Carpenoctem 

Status: Offline Registriert seit: 19.02.2007 Beiträge: 474 Nachricht senden | Erstellt am 26.05.2009 - 09:43 |  |
Vor allem müssen die Begriffe stimmen, predigt chinesische politische Weisheit seit Konfuzius' Tagen, und die Nachbeter im Abendland tun es auch.
Es ist eine Weisheit von Mandarinen, die sich mit solchem Satz selber unentbehrlich machen.
Die Tatmenschen der Politik haben nicht auf den Begriff als ihr Stichwort gewartet, sondern gehandelt.
Ihren Willen und ihre Überlegung konnten sie oft gar nicht auf Begriffe bringen. Das haben meist die Geister besorgt, die ihren Flug erst in der Abenddämmerung antreten.
Als die Generalstände sich unter Mirabeau zur „Nationalversammlung" konstituierten, schuf der Begriff die Lage.
Bei der Frankfurter Paulskirche drückte die offizielle Benennung eine Sehnsucht aus, aber die Realität ließ sich nicht aufhalten.
Das Pathos der Begriffe Jeffersons antizipierte eine Verfassung, die sie bis heute nicht eingeholt hat; aber es hat die USA zweihundert Jahre getragen.
Viele andere Gemeinwesen erhielten sich in Glanz, aber alle ihre Begriffe waren falsch, oder sie ließen sich nie begrifflich beherrschen.
Was beweist die Sowjetunion für Karl Marx?
Demokratie für Deutschland?
Nächstenllebe für Religionen und Kirchen?
Bildung für Eliten?
Presse- und Meinungsfreiheit für Journalisten?
Gerechtigkeit für Justizia?
Unabhängigkeit für Gutachter?
Alle ihre Begriffe hängen schief zu ihrer Wirklichkeit.
Die Begriffe gehören zur Fassade.
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