ForumNewsMitgliederSuchenRegistrierenMember LoginKostenloses Forum!


Neuer Thread ...
More : [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9] [10] [11] [12]


ErstellerThema » Beitrag als Abo bestellenThread schließen Thread verschieben Festpinnen Druckansicht Thread löschen

OberinspektorDerrick 
Inspektor
............

...

Status: Offline
Registriert seit: 24.03.2016
Beiträge: 571
Nachricht senden
...   Erstellt am 28.11.2017 - 23:42Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


PZ-Interview mit Frank Duval: „Frankie, Du weißt vielleicht ’nen Song“

PZ-Interview mit Frank Duval. „Angel of Mine“ und „Give Me Your Love“ hießen seine großen Hits für ZDF-Krimis und Fernsehserien. Seither lebt der Erfolgskomponist zurückgezogen auf der Kanaren-Insel La Palma. Nach 16 Jahren erscheint jetzt ein neues Album.
Der PZ gab er eines seiner seltenen Interviews – kurz vor seinem 77. Geburtstag am vergangenen Mittwoch. Darin erzählt der TV-Komponist, dass er gar kein Fernsehgerät hat – und wie das so war, damals mit „Derrick“ und dem „Alten“.

PZ: Herr Duval, wie geht es Ihnen heute?

Frank Duval: Danke, mir geht es gut. Sie erreichen mich zu Hause auf La Palma, in meinem Studio.





PZ: Sie sind einer der erfolgreichsten deutschen TV-Musikkomponisten – und besitzen angeblich gar kein Fernsehgerät. Wie passt das zusammen?

Frank Duval: Das stimmt. Wir, meine Frau Kalina und ich, haben seit Jahren keinen Fernseher mehr. Filme, Talkshows oder irgendwelche Trash-Formate interessieren uns einfach nicht. Wir sehen das als Zeitverschwendung an. Nachrichten gucken wir übers Internet – wenn es denn funktioniert… Auch früher, als ich noch viele Melodien für Krimis schrieb, habe ich mir die Folgen nicht im TV angesehen. Ich gucke weder Krimis noch andere Filme.

PZ: Wenn Sie auf Ihre lange Karriere zurückblicken, was sind Ihre persönlichen Höhepunkte?

Frank Duval: Mit den Karriere-Höhepunkten ist das so eine Sache. Natürlich, in den 1960er-Jahren war mein Engagement als „Freddy“ in dem erfolgreichsten Nachkriegs-Musical „My Fair Lady“ ein beruflicher Meilenstein. Das waren sicher auch die ersten großen Hörspiel- und Fernseh-Aufträge, später viele Hitparaden-Erfolge oder Goldene Schallplatten wie für „Angel Of Mine“ oder „Give Me Your Love“. Aber ein ganz persönliches Highlight für mich ist das, was ich seit vielen Jahren als Feedback auf meine Musik, auf meine Arbeiten bekomme. Es gibt viele Menschen, die mir schreiben, dass sie einen Wiederklang ihrer Sehnsüchte und Träume in meinen Kompositionen erleben. Manche berichten sogar, dass meine Melodien eine heilsame und heilende Wirkung auf sie haben. Das alles sind Erlebnisse und Erfahrungen, die mich beflügeln, antreiben und immer wieder neu motivieren.

PZ: Anfangs waren Sie als Tänzer und Sänger bekannt. Wie kam der Wechsel zur Filmmusik?

Frank Duval: Neben Aufträgen für diverse Hörspiel-Reihen, auch für die Kultserie „Per Anhalter ins All“, vertraute mir der Bayerische Rundfunk damals auch die großen Musical-Produktionen an. Deshalb zog ich von Berlin nach München. Zeitgleich begann ich dann, dort auch für andere Künstler Chansons und Couplets zu schreiben, zum Beispiel für Alexandra, Ivan Rebroff oder Maria Schell. 1977 hörte dann TV-Regisseur Helmut Ashley eine Produktion von mir und vertraute mir spontan die Filmmusik für den „Tatort“-Krimi „Schüsse in der Schonzeit“ an. Sie war quasi mein Einstieg in die TV-Musik-Produktion.




Frank Duval: Na ja, singen wollten schon einige sehr gern den Titel. Nur ... Regisseur Alfred Vohrer war mit keinem Interpreten zufrieden. Für meinen Song „Angel Of Mine“ suchte er 1980 einen Sänger, der in der hohen Lage singen kann und der dazu noch einen Wiedererkennungswert hat. Das gestaltete sich ziemlich schwierig. Nachdem er auch den letzten Sängervorschlag nicht akzeptierte, meinte er zu mir: „Mensch Junge, sing du doch mal! Du hast doch früher mit deiner Schwester Maria gesungen.“ Ich ging zögerlich ans Mikro, denn ich hatte mir nach meiner Sangeskarriere vorgenommen, nie wieder zu singen. Nach den ersten Takten drückte er auf die Knöpfe und meinte happy: „Ja, das isses doch!“ Tja, das war es dann auch. Es wurde ein riesiger Erfolg.

PZ: Wie kam es Anfang der 1980er-Jahre zu Ihrer Faszination für Synthesizer?

Frank Duval: Wer als Studiomusiker alleine und unabhängig arbeiten will, muss technisch immer auf dem neuesten Stand sein. Die Synthesizer ermöglichten mir bereits in den 1980ern dieses freie Arbeiten. Ich brauchte dadurch weder Orchester noch Band, um bestimmte Instrumente in meinen Kompositionen einzusetzen. Und natürlich ermöglichten mir die Synthesizer auch, klangtechnisch zu experimentieren. Für mich ist dabei immer der Sound entscheidend – ob er durch ein Klavier, Keyboard, Synthesizer oder eine Stimme erzeugt wird, ist zweitrangig.




PZ: Wie würden Sie selbst Ihren Klang beschreiben?

Frank Duval: Ich mache harmonische Musik mit merkfähigen Melodiebögen, die ich auf meine ganz spezielle Art arrangiere. Charakteristisch dafür sind mystische Sounds, verfremdete Stimmen oder sonderbare Klangfarben. Mitunter höre ich, dass Leute sagen, meine Songs klängen melancholisch, traurig. Ich würde das Wort traurig aber einfach durch sehnsuchtsvoll ersetzen. Das trifft es mehr.

PZ: Wer gab Ihnen die Aufträge und gab es einen Wettstreit mit anderen Komponisten damals?

Frank Duval: Nein, einen Wettstreit im eigentlichen Sinne gab es nie. Man respektiert die Kollegen, aber letztlich macht jeder sein eigenes Ding. Nach meinem musikalischen Durchbruch 1977 im „Tatort“ kam TV-Produzent Helmut Ringelmann auf mich zu und verpflichtete mich für seine Filmprojekte. Er hat mir dadurch damals viele Türen geöffnet. Die künstlerische Freiheit bei den Kompositionen war für mich dabei relativ groß. Oft meinte der Regisseur nur zu mir: „Der Film könnte noch etwas Spezielles gebrauchen, Frankie, Du weißt, vielleicht ’nen Song ...“




PZ: Wie lief das Schreiben der Musik für einzelnen Krimi-Folgen konkret ab – vor allem, als Sie bereits auf La Palma wohnten, ohne Internet?

Frank Duval: Die Produktionsfirma hat mir eine Videokassette mit dem Film auf die Insel geschickt. Ich bin damit ins Studio gegangen, hab’ mir den Film mehrmals angeschaut, mich versucht, in die Charaktere und in die Situation bestimmter Szenen zu versetzen, habe überlegt, wo ich falsche Fährten setzen kann. Dann habe ich mich ans Keyboard oder an den Flügel gesetzt und zum Bild angefangen, zu improvisieren.

PZ: Empfanden Sie die hohe Schlagzahl bei den TV-Krimi-Kompositionen als Fließbandarbeit?

Frank Duval: Mitte der 1980er-Jahre war das in der Tat so, 15-Stunden-Tage waren keine Seltenheit. Mein Terminkalender war komplett voll. Ich musste teilweise Filmaufträge ablehnen – einen sogar aus Hollywood –, weil ich total ausgelastet war. Mir war klar, dass es so auf Dauer nicht weitergehen kann. Auf dem Höhepunkt meiner Karriere, 1985, haben meine Frau und ich unsere sieben Sachen gepackt und sind auf die Kanaren-Insel La Palma gezogen. Ich wollte einfach weniger machen, freier und unabhängiger arbeiten, anders leben und anders denken. Und, ehrlich gesagt, wollten wir auch dem oft kalten, grauen Wetter in Deutschland entfliehen.

PZ: Würden Sie sich als einen Menschen bezeichnen, der die Einsamkeit liebt?

Frank Duval: Das kann man sicher so sagen. Hektik und Großstadtlärm sind nicht mein Ding. Ich liebe die Zurückgezogenheit, die schroffe, unberührte Natur und meine grüne Oase, in der ich in meditativer Gelassenheit kreativ sein kann.

PZ: Warum haben Sie sich vor 20 Jahren völlig vom Fernsehen verabschiedet?

Frank Duval: Ich hatte Angst, in die Routine abzurutschen. Ich fühlte mich durch die Gesetzmäßigkeiten, die Krimi-Musik mit sich bringt, auf Dauer nicht gefordert. Mich reizte andererseits schon länger die optische Umsetzung meiner eigenen Geschichten, wovon einige unter dem Übertitel „Gedankenfilme“ erscheinen werden.

PZ: Denken Sie, eine Karriere wie Ihre wäre heute noch möglich?

Frank Duval: Schwer zu sagen. Fakt ist: Es gibt heute den klassischen Freitagabend-Krimi mit diesen Riesen-Einschaltquoten nicht mehr, der auch die Filmmusik sehr schnell bekannt gemacht hat. Das Problem ist heute vielmehr: Der CD- beziehungsweise Plattenmarkt ist zusammengebrochen. Nur ganz wenige Superstars können heute noch von den Verkaufserlösen leben. Auch weil im Internet kopiert und geklaut wird. Allein auf YouTube gibt es zum Beispiel von meiner Musik rund 40 000 nicht autorisierte Veröffentlichungen mit 16 Millionen Klicks.

PZ: Hatte Musik in TV-Filmen damals einen anderen Stellenwert?

Frank Duval: Ich glaube, grundsätzlich nicht. Das hängt immer vom jeweiligen Regisseur oder Produzenten ab. Die einen wollen nur eine dezente Untermalung, andere erwarten, dass die Musik Teil des Gefühls wird, das der Film vermittelt, dass der Soundtrack dramaturgischer Bestandteil der Handlung wird. Die großen Hollywood-Erfolge der letzten Jahre zeigen ja, wie hoch der Stellenwert von Filmsongs heute noch ist.

PZ: Sie engagieren sich für diverse wohltätige Zwecke – warum?

Frank Duval: Wenn ich mehr verdiene als andere, muss ich abgegeben können, muss ich teilen. Das haben meine Frau und ich von Anfang an so gehalten. So unterstützen wir vor allem Kinderhilfsprojekte, ohne groß darüber zu reden. Wir haben unter anderem ein Heim für polio-geschädigte Mädchen und Jungen in Indien oder eine Betreuungsstätte in Brasilien finanziert. Auch im Tierschutz engagieren wir uns. Um unsere Arbeit effizienter gestalten zu können, haben wir vor zehn Jahren eine eigene Stiftung gegründet, die mit ehrenamtlichen Helfern arbeitet.



PZ: Woran haben Sie zuletzt gearbeitet?

Frank Duval: Ich drehe und produziere vor allem Kurzfilme, die ich musikalisch dramatisiere. Darüber hinaus beschäftige ich mich mit Naturkunst-Projekten: digitale Landschaftsreflexionen, zuletzt auch mit Filtern künstlerisch bearbeitete Nahaufnahmen der Sonne.

PZ: Und welche Projekte stehen jetzt an?

Frank Duval: Ich arbeite an einer DVD mit Art-Videos. Sie sollen faszinieren, irritieren und provozieren. Zum Beispiel das ultimative Schlaflied-Video „Dubidubidu“. Darin geht es um Machthaber und Manipulierer, die uns Kriege, Klimakatastrophen oder Seuchen als große Unterhaltungsshow verkaufen. Ich will auf meine Weise die leise Hoffnung vermitteln, dass es noch nicht zu spät ist – zum Aufwachen.

PZ: Mit nun 77 Jahren – schauen Sie gerne in die Zukunft oder macht dies womöglich auch Angst?

Frank Duval: Die Zukunft macht mir Angst, ja. Der Schlafzustand der Menschen ...

Das Leben des Frank Duval

„Ein Fernsehkrimi wird erst zum Knall, ist die Musik von Frank Duval.“ So formulierte einst die Moderatorin Carolin Reiber, was in den 1980er-Jahren viele ZDF-Verantwortliche gedacht haben. Das Publikum hat den TV-Sender damals mit Anfragen bombardiert, wenn am Vorabend seine Musik lief. Duval schrieb Titel für mehr als 200 Folgen von „Derrick“ und „Der Alte“ bei traumhaften Einschaltquoten von über 20 Millionen Zuschauern und landete internationale Hitparadenerfolge, weil die Krimis in Dutzende Länder exportiert wurden. Zu „Give Me Your Love“, verliebten sich Uschi Glas und Elmar Wepper in der Serie „Unsere schönsten Jahre“ ineinander.

Er ist der Spross einer Berliner Künstlerfamilie. Sein Vater war Kunstmaler, eine Tante Hofmalerin am königlich-preußischen Hof. Sein Großvater, ein Fabrikant, erfand Reformprodukte wie Biomalz und Biocitin. Duval (eigentlich Frank Uwe Patz), geboren am 22. November 1940, startete seine Karriere als Freddy in „My Fair Lady“, einem populären Musical der Nachkriegszeit. Später war er als Schlagerstar (Franco & Maria Duval) erfolgreich. Ebenso als Schauspieler, mit Harald Juhnke oder Heinz Erhardt. In den Achtzigern schaffte er als Musiker den Durchbruch als Film- und Fernsehkomponist und schrieb viele Werbemusiken, darunter für Porsche, Mercedes und fünf Jahre lang für BMW. Wegen seiner mystischen Melodien hat er bis heute eine große Fangemeinde.


Autor: Das Gespräch führte Michael Müller


https://www.pz-news.de/pzplus/vermischt … 98934.html





Signatur
"Harry, der Pfarrer, der Pfarrer hat einen beneidenswerten Beruf."

Oktagonn ...
darf Derrick den Wagen holen
...

...

Status: Offline
Registriert seit: 29.09.2008
Beiträge: 229
Nachricht senden
...   Erstellt am 05.12.2017 - 19:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das mit "Tod der Eltern" hattest Du von mir gell!? Macht ja nix. Habe ja auf der Facebookseite von Sven Hadon (FDS) einiges dazu
geschrieben...




OberinspektorDerrick 
Inspektor
............

...

Status: Offline
Registriert seit: 24.03.2016
Beiträge: 571
Nachricht senden
...   Erstellt am 05.12.2017 - 21:50Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Oktagonn schrieb

    Das mit "Tod der Eltern" hattest Du von mir gell!? Macht ja nix. Habe ja auf der Facebookseite von Sven Hadon (FDS) einiges dazu
    geschrieben...


Du wirst lachen, da bin ich von selbst draufgekommen, weil ich die besagte Folge zufällig kurz vor dem Erwerb der CD angeschaut habe, und mir das sehr bekannt vorkam.

Ach ja, in dem Interview bringt der gute Frank Duval ein bisschen was durcheinander, Regisseur von "Dem Mörder eine Kerze" war nicht Alfred 'Vohrer, sondern Dietrich Haugk, und "Angel of Mine" stammt ja aus dieser Folge. Vohrer führt bei "Das sechste Streichholz" Regie. Kann aber nach fast 40 (!!!) Jahren ja mal passieren.





Signatur
"Harry, der Pfarrer, der Pfarrer hat einen beneidenswerten Beruf."

Oktagonn ...
darf Derrick den Wagen holen
...

...

Status: Offline
Registriert seit: 29.09.2008
Beiträge: 229
Nachricht senden
...   Erstellt am 08.12.2017 - 12:14Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Auch dazu hatte ich auf der FB-Seite etwas dazugeschrieben. Ich weiß aber nicht ob es
auch bei einigen Leuten ankam...

Man sprach auch von Schlußmusik-Sequenzen....was ein totaler Unsinn ist. Duval hat die Stücke im Schnitt 1:3O bis 2:oo Minuten durchkomponiert und diese teilweise auf CD veröffentlicht. Diese Musiken existieren und lagern auf sogenannten "Schnürsenkel"-Bändern.

[Dieser Beitrag wurde am 09.12.2017 - 10:04 von Oktagonn aktualisiert]




More : [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9] [10] [11] [12]

Ähnliche Themen:
Thema Erstellt von Antworten Forumname
Duval CD 'Spuren' Widanje 10 squire1971
Frank Duval solitude 9 squire1971
Making of: Die Filmmusik zu DERRICK & DER ALTE von FRANK DUVAL Oktagonn 2 squire1971
BMW-Musiken von FRANK DUVAL Oktagonn 0 squire1971
Frank Duval-Abspannmusiken komplett abzugeben Oktagonn -1 squire1971
Neuer Thread ...

Geburtstagsliste:
Heute hat nur 1 User Geburtstag
Madaira (44)




Impressum

Dieses Forum ist ein kostenloser Service von razyboard.com
Wollen Sie auch ein kostenloses Forum in weniger als 2 Minuten? Dann klicken Sie hier!



blank