Minotaurus  Hausherr und Gastgeber
    

Status: Offline Registriert seit: 13.06.2006 Beiträge: 1550 Nachricht senden | Erstellt am 15.07.2007 - 23:28 |  |
Hallo zusammen,
ich möchte euch gerne fragen, was ihr von den sogenannten »französisch-dänischen Anführungszeichen« in einem deutschsprachigen Text haltet.
Um ganz ehrlich zu sein: Mich stören sie eher, da sie für mein Leseverhalten vielmehr eine Stolperstelle sind, als sie eine Bereicherung darstellen würden. In Deutschland haben wir deutsche Anführungszeichen, die ich bereits in der Schule gelernt habe und die meinem ästhetischen Empfinden besser gerecht werden, als irgendwelche "Neuerungen", deren Sinn sich mir nicht erschließt.
Trotzdem kann man sie immer öfter in aktuellen Druckerzeugnissen vorfinden, ja, man könnte sogar von einer richtigen Modeerscheinung sprechen.
Obwohl, - wenn einige Verlage und Medien wie z.B. DIE ZEIT bereits auf » « umgestiegen sind, dann könnte man möglicherweise auch von einem neuen "Standard" sprechen, oder?
Allerdings wecken solche Experimente bei mir immer wieder ungute Erinnerungen an diverse Rechtschreibreformen in unserer jüngsten Vergangenheit, der sich nicht nur einige Zeitungsfritzen, sondern auch (nicht nur wenige) Buchverlage und alle Schulen angeschlossen hatten.
Selbstverständlich nicht nur der Reform, sondern auch der Reform dieser Reform, deren Korrektur und der anschließenden (vorläufigen?) Re-Reform dieses ganzen Unsinnes.
Tonnen von Schulbüchern, Nachschlagewerken und sonstigen Druckerzeugnissen wanderten auf die Recyclinghöfe, nur um kurz darauf von ihren Nach- und Nachfolgeprodukten zugedeckt zu werden.
Zur Freude der Druckindustrie, wie ich mal vermute, denn eine Verbesserung der Rechtschreibung bei Schulkindern haben diese Eskapaden nachweislich nicht gebracht. Eher das Gegenteil.
Nun, gegen eine experimentelle Rechtschreibung gibt es nicht viel einzuwenden, wenn der jeweilige Autor oder Verlagslektor darin eine vermeintliche Verbesserung zu erkennen glaubt. Mir aber erschließt sich der Sinn von solchen Experimenten nicht so ganz, deshalb habe ich diese unsinnigen "Ausflüge" niemals mitgemacht.
Unabhängig von vermeintlicher "Ästhetik" und persönlichem Stilempfinden würde es mich interessieren, ob »diese« Anführungszeichen den derzeit gültigen Grammatikregeln in Deutschland entsprechen. Vielleicht habe ich ja - im Zeichen der EU-Erweiterung und unserer vielen Rechtschreibreformen - nur die aktuelle Entwicklung etwas "verschlafen?"
Wie geht ihr damit um? Empfindet ihr sie als störend oder lest ihr sie gerne? Verwendet ihr sie eventuell selbst?
Wenn ja, wie könnt ihr sie mit euerer (vermutlich deutschen?) Tastatur darstellen? 
Interessierte Grüße vom Mino 
Signatur

Worte, Worte, nichts als Worte! Dazwischen manchmal ein Gedanke.
(Marcel Reich-Ranicki) |
mam Moderatorin a.D.
  

Status: Offline Registriert seit: 29.06.2006 Beiträge: 572 Nachricht senden | Erstellt am 23.07.2007 - 01:28 |  |
Für mich sind sie eher etwas verwirrend, da ich diese Zeichen dazu benutze, um einen Text als kopiert zu markieren.
mit wirren Grüßen
das Mam
Signatur Praesis ut prosis, non ut imperes (Stehe an der Spitze um zu dienen, nicht um zu herrschen) |
darkangel  Registriertes Mitglied


Status: Offline Registriert seit: 04.08.2007 Beiträge: 49 Nachricht senden | Erstellt am 06.08.2007 - 21:32 |  |
hm... ich benutze sie nciht, da ich sie nicht mit meiner tastatur darstellen kann bzw nicht weiß wie. aber zb in büchern finde ich sie ganz natürlich und sie stören mich nicht. mehr stören mich diese englichen anführungszeichen, wie man sie zb auf dieser seite sozusagen zwangsläufig benutzt...
Signatur Vertrauen ist eine Oase im Herzen, die von der Karawane des Denkens nie erreicht wird. |