Wege aus der Essstörung - das Forum für eine tolerante und offene Diskussion rund um das Thema und Erfahrungsaustausch über Wege aus der ES. ************************************************************************************************************************************************************************************************************************************* Wir freuen uns auf einen regen Austausch mit Esssüchtigen, die auf dem Weg aus der Esssucht sind und mit ehemaligen Esssüchtigen, die dabei sind nach dem psychischen jetzt auch den körperlichen Ballast abzuwerfen. Wir wollen uns gegenseitig auf diesem Weg unterstützen. Führt Euer Online-Tagebuch bei uns, gebt Euch gegenseitig Tipps und Tricks und Feedback zu dem, was bei Euch so läuft. Gemeinsam sind wir stark!!

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Solitude ...
Vorsicht - Freigeist :-))
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...   Erstellt am 05.10.2006 - 21:37Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Essen kann beides sein: Wohltat, Genuss und pure Lebensfreude oder auch Suchtstoff, schädliche Droge, tödliches Gift. Es kommt auf das Mass an und darauf, wie und zu welchem Zweck wir essen.

Ich kann die dumme Polemik, dass alle Schlanken frustige Diäthippen seien, die weder vom guten Essen noch vom genußvollen Beisammensein beim Essen etwas wüßten nicht mehr hören oder lesen
Seit ich Essen nicht mehr mißbrauche, um negative Emotionen zu betäuben, weiß ich erst was für eine Wohltat Essen ist.
Ich genieße Essen, das gut für mich ist, bereite es liebevoll frisch zu und genieße es - alleine, mit meinem Mann oder mit Freunden. Dazu gibt es abends auch gerne einen guten Wein. Und auch für den Umgang mit Alkohol gilt das gleiche wie mit Essen: ein guter Tropfen Wein ist etwas Wunderbares...in Maßen genossen. Wer Alkohol mißbraucht, um Emotionen zu ersäufen ist genauso süchtig wie ein Esssüchtiger. Und Mißbrauch von Suchtstoffen kann niemals eine Wohltat sein.

Ergo: Egal wie oft mir Leute mit einem BMI jenseits von Gut und Böse sagen, sie seien nicht esssüchtig, es solle ihnen nur das Essen verleidet werden ...es ist und bleibt eine Selbstlüge und Augenwischerei!

Essen ist und kann nur ein Genuss für jemanden sein, der damit bewußt und gut umgeht. Der seinen Körper liebt und ihm nur das zukommen läßt, was gut für ihn ist. Und nichts was einem Körper massives Übergewicht beschert ist gut für ihn





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Der Weg zu mir selbst war der schwerste, den ich je gegangen bin aber auch der lohnendste, weil er mich auch zu Dir geführt hat.
(von mir für Dich )

Sunny 
on her way to the sunny side of life...
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...   Erstellt am 05.10.2006 - 22:29Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Erzähl mir nichts! Jemand, der im letzten Jahr 40 kg abgenommen hat, knabbert höchstens noch Salatblätter im Stehen
Gemütliche Esstafeln guckst Du nur noch im neuesten In-Magazine: "Lifestyle XXL - wie halte ich 180 kg trotz Teflonpfanne?" und guckst Dir Deine verhärmten Äuglein an prächtigen barocken Figuren platt. Merke: es gibt keine häßlichen dicken Menschen. Wenn Du das anders siehst gehe nicht über LOS gehe gleich in die Psychiatrie




Ulli 
Glühwürmchen vom Dienst :-))
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...   Erstellt am 06.10.2006 - 07:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


@ Sunny

@ Soli
Du weißt doch: wenn ich den Kopf in den Sand stecke bin ich unsichtbar




Holly ...
die nur nach ihrer eigenen Pfeife tanzt...
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...   Erstellt am 06.10.2006 - 16:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Bei Essgestörten hat Essen nix mit Genuss zu tun. Ein FA ist kein Genuss, keine Lebensfreude. Essen ist schlecht- nicht essen ist gut, das ist die einzige Lebensmaxime, wenn man tief in der ES steckt. Problemlösung und Wohlgefühl beschert einem einzig und allein das Essen, für einen kurzen Moment wenigstens. Ich finde es ausgesprochen anmassend, daß sich Leute frech hinstellen und standhaft leugnen, daß Essen keine Sucht ist, ja schon allein deshalb nicht sein kann, weil ja auch schlanke Menschen essen und Essen ja auch ein Grundbedürfnis ist... und das mal wieder eine 'Erfindung' der Schlankheitsterroristen ist...

Irrsinnig auch: Die Schlankheits"industrie" und die AC funktioniert nach demselben LobbyPrinzip wie die Tabakindustrie. Bedeutet diese Behauptung doch zuende gedacht: nicht übergewichtig sein ist eigentlich schädlich, genauso wie Rauchen, dies wird aber von der geldgeilen Industrie geleugnet.... denn nicht Rauchen (ergo übergewichtig sein) ist eigentlich besser...

Sunny schrieb
    Wenn Du das anders siehst gehe nicht über LOS gehe gleich in die Psychiatrie


was anderes fällt mir da auch nicht mehr zu ein





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Nora ...
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...   Erstellt am 06.10.2006 - 22:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Essen hat auf jeden Fall für mich als Essgestörte einen ganz anderen Stellenwert als für Schlanke, Nicht-Essgestörte.

Ein Nicht-Essgestörter genießt sein Essen, fühlt sich wohl, weil er sich nicht überisst, sondern aufhört, wenn er satt ist.
Ein Nicht-Essgestörter hat auch andere Möglichkeiten, um sich zu entspannen: er geht joggen, trifft sich mit Freunden, hört Musik, geht in die Stadt oder was weiß ich. Bei mir gibt es zum Entspannen nur: Essen.

Der Umgang mit dem Essen ist ein ganz anderer. Das hat gar nichts mit der Schlankheitsindustrie oder den Medien zu tun!
Wer selber in diesem Verhalten drinsteckt und es dennoch immer abstreitet hat meiner Meinung nach das größte Problem: essüchtig sein und es nicht erkennen!

Aber erst wenn man es als Problem erkannt hat, kann man überhaupt etwas dagegen machen.





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Holly ...
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...   Erstellt am 07.10.2006 - 10:35Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Nora, genau das ist es.

Ein Nicht-ES hat genauso Stress und Spannungen wie ein Esssüchtiger. Und auch einem nicht-Esssüchtigen tut ein gutes Essen in schöner Gesellschaft und nettem Ambiente in der Seele gut. Aber ich denke, so jemand würde gar nicht auf die Idee kommen, abends nach der Arbeit im Supermarkt Chips, Eis, Kucken, Kekse, Schokoriegel zu kaufen und sich zur Entspannung zuhause hinsetzen und sich in kürzester Zeit den Tageskalorienbedarf einer Kleinfamilie in den Magen zu stopfen bis zur Übelkeit. Ich denke auch, der Stellenwert des Essens an sich ist bei Nicht-ESlern einfach nicht so hoch. Natürlich ist es Quatsch und dumme Schwarz-weissmalerei, daß alle Schlanken nur gelangweilt am Knäckebrot rummümmeln und ansonsten keinerlei Freude am Essen und genau deswegen am Leben überhaupt haben. Imho zeigt die Herstellung dieses Zusammenhangs für mich essgestörte Züge. Ich kenne viele Menschen, die gerne und gut essen, aber trotzdem schlank oder auch normalgewichtig mit ein paar Pölsterchen sind. Und das sind weder verbissenen Kaloriezähler noch sportsüchtige Magerzicken.

Bei ESlern dreht sich doch im Prinzip der ganze Tagesablauf um Essen/Nicht essen, ich habe manchmal den ganzen Arbeitstag auf halber Kraft gearbeitet, weil der Gedanke so übermächtig war. Suchtverhalten eben.





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...   Erstellt am 08.10.2006 - 01:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Solitude schrieb

    Ergo: Egal wie oft mir Leute mit einem BMI jenseits von Gut und Böse sagen, sie seien nicht esssüchtig, es solle ihnen nur das Essen verleidet werden ...es ist und bleibt eine Selbstlüge und Augenwischerei!




Auch bei mir hat es lange gedauert bis ich es realisiert habe, dass Essen für mich mit einem Problem verbunden ist.
Dieses Leugnen des Problems gehört m.M.n. dazu.
Genausowenig wie ich begriffen habe wie dick ich wirklich bin. Im meiner Vorstellung war ich nie so dick wie ich wirklich war. Wenn ich andere gesehen habe, die so dick waren wie ich habe ich gedacht, dass sie viel, viel dicker seien.

Dann als ich gemerkt habe, dass ich echt ein Problem habe, habe ich noch lange gebraucht bis ich mir Hilfe geholt habe. Erst habe ich gemeint, ich es selbst in den Griff kriege(n müsse).
Dann habe ich mich geschämt und gedacht andere Leute haben wirklich Probleme und ich stelle mich nur an.





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...   Erstellt am 08.10.2006 - 11:41Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ja, Nora, genauso geht es mir auch.

Ich habe über die letzten Jahre langsam aber stetig zugenommen, unmerklich, quasi, irgendwann war dann die StandardGröße 46 nicht mehr passend, ach, dann greif ich halt zur 48, schneidern ja kleiner seit neustem hier (in allen Läden???) . Irgendwann war auch die 48 sehr knapp, egal, gibts ja auch in 50, vielleicht. Aber es ist schon ein Riesenunterschied in der Auswahl wenn man zB 50 mit 44/46 vergleicht. Irgendwann nur noch Klammotten gekauft, wenn es gerade nötig war, und dann nur noch nach 'passend' genommen... oder eben HerrenTshirts oder sonstwas, egal, sieht ja eh ka**e aus. Die Schmerzen in den Knien? Naja, kommen von irgendwas, aber nicht vom ÜG bin ja erst 27 Jahre alt..., erhöhter Blutdrcuk, naja, der liegt ja in der Familie (wo auch alle ÜG sind... auch ein Grund, warum ich ja nie schlank sein werde, liegt ja in den Genen...). Aber ich bin ja trotzdem sportlich, fahre Fahrrad... BLAHBLAHBLAH...

Ich kenne das auch, daß ich andere immer für viel dicker gehalten habe, obwohl sie dasselbe wogen wie ich. Ich bin ja auch größer, da verteilt sich das besser... und solange ich nicht mehr als 80...85...90...95...100...105...110 kg wiege...

Meine Probleme sind gegen die anderen ja auch eher unwichtig, nichts wichtiges, ich esse ja nur zuviel, weil ich zu gierig und disziplinlos bin...

Meine Güte, es ist ja nicht so, als ob wir nicht alle die gesammelten Ausreden von ÜG kennen würden.





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...   Erstellt am 08.10.2006 - 23:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Du hast noch die Hormone vergessen Holly

Du weißt doch, es gibt 0,2 % Schilddrüsenkranke...aber unter den Dicken "gefühlte" Minimum 25 %
Davon mal abgesehen, dass man auch als Schilddrüsenpatient oder Cortisonpatient vielleicht ein paar Kilos zulegt (natürlich auch nicht angeflogen, sondern durch vermehrtes Essen!) aber niemals 50-100 kg Übergewicht darauf zurückzuführen sind




Holly ...
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...   Erstellt am 09.10.2006 - 17:17Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich kenn mich zuwenig aus, um über die Gewichtszunahme bei Cortisoneinnahme oder Schilddrüsenkrankheiten was zu sagen, ich frage mich nur, wie man erstmal ruhig warten kann bis man die 170kg++ Marke sprengt... aber warum raucht ein Raucher auch nach seiner Kehlkopf-Op weiter?





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