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Aila ...
Sir Christus amateur groupie
............

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Registriert seit: 06.10.2006
Beiträge: 723
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...   Erstellt am 26.11.2006 - 12:46Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


soo danke chantti das du mich nochma dran erinnert hast bittä seeehrrr!

Untitled


1. Kapitel


Ich blickte aus dem Flugzeug hinaus auf die dicke Wolkendecke unter mir, die Wolken welche aussahen wie Watte wirkten irgendwie beruhigend auf mich, ja ich hatte Flugangst wenn nicht sogar Flugpanik! Die alte Dame neben mir schlief tief und fest währenddessen ich mich irgendwie abzulenken versuchte. Kopfhörer auf, Radio ein, läuft nur Mist, Radio aus. Na los Miia konzentrier dich auf den Film der dort vorne läuft, langweilig, Kopfhörer wieder runter, Buch hervor nehmen, blättere darin herum und knalle es dann wieder in die pinke ‚Hello Kittie’ Tasche zurück. Wie konnte ich mich nur so verrückt machen?! Wegen bisschen fliegen..
Ein vorsichtiges stupsen an meinem Arm lässt mich erwachen, blinzelnd öffne ich die Augen. Wie um Himmelswillen hatte ich es geschafft einzuschlafen? War ja egal Hautsache ich hatte geschlafen und keine Panikattacke gehabt. Ich drehte mich in die Richtung aus welcher das nervende Stupsen an meinem Arm kam und blickte in das Gesicht meiner Sitznachbarin. „ Entschuldigen Sie, ich dachte ich wecke Sie, wir sind gleich da,“ sprachs und lächelte mich an. „Oh, danke,“ gab ich zurück und lächelte etwas gezwungen zurück. Landeanflug, Hilfe! Ich krallte mich in den Armlehnen meines Sitzes fest und oh Wunder plötzlich waren wir auf dem Boden ohne Absturz und Feuer und allem was dazu gehört. Erleichtert packte ich meine Sachen zusammen und wollte so schnell es geht aus der fliegenden Blechbüchse raus. Endlich nach langem warten da sich noch ein paar alte Leutchen ihre Zeit nahmen welche sie ja zu genüge hatten ( Leute ihr lebt nicht mehr lange wieso lasst ihr euch dann noch so lange Zeit?!) stiefelte ich zur Gepäckannahme und wartete. Nach einer geschlagenen Viertelstunde kam endlich mein Koffer heran gerollt. Ich schnappte ihn mir und zog ihn mit Schwung vom Förderband. Die junge Frau neben mir hatte gleichzeitig dieselbe Idee und so fand ich mich am Boden sitzend, mein Koffer auf mir drauf wieder. Hatte diese blöde Kuh mir ihren riesen Koffer um die Ohren gehauen der mich nach hinten kippen lies. Fluchend wollte ich mich aufrappeln als mir diese Attentäterin auch schon ihre Hand entgegen streckte und mir aufhalf. „Tut mir Leid, hast du dir weh getan?“ kam es von der Frau. ‚Halt! Das war eindeutig keine Frauenstimme!’ Ich blickte hoch und sah in ein paar besorgt dreinschauende blaue Augen. Oops hatte ich ihn mit seinen langen blonden Haaren und seinen rosa Klamotten doch tatsächlich für eine Frau gehalten.
„ Nein, nein schon ok, mir geht’s gut,“ stammelte ich und hob meinen Koffer hoch. „Jonne..! Beweg mal deinen kleinen Hintern hierher!“ Nanu was wollte das pinke Dings da von der Blondine? „Jonne verdammt, jetzt komm und laber nicht alles an was herumsteht!“ Wie war das bitte?! Laber nicht ALLES an was HERUMSTEHT?!? Was fällt dem pinken Etwas dort drüben eigentlich ein?! „Tut mir leid, Kristian meint es nicht so.“ kam es vom Blonden. Ich schenkte dem Pinken der anscheinend Kristian hiess noch einen Bitterbösen Blick und wandte mich wieder an den Blonden. Jonne hiess er also.. „Schon OK kannst ja nichts für diesen Idioten.“ Lächelte ich ihn an. Er lächelte zurück. „JONNE!!!“ „Ich glaube ich sollte jetzt lieber gehen bevor der noch ganz austickt“, meinte Jonne entschuldigend. „Tschüss und entschuldige noch mal wegen vorhin.“ „Schon vergessen, tschüss.“
Und schon war er auch schon zwischen den umstehenden Leuten verschwunden.

Ich machte mich auf den Weg aus dem Flughafengebäude raus. Kaum war die Türe geöffnet windete es mich beinahe weg und ich hatte eine Ladung Schnee im Gesicht. ‚Dass es hier öfters nicht so schönes Wetter hat ist mir bekannt, aber gleich SO!’ Ich wischte mir den Schnee aus dem Gesicht und machte mich auf den Weg ein Taxi zu suchen. Das war einfacher gesagt als getan. Als nach einer halben Stunde des Wartens sich endlich einmal ein Taxi in meine Richtung bemühte, spritze es mich erst mal schön nass. ‚Na wunderbar!! Heute gingt aber auch alles schief!’ Genervt hievte ich meinen Koffer auf die Rückbank und setzte mich hin. Der Fahrer bemühtet sich nicht einmal mir mit dem Koffer zu helfen. ‚Na danke du kriegst garantiert kein Trinkgeld!’ Ich gab dem unfreundlichen Typen die Adresse meiner Wohnung. Hier sollte ich die nächsten Jahre also wohnen, wenn hier alle so freundlich sind wie der Typ eben dann kann das ja was werden.
Zehn Minuten später hielt das Taxi, ich bezahlte, gab trotzdem ein kleines Trinkgeld, und ging die paar Schritte bis zu meiner Wohnungstür. Ich kramte in meiner Tasche nach dem Hausschlüssel und begab mich schliesslich in die Wärme. So nun war ich also da. In Finnland wo ich schon lange hinwollte. Ich stieg langsam die Stufen hinauf bis in den 2. Stock, dort musste meine Wohnung sein.
Schwer atmend kam ich vor meiner Wohnungstüre an. Zum Glück musste ich nur einen riesen Koffer schleppen, meine anderen Sachen sollten morgen nachgeliefert werden.
Ich schloss die Türe auf und liess den Koffer erst mal im Flur stehen. Neugierig machte ich mich auf die Wohnung zu erkunden, ich kannte sie bisher nur von Fotos. Die Wohnung war hell und sauber, das Wohnzimmer schön gross, ausserdem ein mittelgrosses Badezimmer, eine Küche und ein Schlafzimmer für mich. Es gab noch einen andern Raum welcher ungefähr gleich gross war wie das Schlafzimmer, diesen wollte ich als Gästezimmer nutzen falls meine Freunde mich mal im „hohen Norden“ wie sie es nannten, besuchen möchten.
Müde nach der ganzen Reise liess ich mich erst mal aufs Sofa plumpsen und sah mich im Wohnzimmer um. ‚Hmm… ich muss unbedingt noch ein paar Bilder aufhängen damit es hier nicht so leer ist.’ Und schon war ich aufgestanden und wühlet in der Kartonkiste welche im Wohnzimmer stand, diese war schon früher eingetroffen und ich war gar nicht unglücklich darüber. Als erstes rollte ich das grosse Heartagramm-Poster aus und befestigte es gut sichtbar im Wohnzimmer. So gefiel mir die ganze Sache schon viel besser. Ich holte noch meine pink-schwarzen Kissen und die gleichfarbene Federboa hervor und verteilte diese auf dem Sofa. Vorhänge waren glücklicherweise schon vorhanden, so konnte nicht jeder hineinschauen. Ich dekorierte noch ein wenig das Wohnzimmer mit den Sachen welche schon hier waren, räumte dann Küche und Bad sorgfältig ein und richtete mein Bett her. Ich wollte mir soeben gemütlich etwas zu trinken gönnen als ich merkte dass in meinem Kühlschrank gähnende Leere herrschte. „Das kann doch nicht wahr sein“, schimpfe ich vor mich hin und mache mich schon auf den Weg mich wieder anzuziehen und mich in der Kälte nach einer Einkaufsmöglichkeit umzusehen.

Nach erfrierenden 20 Minuten fand ich endlich einen Lebensmittelladen. Ich kaufte alles Mögliche ein so dass mein Kühlschrank garantiert aus allen Nähten platzen würde. Das ich das alles noch nach Hause schleppen musste kam mir in dem Moment noch nicht in den Sinn. Die Erkenntnis kam erst an der Kasse als ich mit vier vollen Tüten da stand. ‚Na gut, und jetzt siehst du wie du das nach Hause bringst ohne irgendeinen Schaden zu bauen.’
Zum Glück hielten alle Tüten bis vor meine Wohnung, aber leider nur bis davor. Als ich nach meinem Schlüssel kramte riss eine Tüte unten durch und der ganze Inhalt verteilte sich im zweiten Stock.
Ich hätte in diesem Moment am liebsten geschrieen. Aus Rücksicht auf meine Nachbarn, welche ich nicht schon an meinem ersten Tag verärgern wollte, liess ich es aber bleiben. Ich schloss meine Wohnung auf und brachte erst mal die anderen Tüten in die Küche. Dann machte ich mich daran alles Herumliegende aufzusammeln als ich unten die Haustüre zufallen hörte. ‚Nein, nein, nein bitte nicht das auch noch wieso muss genau jetzt jemand kommen?!’ Von unten her höre ich schon eine mir bekannte Stimme fluchen wer diesen Mist herumliegen lässt. Schon kommt das arrogante pinke Dings vom Flughafen die Treppe hoch. ‚Och nee, alle anderen können meinetwegen jetzt hier durch laufen, wieso genau der?!’ Er wollte wohl soeben Luft holen um wieder irgendeinen bescheuerten Spruch los zu lassen als es ihn auch schon elegant mit Schwung auf die Nase haute. ‚Ach da waren meine Wasserflaschen geblieben.’ Er war soeben über mein Wasser geflogen da waren auch schon die nächsten Flüche zu hören. ‚Ups da war wohl jemand sauer. Schlecht geschlafen?’
Er hatte sich schon aufgerappelt und baute sich jetzt vor mir auf, warum machte mir das nur überhaupt keinen Eindruck?!’
„Ist das dein Müll der hier rumliegt?“, keifte er mich nicht gerade sehr freundlich an. Ich stehe ebenfalls auf und schaue ihm nun direkt in die Augen, in die zugegeben sehr schönen grünen Augen. Ich schenke ihm mein schönstes Lächeln und sage: „ Ja Süsser das sind meine Sachen, tut mir leid das du da eben eine Bruchlandung darüber veranstaltet hast, die Sachen sind aus der kaputten Tasche gefallen.“ „Dann nimm eben keine kaputten Taschen!“, brummte er. ‚ Was soll das jetzt bitte?! Glaubt der ich hätte das Zeug hier absichtlich verteilt damit er darüber knallen kann!!’ „Na hör mal, als ich hier ankam waren die Tüten auch noch heil und ich konnte ja nicht wissen dass du hier angetrampelt kommst und eine Bruchlandung hinlegest. Ich sagte bereits dass es mir leid tut und du bist ja nicht schwer verletzt also hör auf zu jammern!“ Ihm klappte die Kinnlade nach unten, er war es wohl nicht gewohnt dass so mit ihm gesprochen wurde. ‚ Süüüüss eine kleine Diva ist es wohl auch noch.’ „Ach weißt du was Kleine, du kannst mich mal kreuzweise!“, wetterte er und lief davon. Jetzt war ich an der Reihe mit Kinnlade-nach-unten-klappen. Kleine?! Ich war ganz und gar nicht klein, na gut vielleicht ein bisschen. Ja OK im Vergleich zu ihm war ich klein mit meinen 1.63m aber er war auch nicht gerade ein Riese. Während ich immer noch vor meiner Wohnung stand und mich über ihn ärgerte war er schon lange in seiner Wohnung verschwunden. Seufzend packte ich alles was noch herum lag zusammen und bugsierte es zum anderen Zeug in die Küche. Nach, dem mir ewig vorkommenden, Kühlschrank einräumen ass ich eine Kleinigkeit und ging dann ins Wohnzimmer um noch ein wenig Fern zu sehen. Ich musste wohl eingeschlafen sein, denn ich erwachte erst von einem lauten Geschrei welches aus dem Treppenhaus zu kommen schien. Langsam erhob ich mich und tapste zur Haustüre.

2. Kapitel


Ich schaue vorsichtig durch Guckloch und erblicke meinen Lieblingsnachbar und eine unbekannte Blondine welche ihm gerade eine riesen Szene macht. Er hatte sie wohl soeben aus seiner Wohnung geschmissen und nun standen sie sich gegenüber, er die Arme verschränkt mit wütender Miene und sie heulend und schreiend vor ihm. Kopfschüttelnd mach ich mich auf den Weg ins Schlafzimmer um mich in mein bequemes Pyjama zu schmeissen. In was für ein Irrenhaus war ich da nur geraten?
Zurück im Wohnzimmer möchte ich mich eigentlich auf die Serie konzentrieren was aber mit dem Geschrei draussen schlecht funktionierte.
Langsam aber sicher war ich genervt. ‚Wenn das noch lange so weiter geht, geh ich da raus und geig dem Typen mal meine Meinung!’ Als ob sie mich erhört hätten war es plötzlich auf einen Knall ruhig. Wirklich auf einen Knall den irgendjemand hatte die Türe heftigst zu geknallt. Da ich von Natur aus ein sehr neugieriger Mensch bin konnte ich es nicht lassen, noch einmal aus dem Guckloch hinaus zu blinzeln. Die Blonde sass ganz aufgelöst auf der Treppe und heulte leise in sich hinein. Ich muss noch erwähnen dass ich auch ein sehr mitfühlender Mensch bin und so tat sie mir richtig leid.
Ich war kurz davor zu ihr raus zu gehen und zu fragen ob auch alles OK sei, als sich aber auch schon die gegenüberliegende Türe öffnete und eine junge Frau, mit langem braunem Haar, wahrscheinlich etwa in meinem alter hinaus kam. Sie sprach kurz mit der Blonden und nahm sie darauf zu sich in die Wohnung.
Dieses Spektakel spielte sich wohl nicht zum ersten Mal ab. ‚Schluss jetzt Miia man belauscht seine Nachbarn nicht, genauso wenig wie man sie beobachtet!’ ermahnte ich mich selbst und begab mich zurück ins Wohnzimmer.

Nach einer ungemütlichen Nacht auf der Couch (was schlaf ich auch auf der Couch wenn ich ein grosses, bequemes Bett für mich ganz alleine habe nicht weit von hier?!!) erwachte ich als mir die Sonnenstrahlen im Gesicht kitzelten. Langsam und verschlafen öffnete ich meine Augen und rieb mir den Schlaf aus den Augen. Glücklicherweise musste ich erst in 2 Monaten anfangen zu arbeiten. Mein Chef im neuen Reisebüro in Tampere, Finnland (wo auch sonst?) war echt nett und meinte ich solle mich erst mal einleben bevor ich mich schon wieder in Arbeit stürze. Na ja mich in Arbeit stürzen hatte ich eigentlich nicht vor aber wenn er meinte… Auf jeden Fall hatte ich nun genug Zeit meine Wohnung nach Lust und Laune einzurichten.

Der Schneesturm von gestern Abend hatte sich mittlerweile gelegt und die Sonne schien. Ich öffnete die Türe welche vom Wohnzimmer auf meinen kleinen Balkon führte. Ich hatte darauf bestanden dass ich diesmal einen Balkon hatte denn ich hasste nichts mehr als wenn in meiner Wohnung geraucht wurde, was leider in meiner alten Wohnung mit meiner Kettenrauchenden Mitbewohnerin der Fall gewesen war. Ich gebe zu dass ich auch gerne ab und an eine rauche aber nicht in der Wohnung wo danach alles nach Rauch stinkt. Als ich mit meinen pinken Plüschfinken (ja ich habe eine Vorliebe für alles pinke, rosa Farbene und schwarze) auf den Balkon hinaustrat war es sogar angenehm warm. Ich blickte zum ersten Mal auf die Stadt bei Tag. Ja es gefiel mir hier gut, nein sehr gut. Ich lächelte und war für den Moment glücklich.
Doch wie könnte es auch anders sein, will man einmal seine Ruhe haben… *knall* *peng* *lautes fluchen* *augenverdreh auf meiner Seite* schon steht mein lieber Herr Nachbar mit Ach und Krach (was hat der auch mit seiner Balkontüre angestellt? Will’s nicht wissen) auf seinem Balkon nicht weit von mir. Er hatte mich noch nicht gesehen und zündete sich in Ruhe eine Kippe an. „Guten Morgen!“, rief ich überschwänglich und übertrieben freundlich in seine Richtung. Ja ich gebe es zu es machte mir Spass ihn mit so viel Freundlichkeit zu ärgern. „Morgn.“, kommt es zurück. Ich verdrehte meine Augen und wollte mich schon auf den Weg in die Wohnung zurück machen als es hinter mir ertönte: „Süsse Hausschuhe hast du da!“ Ich drehte mich um und sah zu ihm rüber. War das nur wieder ein Grund um mich zu ärgern oder meinte er es womöglich ernst. Na gut so wie der aussieht könnte er es ernst meinen. Doch er grinst mich wieder nur dämlich an. Erneutes Augenverdrehen und bloss weg von diesem Idioten.
Kann man nicht mal mehr auf seinem Balkon sitzen ohne dass irgendein irrer Nachbar einen belästigt?! Langsam ging mir der Typ echt auf die Nerven mit seiner Selbstverliebten, arroganten, besserwisserischen, nervtötenden Art. Ich kannte ihn gerade mal ein paar Stunden und würde ihm am liebsten jetzt schon den Hals umdrehen. Na das konnte ja heiter werden.

Später. Ich hatte mich angezogen, die Wohnung gelüftet und etwas aufgeräumt. Nun wollte ich die Stadt etwas erkunden. Ich zog meinen heiss geliebten schwarzen Ledermantel an und meine Stiefel, dann machte ich mich auf den Weg aus der Wohnung.
Ich schlenderte die Strasse entlang und schaute mir die Schaufenster an, ich hatte echt eine gute Wohnungslage, es war nicht allzu weit vom nächsten Shoppingcenter entfernt so dass ich gut zu Fuss hingehen konnte aber doch weit genug weg von der Hauptstrasse. Ich lief noch etwas durch die Gegend bis ich auf ein Strassenschild traf welches den Weg zum Park zeigte. Langsam lief ich in diese Richtung weiter bis ich zu einer grossen Liegewiese, welche zu Zeit ziemlich unbenutzt war, kam. Das sollte der Park sein?! Ich dachte mir nicht viel dabei und ging quer über die Wiese weiter und oh Wunder da war ein schöner kleiner Park mit einem kleinen See auf welchem Enten schwammen und rund darum herum ein Gehweg. Es waren nicht viele Leute im Park und die weissen, reich mit Schnörkeln verzierten Bänke waren fast alles unbesetzt.

Ich setzte mich auf eine der Bänke und schaute den Enten zu welche nach Brotkrümeln tauchten die Kinder hinein warfen. Ich nahm mein Skizzenbuch hervor und begann den Park zu skizzieren. Den See, die Enten, die Kinder mit ihren Eltern, die Bäume die langsam wieder ihre Blätter wachsen liesse, die Wiese, der Himmel…. Ich war ganz in meine Zeichnung vertieft dass ich nicht merkte dass sich jemand neben mich gesetzt hatte und mich beim Zeichnen beobachtete. Nach ein paar Minuten merkte ich dass ich nicht mehr alleine war. Ich schaute nach rechts und blickte in ein paar schöne ,mir bekannte Augen…

3. Kapitel


„Hab dich gar nicht bemerkt.“, murmelte ich. „Hallo! Ja danke mir geht’s auch gut und dir?“, grinste mich mein Gegenüber an. Verwirrt schaute ich ihn an. ‚Hab ich was verpasst?’ „Och jetzt mach nicht so ein Gesicht.“ Und jetzt hatte auch ich verstanden was er wollte. Lachend schüttelte ich den Kopf. „Du bist Jonne nicht? Der Attentäter vom Flughafen der mich mit seinem Riesenkoffer beinahe erschlagen hätte?“, grinse ich nun zurück. Er stand auf und salutierte. „Jap der Attentäter persönlich!“ Jetzt mussten wir beide lachen. Er setzte sich wieder hin. „Du hast mir aber noch nicht verraten wie du heisst. Du bist nicht von hier? Oder doch? Was treibt dich denn hierher…“, legte er mit fragen los doch bevor er richtig in Fahrt kam stoppte ich ihn. „Halt! Ich beantworte dir gerne alle Fragen aber eine nach der anderen und nicht so schnell OK?“ Er schüttelte den Kopf und hielt wirklich die Klappe, jedoch nicht so lange wie erhofft, bevor ich Luft geholt hatte fragte er schon wieder: „Wie heisst du jetzt?“ Ich warf ihm einen warnenden Blick zu und er hielt sich den Mund zu und schaute mich unschuldig an. ‚Wie lange hatte er wohl für diesen Engelsblick geübt?’ „Also der Reihe nach, mein Name ist Miia und nein ich bin nicht von hier, ich bin aus der Schweiz nahe de Deutschen Grenze und was mich hierher verschlägt ist die Arbeit. So jetzt weißt du was du wissen wolltest, sind noch Fragen?“, ich grinste in mich hinein als er nur den Kopf schüttelte dass seine langen Haare nur so flogen (Anmerkung von mir: Er gefiel mir besser mit langen Haaren, deshalb hat er hier halt noch welche) „Ich komme später noch auf dein Angebot zurück.“ ‚Angebot? Hatte ich schon wieder was nicht mit bekommen oder was? Der Typ ist echt schräg.’ Dachte ich und begann schon wieder zu grinsen. „Was ist so lustig das du andauernd grinst? Hab ich was verpasst?“ Mein Grinsen wurde nun zum Lachen.. „Nein, nein hab nur soeben gemerkt dass ich schon wieder nicht draus gekommen bin.“
„Aah ‚entschuldige ich meinte ich wird darauf zurückkommen wenn ich noch Fragen habe.“ Jetzt hatte auch ich es begriffen und ich nickte nur.
„Jetzt bin ich aber an der Reihe Fragen zu stellen!“, verlangte ich. Grinsend schüttelte er den Kopf und nickte dann. „Was jetzt Ja oder Nein?“
„Natürlich Ja“, lachte er.
„ Also dein Name ist Jonne, das weiss ich mittlerweile, du bist Finne das hab ich auch gemerkt. Ähm…’kurzes überlegen’ Mist, mir fällt keine Frage ein. Ich wollte dich doch auch mit Fragen nerven und jetzt weiss ich nix.“ Er musste schmunzeln.
Ich blickte auf meine Uhr und erschrak. „Mist, mist, mist, mist!!! Ich muss nach Hause, meine restlichen Sachen sollten heute geliefert werden und ich möchte nicht dass sie draussen im Treppenhaus herumstehen, bei diesen Nachbarn.“ „Wieso was ist so schlimm an denen?“, fragte er. „Ach ich hab halt so einen idiotischen Nachbarn, dem macht es wohl spass mich zu ärgern, dem möchte ich meine Sachen nicht ausliefern, wer weiss was der mit denen anstellen würde… aber ich erzähle dir sonst ein ander Mal mehr. Ich muss jetzt wirklich gehen.“
Nachdem wir unsere Nummern ausgetauscht hatten und uns verabschiedet hatten machte ich mich eiligst auf den Nachhauseweg.
Wie erwartet standen meine fünf voll gepackten Kartons vor meiner Türe und versperrten das halbe Treppenhaus. ‚Na hoffentlich ist mein lieber Herr Nachbar nicht zu Hause.’ Doch wenn man vom Teufel spricht, schon öffnete sich die Türe des werten Herren. „Räumst du auch endlich deinen Mist hier weg?“, schnauzte er mich an. Langsam aber sicher riss mein Geduldsfaden, was glaubte der eigentlich was er ist? „Hör auf zu nerven und hilf mir lieber mal.“, sagte ich sichtlich genervt.
„Ich dir helfen? Jetzt? Freiwilliges Kisten schleppen? Nee vergiss das mal schnell wieder.“
Er stand an seinen Türrahmen gelehnt da, rauchte eine Zigarette und schaute mir zu wie ich alles weg räumte. Jetzt reicht es mir langsam. „Verpiss dich mal schnell in deine Wohnung du störst mein Blickfeld!“, giftete ich ihn an. Er hatte mir nur ein abschätziges Grinsen übrig, drehte sich um und verschwand hinter seiner Türe.

Da ich jetzt absolut keine Lust hatte alle Kartons auszuräumen und alles irgendwo zu platzieren, stellte ich diese erst mal im Wohnzimmer hinter der Couch ab. Ich machte es mir vor dem Fernseher gemütlich und zappte durch das Programm.
Irgendwann gegen Abend klingelte mein Handy. Ich blickte auf den Display, wo Jonnes Namen aufleuchtete. Erfreut hob ich ab.
„Hey! Wie geht’s?“
„Hey! Mir geht’s gut und dir?“
„Immer noch!“
„Leben deine Kartons noch oder hat sich dein netter Nachbar daran vergriffen?“
„Nee die sind noch heil aber stell dir vor, dieser Idiot hat mich angemotzt ich soll endlich meinen Mist wegräumen, als ich ihn bat mir doch schnell zu helfen die Dinger hinnen zu tragen war er sich zu schade dafür. Er stand nur daneben und beobachtete mich. Als ich dann alles weg geräumt hatte bewegte er sein Hinterteil wieder in seine Wohnung. Der Typ nervt mich echt!!“
„Das klingt wirklich ätzend…“

Wir unterhielten uns noch eine Weile über dies und jenes. Nach einer halben Stunde und einer Verabredung für den nächsten Tag, verabschiedete Jonne sich mir der Begründung er müsse jetzt arbeiten gehen. Ich war immer noch müde von der gestrigen Reise und meiner unbequemen Nacht auf der Couch. So beschloss ich ins Bett zu gehen.
Ich schlief ein und träumte von kleinen Engeln mit langen, blonden Haaren und schwarz, pinken Teufeln welche dauernd auf die Schnauze vielen weil etwas im Weg war…

4. Kapitel


Ich erwachte erst gegen den späten Vormittag des nächsten Tages. Langsam kroch ich aus meinem warmen Bett und warf einen Blick nach draussen. Vom warmen, sonnigen Wetter keine Spur, dicke, schwarze Wolken hingen vom Himmel und es regnete in Strömen. ‚Na toll’ Ich machte mich auf in die Küchen und kochte mir erst mal einen Tee. ‚Wieso ist es in dieser Wohnung nur so scheiss kalt?!’
Mit dem Tee in der Tasse bewaffnet ging ich zur Balkontüre und sah hinaus.
Das kann doch nicht wahr sein!! Sass dieser Kristian (so hiess er doch wenn ich mich recht erinnere…) gemütlich in Boxershorts auf dem Balkon im strömenden Regen. ‚Hat der einfach nur einen Knall oder eine kleine masochistische Ader?’ Ich schüttelte nur den Kopf und hielt es für besser jetzt nicht hinaus zu gehen. Bei diesem Wetter ging kein Hund freiwillig vor die Tür, na ja ausser Kristian. Nein damit meinte ich nicht dass er ein Hund sei.
Ich kuschelte mich auf mein Sofa und nippte vorsichtig am heissen Getränk. Mir war langweilig und ich hatte ehrlich gesagt wenig Lust die Kartons auszuräumen. Mussten diese halt noch ein wenig herumstehen, ob sie wollten oder nicht.
Nachdem ich meinen Tee geschlürft hatte stellte ich die Tasse in den Geschirrspüler und ging in mein Schlafzimmer um mich umzuziehen. Ich hatte mich für den Nachmittag mit Jonne verabredet um 16.00 Uhr in irgendeinem Café, das hiess, eine Stunde früher los laufen und das Café suchen.
Ich räumte meinen halben Kleiderschrank aus um etwas Passendes zu finden. Schliesslich entschied ich mich für eine schwarze Hose und ein pinkes träger Oberteil.
Ich machte mich schliesslich eine Sunde bevor ich im Café sein sollte auf den Weg. Im Treppenhaus begegnete mir ein schlecht gelaunter Kristian.(wie sollte es auch anders sein) ‚ Verfolgt mich der Typ etwa oder wieso treff ich den jedes Mal wenn ich aus dem Haus gehe an??!’
Ohne ihn eines Blickes zu würdigen stolziere ich an ihm vorbei. Ein bisschen schräg schaue ich trotzdem als ich sehe dass er eng anliegende Hosen mit Leopardenprint trägt. Schmunzelnd begebe ich mich nach draussen in den Regen.
Ich gehe die Strasse runter welche ich gestern schon genommen hatte als ich in den Park wollte. Nach einer Weile herumirren finde ich schliesslich das besagte Café und trete ein. Ich war ziemlich nass, glücklicherweise hatte ich meine hohen Stiefel und den Ledermantel an so dass ich wenigstens nicht überall durchnässt war, meine Hose sah allerdings ziemlich mitgenommen aus. Ich blickte mich nach einem freien Tisch um, keiner frei, mist.
Plötzlich höre ich meinen Namen. Ich blicke mich um und sehe Jonne winkend an einem der Tische sitzend. Er ist allerdings nicht alleine. Bei ihm am Tisch sitzt noch ein Lockenkopf der aussieht als hätte er soeben einen Stromschlag erlitten und ein Rothaariger mit Dreads. Ich winke zurück und zwänge mich zwischen Tischen und Stühlen hindurch bis zum Tisch der Drei. „Hey Miia schön dass du da bist. Bist etwas früh dran, aber was solls. Das hier sind meine Freunde Larry ‚er zeigt auf den Lockenkopf’ und das ist Antti.“
„Hey ihr Beiden ich bin Miia.“, lächle ich. Die beiden lächeln zurück und Jonne Klopft auch schon auf den Stuhl zwischen sich und Lockenkopf, Verzeihung Larry. Ich zog meinen Mantel aus und hängte ihn über die Stuhllehne bevor ich mich setzte. Alles drei starrten mich erwartend an. „Was denn?“
Keine Antwort. Die Jungs wandten sich zum gehen. „Ihr müsst meinetwegen nicht gehen ich bin eh etwas früh dran.“, meinte ich. „Ach schon OK wir müssen sowieso gehen, haben noch was anderes vor.“, sagte Larry und zwinkerte mir zu. „Wenn ihr meint.“, sagte ich schulterzuckend.
Nachdem sich die Jungs verabschiedet hatten sass ich nun mit Jonne alleine im mehr als vollen Café.
Peinliches Schweigen. Jonne brach schliesslich das Schweigen. „Und wie geht’s dir so?“ „Gut, hab mich relativ gut eingelebt und ausser meinem Nachbarn gefällt mir hier alles, sogar der Regen stört mich nicht.“ , grinse ich. „ Jaja die lieben Nachbarn. Einer meiner Freunde beschwert sich auch seit ein, zwei Tagen über seine dämliche Nachbarin. Er sagt sie sehe zwar ziemlich hübsch aus, habe aber eine grosse Klappe und sei zickig.“ „ Och der Arme,“ lache ich, „ den muss ich unbedingt kennen lernen, dann können wir uns gemeinsam über unsere Nachbarn ärgern.“
„Kein Problem ich nehme dich einfach mal mit wenn wir unterwegs sind, um ein paar Kneipen unsicher zu machen.“ „Gebongt! Ich nehme dich beim Wort!“
Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile bis Jonne fand es seien eindeutig zu viele Leute in diesem Café und er gehen wollte. Jedes Mal wenn jemand mit einem nassen Regenschirm oder einer Jacke auch nur in seine Nähe kam, hüpfte er auf und wischte sich jedes Tröpfchen einzeln von den Kleidern. Es sah wirklich zu komisch aus wie er dauernd vom Stuhl hochsprang um sich 2 Sekunden später wieder zu setzten und gleich wieder aufzuspringen.
Wir beschlossen aufzubrechen weil es ihm zu anstrengend war dauernd herum zu hüpfen. Kaum waren wir aufgestanden stürzten sich schon alle umstehenden und wartenden auf unseren Tisch. Wir lachten und machten uns auf in Richtung Türe. Plötzlich bleibt Jonne stehen und macht ein ganz erstauntes Gesicht. „Was denn?“, fragte ich. „Es regnet ja.“ „Nee da wär ich ja nie drauf gekommen.“, erwidere ich und muss lachen. „ Aber da wird ich ja ganz nass!“, sagte er geschockt. „Jaa das ist wohl so wenn’s regnet.“ Ich finde es amüsant wie er sich über den Regen ärgerte und sich dann schliesslich die Kapuze über den Kopf zog. Er öffnete mir die Türe und liess mich, ganz Gentleman- like, zuerst hinausgehen. Wir wollten noch zu ihm nach Hause und noch ein wenig Quatschen.
Bei Jonne angekommen waren wir beide ziemlich nass sogar mein Mantel hatte mich im Stich gelassen und ich sah aus wie ein begossener Pudel. Ich schaute mich in seiner Wohnung um. Die Wände waren zart rosa gestrichen, sowieso war alles ziemlich im Rosa ton gehalten. Mir gefiel sie auf Anhieb. Jonne verschwand in einem de Zimmer und kam schliesslich mit 2 Handtüchern zurück. Dankbar nahm ich da rosa Handtuch (welche Farbe sollte es auch sonst haben) an. Ich trocknete meine Haare so gut es ging, dann schleppte mich Jonne in sein Schlafzimmer und stellte mich vor seinen Schrank. „Hier such dir was Passendes aus, so nass läufst du mir nicht in der Wohnung rum. Die Sachen sollten dir eigentlich passen.“ „Alles klar! Danke!“ „Schon in Ordnung.“
Ich entschied mich für eine verwaschene Jeans und ein schwarzes Oberteil mit Rüschen. Als ich aus dem Schlafzimmer kam war Jonne nirgends zu sehen. „Jonne?“, rief ich leise. „ Ich bin hier in der Küche.“, kam es zurück. Ich stiefelte in die Küche wo Jonne gerade mit der Kaffeemaschine kämpfte. Nach ein paar versuchen sie zum Kaffe ausspucken zu bringen, haute er schliesslich ein paar Mal mit der Faust darauf. Ich beobachtete amüsiert das Spektakel. Nach ein paar weiteren Schlägen hatte Jonne sie wirklich so weit uns zwei Kaffees zu kochen. „Da soll mir noch einmal einer sagen Gewalt sei keine Lösung.“, grinste er. Ich nahm den Kaffee entgegen und wir machten es uns auf dem Sofa bequem. „Kann ich Musik einschalten?“, fragte ich. „Klar! Such dir was aus.“, sagte er und wies mit dem ausgestreckten Arm in Richtung CD Regal. Nach langem wühlen fand ich eine unbeschriebene CD. „ Was ist da drauf?“, fragte ich Jonne. „Och nichts.“, meinte dieser und wollte mir die CD wegschnappen. Ich war jedoch schneller legte sie in den Cd- Player und drückte auf Play.
Es erklang eine Gitarrenmelodie und kurz darauf begann der Sänger zu singen.


„These are those days
when I can get no sleep
I’m so tired I’d like
To fall into sleep
I fall in my bed
But still I’m awake

(…)

Ich lauschte dem Lied aufmerksam und fand es einfach wunderschön. „Sag mal Jonne, wer singt das? Ich hab das noch nie gehört.“ „Gefällt es dir?“, lächelt er geheimnisvoll. „Ja es ist wunderschön!“
„Wirklich?“, fragte er noch einmal nach. „Wenn ich es dir doch sage! Wer singt das nun?“
„Ich!“, antwortete er knapp. „Duuu?!“ Ich musste ein sehr verdutztes Gesicht gemacht haben den Jonne kugelte sich nun vor lachen und fiel beinahe vom Sofa. „Ja ich,“ antwortete er als er sich von seinem Lachkrampf erholt hatte, „ und die beiden Clowns die du heute kennen gelernt hast spielen auch in der Band.“ „Du hast sogar eine Band? Davon hast du nie was gesagt! Seid ihr denn bekannt hier in Finnland?“ „ Du hast mich nie danach gefragt“, grinste er jetzt, „ und ja in Finnland haben wir ziemlich Erfolg nur international sind wir noch nicht bekannt.“ „Ach so ist das.“, nun musste auch ich grinsen.
Es klingelte an der Türe. Jonne stand auf um zur Türe zu gehen. Ich wartete darauf dass er zurückkam. Doch es kam nicht Jonne ins Wohnzimmer spaziert. Vor Jonne spazierte ganz cool das pinke Ekel mit den Leopardenhosen!! ‚ Was will DER denn hier?!!’ Als er mich erblickte fiel ihm erstmal die Kinnlade nach unten. Wir starrten uns eine Weile feindselig an dann rief er aus: „Jonne!! Was will DIE hier?!!!“



5. Kapitel

Ich funkelte ihn böse an. „ Eher was machst DU denn hier?!“, erwiderte ich ohne ihn aus den Augen zu lassen. „ Ich bin oft hier, Jonne ist mein bester Freund aber sag endlich was du hier verloren hast!!“ Als ich nicht antwortete schaute er zu Jonne welcher die Szene interessiert beobachtet hatte. Ich schaute ihn ebenfalls erwartungsvoll an.
„ Was? Ach, ihr kennt euch schon?“, meinte dieser nur. „ Allerdings.“, kam es gleichzeitig aus meinem und Kristians Mund. Ich schaute ihn nur entgeistert an und er blickte mürrisch zurück.
„ Was ist mit euch beiden denn los? Warum zickt ihr euch so dämlich an?“, wollte Jonne wissen.
„ Der da“, sagte ich und zeigte mit dem Finger auf Kristian, „ ist mein dämlicher Nachbar von dem ich dir erzählt habe!“ „Und die da ist ebenfalls meine zickige Nachbarin von der ich dir erzählt habe!“
„ Ach so.“, war der einzige Kommentar von Jonne. Was nun? „ Ich geh dann mal, möchte dieses pinke Ekel nicht länger stören.“, sagte ich und stand auf. „ Nein! Du bleibst schön hier!“, kam es von Jonne und er drückte mich zurück auf den Boden. „ Lass sie doch, dann haben wir unsere Ruhe.“, meinte Kristian worauf ich ihm einen tötenden Blick zuwarf. Ja tötende Blicke und bettelnde Dackelblicke hatte ich echt drauf und darauf war ich stolz. Sogar Kristian blickte mich entgeistert an und Jonne welcher mich noch nie böse erlebt hatte zuckte zusammen, das Sensibelchen, süüss. Ich musste grinsen. „ Das gefällt mir schon besser.“, meinte darauf Jonne. Ich schüttelte darauf den Kopf. „ So“, meinte Jonne, setzte sich zu Kristian auf die Couch und schaute uns erwartungsvoll an, „jetzt würde es mich schon interessieren wieso ihr euch nicht ausstehen könnt.“
Als keiner von uns antwortete seufzte Jonne und schüttelte den Kopf. „Wisst ihr was ihr seit so was von kindisch!“
„Na und? Was ist das dein Problem wenn wir uns nicht verstehen?“, wollte Kristian wissen.
„Das ist mein Problem!!“, Jonne sprang auf und gestikulierte wild mit seinen Armen, „ Kris du bist mein bester Freund und Miia ist eine Freundin von mir, ich habe keine Lust wenn ihr euch immer wenn ihr euch begegnet beinahe an die Kehle springt!“ Ich blickte Jonne an. Eine Freundin von ihm. Das war ich wohl. Erhoffte ich mir etwa mehr? ‚Ach Quatsch, er kennt dich seit 2 Tagen und bezeichnet dich schon als eine Freundin, was willst du mehr? –Wollte ich mehr? Ich wusste es selbst nicht. Ganz in meinen Gedanken versunken schreckte ich hoch als ich Jonnes Stimme hörte. „…Miia!! Haaaallloooo!! Jonne an Miia, lebst du noch?“ „Was? Ja klar…“ stotterte ich.
Kristian blickte mich an, doch ausnahmsweise nicht böse. ‚Oh mal kein böser Blick, welche Ehre.’ Dachte ich ironisch.
„ Ich seh’s schon, mit euch komm’ ich heute nicht mehr weiter.“, seufzte Jonne und liess sich wieder neben Kris fallen. Plötzlich fing Jonne an zu grinsen und wandte sich an Kristian. „ Kris, weißt du noch was du über deine Nachbarin, die jetzt hier sitzt, gesagt hast?“, fragt er belustigt. „ Ne aber du könntest mich ja aufklären.“ Jonnes Grinsen wurde immer breiter. „Okei du wolltest es nicht anders, du sagtest deine Nachbarin sei zickig und habe eine grosse Klappe.“ „Na und? Is ja wohl alles wahr was ich gesagt habe.“, gab Kris gereizt zurück. „ Alles? Wirklich ALLES?“, fragte Jonne noch einmal nach. „ Jonne ich hau dir nächstens eine rein wenn du weiter solchen Mist laberst! Auf was willst du hinaus?“, sagte Kris nun sichtlich gereizt.
„Haa!!! Erwischt! Du sagtest sie sei hübsch!!“, Jonne sprang erneut auf und vollführte einen Triumphstanz durchs halbe Wohnzimmer. Kristian hingegen errötete.
Na nu mein selbstbewusster, Frauenaufreissender Nachbar wurde rot?
Mir war die ganze Sache doch ein wenig peinlich. Jonne jedoch lachte sich beinahe schlapp. „Ihr beide seht einfach zu komisch aus beide haben knallrote Köpfe und sitzen unbeteiligt herum.“, Jonne musste weiterhin lachen. Kristian hatte sich anscheinend wieder gefangen denn alle Röte war aus seinem Gesicht gewichen und die Unsicherheit verschwunden. Er hatte wieder sein selbstgefälliges Grinsen aufgesetzt und zog genüsslich an einer Zigarette.
„ Eines Tages wirst du an Lungenkrebs drauf gehen.“, brummte ich.
„Woher willst du das bitte wissen?!“
„ Weil du den ganze Tag nichts anderes machst als Rauchen!“
„ Ach so, du beobachtest mich?!“
„ Quatsch!“, sagte ich nur und wurde schon wieder rot.
Ich beendete somit wohl das Thema. Jonne dachte wohl er mische sich lieber nicht ein und war aussergewöhnlich still. „ Will jemand einen Kaffee?“, fragte er. „ Ja gerne!“, kam es von mir und Kris gleichzeitig.
Ich sass schweigend auf dem Boden und starrte den CD- Player an als Kristian fragte: „ Was gibt es da interessantes zu sehen?“ „ Nichts.“, antwortete ich kurz angebunden, er zuckte mit den Schultern und wendete seine ganze Aufmerksamkeit wieder seiner Kippe. ‚ Die wievielte war das schon seit er hier sass? Das war doch nicht normal.’ Das gleiche musste wohl Jonne gedacht haben als er mit drei dampfenden Tassen zurück ins Wohnzimmer kam. „ Kris, du weißt das ich es nicht mag wenn in meiner Wohnung geraucht wird! Und überhaupt wieso rauchst du innerhalb einer halben Stunde fast eine halbe Packung? So kenn ich dich nur vor unseren Auftritte und dann bist du jeweils verdammt nervös!“ „ Schon OK ich hör ja jetzt auf! Muss sowieso jetzt gehen, hab noch ein Termin mit meiner Pink Lady.“ „ Oh, na gut, aber morgen kommst du zu den Proben oder?“ „ Klar! Bis dann! Bye Jonne!“ „ Tschüss!“
Er sagte mir wohl absichtlich nicht auf Wiedersehen, was solls. Jonne gesellte sich wieder zu mir und meinte: „ Hör mal, du darfst nicht immer alles ernst nehmen was Kristian erzählt, manchmal habe ich das Gefühl sein Mund spricht schneller als das sein Gehirn denken kann.“ „ Ist schon gut, der kann mich echt mal.“ „ Gib ihm doch eine Chance!“, sagte Jonne. „ Wieso sollte ich auch? Er hat angefangen mit der ganzen Streiterei!“ „ Ach komm schon Süsse! Das ist doch Kindergarten was ihr da spielt.“
„ Na und? Ich werde mich jedenfalls nicht bei ihm entschuldigen.“ „ Das erwarte ich auch gar nicht. Komm lassen wir das Thema.“
Wir verbrachten noch einen witzigen Nachmittag und alberten viel herum. Gegen Abend ging ich allerdings nach Hause und ausnahmsweise lief mir mal kein Kristian über den Weg.


6. Kapitel


„Wie Party bei Kris?“, fragte ich am nächsten Nachmittag ins Telefon. „ Ja du hast schon richtig gehört, Kris gibt heute Abend eine Party bei sich und entweder kommst du oder du wirst von unserem Lärm belästigt.“, meinte Jonne. Ich konnte sein Grinsen während er das sagte deutlich vor mir sehen. Ich stöhnte genervt auf. Die Auswahl war echt beschränkt, entweder ich musste den ganzen Abend in der Wohnung von Kristian sitzen oder ich hatte keine Ruhe vor diesen Chaoten.
Ich seufzte ergeben. „ Heisst das ja?“, fragte Jonne. „ Ja“, antwortete ich. „ Gut also um 20 Uhr geht’s los. Mitbringen musst du nichts, bei Kris gibt’s immer genug zu trinken!“, lachte er. „ OK ich komme dann mal so gegen 20 Uhr wohne ja leider nicht weit weg.“ Jonne überhörte meine zweite Bemerkung. „ Bis dann, Tschüüss.“ „ Ja bis dann, Bye“
Wieso hatte ich nur zugesagt? Nun es war noch genug Zeit um mich auf den Abend vor zu bereiten.

Um neunzehn Uhr stand ich vor meinem Kleiderschrank und suchte nach passenden Klamotten. War gar nicht so einfach etwas zu finden. ‚ Du gehst nur auf Kris’ Party wieso also solltest du dir mühe geben gut auszusehen?’ Ich entschied mich schliesslich für eine rosafarbene halblange Hose bei welcher man mein Tatoo, eine kleine Fee, am Knöchel sehen konnte und ein langärmliges schwarzes Oberteil mit Netzstoff am Rücken, darüber zog ich allerdings noch eine dünne Jacke an. Noch ein bisschen Schminke und schon war ich bereit den Abend zu „geniessen“. Kurz vor acht hörte ich die ersten Leute ankommen. Ich wartete jedoch bis kurz nach acht bis ich meine Stiefel anzog und zur Nachbarswohnung ging. Ich wollte gerade anklopfen als ein schon angeheiterter Typ mit roten Dreads die Türe öffnete. „ Alloo schööne Frauu isch bin Antti!“, lallte er. Als ich ihn nur fragend anblickte trat er einen Schritt zurück und zog mich mit in die Wohnung. Sobald die Türe wieder zu war, torkelte der Typ der sich als Antti vorgestellt hatte wieder davon. ‚Na danke auch’, dachte ich und stand nun etwas verloren im Flur. Ich blickte mich um und sah, halt! Was stand dort in der hintersten Ecke bei der Gardarobe? Dieselben Pinken Hausschuhe die ich hatte! ‚ Oh wie süss’ ich musste lachen. ‚ Der soll mir noch einmal von wegen süssen Hausschuhen sagen!’
Als ich mich umdrehte stand Wuschelkopf vor mir. „ Hey Miia! Wusste gar nicht dass du auch kommst?“, sagte er. „Jonne hat mich dazu überredet, er hat mir mit Lärm und Belästigungen den ganzen Abend gedroht. Ich wohne ja gleich nebenan.“ „Ach du bist diese Nachbarin von der Kris erzählt hat?“, lachte Larry. Ich nickte. ‚ Hatte der allen von mir erzählt?’ „ Komm doch mit rein, Jonne und der Rest der Band sind auch schon da!“ Ohne eine Antwort abzuwarten zog Larry mich hinter sich her ins Wohnzimmer. Sobald Jonne mich entdeckt hatte sprang er auf und umarmte mich stürmisch zur Begrüssung. „ Hey Jonne pass auf du zerquetschst mich sonst noch!“ „ Uups ’tschuldigung!“, kicherte er. „ Jonne was hast du denn schon alles getrunken?“, fragte ich ihn mit skeptischem Blick. „ Och nüüüx.“, erwiderte er und begann erneut zu kichern. Grinsend schüttelte ich den Kopf. Ich hatte gar nicht bemerkt wie sich Kristian von hinten an mich ran geschlichen hatte plötzlich hörte ich ein lautes „BUH“ direkt neben meinem Ohr ich erschrak so sehr das ich herum wirbelte und Kristian dabei aus versehen eine in den Magen haute, worauf er sein halbvolles Bier auf den Boden fallen liess. „ Sag mal spinnst du mich so zu erschrecken?!“, motzte ich ihn an, eher peinlich berührt weil ich mich so hatte erschrecken lassen als dass ich böse auf ihn war. „ Schon gut beruhig dich mal!“, sagte er nur und verschwand in die Küche um etwas zu holen womit er sein ausgeschüttetes Bier aufwischen konnte. Jonne hatte es sich wieder auf dem Sofa bequem gemacht und rief nach mir. „ Miiiiaaa?“ „ Ja Jonne was möchtest du?“, fragte ich. Er blickte mich mit grossen Augen an und zeigte auf den Platz zwischen sich und Antti. Ich seufzte, das konnte ja heiter werden zwischen diesen zwei Schnapsdrosseln.
„ Jonne findest du nicht du solltest nicht mehr ganz so viel trinken?“, fragte ich vorsichtig. „ Nöö wieso denn?“, wollte er wissen. „ Weil du so aus siehst als ob du schon genug gehabt hättest.“
Kristian platzte dazwischen und sagte: „ Ach weißt du unser kleiner Jonne hier verträgt nur nicht so viel, der hat noch nicht einmal viel getrunken.“ Ich schaute zu ihm hoch wo er grinsend dastand. Ich wollte soeben etwas erwidern da wurde aus irgendeiner Ecke nach Kris gerufen und er ging weg. ‚ Na danke auch, Idiot’
„ Hey bist du nicht unsere neue Nachbarin“, fragte mich plötzlich eine Stimme. Ich drehte mich in die Richtung von der aus ich die Stimme vermutete und blickte in ein paar grüne Augen. „ Hey ich bin Siiri und wohne dir gegenüber.“, sagte sie und streckte mir ihre Hand entgegen. Ich ergriff diese und sagte: „ Hey freut mich dich kennen zu lernen, ich bin Miia.“ „ Ich weiss“, zwinkerte sie, „ mein Bruder hat mir schon von dir erzählt. „ Dein Bruder?“, fragte ich erstaunt. „ Ja mein Bruder, Kristian.“ „ Kris ist dein Bruder?!“, ich schaute sie fragend an. „ Das hab ich dir doch soeben gesagt.“ Sie musste lachen. „ Keine angst ich bin nicht wie er deswegen verstehen wir uns wohl auch so gut weil wir total verschieden sind. Kris ist nicht nur mein Bruder sondern auch mein bester Freund und mein persönlicher Psychologe.“ Sie musste erneut grinsen. Siiri war mir auf Anhieb sympathisch und wir unterhielten uns prächtig. „ Komm lass uns mal in die Küche gehen und etwas zu trinken holen!“ Sie zog mich an der Hand auf vom Sofa und zog mich mit in die Küche. Dort angekommen musste ich erst mal lachen. Kris und Antti sassen sich am Küchentisch gegenüber und starrten sich an wie zwei wilde Stiere. „ Was ist denn mit denen los?“, fragte ich Siiri leise. „ Ach sie machen wohl ein Wetttrinken du musst wissen Kris ist ziemlich trinkfest und Antti versucht seit Jahren ihn unter den Tisch zu saufen, nur hat er es bis jetzt noch nie geschafft und im Moment sieht es auch nicht gerade danach aus.“ Tatsächlich hing Antti mehr unter dem Tisch als auf seinem Stuhl während Kris noch ganz relaxt auf seinem Stuhl lümmelte und schon ein siegessicheres Grinsen aufgesetzt hatte. Antti forderte mit irgendwelchen unverständlichen Handzeichen eine weitere Runde, das Sprechen funktionierte wohl nicht mehr wirklich. Doch bevor er das Glas zu seinem Mund führen konnte sprang er auf und lief würgend in Richtung Klo. Alle umstehenden welche das Spektakel verfolgt hatten fingen an zu gröhlen. Ich fand das fies und als Kristian mich auch noch so dämlich angrinste ging ich aus der Küche. Ich hörte Würgegeräusche welche aus der Toilette kamen. Vorsichtig stiess ich die Türe auf und sah Antti am Boden hockend und über der Kloschüssel hängen vor. „ Antti?“, fragte ich vorsichtig. „Lass misch.“, kam es von ihm zurück. „Komm schon hoch du hast dich ausgekotzt.“
„ Isch hab schon widda verlorn gegn den. Imma das gleiche“, jammerte er. Ich half ihm auf und verfrachte ihn in Kris’ Schlafzimmer wo ich ihn aufs Bett legte. „ Danke bissn Schatz, hast was gud bei mia.“ , murmelte er und schon war er eingeschlafen.
Ich trat gerade aus der Türe als mir Kris entgegen kam, „ was machst du in meinem Schlafzimmer?“ „ Hab nur Antti ins Bett verfrachtet nach dem er sich ausgekotzt hatte, er pennt jetzt.“, antwortete ich und liess Kris stehen.
Im Wohnzimmer wartete ein mittlerweile ziemlich besoffener Jonne auf mich der aber noch erstaunlich gut sprechen konnte. „ Miia! Hab dich schon überall gesucht, wo bissu denn gewesen?“ „ Ich hab nur Antti kurz in Kris’ Bett gebracht, der war total voll.“ „ Ah soo… trinkstu noch was mit mir?“, fragte er. „ Klar was möchtest du ich hol’ was aus der Küche.“ „ Nee lass mich nur machen ich mix dir was ganz tolles zusammen!“, versprach Jonne mit leuchtenden Augen und torkelte in die Küche. Kurz darauf brachte er zwei knallrote Getränke. „ Was ist da alles drin?“, wollte ich wissen. „ Och ein bisschen von allem, probier doch!“, grinste er. Vorsichtig nippte ich an dem Getränk und verzog das Gesicht. „ Jonne wie viel Prozent hat das denn??“ „ Ach weis ich nicht so genau aber müsste genug sein.“, grinste er. Da musste ich wohl oder übel durch, ich nahm noch einen Schluck und lächelte Jonne an. „ So schlecht ist das ja gar nicht…“ „ Was ist nicht schlecht?“, wollte Siiri wissen die sich neben mich setzte. „ Das komische zeug das Jonne hier gemischt hat“, sagte ich und hielt ihr das Glas hin worauf sie einen Schluck davon nahm. „ Jonne was haste da alles rein getan?“, wollte auch sie wissen. „ Alles!“, antwortete er immer noch grinsend. Konnte der auch noch was anderes als grinsen? Anscheinend nicht denn er grinste weiter. Siiri schüttelte den Kopf und holte für sich ein Bier. „ Das ist mir lieber und nicht ganz so gefährlich, wer weis was der alles da rein getan hat“, sagte sie zu mir. Ich blickte sie entsetzt an. „ Du meinst doch nicht etwa Jonne hat irgendwelche Tabletten oder so was rein gemixt?!“ „ Ach nein Jonne doch nicht der weiss nicht mal wie man Droge schreibt, aber ich dachte an den Alkoholgehalt da drin.“, sagte sie und zeigte auf mein halb leeres Glas. Ja ich hatte schon gemerkt dass mir mittlerweile etwas schwindlig war und ich wagte es nicht mich vom Sofa zu erheben. „ Kommst du auch mal kurz mit raus?“, fragte Siiri. Ich nickte. Etwas frische Luft würde mir gut tun. Ich lehnte mich kurz zu Jonne und sagte: „ Hey Kleiner is OK wenn mich Siiri hier kurz entführt?“ „ Och nöö…“, kam es beleidigt zurück. „ Ich bin auch gleich wieder da, will nur etwas frische Luft schnappen.“ „ Au gut! Da komm ich doch gleich mit!“, meinte er und machte einen Versuch auf zu stehen. Nach dem dritten Versuch liess er sich schliesslich wieder zurück auf die Couch fallen und beschloss doch lieber hier zu blieben. Ich zuckte mit den Schultern und zottelte mit Siiri im Schlepptau Richtung Balkon.
„ Störts dich wenn ich Rauche?“ Ich winkte ab. „ Weißt du Kris hat seit er in der neuen Wohnung ist ein Rauchverbot in allen Räumen ausgerufen.“, erklärte sie genervt.
Deswegen war er wohl letztens im Strömenden Regen draussen gewesen. „ Und wie gefällt es dir hier in Finland?“, wollte Siiri wissen. „ Ach ganz gut“, antwortete ich, „ ich hab noch nicht so viel gesehen aber das hole ich noch nach.“ „ Ich kann dir sonst hier ein paar Clubs zeigen, die Shoppingmöglichkeiten wird dir Jonne schon zeigen aber pass auf sonst kriegst du den aus keinem Laden mehr raus!“, meinte sie ernst und ich begann zu lachen. Schliesslich gingen wir wieder hinein, es war schon recht spät geworden und Siiri musste morgen bzw. heute zur Arbeit. Sie verabschiedete sich von mir und den andern und ging in ihre Wohnung.
Ich setzte mich wieder zu Jonne der schon ganz glasige Augen hatte. „ Jonne?... Jonne??... Jonne!!“ „ Ja wie? Was denn? Is was?“, fragte er verwirrt. „ Nein schon gut wollte nur mal sehen ob du noch lebst.“
„ Jaja tu ich ja, so schnell wirst du mich nicht los!“, und schon wieder grinste er. „ Ich geh dann mal langsam es ist schon fast morgen.“, sagte ich. Jonne schüttelte den Kopf, „ Du kannst mich doch hier nicht alleine lassen!“ „ Doch kann ich, ich bin hundemüde. Tut mir leid. Aber ich ruf dich sonst morgen an OK?“ „ Ja aber wirklich?!“, fragte er nochmals mit grossen Augen. Diese blauen Augen!
„Klar ruf ich dich an! Bis dann!“ Ich umarmte ihn und huschte zwischen allen am Boden hockenden Leuten hindurch und bahnte mir einen Weg zur Türe.
„ Wo willst du denn hin?“ Kristian stand plötzlich vor mir und versperrte mir den Weg. „ Nach Hause, ist schon spät.“, antwortete ich. „ Spät? Du meinst wohl eher früh?“ „ Wie auch immer ich muss jetzt mal gehen, man sieht sich.“ Mit diesen Worten zwängte ich mich an ihm vorbei zur Türe als mir die pinken Plüschhauschuhe wieder einfielen. Ich drehte mich noch einmal um. „ Ach ja übrigens süsse Hausschuhe hast du da!“, ich grinste ihn an und verschwand aus der Wohnung.


7. Kapitel

In der Nacht plagten mich wirre Träume. Ich wurde von Kristian in pinken Hausschuhen verfolgt und Jonne lief mir mit seinem komischen Getränk hinterher.
Als ich erwachte brummte mir ordentlich der Kopf. Ich kroch vorsichtig aus dem Bett um jegliche Erschütterungen zu vermeiden. Langsam tapste ich ins Bad um mir Kopfschmerztabletten zu holen. Ich kramte in meinem Spiegelschrank herum, doch ich konnte einfach keine finden. ‚ Das darf doch nicht wahr sein!’ Ich räumte den gesamten Inhalt raus und wieder rein, erfolglos. Seufzend zog ich mich erst mal an und machte mir dann Frühstück, in der Hoffnung die Kopfschmerzen würden von allein weg gehen. Taten sie natürlich nicht.
Ich entschloss mich darauf kurz bei Siiri herein zu hüpfen und ihr ein paar Tabletten abzuknöpfen. Nein das Hüpfen liess ich lieber sein.
Ich klopfte mehrmals an aber niemand öffnete. ‚ Richtig sie ist ja am arbeiten. Mist!’ „ Was klopfst du denn da? Siiri ist nicht zu Hause die arbeitet.“ Ich drehte mich um und sah Kris in der Wohnungstüre lehnen. „ Ach ja, das hab ich mittlerweile auch bemerkt.“, antwortete ich giftig. „ Was hab ich dir denn jetzt schon wieder getan das du mich so anfährst?“, wollte er wissen. Nichts hatte er mir getan. Ich wusste selbst nicht wieso ich so giftig reagierte. „ Nichts! Ich hab nur Kopfschmerzen.“ „ Wem sagst du das… Willst du ne Tablette?“, fragte er nun freundlich. ‚ Was hat der zum Frühstück gegessen das er so freundlich ist? Na gut spielen wir mit.’ „ Gerne, meine sind alle.“ Er verschwand kurz in der Wohnung und kam mit einer Packung Kopfschmerztabletten wieder. „ Danke!“, sagte ich und nahm mir eine. „ Schon in Ordnung, ich geh dann mal eben wieder rein.“ „ Ja ich auch.“ Er nickte mir kurz zu und verschwand in der Wohnung. Ich schüttelte verwirrt den Kopf doch schon spürte ich die Schmerzen wieder und ging zurück in meine Wohnung.
Ich schluckte die Tablette und legte mich ein wenig hin bis sie zu wirken anfing.
Von den Kopfschmerzen halbwegs befreit wollte ich etwas frische Luft schnappen. Ich krallte mir meinen Zeichnungsblock und ging in den Park. Heute war das erste Mal so richtig schönes Wetter seit ich hier wohnte, die Sonne schien und kein Wölkchen war am Himmel. Im Park setzte ich mich unbewusst wieder auf die gleiche Bank wo ich Jonne das zweite Mal getroffen hatte. Gedankenverloren hörte ich Musik, natürlich nicht laut sondern mit Kopfhörern, und kritzelte so vor mich hin. Ich hatte sicher eine Stunde lang an der Zeichnung gearbeitet, obwohl Arbeit war es für mich nicht, und sie war ziemlich gut geworden musste ich selber zu geben. Ich besserte noch alles aus und kritzelte noch kleine unauffällige Details drauf und fertig war es. Ich betrachtete mein Werk als ich hinter mir eine Stimme hörte. „ Nicht schlecht! Wer ist das denn? Jonne?“ Ich drehte mich um. Wie lang stehst du schon hier?“, wollte ich wissen. „ Ach ich bin eben erst von der Arbeit gekommen und mein Weg führt mich eben durch den Park.“, antwortete Siiri lächelnd, „ und nun sag, ist das Jonne?“, fragte sie nochmals und deutete auf meine Zeichnung. „ Jaa…“, gab ich zu und wurde rot. Siiri sah es wohl nicht oder tat als ob sie nichts gesehen hätte. „ Das ist aber schön geworden!“, sagte sie und setzte sich neben mich auf die Bank, „ darf ich mal genauer sehen?“ Da sie sowieso schon alles gesehen hatte nickte ich und gab ihr meinen Block. Sie betrachtete alles ganz genau und gab ab und zu einige Laute von sich wie „schön“ „wow“ „süss“, dann gab sie mir den Block zurück. „ Das ist echt schön geworden Miia! Aber mal ne frage, wieso zeichnest du Jonnelein und dann noch SO?“ Ich wurde erneut rot und zuckte mit den Schultern, „ keine Ahnung“, meinte ich. Ich hatte nur Jonnes Gesicht und ein Teil seines Oberkörpers gezeichnet, seinen Hals mit Kettchen und einem Schal geschmückt, seine langen blonden Haare etwas verwuschelt und seine Augen tief blau gezeichnet.
„ Das kannste ihm ja auf den Geburtstag schenken. Er würde sich sicher darüber freuen!“, sagte Siiri begeistert. „ Ja klar und gleich darauf fragt er wieso ich ihn gezeichnet habe…“, murmelte ich. „ Ja das hast du mir noch gar nicht gesagt, aber weißt du was, du musst auch nicht, ich habe schon längst bemerkt das du unseren kleinen Jonne magst.“ Sie schaute mich an, ich wich ihrem Blick aus. Doch sie legte ihren Zeigefinger unter mein Kinn und zwang mich so ihr in die Augen zu sehen. „ Du magst ihn oder?“ Ich nickte.
„ Komm lass uns einen Kaffee trinken gehen! Meinetwegen können wir auch zu mir.“ Ich war einverstanden und so gingen wir zu Siiri nach Hause.
Dort angekommen machten wir es uns in ihrer grossen Sitzecke gemütlich, tranken Kaffee und quatschten über alles Mögliche und unmögliche. Es kam mir vor als ob ich Siiri schon seit Jahren kennen würde obwohl ich noch beinahe nichts mit ihr zu tun gehabt hatte. Mit ihr konnte ich reden wie mit einer alten Freundin, ich war jedoch froh schnitt sie das Thema Jonne nicht noch einmal an.
„ Du bist total anders als dein Bruder“, warf ich ein. „ Ich weiss!“, grinste sie, „ er hat mir übrigens schon einiges über dich erzählt.“, sagte sie und lächelte verschmitzt. Ich schaute sie nur fragend an und wartete darauf dass sie weiter redete. „ Aber alles was er gesagt hat stimmt eindeutig nicht, ausser das du hübsch bist.“, grinste sie weiter. Ich verdrehte die Augen, das hatte ich mir doch schon einmal angehört. „ Erzählt Kris eigentlich jedem alles?“, wollte ich wissen. „ Ne überhaupt nicht, er ist eher ein verschlossener Mensch und vertraut sich meistens nur mir und Jonne an.“, sagte Siiri ernst. ‚ So eine Beziehung hätte ich auch gerne mal zu meiner älteren Schwester gehabt, sie jedoch war mit achtzehn weg von zu Hause und liess nicht mehr viel von sich hören. Auch vorher hatten wir nie ein gutes Verhältnis zueinander gehabt.’ „ Was ist denn?“, riss mich Siiris Stimme aus meinen Gedanken. „ Ach nichts, hab nur gerade an meine eigene Schwester gedacht zu der ich nie ein gutes Verhältnis gehabt habe.“, antwortete ich. Sie nickte nur und fragte nicht weiter nach. „ Weißt du Kris und ich sind Zwillinge und er glaubt immer er sei der „böse Zwilling“ und ich der „ gute Zwilling“ früher mag das wahr gewesen sein, er hat dauernd Mist gebaut welchen wir dann meist gemeinsam ausgebadet haben damit er nicht zu hart bestraft wird. Das hat und ziemlich zusammengeschweisst auch weil er mich immer vor den zu aufdringlichen Jungs beschützt hat. Was ihm allerdings nicht passt ist das ich ganze 2 Minuten älter bin als er.“, sagte sie und grinste schadenfreudig. „ Heute ist das mit dem guten und dem bösen Zwilling Geschichte, nur gegenseitig aus der Scheisse helfen müssen wir uns trotzdem noch.“
Siiri kam mir vor wie meine Oma als sie plötzlich aufsprang und mit einem dicken Fotoalbum zurückkam. „ Willst du Kris mal so sehen wie du ihn garantiert noch nie gesehen hast?“, grinste sie. „ Au jaa!“, antwortete ich begeistert.
So kam es dazu dass wir die Kinderfotos von Siiri und Kristian durchwühlten. Ich lachte mich beinahe schlapp. Kristian nackt auf dem Töpfchen, Kris am plantschen im Kinderbecken, Kris mit Schokoeis und verschmiertem Mund… „ Er war ein süsses Kindchen.“, sagte ich mit einem riesen Grinsen im Gesicht. „ Ja das war er.“, sagte sie. „ Willste noch ein Album anschauen?“, fragte sie und ich nickte eifrig, das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Siiri holte das nächste Album hervor. „ Da sind wir schon ein bisschen älter aber trotzdem noch nüüdlich.“ , lachte sie. Auch diese Fotos war mehr als unterhaltsam. Als wir uns „durchgelacht“ hatten, was soviel heisst durchgeschaut mit einigen Lachkrämpfen wollte Siiri die beiden Alben wegpacken als aus dem einen ein Foto herausfiel. Ich hob es auf und schaute es mir an, es zeigte ein junges Mädchen von 16 Jahren ungefähr, mit langen schwarzen Haaren und blauen Augen. Zugegeben sie sah ziemlich hübsch aus wenn nicht sogar sehr hübsch. Siiri schnappte mir das Foto aus den Händen und steckte es schnell wieder zwischen die Seiten. „ Wer ist das denn?“, wollte ich wissen. „ Das war Kris’ erste grosse Liebe.“, antwortete sie mit einem traurigen Unterton in der Stimme. „ Und was ist mit ihr?“, fragte ich vorsichtig nach. Siiri seufzte. „ Hör mir zu, wenn ich dir das erzähle darfst du es auf keinen Fall weiter erzählen sonst wechselt Kris nie mehr ein Wort mit mir!“ Ich schluckte und nickte dann. ‚ Das war wohl was Ernstes’


8. Kapitel

„ Also das war so“, begann sie, „ Kris war schon immer ein kleiner Aufreisser bis er dann in der zweitletzten Klasse Maija kennen lernte. Er verliebte sich in sie und sie sich wohl auch in ihn. Sie waren das Traumpaar der Schule und waren auch noch zusammen zwei Jahre nach der Schule. Als Kris ihr jedoch eines Abends einen Überraschungsbesuch abstattete traf ihn beinahe den Schlag. Maijas Mutter liess Kris in die Wohnung mit den Worten Maija sei in ihrem Zimmer und lerne für die nächsten Prüfungen mit einem Freund. Kris ging also nach oben, klopfte kurz an trat dann ein. Er erwischte seine Maija jedoch gerade dabei wie sie mit diesem anderen Typen schlief. Als sie ihn sah sagte sie nur etwas von wegen es sei nicht so wie es aussehe, alte Ausrede. Er jedoch schrie sie an dass es aus sei mit ihnen und lief davon. Danach kam er jedoch nicht nach Hause. Nachdem er die ganze Nacht nicht aufgetaucht war machte ich mir grosse Sorgen. Ich wusste dass ihm etwas passiert sein musste, ich spürte das. Wir machten uns auf die Suche, er blieb aber unauffindbar. Bedrückt gingen wir zurück. Zu Hause jedoch wartetet schon die Polizei auf mich und meine Eltern. Sie erklärten uns dass Kristian auf der Intensivstation läge, sie hatten ihn irgendwo draussen total zugedröhnt und mit Schlaftabletten vollgepumpt aufgefunden…“, Siiri unterbrach kurz und wischte sich eine Träne weg. Die ganze Sache ging ihr wohl noch immer ziemlich nah. „ Süsse du brauchst nicht weiter zu sprechen.“, sagte ich leise. Doch sie schüttelte den Kopf, holte tief Luft und sprach weiter. „ Ich wollte sofort zu ihm doch die Ärzte im Spital meinten es sei noch nicht sicher ob er durchkommen würde und ich könne ihn jetzt nicht sehen. Ich wurde nach Hause geschickt doch ich fand keine Ruhe. Ich wusste mein Bruder, mein Ein und Alles liegt im Spital und kämpft um sein Leben. In der folgenden Nacht machte ich kein Auge zu und sah am nächsten Morgen mehr tot als lebendig aus. Schliesslich kam der erlösende Anruf. Kris würde auf jeden Fall überleben. Er wurde ins künstliche Koma versetzt woraus er jedoch von selbst erwachen musste. Ich besuchte ihn jeden Tag, und nach mir ewig vorkommenden fünf Wochen erwachte er endlich. Während dieser Zeit durchlebte ich die Hölle. Doch mit ihm ging es wieder bergauf und schon bald konnte er wieder nach Hause kommen. Er hatte sich aber ziemlich verändert in dieser Zeit. Er betrachtete seit dem alle Frauen nicht mehr als Frau sondern als eine von vielen welche er so oft wechselt wie seine Unterwäsche. Das er damit den Frauen ihr Herz bricht ist ihm jedoch sehr wohl bewusst, ich bin die einzige die er an sich heran lässt ausser Jonne natürlich.“ Siiri beendete ihre Erzählung. Ich blickte sie an ihre Augen waren traurig und leer sie war wie abwesend. „ Siiri?“, fragte ich leise. Sie schaute mir in die Augen, dann schüttelte sie langsam den Kopf. „ Ach ist egal, es ist passiert und jetzt geht’s ihm gut. Er ist leider ein ziemlicher Arsch Frauen gegenüber wie gesagt, aber du darfst es ihm nicht allzu übel nehmen. Kann sein dass du ihn irgendwie an sie erinnerst…“ Ich nickte. ‚Kris war so enttäuscht worden, das hätte ich nicht gedacht. Jetzt wo ich das wusste tat er mir leid.’ Ich schaute das Foto noch einmal an und tatsächlich sie glich mir, nicht sehr aber eine gewisse Ähnlichkeit war vorhanden. Ich hatte ebenfalls lange schwarze Haare, grüne Augen aber. Doch auch ihr Gesicht war meinem ähnlich.

Gegen den späteren Abend verabschiedete ich mich von Siiri und ging in meine Wohnung hinüber.
Wir hatten und noch über alles Mögliche unterhalten nur auf das Thema Kris und Jonne waren wir glücklicherweise nicht mehr gekommen. Ich dachte noch über Kristian nach, würde ich wohl genauso reagieren wie er es getan hatte? Ich war noch nie so verliebt gewesen dass ich versucht hätte mich um zu bringen für oder wegen dieser Person. Ich war im Prinzip noch nie wirklich verliebt gewesen, klar hatte ich schon Beziehungen hinter mir, doch wenn ich jetzt darüber nachdachte war das nie wirklich was Ernstes. War er mir gegenüber so ekelhaft weil ich ihn an seine Ex erinnerte?
Irgendwann musste ich eingeschlafen sein denn als ich erwachte lag ich immer noch angezogen auf meinem Bett. Ich fröstelte. Ich war noch hellwach und würde auf keinen Fall schlafen können. Ein Blick auf meine Uhr bestätigte mir dass es tatsächlich mitten in der Nacht war, kurz nach halb 2 Uhr morgens.
Nachdem ich aufgestanden war und mir einen wärmeren Pullover angezogen hatte, hatte ich das Bedürfnis nach frischer Luft. Ich öffnete leise die Balkontüre und trat hinaus in die frische Nachtluft. Ohne nach links oder rechts zu blicken trat ich nach vorne und ging bis zum Geländer. Ich atmete tief ein und schloss die Augen, nach ein paar Minuten öffnete ich diese wieder und blickte hinauf in den klaren Himmel wo die Sterne funkelten. Da hörte ich in der ganzen Ruhe der Nacht eine leise Melodie. Bei genaueren hinhören erkannte ich dass es ein Gitarrenspiel war. Ich lauschte eine Weile dem leisen Spiel bis ich nichts mehr hören konnte. Derjenige oder Diejenige die gespielt hatte, hatte aufgehört. Kurz darauf öffnete sich nebenan die Balkontüre und ein in nur Boxershorts gekleideter Kristian trat hinaus. Also einen tollen Körper hatte der Mann das musste ich ihm lassen. Ich musterte ihn wohl ziemlich langen denn plötzlich erklang seine tiefe Stimme. „ Willst du ein Foto?“
Verwirrt blickte ich ihn an. „ Ein Foto? Wo von denn?“ „ Na von mir!“, grinste er selbst zufrieden. Ich schaute ihn entgeistert an. „ Danke nein da kann ich mir schöneres vorstellen.“, gab ich zurück. Sein Grinsen verschwand augenblicklich.
„ Was hast du eigentlich für ein Problem mit mir?“, fragte er nun. ‚Wie bitte?! Ich mit ihm? Er hatte doch begonnen rum zu zicken oder irre ich mich da?’
„ Ich mit dir?“, fragte ich nun erstaunt.
„ Ja das hab ich dich soeben gefragt.“, erwiderte er nun genervt.
„ Ich habe mit dir überhaupt kein Problem aber du wohl mit mir. Ich habe allerdings überhaupt keine Lust das hier und jetzt um zwei Uhr morgens auf dem Balkon zu diskutieren. Gute Nacht!“
Mit diesen Worten liess ich ihn stehen und ging zurück ins Wohnzimmer. Ich konnte nicht sehen wie Kristian noch lange auf seinem Balkon stand und mir hinterher starrte.

[Dieser Beitrag wurde am 26.11.2006 - 12:48 von Aila aktualisiert]





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...   Erstellt am 26.11.2006 - 12:48Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


9. Kapitel

Die nächsten Tage verbrachte ich damit meine Wohnung gemütlich ein zu richten. Ich dekorierte ein Zimmer nach dem andern und war schliesslich nach drei Tagen mit dem letzten Raum, dem Gästezimmer, fertig. Zufrieden mit meinem Werk marschierte ich nochmals durch alle Zimmer und betrachtete diese eingehend. Alle Zimmer ausser der Küche waren in einem Rosaton gehalten ausser der Küche die war ziemlich pink. Ich grinste. Endlich war es mir richtig wohl in meiner Wohnung und ich liess mich zufrieden mit einem kühlen Bier in der Hand auf das Sofa fallen, das hatte ich mir verdient.
Etwas traurig stimmte mich jedoch die Tatsache dass ich seit der Party bei Kris nichts mehr von Jonne gehört hatte. Hatte ich etwas falsch gemacht?
Ich beschloss ihn am Abend einmal anzurufen und nach zu fragen was los sei, als es bei mir an der Türe klingelte. Ich raffte mich hoch und schlurfte zur Türe. „ Hei Miia ich muss mit dir reden!“, platzte Siiri schon herein. „ Ähm.. hei was gibt’s denn?“, fragte ich etwas verwirrt. Doch Siiri liess sich nicht beirren, lief geradewegs ins Wohnzimmer und pflanzte sich auf die Couch. Ich schaute sie fragend an. „ Na auf was wartest du? Setzt dich her und hör mir zu!“, kam es befehlend von ihr. Kopfschüttelnd liess ich mich neben ihr nieder und blickte sie erwartungsvoll an. „ Wieso meldest du dich nicht bei Jonne?“, fragte sie jetzt. „ Wie ich?“ „ Na wieso du dich nicht bei ihm meldest er ist schon ganz traurig und glaubt das du ihn nicht magst.“ „ Wie kommt er denn da drauf?“ „ Na weil du dich nicht meldest eben.“, sie verdrehte die Augen. „ Und wieso sollte ich mich melden? Er könnte auch mal was von sich hören lassen nicht?“ Siiri seufzte. „ Du hast ihm auf der Party versprochen dich am nächsten Tag zu melden und hast das nicht gemacht.“
Jetzt fiel es mir wieder ein. Ich fasste mir an die Stirn. „ Mist! Das habe ich doch tatsächlich vergessen! Ist er sehr wütend?“, fragte ich und schaute Siiri unsicher an. „ Ne, er ist überhaupt nicht sauer, aber traurig.“, sagte sie nun. „ Noch schlimmer.“, murmelte ich.
„ Allerdings! Jonne ist ein ziemliches Sensibelchen musst du wissen und er nimmt oft alles ziemlich persönlich. Ich rate dir wenn dir was an ihm liegt, dann melde dich bei ihm!“ Ich nickte. Na toll, jetzt hatte ich auch noch ein schlechtes Gewissen. „ So kleines, ich muss dann mal wieder hab noch ne Verabredung!“, zwinkerte sie mir zu. „ Alles klar, und ich werde dann mal Jonne anrufen.“ Ich seufzte. „ Ach komm der beisst dich schon nicht.“, sagte Siiri und lachte. Ich rang mir auch ein Lächeln ab und sie verabschiedete sich schliesslich.
‚Mist ich hatte Jonne tatsächlich vergessen!’ Und die ganze Zeit hatte ich mich gefragt wieso er sich nicht meldet obwohl es mein Fehler gewesen war. Ich machte mir Vorwürfe. Hoffentlich war er nicht allzu beleidigt. Ich nahm also mein Telefon und ging ins Schlafzimmer um Jonne an zu rufen.
Ich tippte seine Nummer ein und wartete. Nach dem siebten Mal klingeln hob endlich jemand ab. „Ja bitte?“
Halt! Das war eindeutig nicht Jonne! Sondern eine Frauenstimme!
„ Ähm ’tschuldigung hab mich wohl verwählt.“, antwortete ich verwirrt.
„ Willst du zu Jonne? Dann bist du schon richtig.“, antwortete mir die Frau.
Aus dem Hintergrund höre ich Jonne etwas schimpfen und bald darauf sprach er in den Hörer. „ Ja hallo wer ist da?“
Ich legte auf. Tränen stiegen mir plötzlich in die Augen und liefen mir über die Wangen, keine Ahnung warum. Oder doch?
Wieso ging bei Jonne eine Frau ans Telefon? Diese Frage ging mir noch lange durch den Kopf.
‚Das kann doch nicht wahr sein! Will ich mich bei ihm entschuldigen und bei ihm geht ne Frau ran! Na ICH meld mich bestimmt nicht mehr!’ Kaum hatte ich das ausgesprochen klingelte mein Handy. Eine unbekannte Nummer. ‚ Nanu wer könnte das sein?’
„ Hallo!“, kam Siiris fröhliche Stimme vom anderen Ende.
„ Hei Süsse!“
Sie musste meine Enttäuschung wohl gehört haben.
„ Och freust du dich nicht von mir zu hören?“, fragte sie.
„ Doch, sicher!“, antwortete ich schnell, „ ich hatte nur gehofft jemand anders sei dran…“
„ Jonne?“
„ Hmhm…“
„ Hast du dich nicht bei ihm gemeldet?“, wollte sie wissen.
„ Doch, aber er ist nicht ran gegangen…“ und leise fügte ich noch hinzu: „sondern eine Frau.“
„ Oh.“, sagte Siiri nur. „ Bist du zu Hause? Kann ich vorbei kommen?“
„ Zwei Mal ja.“, antwortete ich und kaum hatte ich das gesagt war die Leitung auch schon tot.
Fünf Minuten später klingelte es an der Türe. Ich öffnete und Siiri stand wie erwartet davor mit ein paar Dosen Bier. Wir begrüssten uns mit einem Küsschen und ich deutete grinsend auf das Bier.
„ Ich dachte mal das könntest du vielleicht gebrauchen.“ Ich nickte. Bier war doch immer willkommen. Na ja fast immer jedenfalls.
Wir machten es uns auf meinen Balkon bequem indem wir alle Kissen die ich hatte auf dem Boden ausbreiteten. Glücklicherweise war es heute richtig schön sonnig und wir konnten uns im Pullover nach draussen setzten.
„ Also“, begann Siiri, „ bei Jonne ist tatsächlich eine Frau ans Telefon gegangen?“ „ Ja hab ich doch schon gesagt.“ „ Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen dass Jonne etwas mit der gehabt haben soll.“, sagte Siiri. „ Das habe ich auch nie behauptet!“ „ Klar nicht, aber daran hast du bestimmt als erstes gedacht.“ Wie recht sie doch hatte. Ich nickte. „ Eben doch!“
Plötzlich vernahm ich hinter mir eine tiefe Stimme. „ Jonne hatte nichts mit der Tusse.“
„ Oh hei Bruderherz! Wusste nicht das du uns belauschst!“, antwortete Siiri fröhlich. „ Ich hab euch bestimmt nicht belauscht!“, kam es entsetzt von ihm, „ wollte nur eine Rauchen und habe eure letzten Worte noch gehört. Die kleine steht wohl auf unser Jonnelein na?“, kam es dann von ihm. Ich konnte mir sein fieses Grinsen deutlich vorstellen obwohl ich noch immer mit dem Rücken zu ihm sass.
‚ Na toll, jetzt glaubt dieser Idiot auch noch dass ich auf Jonne stehe! Was fällt dem überhaupt ein sich einfach einzumischen? Na gut erst mal tief durch atmen. Gib dir einen Ruck Miia!’ Ich drehte mich um und rang mir ein Lächeln ab. „ Hei“, brachte ich noch hinaus. „ Aber hallo! Was verschafft mir die Ehre?“, sagte Kris und grinste wieder. Ich verdrehte die Augen und beachtete ihn nicht weiter. „ Hey du bist mir noch immer eine Antwort schuldig von letzter Nacht!“, sagte er jetzt. Siiri schaute mich komisch an. „ Was war denn letzte Nacht mit euch beiden?“, wollte sie wissen. „ Nicht das was du jetzt denkst!“, antwortete ich. „ Ach komm, so abgeneigt wärst du nicht oder?“, grinste Kris selbstzufrieden. „ Und wenn du der letzte Mann auf Erden wärst und unsere gesamte Bevölkerung von uns abhängen würde nicht mal dann!“, antwortete ich giftig. „ Autsch! Brüderchen das hat gesessen!“ Siiri lachte. Doch Kristians Grinsen war verschwunden. Innerlich ärgerte ich mich über meine zickige Art doch er war selbst schuld, muss mich auch nicht andauernd so dämlich anquatschen.
„Ich geh wieder rein, will euch nicht weiter stören. Aber du schuldest mir trotzdem noch eine Antwort!“ Mit diesen Worten warf Kristian seine Kippe über das Balkongeländer, drehte sich um und verschwand im Haus.
Ich setzte mich schliesslich wieder hin. Siiri blieb stehen und blickte mich vorwurfsvoll an. „ Was?“ „ Wieso musst du Kris jedes Mal an zicken?“ „ Er hat doch angefangen!“ „ Ne er hat nur einer seiner dämlichen Witze gerissen, deswegen musst du ihn ja nicht gleich so anfahren!“ Siiri setzte sich wieder mir gegenüber. „ Ja tut mir ja leid aber der Typ geht mir echt so was von auf den Wecker!“
„ Ich gebe zu Kris kann schwierig sein und wenn man ihn nicht kennt kriegt man schnell was in den falschen Hals. Aber das eben war überhaupt nicht böse gemeint.“ „ Hmhm…“ „ Lassen wir das. Aber was schuldest du ihm noch für eine Antwort? Das würde mich schon noch interessieren.“ Neugierig schaute Siiri mich an. „ Na gut, das war so. Ich war letztens mal nachts auf dem Balkon weil ich nicht schlafen konnte. Da kam er eben nach ein paar Minuten auch hinaus und sprach mich dann darauf an was ich für ein Problem mit ihm hätte. Ich antwortete ihm das ich kein Problem mit ihm hätte er wohl eher mit mir und das ich das hier nicht ausdiskutieren wolle. Dann liess ich ihm stehen und ging wieder hinein.“
„ Und wieso wolltest du nicht mit ihm reden?“ „ Na hör mal! Es war mitten in der Nacht!“ „ Gut das ist ein Grund.“, lachte Siiri, „ aber bitte sprecht mal miteinander, das ganze angezicke ist echt nervend!“ „ Ja ja ich werd mir Mühe geben.“, versprach ich.
„ Jetzt aber zurück zum eigentlichen Thema. Jonne! Ich werd ihn mal anrufen wenn das für dich in Ordnung ist.“ „ Klar mach nur.“ „ Dann her mit dem Telefon!“, grinste Siiri. „ Wie? Du willst ihn jetzt und hier anrufen?“, fragte ich verwundert. „ Wieso nicht?“ Ich zuckte mit den Schultern. Wenn sie sich mal was in den Kopf gesetzt hatte brachte sie keiner so schnell wieder von dieser Idee weg.
Siiri war schon aufgestanden um das tragbare Telefon aus dem Wohnzimmer zu holen. Sie tippte auch bereits Jonnes Nummer ein, kaum hatte sie sich wieder zu mir gesetzt.







10. Kapitel

Szenenwechsel: Jonne

Ich lag auf dem Sofa und dachte über dies und jenes nach als das Telefon klingelte. ‚ Wenn das schon wieder Tanija ist krieg ich die Krise!!’
Ich kletterte vom Sofa runter und schlurfte Richtung Telefon.
„ Miia?“
„ Nö nix Miia, Jonne! Ich bin’s Siiri!”
,, Oh hei Siiri! Sorry dachte nur Miia versucht endlich mal anzurufen.“, sagte ich enttäuscht.
„ Miia hat dich heute angerufen.“
„ Wie? Echt? Wann?“
„ Keine Ahnung wann das war, aber bei dir ist jedenfalls eine Frau ran gegangen, dann hat sie aufgelegt.“
„ Das war Miia?“
„ Ja kleiner das war sie. Aber was mich interessieren würde, wer war die besagte Frau?“
Ich seufzte. „ Das war Tanija.“
„ Tanija? DIE Tanija?“
„ Jaa…“
„ Ich dachte du hast keinen Kontakt mehr zu dieser Ziege?“
„ Hatte ich auch nicht, sie hat nur plötzlich vor meiner Wohnung gestanden. Dann haben wir eben gequatscht und so..“
„ Wie und so??“
„ Nicht das was du denkst! Es ist nichts gelaufen, Kris war noch bei mir er kann es dir bestätigen wenn du mir nicht glaubst. Sie ist auch ohne zu fragen an mein Telefon gegangen und hat Miia damit vergrault.“
„ Ne ich glaub dir ja, aber du solltest mit Miia reden.“
„ Werd ich machen, ich ruf sie heute noch an!“
Siiri kicherte. „ Nicht nötig. Ich bin eben bei ihr, wenn du willst reich ich dich ihr weiter.“
„ Na gut, sie ist aber nicht sauer?“

Szenenwechsel: Miia

Kommentarlos wurde der Hörer an mich weitergereicht. Ich schaute Siiri verzweifelt an. Nein, ich wollte jetzt nicht mit ihm reden. Doch sie drückte mir den Hörer ans Ohr, nickte mir aufmunternd zu und verabschiedete sich mit einem Küsschen auf die Wange von mir. Als ich die Wohnungstüre ins Schloss fallen hörte meldete ich mich vorsichtig.
„ Jonne?“, sagte ich leise.
„ Hei ich dachte schon du legst wieder auf!“
„ Ne dieses Mal nicht.“
Jonne versuchte mir zu erklären was es mit dieser Frau auf sich hatte. Er schlug mir sogar vor Kris danach zu fragen. Danke nein da verzichte ich drauf. Nach einer Erklärung von 20(!) Minuten unterbrach ich ihn.
„ Jonne is ja gut! Ich glaubs dir ja. Du wiederholst dich jetzt zum vierten Mal! Ich bin auch überhaupt nicht böse oder so gar nicht.“
„ Dann bin ich aber beruhigt. Ich bin nämlich auch nicht böse auf dich weil du mich nicht angerufen hast.“
Scheisse! Ich biss mir auf die Unterlippe. „ Für das wollte ich mich auch noch entschuldigen, weißt du ich hatte so viel zu tun und…“ Jonne unterbrach mich.
„ Schon gut! Ich möchte nicht noch einmal so lange am Telefon sitzen bis du auch noch alles erklärt hast, meine Erklärung allein reicht schon.“ Er lachte. „ Hm, was ich dich noch fragen wollte, du sagtest du müsstest noch nicht arbeiten und ich und die Jungs und noch ein paar Freunde wollten an den See zum Campen fahren. Dachte du möchtest vielleicht mitkommen? Siiri kommt auch!“
„ Klar komm ich! Wann und wo?“
„ Wir dachten wir gehen in zwei Tagen, dann bleiben wir so lange wir wollen also nicht länger als drei, vier Tage aber.“
„ Klar doch bin dabei! Habt ihr genug Zelte und so Zeug?“
„ Ja Kris kann das alles irgendwo leihen, wir haben bestimmt genug, für Essen und Getränke ist gesorgt. Alles in allem, es kann nichts schief gehen!“, sagte er überzeugt. Ich war mir da nicht so sicher. Alle Jungs die ich jetzt kennen gelernt hatte waren totale Chaoten und alle an einem Haufen, das konnte nur in einer Katastrophe enden. Ich lachte.
„ Dann ist alles klar!“
„ Gut dann werd ich dich dann übermorgen abholen, wir wollen so gegen Mittag losfahren.“
„ Alles klar! Bis dann! Ich freu mich!“
Da hatte ich mir ja was eingebrockt. Ein paar Tage mit diesen Chaoten auf einem Haufen, das konnte lustig werden.

11. Kapitel

2 Tage später:

Mittlerweile war Mittag und Jonne war noch immer nicht aufgetaucht. Ich stand im Flur mit einer riesen Reisetasche die bis oben hin voll gestopft war. Ich kramte soeben noch in meiner Handtasche nach meinem Hausschlüssel als es klingelte. Ich öffnete die Türe. „ Hei Jonne!“
„ Hei, sorry ich weiss ich bin zu spät.“ „ Is schon OK. Gehen wir?“ „ Nein wir müssen noch auf Kris und Siiri warten.“ Ich nickte. Da kam auch schon Siiri aus ihrer Wohnung gestolpert und zog Kristian hinter sich her. „ Mensch jetzt mach doch mal! Kris verdammt ich hab dir schon vor ’ner halben Stunde gesagt du sollst noch aufs Klo gehen!“, schimpfte sie ihn wie ein kleines Kind. Kristian sah zerknirscht aus, ging dann aber trotzdem noch mal aufs Klo. Ich musste lachen. Die zwei benahmen sich wie kleine Kinder. „ Ist mein Bruderherz schon eingetroffen?“, wandte sich Siiri an Jonne. „ Nö der ist noch nicht da.“
„ Was es gibt noch mehr von euch Irren?“, fragte ich. Ich schaute gespielt entsetzt. Jonne bekam vor lauter lachen beinahe keine Luft mehr und Siiri warf mir einen bitterbösen Blick zu. Dann fing aber auch sie an zu lachen. Als Kristian sich von der Verabredung mit dem Klo verabschiedet hatte trat er wieder zu uns und schaute uns komisch an. Wir mussten auch ein tolles Bild abgeben.
Jonne lag mit knallrotem Kopf noch immer kichernd auf dem Boden und Siiri und ich brachen gleich noch mal in einen Lachanfall aus als wir Kris’ verwirrtes Gesicht sahen. Dieser schüttelte nur den Kopf und murmelte etwas wie „ Weiber…“. Dann packte er seine Sachen und schleppte sie die Treppe nach unten. Als wir uns halbwegs erholt hatten schnappten wir ebenfalls unsere Taschen und gingen nach unten wo Jonnes „ Auto“ stand. „ Das ist nicht dein Ernst oder?“, fragte ich Jonne. „ Was denn?“, wollte er wissen. „ Sag mir dass das da NICHT dein Auto ist!“ „ Doooch wiesooo??“ „ Wie wollen wir da zu viert hineinpassen mit all dem Gepäck?“ „ Falsch Miia!“, platzte Siiri dazwischen, „ wir sind nicht vier sondern fünf, da kommt noch Matthau.“ Tatsächlich kam noch ein Typ der Kris und Siiri ähnelte angeschlurft den Rucksack lässig geschultert und eine Kippe im Mundwinkel.
„ Hallo allerseits!“, sagte er und begrüsste alle nach einander. Vor mir blieb er kurz stehen und musterte mich. „ Aha.“, stellte er ganz klug fest. Ich schaute ihn an. „ Was aha?“
„ Du musst die neue Nachbarin von Kris sein Miia richtig? Er hat mir schon viel von dir erzählt!“, grinste er und zwinkerte mir zu. „ Ich bin übrigens Matthau der Bruder dieser zwei durch geknallten.“ Er deutete in die Richtung in der Siiri und Kris standen. Mit dieser Bemerkung fing er sich einen vernichtenden Blick seiner Schwester und eine fliegende Zigarettenschachtel am Kopf von seinem Bruder. Ich musste lachen und nickte.
Jetzt musste noch geklärt werden wer fahren durfte und wer auf den begehrten Beifahrersitz. Das Gepäck hatte glücklicherweise alles im Kofferraum platzt gehabt und die Zelte hatten Jay und Larry mitgenommen. Da es Jonnes Auto war wollte er fahren was ihm gnädigerweise von Kristian erlaubt wurde und Matthau erledigte das Problem wer Beifahrer sein durfte auf seine Art. Er setzte sich ganz einfach auf den Beifahrersitz und weigerte sich wieder auszusteigen. Alle Versuche von Jonne und Kris ihn an den Beinen herauszuziehen schlugen fehl, er klammerte sich so an den Sitzen fest. So mussten Kris, Siiri und ich uns auf die Rückbank quetschen. Und wie sollte es anders sein der Herr Kristian setzte sich gross in die Mitte so dass mir gar nichts anderes übrig blieb als neben ihm zu sitzen. Siiri zuckte entschuldigend mit den Schultern und stieg auf der andern Seite ein. So tuckerten wir schliesslich los.
„ Soo Kinder! Wir werden Jetzt mindestens fünf Stunden fahren wenn noch Stau oder so ist noch ein bisschen länger!“, sagte Jonne und blickte im Rückspiegel zu uns nach hinten.
„ Wie bitte?! So lange?“, hakte ich nach.
„ Jap Kleines, tut mir ja leid würde dir den Platz hier vorne anbieten wenn da nicht so ein dickes, schnarchendes Ding sitzen würde.“
Kris nutzte wie befürchtet die Gelegenheit mich noch mal auf unser „ Problemchen“ anzusprechen.
„ So hör mir mal zu.“, er stupste mich von der Seite an. „ Was denn?“
„ Jetzt kannst du mir mal nicht davon laufen!“ triumphierte er. Wie Recht er hatte, das ging komischerweise wirklich nicht. Ich verdrehte die Augen. „ Also schiess los!“, forderte ich ihn auf.
„ Wieso zickst du mich immer an?“ kam die erste Frage direkt. ‚ Nein nicht aufregen jetzt, du kannst nicht weglaufen. Verdammter Mist!’ „ Na hör mal ich zick dich nicht immer an und wenn dann hab ich einen Grund!“ „ So deswegen lässt du mich auf dem Balkon einfach stehen nachdem ich dich normal etwas gefragt habe.“ „ Es war mitten in der Nacht und ich wollte ins Bett!“, gab ich zurück.
„ Na gut, jetzt kannst du aber weder ins Bett noch sonst wohin.“ Er grinste mich an. Geschlagen lehnte ich mich in meinen Sitz zurück und stellte mich auf eine längere Diskussion ein. Siiri war bereits eingeschlafen, ‚Wie kann ein Mensch nach einer Viertelstunde im Auto schon schlafen?!!’, und Jonne warf mir durch den Rückspiegel einen mitleidigen Blick zu.
Sollte ich jetzt wirklich ehrlich sein zu Kris und ihm hier und jetzt ins Gesicht sagen das ich ihn eigentlich überhaupt nicht ausstehen kann? „ Soll ich wirklich ganz ehrlich sein?“ Er nickte überzeugt. „ Du gehst mir ganz einfach auf den Wecker.“ Ich ging in Gedanken schon in Deckung denn ich fürchtete er gibt mir genauso zurück. Doch seine Reaktion überraschte mich. Ich hatte gedacht es bricht gleich der nächste Kleinkrieg zwischen uns aus, dem war nicht so. „ Hmhmm… biste nicht die einzige.“, kam es von ihm. Ich schaute ihn verwundert an. Wie jetzt kein „ Du kannst mich mal“ oder Ähnliches?? „ Aber weißt du was?“, kam es plötzlich von ihm, „ ich möchte mal wissen warum!“
„ Wie warum?“, fragte ich sichtlich verwirrt. „ Warum ich so vielen Leuten auf den Wecker gehe!“
Ich zuckte mit den Schultern. Wenn ich recht darüber nachdachte hatten wir keinen eigentlichen Grund uns nicht zu mögen. Klar anfangs hatte er dauernd irgendetwas zu motzen gehabt mittlerweile hatten wir aber ziemlich nichts mehr miteinander zu tun gehabt und auf seiner Party war er eigentlich sogar nett gewesen. „ Hm weis auch nicht… du hast anfangs andauernd herumgemotzt und das ging mir ziemlich auf die Nerven! Aber nun, ist nicht mehr wirklich was.“ Ich schaute ihn an. Er blickte mir jetzt direkt in die Augen. „ Können wir nicht noch einmal von vorne beginnen? Ich glaube wir hatten nur einen schlechten Start.“ Er grinste und streckte mir seine Hand entgegen. Ich nickte und ergriff die Hand. „ Also ich bin Kristian oder Sir Christus und du bist Miia!“ Ich lachte und schüttelte den Kopf. „ Du kannst doch noch nicht wissen wer ich bin!“, sagte ich gespielt vorwurfsvoll. „ Oh! Stimmt also noch mal!“ Erneut streckte er mir seine Hand entgegen und ich ergriff sie noch mal. Er räusperte sich. „ Hallo mein Name ist Kristian oder Sir Christus und du bist?“ Matthau auf dem Vordersitz kugelte sich vor lachen doch wir beachteten ihn nicht weiter. „ Ich bin Miia deine, na ja nun nicht mehr wirklich, neue Nachbarin! Freut mich dich kennen zu lernen!“ Jetzt konnten wir uns alle nicht mehr halten und lachten los. Matthau liefen bereits Lachtränen über die Wangen und auch ich lag schon beinahe auf dem Boden des Autos. Nur Siiri schlief unbeeindruckt von allem gemütlich an Kris’
Schulter gelehnt weiter.


12. Kapitel

Nach zwei Stunden Fahrt begann Matthau zu quengeln er müsse jetzt dringend aufs Klo. Jonne beachtete ihn nicht und fuhr ungerührt weiter. Erst als Matthau damit drohte in Jonnes Wagen zu pinkeln wenn Jonne nicht sofort irgendwo anhalten würde, suchten wir schliesslich nach einer Matthaugerechten Pinkelmöglichkeit. Und das war gar nicht so einfach. An dem einen Ort hatte es zu viel Menschen, am andern Ort zu wenig Bäume, wiederum fühlte er sich beobachtet oder bedroht. Dieser Typ hatte echt nicht mehr alle Tassen im Schrank. Schliesslich fuhr Jonne mitten im Wald an den Strassenrand und wir schmissen Matthau raus. Dieser trottete schliesslich geschlagen zum nächsten Baum und erleichterte sich. Die Fahrt konnte weitergehen. Doch kaum waren wir eine halbe Stunde unterwegs meldete sich Kris’ Blase. Jonne wurde langsam sauer. Und als Kris beteuerte er könne unter keinen Umständen weiterfahren wenn er nicht sofort aufs Klo könnte, hielten wir schliesslich nochmals an. Jonne schmiss Kris aus dem Auto, weckte Siiri und schmiss diese auch noch raus. Danach war ich dran. Er umfasste meine Hüften hob mich aus dem Wagen und schubste mich in die Richtung in der die andern zwei uns verwirrt anstarrten. „ Jonne verdammt was soll der Scheiss?!!?“ Siiri war sauer und auch ich schaute ihn nicht gerade nett an. „ Ihr geht jetzt alle pinkeln ich halte nicht in zehn Minuten nochmals an!“ Ergeben seufzend machten ich und Siiri uns auf den Weg ins dichtere Unterholz damit uns die Jungs nicht auch noch beobachteten. Als wir aus dem Wald stapften stand Jonne lässig an der Fahrertüre angelehnt da und schaute uns entgegen. ‚ Diese Augen!’
Als ich merkte dass ich ihn angestarrt hatte schaute ich schnell weg. Kris lag ausgestreckt auf dem Autodach und rauchte und Matthau hing irgendwie schräg auf dem Vordersitz. Jonne klatschte in die Hände und gab Kris einen Schubser dass er auf der anderen Seite vom Dach flog. Mit einem Aufschrei landete er auf seinem Allerwertesten. So blieb er auch sitzen. „ Hast du dir etwas getan?“, fragte ich erschrocken. „ Jaa!! Mein Po tut soooo weh!“, jammerte er schob trotzend die Unterlippe vor und verschränkte die Arme. Jonne kam um das Auto herumgeflitzt und schaute besorgt zu Kristian. „ Hast du dir was getan?“ Trotzig blickte Kris zu Jonne hoch. „ Ja! Mein Po schmerzt! Du hättest mich beinahe noch entmannt!!“ Ich musste mir das Kichern verkneifen. Jonne schaute Kris belustigt an und wollte ihm aufhelfen. „ Nee nix da! Von dir lass ich mir bestimmt nicht helfen!“ Siiri konnte sich nicht mehr beherrschen und lachte los. Der Anblick war aber auch zum schreien, Kris mit trotziger Miene und verschränkten Armen auf dem Boden hockend und Jonne der daneben steht wie ein begossener Pudel. Kris warf Siiri einen bitterbösen Blick zu was diese nur dazu brachte noch lauter zu lachen. Noch immer beleidigt erhob Kris schliesslich sein Hinterteil vom Waldboden um kurz darauf wieder los zu schimpfen. Er hatte einen winzig kleinen Braunen Fleck auf seiner pinken Hose und war meiner Ansicht nach kurz vorm heulen. Jonne, welchem das ganze Theater langsam auf die Nerven ging, schob Kristian kommentarlos zurück ins Auto und haute die Türe hinter ihm zu. Dann kam er zu uns herüber. „ Ab in den Wagen!“ Als Siiri etwas erwidern wollte brachte er sie mit einem bösen Blick zum schweigen und flüsterte mir dann zu. „ Ich glaube wir sind hier die einzigen halbwegs normalen…“ Ich grinste. „ Klar! Wir sind auch nicht mit denen Verwandt.“ Ich zeigte auf den Wagen in dem es sich unsere drei Irren wieder bequem gemacht hatten. Kristian drückt sein Gesicht an der Scheibe platt, Siiri purzelte soeben in den Kofferraum weil sie zu faul war aussenrum zu gehen um sich Getränke zu holen und Matthau schnarchte und sabberte wieder mal auf dem Vordersitz herum.
Ich quetschte mich also wieder auf die Rückbank und weiter ging’s.
Nach endloser Fahrt, wie es mir vorkam, sahen wir endlich den See. Kris sprang auf und hibbelte ungeduldig auf seinem Sitz herum. „ Kris halt doch mal still!!“ „ Nöö wir sind gleich da!!“ Er freute sich ein Loch in den Bauch. Ich schüttelte den Kopf, wie alt war der Mann nochmals?? Zwölf?? „ Kris wenn du nicht sofort stillsitzt schmeiss ich dich hier raus und du kannst den Rest laufen!“, kam es von Jonne. Diese Drohung wirkte tatsächlich und Jonne grinste zufrieden. Kris tat wie ihm geheissen und hielt still. Kaum hatten wir jedoch angehalten kletterte er über meinen Schoss und riss die Autotüre auf. So blieb er liegen. „ Ähm ich will dich nicht stören aber du liegst quer über meinen Beinen und du bist nicht gerade leicht.“, sagte ich. „ Oh!“, er schaute mich entgeistert an. „ Was heisst ‚nicht gerade leicht’?“, wollte er wissen. „ Nichts ich will mich jetzt nicht in eine Diskussion über dein Gewicht verwickeln während du hier meine Beine platt drückst!“ Er zuckte mit den Schultern und krabbelte von mir runter. Wir packten unser Gepäck aus dem Kofferraum und Larry und Antti waren schon fleissig am Zeltaufbau. Ich konnte mir allerdings nicht vorstellen dass das heute noch etwas werden sollte. Larry hielt in jeder Hand eine Zeltstange und Antti krabbelte mit der Aufbauanleitung zwischen dem noch am Boden liegenden Zelt herum. Ich musste wieder einmal lachen. Larry sah mein Grinsen und rief mich darauf zu sich. „ Jaaa Larrylein was kann ich für dich tun?“, fragte ich mit Unschuldsmiene. „ Du könntest uns hier mal helfen anstatt dir da drüben eins ab zu lachen!“ Er klimperte mit den Wimpern. „ Klar ich hol nur noch kurz Verstärkung.“
Kurze Zeit später kehrte ich mit Jonne, Kris, Siiri und Matthau im Schlepptau zurück. „ So, die versprochene Hilfe!“ „Wie Hilfe?“, fragte Kris entsetzt und ich musste grinsen, „ du hast mir doch etwas zu Essen versprochen wenn ich mitkäme!!“ „ Ja gibt ja auch was! Aber erst NACHDEM ihr die Zelte aufgebaut habt!“
Murrend machten sich alle an die Arbeit. Nach einer halben Ewigkeit hatten wir tatsächlich alle Zelte aufgebaut. Exakt 2 Stunden hatten wir zu acht gebraucht um 3 Zelte auf zu bauen, nicht gerade eine grosse Leistung trotzdem waren wir alle stolz aufeinander. Wir gingen zum Lagerfeuer wo Jay und Snack schon fleissig am grillen waren. Antti hibbelte ungeduldig um sie herum und verlangte sein Essen. Schliesslich konnten wir essen. Alle waren zufrieden nur Antti motzte herum. „ Mensch Snack! Dieses Würstchen ist total verkohlt!“, maulte er. Snack grinste nur. „ Ooooh das war Absicht gibs zu!!“ Nun musste auch Jay grinsen. Antti nörgelte weiter herum ass dann aber trotzdem alles auf. „ Jetzt will ich schwimmen gehen!“ Antti sprang auf und war schon wieder am herumzappeln. Kris verdrehte genervt die Augen. „ Na los Leute! Wer kommt mit mir schwimmen?“ Er blickte in die Runde und alle taten möglichst unauffällig. Antti hüpfte immer noch aufgeregt vom einen zum nächsten und schaute alle schon beinahe flehend an. „ Siehs’ doch ein!“, hörte ich Kristian sagen, „ niemand will jetzt noch mit dir schwimmen gehen.“ Antti zog eine Schnute und streckte Kris die Zunge raus. „ Dann geh’ ich eben alleine!“, sagte er und zottelte beleidigt ab Richtung See. Wir alle schauten ihm belustigt hinterher. „ Das war ganz schön fies von dir Kris!“ Jonne blickte ihn vorwurfsvoll an. „ Na und? Ich war doch nur ehrlich!“ Er zuckte mit den Schultern. „ Mein dritter Vorname ist Arschloch!“ Er grinste und nahm einen tiefen Zug von seiner Kippe. Jonne schüttelte nur den Kopf. Wir waren fertig mit Essen und stritten uns wer nun das Pappgeschirr entsorgen müsste. Snack und Jay wehrten sich dagegen mit dem Argument, sie hatten schon das Essen vorbereitet. „ Na gut! Ich machs ja!“, ergab ich mich schliesslich, sonst wären wir in zwei Stunden noch genau gleich weit gewesen. Allgemeiner Applaus. Kopfschüttelnd ging ich mit einem Abfallsack der mir Jonne in die Hand gedrückt hatte bei allen vorbei und sie schmissen ihr Besteck und Teller hinein. Dann setzte ich mich wieder neben Siiri und schnappte mir ein kühles Bier. Die Jungs quatschten über Musik und Kris und Larry stritten sich darum wer nun der bessere Gitarrist von ihnen beiden sei, als plötzlich ein Schrei aus der Richtung des nahe gelegenen Sees herüberschallte. Sofort verstummten alle. „ Was war das?“, fragte Larry. „ Woher sollen wir das wissen?“, gab Kris zurück. Larry zuckte nur mit den Schultern. „ Lasst uns nachsehen!“, schlug Siiri vor. Also machen wir uns au, zum See runter. Dort angekommen sahen wir Antti fröhlich plantschend mit noch zwei unbekannten Frauen. Als er uns entdeckte kam er mit den zweien aus dem See. „ Hei Leute! Habt ihr es euch doch noch anders überlegt?“ Er grinste. „ Nein! Wir haben dich nur schreien gehört und dachten wir schauen mal nach ob du noch lebst.“, antwortete Jonne. „ Aha!“, kam es von Antti zurück, „ übrigens das sind Nora und Lisa.“ Er deutete zuerst auf die grosse Blondine danach auf eine etwas kleinere Brünette. „ Hei!“, kam es von uns im Chor. Antti stellte uns der Reihe nach vor. Lisa war mir von Anfang an sympathisch sie hatte etwas Freundliches und ruhiges an sich. Nora musterte Siiri und mich nur von oben herab. Wir luden die beiden zu uns ans Feuer ein und sie kamen gerne mit.
Wir sassen gemütlich um das Feuer herum tranken etwas und unterhielten uns. Siiri kam zu mir herüber, setzte sich neben mich und sagte: „ He, siehst du wie sich diese Nora an Jonne ranschmeisst?“ Ich schaute zu Jonne herüber und tatsächlich klebte die Blonde regelrecht an Jonne und laberte ihn zu. Er sah zu uns herüber und blickte uns hilfesuchend an. Ich musste grinsen. Kris sprang auf einmal auf und holte eine akustische Gitarre. Er zupfte an den Saiten und bald ertönte eine schöne, mir bekannte Melodie. Na klar! Jetzt wusste ich woher ich sie kannte, das war dieses Lied welches ich in Jonnes Wohnung gehört hatte. Darauf hin hatte ich mir das Album von Negative gekauft und war begeistert. Ich hatte NGT noch nie live spielen gehört aber das auf der CD gefiel mir sehr. Vor allem dieses Lied. Still Alive. Ich konnte mittlerweile den ganzen Text auswendig und hörte es mir ständig an. Siiri forderte Jonne auf zu singen doch er hatte keine Lust. Ich summte leise die Melodie mit. „ Na du, kennst den Song wohl gut?“, fragte Siiri. Ich grinste und nickte. „ Ja ich liebe dieses Lied, kenne den Text sogar auswendig.“, grinste ich. „ Wem sagst du das, ich mag es auch und kenne beinahe alle Lieder der Band auswendig.“ Sie lachte. „ Ich begleite die Jungs jeweils zu den Konzerten und bin ab und an bei Proben dabei.“ Ich nickte.
„ Na los lass uns singen wenn Jonne sich so anstellt!“ Siiri war begeistert von ihrer Idee. „ Nein!dafür bin ich noch nicht betrunken genug!“, antwortete ich. Kris, der meinen letzten Satz gehört hatte sagte: „ Na das können wir ändern! Wofür überhaupt?“ Siiri lachte und deutete auf die Gitarre. „ Um zu singen.“ „ Warum nicht?“, wollte Kris wissen. „ Weil ich nicht singen kann und weil das Jonnes Aufgabe ist..“ Kris zuckte mit den Schultern, „ wie du meinst.“. Schlussendlich hatten wir Jonne so weit das er singen wollte. Kris stimmte erneut ‚Still Alive’ an und Jonne begann zu singen. Alle lauschten gespannt und Siiri begann nach einiger Zeit auch mit zu singen. Es klang schön. Jonnes tiefe, raue Stimme und Siiris klare, höhere Stimme. Auch ich summte leise mit und war ganz enttäuscht als das Lied vorüberwahr.
Ich sass noch immer ganz verträumt da als sich Kris zwischen Siiri und mich quetschte und uns in den Arm nahm. Mit gespielt weinerlicher Stimme sagte er: „ Ist das nicht wunderschön? Ich könnte heulen.“ Siiri schaute ihn an. „ Kris halt einfach die Klappe! Du verdirbst die schöne Stimmung!“ Er streckte ihr die Zunge raus und ging wieder zurück an seinen Platz. Kurz darauf kam Jonne angedackelt und setzte sich ebenfalls zwischen uns. Siiri stöhnt genervt auf. „ Tut mir leid dass ich euch stören muss, aber ich musste eben mal von dieser Nora flüchten.“ Ein gequältes Grinsen huschte über sein Gesicht. Ich schaute zu Nora welche nun alleine dort sass. „ Das ist nicht sehr nett Jonne.“, sagte Siiri. „ Was soll ich deiner Meinung nach machen? Sie ist ziemlich aufdringlich!“ Ich grinste. „ Als ob dir solche Bewunderung nicht gefallen würde.“ Jonne und Siiri grinsten nun und Jonne wurde sogar ein wenig rot. Es wurde spät und wir waren alle von der Anreise etwas müde, so beschlossen wir ins Bett oder eher in den Schlafsack zu schlüpfen. Ich wurde mit Siiri in das einzige 2er Zelt eingeteilt. Kris, Matthau, Jonne und Antti nahmen sich ein Zelt und Jay, Snack und Larry. Letzterer murrte zwar weil er nicht mit dem ‚Riesen’ und den ‚Schnarchsack’ , wie er seine Freunde liebevoll nannte, zusammen im Zelt schlafen wollte, gab sich dann jedoch freiwillig geschlagen als Matthau im anbot bei ihm im Schlafsack zu schlafen. Wir gingen alle ins Bett und es war sofort ruhig.


13. Kapitel

Am nächsten Morgen wurde ich ziemlich früh wach. Siiri schlummerte noch gemütlich vor sich hin und ich kletterte nur mit Boxershorts und T-Shirt bekleidet aus dem Zelt. Draussen war noch niemand zu sehen, schliefen wohl alle noch. Ich schaute mich um. Alles war ruhig. Die kühle Morgenluft liess mich frösteln und ich ging zurück ins Zelt. Siiri war mittlerweile auch aufgewacht. „ Morgen Kleine!“, rief ich vergnügt. Siiri brummte etwas in ihr Kissen hinein was ich nicht verstand und schloss ihre Augen wieder. Ich musste grinsen, das war gestern wohl ein Bierchen zu viel gewesen. Nachdem ich einen Blick auf Siiris Uhr geworfen hatte, beschloss ich alle endlich aufzuwecken. Ich kletterte wieder aus dem Zelt und zog Siiri von dort aus an den Füssen. Sie begann zu strampeln doch ich gab mich unbeeindruckt und liess sie erst los als sie vor dem Zelteingang auf dem feuchten Rasen lag. Quitschend sprang sie au und funkelte mich böse an. „ Spinnst du?“, sagte sie laut. „ Aber ja doch!“ ,antwortete ich grinsend. Sie packte ihren Schlafsack und stopfte ihn zurück ins Zelt. „ Na dann, wenn wir beide schon wach sind wäre es an der Zeit die andern ebenfalls auf zu wecken. Meinst du nicht?“ Ein fieses Grinsen bildete sich in ihrem Gesicht. Als hätten wir uns abgesprochen liefen wir gleichzeitig los runter zum See. Dort angekommen merkten wir erst, dass wir überhaupt nichts mitgenommen hatten um das Wasser zu transportieren. Ich schaute Siiri fragend an, welche nach kurzem Nachdenken zu grinsen anfing und sich ihr T- Shirt über den Kopf zog. „ Was soll das denn?“, fragte ich erstaunt als sie nur noch in BH und kurzen Hosen vor mir stand. „ Ganz einfach!“, antwortete sie und warf das Shirt ins kalte Wasser, woraus sie es dann treifend nass wieder herausfischte. Ich lachte und zog mein Shirt über den Kopf und machte es ihr nach. Kichernd mit den kalten und patsch nassen Oberteilen liefen wir wieder zurück zu den Zelten der Jungs. Leise öffnete ich den Verschluss des Zeltes als Siiri leise aufschrie. Ich drehte mich um und wollte sie soeben daran erinnern was wir vorhatten, als ich in die grinsenden Gesichter von Jay und Larry schaute. Ich wurde ein wenig rot, es war mir unangenehm nur in Unterwäsche vor ihnen zu stehen. „ Was habt ihr denn vor?“, fragte Larry belustigt. Siiri deutete nur auf die friedlich vor sich hinschlummernden Jungs im Zelt, danach auf die nassen T-Shirts. Die beiden verstanden. Wir wandten uns von ihnen ab und kletterten ins Zelt. Gleichzeitig liessen wir das kalte Wasser über die Köpfe der Jungs tropfen.
Jonne sprang als erster auf und schrie: „ Meine Haare! Nein! Meine Haare!“ Ich kugelte mich beinahe bei diesem Anblick wie er aufsprang und seine Haare zu schützen versuchte. Auch die andern drei zogen schützend die Schlafsäcke über den Kopf. Jonne war inzwischen nach draussen gerannt.
Ein leiser anerkennender Pfiff ertönte aus der einen Ecke. Ich drehte mich in diese Richtung um und sah Kristian dort and der Zeltwand lehnen und mich mustern. Erst jetzt fiel mir wieder ein dass ich nur so knapp bekleidet war. Ich wurde erneut rot und wandte mich ab. Siiri war mittlerweile wieder raus aus dem Zelt und ich machte mich ebenfalls sofort aus dem Staub. Schnell ging ich zurück in unser Zelt und zog mir ein trockenes Oberteil an, danach trat ich wieder nach draussen. Dort hatte sich mittlerweile die ganze Truppe eingefunden. Kris grinste mich an, doch ich beachtete ihn nicht weiter.
Jonne ging gerade auf Siiri los weil seine Haare angeblich nicht mehr perfekt sassen. Siiri allerdings liess das kalt und sie lachte ihn nur aus. Danach war er beleidigt. Wir gingen alle gemeinsam im nahe gelegenen Restaurant Frühstücken, danach wollten wir im See schwimmen gehen.
Gestern Abend hatten wir uns wieder mit Nora und Lisa verabredet welche schon auf uns warteten. Lisa winkte uns fröhlich zu während Nora mir einen bitter bösen Blick zuwarf und sich sofort wieder an Jonne dran klebte. Ich verdrehte die Augen. Siiri warf mir einen viel sagenden Blick zu und ich nickte zustimmend. Wir legten unsere Badetücher am kleinen Strand am Ufer hin. Siiri holte die Sonnencreme hervor und bat mich ihr den Rücken einzucremen. Danach schnappte ich mir die Creme. Kris liess sich neben mich in den Sand plumpsen, grinste mich an und fragte: „ Kann ich dir helfen?“ „ Danke nein!“ , gab ich zurück. Er zuckte mit den Schultern und zottelte zurück an seinen Platz. Ich wandte mich an Siiri. „ Kannst du vielleicht?“ Sie nickte. „ Wieso hast du nicht Kris gelassen?“ „ Deswegen.“ Sie erwiderte nichts mehr. Ich wusste dass ich wieder viel zu zickig reagiert hatte, aber ich konnte einfach nicht anders. Wir lagen gemütlich in der Sonne und ahnten nichts Böses als plötzlich eine Ladung kaltes Seewasser sich über uns ergoss. Schreiend sprangen wir auf und blickten in Jonnes, Kris, Matthaus und Anttis grinsende Gesichter. Bevor ich reagieren konnte packte mich Jonne und warf mich wie ein Kartoffelsack über seine Schultern. Kris packte die wild strampelnde Siiri und die beiden marschierten mit uns in den See. Es hatte kaum Sinn sich gegen Jonne zu wehren, in dem zierlichen Mann steckten ungeahnte Kräfte. Als er im hüfthohen Wasser stand schmiss er mich in hohem Bogen ins Wasser und kurz darauf folgte mir Siiri. Prustend tauchte ich wieder auf. Jonne und Kris standen, die Hände in die Hüfte gestemmt, zufrieden grinsend im Wasser. Nur Siiri war nicht zu sehen. Nach kurzer Zeit schauten wir uns besorgt um. Die Wasseroberfläche war glatt. Plötzlich schoss eine mit Seegras behangene Siiri direkt vor Jonne aus dem Wasser. Jonne schrie erschrocken auf und plumpste rückwärts ins Wasser. Kris machte einen erschrockenen Satz nach hinten blieb jedoch stehen als er Siiri erkannte. Ich konnte mich kaum noch halten vor lachen und auch Siiri war kurz davor unter zu tauchen. Sie schüttelte das Seegras ab, mittlerweile war auch Jonne wieder aufgetaucht.
Er schaute sich ängstlich um, als er jedoch uns sah wie wir uns kugelten vor lachen war er wieder einmal mehr beleidigt. Er stapfte aus dem Wasser und ging zurück zu seinem rosa farbenen Badetch und liess sich darauf plumpsen. Kris, Siiri und ich standen immer noch im Wasser und hielten uns die Bäuche vor lachen. Das veranlasste Jonne nur dazu noch mehr zu schmollen. Trotzig schob er die Unterlippe vor und drehte uns den Rücken zu. Noch immer kichernd ging ich aus dem Wasser und schlich mich von hinten an Jonne ran. Unerwartet liess ich mich neben ihn fallen und berührte kurz seine Schulter. Er zuckte zusammen und schaute mir für einen Augenblick in die Augen und lächelte. Dann kam ihm wohl wieder in den Sinn das er ja am schmollen war und er setzte wieder seinen trotzigen Blick auf. „ Ach Jonnelein. Du bist doch selber schuld das sie dich erschreckt hat!“ Keine Antwort. Ich seufzte und wollte wieder zurück an meinen Platz, aber Jonne zog mich wieder zurück auf sein Tuch. „ Du bleibst schön hier!“, kam es befehlerisch von ihm. „ Wie bitte?“, fragte ich erstaunt. „ Mir is sonst langweilig.“, sagte er. Ich lachte laut auf. „ Was ist hier so witzig? Ich will auch lachen!“ Kris liess sich neben mich fallen. „ Jonne will dass ich hier bleibe weil ihm sonst langweilig ist.“, antwortete ich. Kris begann sofort dreckig zu grinsen. Was hatte ich nur wieder gesagt? Ich müsste doch langsam wissen das Kristian alles was man sagt verdreht! „ Soso du sollst also zu Jonnes Unterhaltung hier bleiben?“, fragte er unschuldig. „ Mensch Kris ich bin nicht so schwanzgesteuert wie du!“, sagte Jonne verärgert. Ich schaute ihn entgeistert an. Wieso war er jetzt gleich wütend? Er wusste doch genau wie Kristian ist und wie er immer alles ins schmutzige zieht. Doch Jonne bemerkte wohl das er überreagiert hatte und setzte sofort wieder ein lächeln auf. „ Wer will schwimmen gehen?“, fragte er gleich darauf. Nora sprang sofort auf. Jonne verdrehte zunächst genervt die Augen stand dann aber auch auf. „ Kommst du auch?“, fragte er mich. Ich schüttelte den Kopf. „ Ich war doch eben schon im Wasser. Er zuckte mit den Schultern. Niemand sonst wollte noch mit ins Wasser so ging er alleine mit Nora. Ich sah ihm an das er nicht mit ihr allein sein wollte, aber er konnte sie nicht einfach sitzen lassen.
Lisa sass da und blickte hinaus auf das Wasser. Ich hatte noch kaum mit ihr gesprochen und deshalb setzte ich mich jetzt zu ihr. „ Hei!“, sagte ich. Sie drehte sich zu mir um und lächelte. „ Hei“
„ Gefällts dir hier?“, fragte ich einfach mal, etwas Besseres kam mir nicht in den Sinn. „ Klar! Dir auch?“ „ Ja, wir sind erst seit gestern hier aber mit diesen Chaoten kann es nur witzig sein.“ Sie grinste. „ Das glaub ich dir. Ich bin nur mir Nora hier doch seit sie Jonne gesehen hat bin ich Luft für sie. Na ja macht nichts.“ „ Ist mir auch schon aufgefallen. Ist sie eine gute Freundin?“ Lisa schüttelte zu meinem Erstaunen den Kopf. „ Nee, ich kenne sie noch nicht allzu lange. Sie ist kürzlich hier in die Nähe gezogen und ich habe sie beim Schwimmen getroffen. Anfangs war sie richtig nett und ich dachte wir können Freundinnen werden, aber mit der Zeit wurde sie immer arroganter und eingebildeter. Jetzt nach zwei Monaten bin ich schon unter ihrem Niveau.“ Erstaunt schaute ich sie an. „ Wie unter ihrem Niveau?“ „ Na sie ist gross, blond und schlank. Modelmässig eben. Und ich, bin halt nicht gerade sehr gross und auch nicht so mager wie sie.“ Ich musterte die Brünette neben mir. Sie war nicht gertenschlank, aber dick war sie auf keinen Fall! Ausserdem hatte sie schöne lange, wellige Haare und rehbraune Augen. Ich fand sie die hübschere von den beiden, aber Nora hatte ihr wohl eingeredet sie sei hässlich. Ich schüttelte den Kopf. „ Mir war Nora von Anfang an nicht sehr sympathisch, und jetzt klebt sie an Jonne als würde er ihr gehören.“ Lisa sah mich kritisch an. „ Bist du mit ihm zusammen?“ „ Ich? Mit wem?“ „ Na Jonne natürlich!“ Heftig schüttelte ich den Kopf. „ Neee!“, sagte ich bestimmt. Hinter mir hörte ich wie sich Schritte schnell entfernten. Ich drehte mich um und sah Jonne weg laufen. ‚ Verdammte scheisse! Hatte er jetzt alles gehört?’


14. Kapitel

Kris schaute sich verwundert um als Jonne an ihm vorbei rauschte. „ Jonne…?`“ Doch der Blonde hörte ihn nicht und raste weiter. Er schüttelte den Kopf. So wie er seinen besten Freund kannte hatte er nur mal wieder etwas vergessen welches jetzt notfallmässig geholt werden musste. Er dachte nicht weiter darüber nach und lehnte sich wieder zurück.
„ Was war das denn eben?“, fragte mich Lisa verwundert. Ich hörte sie nicht recht und schaute immer noch in den Wald in welchem Jonne vor kurzem verschwunden war. „ Was ist denn mit Jonne los?“ Hörte ich Noras hohe Stimme sagen. „ Keine Ahnung, er ist plötzlich davon gerannt, vielleicht hast du ihn vertreiben.“, kam es von Lisa. Nora rümpfte die Nase und setzte sich demonstrativ ein paar Meter weiter von uns weg. Das war mir nur recht. Hoffentlich kam Jonne bald zurück, ob er meinetwegen weggelaufen war? Ich hatte doch nichts Schlimmes gesagt. Es entsprach nur alles der Wahrheit. Vielleicht hatte ich etwas zu stark beteuert das da nichts zwischen uns sei, aber es ist nun mal so ich weiss nicht was das soll. „ Miia?“, hörte ich Kris sagen. Ich drehte mich zu ihm um. Er klopfte neben sich auf sein Badetuch. Das sollte wohl so viel heissen wie ich soll herkommen. Ich schaute Lisa entschuldigend an und sie nickte. Ich ging zu Kris und setzte mich neben ihn. „ Ja bitte?“, schaute ich ihn fragend an. „ Was war eben mit Jonne los?“, wollte er wissen. Ich zuckte mit den Schultern. „ Keine Ahnung, ich sah ihn nur noch von hinten als er weglief.“ Kristian schüttelte den Kopf. Er hatte nur gesehen wie Jonne sich von hinten an Miia heranschleichen wollte mit einem lächeln im Gesicht. Danach sah er wie Miia den Kopf geschüttelt hatte und etwas sagte. Jonne war das lächeln eingefroren und drehte auf der Stelle um und lief davon. „ Was hast du denn vorhin zu Lisa gesagt bevor Jonne weggelaufen ist?“, wollte Kris wissen. Ich schaute in Kris fragendes Gesicht.“ Wir haben von Nora gesprochen und wie sie sich an Jonne ranschmeisst. Lisa fragte darauf ob etwas zwischen mir und Jonne sei und ich antwortete dass sie sich täusche und da gar nichts sei.“ „ Das war alles?“, hakte Kris nach und ich nickte. „ Das ist seltsam!“, kam es von Kris. „ Jonne benimmt sich schon seit einiger Zeit so komisch und ich weiss nicht wieso…“ Er wirkt nachdenklich. „ Vielleicht hat er Stress?“, fragte ich. „ Nein das glaube ich kaum, wir sind im Moment nur am proben und haben alle ziemlich viel Freizeit. Denken wir nicht weiter darüber nach, es wird schon nichts sein, ich frage ihn dann wenn er wieder zurückkommt.“
Gegen Abend war Jonne noch immer nicht aufgetaucht und wir wollten zurück zu den Zelten. Vielleicht war er ja dort. Allerdings war er auch dort nicht zu finden. Langsam machten wir uns Sorgen. Siiri schlug vor, dass wir ihn suchen gehen sollten. Wir teilten uns auf und ich ging mit Kris. Wir gingen schweigend nebeneinander her und schauten uns suchend nach Jonne um. Wir streiften durch den Wald und riefen nach ihm doch wir erhielten keine Antwort. „ Miia? Ich kann nicht mehr, ich brauch ne Pause!“, sagte Kris und lehnte sich an einem Baumstamm an. „ Was? Wir sind doch noch keine Stunde unterwegs?!“ Er zuckte mit den Schultern und zündete sich eine Kippe an. Dann deutete er auf den Glimmstängel und sagte: „ Verdammte Raucherlunge!“ Ich schüttelte nur den Kopf und liess mich ins weiche Moos fallen. Kris hatte fertig geraucht, machte jedoch keine Anstalt weiter zu gehen. „ Können wir?“, fragte ich. „ Hmhm.“, kam es von ihm und er bemühte sich wieder auf zu stehen. Also liefen wir wieder weiter. Nach einer weiteren Stunde als es bereits ziemlich dunkel war wollten wir nicht mehr weiter. Und kehrten um. Nur wo waren wir? „ Kris? Aus welcher Richtung sind wir noch mal gekommen?“, fragend blickte ich ihn an. Er schien zu überlegen dann deutete er in eine Richtung. „ Von dort!“ „ Sicher?“ „ Nein.“ „ Scheisse! Ich hab keine Ahnung in welcher Richtung die Zelte sind.“ Trotzdem liefen wir los in dort hin wo Kris die Zelte vermutete. Wir stapften durch den Wald und kamen an kein Ziel. „ Ich habe keine Ahnung wo wir hier sind. Du etwa?“, fragte mich Kris. „ Nein keinen Schimmer. Ich dachte du weißt wo wir hier sind.“ „ Dachte ich auch…“, sagte Kris zerknirscht. „ Na toll! Spielen wir jetzt ‚ Lost’? Und ich hab Durst und ausserdem ist es dunkel!!“ Grinsend zog Kris einen Flachmann aus der hinteren Hosentasche und hielt ihn mir hin. „ Was ist da drin?“, fragte ich ihn kritisch. „ Absinth!“ Na toll, ich hatte durst und der kommt mir mit so was. Was soll’s. Schulterzuckend nahm ich ihm den Flachmann aus der Hand und nahm einen Schluck. Ich gab mir mühe das Gesicht nicht zu verziehen. Pfui Teufel was ist das denn? Widerlich! Kris Grinsen wurde nur noch grösser und er nahm selbst einen kräftigen Schluck, dann packte er das Ding wieder weg. Jetzt hatten wir zwar Alkohol getrunken, unser Orientierungssinn wurde dadurch allerdings nicht besser. Suchen schaute ich mich um als ich ein Geräusch wahrnahm. „ Kristian? Was war das?“
„ Was war was?“ „ Na das Geräusch eben, klang wie ein stöhnen.“ Ich schaute in Kris Gesicht wo sich ein dreckiges Grinsen gebildet hatte. „ Ach weißt du wir sind hier in so einer abgelegenen Gegend, da weiss man nie was hinter dem nächsten Gebüsch liegt!“ Ich verdrehte die Augen. Der Typ dachte echt immer nur an das eine! „ Nerv jetzt nicht mit deinen Sexgeschichten sonst hau ich dir eine runter!“, Drohte ich ihm, musste aber dann trotzdem lachen. Er hob abwehrend die Hände. „ Schon ok! Wir sollten jetzt besser schauen wie wir wieder aus dem Wald raus kommen!“ Ich nickte. „ Wollen wir in der Dunkelheit weiterlaufen oder sollen wir hier übernachten?“, fragte ich. Kris schaute auf sein Handy. Kurz nach halb zwölf Uhr nachts, und natürlich kein Empfang wohin wir auch gingen. „ Ich denke wir könnten uns etwas ausruhen bis es hell wird dann gehen wir weiter und suchen die andern.“ Ich nickte. Wir suchten uns einen geeigneten Platz unter einem Baum und setzten uns nebeneinander hin. Wir lehnten uns am Baumstamm an und schwiegen. Ich genoss die Stille in der nur die Geräusche der Nacht im Wald und die gleichmässigen Atemzüge von Kris zu hören waren. Wir sassen bestimmt eine halbe Stunde so da als Kristians Sucht nach Zigaretten die ganze Stimmung versaute. „ Sorry ich kann nicht anders.“ Er zuckte mit den Schultern. „ Schon ok.“ „ Magst du auch eine?“, fragte er und hielt mir seine Kippen unter die Nase. Dankend nahm ich mir eine. Ich rauchte eigentlich nicht, aber wenn ich beunruhigt oder nervös war wie jetzt, weil ich mir Sorgen um Jonne machte, war es doch beruhigend.
Langsam wurde es kühler und ich war müde. Ich lehnte meinen Kopf zurück an den Baumstamm und schloss die Augen. „ Müde?“, fragte Kris. Ich nickte. „ Du nicht?“ „ Doch.“ Er lachte leise ehe er weiter nach unten rutschte und sich hinlegte. Ich tat es ihm gleich und nun lagen wir einfach da, irgendwo mitten in der Nacht mitten im Wald. Ich fröstelte. „ Hast du kalt?“ „ Hmhm…“ Er holte erneut seinen Flachmann hervor und hielt ihm mir hin. Ich nahm zwei kräftige Schlucke, danach hatte ich das Gefühl meine Kehle verbrennt. Auch Kris nahm einige Schlucke bevor er mit den Flachmann wieder gab. So ging das hin und her und schon nach kurzer Zeit hatten wir alles getrunken. Ich war mittlerweile etwas angeheitert und auch Kris war nicht mehr ganz nüchtern auch wenn er es behauptete. Ich war todmüde und so rollte ich mich zusammen damit ich etwas wärmer hatte und versuchte zu schlafen. Es wurde mit jeder Minute kälter, so kam es mir jedenfalls vor. Morgens um zwei hielt ich es schliesslich nicht mehr aus und stand auf. Krsi schlummerte friedlich vor sich hin und erschrak als ich so plötzlich aufsprang. „ Wo willsn du hin?“, murmelte er verpennt. „ Ich hab kalt!“, gab ich zur Antwort und begann auf der Stelle zu hüpfen. Kris zog eine Augenbraue hoch und beobachtete mich einen Moment dann stand auch er auf und begann noch etwas unkontrolliert herum zu hüpfen. „ Weißt du was? Rennen wäre sicher besser!“ Und schon begann er immer im Kreis herum um den nächst besten Baum zu rennen. Ich grinste, das war wohl noch der Restalkohol. Rannte allerdings drei Sekunden später mit Kristian zusammen um den Baum. Schon nach kurzer Zeit liessen wir uns schwer atmend wieder auf den Boden plumpsen. Zwar hatten wir uns nun angestrengt und schwitzten sogar, es war mir jedoch immer noch kalt. „ Du schlotterst ja richtig!“ stellte Kris klug fest. Er lag mittlerweile wieder ausgestreckt auf dem Boden doch jetzt zog er mich zu sich runter. Er drückte seinen warmen Körper gegen meinen und ich kuschelte mich an ihn. So schlief ich nach kurzer Zeit auch ein.





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LIFE'S A BITCH AND THE WE DIE! IT'S SO FUCKIN' TRUE...

Aila ...
Sir Christus amateur groupie
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...   Erstellt am 26.11.2006 - 12:54Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


15. Kapitel

Ich erwachte als es langsam hell wurde und die Vögel zu singen begannen. Noch immer lag ich eng an Kris gekuschelt welcher noch fest schlief. Er hatte seine Arme um mich gelegt und ich löste mich nun vorsichtig aus dieser Umarmung. Gerade als ich aufstand wurde er ebenfalls wach. Er grinste mich verschlafen an. „ Morgen Kleine!“ „ Morgen“ Er rappelte sich auf und lehnte sich schliesslich an einen Baum. „ Meinst du wir sollten weiter?“, fragte ich. Er nickte. „ Ja ich hab nen Bären Hunger und ausserdem sind meine Kippen bald alle!“ Er fuchtelte wild mit der halbleeren Packung vor meiner Nase herum. „ Schon gut ich hab’s begriffen, Notfall!“
Wir gingen dort entlang wo wir den See vermuteten als Kris plötzlich freudig aufquitschte. „ Da! Schau mal! Ein kleiner Bach! Der verläuft bestimmt in den See!“ wir fassten neuen Mut und gingen nun etwas schneller. „ Ich kann den See sehen!“, rief ich Kris aufgeregt zu. Und kurz darauf waren wir am Ufer angelangt. „ Hei schau mal ich kann wieder telefonieren! ich ruf’ mal kurz Siiri an, nicht dass die noch nen Suchtrupp los schicken und sich auch noch verirren.“ Gesagt, getan. Sekunden später hatte ich eine aufgeregte aber erleichterte Siiri in der Leitung. Ich teilte ihr mit, dass wir uns irgendwo am See befänden und wir mal am Ufer entlang laufen wollten bis wir unsere Zelte fänden. Glücklicherweise war der See nicht allzu gross und schon nach kurzer Zeit sahen wir unseren Zeltplatz. Der erste der uns erblickte war Jonne.
Ich war so froh dass ihm nichts passiert war, dass ich ihm entgegen lief und ihm um den Hals fiel. Er war ganz verdattert drückte mich jedoch schliesslich an sich. Als mir bewusst wurde dass ich hier soeben Jonne fast zu Tode knuddelte löste ich mich mit einem leichten Rotschimmer im Gesicht von ihm. Er lächelte mich müde an als auch schon Siiri angerannt kam. „ Mein Gott Kristian! Miia! Ich hab mir solche Sorgen um euch gemacht!“, rief sie aufgeregt und drückte erst Kris, dann mich fest an sich. „ Warum hattet ihr eure Handys ausgeschaltet? Wir konnten euch nicht erreichen!“, fragte sie. „ Wir wollten eben unsere Ruhe haben, alleine im Wald. Kris zwinkerte mir zu doch ich schenkte ihm nur einen strafenden Blick. Er lachte. „ Nein, wir hatten kein Netz, wir haben versucht euch an zu rufen aber es ging nicht.“ Siiri nickte. „ Kann mal passieren in dieser Gegend.“ Kris Magen meldete sich mit einem lauten Knurren zu Worte. Er grinste. „ Ach ja das hätte ich beinahe vergessen. Schwesterherz ich hab Hunger!“ „ Dann iss’ was, bist wohl alt genug dafür!“ Kris Grinsen wurde noch grösser und er trottete davon. „ Hast du keinen Hunger?“, fragte Jonne mich. „ Wie? Doch natürlich.“ Er musterte mich. „ Wenn ich das so sagen darf, du siehst echt bescheiden aus.“ Er grinste. Ich schaute ihn empört an. „ Wie bitte?! Na du siehst auch nicht gerade toll aus!“ „ Ich weiss, hab diese Nacht auch kein Auge zu getan… Ich habe mir Sorgen um euch gemacht.“, fügte er leise hinzu. Ich schaute ihn an doch er blickte zu Boden. „ Ja was glaubst du was wir uns um dich gemacht haben als du zuerst weggelaufen bist wie ein aufgescheuchtes Huhn und danach nicht wieder zurückgekommen bist?! Was war überhaupt der Grund warum du weggelaufen bist? Und wo warst du die ganze Zeit?“ Jonne schaute mich noch immer nicht an. „ Ach es war nichts. Und ich war nur unten am See irgendwo…“ „Klar ich lauf’ auch regelmässig weg wenn ‚nichts’ ist und verkriech mich dann so gut dass mich keiner findet.“ „ Lass mich doch in Ruhe du hast ja keine Ahnung!“, fuhr er mich so plötzlich an dass ich erschrak und zusammen zuckte. Dann stapfte er mit grossen Schritten davon und liess mich wie einen begossenen Pudel dort stehen. Aus diesem Mann wurde ich einfach nicht schlau.
Ich schaute ihm noch nach bis er zwischen den Zelten verschwunden war. Siiri die alles mit angehört hatte trat nun neben mich und legte ihren Arm um meine Schultern. „Nimm’s nicht persönlich, der Kleine ist im Moment ziemlich neben der Spur. Ich denke Kris sollte mal mit ihm sprechen.“ Ich nickte. „Ja das hat er auch vor. Hat Jonne euch gegen über etwas erwähnt warum er weggerannt ist?“, wollte ich von Siiri wissen, diese schüttelte nur den Kopf und sagte: „Nein, er kam etwa um drei Uhr in der Nacht zurück und hatte total verheulte Augen, als wir ihn fragten was los sei reagierte er wie eben bei dir. Ich weiss ja nicht was er hat, aber es kann sein dass unser Sensibelchen nur mal wieder masslos übertreibt. Na ja er heult zwar nicht so oft aber du kennst ihn ja, und vielleicht hat er auch wirklich was.“ Ich seufzte. „ Er wird schon früher oder später mit der Sprache herausrücken und vielleicht erreicht Kris ja irgendwas bei ihm. Doch nun komm’ du hast bestimmt auch Hunger, gehen wir bevor mein Brüderchen alles selber gemampft hat.“ Wir gingen zu den Zelten wo mittlerweile ein Tisch und ein paar Stühle standen und Kris es sich schon bequem gemacht hatte. Bevor ich mich auch hinsetzten konnte wurde ich erst mal von den anderen Jungs begrüsst. Larry wollte mich schon gar nicht mehr loslassen und erst als mein Magen laut knurrte liess auch er mich gehen. Ich setzte mich zu Kris und schnappte mir ein Sandwich. „ Und was machen wir heute?“, fragte Kris in die Runde. „ Wir könnten ja im Wald spazieren gehen!“, kam es ironisch von Nakki, der sich damit einen bösen Blick von Kris und mir einfing. „ Schwiiiiimmeeeeen gehen!!“, kam es von Antti, ein genervtes Stöhnen von allen war die Antwort darauf. „ Mensch Antti hast du noch keine Schwimmhäute zwischen den Zehen?“, fragte Jay genervt. Antti schaute ihn erschrocken an und zog eiligst seine Turnschuhe und Socken aus um seine Füsse zu betrachten. Dann lehnte er sich erleichtert zurück und schüttelte den Kopf. Erst als er unsere grinsenden Gesichter sah merkte er dass Jay ihn veräppelt hatte. Beleidigt warf er eine Socke nach Jay welcher jedoch geschickt auswich. Kristian kriegte sich kaum noch ein vor lachen und japste: „ Wie kann man nur so bescheuert sein?!“ Antti schmollte. Er tat mir leid. „ lass ihn in Ruhe!“, sagte ich zu Kris. „ Ich geh’ nachher mit dir schwimmen Antti, kommt sonst noch wer mit?“ Siiri nickte. „ Ich bin dabei und Lisa kommt bestimmt auch noch mit.“ Jetzt lachte Antti wieder und sagte schadenfreudig zu Kris: „ Pha! Ich geh gleich mit drei Frauen alleine schwimmen!“ Kris wollte das nicht auf sich sitzen lassen und wollte mitkommen, doch Siiri stoppte ihn. „ Nein Krissi-Schatz! Du solltest lieber mal mit Jonne sprechen!“ „ Nenn mich nicht immer Krissi!“, murrte er. „ Und schon gar nicht Krissi- SCHATZ!!!“ Ich prustete los und er warf mir einen Blick zu bei dem ich wahrscheinlich augenblicklich gestorben wäre wenn man mit Blicken töten könnte. Nur liess mich das nur noch lauter lachen. Siiri und die anderen konnten sich das Lachen gerade noch verkneifen weil sie nicht auch noch ärger mit Kris haben wollten. Kaum war er aber aufgestanden und bei Jonne im Zelt verschwunden konnten auch sie sich nicht mehr beherrschen.

16. Kapitel

Nachdem ich gegessen hatte, ging ich wie versprochen mit Antti und Siiri schwimmen. Lisa wartete bereits und winkte uns entgegen. Kaum angekommen stürzte sich Antti auch schon in die Fluten. Ich wollte mich erst mal etwas ausruhen und legte mich hin. Die letzte Nacht hatte mich mehr mitgenommen als ich zugeben wollte, wenig bis kein Schlaf und dann noch der Alkohol… das Zeug welches ich gestern getrunken hatte würde ich nicht noch ein zweites Mal anrühren. Tatsächlich schlief ich ein und hatte schreckliche Albträume.

Jonne? Jonne?! Wo bist du? Ich irrte im Traum noch immer mit Kris durch den Wald. Die Bäume schienen ihre Äste nach uns auszustrecken und wir kamen kaum voran. Jonne! Jonne! Meine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern und plötzlich war er vor mir. Ich wollte ihn schon erleichtert umarmen doch er stiess mich grob weg. Geh’ weg! Deinetwegen bin ich doch hier! Du hast mich so weit getrieben! Ich verstand ihn nicht. Er drehte sich um und lief zu einer Klippe welche gerade erst aufgetaucht war. Jonne nein! Das ist alles deine Schuld!! Rief er mir noch zu, dann sprang er…

Schweissgebadet wachte ich auf. Siiri die neben mir lag erschrak als ich so plötzlich aufsprang. „ Was ist denn mit dir los? Hast du ein Gespenst gesehen?“ „ Nicht ganz… habe schlecht geträumt.“ „ Kein wunder, du bist übermüdet ich bring dich jetzt zurück und du legst dich noch ein wenig hin.“, und mit einem Seitenblick auf Antti und Lisa, die sich sehr gut zu verstehen schienen, fügte sie hinzu, „ hier werden wir nicht mehr gebraucht.“ Ich grinste. Dann packten wir unsere Sachen zusammen und verabschiedeten uns von den beiden welche uns jedoch kaum zur Kenntnis nahmen. Sobald wir zurück waren ging ich in unser Zelt und schlief augenblicklich ein. Erst gegen Abend erwachte ich wieder. Ich gähnte und streckte mich, dann kroch ich aus dem Zelt nach draussen. Es war niemand zu sehen, waren wohl alle beim schwimmen oder sonst wo. Glücklicher weise war es nicht mehr ganz so heiss wie den ganzen Tag aber es zogen schon Gewitterwolken auf. Ich lief runter zum See wo tatsächlich alle entweder auf der faulen Haut lagen oder plantschten. Nur Antti, Lisa, Jonne und Kris waren nicht zu sehen. Bei Antti und Lisa konnte ich mir ungefähr vorstellen was sie gerade machten, aber bei Kris und Jonne war ich mir da nicht so sicher. Die konnten doch nicht schon den ganzen Tag miteinander Reden oder doch? Siiri hatte mich entdeckt und kam nun zu mir gelaufen. „ Na ausgeschlafen?“, fragte sie. Ich nickte. „ Wo sind denn Jonne und Kris abgeblieben? Wo Antti und Lisa stecken kann ich mir vorstellen.“ Siiri grinste, „ Ja allerdings. Wo die andern beiden sind kann ich dir nicht sagen, seit wir heute zum See sind hab ich beide nicht mehr gesehen.“ Sie zuckte mit den Schultern. „ Wird schon nichts passiert sein. Ausserdem wollten wir heute Abend auswärts essen gehen, das wird sich Kris kaum entgehen lassen.“ Das konnte ich mir denken. „ Hei Leute! Wir sollten uns vielleicht mal auf den Weg machen wenn wir heute noch was zwischen die Zähne kreigen wollen!“, rief Siiri den andern Faulenzern zu. Diese packten auch tatsächlich schon kurze Zeit später ihre Badesachen zusammen und wir gingen alle gemeinsam zurück.
Bei den Zelten sassen Jonne und Kristian. „ Hei ihr beiden! Wir dachten schon ihr seid verschwunden!“, rief Siiri ihnen entgegen. Jonne lächelte uns entgegen und Kris grinste sein typisches Kris- Grinsen halt. „ Na los Leute, wir wollten es doch heute mal krachen lassen! Hop hop! Jetzt aber schnell ich hab Hunger!“, kam es von Larry. Wir mussten lachen und ich salutierte. „ Aye Aye Sir! Steht’s zu ihren Diensten!“ Larry knuffte mich in die Seite und von Kristian kam ein „ Hey ICH bin hier der Sir!!“ Unter Gelächter gingen wir alle in unsere Zelte und suchten unsere Klamotten zusammen. Kurz darauf trat ich wieder nach draussen. Jonne wartete auch bereits und schaute abwesend in den Himmel. „ Jonne?“ Ich setzte mich zu ihm. „ Hmm?? Was?“ „ Nichts, es verwundert mich nur, dass du der erste bist der fertig ist.“ Er zuckte mit den Schultern. „ Kann’s ja mal geben zur Abwechslung. Übrigens..“, kam es dann leise von ihm, „ tut mir leid wie ich dich heute angefahren habe, ich wollte nicht so heftig reagieren.“ „ Ist schon OK, aber willst du uns nicht lieber sagen was mit dir los ist? Du bist so anders seit kurzem.“ Von ihm kam nur ein heftiges Kopfschütteln und ich wollte nicht noch weiter nachbohren. Wieso ist der so komisch? Ich muss mal Kris fragen ob er was aus ihm raus gekriegt hat.
Kurze Zeit später hatte sich die ganze Truppe versammelt inklusive Lisa. Sie und Antti klebten aneinander wie Kletten und waren wirklich total verliebt, zu süss. Wir machten uns auf den Weg ins nahe gelegene Dorf, der Weg führte durch ein kleines Waldstück. Kris stiess mich an und deutete auf den Wald dann auf seine Tasche wo ich den Abdruck des Flachmanns erkennen konnte. Ich lachte und schüttelte den Kopf und er grinste nur. Siiri schaute mich verwundert an. „ Was war das denn? Geheime Waldsprache zwischen zwei verlorenen und Wieder gefundenen?“ „ Ja so ungefähr. Ich hab dir doch von Kris Absinth-Fläschchen erzählt?“ Sie nickte. „ Ja er wollte dich abfüllen.“ „ Ach Quatsch, uns war nur kalt. Und Alkohol wärmt nun mal.“ Siiri schaute mich nur an, sagte aber nichts mehr. Wir kamen beim Restaurant an, der Kellner betrachtete uns skeptisch wies uns dann einen Tisch in der hintersten Ecke zu. Nett! Wir setzten und hin und der „nette“ Kellner brachte uns die Speisekarten. Maddü konnte es nicht lassen und zwinkerte ihm zu. Das verunsicherte den armen Kerl total. Kaum war er weg brachen wir in schallendes Gelächter aus was die Aufmerksamkeit vom ganzen Restaurant auf uns zog und uns ein paar böse Blicke einhandelte. „ Aber Matthau! Du kannst doch nicht den wehrlosen Kellner anflirten!“, tadelte ich ihn doch von ihm kam nur ein Grinsen. „ Wenn der sich so nett benimmt, kann ich doch wohl auch ein bisschen „nett“ sein nicht?“ Ich verdrehte die Augen, was dem nicht alles in den Sinn kam. Während des ganzen Essens flirtete Matthau immer wieder mit dem Kellner bis es diesem wohl zu bunt wurde und uns eine andere Bedienung zugewiesen wurde.
Nachdem wir fertig waren mit Essen und bezahlt hatten, wollten wir weiter um ein paar Kneipen unsicher zu machen. Als erstes standen wir vor einer etwas kleineren Bar und Kris marschierte ohne zu zögern hinein. Nachdem Bier für alle bestellt war suchten wir uns einen etwas ruhigeren Platz wo wir auch alle Platz hatten. Na gut Platz war ein bisschen übertrieben. Wir mussten uns beinahe übereinander stapeln und wir Mädels mussten den Jungs auf den Schoss sitzen weil es zu wenige Stühle hatte. Siiri setzte sich zu Kris, Lisa natürlich zu Antti und ich? Ich stand ein wenig verloren in der Gegend rum. Dann zog mich eine Hand hinunter und ich sass in einem unbekannten Schoss, als ich mich umdrehte sah ich dass der zu Jonne gehörte aber die Hand von Kris stammte. „ Sorry“, murmelte ich und wollte schon aufstehen weil ich dachte es wäre Jonne vielleicht unangenehm so überfallen zu werden. „ Nee is schon gut, bleib sitzen.“ Er zog mich zurück auf seinen Schoss. Schulterzuckend blieb ich also sitzen. Wir unterhielten uns prima, Jonne tat als wäre nie etwas gewesen und lachte über jeden Mist. Es wurde später und auch ungemütlicher für meinen Hintern. Ich rutschte unruhig auf Jonnes Schoss herum bis er mich festhielt. „ Was machst du da?“ „ Es ist unbequem…“ „ Er grinste. Auch Siiri hatte mittlerweile ihren Platz gewechselt und hatte nun Larry auf ihrem Schoss. Wie Larry auf ihr, ist da nicht was verkehrt? Ich musste lachen und zeigte dann auf Larry und Siiri, als Jonne sie so sah schubste er mich von seinem Schoss und stand auf. „ Was sollte das jetzt?“, fragte ich empört doch er deutete mir nur mich hin zu setzten. Nichts Böses ahnend tat ich das auch und hatte kaum zwei Sekunden später Jonne auf meinem Schoss. „ Jonne spinnst du?“, fragte ich ihn. Doch er grinst nur. Ich hatte mir bis zu diesem Augenblick nicht vorstellen können wie ein so dünner Mann so schwer sein konnte! Doch bevor ich ihn wieder runterschmeissen konnte wollten die anderen auch schon weiter. Wir zogen also los und landeten wir vor einer ziemlich düsteren Kneipe. Kris wollte schon hinein marschieren doch Siiri hielt ihn zurück. „ Ich will da nisch rein!“, sagte sie bestimmt und ich schloss mich ihr an. „ Ich auch nich!“ „ Was seit ihr denn für Angsthasen?“ „ Gar nich!“, protestierte Siiri jetzt. „ Ja dann kommt doch rein!“ Doch wir schüttelten gleichzeitig den Kopf. Kris stöhnte genervt auf, aber gab schliesslich nach. Also zogen wir weiter bis wir schliesslich zu einer Kneipe kamen die uns allen mehr oder weniger zusagte. Wir gingen hinein und pflanzten uns auf die Couchs die dort standen. Nach kurzem umschauen stellte ich fest dass hier nur Frauen anwesend waren und unsere Jungs ziemlich schräg angeschaut wurden. Kris war allerdings schon losmarschiert um etwas zu trinken zu besorgen. Ich stiess Jonne an. „ Hei hier sind alles nur Frauen oder spinn’ ich?“ Er schaute sich suchend im ganzen Raum um, dann noch mal und nach mal. „ Ähm… also… ja sieht so aus.“ Er zuckte mit den Schultern. Siiri hatte es wohl auch bemerkt. Als Kris wieder mit einer Runde Jägermeister zurückkam schickte sie ihn nach draussen und er kam kurze Zeit lachend wieder zurück. „ Ey Leute ihr glaubt nicht wo wir hier gelandet sind.“, er lachte weiter und als er sich wieder beruhigt hatte sagte er: „ Wir sind in ’nem Lesbenclub!“ Er kugelte sich beinahe vor lachen und die Jungs starrten ihn nur verdutzt an. Dann liess er sich neben seine Schwester fallen und haute dieser auf die Schulter. „ Na Kleine! Hier gefällt’s dir was?“ Siiri schaute ihn böse an. Dann stand sie auf und knallte ihm vor versammelter Mannschaft eine. Dann rannte sie zur Türe raus. Alle hatten diesen Auftritt mitbekommen. Kristian war mittlerweile das Lachen vergangen und er rieb sich seine rot gewordene Wange. Ich stand auf, entschuldigte mich kurz und ging dann schnell Siiri hinterher.

17. Kapitel

Als ich vor der Türe ankam sah ich Siiri gerade um die nächste Ecke biegen und lief ihr nach. „ Siiri! Bleib stehen!“ doch sie dachte nicht daran und lief weiter. ‚Meine Kondition lässt echt zu wünschen übrig, vielleicht sollte ich zur Abwechslung wieder mal etwas Sport machen.’ Nachdem ich etwa zehn Minuten hinter ihr hergelaufen war verlangsamte sie ihr Tempo und blieb schliesslich schwer atmend stehen. Einen Augenblick später war ich bei ihr. „ Hei Süsse was ist denn los?“, brachte ich hervor, während ich noch nach Luft schnappte. Ich sah wie eine Träne ihr die Wange hinunter lief und schliesslich auf den Boden tropfte. „Hier“, sagte ich und reichte ihr ein Taschentuch. Sie nahm es dankend an dann schluchzte sie laut los. „ Dieses Schwein… er hatte es mir…versprochen… und jetzt…alle… und und und…“ „Schhhschht schon gut.“, sagte ich und nahm sie in den Arm. Sie weinte vor sich hin, löste sich aber dann ruckartig von mir. „ Miia?“, sagte sie leise und blickte mir in die Augen. Ich schaute sie fragend an. „ Du..du… also… was denkst du? Ich weiss nicht…und weißt du Kris…er…“ „ Ist ja schon in Ordnung. Kris ist ein Idiot aber er hat das sicher nicht böse gemeint, ausserdem ist er schon ziemlich dicht und ich denke Antti und Lisa haben bestimmt nichts mitbekommen.“, versuchte ich sie ein wenig auf zu muntern. Doch sie starrte mich weiterhin nur an. „ Hör mal, nur weil du das jetzt weißt, na dass ich nicht so auf Männer stehe und so“, druckste sie herum, „ Heisst das noch lange nicht das ich irgendwie auf dich oder so…“ Ich musste lachen. „ Komm schon, du glaubst nicht im Ernst dass ich jetzt irgendwelche Berührungsängste habe oder so? du bist meine Freundin und ich liebe dich wie ich eben meine Freunde liebe, egal auf was sie stehen solange es keine Tiere sind.“ Nun musste auch Siiri grinsen und drückte mich an sich. „ Danke.“ „ Schon gut. Aber wieso hast du so ein Problem damit dich zu outen?“, wollte ich dann wissen.
Wir schlenderten langsam wieder zurück zum Club während sie mir erzählte. „ Also das war so. Ich habe mit ungefähr fünfzehn Jahren bemerkt dass ich keine grossen Interessen an Jungs habe, und hatte mich in ein Mädchen aus unserer Schule verliebt. Sie war echt hübsch. Nur traute ich mich ihr nichts zu sagen. Kris hat dann gemerkt dass etwas nicht stimmte mit mir. Schliesslich erzählte ich ihm alles, zuerst war er ein wenig geschockt doch er akzeptierte es. Er versuchte mich sogar mit ihr zu verkuppeln doch sie war total abweisend und erzählte schliesslich in der ganzen Schule herum dass ich eine Lesbe sei. Ich wurde von den Mädchen gemieden weil wohl jede das Gefühl hatte ich würde sie nächstens anfallen und die Jungs spotteten mich aus. Als ich fertig war mit der Schule und meine Lehre anfing, beschloss ich niemandem etwas zu erzählen weil ich Angst hatte, dass meine Mitarbeiter genau so reagieren würden wie meine damaligen Mitschüler. Kris versprach mir dass auch er es niemals jemandem zu erzählen und bis jetzt hat er sein versprechen auch gehalten. Nur heute… wieso hat er das getan?“ Eine Träne lief ihr über die Wange und sie wischte sie schnell weg. Ich schüttelte den Kopf. „ Hei nicht weinen Süsse! Ich weiss nicht wieso er es getan hat, aber er ist nicht mehr ganz nüchtern. Aber das ist für die Jungs bestimmt kein Problem, schliesslich knutschen die sich auch mal öfters auf der Bühne oder etwa nicht?“ Siiri kicherte. „ Ja das war Kristians Idee, ich habe ihn wohl inspiriert. Doch dass er betrunken ist, ist noch lange keine Ausrede!“ Ich stimmte ihr zu, dass war wirklich keine Entschuldigung. Dann musste ich jedoch grinsen Siiri hatte die Jungs ‚inspiriert’. Wir bogen um die nächste Ecke und knallten beinahe in eine Gruppe Menschen. „ Ach hier seid ihr!“, hörte ich Snacks Stimme sagen.
Die ganze Truppe hatte sich vor dem Club versammelt und ich sah Kris wie er zerknirscht an der Hauswand lehnte und den Boden musterte. Ich stupste Siiri an und deutete auf ihn, doch sie schüttelte den Kopf. „ Ich will jetzt nicht mit ihm sprechen, bin noch zu wütend, ausserdem ist er betrunken.“ Ich nickte. „ Alles klar bei euch?“, wollte Larry wissen. Siiri nickte. „ Ihr wisst es ja nun…“ „ Ach, und glaubst du wir würden dich jetzt anders behandeln oder dass du dich innert Sekunden verändert hast nur weil wir wissen das du lesbisch bist?“, fragte Larry nun gespielt vorwurfsvoll. Siiri lächelte erleichtert. „’türlich nicht…aber, ach keine Ahnung. Danke!“, sagte sie und drückte dann Larry fest an sich. Nun wollten alle andern auch geknuddelt werden und Siiri umarmte alle der Reihe nach, nur Kris blieb weiterhin regungslos und den Boden anstarrend an der Wand angelehnt. Siiri schenkte ihm keine Beachtung. Er tat mir schon beinahe leid. Schliesslich machten wir uns auf den nach Hauseweg. Im Wald war es stockfinster und wir drängten uns alle nahe zusammen. Ich ergriff mit meiner Rechten Siiris Hand und mit der Linken die von Jonne der neben mir ging, Antti hatte sich bei Lisa angehängt und diese sich ebenfalls bei Jonne. Die restlichen Jungs hatten sich der Reihe nach noch an Antti rangehängt, damit auch niemand verloren ging. Ich musste grinsen als Jonne den hinterher trottenden Kristian auch noch aufforderte sich einzuhängen damit er nicht entführt würde. Doch er wollte nicht.
Bei den Zelten zurück waren die Jungs noch zu aufgedreht um zu schlafen, wie sie selber sagten und begannen sich gegenseitig zwischen den Zelten herum zu jagten. Antti flitzte hinter Jay her der ihm angeblich sein Haar Gel geklaut haben soll, der wiederum wurde von Jonne verfolgt. Snack und Larry hatten sich auf den Boden gesetzt und schauten rauchend und kopfschüttelnd den andern Jungs zu. Siiri, Lisa und ich setzten uns zu Larry und Snack und kurz darauf setzten sich auch die anderen Spinner zu uns. „ Wo issn unser Söör?“, wollte Antti wissen. Wir schauten uns suchend um konnten ihn aber nicht entdecken. „ Siiri ich denke der is’ im Zelt. Solltest ma mit ihm reden nich dass er noch anfängt ssu heulen.“, giggelte Antti. Siiri tippte sich mit dem Zeigefinger gegen die Stirn und zwickte Antti in die Wange. Dann ging sie allerdings hinüber zu Kris Zelt, warf einen Blick hinen und verschwand dann im Innern des Zeltes. „ So Mädels ich geh’ dann auch mal ins Bettchen.“, sagte ich. Lisa nickte und stand ebenfalls auf. „ Ich werd dann auch gehen. Bis morgen Antti-Schatz!“, sagte sie und drückte ihm ein Kuss auf die Lippen. Er grinste zufrieden. „ Du willst jetzt aber nicht noch nach Hause laufen oder?“, fragte ich sie. Lisa zuckte mit den Schultern. „ Bleibt mir nichts anderes übrig fürchte ich.“ „ Doch, bestimmt. Komm du kannst bei Siiri und mir pennen. Ich denke bei den Jungs wärs dir im Moment nicht sehr wohl.“, sagte ich mit einem Seitenblick auf die ziemlich angeheiterten Jungs. Wir verzogen uns also in unser Zelt, das eigentlich für zwei Personen gedacht war. Siiri war noch nicht da und würde wahrscheinlich in Kürze auch noch nicht kommen, so machten wir es uns bequem und schliefen auch kurz darauf ein.


18. Kapitel

Am nächsten Morgen erwachte ich und fühlte mich irgendwie komisch. Etwas Schweres lag auf meinen Hüften und ich konnte mich kaum bewegen. Ich schlug die Augen auf und sah, dass sich Siiri quer über mich und Lisa gelegt hatte weil wir uns so breit gemacht hatten dass sie keinen Platz mehr gehabt hatte. Naben mir lag Lisa die ebenfalls schon wach war und mich mit einem gequälten Blick anschaute. Ich musste grinsen. „ Morgen! Gut geschlafen?“, fragte ich ironischer weise. „ Ja total!“, brummelte sie zurück. Gemeinsam versuchten wir Siiri irgendwie von uns runter zu kriegen doch eine schlafende, schnarchende Siiri war schwerer als erwartet. Zuerst nahmen wir noch Rücksicht darauf dass sie nicht erwachte doch nach drei erfolglosen Versuchen schubsten wir sie einfach von uns runter. Sie rollte bis zum Zelteingang blieb dort jedoch liegen und schnarchte weiter vor sich hin. Wir stiegen über sie drüber und gingen nach draussen. Dort hüpfte ich als erstes in eine grosse Pfütze und sank bis zu den Knöcheln im aufgeweichten Rasen ein. Vor mich hinschimpfend zog ich meine Füsse wieder aus dem Matsch heraus und ging ein paar Schritte um mich in Sicherheit zu bringen damit ich nicht noch einmal darin landete. Lisa steckte ihren Kopf zum Eingang hinaus und machte einen grossen Schritt nach draussen. Ich rief noch: „ Lisa pass auf da…“ *platsch* schon hatte sie eine Bruchlandung hingelegt und sass nun auf ihrem Hintern mitten in der riesen Pfütze. „… ist ne Pfütze!“, beendete ich meinen Satz und begann laut los zu lachen. Es sah einfach zum Kreischen aus. Lisa sass im beinahe hüfthohen (natürlich nur wenn sie sass), schmutzigen Wasser und wetterte vor sich hin. Ich musste mich am nächst besten Ort abstützen damit ich vor lachen nicht hinfiel und dieser Ort war leider das Zelt von Kristian, Jonne, Antti und Maddü. Kaum hatte ich mich nur ein wenig angelehnt krachte alles zusammen und ich lag auf dem Zelt drauf. Unter mir begann sich etwas zu regen und vier Stimmen begannen gleichzeitig zu fluchen. Nun konnte ich wirklich nicht mehr. Ich lag auf zwei der Jungs, wer es war hatte ich keine Ahnung, hielt mir den Bauch vor lachen und mir liefen Lachtränen über die Wangen. Der Erste der sich aus dem zusammengefallenen Zelt befreit hatte war Antti, danach kroch Jonne hinterher. Beide schauten mich ziemlich ratlos an und warfen sich viel sagende Blicke zu. Sie hielten mich wohl für endgültig durchgeknallt. Jonne kratzte sich am Kopf was mich nur in einen erneuten Lachkrampf ausbrechen liess. „ Was hast du heute Morgen schon alles getrunken?“, fragte Antti feixend. Ich konnte mich kaum beruhigen doch dann wurde ich ziemlich unsanft weggeschubst und schliesslich krochen auch Matthau und Kris noch unter den Zeltwänden hervor. Alle schauten mich nur komisch an und ich konnte nur auf Lisa zeigen, die noch immer in der Pfütze sass und vor sich hinfluchte. Was sie genau sagte wollen wir an dieser Stelle nicht erwähnen.
Auf jeden Fall mussten die Jungs nun auch laut lachen und Antti eilte schnell zu seiner Lisa um ihr auf zu helfen. Sie allerdings liess sich nicht helfen, verschränkte die Arme vor der Brust und schaute Antti böse an. „ Danke dass ihr euch auch noch alle über mich lustig macht!“ Dann schaute sie an sich herunter, sah mich wie ich mit schmutzigen Füssen noch immer kichernd auf dem zusammengefallenen Zelt lag und die Jungs die ebenfalls grinsend daneben standen. „ Was hast du…? Miia? Das Zelt das warst du?!“ nun musste auch sie lachen. Von unserem Gelächter aufgeweckt, krochen auch Jay, Snack und ein verstrubbelter Larry aus ihrem Zelt und schauten uns fragend an. Dann hatten auch sie das am Boden liegende Zelt entdeckt und Lisa in der Pfütze und die drei fingen an zu grinsen. Als wir uns beruhigt hatten stieg Lisa auch endlich wieder aus „ihrer“ Pfütze wie sie sie nun nannte und die Jungs begannen ihr Zelt erneut auf zu richten. Ich und Lisa gingen derweil zum See um uns ein wenig zu waschen, vor allem Lisa hatte es dringend nötig. Als wir zurück kamen stand das Zelt wieder und sogar Siiri war mittlerweile aufgestanden. Sie hatte es sogar geschafft nicht in die Pfütze zu fallen. Lisa wollte wieder zurück zu ihrem Ferienhaus um sich um zu ziehen und zu duschen. Sie verabschiedete sich von allen mit dem Versprechen, dass wir sie heute Nachmittag wieder treffen würden. Die Jungs waren mit sich selber beschäftigt und ich zog Siiri kurz zur Seite. „ Hei hast du dich mit Kris ausgesprochen?“ Sie nickte. „ Ja alles wieder in Ordnung, er hat sich mindestens hundert mal entschuldigt und es tut ihm wirklich leid. Na ja so schlimm wars ja auch nicht.“ Sie grinste. „ Bestimmt nicht! Hat er auch was gesagt wegen Jonne?“, wollte ich wissen und Siiri nickte. „ Ja, er meinte nur dass Jonne im Moment irgendwelche Probleme hätte mit seiner Ex, er aber eine Frau getroffen hätte und er sich verguckt hatte, wobei er sich aber nicht ganz sicher sei ob es wirklich so wäre…“ „ Sonst nichts?“, hakte ich nach. Sie schüttelte den Kopf. „ Ne. Jedenfalls nichts was er mir gesagt hätte, aber ich kenne meinen Bruder, da ist noch was im Busch was er mir nicht sagen will, oder darf.“ Ich nickte nur und gab mich für den Augenblick zufrieden. Aber nur für diesen Augenblick, ich wollte wissen was Jonne bedrückte.

19. Kapitel

Wir machten uns fertig und Frühstückten dann alle gemeinsam. Antti stritt sich mit Jay um den letzten Rest der Butter und wie es so ist schnappte sich Larry alles, bestrich sein Brot und stopfte alles auf einmal in seinen Mund damit auch keiner auf die Idee kam ihm wieder etwas weg zu nehmen. Allerdings hatte er nun ein kleines Problem mit kauen. Antti und Jay hatten aufgehört sich zu bekriegen und sahen Larry empört an, als sie jedoch mit bekamen dass er mittlerweile kaum mehr atmen konnte weil er sich das riesige Stück Brot auf einmal in den Mund gestopft hatte verschränkten beide die Arme und schauten ihm breit grinsend beim Essen zu. Mittlerweile hatten alle aufgehört mit kauen und schauten Larry gespannt zu. Dieser gab sich die grösste Mühe endlich alles runter zu schlucken doch es wollte ihm nicht gelingen, er sprang auf und rannte hinter das nächste Gebüsch. Kurz darauf kam er grinsend wieder hervor. „ Ging nicht anders.“ Er zuckte mit den Schultern. Wir mussten alle laut lachen und Jonne meinte: „ Jetzt müssen wir aber einkaufen gehen sonst haben wir nichts mehr zu essen!“ „ Wir fahren morgen Abend auch wieder zurück, da brauchen wir nicht mehr so viel!“, meinte Snack. „ Och wir fahren schon wieder zurück?“, fragte ich enttäuscht. „ Ja Kleine wir müssen in zwei Tagen bereits wieder im Proberaum stehen sonst macht uns Tommi die Hölle heiss!“, sagte Antti und seufzte. Nachdem wir gefrühstückt hatten warteten wir auf Lisa welche auch einige Minuten ankam. –mit Nora im Schlepptau. Jonne stöhnte gequält auf und ich warf ihm einen mitleidigen Blick zu und er seufzte nur. Lisa lächelte uns gequält an. „ Hei Leute! Nora ist wieder mitgekommen, ihr kennt sie ja schon.“ Alle nickten. Nora setzte ihr nerv tötendes, gekünsteltes Lächeln auf und war kaum da, schon hängte sie sich schon an Jonne ran. Die Frau machte mich noch eines Tages wahnsinnig. Siiri stupste mich an. „ He, wenn Blicke töten könnten wäre Nörchen nun bestimmt einen schnellen und schmerzhaften Tod gestorben.“ Ich schaute sie verwirrt an. „ Wie jetzt?“ „ Ja so wie du sie eben angesehen hast… biste etwa eifersüchtig dass sie sich so an Jonne ranhängt?“ Siiris Lippen umspielte ein Lächeln. „ Ich? Nee wieso sollte ich? Bin ja nicht mit ihm verheiratet.“ „ Schon klar…!“, sagte Siiri und wandte sich ab. „ Was soll dass jetzt wieder heissen?!!“ ich zog sie am Arm wieder zu mir zurück. „ Nichts soll es heissen. Gaaaaaar nichts!“ Ich stampfte mit dem Fuss auf den Boden, verschränkte die Arme und schaute sie trotzig an. „ Pffffff…“ Siiri begann zu lachen. „ Na jetzt aber! Benimmst dich schon wie unsere kleine Prinzessin. Wenn er was nicht kriegt wird geschmollt oder getrotzt.“ „ Was für ne Prinzessin?“, fragte ich und war schon wieder verwirrt. Siiri deutete auf Jonne. „ Die da! Oder der da, wie du willst. Prinzessin von und zu Jonne höchstpersönlich.“ „ Ach sooo…“ nun hatte sogar ich begriffen. „ Und was stellen wir jetzt an?“, wollte Kris wissen. Antti wollte schon Luft holen und hatte kaum den ersten Ton gesagt hielt ihm Jay den Mund zu und sagte: „ Nein wir gehen NICHT schwimmen! Klar?“ Antti war augenblicklich still und schob schmollend die Unterlippe vor. Lisa nahm ihren Freund in den Arm und drückte ihm ein Küsschen auf die Wange was ihn sofort wieder strahlen liess. Ich lächelte. Da hatten sich wirklich zwei gesucht und gefunden. Jonne quitschte plötzlich vergnügt auf. Wir blickten ihn alle ziemlich erstaunt an und er begann zu grinsen. „ Was möchtest du uns mitteilen Jonne- Maus?“, fragte Kris. Jonne grinste noch immer wie ein Honigkuchen Pferd. „ Ich weiss was wir machen!“, sagte er stolz. Kris verdrehte die Augen. „ Und das wäre…?“ Jonne schaute uns der Reihe nach strahlend an und verkündete stolz: „ Ich habe ein Shoppingcenter gesehen auf der Hinfahrt! Lasst uns Einkaufen gehen!“ Ein Aufstöhnen ging durch die Reihe gefolgt von einigen entsetzten Blicken. „ Ja was denn? Ich dachte ihr mögt Shopping?“, schmollte Jonne. „ Ja Kleiner, wir alle mögen Shopping, aber nicht mit dir.“, übernahm nun Jay das Wort. Ich musste mir ein Grinsen verkneifen. „ Tzzz.. na dann. Macht was ihr wollt! Ich gehe auf jeden Fall einkaufen! Wer will mit?“, sprachs und er verschränkte die Arme vor der Brust. Nora quitschte sofort ein begeistertes ‚Iiiiihiiich’ und der Rest blieb stumm. Eigentlich wäre ich gerne mitgegangen aber nun wo Nora mit wollte überlegte ich mir die Sache noch mal. „ Miia? Magst du nicht auch mitkommen?“, fragte Jonne scheu und schaute mich mit seinen blauen Augen bittend an. Wer kann da schon widerstehen? Ich bestimmt nicht. Nach kurzem überlegen sagte ich zu und er begann wieder zu strahlen, Noras Miene allerdings verfinsterte sich schlagartig, was von uns schön ignoriert wurde. Lisa wollte Antti überreden ebenfalls mit zu gehen doch dieser weigerte sich mit Jonne Shoppen zu gehen. Nach langem Hin und Her wer jetzt mitkommen wollte gingen wir schliesslich zu Dritt los. Nach dreimaligem Verfahren weil Jonne sich weigerte die Strassenkarte aus der Hand zu geben, kamen wir schliesslich beim Einkaufszentrum an. Kaum waren wir durch die gläserne Eingangstüre getreten rannte Jonne auch schon los in den nächsten Kleiderladen und blieb vor dem Schaufenster erst mal stehen. Ich ging ihm hinterher, gefolgt von Nora. Jonne bestaunte gerade eine pinke Plüschjacke und gab nur ‚Oooh’ und ‚Aahs’ von sich. Ich musste mir das Lachen verkneifen. „ Jonne magst du nicht rein gehen und dir die Jacke genauer anschauen? Dann kannst du sie auch anprobieren.“, schlug ich vor. Er schaute mich einen Moment an und schien zu überlegen, dann nickte er und stürmte den Laden. Kopfschüttelnd ging ich hinterher. Jonne stand schon mit der übergezogenen Jacke vor mir als ich bei den Kabinen ankam. Er drehte sich einmal um die eigene Achse und schaute mich dann fragend an. Er sah zu süss aus und ich lächelte ihn an. „ Was meinst du?“, fragte er nach. Ich nickte. „ Ja die ist toll!“, gab ich zur Antwort und er grinste zufrieden. „ Schau, es hat noch eine, magst du auch eine?“ Ich schüttelte den Kopf. „ Wieso nicht? Gefällt sie dir nicht?“, fragte er etwas enttäuscht. „ Dochdoch!“, antwortete ich schnell, „ aber wir können doch nicht wie Zwillinge herum laufen.“ „ Wieso denn nicht?“, kam es von Nora die sich bis jetzt noch nicht gemeldet hatte. „ Mir gefällt die Jacke, ich mag sie haben wenn du sie nicht willst!“, sprachs und schnappte sich das pinke Plüschdings aus dem Kleiderständer. Jonnes Blick verfinsterte sich, Nora ging ihm tierisch auf die Nerven. Sie zog sich die Jacke über und betrachtete sich im Spiegel, allerdings sah sie gerade aus wie Barbie, der der Haarfön explodiert war. Unsicher schaute sie uns an, doch sie bekam von beiden nur ein Kopfschütteln zu sehen. Wütend schmiss sie die Jacke in die nächste Ecke. „ Wisst ihr was?! Wenn ihr euch doch sooo gut versteht kann ich ja gehe!“ Wütend stapfte sie aus dem Laden. Verwundert schaute mich Jonne an und ich schüttelte den Kopf. Dann machte sich ein erleichtertes Lächeln auf seinem Gesicht breit. „ Puuuh! Sie ist weg! Die ging mir schon vom ersten Tag an auf den Wecker!“ Ich musste grinsen. „ Willst du die Jacke jetzt haben?“
„ Nee, du kaufst sie dir ja, wenn ich mal das dringende Bedürfnis habe sie an zu ziehen leihst du sie mir bestimmt.“ Ich grinste ihn an. „ Klar doch!“
Unsere Shoppingtour wurde ziemlich lange und als wir nach sieben Stunden wieder draussen vor der Türe standen hatte Jonne zwölf und ich acht voll gepackte Einkaufstüten.
Er hatte sich neun Paar neue Hosen, dreizehn Oberteile, unzählige Schals, Gürtel, Ketten und sonstige Asscessoirs gekauft. Ich hatte drei Hosen, zehn Oberteile und ebenfalls viele Gürtel und Schals, Ketten und Ohrringe und ein Paar neue schwarze Schnürstiefel auf die ich besonders stolz war.
Wir schleppten alles zum Wagen und packten es in den Kofferraum. Danach fuhren wir zurück zum Zeltplatz. Dort angekommen sahen wir dass alle schon am Zeltabbau waren. Kristian, Antti und Matthau standen schon zufrieden vor ihrem bereits zusammengepackten Zelt und rauchten eine. Als wir zurück kamen bedankten sie sich bei mir, dass ich ihnen heute Morgen geholfen hätte das Zelt ab zu bauen. Ich half Siiri noch mit unserem Zelt und schon bald war auch dieses im kleinen VW Bus von Antti verstaut. „ Wo ist eigentlich Nora abgeblieben?“, wollte Lisa dann wissen. Jonne zuckte mit den Schultern. „ Sie wollte nicht mit uns einkaufen gehen“, sagte er, und fügte mit einem viel sagenden Blick zu mir hinzu, „ fühlte sich wohl etwas überflüssig.“ Ich grinste ihn an und die andern schauten nur verwundert drein. „ Wiiieee?? Jonne? Du wolltest keinen Dreier?!“, kam es empört von Kristian welcher sich einen Stoss in die Rippen von Larry fing und einen mörderischen Blick von mir und Jonne. Kris allerdings störte das kein bisschen, er steckte sich eine neue Kippe an und lehnte sich grinsend an Jonnes Wagen. Wir packten unser Gepäck und die Tüten von Jonnes und meiner Einkauftour auch noch in Anttis Bus dann stiegen wir ins Auto. Matthau fuhr diesmal mit Antti weil sie noch genug Platz hatten und ich durfte gnädigerweise auf den Beifahrersitz in Jonnes Wagen. Wir fuhren los und ich stellte das Radio an. Ich schaltete ein wenig herum, doch es lief nichts Gescheites. „ Jonne? Hast du hier irgendwelche CD’s im Wagen?“ „ Klar! Im Handschuhfach.“ Ich öffnete das Handschuhfach und schon kamen mir einige CD- Hüllen entgegen. „ Hoppela!“ Gerade konnte ich sie noch auffangen. Jonne grinste mich von der Seite her an. „ ‚Tschuldige ich bin etwas unordentlich.“ „ Schon okay.“ Ich legte eine CD von Privatt Line ein und Kris begann freudig auf dem Rücksitz herum zu hüpfen. Siiri zog ihn zurück auf den Sitz. „ Spinnst du?“, fragte sie genervt. „ Nein! Ich mag nur die Musik von Jackilein!“ Siiri verdrehte die Augen. „ Miia, dreh mal ein bisschen auf!“ Ich stellte die Musik lauter und Kris begann laut mit zu singen. Siiri tat es ihm gleich und kurz darauf sangen wir alle laut mit. Nach einer Stunde Fahrt wurde eine kurze Pause eingelegt und dann fuhren wir auch schon weiter. Mittlerweile war es auch schon ziemlich dunkel geworden. Die Musik lief noch immer leise Siiri schlief, Kris schaute aus dem Fenster und ich döste vor mich hin. Plötzlich hörte ich Jonne aufschreien und das Steuer herumreissen, danach ein lauter Knall, ein stechender Schmerz dann wurde alles schwarz um mich herum.





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...   Erstellt am 26.11.2006 - 13:29Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


und noch ein sonntagsteilchen für chantti... weiter als die im ch-forum

20. Kapitel

Von weit her drangen Stimmen an mein Ohr. Jemand rief nach mir ich konnte nicht zuordnen wer es war. Jemand strich über meine Wange, Siiri. Ich wollte die Augen öffnen doch es ging nicht. Jemand anderer hielt meine rechte Hand, Kris. Und Jonne hatte meinen Kopf in seinen Schoss gebettet. Kurze Zeit später hörte ich Sirenen, knallende Türen, ich wurde auf eine Tragbare gelegt und in einen Krankenwagen gebracht. Mir wurde wohl ein Beruhigungsmittel gegeben denn ich bekam ab sofort nichts mehr mit.

Jonne:
Ein Auto kommt mitten auf der Strasse auf uns zu gefahren. Ich Hupe, doch es weicht nicht aus. Im letzten Moment reisse ich das Steuer herum und wir knallen mit 60 km/h in einen Baum am Strassenrand. Ich schreie auf. Kris und Siiri werden nach vorne geschmissen werden aber von den Gurten gehalten, ich knalle mit voller Wucht gegen den Air Bag der sich aufgeblasen hatte. Als ich mich wieder aufrichtete und auf warf einen Blick auf den Beifahrersitz. Ich erschrak, Miia war weg. Ihr Airbag hatte sich nicht geöffnet und hing nur ein wenig hervor. Ich schrie ihren Namen. Kris und Siiri war zu Glück nichts passiert, ausser ein paar Schürfungen und wahrscheinlich ein paar Prellungen. Ich spürte wie warmes Blut über meine Stirn rann und tastete vorsichtig mit der Hand danach. Ich zuckte zusammen als ich die Wunde an meiner Stirn berührte meine linke Hand schmerzte und alles drehte sich doch ich stieg aus dem Wagen. Kris rüttelte ebenfalls an der Türe und bekam sie schliesslich auch auf. Er zog Siiri die noch ganz geschockt war hinter sich her und gemeinsam gingen wir um das Auto herum. Im Scheinwerferlicht sah ich Miia auf dem Boden liegen. So schnell ich konnte rannte ich zu ihr hin. „ Miia? Miia? Miia?!?“ Das dritte Mal schrie ich ihren Namen, doch sie rührte sich nicht. „ Sie ist tot! Sie ist tot! Tot!!! Und ich bin daran schuld!!“, murmelte ich. Tränen liefen nun über meine Wangen. Kristian strich mir beschwichtigend über den Rücken. „ Nein Jonne sie ist bestimmt nicht tot!“, sagte er leise. „ Doch und ich bin daran schuld!“ „ Nein Jonne sie lebt.“ „ Nein sie ist to…“ „ Nein verdammt hörst du?! Sie ist NICHT tot! Nein nein nein und nochmals nein!“, schrie er mich an, ich zuckte zusammen und schluchzte laut hörbar auf. Siiri hatte sich zu Miia hinunter gebeugt und strich ihr über die Wange. Kris setzte sich neben sie und hielt ihre Hand. Auch ich beugte mich zu ihr hinab und legte ihren Kopf welcher auf dem nassen Boden lag in meinen Schoss. Siiri rief gerade den Krankenwagen, sie hatte noch kein Wort gesprochen und wirkte ziemlich gefasst während ich heulte wie ein kleines Kind. Doch es war mir nicht peinlich. Ich betrachtete Miias Gesicht welches keine Regung zeigte. Ihre Lippen waren rot wie immer, sie hielt die Augen geschlossen und sie hatte eine grosse Wunde auf der Seite der Stirn. Ihr Brustkorb hob und senkte sich regelmässig. Die Sirenen des Rettungswagens ertönten und ich wurde von ihr weggezerrt. Die Sanitäter stabilisierten sie und schlossen etwa drei Schläuche an sie an, dann legten sie sie auf eine Tragbare und verfrachteten sie im Krankenwagen. Siiri, Kris und ich sollten noch auf den nächsten Wagen warten der uns ebenfalls zum Krankenhaus bringen sollte. Kaum war de Rettungswagen davon gebraust brach Siiri heulend zusammen. Kris konnte sie gerade noch auffangen sonst wäre sie wohl gestürzt. Ihr ganzer Körper zitterte und sie hatte regelrechte Heulkrämpfe. Kris drückte sie fest an sich und auch ihm liefen Tränen über die Wangen, doch er wollte stark sein für seine Schwester, - und für mich, und wischte sie sich schnell weg. Ich sass auf dem Boden ans zerstörte Auto gelehnt und wippte vor- und zurück. Ich weinte noch immer hatte mein Gesicht in meine Hände vergraben und weinte. Siiri kam auf mich zu und nahm mich in den Arm, gefolgt von Kristian der mich ebenfalls umarmte. So sassen wir zu dritt aneinander gekuschelt und heulten bis wir abgeholt und ins Krankenhaus gebracht wurden.


21. Kapitel

Jonne:
Wir wurden alle drei untersucht. Kris war nichts Ernsthaftes passiert er hatte eine Schürfwunde und zwei Prellungen ansonsten ging’s ihm gut. Siiri allerdings hatte drei gebrochene Rippen, mehrere Prellungen und Schürfungen. Auch psychisch war sie ziemlich angeschlagen, doch die Ärzte meinten das wäre nur der erste Schock und es gäbe sich wieder. Ich hatte eine Platzwunde am Kopf und eine leichte Gehirnerschütterung, Prellungen und Schürfungen, sonst nichts ernstes. Ich durfte noch nicht nach Hause und Kris und Siiri weigerten sich zu gehen bevor wir nichts von Miia wussten. Also warteten wir in meinem Zimmer in welchem ich über Nacht zur Beobachtung bleiben sollte. Ich lag hellwach im grossen Bett, Kris auf dem Stuhl neben mir und Siiri hatte sich auf dem freien Bett nebenan zusammengerollt und schlief. Als nach fünf Stunden noch kein Arzt vorbei geschaut hatte sprang ich aus dem Bett und wollte jemanden suchen gehen der uns informieren sollte. Das hätte ich wohl lieber gelassen. Ich war zu schnell aufgesprungen und so war ich kaum auf den Beinen wurde mir schon schwarz vor Augen und ich kippte nach hinten. Kris rief nach einem Arzt und verfrachtete mich wieder ins Bett. Als ich erwachte starrten mich zwei besorgte Augenpaare an. Und als Kris merkte dass mich nichts passiert war wetterte er auch schon los. Ich hielt mir die Ohren zu und begann laut zu singen. Der Arzt drückte Kris zurück auf seinen Stuhl und wies ihn an seine Klappe zu halten. „ Können Sie mir sagen was mit Miia los ist?“, fragte ich den Arzt. „ Sind sie ein Verwandter?“, wollte dieser wissen. „ Ähm.. nein…“ „ Dann darf ich ihnen leider auch keine Info…“ „ Er ist ihr Freund!“, warf Kristian ein. Ich blickte ihn verwundert an doch er zuckte nur mit den Schultern. „ Ah wenn das so ist darf ich es ihnen sagen, allerdings weiss ich noch nichts definitives, aber ich werde sie informieren sobald ich mehr weis. In Ordnung?“ Nicken. „ Na dann ruhen sie sich mal schön aus. Gute Nacht!“, sprachs und verliess das Zimmer. Seufzend liess ich mich ins Kissen zurück sinken.
Kris sprang von seinem Stuhl auf und begann im Zimmer auf und ab zu gehen. „ Ausruhen sollen wir uns! Ausruhen während wir keine Ahnung haben was mit Miia ist!! Wie es ihr geht! Ob sie überhaupt noch lebt!!“ Siiri setzte sich in ihrem Bett auf und zog den herumgehenden Kris neben sich. „ Beruhig dich mal! Was bringt es uns wenn du jetzt die Nerven verlierst?! Wir können im Moment nichts für sie tun und müssen warten bis die Ärzte uns informieren.“ Kris schnaubte auf und liess sich zurück aufs Bett fallen.

Zur selben Zeit am Empfang des Spitals:

„ Guten Tag! Wir möchten gerne vier Freunde von uns besuchen. Sie wurden vor einigen Stunden hier her gebracht nach einem Autounfall.“, sagte Antti freundlich zu der Schwester am Empfang. Diese nickte und gab etwas in ihren PC ein. Dann schüttelte sie den Kopf. „ Tut mir leid ich darf sie nicht zu ihren Freunden lassen, sie brauchen Ruhe. „ Können sie uns wenigstens sagen was mit ihnen ist? Geht’s ihnen gut? Wann können wir zu ihnen?“, wollte er aufgeregt wissen. „ Sind sie Verwandte?“ „ Ähm nein.“ „ Dann kann ich ihnen keine Informationen weiterreichen, kommen sie morgen während der Besuchszeit wieder. Ich werde sehen was ich für sie tun kann. Auf Wiedersehen.“ Antti drehte sich um wo ihn vier Augenpaare erwartungsvoll anschauten. Er blickte zurück und schüttelte nur den Kopf. Die fünf, Antti, Larry, Jay, Snack und Matthau machten sich wieder auf den Weg zurück auf den Parkplatz. Ihnen blieb wohl nichts anderes übrig als nach Hause zu gehen und zu warten. Sie würden Morgen wiederkommen. Als sie vor Anttis Bus standen bog gerade ein Leichenwagen um die Ecke und verschwand hinter dem Krankenhaus. Die Jungs blickten sich an. Keiner sagte ein Wort und so fuhren sie nach Hause.





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...   Erstellt am 26.11.2006 - 17:05Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Aila!! Lass dich knutschen!!!

du hast mich endlich erhört!!! und danke für den Extra-Teil!!

habs gelesn, das heisst, du kannst jetzt weiterschreiben!




Aila ...
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...   Erstellt am 28.11.2006 - 18:17Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


22. Kapitel

Kristian:

Jonne und Siiri waren eingeschlafen. Ich konnte allerdings beim besten Willen keinen Schlaf finden. Der Arzt hatte versprochen uns sofort zu informieren wenn er etwas Neues von Miia wüsste. Seit daher waren schon wieder fünf Stunden vergangen. Es war mittlerweile morgens um halb sieben, um acht würden wir geweckt werden. Doch so lange wollte ich nicht mehr warten. Leise schlüpfte ich in die hässlichen, weissen Plüschkrankenhauspantoffeln und ging zur Türe. Auf dem Flur orienterte ich mich kurz und lief schliesslich in die Richtung in der ich den Aufenthaltsraum der Ärzte vermutete. Dort angekommen klopfte ich ohne zu zögern an und wartete bis mir geöffnet wurde. Der Arzt von gestern Abend stand in der Türe und schaute mich fragend an. „ Ich will wissen wie es Miia geht!“ Der Arzt, Dr. Karl wie ich auf seinem Namensschild lesen konnte, schaute mich einen Augenblick an, dann bet er mich hinein. „ Also Herr Mikkonen, wir haben Frau Turunen eingehend untersucht. Sie hat einige Rippen gebrochen und Prellungen…“, er holte tief Luft. „ Ist das… ich meine… sonst ist sie gesund?“, stotterte ich. Das konnte noch nicht alles sein sonst hätten die uns doch zu ihr gelassen. Hinter der Stirn des Arztes rotierte es. Er schüttelte den Kopf. „ Nein, sie hat noch andere Verletzungen. Sie hat einen ziemlichen Schlag auf den Kopf bekommen bei dem Unfall und…“ „ Was?! Verdammt sagen sie endlich was mit ihr los ist!!“, ich wurde langsam wütend. Der Arzt seufzte. „ Es ist nicht sicher ob sie jemals wieder sehen kann. Ihr Gehirn wurde verletzt. Wir haben sie ins künstliche Koma versetzt und sie muss wieder alleine daraus erwachen.“ Jetzt war es raus. Ich schluckte einige Male schwer. Dann stand ich ohne ein weiteres Wort auf und ging zurück in Jonnes Zimmer. Siiri war mittlerweile erwacht, Jonne schien noch zu schlafen. „ Weißt du was Neues?“, flüsterte sie. Ich nickte und setzte mich zu ihr aufs Bett. „ Sie…Miia, also sie…“, stotterte ich. „ Was? Was ist mir ihr verdammt?!“, zischte Siiri. Ich holte noch einmal tief Luft. „ Sie liegt im Koma. Die Ärzte wissen nicht ob sie je wieder etwas sehen wird.“ Eine Träne fand ihren Weg über meine Wange. Ich wischte sie schnell weg, Siiri sollte mich nicht weinen sehen, ich wollte stark für sie sein, und für Jonne. Ich hörte ein Aufschluchzen aus Jonnes Bett. Er hatte wohl doch nicht mehr geschlafen. „ Jonne bist du wach?“; flüsterte ich leise. Erneutes Aufschluchzen. Ich setzte mich auf Jonnes Bettkante. Er hatte seinen Kopf im Kissen vergraben und heulte. Siiri hatte sich auf die andere Seite des Bettes gesetzt und strich ihm beruhigend über den Rücken. „ Shhshh Jonne!“, flüsterte sie leise doch er wollte sich kaum beruhigen. Siiri sprach weiter beruhigend auf ihn ein während ich auf der Bettkante sass und mich kaum rührte. Einige Minuten später war Jonne eingeschlafen und ausser ein paar vereinzelten Schluchzern war von ihm nichts mehr zu hören. Siiri setzte sich neben mich. „ Kris?“ „ Hm?“ „ Glaubst du Jonne gibt sich die Schuld daran was mit Miia ist?“ Ich schaute zu ihr hoch, sie blickte mich mit ihren grossen grünen Augen an. Dann schüttelte ich den Kopf. „ Keine Ahnung. Kann schon sein.“ Siiri seufzte.

23. Kapitel

Die Türe öffnete sich leise und eine ältere Krankenschwester steckte ihren Kopf durch den entstehenden Spalt. „ Guten Morgen die Herrschaften. Sie sind noch immer hier?“ Kristian nickte. „ Tut mir leid aber ich muss sie jetzt bitten zu gehen. Ich muss Herrn Liimatainens Wunden noch versorgen. Und sie sollten sich mal ausruhen. Sie sehen ja schlimm aus!“ „ Danke aber auch.“, murmelte Kris beleidigt. „ Wenn sie nun so gut wären…“; sagte die Schwester und deutete auf die Türe. Siiri seufzte und zog ihren Bruder mit sich zur Türe. Dieser drehte sich noch kurz um und sagte: „ Keine Angst, so schnell werden sie uns nicht los, spätestens heute Abend sind wir wieder hier!“ Die Schwester schüttelte nur den Kopf dann zog Kris die Tür hinter sich zu. Siiri und er hatten es wirklich nötig zu schlafen und gingen auf direktem Weg nach Hause, nachdenklich blieben sie vor Miias Wohnung stehen bevor sie in ihre eigenen Wohnungen verschwanden.
Kris wurde vom Klingeln seines Handys geweckt. Er tastete auf seinem Nachttisch danach und drückte auf eine Taste. „ Wer issn’ da?“, murmelte er verschlafen. Anttis aufgeregte Stimme war am anderen Ende zu hören. „ Kristian? Bist du zu Hause?! Ich hab eben erfahren was los war, der Unfall und so. Der Arzt hat mir dann auch das von Miia erzählt…“ Kris seufzte. Was sollte er jetzt antworten? Doch die Antwort übernahm Antti. „ Wann kann man zu ihr?“ „ Ich weiss es nicht. Siiri und ich werden heute Abend noch mal nach Jonne sehen und dann wollen wir auch gerade zu Miia. Könnt auch kommen wenn ihr wollt, Jonne freut sich bestimmt.“
In zwei Stunden wollten sich alle vor dem Krankenhaus treffen bis dahin wollte Kristian noch ein wenig schlafen.

2 Stunden später: Kris, Siiri, Antti, Larry und Jay betraten das Zimmer von Jonne. Snack hatte gerade Stress mit seiner Freundin und konnte nicht mitkommen, wollte Jonne aber auf jeden Fall morgen besuchen kommen und Miia natürlich auch. Jonne lächelte ihnen müde entgegen als sie ins Zimmer kamen. „ Hei Jungs und Siiri!“ Jeder wollte mal knuddeln und so wurde Jonne von allen einmal gedrückt. Wir plauderten eine Weile miteinander bis sich die Jungs verabschiedeten und nur noch Siiri blieb. Schweigend sass sie neben Jonnes Bett, keiner der beiden wagte etwas zu sagen als plötzlich Jonnes Stimme die schon fast unheimliche Stille durchbrach. „ Weißt du wie’s Miia geht?“ Mit grossen Augen schaute er sie erwartungsvoll an, doch sie schüttelte nur stumm den Kopf und blickte auf den Boden. „ Ist sie jetzt… blind?“, fragte Jonne nochmal etwas. Siiri betrachtete ihn lange dann nickte sie und zuckte mit den Schultern. „ Ich weiss es nicht, vielleicht…“, flüsterte sie leise. „ Ich will jetzt zu ihr!“, sagte Jonne entschlossen und setzte sich ruckartig in seinem Bett auf. Siiri nickte zustimmend und erhob sich von ihrem Stuhl. Jonne stand nun ebenfalls vorsichtig auf, richtete seine viel zu grosse Jogginghose und das rosa T- shirt mit dem Ferkel drauf. Dann marschierten beide gemeinsam aus dem Zimmer. Zu ihrem Erstaunen liess ein Arzt sie ohne Probleme in Miias Zimmer. Kurz davor blieb Jonne jedoch stehen und hielt Siiri am Arm zurück. „ Was ist? Komm schon!“, drängt diese. „ Ich habe eine Scheiss Angst!“, gestand Jonne. „ Ich auch. Komm zusammen schaffen wir das schon, was meinst du?“, versuchte Siiri ihn zu ermutigen. Er schaute sie dankbar an und Hand in Hand betraten sie nun das Zimmer.

24. Kapitel

Das Zimmer war vollkommen weiss, weisse Vorhänge, weisses Bettzeug, weisser Boden, weisse Wände, weisse Stühle. Jonne und Siiri betraten nebeneinander das Zimmer und blieben nahe bei der Türe stehen. Dort lag sie also. Alleine. Im grossen, weissen Bett. Viele Schläuche waren an sie angeschlossen und es piepte ununterbrochen von den verschiedenen Geräten die rings um ihr Bett herum standen. Ihre Augenlieder waren geschlossen und ihre Brust hob und senkte sich regelmässig. Ihr Gesicht war beinahe so weiss wie das Kissen unter ihrem Kopf und ihre sonst so roten Lippen waren blass. Siiri drückte Jonnes Hand fester und machte einen zögernden Schritt auf das Bett zu, Jonne folgte ihr langsam. Miias bleiches Gesicht wurde von ihren langen, schwarzen Haaren umrahmt. Sie sah aus als ob sie schlafen würde. Siiri und Jonne zogen zwei Stühle neben das Kopfende des Bettes und setzten sich. Keiner wagte etwas zu sagen und so war es still im Zimmer bis auf das ewige Piepsen der Geräte. „ Meinst du sie kann uns hören wenn wir mit ihr sprechen?“, flüsterte Jonne Siiri zu ohne den Blick von Miia zu wenden. Diese zuckte mit den Schultern. „ Keine Ahnung. Ich könnte es mir noch vorstellen.“ Jonne räusperte sich einige Male bis er schliesslich sagte: „ Miia? Kannst du uns hören. Ich bins Jonne, Siiri ist auch da. Wie geht es dir? Uns geht es gut aber wir möchten, dass du bald wieder zu uns zurück kehrst hörst du?“ Sie zeigte keine Reaktion. Siiri strich ihr vorsichtig über die Wange als die Ruhe durch das Öffnen der Türe unterbrochen wurde und ein Arzt eintrat. Er nickte ihnen zur Begrüssung kurz zu und bat die beiden wieder zu gehen weil er einige Untersuchungen anstellen wollte. Jonne erhob sich langsam und zog Siiri mit sich. Diese brachte ihn noch kurz auf sein Zimmer und verabschiedete sich dann weil sie zur Arbeit musste. Nun war er wieder alleine.
Jonne warf sich der Länge nach auf sein Bett und zuckte merklich zusammen als ein ziemlich starker Schmerz durch seinen Kopf zuckte. ‚ Scheisse die Gehirnerschütterung hatte ich vergessen.’ Er schloss die Augen und rieb sich die Schläfen. Der Schmerz dauerte nicht lange an und Jonne schlief bald ein. Doch seit dem Unfall wurde er von einem Albtraum geplagt. Es war immer wieder das Selbe was sich seit dem jede Nacht ein bis mehrmals wiederholte.
Die Musik läuft leise. Dann sieht er zwei Scheinwerfer auf sich zukommen. Miia schreit auf und dann knallt es laut.
Schon ist alles vorbei.
Auch diesmal wachte Jonne wieder schweissgebadet auf und wusste erst nicht wo er sich befand.
Richtig er war ja im Krankenhaus. Gestern hatte man ihn und Siiri aus Miias Zimmer geschmissen und danach war er eingeschlafen. Es war drei Uhr Morgens und nun war er hellwach. Seufzend schlug er die Bettdecke zur Seite und stand vorsichtig auf den kalten Boden. Leise tapste er zum Badezimmer und stellte sich unter die Dusche. Jonne liess das heisse Wasser über seinen Körper tropfen und stand nur unbeweglich in der Dusche. Dieser Traum verfolgte ihn seit dem Unfall jede Nacht und er konnte nichts dagegen tun. Die Ärzte meinten das würde sich schon wieder geben, darauf hoffte er schwer. Nach einiger Zeit stieg Jonne wieder unter der Dusche hervor und wickelte sich in eines der grossen, weissen Badetücher bevor er wieder in sein Zimmer ging. Dort war es, bis auf das einfallende Mondlicht, dunkel. Leise schlich er zum Bett und legte sich hin, darauf, dass seine Haare noch immer nass waren achtete er nicht und schlief auch bald ein.

Unterdessen bei Miia:

Um mich herum war alles dunkel. Heute Nachmittag waren Siiri und Jonne bei mir gewesen. Sie hatten mit mir gesprochen und mich berührt, ich wollte ihnen Antwort geben, doch ich konnte es nicht. Die Dunkelheit hielt mich gefangen. Ich konnte mich nicht bewegen und obwohl ich meine Augen öffnen wollte funktionierte es nicht. Alles was ich jetzt hören konnte war ein eintöniger Piepston. Woher der wohl kam? Nach einiger Zeit ging er mir auf die Nerven, aber auch jetzt konnte ich nichts dagegen unternehmen. Ich vernahm auf einmal Gemurmel neben meinem Bett. Irgendwer zog an meinem Arm herum, das gepiepse wurde unerträglich und die Stimmen immer laute und aufgeregter. Jemand rief nach mir. Ich kannte diese Stimme nicht und dann wurde es hell. Unerträglich hell und laut. Stimmen. Einige schrieen, andere flüsterten. Ich spürte einen stechenden Schmerz in meinem Kopf und dann fiel ich. Ich fiel und fiel und auf einmal hörte ich einen lauten Knall. Ruckartig erhob ich mich. Eine Hand drückte mich wieder zurück ins Kissen.
Kissen? Wo war ich? Jemand sprach beruhigend auf mich ein und mir wurde irgendetwas gespritzt. Schmerzmittel, wie mir eine Stimme erklärte. Mein Kopf schmerzte nach kurzer Zeit auch nicht mehr, aber wieso konnte ich nichts sehen? Dann hörte ich jemanden sprechen. „ Miia können sie mich hören?“ Ich nickte. Hei ich konnte mich wieder bewegen! Vorsichtig bewegte ich meine linke Hand, dann die Rechte, die Beine. „ Jetzt halten sie doch mal still!“, kam es vorwurfsvoll von der linken Seite. Sofort verhielt ich mich ruhig.

Ich musste einige Untersuchungen über mich ergehen lassen, einige waren unangenehm aber es war noch erträglich. Nach ungefähr zwei Stunden schienen die Ärzte zufrieden mit mir zu sein denn ich hörte wie viele Schritte mein Zimmer verliessen. Jetzt war es ruhig doch ich fühlte, dass ich noch nicht alleine war. „ Wer ist da? Jonne?“, fragte ich vorsichtig in die Dunkelheit hinein welche mich noch immer umgab. „ Nein, Miia ich bin Doktor Karl ihr Arzt.“ Ich seufzte sagte aber nichts. „ Miia ich muss ihnen leider etwas sagen.“ Ich wurde unruhig. „ M-meine Freunde. Jonne, Siiri, Kristian. Wie geht es ihnen?? Was ist mit ihnen…?!“
„ Nein! Ich kann sie beruhigen. Ihren Freunden geht es bestens ausser Herr Liimatainen konnten alle nach Hause gehen und auch ihm fehlt nichts Ernsthaftes.“ Ich atmete hörbar auf. „ Doktor?“ „ Ja bitte?“ „ Wieso ist es so dunkel?“ Ich hörte den Arzt tief Luft holen. „ Es tut mir leid ihnen das mitteilen zu müssen, aber sie haben ihr Augenlicht zum grössten Teil verloren.“ Er schwieg. Ich bin blind. Behindert. Auf fremde Hilfe angewiesen.
Dieser Gedanke schoss mir durch den Kopf wie tausend Nadeln. Ich konnte nichts mehr sagen. „ Hören sie Miia es tut mir wirklich leid…“, setzte der Arzt zum Sprechen an doch ich schüttelte den Kopf. „ Ich will nichts hören! Gehen sie bitte jetzt ich möchte alleine sein.“ „ Nur ich möchte ihnen…“ „ NEIN!! Hab ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt?!“, schrie ich nun während mir die ersten Tränen aus den Augen schossen. Aus den nutzlosen Augen. Ich hörte wie der Arzt sich erhob und zur Türe ging, welche er, hinter sich, leise wieder schloss. Dann konnte ich mich nicht mehr zurück halten und begann hemmungslos zu weinen.





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...   Erstellt am 28.11.2006 - 18:18Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


und noch was weils gerade so schön ist xD

25. Kapitel

Es klopfte an der Türe gerade als Jonne sich wieder hingelegt hatte. „ Jaaa…?“, gab er gelangweilt zur antwort. „ Guten Tag Herr Liimatainen!“, sagte der Arzt während er eilig ins Zimmer huschte und die Türe wieder schloss. Jonne zog eine Augenbraue hoch und schaute ihn skeptisch an. Dr. Karl schnappte sich ein Stuhl und setzte sich neben Jonnes Bett, dieser war mittlerweile bis hin zum Bettrand gerutscht und wartete darauf was der Arzt ihm zu sagen hat. „ Also ich hab zuerst mal eine gute Nachricht. Sie dürfen heute wieder nach Hause gehen.“ Jonne lächelte leicht und schaute ihn fragend an. „ Und weiter?“ „ Frau Turunen ist aufgewacht.“ Er sagte das so beiläufig als wäre nichts Besonderes dran. Jonne allerdings sprang sofort von seinem Bett auf. „ Kann ich zu ihr??“, fragte er und war schon beinahe draussen. „ Halt nein! Sie will niemanden sehen, ich war eben bei ihr und sie hat mich beinahe aus dem Zimmer geworfen. Ihr geht es nicht gut. Allerdings werden wir sie heute noch auf der Intensivstation behalten und wenn sich ihr Zustand nicht verschlechtert verlegen wir sie morgen in diesen Teil des Gebäudes.“, erklärte der Arzt. „ Ja aber… wenn es ihr schlecht geht kann ein wenig Gesellschaft doch nicht schaden?“, fragte Jonne, doch Dr. Karl schüttelte den Kopf. „ Wie ich ihnen eben gesagt habe, sie will niemanden sehen. Warten sie noch, ich werde heute Abend noch einmal nach ihr sehen und wenn sie sich bis dahin etwas beruhigt hat können sie zu ihr in Ordnung?“ Jonne nickte zögernd und setzte sich wieder zurück aufs Bett, er konnte nichts tun. „ Na dann schlage ich ihnen vor zu packen in 2 Stunden müssen sie hier raus.“ Der Arzt grinste entschuldigend über den plötzlichen Rausschmiss und verabschiedete sich dann.
Seufzend begann Jonne schliesslich seine Klamotten wahllos in seine Tasche zu schmeissen.
‚ Oh ich sollte noch Kris anrufen und ihm das von Miia erzählen, dann kann er mich auch gleich nach Hause fahren.’ Er schnappte sich das Telefon und rief Kris an der sich freute wie ein kleines Kind, dass Miia wach war und wollte sie sofort sehen. Er war jedoch dann auch enttäuscht als Jonne ihm sagte Miia wolle niemanden sehen, versprach aber ihn gleich ab zu holen.

Etwa eine Stunde später:
Kris schlenderte cool an die Information im Krankenhaus. Er trug seine pinke Hose und ein schwarzes ziemlich freizügiges Hemd, seine Augen waren mit schwarzem Kajal umrandet. Er lehnte sich an den Tresen und wartete auf Jonne als eine junge Krankenschwester auf ihn zukam. „ Kann ich ihnen helfen?“ „ Nein danke, oder vielleicht doch aber nicht hier.“, sagte er und grinste dreckig. Die Schwester war zuerst sprachlos über eine so dämliche, plumpe Anmache, wurde dann aber wütend drehte ihm den Rücken zu und stolzierte mit hoch erhobenem Haupt davon. Kris grinste noch immer. „ Hei was grinst du so?“, fragte Jonne der gerade auf Kris zukam. „ Ach nichts, ihr habt hier aber hübsche Schwestern.“ Jonne schüttelte nur den Kopf und packte seine Tasche. „ Können wir oder träumst du noch lange wie du dich verletzten könntest damit du mit einer der Schwestern Doktorspielchen spielen kannst?“, fragte Jonne genervt. Kris streckte ihm die Zunge raus und marschierte dann zum Ausgang, Jonne folgte ihm kopfschüttelnd, sein bester Freund war einfach unverbesserlich.

Ich sass auf meinem Bett und starrte einfach gerade aus. Ich hatte mein Augenlicht nicht vollständig verloren erklärte mir einer der vielen Ärzte die heute schon um mich herum gestanden hatten und mir dämliche Fragen gestellt hatten. Ich konnte noch immer sehen wenn sich jemand bewegt, konnte Farben ausmachen und so weiter, nur sah ich alles wie durch dicken Nebel. Ein solches Leben konnte und wollte ich mir nicht vorstellen. Dr. Karl wollte mich heute schon x- Mal dazu bewegen für kurze Zeit aus dem Bett zu kommen doch hatte ich keine Lust. Er sagte mir auch, dass mich Jonne besuchen wollte und die anderen auch, aber ich wollte niemanden „sehen“. Ich fühlte mich unwohl hier im Krankenhaus, in diesem Zimmer, alleine. Kurz entschlossen stand ich vom Bett auf und tastete mich zur Türe im Badezimmer. Von dort aus unter die Dusche. Ich stand in die grosse Duschkabine drehte den Wasserhahn auf und liess das angenehm warme Wasser über meinen Körper plätschern. Die Mühe mein, natürlich weisses, Krankenhaus Nachthemd aus zu ziehen hatte ich mir nicht gemacht und dieses klebte nun an mir. Langsam rutschte ich mit dem Rücken zur Wand, an dieser herunter und blieb schliesslich auf dem kalten Boden sitzen. Ich weiss nicht wie lange ich so sass, nur noch wie eine verängstigte, junge Krankenschwester mich aus der Dusche zog und mich in ein grosses Handtuch einwickelte. Ich liess es geschehen. Sie half mir wieder in frische Kleidung und steckte mich zurück ins Bett. Was sollte sie auch anderes tun. Ein solch blindes Huhn wie mich konnte man doch für nichts mehr gebrauchen.


26. Kapitel

3 Tage später:
Ich hatte mein Zimmer bis jetzt noch nicht verlassen ausser als sie mich auf die normale Station verlegt hatten und hatte auch noch keinen Besuch empfangen obwohl Jonne, Kris, Siiri und alle andern Jungs andauernd im Krankenhaus waren. Jonne hatte noch am gleichen Tag wie ich erwacht war nach Hause gehen können. Es klopfte und ohne eine Antwort ab zu warten kam Dr. Karl hinein. „ Guten Tag Miia wir machen jetzt gemeinsam einen kleinen Spaziergang im Park!“, sagte er und hielt mir schon meine Jacke hin. Ich schüttelte den Kopf. „ Ich will nicht raus!“, sagte ich trotzig. „ Doch, doch nun kommen sie schon.“, sagte er und zog mir geschickt die Jacke an, zog mich vom Bett hoch und ich hatte kaum eine Möglichkeit mich zu wehren hatte ich meine Schuhe auch schon an und stand abmarschbereit im Zimmer. „ Also bitte geht doch!“, sagte er zufrieden. „ Ich will nicht nach draussen gehen.“, sagte ich noch mal doch er hörte mir gar nicht zu. „ Nun hören sie mal, sie sind nicht gehbehindert nur sehbehindert und sie werden sich bestimmt keine Frischluftvergiftung holen weil sie etwas mit mir spazieren gehen.“ Ergeben seufzte ich und liess mich von ihm den ganzen Weg bis hin zum Park führen. Es war ungewohnt nur so wenig zu sehen und ich stolperte einige Male doch fing mich immer wieder.
Dr. Karl sprach mit mir über dies und jenes und erklärte mir auch, dass ich ab morgen in eine Therapie müsse. Ich verstand nicht wieso sagte aber nichts. „ Hören sie mal Miia, es ist nicht sicher ob sie je wieder richtig sehen werden können, aber es gibt noch immer die Hoffnung, dass sie eines Tages wieder richtig sehen können.“ Ich blieb verdutzt stehen. Hatte ich eben richtig gehört?! Das hatte er mir bis jetzt verschwiegen. Doch er tat als ob nichts wäre und ging weiter. „ Kommen sie? Ich möchte ihnen etwas zeigen.“ Ich ging also weiter und wir schlenderten noch ein paar Minuten durch den Park als er plötzlich stehen blieb und mich am Arm zurück hielt. „ So hier sind wir, ich werde sie jetzt verlassen. Einen schönen Tag noch und ich sehe sie dann heute Abend noch einmal.“, sprachs und weg war er. Ich stand verloren alleine im Park und hatte keine Ahnung wo ich hier war. „ Doktor?“, fragte ich leise doch es kam keine Antwort.
Ich war den Tränen nahe. Was lässt er mich alleine in einem Park stehen den ich nicht kenne und ich kann nichts sehen?!? Orientierungslos drehte ich mich einmal im Kreis, blieb aber am gleichen Flecken stehen. Dann hörte ich Schritte. Ich lauschte und hörte wie sie näher kamen. „ Hallo Miia.“, hörte ich jemanden flüstern. „ Jonne?“, fragte ich vorsichtig. „ Ja ich bin’s. Tut mir leid, dass ich dich so überfalle aber ich wollte dich unbedingt sehen, und nachdem du niemanden zu dir lässt…“ „ Schon in Ordnung.“, sagte ich leise. Ohne Vorwarnung drückte Jonne mich fest an sich. Zögernd erwiderte ich die Umarmung. „ Es tut mir so leid, das ist alles meine Schuld.“, schluchzte er los. Nun war ich verwirrt. Ich drückte ihn ein Stück von mir und schaute ihn an, na ja so viel ich eben sehen konnte. „ Wie? Was ist deine Schuld?“, fragte ich. „ Na das mit deinen.. du weißt schon, der Unfall und all das…“, druckste er herum. „ Nein das ist nicht deine Schuld und ich bin dir bestimmt auch nicht böse, könnte ich nicht.“ Ich hörte wie er erleichtert aufatmete. „ Sicher?“ Ich nickte. „ Bist du alleine oder sind die anderen auch noch hier?“ „ Nein nur ich. Wollen wir uns setzten?“ „ Ja, aber du musst mir helfen, ich finde mich hier nicht zurecht.“ Jonne nahm meinen Arm und führte mich vorsichtig zur nächsten Bank. Dann setzten wir uns hin. „ Wie geht es dir?“, fragte er vorsichtig. „ Gut.“, gab ich ihm kurz zur Antwort. „ Tut mir leid, ich kann ja sehen, dass es dir nicht gut geht.“ ‚ Schnellmerker.’ „ Schon OK. Aber wie geht’s dir?“ „ Es geht so… warum wolltest du niemanden sehen?“, platzte mit der Frage raus die ich schon lange erwartet hatte. Ich zuckte mit den Schultern. „ Keine Ahnung.“ Ich hörte ihn aufseufzen. „ Aber dürfen die Andern dich jetzt auch besuchen kommen?“, fragte er vorsichtig und verwendete wohl absichtlich das Wort ‚sehen’ nicht. Ich nickte. „ Ja ich denke schon, der Arzt meinte etwas Gesellschaft würde mir gut tun. Ich hoffe ich komm’ hier bald raus… ich soll heute zu irgendeiner Therapie, keine Ahnung was die mir bringen soll, aber weißt du was? Vielleicht kann ich eines Tages wieder sehen, also ich mein so richtig, hat der Arzt eben gesagt!“, sprudelte alles aus mir heraus. „ Das ist doch toll! Ich konnte mir Jonnes Lächeln vorstellen obwohl ich es nicht sehen konnte. „ Ja ist es.“ „ Du Miia hör mal was ich dir schon lange mal sagen wollte…“, begann Jonne leise, „ also… ähm…“ Ich hörte wie Schritte auf uns zukamen. „ So die Herrschaften, ich denke für heute ist genug, Miia sie müssen in einer halben Stunde in der Therapie sein.“, sagte Dr. Karl. Ich stöhnte genervt auf, der Typ konnte echt nerven. Zuerst schleppte er mich gegen meinen Willen hier raus und jetzt wieder rein. „ Nein Moment warten sie noch kurz, Jonne wollte mir eben noch was sagen.“ „ Nein, nein schon gut ist nicht so wichtig!“, wehrte er jedoch ab. Ich zog verwundert eine Augenbraue nach oben, stand aber dann von der Bank auf, Jonne tat es mir gleich. „ Na dann wohl bis bald“, sagte ich leise zu ihm und war traurig, dass ich bald schon wieder alleine war. „ Hmhmm.“, hörte ich nur von ihm und etwas was ich nicht verstand brummelte er auch noch, dann umarmte er mich und ich drückte ihm noch einen Kuss auf die Wange. „ Magst du morgen wieder kommen?“, fragte ich schüchtern. „ Klar! Gerne!“ Ich lächelte und wir verabschiedeten uns, doch ich würde den morgigen Tag nicht alleine verbringen wie die letzten Tage, es ging wieder bergauf.

27. Kapitel

Die Therapie war langweilig, der Typ hielt mir irgendwelche Gegenstände vor die Nase und ich sollte erkennen was es ist. Natürlich sah ich nicht wirklich was doch er erklärte mir am Ende der Therapie, dass ich eignetlich gute Chancen hätte wieder zu sehen da meine Augen nicht verletzt worden waren und noch so funktionierten wie sie sollten nur im Moment eben nicht, aber das läge am verletzten Gehirn. Mit einem, für alle anderen, nervenden Dauergrinsen im Gesicht, sass ich auf meinem Bett und hörte Musik als mein Handy klingelte. Ich ertastete es auf dem Nachttisch und hob ab. „ Ja?“ „ Hei Kleines!!“, kam es fröhlich von Siiri. „ Siiri- Schatz wie geht es dir?“ „ Ich sollte wohl eher fragen wie es dir geht, aber mir geht es gut danke der Nachfrage und dir?“ „ Gut danke! Der Therapeut und mein Arzt meinen beide, dass ich eines Tages bestimmt wieder sehen werden kann, Siiri ich bin gerade so glücklich das glaubst du nicht!!“ Siiri lachte auf. „ Doch ich kanns mir vorstellen, hör mal ich muss Schluss machen, Kris reisst mir beinahe das Telefon aus den Händen, er möchte auch noch kurz mit dir reden. Ich komm morgen Abend mal kurz vorbei ist das in Ordnung?“ „ Klar kommt nur, Jonne hat mir auch versprochen wieder zu kommen!“ „ Wie jetzt? Jonne war bei dir? Wann? Heute?“ Im Hintergrund hörte ich Kris aufschreien. „ Ja er hat mich heute so ziemlich überrumpelt, der Arzt schleppte mich mit raus und hat mich im Park stehen gelassen, dann war eben Jonne da und meinte, anders würde man mich ja nicht aus dem Zimmer bekommen…“ Am anderen Ende der Leitung war es verdächtig ruhig geworden. „ Siiri?“ „ Jahaaa ich bin noch da. Jonne war bei ihr Kris hörst du das? Jaaa unser Jonne!! Heute!!“ Ich musste grinsen. „ Hej Miia, Kris will dich jetzt auch noch kurz sprechen ja? Wir sehen uns dann morgen bis dann!“
„ Kris?“ „ Hei Kleines! Du weißt ja nicht wie erleichtert ich bin, dass es dir gut geht! Und Jonne war bei dir?“ „ Ja er war heute kurz hier, wieso ist das so aufregend?“ Kris sagte für kurze Zeit nichts und dann druckste er nur herum. „ Och nee..nur so halt…“ „ Jaa ist ja gut musst mir nichts erzählen…?“ sagte ich gespielt beleidigt. „Kommst du morgen auch vorbei?“ „ Klar, also hör mal Jonne hat für heute noch eine Bandprobe angesetzt, die erste seit langem wieder, ich muss Schluss machen bis morgen dann. Wir liiieben diiiich!“, den letzten Satz flötete er ins Telefon und schickte Kussgeräusche hinterher. Kopfschüttelnd verabschiedete ich mich von ihm.
Ich war froh solche Freunde gefunden zu haben, sie alle waren ziemlich durchgeknallt, doch ich wusste nun, dass ich auf sie zählen konnte. Mit diesem Gedanken schlief ich bald ein und erwachte erst am nächsten Morgen wieder.

„ Guten Morgen Miia!“, hörte ich Dr. Karl neben mir fröhlich rufen. ‚ Mein Gott der Typ geht mir langsam aber sicher grausam auf den Wecker!!’ Ich tat als ob ich ihn nicht gehört hätte und presste die Augen fest zusammen. „ So Schluss jetzt ich habe gesehen, dass sie wach sind! Auf auf! Wir wollen doch nicht den ganzen Tag im Bett verbringen und ausserdem hab ich noch eine Überraschung für sie!“ Ich tat noch immer als ob ich schlafen würde, dann hörte ich wie sich die Schritte von meinem Bett entfernten und kurz darauf wurden die Vorhänge zu Seite gezogen. Ich seufzte ergeben auf. „ Jaja ich bin ja schon wach!“, brummelte ich genervt.
„Wusst ich’s doch!“, kam es zufrieden zurück. „ So ich schicke ihnen jetzt eben eine Schwester, sie wird ihnen helfen bei ihrer Morgentoilette, dann treffen wir uns in zwei Stunden unten beim Eingang und vergessen sie das Frühstück nicht!“ „ Ich kann mich wohl noch alleine anziehen!“, protestierte ich, doch der Arzt war schon weg. Vorsichtig tastete ich mich zum Kleiderschrank vor, dort suchte ich mir bequeme Anziehsachen. Schwarze Jogginghose und ein schwarzes Top. Ich hörte es klopfen und die Schwester trat ein. „ Hei Miia! Ich bin Jenny.“ Hörte ich sie sagen, der Stimme nach zu urteilen war sie noch ziemlich jung. „ Hei Jenny. Danke aber ich kann das alleine.“ Ich hörte sie leise auflachen. „ Klar kannst du das, aber ich will nicht, dass du dir was tust in der Dusche.“ „ Ich bin blind und nicht blöd!“, gab ich gereizt zurück. „ Schon in Ordnung, ich will dich auch nicht Duschen, nur das Zimmer etwas in Ordnung bringen während du dich bereit machst.“ „ Wenn du meinst.“ Ich ging ins Badezimmer und stieg unter die Dusche. Es ging mir auf die Nerven andauernd unter Aufsicht zu stehen und kaum meine Ruhe zu haben. Ich bin erwachsen und kann ganz gut auf mich selbst aufpassen!
Nachdem ich mich umständlich angezogen hatte trat ging ich wieder zurück ins Zimmer. „ So und nun gehen wir Frühstücken!“, sagte Jenny. „ Ich hab keinen Hunger.“, gab ich zurück.
„ Na du vielleicht nicht, aber ich arbeite seit vier Stunden und hab noch nichts gegessen, würdest du mich vielleicht begleiten? Vielleicht kriegst du doch noch Hunger, was meinst du?“ Ich seufzte ergeben und liess mich von ihr in den Frühstückssaal ziehen.
Wir setzten uns an einen Tisch etwas am Rande um Ruhe zu haben. Zuerst sprachen wir über belanglose Dinge wie das Wetter und so weiter, über solche Themen die man eben ansprach wenn man jemanden nicht kannte. „ Du Miia?“, fragte Jenny leise was mich aufhorchen liess. „ Ja was denn?“ „ Darf ich dich fragen wie es soweit gekommen ist?“ Ich war erst verwirrt, dann wusste ich dass sie mein verlorenes (oder eben glücklicherweise nicht ganz verlorenes) Augenlicht meinte. „ Ach das meinst du, ich hatte nen Unfall.“, sagte ich ganz locker als ob ich noch immer über das Wetter sprechen würde, doch innerlich krampfte ich mich zusammen. „ Ach so…“ Ich wusste sie würde es gerne genauer wissen und plötzlich hatte ich das Bedürfnis ihr alles erzählen zu müssen. Ich erzählte ihr von unserem Campingausflug, von meinen Verrückten Jungs – halt meinen Jungs?! ‚ja ein wenig schon’ dachte ich und musste lächeln. Dann von der Rückfahrt, dem Unfall… die ganze Zeit unterbrach sie mich nicht ein einziges Mal. Ich war froh das alles los zu werden. „ Das tut mir leid!“, sagte sie. Ich zuckte mit den Schultern. „ Ändern kann man jetzt auch nichts mehr.“ „ Oh mist! Ich sollte die zu Dr. Karl bringen!“ Eilig standen wir auf und gingen zum Eingang wo ich auf ihn warten sollte.





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...   Erstellt am 29.11.2006 - 12:56Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


*hüpf* ich glaub, du weiist, was jetzt von mir kommt: weitöör..

(ich will dich ja nicht stressen, aber mir gefällt die geschichte einfach so..)




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tataa für dich chantti-schatz

28.Kapitel

Nach kurzer Zeit kam er auch schon. „ Guten Tag! Sie sind pünktlich, das gefällt mir!“, sagte er. Ich verdrehte die Augen und murmelte: „ Ja sie aber nicht…“ „ Das hab’ ich gehört!“, kam es prompt, doch er lachte.
Wir gingen wieder in den Park. Schweigend gingen wir ein kurzes Stück als Dr. Karl das Wort ergriff. „ Also Miia, wie ich ihnen versprochen habe gibt’s noch eine kleine Überraschung für sie, nääämlich…“, er machte eine kleine künstlerische Pause, er wollte wohl damit bezwecken das es spannender wirkte, dann fuhr er fort, „ sie können morgen gegen Mittag nach Hause, natürlich nur wenn sie wollen.“ „ Ob ich will?! Was ist das für eine Frage?! Natürlich will ich!!“ „ Meinen sie, dass sie zu Recht kommen werden alleine?“, fragte er nach. „ Klar! Ich kenn meine Wohnung mittlerweile und ausserdem hab ich meine Freunde gleich neben an.“, antwortete ich voller Zuversicht. „ Gut dann werde ich nachher die Bestätigung weiter geben, sie müssen dann nur noch etwas unterschreiben und dann können sie morgen gegen Mittag raus.“ Ich freute mich wie ein kleines Kind welches eben ein neues Spielzeug bekommen hatte und sprang übermütig umher.
Kurz nachdem ich wieder auf meinem Zimmer war klopfte es auch schon und Jenny kam herein. „ Hei Miia! Wie geht’s?“ „ Gut, super! Und dir?“ „ Danke mir geht’s gut“, sagte sie und lachte. „ Ich kann mir denken wieso es dir so gut geht, du darfst raus oder?“ Grinsend nickte ich. „ Oh Jenny welche Zeit haben wir?“ „ Kurz nach drei wieso?“ „ Mist!! Meine Freunde wollten heute kommen, ich kann sie doch nicht nach so langer Zeit so begrüssen!!“, sagte ich und zeigte auf meine alte Jogginghose und das Top. „ Kein Problem ich helfe dir! Was willst du denn tragen?“ „ Ach keine Ahnung… was Schwarzes und was pinkes oder rosanes!“, sagte ich. „ Hmm…“, meinte sie nur und machte sich an meinem Kleiderschrank zu schaffen. Nach kurzer Zeit warf sie mir eine Hose und ein Oberteil aufs Bett. „ Hier, was meinst du?“ Die Hose hatte ein zartes Rose und Stickereien hinten am rechten Bein, das Oberteil, ein schlichtes schwarzes Top mit ein wenig Spitze. „ Das ist toll! Danke!“ „ Nichts zu danken ist ja deine Kleidung!“, antwortete sie und lachte. Ich ging ins Bad und zog mich um. „ Was meinst du?“, fragte ich Jenny nachdem ich wieder draussen war. „ Sieht super aus! Und jetzt glätte ich dir die Haare noch ein wenig und schmink dich noch kurz in Ordnung?“ Ich nickte. „ Sag mal musst du nicht arbeiten?“, fragte ich sie dann. „ Nein ich hab bereits Feierabend.“ „ Oh warum bist du dann noch hier?“ „ Keine Ahnung, zu Hause ist mir nur langweilig und ich mag dich halt.“, gab sie zur Antwort. „ Ich mag dich auch, obwohl ich dich noch nie gesehen habe und wir und erst seit kurzem kennen.“ Sie musste lachen und ich grinste ebenfalls.
Als wir fertig waren setzten wir uns auf mein Bett und quatschten noch etwas, als es klopfte.
„ Aaah das werden sie sein!“ „ Ok dann geh’ ich dann mal.“ „ Neee du bleibst schön hier! Ich stell dich ihnen vor, sie sollen dich doch kennen lernen und keine angst sie sind nicht ganz so schlimm wie sie aussehen.“ Also blieb sie sitzen. „ Kommt rein!!“, rief ich fröhlich und erhob mich. Als erstes kam Kris herein. „ Miiaaaa!!!“, er schrie beinahe. „ Hei Süsse!! Schön dich zu sehen!!“ Er drückte mich fest an sich, dass mir beinahe die Luft weg blieb. „ Hei Kris! Auch schön dich zu sehen!“ Ich musste grinsen und drückte ihm einen Kuss auf die Wange dann liess er mich los. Als nächstes wurde ich von Jonne gedrückt und bekam einen Kuss auf die Wange. Aus dem Hintergrund hörte ich Siiri und Kris etwas flüstern, doch ich ignorierte es einfach. Ich begrüsste, umarmte und knuddelte alle nacheinander, die ganze Truppe war gekommen. Jonne, Kris, Siiri, Jay, Larry, Snack, Antti mit seiner Lisa. Ich freute mich so sehr darüber, dass ich Jenny beinahe vergessen hätte. „ Oh hei Leute das hier ist Jenny!“, rief ich dann in die allgemeine Aufregung. „ Heeeiii Jennyyy!!“, kam es von allen im Chor und ich lachte laut los.
Mittlerweile hatten sich allen ein Plätzchen gesucht wo sie sitzen konnten und ich setzte mich wieder neben Jenny. Diese zupfte mich am Ärmel. „ Hmm?“ „ Du…du… das sind… du kennst… das sind NEGATIVE!!“, flüsterte sie mir leise und aufgeregt ins Ohr, nur das Wort
„ Negative“ quietschte sie laut genug, dass es alle mitbekamen. Sofort schlug sie sich die Hand vor den Mund und ich konnte förmlich spüren wie sie rot anlief.
Kris wandte sich ihr zu. „ Ah du kennst uns also? Ein Fan wie ich sehe.“, stellte er trocken fest. Jenny konnte nur nicken. Ich legte ihr einen Arm um die Schultern. „ Keine Angst, die beissen nicht!“ „ Wills du ein Autogramm?“, kam es dann von Kris doch Jonne hatte ihm schon eine gescheuert. „ Mensch Kris lass die Kleine in Ruhe!“, dann drehte er sich zu Jenny, „ ignorier den Idioten einfach, er ist nicht immer so. Ich bin Jonne!“, sagte er und reichte ihr die Hand. Glücklicherweise hatte Jenny auch endlich ihre Sprache wieder gefunden. „ Hei ich weiss wer du bist! Ich bin Jenny!“, sagte sie grinsend. Kris äffte Jonne nach doch niemand fand ihn wirklich witzig also hielt er die Klappe. Die Jungs erzählten mir von ihren neuen Songs und, dass sie bald wieder ein neues Album aufnehmen wollten; wer wieder was angestellt hatte und so weiter. Wir waren eine fröhliche Runde und Jenny verstand sich toll mit allen nur Kris sprach nicht sonderlich viel was komisch für ihn war. „ Hei Leute hört mal her!!“, rief ich nach einiger Zeit in das laute Gequassel und Gelächter. „ Pssst Jonne halt die Klappe sie will uns was sagen!“, zischte Antti so laut das alle es hören konnten. „ Sei doch du still!“, gab dieser zurück. „ Leeeeuuuteee sie will was sagen seid still sonst verpasst ihr noch was!“, rief Antti wieder. „ Wie was verpassen sie hat ja noch nix gesagt…“, kam es dann verwirrt von Larry. Antti stöhnte genervt auf. „ Genau deswegen! Und wenn du jetzt nicht still bist sagt sie auch nie etwas und wir werden niiiiiieee erfahren was sie uns zu sagen hat! Vielleicht will sie jemandem einen Heiratsantrag machen oder sie ist schwanger…ppfpfpff…“, Larry hatte ihm mit einer Hand den Mund zugehalten. „ Danke!“, sagte ich nur kopfschüttelnd, musste aber ein Lachen unterdrücken. „ Also, nein Antti ich will nicht heiraten und bin auch nicht schwanger, aaaber ich darf morgen nach Hause!“, verkündete ich. Die anderen beglückwünschten mich und ich wurde erneut von allen geknuddelt. „ ÄÄhm jaa ich hab da nur ein kleines Problemchen…“, sagte ich dann, „ hätte jemand Zeit und Lust mich nach Hause zu fahren?“ Alle wollten mich abholen kommen, Antti brachte sogar den Vorschlag mit dem Bus zu kommen, dass alle Platzt hätten, schliesslich bremste Siiri aber die wilden Vorschläge und Ideen die immer verrückter wurden indem sie sagte sie würde morgen kommen, und dulde keine Widerrede, damit war dieses Thema erledigt.


29. Kapitel

Am nächsten Morgen stand ich gegen zehn Uhr auf, ausnahmsweise liess man mich ausschlafen, und begann meine Sachen zusammen zu packen. Ich summte fröhlich vor mich hin als Dr. Karl in mein Zimmer trat. „ Na? So beschwingt heute morgen? Sie sind wohl froh mich endlich los zu werden was?“, sagte er. Ich drehte mich zu ihm um. „ Na klar, endlich raus hier!“, gab ich frech zurück. Er musste auflachen. „ Na dann wünsche ich ihnen alles Gute, ich sehe sie dann in 2 Wochen wieder zur Kontrolle, bis dann sollten sie wieder besser sehen können, auf Wiedersehen!“ Wir verabschiedeten uns und ich machte mich fertig, Jenny wollte mich zum Parkplatz bringen wo mich Siiri abholen sollte.
Natürlich kam sie zu spät. Mit einer Viertelstunde Verspätung raste sie auf den Parkplatz. „ Hei Siiri fahr langsam oder willst du gleich hier bleiben?“, fragte Jenny sie. „ Phaa ich hab mein Baby im Griff!“, gab diese zurück. Wir luden mein Gepäck ein und ich verabschiedete mich von Jenny, dann setzte ich mich ins Auto. Siiri sprach noch mit Jenny und setzte sich dann schnell neben mich. „ Was gab’s da noch Wichtiges?“, wollte ich wissen. „ Ach nichts...“, wich Siiri mir nur aus. Ich zog eine Augenbraue hoch, sagte aber nichts.
Auf der Heimfahrt sprachen wir nicht viel. Zu Hause angekommen half Siiri mir die Reisetasche die Treppe hoch zu schleppen. Ich wollte die Türe öffnen doch sie hielt mich zurück. „ ÄÄhm Moment! Magst du nicht erst zu mir kommen und nen Kaffe trinken?“ „ Also, ähm gerne aber ich möchte erst meine Sachen reinbringen.“ „ Nein das geht jetzt nicht!“ „ Und wieso nicht wenn ich fragen darf?“ „ Weil, weil…“, da kam ihr Kris der plötzlich aufgetaucht war zu Hilfe.
„ Doooch doch das geht gut, warte ich nehme deine Tasche und dann rein in die gute Stube!“ „ Hei Kris.“, brummte ich genervt „ Oh hei!“, kam es dann zurück und er gab mir einen Kuss auf die Wange. Ich folgte ihm in meine Wohnung. Zum Glück kannte ich mich dort aus wie in meiner Westentasche sonst wäre ich wohl überall Reingelaufen. Ich ging ins Schlafzimmer und stellte dort erst mal alle meine Sachen ab, dann ging ich ins Wohnzimmer. Dort war irgendetwas anders als sonst. Kris und Siiri traten nach mir ein. „ Überraschung und herzlich Willkommen daheim!!“, tönte es mir dann laut entgegen. Ich lächelte. Meine Freunde hatten eine kleine Feier für mich organisiert, alle waren gekommen Kris und Siiri, Jonne, Antti und Lisa, Snack, Jay, Larry, Matthau und seine gesamte Band obwohl ich keinen der Jungs kannte, Jonnes kleiner Bruder Ville und Jenny. Alle umarmten mich und dann stiessen wir an.
Wir waren eine ausgelassene Gesellschaft und verstanden uns super. Gegen Abend um halb sieben merkte ich wie Jonne langsam nervös wurde. „ Was hibbelst du so in der Gegend rum Jonne?“, kam es von Larry nach kurzer Zeit genervt. „ Mensch Larry! Du weißt doch… um neun Uhr!!“, kam es leise von Jonne zurück. „ Ach du heilige Scheisse! Das hätte ich doch beinahe vergessen!!“, rief Kristian. „ Nee oder?“, fragte Jonne ungläubig nach. „’türlich nicht!“, grinste er dann, „ aaaber ich hätte beinahe vergessen Miia ein zu laden!“ „ Zu was denn?“, wollte ich nun, neugierig geworden, wissen. „ Ach nüüüx!“, kam es abwinkend von Kris, „ du musst dich nur etwas hübsch machen und schauen, dass du innerhalb einer halben Stunde bereit bist. Siiri, Jenny und Lisa bleiben hier und kommen dann mit dir nach, wir machen uns jetzt schon auf den Weg.“ Ich war etwas verblüfft über den plötzlichen Abgang der ganzen Truppe, hinterfragte das aber nicht länger, schliesslich war ich mir solche schrägen Aktionen langsam gewohnt.
Die Mädels waren allem Anschein nach schon auf alles vorbereitet gewesen und so jagten sie mich nur noch ins Bad. Ich duschte in Rekordzeit und kaum war ich nur mit einem Handtuch bekleidet ins Schlafzimmer getapst wurde ich auch schon mit Klamotten überhäuft. Siiri warf mir meinen schwarzen mini mit pinkem Tüll zu. „ Nee den will ich jetzt nicht tragen.“, maulte ich. „ Doooch genau den und dazu die schwarze Corsage! Dann werden wir dich noch ein wenig schminken und die Haare Föhnen, wie du siehst sind wir bereits fertig mit anziehen!“ „ Wofür soll ich mich denn so schick machen?“, fragte ich nach. „ Das wirst du dann sehen wenn wir dort sind!“, rief Jenny. Ich gab auf, denen würde ich nichts entlocken können. Ich schnappte mir meine Klamotten und zog mich um, dann setzte ich mich vor meinen Schminktisch (ja ich besass tatsächlich so ein olles Ding), und schon fingen Siiri und Lisa an, an mir rum zu werkeln. Siiri hantierte mit Schminke und Lisa übernahm die Haare.
Nach zwanzig Minuten waren wir dann auch soweit fertig. „ So, wow Miia du siehst toll aus!“; rief Jenny begeistert. „ Danke.“, und wurde ein bisschen rot. „ Auf auf Mädels! Inner halben Stunde fängts an und wir müssen noch hinfahren!“, rief Lisa und schob mich aus dem Zimmer. Ich fand mich total zu aufgetakelt und fühlte mich nicht sehr wohl mit meinem Mini, den zerrissenen Strümpfen und der Corsage. Zu allem zu hatte mir Siiri noch einen Nietengurt umgehängt, diverse Ketten und Armreifen und Ohrringe. Ich hatte allerdings weder Zeit mich um zu ziehen noch liessen die Mädels mich. Also schlüpfte ich in meine Stiefel und den Mantel und wir machten uns auf den Weg. Wo hin auch immer.





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...   Erstellt am 03.12.2006 - 21:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


büh, aila, das war ja nüüx.. ich will meeeehhhr..!!




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