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...   Erstellt am 17.06.2005 - 17:36Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Anleitung zum Gerben von Fellen



Die hier beschriebenen Gerbmethoden kommen ohne giftige Chemikalien aus, so dass auch die Felle keine giftigen Rückstände enthalten.

Herkunft der Felle
Wenn man selbst Hauskaninchen züchtet, so kann man deren Felle zum Gerben verwenden. Eine weitere Quelle für Felle sind Kaninchenzüchter, Landwirte oder Jäger. Da diese die Felle der Tiere meistens wegwerfen, kann man oft für wenig Geld Felle von Kaninchen, Schafen usw. erhalten.



1. Konservieren der Felle
Das Konservieren der Felle ist notwendig, wenn diese nicht sofort nach dem Abziehen vom Tier weiterverarbeitet werden können. Die Konservierung verhindert ein Verderben der Felle und schützt vor Fäulnis und Verwesung.

Es gibt folgende Konserviermethoden:

Einfrieren
Das frisch abgezogene Fell wird in eine Plastiktüte verpackt und in die Tiefkühltruhe gelegt. Nach dem Auftauen kann es wie ein frisches Fell weiterverarbeitet werden.

Einsalzen
Man legt das Fell auf eine schiefe Ebene und bestreut es dick mit Salz. Das Salz zieht viel Flüssigkeit aus dem Fell heraus, die dann nach unten abläuft. Es wird so oft Salz nachgestreut bis das Fell trocken ist. Diese Behandlung dauert ca. 4 Tage. Alternativ kann man das Fell auch in eine gesättigte Salzlösung einlegen. Nach 1 Tag hängt man das Fell zum Trocknen auf. Die eingesalzten Felle sind, trocken aufbewahrt, mehrere Monate haltbar.

Trocknen
Das Fell wird so aufgehängt, dass von allen Seiten Luft an das Fell herankommt. Am schnellsten wird es trocken, wenn man das Fell in einen leichten Luftzug (Ventilator, Wind) hängen kann.



2. Einweichen
Wurde das Fell konserviert, muß es vor der weiteren Behandlung in Wasser eingeweicht werden. Wird frisches Fell verwendet, so kann man sich diesen Arbeitsgang sparen.

Zum Einweichen wird das Fell in ein Gefäß mit Wasser gelegt. Der Wasserstand sollte so hoch sein, dass das Fell darin schwimmen kann. Die Einweichdauer beträgt ca. 2 Tage. Das Wasser sollte mehrfach gewechselt werden, besonders wenn das Wasser durch das Fell verschmutzt wurde.



3. Entfleischen des Felles
In diesem Arbeitsgang wird das Fell von anhaftenden Fett-, Fleisch- und Blutresten und von der sog. Unterhaut befreit. Die Unterhaut ist das mit Fett durchsetzte, weiche Gewebe. Darunter liegt die feste Lederhaut, die schon etwas wie Leder aussieht.

Für diesen Arbeitsgang sollte das Fell naß oder zumindest feucht sein. Wenn man Glück hat, läßt sich die Unterhaut mit allen Fleischresten mit der Hand abziehen. Meistens funktioniert dies aber nur bei kleineren Fellen. Gelingt dies nicht, muß diese mit einem scharfen Messer abgeschabt werden. Die darunter liegende Lederhaut darf hierbei aber nicht verletzt werden. Bei größeren Fellen kann die Entfleischung ziemlich anstrengend sein.



4. Kalkäschern
In diesem Arbeitsgang wird die Hautstruktur des Felles aufgeschlossen, damit die gerbenden Stoffe besser eindringen können. In diesem Bad lösen sich auch die Haare von der Lederhaut.

Zum Kalkäschern stellt man sich eine ca. 1% Lösung bzw. Auschlämmung von gelöschtem Kalk in Wasser her. Man gibt den gelöschten Kalk in das Wasser und rührt solange, bis der Kalk im Wasser gleichmäßig verteilt ist. Die Menge sollte so bemessen werden, daß das Fell von der Flüssigkeit vollständig bedeckt ist. Bitte achten Sie bei diesem Vorgang darauf, dass sowohl der gelöschte Kalk als auch die wässrige Lösung ätzend sind; deshalb am besten Schutzbrille und Schutzkleider verwenden.

Man legt das Fell mit der Haarseite nach oben auf die Flüssigkeit und drückt es vorsichtig hinein, so dass sich keine Luftblasen unterhalb des Felles bilden. Das Fell bleibt 2 bis 5 Tage in der Flüssigkeit liegen, jedoch nicht länger als bis die Haare ausgefallen sind bzw. bis sie sich ganz leicht entfernen lassen.



5. Enthaaren
Sofort nach dem Kalkäschern werden die Haare von der Haut entfernt. Auch hier muß darauf geachtet werden, dass man nicht mit dem ätzenden Kalk in Berührung kommt. Am besten können die Haare entfernt werden, wenn man das Fell auf eine glatte Fläche legt und mit einem scharfen Messer die Haare abschabt. Hierdurch wird gleichzeitig die Epidermis, eine dünne, dunkle Hautschicht abgeschabt. Darunter zeigt sich dann die weiße Lederhaut.

Nach dieser Behandlung muß der gelöschte Kalk aus dem Fell entfernt werden, indem man es mehrmals in Wasser wäscht, bis das Spülwasser klar bleibt.



6. Beizen
Durch das Beizen wird die Haut elastischer und voluminöser gemacht. Hierdurch kann die spätere Gerblösung besser in die Haut eindringen.

Einige Tage vor dem Beizen stellt man sich das Beizmittel wie folgt her: Pro kg zu beizendes, ausgewrungenes Fell benötigt man 250 g Weizenkleie, die man durch kurzes Spülen in Wasser von Mehlresten säubert. Dann gibt man die Kleie in einen Eimer, fügt noch 2 bis 3 Teelöffel Zucker dazu und rührt mit warmem Wasser (ca. 50° C) zu einem dicken Brei. Der Eimer wird abgedeckt und bleibt an einem warmen Orte zwei bis drei Tage stehen. Nach dieser Zeit wird das Fell in den Brei eingelegt. Wird das Fell nicht ganz vom Brei bedeckt, so kann warmes Wasser nachgegossen werden. Das Fell bleibt drei bis fünf Tage in der Lösung, bis es richtig aufgetrieben ist. Danach wird das Fell mehrmals vorsichtig mit Wasser gespült.



7. Gerben
Durch das Gerben wird die Haut haltbar gemacht. Die in der Haut enthaltene Gelatine wird durch die Gerbung unlöslich und verbindet sich mit den Hautfasern. Sie kann dann nicht mehr mit Wasser aus der Haut ausgespült werden. Die bekanntesten Gerbverfahren sind Gerbung mit Tannin und mit Alaun. Hier muß man allerdings sagen, dass die Alaun-Gerbung keine echte Gerbung ist. Das Alaun bildet keine unlösliche Verbindung mit der Gelatine. Mit Wasser kann daher Alaun und Gelatine leicht aus der Haut ausgespült werden. Diese Felle können daher nur in trockenen Bereichen verwendet werden.

Tanningerbung
Ottinger empfiehlt zusätzlich zum Tannin Fichtenrinde zu verwenden, da Felle, die nur in Tannin gegerbt werden, geringe Schmiegsamkeit und keine schöne Braunfärbung besitzen:

Man verwendet einen 10 Liter Kunststoffeimer, bei kleineren Fellen ein entsprechend kleineres Gefäß, und gibt 5 Liter Wasser hinein. Darin löst man zwei gestrichene Teelöffel Tannin und ein gestrichener Teelöffel Kochsalz auf. Jetzt gibt man die zu gerbende Haut dazu und rührt 15 Min. lang vorsichtig um. Sobald das Wasser trüb wird, wird das Rühren beendet. Man gibt jetzt jeden Tag einen Teelöffel Tanninpulver in die Lösung und rührt jeden Tag 15 Minuten, mit fortschreitender Gerbung immer länger, bis am Ende der Gerbung 30 Minuten lang gerührt wird. Das Verfahren wird 4 Wochen lang ausgeführt. Nach dieser Zeit sollte die Haut vollständig braun durchgefärbt sein. Man kann am Rande die Haut etwas aufschneiden und sieht dann den Fortschritt der Gerbung. Im Innern der Haut darf ein maximal 1 mm weißer Streifen sichtbar sein. 1 Tag nachdem man das Fell in die Gerblösung gegeben hat wird die Fichtenrinde zugegeben. Man zerkleinert hierzu ca. 100 g Fichtenrinde und gibt diese zur Gerblösung dazu. Nach dem Gerben wird das Fell zum Trocknen aufgehängt.

Alaungerbung
Man verwendet eine Wanne, die 50 Liter fasst, bei kleineren Fellen entsprechend kleinere Gefäße. 2 Liter Wasser werden in einem Topf auf etwa 80° C erhitzt. Man löst darin 1 kg Alaun und 100 g Kochsalz auf. Das Alaun wird sich allerdings nicht vollständig auflösen. Diese Lösung gießt man nun in die Wanne, in die man vorher 10 Liter Wasser gegossen hat. Man rührt um, bis sich das Alaun vollständig aufgelöst hat und gibt ein paar Esslöffel Borax dazu, die man ebenfalls auflöst. Danach wird die Haut so in die Lösung gegeben, dass sie vollständig von Flüssigkeit bedeckt ist, evtl. mit Steinen beschweren. Jeden Tag muß das Fell gedreht werden (Unterseite nach oben, Oberseite nach unten). Hierbei wird auch abgesetztes Salz wieder aufgerührt. Nach 10 Tagen ist die Gerbung beendet und das Fell wird zum Trocknen aufgehängt.



8. Weichmachen
Bevor die Haut vollständig trocken ist, wird sie wie folgt weichgemacht:

Die Haut wird in alle Richtungen gezogen und gestreckt, bis sie vollständig trocken geworden ist. Dies ist der anstrengendste Vorgang des Gerbens.




Literatur:
Eine ausführliche Beschreibung der o. g. Arbeitschritte und viele nützliche Tipps und Hinweise zur Ledergerbung finden Sie im folgenden Buch:
Gerben - Ottinger / Reeb - Verlag Ulmer 1991 (ISBN 3-8001-7241-0)





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...   Erstellt am 17.06.2005 - 17:46Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Gute, interessante Beschreibungen, witchi. Wenn ich da noch an die ersten Versuche mit den Heidschnucken denke, wird mir noch heute speiübel.




Spacetrucker57
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...   Erstellt am 10.07.2005 - 13:49Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kann man davon ausgehen, das beim Gerben die bearbeitete Haut geschmeidig wird?
So dies der Fall ist, hätte ich auch gern derart Massage. "lol"




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...   Erstellt am 11.07.2005 - 10:12Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Mir scheint mal wieder, hier meldet sich ein Geniesser zu Worte
Die bekannte Redewendung :
"Das Fell gerben" ist doch geläufig ?
Doch zuvor wird es ja vom Kern abgestreift bzw. abgezogen "das Fell abziehen" oder "aus der Decke geschlagen", wie es waidmännisch genannt wird. Dieser Vorgang sowie das anschliessende Behandeln mit den Ingredienzien wäre gewiss kein Vergnügen.
Der Abschluss jedoch, mit dem geübten Ziehen, Dehnen und Strecken der Lederhaut mag in gewissen Kreisen sicher gefallen !
Geschmeidigkeit der Haut ist notfalls jedoch auch mit einem guten Massageöl und Bodylotion zu erlangen...




witchi ...
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...   Erstellt am 14.07.2005 - 13:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


es creme sich mit der Lotion ein.... da war doch mal was





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