focour


Status: Offline Registriert seit: 30.07.2004 Beiträge: 11851 Nachricht senden | Erstellt am 17.12.2007 - 19:07 |  |

Aus dem Hause Greenhalgh: ein Faun, vermeintlich von Gauguin
Großbritannien
Fälschungen in Heimarbeit
Die 47 Zentimeter hohe Keramikfigur eines Fauns wurde vor sechs Jahren vom Art Institute of Chicago als eine der „bedeutendsten Neuerwerbungen der letzten zwanzig Jahre“ gerühmt. Das Museum besaß zwar Gemälde und Arbeiten auf Papier von Gauguin, nicht aber eines seiner selteneren plastischen Werke und war beglückt über das Fundstück, das auch in der Schau „Van Gogh und Gauguin“ zu sehen war.
Die Tonfigur wurde auf das Jahr 1886 datiert, als der sechsundvierzig Jahre alte Gauguin nach der Rückkehr aus Pont-Aven begann, Keramik herzustellen. Namhafte Kunsthistoriker lieferten tiefsinnige Interpretationen. Anne-Brigitte Fonsmark, die führende Expertin für Gauguins Keramik, bezeichnete den Faun als eines der satirischsten Werke des Künstlers und glaubte darin die Züge seines dänischen Schwagers Edvard Brandes zu erkennen. Das Fehlen des sonst oftmals als Zeichen der Virilität zur Schau gestellten männlichen Gliedes verleihe der Figur eine Aura von Impotenz, die Douglas Druick, Chefkurator des Art Institute, als ikonographische Verarbeitung der zerbrechenden Beziehung des Künstlers zu seiner Frau Mette-Sophie Gad auslegte.
Bloßgestellte Experten
Nun haben die Recherchen des „Art Newspaper“ den Faun als modernes Fabrikat bloßgestellt. Von Gina Thomas, FAZ.NET
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