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...   Erstellt am 29.04.2008 - 11:11Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Die Kuh


Kühe stehen auf der Weide und fressen, käuen wieder und fressen. Manchmal legen sie sich hin. Am Abend trotten sie in den Stall und morgens werden sie gemolken. Dann stehen sie wieder auf der Weide und fressen. So geht das tagaus, tagein, Jahr um Jahr vergeht. In der Regel bekommen Kühe auch Kälbchen, aber die gehen bald eigene Wege. Einer Kuh wird selten etwas zuviel. Sie erfüllt einfach ihre Aufgaben. Zuweilen wedelt sie ein wenig mit dem Schwanz herum und sagt Muh. Mehr Protest kommt nie.

Eines Tages hörte man auf der Weide mehr Muhen als sonst. Man muhte, es gäbe eine Pleite und die Kühe würden verkauft werden. Kühe wissen nicht, was eine Pleite ist, dennoch…es hörte sich nicht gut an. Und was ist „Verkauftwerden“? Die Kühe standen ratlos herum, schließlich begannen sie wiederzukäuen. Das machten sie ja immer.

Am Abend, eigentlich war es ja ein schöner Tag, hörten sie wie der Leitmensch, die Menschen nannten ihn immer Vorsitzender, sagte: „ Die LPG wird dicht gemacht“. Er öffnete die Koppel und davor stand ein ganz großes Auto. Ein schräger Laufsteg lud zum Einsteigen ein. Der Leitmensch rief noch, ein jeder müsse sich jetzt alleine um seine Existenz kümmern und er trieb die guten Kühe auf den Laster. Die muhten ein bisschen verwirrt, denn sie wussten nicht, was das ist „sich um die Existenz kümmern“.

Eine Kuh wollte nicht auf den Wagen, irgendwie war sie etwas stur und außerdem noch gar nicht fertig mit dem Wiederkäuen. So blieb sie einfach ganz alleine auf der Weide liegen und käute wieder und wieder, bis sie einen Entschluss fasste. Sie stand auf und trabte durch das offene Gatter der Koppel, ganz alleine, immer den bekannten Weg entlang bis in den Stall. Dort war aber niemand. Was kann eine arme, dumme Kuh schon ausrichten. Sie muhte, ging auf und ab, wedelte mit dem Schwanz und muhte wieder, nur lauter. Ich muss meine Existenz sichern, dachte sie und muhte noch lauter.

Schließlich kam doch jemand vorbei, sah die Kuh und sagte: „ Mein Vorsitzender hat gesagt, wir müssen jetzt unsere Existenz alleine absichern, dafür könnte ich Dich gut gebrauchen, denn Du bist nützlich, Du kannst sicher auch arbeiten. Ich werde Dich einspannen.“ So kam es dann auch. Die Kuh verrichtete Arbeiten, die sie noch nie zuvor zu leisten hatte. Das war vielleicht schwierig. Aber einmal im Geschirr, immer im Geschirr! Genug zum Fressen gab es und ein Dach über dem Kopf hatte sie auch. Sie tat ihre Pflicht tagaus, tagein. Die Kuh wurde ein wenig dünner, ja aber sie lebte und hatte etwas gelernt.

Das große Auto übrigens, so munkelte man, wäre zum Schlachthof gefahren. Von den anderen Kühen hörte man nie wieder etwas.



Ob Ihr es glaubt oder nicht, dies ist eine Fabel aus meiner alten Welt.
Helga Bilderelse




Edit: Threadname ergänzt

[Dieser Beitrag wurde am 26.05.2008 - 23:32 von Stefan aktualisiert]





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Zunächst im Selbstversuch!

Stefan ...
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...   Erstellt am 01.05.2008 - 11:57Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das war aber eine schlaue Kuh! Ok, das faule Leben ist zwar vorbei, aber viel wichtiger ist doch, dass sie überlebt hat.

Werden Kühe nicht abends gemolken? So kenne ich es aus meiner Jugendzeit. Manchmal habe ich da mitgeholfen, beim melken. Das kommt davon, wenn man eine Jungbäuerin (sehr junge Jungbäuerin) zur Freundin hat. Zur Belohnung gab es dann kuhwarme Milch zu trinken. Sehr lecker!

Vielleicht wurde das in einer LPG ja anders organisiert?

Sonnige Grüße

Stefan





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Macuser sind nicht eingebildet. Sie sehen einfach besser aus....

Bilderelse ...

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...   Erstellt am 05.05.2008 - 10:18Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Stefan,

Tja...wann werden Kühe gemolken? Die Sorte Kühe, die ich meine, werden wohl durchgehend gemolken. Na ja, eines Tages können sie keine Milch mehr geben. Und sie wollen auch keine mehr geben. Das haben DIE dann davon!

Nun, ich war ganz bestimmt eine von der rund um die Uhr Milch gebenden Sorte. Zumindest dachte ich in meiner grenzenlosen Naivität, dass ich es könnte. Bis ich mich eines Tages darauf besann, dass ich eigentlich ein Stier bin, einer, der in der Not auch einmal seine Hörner einsetzt. Und siehe da, es ging auch ohne Melken.

Ach ja....manchmal bleibt aber ein Rindvieh eben nur ein Rindvieh!

Eine wunderschöne Woche für Dich....und hoffentlich geht es Chrissi wieder besser.

LG Helga





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ragusaa2000 

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...   Erstellt am 05.05.2008 - 15:24Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Helga,

ich liebe Kühe! Sie sind so sanft. Das wird wohl auch der Stolperstein sein. Wenn sie sich dann nicht mehr den ganzen Tag melken lassen, müssen sie ganz arg aufpassen und ihre Sanftmut schnell vergessen. Rindviecher enden meistens in der Pfanne - egal wie, es muss ein Gewinn erwirtschaftet werden....

landwirtschaftliche Grüße





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Anthia

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...   Erstellt am 05.05.2008 - 16:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Klaro...sie enden in der Pfanne. Fast alles Aufmüpfige wird verspeist, verarbeitet, zu Geld gemacht. Und wenn das nicht mehr gehen will, dann vergisst man dieselben. Vergessen scheint mir das Beste. Meinetwegen also vergessen!

Sanftmut hat viel Ähnlichkeit mit Blödheit und wird allein schon deshalb bestraft.
So ist die Welt! Ich habs durch: war sanftmütig, blöd und wurde abgestraft. Es heißt ja immer, man kann nicht aus seiner Haut. Scheint zu stimmen, denn ich bin schon wieder sanftmütig...eigentlich immer noch. Mit dem Unterschied: jetzt fühl ich mich wohl dabei.

Danke für Deinen netten Kommentar.

LG Helga-Bilderelse





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