einander beschützend und tröstend in einsamen Stunden.

Carlo und Tessa! Zwei schlanke, stolze Mischlingshunde, edel in ihren Bewegungen, ungezügelt und von natürlicher Anmut.
Dazu ehrlich und treu.

Einen Sommer lang bewachen sie das Haus, das eigentlich nur eine Hütte ist.

Eine Strandbude, wie man sie zu Dutzenden an den Küsten Spaniens finden kann. Ein paar Bretter, ein paar Tische, ein paar Stühle - dazu die Regale für Flaschen und Gläser und die Truhen für Getränke und Speisen.

Eine Strandbude, die im Mai mühsam errichtet wird und am Schluß der Saison genauso mühsam wieder abgebaut werden muß.
So lauten die Bestimmungen.

Carlos und Tessa haben sich klaglos in ihr Schicksal ergeben:
Angekettet an einen Pfahl, ist es ihre Aufgabe, diese Hütte Tag und Nacht zu bewachen.

Für ein Stück Brot, einen Bissen Fleisch, eine Schüssel Wasser!
Ab und zu gibt es Stockschläge oder Fußtritte von ihrem Herrn - dem Wirt.
Ab und zu gibt es ein paar Leckerbissen von den Badegästen. Doch nachts gibt es nur sie beide. Carlos und Tessa!
Aneinandergeschmiegt - voller Zärtlichkeit - voller Wärme - voller Glück.

Tessas Augen glänzen wie goldener Bernstein!
Von den vier gesunden Welpen, die sie glücklich auf die Welt bringt, läßt ihr der Wirt in einem Anflug von Mitleid einen. Die anderen drei wirft er ins Meer.

Tessa klagt nicht lange. Sie verströmt ihre Liebe auf den Kleinen und Carlos. - Sie haben einen schönen Sohn! -
Der Strand leert sich. Die Nächte werden länger und kühler. Der Wirt beginnt mit dem Abbau der Strandbude - mühsam und zeitraubend.

Jeden Tag ein paar Bretter - ein paar Tische - ein paar Stühle. - Bis für Carlos, Tessa und den Kleinen kein Dach mehr vorhanden ist, um sie gegen Regen, Wind und Sonne zu schützen.
Es gibt keine Ketten - kein Brot - kein Fleisch und keine Schüssel Wasser.

Sie sind frei! Frei für den Hundefänger! Frei für den Tod!





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