JuergiWuergi  Death God


Status: Offline Registriert seit: 29.06.2005 Beiträge: 431 Nachricht senden | Erstellt am 10.12.2005 - 11:21 |  |
Film: die Chroniken von Narnia - der König von Narnia
Was ist eigentlich mit den 6-jährigen los? Das sind schon ganz harte. Also richtig harte. Nicht solche Emo-Scheißer wie ich; die hätten damals nicht bei "Watership down" geweint. Nein; so sind die nicht. Für die ist Narnia freigegeben.

Der König von Narnia ist schon ein komischer Film. Die Sprache und die Geschichte sind ein Kinderfilm wie er im (Kinder)buch steht, aber der Film ist dermaßen düster und unheimlich gedreht (sieht man mal davon ab das kein Blut fließt) das man sich schon fragen muss wer hier die Zielgruppe ist.
Wüsste man es nicht, man würde auch nicht glauben dass das ganze die Verfilmung einer relativ populären Buchreihe ist. Die Geschichte ist auf eine dermaßen simple Handlung reduziert, und schafft es trotzdem total konfus zu wirken. Das kommt vorallem daher das fast alles was in der Handlung passiert bzw. passieren muss nur durch irgendwelche ollen Prophezeiungen oder einen Zauberspruch, der auf dem Land liegt, eingeleitet wird. Das wird nicht erklärt, das ist halt alles so. Vielleicht muss man da wirklich Kind sein um drauf einzugehen.
Genauso diffus läuft die grundsätzliche Handlung ab: 4 Kinder verlassen im London des 2 Weltkriegs ihr Zuhause und wohnen in der Residenz eines Professors auf dem Land. Dort finden sie im Wandschrank ein Tor das nach Narnia führt (Ende - das ist halt so). Da herrscht die böse Eishexe, ein kalkulierendes Miststück, die gleich hinter den Kindern her ist, weil prophezeit wurde das sie das Land erlösen werden. Und dann gibt es da noch König Aslan, der eine Armee aus guten Fabelwesen aufstellt um das Land zu retten.

Insbesondere die Rolle der Kinder wirkt deplaziert, weil sie die typischen naiven Dinger sind, jedoch von allen zu Erlösern erklärt werden. Und das wird bis zum Ende nicht wirklich besser, auch wenn sie dann glänzende Rüstungen und Waffen (die sie vom Weihnachtsmann bekommen !) haben und sich durch Monster schnetzeln.
Die Schlussschlacht ist dabei noch gut gelungen, pompös und bunt. Sie ist natürlich absolut nichts neues, aber nett anzuschauen. Oder wer wollte nicht schon immer sehen wie ein Zentaure mit einem Nashorn einen Selbstmordangriff auf eine Eishexe führen, die von Polarbären in ihrem Wagen gezogen wird? Na eben 
Der Film schafft es vorallem nicht ein fantastisches Gefühl aufkommen zulassen. Schon nach wenigen Minuten in Narnia akzeptiert jedes der Kinder diese Welt und seine Bewohner. Und neben der kleinsten der 4 Geschwister, die am Anfang soetwas wie die Hauptrolle hat, bleiben alle auch relativ blass. Sieht man mal von ihnen ab...

Herr und Frau Biber. Die wahren Helden des Filmes. Während dem Marsch vom "bösen" Teil Narnias zu Aslans Feldlager werden die Kinder von den beiden geführt. Unheimlich toll und putzig animiert. Und, wenn auch die typischen tollpatschigen Nebendarsteller, mit einigen netten Dialogen. (Fr. Biber "Kind, du stellst dich schlimmer an als Herr Biber am Waschtag" Hr Biber "Der schlimmste Tag im Jahr!")
Auch die Rolle des Löwen Aslan wird bis zum Schluss ganz und garnicht erklärt. Er ist, wie die Kinder ein Erlöser, bloss noch viel schlimmer. Das fleischgewordene Gute: milde, aufopferungsbereit und von jedem (Gutem) geliebt.
Man muss dem Film zugutehalten das die monströse Länge von knapp 140 Minuten relativ schnell vorbeigeht. Leider bleibt der Beigeschmack das man hier viel Magie und Zauberhaftes verschenkt hat weil man viel in Bild fassen musste und dabei (anscheind) viel von der Geschichte verloren ging. (ich hoffe zumindest dass das Buch anders ist, soeine Geschichte zu lesen wäre ja unerträglich)
Fazit: Ein Kinderfilm für Erwachsene, ein Erwachsenenfilm mit kindischer Geschichte? Aber keinenfalls DER Herr der Ringe Nachfolger, egal was die Kinos euch erzählen wollen 
5 von 10 Arschprüfdaumen
[Dieser Beitrag wurde am 10.12.2005 - 11:30 von JuergiWuergi aktualisiert]
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