witchi  Der Burgherr (Admin) freier Ritter
       

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 2880 Nachricht senden | Erstellt am 08.10.2006 - 07:17 |  |
Heimlich etwas planen.
1) Eine Waffe heimlich hinter dem Schild führen, meistens einen Dolch. Dieser wird dann in einem unerwarteten Moment genutzt, um den Gegner zu überwinden.
2) Vorzugeben man hätte nur eine Schutzwaffe (den Schild), aber die Waffe hinter diesem Schild verstecken.
3) - mit Gegendarstellung: Diese Redewendung hatte ursprünglich eigentlich eine eher positive Bedeutung. Um sich im Turnier und im Kampf zu erkennen zu geben, führte man ein entsprechendes Wappen im Schild. Man führte also sein Zeichen im Schild. Man zeigte sozusagen Gesicht.
4) Ein Handwerker oder Zunftangehöriger (entsprach ungefähr den heutigen Gewerkschaften) hängte ein Schild mit seinem Symbol, wie der Brezel für einen Bäcker, vor seiner Tür auf, um seine Dienste anzubieten.
Wodurch die Redewendung die negative Bedeutung von 'etwas verheimlichen' erhielt, konnte ich bisher noch nicht nachvollziehen.
Möglicherweise nahm es den Umweg über 'Böses im Schild führen'. Dieses bedeutete ursprünglich vielleicht weniger, dass der Angreifer an sich böse Absichten hatte, sondern einfach, dass der Angriff eines starken Gegners (den man am Wappen im Schild erkennen konnte) im Kampf eben nichts Gutes bedeutete. Das 'Böse' fiel irgendwann weg und übrig blieb 'etwas im Schilde führen' mit seinem schlechten Image.
Signatur Der Schmerz von heute ist die Kraft von morgen. |