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...   Erstellt am 14.10.2009 - 10:57Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen



Im Deutschland der Wirtschaftswunderjahre war Fini Pfannes eine der ersten Frauen, die mit einer eigenen Agentur in der auch heute noch männerdominierten Werbebranche erfolgreich Fuß fasste. Ihr Werbedienst wurde zu einer der besten Adressen der Branche. Zu ihren Kunden zählten namhafte Unternehmen aus dem Haushalts- und Ernährungsbereich.

Ihre Werbung galt als „ausgesprochen gekonnt, denn an die Produkte, für die sie warb, stellte sie hohe Anforderungen und testete sie genau".

Fini Pfannes Herz hing jedoch an ihrer publizistischen Arbeit.

Die „kulinarische Schriftstellerin" veröffentlichte mehrere Kochbücher, die zu Standardwerken mit hohen Auflagen wurden. Bereits 1955 machte Fini Pfannes Umsätze in Millionenhöhe und beschäftigte fünfzehn Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Neben ihrer unternehmerischen Arbeit engagierte sie sich auch politisch. Für sie war klar, dass „ohne die aktive Teilnahme der deutschen Frauen kein demokratisches Deutschland entstehen kann". Da der „vielfältige Überlebenskampf der ersten Nachkriegsjahre" überwiegend von (Haus-)Frauen geführt wurde, war es für sie nur folgerichtig, sich in den allseits entstehenden überparteilichen Frauenverbänden zu engagieren und gemeinsam mit anderen Frauen den Deutschen Hausfrauenbund (DHB) aus der Taufe zu heben. Wichtig war ihr dabei, „die Bildung der Hausfrauen auf ihrem ureigenstem Gebiet, dem Haushalt, zu vervollständigen".
Wegen ihres extravaganten Kleidungs- und Lebensstils und der Eloquenz, mit der sie ihre öffentlichen Auftritte absolvierte, galt Fini Pfannes bald als „Paradiesvogel". Nicht wenige empfanden ihre Erfolge als Provokation. Der SPIEGEL ging in einer Ende 1955 veröffentlichten Titelgeschichte gar so weit, über das „stilvolle Bettgehäuse ihres Schlafzimmers" zu schreiben und Fini Pfannes als „Perle in der Muschel" zu diskreditieren. Auch die Nähe ihres unternehmerischen Engagements zu ihrer Arbeit für den DHB wurde Fini Pfannes immer wieder angelastet. Die Vorwürfe führten 1956 zu ihrem Rücktritt als Präsidentin des DHB.

Die kurz nach ihrem Tod 1967 gegründete Fini Pfannes Stiftung ist ihr einziges Vermächtnis.

All ihre persönlichen Unterlagen, ihre Bibliothek und weitere Zeugnisse ihres Lebens sind verschollen.

Auch die Unternehmerin Fini Pfannes und ihre politische Arbeit sind heute fast vergessen.

Dabei war sie ihrer Zeit weit voraus.
Verstand sie es doch auf beeindruckende Weise, ihre berufliche Arbeit mit ihrem gesellschaftlichen Engagement zu verbinden.

Damit zählt sie auch heute noch zur Avantgarde.

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Leonor Fini 0 just_for_fun
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