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<Tikala> unregistriert
| Erstellt am 19.01.2009 - 20:46 |  |
Am 19. Januar 1919 durften Frauen zum ersten Mal in der deutschen Geschichte wählen und auch gewählt werden.
Dass dieses neue Recht auch den Zeitgenossinnen als ein Meilenstein erschien, wird durch die hohe Wahlbeteiligung deutlich, die weder während der Weimarer Republik, noch in der Bundesrepublik wieder erreicht wurde.
Fast 90% der wahlberechtigten Frauen drängten in die Wahllokale,um ihre Stimme abzugeben.
Nicht alle Frauen beschränkten sich freilich auf die reine Stimmabgabe.
Auch von ihrem neu gewonnenen passiven Wahlrecht
machten Frauen nun Gebrauch – und das mit Erfolg. Etwa 10% der Mandate gingen in dieser ersten Wahl unter weiblicher Beteiligung an Frauen.
Zu diesem Zeitpunkt hatte die bürgerliche Frauenbewegung in Deutschland bereits einen langen Weg hinter sich.
Schon 1848 hatten sich Frauen an der Revolution
für mehr Liberalität und Demokratie beteiligt. Allerdings hielten sich die meisten Frauen im Hintergrund und füllten die ihnen „zugeschriebenen“ Rollen als Zuschauerin, Beitragende oder Helferin aus.
Nur wenige standen selbst auf den Barrikaden und
hielten revolutionäre Reden für eine Verfassung und elementare Bürgerrechte,wie Presse- und Meinungsfreiheit.
Doch mussten die Frauen feststellen, dass auch Revolutionäre und Reformer unter „Bürgern“ nur Männer verstanden.
Im Paulskirchenparlament blieb ihnen nur die Besuchertribüne.
Während man(n) die Frauen bei den politischen Reformversuchen unter den Tisch fallen ließ,
wurden sie von der „Reaktion“ mit besonderer Aufmerksamkeit bedacht.
Ein 1850, zuerst in Preußen und nach und nach
in allen Staaten des Deutschen Bundes, verabschiedetes Vereinsgesetz
verbot Frauen die Mitgliedschaft in politischen Vereinen und untersagte ihnen sogar den Besuch von politischen Veranstaltungen.
Frauen waren auf diese Weise für politisch unmündig
erklärt und auf eine Stufe mit Minderjährigen gestellt worden.
Erst 1908 wurde das Verbot durch das „Reichsvereinsgesetz“ aufgehoben. Bis dahin war jedes Engagement für Frauenrechte, sei es politischer oder anderer Natur, permanent von Verboten und Repressalien bedroht.
Dabei stand das Stimmrecht für Frauen zu Beginn der Frauenbewegung in den 60er und 70er des 19.Jahrhunderts nicht unbedingt im Mittelpunkt.
Bevor die Frauen sich der Forderung nach politischen Rechten zuwandten, standen Forderungen nach Bildung und Gleichberechtigung in Ehe und
Familie im Fordergrund.
Nicht nur, dass Mädchen und Frauenkeinen Zugang zu höherer Bildung hatten, auch in Ehe und Familie hatten sie sich ihrem Ehemann unterzuordnen. Die
volle Erfüllung ihrer Forderungen zog sich allerdings bis weit über die Zeit der bürgerlichen Frauenbewegung hin.
Während sich die Frauen schon 1919 erstmals an Wahlen beteiligen konnten, dauerte es bis 1977 bis Frauen und Männer auch in der Ehe endgültig gleichberechtigt waren.
Noch 1958 hieß in §1356 „Gleichberechtigungsgesetz“des BGB:
„Sie [die Frau] ist berechtigt,erwerbstätig zu sein, soweit dies mit ihren Pflichten in Ehe und
Familie vereinbar ist.“
Ähnlich verhält es sich heute mit der Kanzlerin: Eine Frau im Kanzleramt macht noch kein Ende des Kampfes um Gleichberechtigung.
2009 wird erneut ein spannendes Wahljahr – auch
und gerade für Münster.
90 Jahre „Frauenwahlen“ schreibt den Frauen ins Stammbuch, dass die
„Hälfte der Macht“ endlich weiblich werden muss!
Josefine Paul
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<Minotaurus> unregistriert
| Erstellt am 20.01.2009 - 13:12 |  |
Tikala schrieb
90 Jahre „Frauenwahlen“ schreibt den Frauen ins Stammbuch, dass die
„Hälfte der Macht“ endlich weiblich werden muss! |
Wozu??? 
Stellt etwa die biologische Tatsache, eine Frau zu sein, irgend eine Qualifikation für die Ausübung von "Macht" in fachlicher oder politischer Hinsicht dar? 
Ich würde einfach mal behaupten: "NEIN!"
Eine Frau ist in erster Linie ein denkendes und soziales Wesen und sollte sich (ebenso wie ein Mann) über die persönlichen Fähigkeiten, bzw. über die fachliche Qualifikation dafür qualifizieren, was wir "Macht" nennen. Nicht nur in der freien Wirtschaft und im Verwaltungswesen, sondern auch und gerade in der Politik.
Eine reine Quotenregelung - sowohl für die Mitglieder unserer Gesellschaft, als auch für deren "Mitklits" - halte ich deshalb für den falschen Weg! 
Ja, FALSCH, auch wenn militante Feministinnen das immer wieder anstreben.
Äußerst skeptische Grüße vom Mino.
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Ingeborg 

Status: Offline Registriert seit: 08.12.2008 Beiträge: 747 Nachricht senden | Erstellt am 20.01.2009 - 14:36 |  |
Hallo Mino,
ich weiss nicht, was Mitklits sind, klär
mich bitte auf.
Zum oberen Teil Deiner Ausführungen kann
ich zustimmen. Ich wünsche mir an markanten
Stellen (Politik, Wirtschaft, Kunst usw.)
kompetente Menschen, egal ob männlich
oder weiblich.
Und das mit der "Macht" ist für mich sowieso
zweifelhaft...
Ingeborg
Signatur lasst uns wachsam sein |
<Minotaurus> unregistriert
| Erstellt am 20.01.2009 - 15:28 |  |
Ingeborg schrieb
Hallo Mino,
ich weiss nicht, was Mitklits sind, klär
mich bitte auf. |
Aber gern! 
Dieser Begriff stammt aus der sogenannten "politically correctness", die bereits seit vielen Jahren als selbstauferlegte Zensur, bzw. als gesellschaftliches Denkverbot weite Teile unserer Bevölkerung überzieht.
Diverse "Frauenbewegungen" haben dazu einen nicht unerheblichen Anteil geleistet.
Die Bezeichnung "Mitklit" ist neuerdings also die politisch korrekte Bezeichnung für die weibliche Form von "Mitglied", diese Bezeichnung entspricht also vollstens der geforderten "politycally correctness."
Politisch korrekte Grüße vom Mino 
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werner43 

Status: Offline Registriert seit: 04.12.2008 Beiträge: 353 Nachricht senden | Erstellt am 20.01.2009 - 15:32 |  |
schrieb
Die Bezeichnung "Mitklit" ist neuerdings also die politisch korrekte Bezeichnung für die weibliche Form von "Mitglied", diese Bezeichnung entspricht also vollstens der geforderten "politycally correctness."
Politisch korrekte Grüße vom Mino 
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Da wüsst ich nun doch zu gerne wie die Einzahl von Mitklits heißt
Der?
Die?
Das?
Mitklit
Neugierige Grüße
Werner
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<Minotaurus> unregistriert
| Erstellt am 20.01.2009 - 16:28 |  |
werner43 schrieb
Da wüsst ich nun doch zu gerne wie die Einzahl von Mitklits heißt
Der?
Die?
Das?
Mitklit
Neugierige Grüße
Werner |
Lieber Werner,
gerne werde ich natürlich auch Deine Neugierde befriedigen, denn die korrekte Bezeichnung ergibt sich doch bereits aus der etymologischen Herkunft dieses Begriffs!
Die-mit-Klit = die Mitklit. Alles klar? 
Aufklärende Grüße vom Mino.
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Mondnixe unregistriert
| Erstellt am 20.01.2009 - 18:29 |  |
Wenn man die alten schwarzweiß Fotografien sieht, aus den ersten Tagen des Kampfes für das Frauenwahlrecht, kann man nur staunen.
Frauen legten Brände, ketteten sich an Zäune, wurden von Polizisten davon getragen, traten in den Hungerstreik und wurden zwangsernährt.
Diesen Frauen haben wir unser Wahlrecht zu verdanken.
Politiker hielten sie für maßlos und verrückt.
Heute kommen uns eher die Argumente gegen das Frauenwahlrecht sehr sonderbar vor.
Da wurde als Grund der Verweigerung genannt.
„Der Unterschied zwischen Mann und Frau ist wie die des Tieres und der Pflanze.
Das Tier entspricht dem Charakter des Mannes. Die Pflanze ist wie die Frau, sie mehr ruhiges entfalten.“
Bis ins 20. Jahrhundert hinein befürchtete man, dass Frauen zu gefühlig, zu wenig rational seien.
Solchen Geschöpfen dürfe man keine Stimme geben,, weil sonst Chaos und nationale Schwäche die Folge seien.
Die Geschichte hat das Gegenteil bewiesen.
Im Wesentlichen wählen Frauen genauso egoistisch wie die Männer.
Ich bin auch nicht für die Quotenregelung, aber dafür, dass Frauen eine faire Chance haben, die berufliche Position zu bekommen, für die sie geeignet sind, und die sie anstreben.
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Paula 

Status: Offline Registriert seit: 23.04.2008 Beiträge: 1328 Nachricht senden | Erstellt am 20.01.2009 - 19:39 |  |
Ja, wir haben das Wahlrecht, aber nutzen wir es? Nein!
Dafür haben die Frauen nicht gekämpft. Sie hatten große Ideale. Das Wahlrecht war der erste Schritt.
90 Jahre später.
Wir haben eine Kanzlerin, die keine Frauenpolitik macht.
Nach 4 Jahren Regierung sind alle alten Eliten die selben und alle Posten in der Hand von Männern geblieben.
Ich habe die Grünen gewählt, als Petra Kelly noch zu ihnen gehörte.
Die atomare Aufrüstung geht weiter, atomare Endlager belasten unzählige nachkommende Generationen. Deutschland ist die Nr. 3 in der Rüstungsindustrie.
Mehr als über Hungersnot und Kriege auf dieser Welt, jammern wir über den Niedergang der Autoindustrie.
Wir haben Frauen in der Politik. Frauen mit Macht.
Aber ihre Macht ist ebenso gewinnorientiert, wie die der Männer.
Wir haben eine Gesundheitsministerin, die über Leichen geht.
Wir haben eine Frauenministerin, die ihre Hauptarbeit in der Familienpolitik für Reiche sieht.
Wir haben eine Justizministerin, die auf die Grundrechte pfeift.
Wir haben eine Ministerin für Ernährung, die jeden Lebensmittelskandal im Sande verlaufen lässt.
Wir haben eine Drogenbeauftragte, die ihre Meinung der der Lobbyisten anpasst.
Wählen gehen ist nämlich nicht alles.
Wir müssen dafür sorgen, dass die, die wir wählen sich für das einsetzen, was wir brauchen.
Und da ist es gleich, ob es eine Frau oder ein Mann ist.
Biographie von Petra Kelly
[Dieser Beitrag wurde am 20.01.2009 - 19:58 von Paula aktualisiert]
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Tagtraeumerin unregistriert
| Erstellt am 20.01.2009 - 19:49 |  |
Das Wahlrecht haben wir, aber der Mut unsere Stimme zu erheben, kommt uns immer wieder abhanden.
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Ingeborg 

Status: Offline Registriert seit: 08.12.2008 Beiträge: 747 Nachricht senden | Erstellt am 20.01.2009 - 22:12 |  |
Ich habe schon oft meine Stimme erhoben,
unseren Herrn Öttinger in Baden-Württemberg
angeschrieben und unsre Krankenministerin
in Berlin. Die AOK schreibe ich regelmäßig
mit Krankenkasse an, usw.
Meine Freundinnen sagen: die reagieren doch
nicht, und das ist wahr.
Doch ich muss manchmal auf mir zuliebe
aufmüpfig sein, das stärkt mich, wenn ich
meine Meinung äußere. Man darf nur nicht
verletzend sein, dann wird man erst gar
nicht gelesen.
Ingeborg
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