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TFab ...
Stifthalter


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...   Erstellt am 15.10.2007 - 19:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


7. Kapitel:
Das Halloweenfest und weitere Klassenarbeiten!


Eine ganze Woche lang hielt die Siegesstimmung in Eriks Wohnturm an. Noch am selben Abend des Spiels hatte es eine kurze Feier gegeben, bei der Erik die Spieler direkt kennen lernen konnte. Er bemerkte, dass alle Spieler der Mannschaft zwischen dreizehn und Siebzehn Jahre alt waren. Holger Leppert war ein vierzehn Jahre alte Junge, von dem Erik erfuhr, dass er nun in die fünfte Klasse ging und erst seit dem letzten Schuljahr im Team war. Der Kapitän Lukas dagegen machte bereits den sechsten Jahrgang. Hannes war der jüngste Spieler in der Klasse.

Der Oktober neigte sich seinem Ende zu und obwohl sich viele auf den Halloweenabend am einunddreißigsten Oktober freuten, mussten alle Schüler langsam damit anfangen sich auf die nächsten Klassenarbeiten und schriftlichen Tests in der zweiten Novemberwoche vorzubereiten. Der Unterricht war sehr weit fortgeschritten.

Eriks Klasse, die bis Mitte Oktober in Besenfluglehre in der Klasse gesessen waren und alles über Flugbesen erlernt hatten, durften seit der dritten Oktoberwoche auf den Übungsplatz, eine große Wiese auf dem Schulgelände, es mit älteren Modellen von Schulbesen, versuchen. Erik stellte fest, dass es viel Übung und Geduld brauchte, bis sie den Besen fliegen konnten. Obwohl sie aus der Theorie wussten, wie man diesen Besen handhaben musste um auf ihn zu fliegen, war es gar nicht so leicht, diese Theorie in die Praxis umzusetzen. Erik hatte es zwar als einer der ersten geschafft, den Besen neben sich zum Schweben zu bringen, doch als er sich seitlich darauf setzte fiel er nicht nur einmal herunter, weil es schwer war auf ihm das Gleichgewicht zu bewahren.

Am Einunddreißigsten Oktober, einem Freitag, saßen viele Schüler im Gemeinschaftsraum und lernten für die nächsten Arbeiten. Erik rauchte inzwischen schon der Kopf und er konnte sich an diesem Nachmittag einfach nicht richtig konzentrieren. Schließlich tauchte einer der Vertrauensschüler aus seinem Wohnturm bei ihm auf und meinte: „Erik Reuters?“ Erik sah vom Fenster zu dem Schüler und nickte. „Herr Jellinek hat mich geben, dich zu ihm zu bringen.“ Erik erhob sich wortlos von seinem Sitz und ließ sich von dem Schüler zu Herrn Jellinek führen.

An einer hinteren Wand, bei der Treppe zum Aufgang der Mädchen öffnete der Schüler eine Tür, die zu einem kurzen Vorraum führte. Dann ging er zu der Tür links davon und sagte: „Hier ist die Tür zum Büro unserer Erzieher. Und bei den anderen Türen dort sind ihre Schlafzimmer.“ erklärte der Vertrauensschüler. Dieser klopfte an die Bürotür und eine Stimme sagte „Herein“.

Der Vertrauensschüler öffnete die Tür und meinte: „Der Schüler Reuters ist jetzt hier, Herr Jellinek.“ Erik wurde von diesem Schüler sanft in das Arbeitszimmer gewiesen. Ganze sechzehn Schreibtische waren in dem Raum verteilt, das zwei Fenster an der gegenüberliegenden Wand von der Tür hatte. Jeder Tisch war am Rücken mit einem anderen Tisch zusammen gestellt. Herr Jellinek war nicht der einzige, der an einem der Tische saß, sondern auch zwei andere Erzieher, ein weiterer Herr und eine Frau.

„Danke Uwe.“ meinte Herr Jellinek und deutete dem Schüler kurz an, dass er wieder gehen durfte. Erik wurde von dem Schüler im Raum zurück gelassen. „Komme ruhig näher.“ meinte Herr Jellinek aufmunternd. Langsam nähere sich Erik dem Schreibtisch. Nun fiel ihm auf, dass bei jedem Schreibtisch ein Sessel aufgestellt war.
„Bitte setze dich.“ meinte Herr Jellinek freundlich und Erik ließ sich auf dem Sessel neben seinem Tisch nieder. „Heute ist der letzte Tag des Monats, Erik.“ erklärte Herr Jellinek langsam. „Ja und?“ fragte Erik ahnungslos. „Im letzten Monat hattest du ganze sechs Bonuspunkte erreicht, aber dieser Monat scheint nicht besonders gut für dich gelaufen zu sein.“ meinte Herr Jellinek nun.

Erik fiel es jäh wieder ein: Er hatte durch den Fluch auf einem Schüler von ihm persönlich fünf Strafpunkte kassiert und heute war der Tag der Abrechnung. „Du hast Glück gehabt.“ sagte Herr Jellinek. „Du hast dir keine weiteren Strafpunkte zugezogen. Das ist eine außergewöhnlich gute Bilanz für einem Schüler aus dem ersten Jahrgang.“ erklärte Herr Jellinek nun etwas anerkennend. „Ich würde sagen, dass du jetzt sofort zu diesem Schüler gehst, den du verflucht hast und dich bei ihm in aller Form entschuldigst. Wie ich vermute, hast du das bestimmt noch nicht getan.“ fügte er nun ernster hinzu. Erik erbleichte.

„Stimmt schon, dass ich das noch nicht getan habe, aber ich werde mich auch nicht bei einem Schüler entschuldigen, der mich mit Mischblut beschimpft und ungerechter Weise auch noch meine Familie in den Schmutz zieht.“ erwiderte Erik. „Außerdem hat er mich und meine Familie damit beleidigt und mich obendrein provoziert.“ erklärte Erik weiter. Herr Jellinek hatte Erik reden lassen.

Doch als Erik nichts weiter sagte, meinte Herr Jellinek mit einem durchdringenden Blick zu Erik: „Das ist alles schön und gut, Erik. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass du gegen die Schulregeln verstoßen hast, indem du ihm einen Vereisungsfluch auf ihn verwendet hast.“ Eriks Kopf senkte sich wieder und verbissen meinte er: „Stimmt schon, aber ich werde mich nicht bei diesem Jungen entschuldigen, nicht solange er sich nicht bei mir für seine Beschimpfungen entschuldigt.“

Herr Jellinek seufzte insgeheim und sagte: „Die Strafpunkte kann ich nicht ausstehen lassen. Es ist eine Regel der Schule, dass die Strafpunkte durch Strafen von den Schülern wieder abgearbeitet werden müssen.“ Erik erwiderte nichts darauf. „Wenn du einen besseren Vorschlag hast, wie du deine Strafpunkte für diesen Monat wieder loswerden willst, kannst du es mir gerne sagen.“ meinte Herr Jellinek geduldig. „Nein ich habe keine Idee.“ sagte Erik nachdem er einige Momente überlegt hatte.

„Da ich dich nicht dazu zwingen kann, dich bei dem Jungen aus der C-Klasse zu entschuldigen, habe ich mir als zweite Möglichkeit gedacht, dass du eine Strafarbeit schreibst.“ entgegnete Herr Jellinek nun. „Strafarbeit?“ fragte Erik ungläubig. „Nun, ich dachte daran, dass du mir einen, sagen wir mal drei A4 Seiten langen Bericht zu dem Vorfall schreibst und zwar mit allen Einzelheiten. Des Weiteren sollst du zu dem Bericht auf einen eigenen Zettel deine Gedanken und Überlegungen schreiben und dabei diese fünf Fragen nach deinem Wissen und Gewissen beantworten.“ Erik überdachte diese Möglichkeit und stimmte schließlich zu.

Eine halbe Stunde später saß er im Gemeinschaftsraum und war dabei die verlangte Strafarbeit zu schreiben. „Drei A4 Seiten. Das ist ganz schön lang. Wie willst du sie vollbringen?“ meinte Jonas, der nun den Lehrstoff für Verwandlung durchging. „Das wirst du dann schon sehen.“ meinte Erik blos.

Als die Schulglocke zum Abendessen rief, eilten alle Schüler in den großen Speisesaal. Erik fiel auf, dass nahezu alle Schüler ab dem dritten Jahrgang spezielle Festumhänge angezogen hatten. Diese waren in verschiedenste Farben, nur mit Spitzkragen, lange und weite Ärmel und einem kurzen Überwurf, die bis zu den Ellbogen reichten, wie es bei den Sommerumhängen auch war.

Die Tische im Speisesaal waren festlich geschmückt, selbst die Decke waren mit schwebenden Kürbisse versehen in denen wohl leuchtende Kerzen steckten. Erik gefielen diese Festumhänge und als er sich an seinem Platz am Tisch setzte, fragte er einen vorbeigehenden älteren Schüler, aus dem seinem Wohnturm: „Dürfen wir Erstklässer auch mal solche Umhänge tragen?“ Der Schüler, der einen türkisfarbenen Umhang trug blieb stehen und sagte: „Nein. Festumhänge sind nur Schülern ab dem dritten Jahrgang erlaubt.“

Erik nickte und fragte weiter: „Bekommt man sie hier in der Schule?“ Der Schüler erwiderte: „Nein, die muss man sich im Einkaufszentrum, die es in den großen Städten gibt, selbst besorgen. Festumhänge bei besonderen Anlässen zu tragen, ist vollkommen freiwillig.“

Als alle Schüler im Saal zusammen mit ihren Erziehern versammelt waren, erhob sich ihr Schulleiter und sagte: „Ich freue mich, dass ihr auch dieses Jahr vollzählig hier zum Halloween-Fest erschienen seit. Wie ihr wisst, ist dieses Fest sehr wichtig, damit die bösen Mächte und Kräfte hier nicht eindringen können. Außerdem ist es hier auf Adlerstein seit der Gründung der Schule Tradition, dass dieses Fest von allen Schülern gefeiert wird, damit es seinen Schutz vor den dunklen Mächten behält.“ Erik und einige andere Schüler aus dem ersten Jahrgang waren erstaunt über diese Worte.

Anschließend wurden wieder die Speisewägen in den Saal gebracht. Die Erzieher stellten alles in die Mitte der Tische. „Oh, heute gibt es sogar Pudding.“ sagte Erik überrascht. „Wackelpudding. Eine Spezialität nur an Halloween.“ erklärte ihnen Herr Stokel.

Die Schüler aßen ihre Speisen und unterhielten sich lebhaft. Erik wandte sich an seinen Erzieher Herr Jellinek und fragte: „Ich habe hier auf dieser Schule noch keine Tiere gesehen. Natürlich weiß ich, dass im Wald vermutlich welche Leben, aber von Haustieren habe ich noch nichts bemerkt. Hunde sind allgemein in Schulen verboten, aber was ist mit den anderen Tieren?“ Einige seiner Klassenkollegen hatten ihm zugehört und murmelten zustimmend.

„Nun, dass mit den Haustieren ist so eine Sache wisst ihr. Natürlich hat man 1640 bis 1674 den Versuch gestartet, den Schülern Haustiere zu erlauben. Viele Schüler haben sich verschiedenste Tiere mit in die Schule genommen und einige Zeit ging es auch gut, aber nach einigen Jahren war es, als würden die Schüler anfangen ihre Tiere zu vernachlässigen. Also hatte man 1974 die Schulregel, die besagte, dass es den Schülern erlaubt wäre, ihre Haustiere, ausgenommen Hunde, mit in die Schule zu nehmen, wieder aufgehoben und seither hatte man dieses Schulgesetz nicht mehr geändert.“ berichtete Herr Jellinek.

„Woher wissen Sie davon?“ fragte nun eines der Mädchen an ihrem Tisch. „Wir Erzieher erfuhren während unserer Ausbildung zu Erziehern davon.“ sagte Herr Jellinek. „Und wenn man es anders versuchen würde? Wie wäre es wenn man ein Gesetz erfinden würde, das besagt, dass Schüler Tiere ab einem bestimmten Schuljahr, für einen bestimmten Grund erhalten? Haben sich die Schulräte das mal schon überlegt?“ meinte Erik schließlich. „Nun ich glaube nicht, dass sich der Schulrat darüber weitere Gedanken gemacht hat.“ meinte Herr Jellinek.

Der Abend von Halloween ging schnell vorüber. Das Fest im Speisesaal dauerte länger an, als die normalen Abendessenszeiten. Schließlich gingen die Schüler wieder in ihre Gemeinschaftsräume. Erik grübelte immer noch über das Gesetz nach, das besagte, dass Haustiere auf Adlerstein gänzlich verboten seien. Als Erik im Gemeinschaftsraum wieder war, verbesserte er noch schnell seine Strafarbeit, dann ging er damit in das Arbeitszimmer der Erzieher.

Als er dort eintrat, saßen nahezu alle Erzieher und Erzieherinnen bei ihren Schreibtischen. Einige unterhielten sich leise. „Hier meine Strafarbeit.“ sagte Erik und gab seinem Erzieher die Arbeit. Herr Jellinek bedankte sich und Erik verließ wieder den Raum.

In der zweiten Novemberwoche schrieben die Schüler ihre nächsten Klassenarbeiten und Tests. Diese waren etwas schwieriger als die Arbeiten und Tests, die sie im Oktober geschrieben hatten. Nahezu alle Schüler waren froh, als diese anstrenge Woche vorüber ging.

In der darauf folgenden Woche mussten die Schüler wieder viele neue Dinge erlernen. Erik freute sich schon auf die bald kommenden Weihnachtsferien. „Nur noch einen Monat, dann haben wir Ferien.“ sagte er zu Jonas am Samstag in der dritten Novemberwoche. „Aber bis dahin müssen wir noch fleißig sein. Ich habe gehört, dass wir in der zweiten Dezemberwoche sogar noch dritte Klassenarbeiten schreiben werden.“ meinte Jonas verbissen. Erik stöhnte genervt. „Das darf nicht war sein. Mein Kopf ist sogar jetzt schon voll gestopft mit lauter Dingen, die ich vor gut einem dreiviertel Jahr nicht für möglich gehalten hätte.“ erwiderte Erik aufgebracht. „Du kannst es nicht ändern, dass du ein Magier bist, Erik. Es ist nun mal unser Schicksal und du solltest dich langsam damit abgefunden haben.“ meinte Jonas beschwichtigend. Erik seufzte und schlug seine Hefte und Bücher zu. „Ich brauche etwas frische Luft.“ meinte er und verließ eilig den Gemeinschaftsraum.

Inzwischen kannte er sich sehr gut im Schulgebäude aus. Trotzdem wusste er wieder einmal nicht so recht wo er lang gehen sollte. Nach vielen Minuten kam er zur Bibliothek. Für einen Moment hatte er den Drang sich dort Bücher anzusehen um mehr über Magie zu erfahren, als was er bisher wusste. Er hatte in der Tat viele Fragen, auf die er bisher keine Antwort bekommen hatte. Doch dann kam Erik ein anderer Gedanke und so ging er schließlich an der Bibliothek vorbei. Erik wusste nur wo die Lehrerzimmer lagen, doch er suchte etwas anderes. Er stieg Treppen auf und ab und ging an alle möglichen Gängen vorbei.

Er war schon nahe dran seinen Einfall aufzugeben, doch dann hörte er hinter sich etwas aufgehen. „Nanu, solltest du nicht in deinem Gemeinschaftsraum sein?“ fragte die Stimme des Schulleiters Herrn Laufels. Erik wandte sich erleichtert um und erklärte: „Doch schon, aber mir gehen einige Dinge nicht aus dem Kopf, auf die ich unbedingt eine Antwort haben möchte. Außerdem wollte ich gerade zu Ihnen Herr Direktor, weil ich gehofft habe, Sie könnten mir vielleicht weiterhelfen.“ Herr Laufels sah Erik mit einem prüfenden Blick an, doch dann nickte er und meinte: „Nun, ich könnte versuchen, dir deine Fragen zu beantworten und dir die Dinge erklären, die du nicht verstehst, aber ich sage dir gleich, dass ich keine Garantie dafür gebe, ob ich dir damit weiter helfe oder nicht.“ Erik nickte zustimmend.

Er sah sich dann suchend um und es war als wüsste sein Direktor wonach er Ausschau hielt. „Mein Büro ist ziemlich versteckt, Erik. Dieses Gemälde hier, ist eine verborgene Geheimtür. Allerdings ist sie die einzige im ganzen Gebäude.“ erklärte Herr Laufels ruhig und wandte sich dem Gemälde zu. „Schattengewächs.“ sagte er zu dem Gemälde und gleich darauf glitt das Gemälde zu beiden Seiten hinweg.

Herr Laufels und Erik standen vor einer steineren Wendeltreppe, die sich hinter dem Gemälde verborgen hatte. „Das ist der Zugang zu meinem Büro.“ erklärte Herr Laufels und betrat die Treppe. Erik folgte ihm und es brauchte nicht lange, bis sie vor einer hohen naturfarbenen und hellen Holztür standen, die oben abgerundet war. In dem Treppenaufgang, den sie hoch gegangen waren, gab es keine Fenster, dafür aber gab es an der Wand entlang kleine Lichtlampen, die den Aufgang erhellten. Herr Laufels öffnete die Tür zu seinem Büro und Erik trat ebenfalls ein.

Das Büro des Direktors war groß und geräumig. Es war eines der runden Turmzimmer des Schulgebäudes. Auf der rechten Wandseite war ein großes Fenster, das ebenfalls wie die Tür oben abgerundet war. Auf der Wand gegenüber der Tür gab es ein großes Buchregal. Links neben der Tür gab es einen großen Schrank und bei der Wand gegenüber dem Fenster stand der Schreibtisch des Direktors und links daneben war eine weiter Tür, allerdings weiß gestrichen. Hinter dem Schreibtisch war ein weiterer Schrank, der zwischen zwei schmäleren Regalen stand. Erik sah, dass der Boden aus Holz war und unter dem Tisch war ein großer roter Perserteppich. Vor dem Schreibtisch befanden sich zwei gepolsterte Stühle.

„Gefällt dir der Raum?“ fragte Herr Laufels. Erik nickte und sah sich nun nach seinem Direktor um. Er stand bei dem großen Fenster, der mit dunkelroten Vorhängen geschmückt war. „Bitte nimm Platz.“ bot der Direktor an. Erik ging zum Schreibtisch und lies sich in den linken der beiden Stühle nieder. „Nun, was möchtest du von mir wissen?“ fragte der Direktor, der sich nun hinter seinem Schreibtisch nieder lies.

Erik überlegte kurz, welche Frage er zuerst stellen sollte. Dann schließlich meinte er: „Ich weiß noch nicht sehr lange, dass ich ein Magier bin und dass es in meiner Familie auch welche gibt, die magische Fähigkeiten haben. Ich wurde zwar darüber informiert, dass meine Mutter eine Magierin war und ich weiß auch, dass sie starb als ich vier war, aber trotzdem weiß noch immer nicht sehr viel über magische Dinge. Sicher, es gibt diese Schule hier, aber was gibt es sonst noch? Ich habe keine Ahnung davon. Sicher, ich werde sie mit der Zeit bestimmt heraus finden, aber ich möchte sie jetzt wissen.“

Herr Laufels hatte genau zugehört und Erik reden lassen. Nun sagte er: „Deine Familie heißt Reuters mit Nachnamen, richtig?“ Erik nickte blos. „Sicher weißt du, dass sie seit einigen Generationen magisch sind. Dass nun heutzutage nicht jede Generation in deiner Familie magisch ist und du der erste seit vier Generationen bist, der magisches Blut hat, hat einen bestimmten Grund. Diesen Grund können dir deine Ururgroßeltern viel besser erklären als ich. Daher werde ich mich darüber ausschweigen.“ meinte Herr Laufels.

„Woher kommen die Sachen, die uns neuen Schülern nach unserer Ankunft verteilt wurden?“ fragte nun Erik. „Die werden zu Beginn des Schuljahres von Einkaufszentren der großen Städte geliefert und meine Kollegen verteilen sie an euch Schüler. Damit ersparen es sich die Schüler, diese Gegenstände für teures Geld selbst zu kaufen.“ erklärte Herr Laufels.

„Was sind das für Einkaufszentren?“ fragte Erik nun. „Diese Einkaufszentren wurden von Magiern errichtet und seit etwas mehr als einem Jahrhundert wurden sie so umgebaut, dass sie auch für normale Menschen zugänglich sind und diese nichts davon mitbekommen, dass sich magische Geschäfte darin verbergen. Es gibt einige Einrichtungen in diesen Einkaufszentren, die für uns Magier von großer Bedeutung sind. Ich bin sicher, deine Ururgroßeltern werden eines Tages mit dir dort hin gehen, damit du es mit eigenen Augen sehen kannst.“ erklärte Herr Laufels.

„Ich weiß, es gibt einen Schulrat, aber das ist bestimmt nicht die einzige Einrichtung, oder?“ fragte Erik nach. „Nein, das ist nicht die einzige Einrichtung. Wir haben so zu sagen, eine eigene Verwaltung, das wir Magistrat nennen. Dort befinden sich verschiedenste Abteilungen, die für uns Magier von großer Bedeutung sind. Der Oberhaupt des Magistrates ist ein Magistratspräsident, der von uns Magiern dazu erwählt wurde. Dieser Magistratspräsident wird von seiner großen Magistratsregierung unterstützt. Diese Regierung setzt sich aus ausgewählten Personen der verschiedenen Abteilungen zusammen. Das ist eine recht komplizierte bürokratische Angelegenheit, auf die ich jetzt nicht näher eingehen will.“ erklärte Herr Laufels geduldig.

„Was gibt es sonst noch? Ich meine es gibt eine eigene Sportart, ja, aber gibt es sonst noch etwas, das von Magiern erfunden wurde?“ fragte Erik nun. „Natürlich gibt es noch einige Dinge. In den großen Einkaufszentren sind Krankenhäuser untergebracht. Natürlich sind sie keine eigenständigen Häuser, aber sie sind nach dem Magistrat die zweitgrößte Einrichtung, die es gibt. In diesem Krankenhaus arbeiten Magier, die zu Ärzten oder Krankenpflegern ausgebildet wurden. Außerdem hat das Magistrat ein eigenes Gericht und ein eigenes Gefängnis. Näheres darüber wirst du bestimmt noch von deinen Verwandten erfahren. Was für dich bestimmt noch interessant zu wissen wäre, ist, dass die magische Gemeinschaft internationale Kontakte pflegt. Dafür gibt es die Magistratsorganisation `Internationaler Verband der Magier´.“ sagte Herr Laufels.

„Haben Magier auch eigene Banken und eigene Währungen?“ fragte Erik nach einigen schweigsamen Momenten. „Eigene Banken, ja, aber keine eigene Währung. Die Bank ist bei den verborgenen magischen Geschäften untergebracht und sehr groß. Die Bank wurde vor vielen Jahren, als Geld als Zahlungsmittel eingeführt wurde vom Magier Valentin Gildeberg errichtet und daher nach ihm benannt. Wenn dich deine Verwandten in dieses Einkaufszentrum mitnehmen, dann wirst du bestimmt auch die Bank zu sehen bekommen. Du solltest wissen, dass das jedes Einkaufszentrum in einer Stadt von anderen Leuten erbaut wurde und sie daher unterschiedlich aussehen. Sie wurden alle nach ihrem Erbauer benannt. Doch jedes Einkaufszentrum, egal in welcher Stadt oder in welchem Land, hat die Aufschrift `Einkaufszentrum´ vor dem Namen des Erbauers stehen.“ erklärte Herr Laufels.

„Sind in jedem Land auf solchen Schulen wie diese hier, Haustiere verboten?“ fragte Erik nun. „Nein, nicht überall. In manchen englischsprachigen Ländern sind Haustiere erlaubt.“ antwortete Herr Laufels. Erik überlegte ob es noch etwas gab, das er wissen wollte, doch ihm viel nichts weiter ein, bis auf eine Sache. „Wir haben hier Unterricht in Verteidigung gegen schwarze Magie. Wozu eigentlich? Ist das in jedem Land gleich?“ fragte Erik.

„Verteidigung gegen schwarze Magie habt ihr, damit ihr euch gegen, wie das Fach schon selbst sagt, die dunklen Künste wehren könnt. Nicht alles was magisch ist, ist auch von gutem nutzen. Manchmal verbergen sich dunkle Mächte in ihnen und es gibt sogar Magier, die mit schwarzer Magie arbeiten und daher bösartig wurden. Schwarze Magie ist böse Magie, Erik und sehr gefährlich. Wer einmal anfängt dunkle Magie anzuwenden und das Handwerk der dunklen Mächte erlernt, kommt nur sehr, sehr schwer von ihr los und wird von ihr nahezu besessen. Doch die meisten Magier, lassen zum Glück von ihr die Finger und ziehen es vor, zu erlernen, wie man sich gegen sie wehrt.“ meinte Herr Laufels.

„Da fällt mir ein, gibt es Berufe in den magischen Bereichen? Spezielle Berufe nur für Magier?“ sagte Erik schließlich, dem soeben der Gedanke kam. „Nur sehr wenige und die sind nur für Magistratszwecke oder für die eigene Klinik. Die meisten Magier entscheiden sich für Berufe, die auch normale Menschen ausüben. Wie du sicher weißt, leben wir wie die normalen Menschen und das ist für uns sehr wichtig.“ antwortete Herr Laufels. Erik schwieg darauf hin lange.

„Gibt es noch etwas, das du wissen möchtest?“ fragte Herr Laufels schließlich. „Nein, mir fällt nichts mehr ein. Danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Herr Direktor.“ sagte Erik und erhob sich aus seinem Sitz.

In der folgenden Woche erfuhren alle Schüler ihre Ergebnisse auf ihre Klassenarbeiten und Tests. Erik war sehr darüber überrascht, dass er wieder einer der besten der Klasse geworden war. Er schrieb seinem Vater von den Ergebnissen. Es war Advent geworden und viele Räume des Schulgebäudes wurden weihnachtlich geschmückt. Erik und seine Klassenkollegen kamen in weihnachtliche Stimmung und Anfang Dezember wurden sie sogar etwas unaufmerksam im Unterricht.

Doch ihre übermütige Stimmung wurde am Freitag in der ersten Dezemberwoche wieder gedämpft, denn ihr Klassenlehrer sagte ihnen am Ende der Stunde: „Ich hoffe dass ihr bereits angefangen habt, euch auf die anstehenden Klassenarbeiten in den normalen Fächern vorzubereiten. Da ihr nach den Weihnachtsferien ohnehin Halbjahresprüfungen in den magischen Fächern habt, wird es in diesen Fächern keine schriftlichen Tests mehr geben.“ Die Klasse stöhnte müde und geschafft auf.

Manche von ihnen murrten sogar etwas unwillig. „Kein Grund sich aufzuregen. In den folgenden Jahren werdet ihr nicht weniger lernen müssen. Außerdem ist ein Zeugnis mit guten Noten durchaus von Vorteil für euer Leben nach der Schule.“ beschwichtigte sie ihr Lehrer.

[Dieser Beitrag wurde am 15.10.2007 - 19:40 von TFab aktualisiert]





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Mit freundlichen Grüßen,

TFab
(alter Nick: TheFab)

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...   Erstellt am 26.10.2007 - 11:58Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


8. Kapitel:
Ab in die Weihnachtsferien!


Die Schüler mussten wieder viel für die Arbeiten lernen. Dennoch sie waren erleichtert darüber, dass sie sich nur auf die normalen Fächer konzentrieren mussten. Doch der Lehrstoff in den magischen Fächern wurde immer mehr. Die Weihnachtsferien rückten näher und viele Schüler sprachen darüber, was sie alles in den Ferien tun wollten.

An einem Tag in ihrer letzten Schulwoche, meinte Herr Jellinek an Eriks Klasse in Gemeinschaftsraum: „In den Ferien solltet ihr euch viel Zeit dafür nehmen, um euch auf die Halbjahresprüfungen vorzubereiten. Ich rate euch, eure schriftlichen Tests dabei zur Rate zu ziehen, denn sie können euch von großem Vorteil sein. Die Lehrer prüfen gerne altbekannte Dinge ab. So könnte es durchaus der Fall sein, dass ihr über etwas abgefragt werdet, dass ihr bereits bei den zwei schriftlichen Tests wissen musstet. Diese Halbjahresprüfung wird in jedem Fach praktisch abgefragt werden. Im Fach Geschichte der Magie wird bei den Halbjahresprüfungen stets mündlich abgefragt, da in diesem Fach keine Magie verwendet wird, sondern reines Wissen aus vergangen Zeiten ist.“

Am Abend vor der Abreise wurde nach dem Abendessen in den Wohntürmen eine zweistündige Weihnachtsfeier abgehalten. Die Schüler mussten darauf hin ihre Koffer packen. Es war ein Freitag, als sie die Weihnachtsfeier hatten und der zweiundzwanzigste Dezember. Der Unterricht am nächsten Tag fiel aus, da die Schüler bereits um halb Neun Uhr mit den Bussen zum Bahnhof fahren würden.

Am folgenden Tag wurden die Schüler statt gewöhnlich um Sechs Uhr morgens erst um Sieben Uhr morgens geweckt. Die Koffer trugen die Schüler bereits in die große Eingangshalle der Schule und um halb acht Uhr morgens nahmen die Schüler ihr letztes Frühstück ein. Gegen Ende des Frühstücks wünschte ihnen ihr Direktor eine gute Heimreise, schöne Ferien und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Auch die Erzieher sprachen Wünsche gegenüber den Schülern aus und die Schüler taten es den Erziehern gegenüber ebenfalls.

In der Eingangshalle gab es ein großes Gerangel um die Koffer und Taschen der Schüler. Nach und nach fand jeder sein Gepäck und ging langsam und gemächlich in den Vorderhof. Erik und Jonas traten nach einigen Minuten selbst aus dem großen Schulgebäude. „Schade, dass wir die Ergebnisse unserer Klassenarbeiten erst in der Woche nach den Ferien erfahren.“ meinte Jonas. „Ich hätte sie zu gerne heute schon gewusst.“ fügte er hinzu, während er und Erik zum großen Parkplatz der Schule gingen. „Nun, ich bin ganz froh darüber. Wer weiß, wie sie ausfallen. So können wir unsere Ferien in dieser Hinsicht in Ruhe genießen.“ meinte Erik.

Sie erreichten ihren Bus und luden ihr Gepäck in den Kofferraum. Die Schultaschen nahmen sie mit in den Bus. Erik und Jonas setzten sich in einen der mittleren Reihen nebeneinander. Dietrich kam mit seinen Freunden bei ihnen vorbei und meinte gehässig: „Ihr zwei könnt wohl nicht genug von einander bekommen, wie?“ Seine Freunde lachten nur. Erik sah ihn nur verärgert an und meinte wütend: „Noch ein Wort von dir und ich mache aus dir Hackfleisch.“ Dietrich antwortete ihm nicht und ging mit seinen Freunden weiter. „Ich kann diesen Jungen einfach nicht ausstehen.“ sagte Erik zu Jonas Nase rümpfend. „Ich mag ihn auch nicht besonders.“ sagte Jonas.

Ihr Busfahrer stieg als letzter ein und begrüßte sie freundlich. Danach setzte er sich auf seinem Fahrersitz, schloss die Tür und folgte den anderen Bussen aus dem Parkplatz und fuhr so vom Schulgelände. „Wir werden Adlerstein erst in etwas mehr als einer Woche wieder sehen.“ sagte Jonas leicht verträumt. „In zwei Wochen erst, oder?“ fragte Erik unwissend. „Nicht ganz zwei Wochen. Andere Schulen beginnen die Schule erst am siebten Januar wieder, aber Adlerstein fängt bereits mit dem sechsten Januar mit dem Unterricht an, falls er nicht auf einen Sonntag fällt und so müssen wir bereits am fünften Janaur wieder hier her fahren. Aber das sagen uns ohnehin unsere Eltern rechtzeitig.“ erklärte Jonas. „Du meinst also, die Schule nach den Weihnachtsferien beginnt auf Adlerstein um ein bis zwei Tage eher?“ vergewisserte sich Erik. Jonas nickte zustimmend. „Ganz genau.“ sagte er.

Nach einer Stunde und einigen Minuten Busfahrt, parkte der Busfahrer den Bus wieder auf dem Busparkplatz beim Hauptbahnhof in München. Erik und seine Mitschüler im Bus stiegen mit ihren Schulrucksäcken aus und holten sich ihre Koffer aus dem Kofferraum. Die Vertrauensschüler führten alle Schüler zu ihrem Gleis am Bahnhof, wo ihr Zug einfahren würde, um sie nach Hause zu fahren. Einige Minuten später gelangten sie auf einen Bahngleis. Es war der Bahnsteig 13.

„Auf diesem Bahnsteig sind wir mit dem Zug angekommen.“ bemerkte Jonas nun. „Wirklich? Ist mir gar nicht aufgefallen.“ „Unser Zug wird um Fünf nach Zehn Uhr am Vormittag hier beim Bahnsteig einfahren und Zehn Minuten später wird er von hier abfahren.“ erklärte ihnen die Vertrauensschüler. „Das ist also in etwa zehn Minuten.“ sagte Jonas zu Erik.

Zehn Minuten später hörte man eine Ansage durch den Bahnhof schallen. Sie war ähnlich der, die sie bei ihrer Fahrt nach München gehört hatten. „Vorsicht Bahnsteig Dreizehn. Sonderzug der Schule Adlerstein fährt ein. Nur Personen aus der Schule Adlerstein ist es gestattet in diesen Zug zu steigen. ... Ich wiederhole: Sonderzug der Schule Adlerstein fährt auf Bahnsteig Dreizehn ein.“ Diese Ansage hatte dieses Mal eine Frau von sich gegeben.

Schon bald darauf kam der schneeweiße Zug mit den dicken dunkelblauen Streifen in der Mitte unter den Fenstern im Gleis an. Kaum hatten sich die Türen des Zuges geöffnet, drängten sich die Schüler darum in den Zug zu kommen. Erik, Jonas und ihre weiteren Klassenkameraden stiegen in den Waggon, der für die ersten beiden Jahrgänge reserviert war. Sie setzten sich wieder zusammen auf einem Sitzplatz in der Ecke neben einem der großen Waggonfenster.

Ein Mädchen aus ihrer Klasse kam zu ihnen. Sie hatte brünettes und stark gewelltes Haar und grüne Augen. „Hallo ihr.“ sagte sie. „Hallo Melinda.“ grüßte Jonas erfreut zurück. „Stört es euch, wenn ich mich zu euch setze?“ fragte Melinda. „Nein, überhaupt nicht.“ entgegnete Jonas. „In welcher Stadt wohnst du?“ fragte Erik nun. „In Frankfurt. Ihr doch auch, oder?“ meinte Melinda. Erik und Jonas nickten.

Während der ganzen Zugfahrt unterhielten sich Erik, Jonas und Melinda lebhaft miteinander. Die Jungen fanden das Mädchen sehr nett und sympatisch. Melinda war eines der Mädchen, die in der Schule auch gute Noten bekam. „Wisst ihr schon was ihr in den Ferien machen wollt?“ fragte sie nun. „Nein, wir haben noch keine Ahnung. Aber vielleicht treffen wir uns in den Ferien irgendwann.“ antwortete Erik. „Meine Eltern und ich werden vermutlich an einem der ersten Feiertage, wieder in das Einkaufszentrum gehen und uns dort in das Restaurant `Zum goldenen Anker´ setzen.“ sagte Melinda. „Hast du Geschwister?“ fragte Erik nun interessiert. „Ja, einen zwei Jahre jüngeren Bruder.“ sagte Melinda.

Einige Zeit später, es war inzwischen fünf Minuten vor halb Zwei Uhr nachmittags geworden, ging eine Ansage durch den Zug, die bereits in den anderen Haltestellen, gewesen war: „Die nächste Haltestelle ist Frankfurter Hauptbahnhof. Die Endstation ist der Hamburger Hauptbahnhof. In wenigen Minuten erreichen wir Frankfurt.“ Erik und Jonas, als auch Melinda standen auf, um sich ihre Koffer von den Ablagen herunter zu holen. „Wartet, ich steige hier auch aus.“ sagte einer der Vertrauensschüler zu ihnen und holte ihnen ihr Gepäck von der Ablage herunter. „Danke.“ sagten Erik, Jonas und Melinda gleichzeitig.

Wenige Minuten später fuhr der Zug auf Gleis Elf in Frankfurt ein. Kaum hatte der Zug beim Bahnsteig angehalten und die Türen geöffnet, stiegen bereits einige Schüler unterschiedlichen Alters aus dem Zug. Erik, Jonas und Melinda waren unter ihnen. Sie gingen den Bahnsteig entlang und hielten nach ihren Eltern oder Familien ausschau. „Dort drüben sind meine Eltern.“ sagte Jonas. Wilhelm kam zu ihnen und sagte: „Du meinst unsere Eltern. Ich bin auch noch da.“ Erik sah den älteren Schüler an und sagte: „Stimmt, du bist ja sein Bruder.“ Erik ging mit Jonas und seinem Bruder zu dessen Eltern. „Guten Tag, Frau Marker. Guten Tag, Herr Marker.“ grüßte Erik Jonas Eltern und reichte ihnen die Hand. „Hallo Erik. Na hattet ihr eine gute Fahrt?“ meinte Frau Marker freundlich. „Oh ja. Also wir sehen uns noch. Bis dann.“ sagte Erik zu seinem Freund und verabschiedete sich von ihm.

Dann ging er mit seinem Koffer auf Rädern weiter. Erik hätte fast seinen Vater übersehen, wenn dieser nicht nach ihm gerufen und gemeint hätte: „Hier bin ich, Erik.“ Erik sah sich nach seinem Vater um und sah ihn bald darauf, rechts von ihm stehen. Er ging zu ihm und meinte: „Hallo Vati. Wo sind die anderen?“ „Zu hause. Ich bin allein gekommen. Kann ich dir etwas abnehmen?“ antwortete Jürgen. Erik nahm den Schulrucksack vom Rücken und meinte: „Die ist ziemlich schwer.“ Jürgen gab sich den Schulrucksack über die Schulter und nickte: „Stimmt, sie ist wirklich nicht gerade leicht.“

Erik und sein Vater gingen vom Gleis und zur großen Empfangshalle des Bahnhofes. „Ich werde die Ferien nicht besonders genießen können.“ meinte Erik verbissen. „Weshalb?“ fragte Jürgen erstaunt. „Weil ich über die Ferien für die anderen Fächer lernen muss. Wir haben im Januar in diesen Fächern praktische Prüfungen. Und darauf müssen wir uns über die Ferien vorbereiten.“ sagte Erik. „Nun, ich werde dir dabei helfen, wenn du möchtest.“ sagte Jürgen lächelnd. „Das wäre sehr hilfreich, aber ich finde es schade, dass uns Schülern aus der Unterstufe verboten ist, praktische Übungen zu machen. So können wir unsere Fähigkeiten dafür nicht gebrauchen.“ meinte Erik. „Wir werden schon einen Weg finden, damit du dich gut vorbereiten kannst.“ sagte Jürgen zuversichtlich.

Sie gelangen auf den Parkplatz der Autos und gingen zu ihrem Auto. Jürgen legte den Koffer in den Kofferraum und meinte erstaunt: „Er geht sich gerade noch aus.“ Erik stieg in den Rücksitz und Jürgen legte seinen Schulrucksack neben ihn auf die Rückbank. Dann stieg Jürgen selbst ein und startete den Motor.

Etwa eine halbe Stunde später betraten Erik und Jürgen das Haus. Gregor und Markus kamen die Treppe herunter und sahen Erik erstaunt an. „Soll das euer Koffer sein?“ fragte Gregor skeptisch. „Oh ja, er hat sogar Rollen.“ meinte Erik stolz. Gregor und Markus sahen sich den großen Koffer näher an und Gregor meinte: „Der ist ja etwas breiter als normale Koffer und sogar ein wenig länger.“ „Diese Koffer sind Extraanfertigungen für Schüler aus Adlerstein.“ erklärte Erik immer noch stolz. Er hatte sich seine Schuhe und seinen Wintermantel ausgezogen und ging mit dem Koffer die Treppe hoch. „Du kannst nicht leugnen, dass dieser Koffer schön aussieht.“ meinte Markus zu Gregor. „Nun ja, ich finde diesen Koffer ein wenig merkwürdig.“ sagte Gregor zu Markus.

Erik betrat mit dem Koffer sein Zimmer, das er sich mit Gregor und Markus teilte. Jürgen kam bald darauf ebenfalls in das Zimmer und stellte Eriks neuen Schulrucksack auf den Sessel seines Schreibtisches ab. „Brauchst du meine Hilfe?“ fragte Jürgen Erik. „Nein danke, ich komme schon zurecht.“ antwortete Erik und öffnete seinen Koffer.

Eine halbe Stunde später kam Erik in das Wohnzimmer des Hauses. Gregor, Markus, Micha und Tobi saßen zusammen und spielten ein Gesellschaftsspiel. Erik ging zu seinem Vater und zu seinem Großvater, die auf dem Sofa saßen und sich leise unterhielten. „Es gibt hier ein Einkaufszentrum in der Stadt, in das ich gerne mal gehen würde, nur weiß ich nicht wo genau es sich befindet.“ sagte Erik schließlich, als die Erwachsenen eine Sprechpause machten. „Ich weiß nicht, welches Einkaufszentrum du meinst. Es gibt einige in der Stadt und drei davon sind mir bekannt.“ erwiderte Jürgen stirnrunzelnd. „Nun ja, so weit ich weiß ist es nach seinem Erbauer benannt und hat die Aufschrift `Einkaufszentrum´ vor dem Namen.“ erklärte Erik. „Hm. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich ein solches Einkaufszentrum mal gesehen hätte.“ sagte Jürgen. „Vielleicht wissen die Ururgroßeltern wo sich dieses Einkaufszentrum befindet. Ich würde es wirklich gerne mal sehen.“ sagte Erik hoffnungsvoll. „Wahrscheinlich, ja. Aber die kommen erst am Tag nach heilig Abend zum Mittagessen auf Besuch.“ meinte Jürgen.

„Wie ist deine Schule so?“ fragte nun Markus interessiert. „Ganz in Ordnung.“ meinte Erik grinsend. „Und was lernst du dort so?“ fragte Markus weiter. „Alles was ihr auch in eurem Gymnasium lernt, nur mit dem Unterschied, dass ich ein paar Dinge mehr lerne.“ antwortete Erik. „Was für Dinge?“ fragte nun Gregor wieder skeptisch. „Och, ich glaube, die würden dich ohnehin nicht interessieren.“ sagte Erik und ging aus dem Wohnzimmer und in die Küche hinüber.

„Hallo Mutti.“ sagte Erik zu Gabriele Reuters. „Hallo Erik. Wie läuft es in deiner Schule?“ antwortete Gabi lächelnd. „Ganz gut.“ antwortete Erik achselzuckend. „Wie geht es dir?“ fragte Erik zurück. „Gut. Nur musste sich dein Vater vor einigen Tagen ganz schön ärgern.“ meinte Gabi. „Weshalb?“ fragte Erik erstaunt. „Nun ja, Gregor und Markus haben etwas sehr Grobes angestellt und das gefiel deinem Vater überhaupt nicht. Du kennst ja seine Einstellung gegenüber solchen Dingen.“ meinte Gabi aufrichtig.

Erik nickte und erinnerte sich nur ungern daran, dass sein Vater es nicht gerne sah, wenn er oder seine Brüder etwas anstellten. Bei solchen Dingen verstand Jürgen wirklich keinen Spaß. Wenn es sein musste, griff er ebenso hart durch. Erik hatte es bisher nur erlebt, dass sein Vater ihm zwei Mal für etwas, das er angestellt hatte, zur Strafe ein bis zwei kräftige Klapse auf den Hinterteil verpasst hatte. Doch Erik war damals kleiner gewesen. Seinen ersten kräftigen Klaps bekam er mit Fünf Jahren und das zweite Mal wo er ganze zwei Klapse erhalten hatte, war gewesen, als er in die erste Grundschulklasse ging.

„Hat Vati sie sehr streng bestraft?“ fragte Erik mit einem eher unguten Gefühl. Gabi nickte und meinte: „Und das zu recht. Aber sie haben eingesehen, dass sie etwas sehr schlimmes angestellt haben und ihre Strafe vollends akzeptiert.“ Jürgen kam eben in diesem Moment in die Küche und sagte weiter: „Gregor und Markus haben eine Abreibung von mir bekommen, die sich gewaschen hat. So schnell werden sie bestimmt nicht mehr auf dumme Gedanken kommen.“ Erik sah seinen Vater ehrfurchtsvoll an.

„Ich habe zwar von Gregor schon mal gehört, dass du ihm eine Abreibung verpasst hast, aber ich konnte mir darunter nichts weiter vorstellen.“ sagte Erik nun. „Ich habe ihm damals mit dem Riemen den Hintern versohlt. Das ist die härteste Strafe, die ich meinen Jungen verabreiche.

Allerdings nur in besonderen Fällen. Vor gut fünf Tagen war es bei Gregor und Markus wieder so weit. Sie sind einfach zu weit gegangen.“ sagte Jürgen ernst. Erik wurde es unwohl. „Das muss sehr hart gewesen sein.“ meinte Erik nur. „Hart ja, aber auch durchaus verdient.“ sagte Jürgen entschieden.

Am späten Abend saß Erik allein in seinem Zimmer. Er saß beim Schreibtisch und ging seinen Lehrstoff der magischen Fächer durch. Jürgen kam nun in das Zimmer, nachdem er kurz an die Tür geklopft hatte.

„Lernst du schon?“ fragte er erstaunt. Erik sah kurz auf und nickte. „Ich muss, sonst komme ich nicht durch die Prüfungen.“ antwortete er. Jürgen hatte die Tür wieder geschlossen und ging zu Eriks Tisch. „Darf ich mal sehen?“ fragte Jürgen sanft. Erik gab ihm die Unterlagen, die er sich eben durchgesehen hatte. „Verwandlung.“ meinte er erstaunt. „Kannst du schon was davon?“ fragte Jürgen nun weiter. „Ich denke schon, aber ohne Zauberstab ist es ein wenig schwieriger, alles zu erlernen.“ sagte Erik.

Jürgen sah sich den Stoff durch und meinte nun: „Ich könnte dir sagen, was du in was verwandeln sollst und du nennst mir die Formel dazu und zeigst mir durch Armbewegungen, wie du die Formel durchsetzen willst.“ schlug Jürgen nach kurzer Überlegung vor. Erik nickte zustimmend. „Das würde gehen, glaube ich.“ sagte Erik nun.

In der nächsten halben Stunde fragte Jürgen seinen Sohn über die verschiedensten Verwandlungsformen ab. Erik nannte die Formel und zeigte vor, wie die Bewegung dazu ging und erklärte, was es werden müsste. Schließlich gab sich Jürgen zufrieden, auch wenn er nicht viel davon verstand und meinte: „Du solltest deine Sachen weg räumen und für heute Schluss machen. Gregor und Markus werden bald hoch kommen um sich für das Bett fertig zu machen.“ Erik nickte und packte schnell seine Sachen weg.

Am nächsten Tag war Heilig Abend. Erik ging durch die Straßen und sah sich um. Auf dem Weg zum Spielplatz traf Erik seinen Freund Jonas. Sie begrüßten sich lebhaft und gingen gemeinsam durch die Straßen. Sie kamen in eine der Einkaufsstraßen an.

„Hast du eine Ahnung wo dieses Einkaufszentrum ist?“ fragte Erik interessiert. „In etwa weiß ich wo es ist, aber ich weiß nicht ob ich alleine dort hin finde, weil meine Eltern fahren uns immer mit dem Auto dort hin und in die Tiefgarage hinein.“ sagte Jonas. „Hier in der Stadt heißt es `Einkaufszentrum Fliedersberg´.“ fügte er hinzu. „Wie groß ist das Gebäude?“ fragte Erik nun. „Also die Einkaufspassagen sind zwei Stockwerke hoch und die Magischen Geschäfte befinden sich in einem Zweig im zweiten Stock. Die Bank befindet sich auch dort. Das Magistrat liegt ziemlich versteckt im zweiten Stock, irgendwo auf der anderen Seite des Gebäudes und ragt mit etwa Sechs Stockwerken vom Gebäude her heraus und sieht daher wie ein Turm aus. Das Krankenaus ist ganz ähnlich und in der Nähe des Magistrates so weit ich weiß, ragt aber nur um die vier Stockwerke aus dem großen Gebäude hoch heraus.“ meinte Jonas nachdenklich.

Gegen Mittag kam Erik recht spät nach Hause. Seine Familie saß bereits im Esszimmer und wollten eben mit dem Essen anfangen, als Erik zu ihnen stieß. „Du bist sehr spät dran.“ meinte Richard und Erik wunderte sich, dass es sein Großvater sagte. „Entschuldigt, aber ich war in der Innenstadt.“ entgegnete Erik und setzte sich auf seinen Platz. „Kaum bist du einen Tag daheim, kommst du auch schon fast zu spät zum Essen.“ sagte Gregor fast schon gehässig und erwartete wohl, dass Jürgen ihm eine Standpauke hielt, doch Jürgen sagte nichts.

Nach dem Mittagessen ging Erik mit seinen Großeltern in das Wohnzimmer und fragte: „Ich habe von dem Einkaufszentrum in der Stadt erfahren. Würdet ihr morgen mit mir dort hin gehen?“ Siegfried und Anna Reuters sahen Erik erstaunt an. „Du meinst das Einkaufszentrum Fliedersberg?“ fragte Siegfried genauer nach und Erik nickte. „Morgen wird vermutlich eine Schulkollegin dort anwesend sein. Außerdem möchte ich es gerne sehen.“ sagte Erik. „Eigentlich wollten wir dir dieses Einkaufszentrum zeigen, wenn du deine erste Klasse auf Adlerstein beendet hast.“ meinte Anna nun. „Und wenn ihr es mir halt jetzt schon zeigt?“ fragte Erik. Anna und Siegfried sahen sich fragend an. „Nun, wenn wir so richtig überlegen, ist das Einkaufszentrum um die Weihnachtszeit ohnehin viel interessanter, als im Sommer.“ sagte Anna nun. Siegfried nickte und meinte: „Ich werde mit Jürgen und Richard sprechen. Vielleicht wollen sie mitkommen.“ Kaum hatte Siegfried das gesagt, ging er auch schon aus dem Wohnzimmer.

Der Heilig Abend war schnell vergangen. Am Abend nach dem Essen wurde die Bescherung durchgeführt. Erik bekam zwar ein paar Geschenke, doch seine Brüder hatten den Eindruck, dass ihm die Geschenke nicht besonders gefielen oder sie nicht besonders interessant fand. Am späten Abend, gegen Zehn Uhr, meinte Jürgen schließlich: „Jetzt wird es Zeit, dass ihr langsam ins Bett kommt. Tragt eure Sachen nach oben und macht euch fertig für das Bett. In etwa einer halben Stunde werde ich nach kommen.“ Erik war verblüffender Weise der erste, der sich erhob und seine Sachen aus dem Wohnzimmer trug.
Einige Minuten später war Erik im Nachtgewand und legte sich in sein Bett, als Gregor und Markus eben vom Badezimmer in das Zimmer kamen. „Gute Nacht.“ sagte Erik fast murmelnd und zog sich die Decke bis zum Kinn hoch. „Dir haben die Geschenke wohl nicht gefallen, oder?“ meinte Gregor. „Doch sie gefallen mir.“ sagte Erik leise. „Aber besonders gefreut hast du dich wirklich nicht.“ sagte Markus nun, als er in sein Bett stieg. Erik antwortete ihm nicht mehr darauf.

Am nächsten Morgen schlief Erik lange. Um Neun Uhr vormittags klopfte es an der Zimmertür und Jürgen trat ein. „Komm Erik, steh auf, es ist bereits neun Uhr.“ sagte er munter und ging zu Eriks Bett. Ein wenig widerwillig murrte Erik in die Decke. „Erik, bitte, steh auf.“ sagte Jürgen weiter. Erik rührte sich nicht. Jürgen zog ihm die Decke vom Körper und meinte nun etwas strenger: „Steh jetzt auf, Erik.“ Erik öffnete zwar langsam die Augen, doch er wollte nicht aufstehen. „Ich warne dich, Erik, wenn du jetzt nicht ruckartig aus dem Bett steigst, dann werde ich ernsthaft böse.“ meinte Jürgen nun schärfer. Dieser Ton in seiner Stimme schien zu wirken. Langsam richtete sich Erik auf dem Bett auf und stieg langsam aus dem Bett. „Darf ich nicht einmal an einem Feiertag ausschlafen?“ fragte Erik fast schon mürrisch. Jürgen zog seine Augenbraun hoch und sah Erik forschend an.

Als sich Erik eben streckte, fiel Jürgen etwas unter dem Kopfkissen auf. Während sich Erik langsam zum Schrank bequemte, zog Jürgen das Kopfkissen weg und meinte fast schon mit donnernder Stimme: „Erzähle mir jetzt blos nicht, dass du gestern Nacht noch heimlich in deinen Schulbüchern gelesen hast!“ Erik blieb vor dem Schrank stehen und schrumpfte zusammen. „Doch schon.“ gestand Erik aufrichtig, wenn auch recht leise. Jürgen nahm die Schulbücher aus den magischen Fächern in die Hand und legte sie fast schon knallend auf Eriks Tisch ab. „Wie lange?“ fragte er laut und streng. Erik sah, dass die Augen seines Vaters vor Ärger blitzten. „Weiß nicht genau. Ich glaube, ich habe um Elf oder so angefangen und so gegen Zwei Uhr nachts aufgehört.“ meinte Erik kleinlaut, aber dennoch ehrlich. „Das ist also der Grund, warum du nicht schon eher aus dem Bett steigen konntest.“ meinte Jürgen etwas ruhiger, aber dennoch wütend. „Mich reizt es sehr, deine Bücher an mich zu nehmen und sie in meinen Schrank im Arbeitszimmer zu sperren.“ sagte er nun mit normalen Ton. Erik sah ihn erstarrt an. „Zieh dich an und komme gleich nach unten. Wir haben alle schon gefrühstückt. Vater wird dir ein eigenes Frühstück zusammen stellen und wehe du regst dich über das auf, was dir Vater zum Frühstück hinstellt.“ sagte Jürgen und ging aus dem Zimmer.

Erik wusste, dass mit seinem Vater nicht zu spaßen war, wenn er erst einmal wütend wurde. Er hatte ihn noch nicht so wütend erlebt, doch anscheinend hatte er vergessen, wie wütend Jürgen werden konnte, wenn er sich über etwas ärgerte. Als Erik in die Küche kam, deutete ihm Richard Reuters an, wo sein Teller stand. Erik trug eine helle Stoffhose und ein helles langärmeliges Hemd und darüber einen passenden Pullover. Als Erik den Teller mit dem Butterbrot sah und die Tasse Kakao daneben, meinte er fast schon frech: „Was denn? Das ist alles was ich bekomme?“ Richard sah Erik mit hochgezogenen Augen an und meinte nur: „Jürgen sagte, dass ich dir ein karges Frühstück zubereiten soll, da du es nicht der Mühe wert gefunden hast zum gemeinsamen Frühstück aufzutauchen.“ Erik nahm den Teller und die Tasse Kakao und ging zum Esstisch hinüber. Als Erik einen Schluck vom Kakao nahm, bemerkte er, dass dieser bereits abgekühlt war.





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...   Erstellt am 02.11.2007 - 20:52Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


9. Kapitel:
Im Einkaufszentrum Fliedersberg!

Nach dem Erik sein Frühstück beendet hatte und das Geschirr in die Küchenspühle stellte, kam Jürgen mit ernstem Gesichtsausdruck in die Küche und meinte: „Habe ich dir nicht gesagt, dass du dich nicht über dein Frühstück beklagen sollst?“ Erik zuckte zusammen und wandte sich um. „Ich habe nur gefragt, ob das alles war, was ich bekommen habe.“ erwiderte Erik unbekümmert. „Ich hätte gute Lust, Oma und Opa anzurufen und ihnen zu sagen, dass dein Ausflug in dieses Einkaufszentrum, gestrichen ist.“ meinte Jürgen schließlich.

Erik schluckte. „Das meinst du jetzt nicht Ernst, oder?“ fragte er heiser. „Soll ich dich etwa dafür belohnen, dass du dir einen unmöglichen Ton zulegst?“ erwiderte Jürgen und war schon dabei wieder aus der Küche zu verschwinden, doch Erik meinte: „Nein, natürlich nicht, aber du kannst mich doch nicht einfach einsperren.“ Jürgen wandte sich um und sagte: „Ich sperre dich nicht ein. Ich sprach nur davon, dass wir heute und in den nächsten Tagen keinen Besuch in das besagte Einkaufszentrum machen würden.“

Erik folgte seinem Vater aus der Küche. „Hast du dich schon dazu entschlossen?“ fragte Erik unsicher nach. „Nein noch nicht.“ meinte Jürgen. „Ich möchte in dieses Einkaufszentrum, bitte, fahren wir doch dort hin.“ bat Erik sehnlichst. Jürgen war schon fast dabei den Hörer des Telefons in die Hand zu nehmen. Er sah Erik prüfend an und dann kam Richard aus dem Wohnzimmer, der sagte: „Gehen wir in das Einkaufszentrum, aber Erik bekommt von uns eine Bedingung.“ Jürgen sah zu seinem Vater und schien zu überlegen. „Was für eine Bedingung?“ fragte er interessiert nach. „Erik muss sich die ganze Zeit über ordentlich verhalten und das in jeder Hinsicht. Sollte er auch nur in kleinster Weise von diesem Verhalten abweichen, bekommt er dort von uns beiden den Hintern versohlt.“ schlug Richard mit entschlossener Miene vor. Jürgen überdachte den Vorschlag und nickte schließlich. „Gut, einverstanden Vater. Ich nehme vorsichtshalber meinen Rohrstock mit, für den Fall, dass wir ihn zusätzlich brauchen.“ sagte Jürgen und ging zum Arbeitszimmer. „Willigst du in diese Bedingung ein?“ fragte Richard seinen Enkel. Erik nickte nur und meinte: „Mir bleibt doch nichts anders über.“

Eine halbe Stunde später gingen Erik, Jürgen und Richard aus dem Haus und in den Vorgarten. Anna und Siegfried hielten in eben diesem Moment mit ihrem Auto vor ihrem Haus. Erik, Jürgen und Richard begrüßten sie und stiegen in die Rückbank des Autos ein. Erik saß zwischen den Erwachsenen. „Wie lange brauchen wir, bis zum Einkaufszentrum?“ fragte Erik interessiert. „Nicht länger als eine halbe Stunde.“ sagte Anna.

Nach einer Fahrt von einer halben Stunde, bekam Erik ein großes Gebäude zu sehen, das auf der Fassade zartblau gestrichen war und um die ganzen Fenster weiße Ränder hatte. „Ist es das?“ fragte Erik interessiert. „Ja, das ist es. Wir fahren allerdings in die Tiefgarage.“ meinte Anna zustimmend. Bald darauf fuhr Siegfried zur Einfahrt der Tiefgarage.

Ein Herr bei der Aufsicht an der Einfahrt reichte Siegfried einen Parkschein und ließ ihn hinein fahren. Erik bemerkte zunächst nur, dass sie eine lange wendelartige Spur nach unten fuhren. Um die drei bis vier Minuten später gelangten sie in eine große Parkgarage. Auf einem Schild, an dem sie vorbei fuhren, konnte Erik lesen: 1.365 Parkplätze. Während sie durch die große Garage fuhren, sah Erik, dass bereits einige Parkplätze mit Autos belegt waren, doch manche waren noch frei. Siegfried parkte sein Auto auf einem Parkplatz, der zu beiden Seiten frei war.

Nachdem alle aus dem Auto gestiegen waren, führte Siegfried sie alle zu den Liften, an einer Wand der großen Garage. Es gab ganze drei Aufzüge, die nebeneinander standen. Links von den Aufzügen gab es sogar einen Treppenaufgang. Als einer der Lifte kam, glitten die Türen seitlich auf. Siegfried, Anna, Richard, Jürgen und Erik stiegen in den Lift ein. Erik las auf einem Schild neben unter den Druckknöpfen: Geeignet bis zu 8 Personen. Die Knöpfe auf die man drucken musste hatten die Beschriftung: TG (für Tiefgarage), EG (für Erdgeschoss), 1. OG (für Obergeschoss), 2. OG.

Eriks Familie fuhr in den zweiten Obergeschoss und als sie ankamen, stiegen sie aus dem Lift. Erik war verblüfft. Sie waren an der anderen Seite des Einkaufszentrums. Die Gänge waren groß und breit. Es gab sogar einen runden Platz mit Geländer rundherum, der weitere Treppen an beiden Längsseiten hatte und auf den breiten Seiten des fast schon ovalen Kreises, gab es gläserne Lifte.

Erik stellte sich an das Geländer und sah nach unten. Man konnte den ersten Obergeschoss und den Erdgeschoss erkennen und in der Mitte des Ovalen Bereiches der oberen Stockwerke stand im Erdgeschoss ein kleiner Springbrunnen, der mit Pflanzen am Rand geschmückt war. „Es ist toll hier.“ sagte Erik begeistert. „Komm, wir müssen dort lang.“ sagte Anna und führte Erik vor sich her. Erst jetzt fielen Erik die Abzweigungen des Einkaufszentrums auf.

Sie bogen in eine der Gänge ein, die zu beiden Seiten mit Geschäften oder aber auch mit Gastronomiebetrieben vollgestopft war. Am Ende des langen Ganges gab es wieder einen großen Platz mit einem quer liegenden Ovalen Zwischenteil, wie es Erik schon mal gesehen hatte. „Es ist fast so groß wie Adlerstein.“ meinte Erik verblüfft. Sie gingen den Weg rechts entlang und bogen in einen recht schmaleren Gang ein.

Direkt vor ihnen lag eine Eingangstür zu einem Hotelrestaurant. „Hier ist ein Restaurant, das von einem Magier geführt wird.“ sagte Siegfried erklärend. „Zum goldenen Anker.“ sagte Erik, als er das Schild links neben der Doppeltür entdeckte auf dem ein goldener Anker abgebildet war und darunter stand auf einem schmalen halb runden Schild „Zum goldenen Anker“. Die Tür war mit einer undurchsichtigen Scheibe versehen.

Siegfried öffnete die rechte Türseite und hielt sie für Erik auf. Erik trat unsicher ein. Das Restaurant hatte viele große und kleine Tische, auf denen unterschiedlich viele Leute Platz hatten. Es gab Tische von 2 bis zu 12 Personen. Zu beiden Seiten des großen Raumes gab es jeweils drei Fenster und gegenüber der Eingangstür war eine recht kleine Bar. Zwischen der Bar und der Tür standen zwei Tische für jeweils vier Personen.

„Guten Tag Herr und Frau Reuters.“ sagte der ältere Mann an der Bar. Es gab zwei Kellner und zwei Kellnerinnen, die im ganzen Raum verteilt waren. „Guten Tag, Herr Landner.“ sagten Siegfried und Anna. „Wir benötigen einen Tisch für Fünf Personen.“ fügte Siegfried hinzu. Der Kellner an der Bar nickte und kam von der Bar hervor. „Folgen Sie mir, bitte.“ sagte der Kellner und führte sie zu der linken Hinterseite des Restaurants.

Erik bemerkte die Tür an der rechten Wand von diesem Tisch. Ein Schild auf der Tür zeigte an, dass es dort den Zugang zu den Hotelzimmern und Toiletten gab. „Liegen hinter dieser Tür, gleich direkt die Toiletten?“ fragte Erik interessiert. „Nein. Dort gibt es dazwischen einen schmalen Zwischengang. Zu den Zimmern gelangt man durch eine schmale Treppe, aber was die meisten, normalen Menschen nicht wissen ist, dass die Tür, an der linken Seite, links von dieser Tür, der Zugang zur magischen Passage, ist.“ erklärte Anna. Erik staunte. „Echt wahr?“ fragte Erik fast ungläubig.

Alle bestellten Getränke und gleich darauf bekamen sie diese auch. Erik und seine Verwandten blieben um die fünfzehn Minuten im Restaurant und als sie ausgetrunken hatten, gingen alle durch die eine Tür. Erik fiel auf, dass bei der Treppe gegenüber der Tür nur Lampen hingen. Links neben der Treppe gelangte man zu der Tür, der die Toiletten enthielt.

Erik sah zu Siegfried, der seinen Zauberstab gezückt hatte. Ihm fiel auf, dass es eine recht schmale Eisentür war. Es gab keine Türschnallen, sondern nur kleine innere Dellen in der Mitte der Tür. Es waren Sechs Dellen insgesamt, die einen Kreis bildeten. „Sehe jetzt genau hin, Erik. Hier muss man in einem bestimmten Schema auf die Dellen tippen, damit die Tür aufgeht.“ sagte Siegfried und tippte nacheinander in alle Dellen. Zuerst auf die schräg links unten, dann auf die oberste, dann auf die schräg rechts unten, auf die schräg links oben, auf die schräg rechts oben und schließlich auf die ganz unten.

Erik erschrak kurz, als die ganze Tür einen kleinen Spalt nach hinten rückte und sich in der Mitte schließlich zu beiden Seiten öffnete, indem sie seitlich weg glitt. Erik eröffnete sich eine große und sehr helle Einkaufspassage. Er bemerkte auch bald den Grund: denn über ihnen hingen in einer langen Reihe, Luster. Erik sah sich die Geschäfte und Gasthäuser zu beiden Seiten an.

Siegfried und Anna führten Jürgen, Richard und Erik, durch die lange und große Einkaufspassage, des Einkaufszentrums entlang. Erik bemerkte eine Tür, die zu einer Zeitungsredaktion führte. Es gab weiters ein kleines Lokal namens „Walters Stüberl“, das direkt neben dieser Tür zur Zeitungsredaktion war. Auf der anderen Seite, gab es eine große Apotheke.
Während sich Erik zu beiden Seiten umsah, während er die Passage mit seinen Verwandten entlang ging, bemerkte er die vielen Menschen, die durch die Passage und in Geschäfte ein und aus gingen. Es gab eine große Tierhandlung, in denen man die unterschiedlichsten Tiere bekam und sogar noch Zubehör für diese Tiere erhielt. Weiters gab es direkt neben der Tierhandlung eine Tierarztpraxis. Es gab einen großen Schreibwarenladen namens „Rotners Schreibwaren“. Eine „Tabak Trafik“ befand sich ganz in der Nähe diesen Schreibwarenladens.

Auf der linken Seite gab es einen Buchladen namens „Luthers Buchhandel“. Dieser Buchladen war etwas kleiner als der Schreibwarenladen. In der Nähe dieses Buchladen befand sich ein Geschäft namens „Mattersberger Kleidergeschäft“. Des Weiteren gab es ein Geschäft namens „Wildburgers Zauberstäbe“ und ein Eissalon namens „Igors Eissalon“, als auch ein Besengeschäft namens „Lutzecks Besen“. Außerdem gab es ein recht kleines Café namens „Peters Caféhaus“, sowie ein Gasthaus namens „Eugens Gasthaus“.

Ganz am Ende der Passage gelangten sie an eine Wand, das in der Mitte eine Doppeltür hatte und drei Stufen davor hoch gingen. Es war die Magierbank. „Hier arbeiten Magier als Bankangestellte?“ fragte Erik um sich zu vergewissern. „In der ganzen Passage arbeiten Magier. Erik las die Aufschrift über der Tür „Magierbank Gildeberg“. „Wollen wir hinein gehen?“ fragte Anna die anderen. „Ja, warum eigentlich nicht.“ stimmte Jürgen zu, der selbst beeindruckt von dieser Passage im Einkaufszentrum war.

Sie stiegen die Stufen hoch und öffneten die dunkelbraune Holztür. Sie betraten eine große Schalterhalle, die zu beiden Seiten Bankschalter hatte. Ganz hinten im Raum gab es sogar Lifte.
Erik ging mit seinen Verwandten durch die Schalterhalle. Einige Leute waren bei den Schaltern und hinten bei den Liften gab es auch einen einzelnen Schalter, der im Moment nicht belegt war.

„Guten Tag.“ sagte Siegfried Reuters, als er mit den anderen bei diesem Schalter ankam. Der Bankbeamte hinter dem Schalter, hatte wie alle anderen Bankangestellte, einen dunkelgrünen Anzug, ein hellgrünes Hemd mit dunkelgrüner Krawatte und einen dunkelgrünen Arbeitsumhang. „Guten Tag. Was kann ich für Sie tun?“ meinte der Beamte hinter dem Schalter. „Ich möchte meinem Ururenkel hier, die Bank zeigen.“ sagte Siegfried. Der Beamte sah zu Erik und fragte: „Hat dieser Junge hier ein Bankkonto?“ Siegfried nickte und meinte: „Seine Mutter hat eines für ihn angelegt, so weit ich weiß.“

Der Beamte sah wieder Siegfried Reuters an und fragte: „Auf welchen Namen?“ „Auf Erik Reuters.“ sagte Siegfried geduldig. Der Bankbeamte sah in seinen Unterlagen nach und nickte. „Korrekt. Und der Junge möchte sich nur sein Verließ ansehen?“ meinte der Bankbeamte. „Vorerst ja. Sollte er doch etwas Geld abheben wollen, werden wir es Ihnen mitteilen, sobald wir wieder hier hoch kommen.“ meinte Siegfried. „In Ordnung.“ stimmte der Beamte zu und rief: „Bietersek!“

Kaum hatte er diesen Namen genannt, tauchte wie aus dem Nichts ein recht junger Mann an seiner Seite auf und fragte: „Sie wünschen?“ „Bringen Sie diese Leute zu dem Verließ des Jungen.“ ordnete der Bankangestellte an. „Sehr wohl.“ sagte der junge Mann und wandte sich an Erik und seine Familie: „Wenn Sie mir folgen würden.“

Siegfried, Anna, Richard, Jürgen und Erik folgten dem jungen Mann zu einem der Lifte, dessen Tür sich gleich darauf öffnete. Alle traten ein und der junge Mann, der ebenfalls einen dunkelgrünen Anzug und einen dunkelgrünen Arbeitsumhang trug, stieg als letzter in den Lift ein. Erik betrachtete sich den Umhang genauer. Es war ein langer bis zu den Fußgelenken reichender Umhang und es gab keinen Überwurf. Nicht einmal Ärmel gab es, statt dessen Löcher bei den Armen und einen Kragen. Es dauerte nur wenige Momente und der Lift hielt wieder an und öffnete die Türen. Der Beamte stieg aus und Erik und seine Familie folgte ihm.

Sie standen in einem langen und weitläufigen Gang mit weiß bestrichenen Wänden und Lampen an den Wänden, der einige Abzweigungen hatte. „Ihr Name?“ fragte der Beamte nun. „Reuters.“ sagte Siegfried. „Wir wollen zu Erik Reuters Verließ.“ fügte Siegfried sogleich hinzu. „Ich verstehe.“ meinte der Beamte und ohne ein weiteres Wort, führte er die ganze Familie durch einige Gänge und bogen sogar in ein paar andere Gänge ein.

„Sagen Sie, ist hier schon mal eingebrochen worden?“ fragte Erik interessiert, der dicht hinter dem Beamten ging. „Oh ja, allerdings kommen Einbrüche höchstens nur einmal in Fünfundzwanzig Jahren vor.“ meinte der Beamte. „Und wie sieht es mit Banküberfällen aus?“ wollte Erik nun wissen. „Die gab es so weit ich weiß bisher noch nie.“ antwortete der Beamte.

Schließlich hielt er vor einem der schwarzen Türen an, dessen Zahlenschild die Nummer „947“ anzeigte. „Hier bitte sehr.“ sagte der Beamte und reichte Erik einen ziemlich altmodischen und silber gefärbten Schüssel, auf dem ein Schild hing mit der Aufschrift „947 – Erik Reuters“. Erik staunte und sah den Beamten unschlüssig an. „Es ist deine Bankkammer, also darfst auch du ihn öffnen.“ erklärte der Beamte. Erik sah zu seinen Ururgroßeltern, doch diese nickten ihm nur zu. Erik atmete tief durch und ging zu der Tür. Er steckte den Schlüssel ins Schlüsselloch und drehte ihn zwei mal nach rechts. Kaum hatte er den Schlüssel wieder heraus gezogen, öffnete sich die Tür von selbst.

Erik bekam eine recht kleine Kammer zu sehen in dessen Mitte ein breiter und niederer Tisch stand auf dem eine hellbraune Holztruhe stand, die goldene Schnallen hatte. Erik trat in die Kammer und erkannte, dass die Schnallen mit einem Zahlencode verschlossen war. „Ich kann sie nicht öffnen. Ich weiß die Nummer nicht.“ sagte Erik zu seinen Ururgroßeltern. „Also meistens sind es die Zahlen auf dem Türschild, nur in anderer Reihenfolge. Manchmal sind die Zahlen von der niedrigsten Zahl bis zur höchsten oder von hinten nach vorne gelesen, die Zahlen, die für die Truhe benutzt werden.“ sagte Siegfried geduldig.

Erik überlegte einen Moment, dann versuchte er die zweite Variante und gab 749 zu beiden Seiten ein.
Die Truhe öffnete sich von selbst und Erik staunte: Die Truhe war in zwei Hälften geteilt. Auf der linken Truhenseite lagen Münzen und auf der rechten Seite war Papiergeld aufgestapelt. „Oh du meine Güte.“ sagte Erik keuchend. „Das gehört alles mir?“ fragte er ungläubig. „Oh ja, das ist alles dein privates Geld. So weit wir wissen hat deine Mutter dieses Konto angelegt, als du geboren warst und jeden Monat einen bestimmten Betrag auf dieses Konto überweisen lassen. Außerdem haben wir heraus gefunden, dass sie mit der Bank vereinbart hat, dass von deinem Waisengeld der gleiche Betrag weiterhin überwiesen wird.“ erklärte Siegfried.

Eine Stunde später traten Erik und seine Verwandten aus der Bank in die Einkaufspassage. „Wir sollten uns hier noch mehr umsehen.“ schlug Erik vor. „Gut und wo genau willst du zuerst hinein?“ meinte Anna. Noch bevor Erik antworten konnte, meinte Siegfried: „Richard und du, könnten Erik bei seinen Streifzügen begleiten. Anna und ich kennen uns hier schon sehr gut aus und werden uns ins Eissalon setzen. Sobald ihr mit eurem Streifzug fertig seit, kommt ihr auch in das Eissalon.“ „Das ist eine gute Idee.“ meinte Jürgen.

Bald darauf war Erik mit seinem Vater und Großvater allein unterwegs. Sie gingen zuerst in den Buchladen. Dort gab es zahlreiche Bücher in Regalen die bis zur Decke gingen. Manche Bücher waren So klein wie A6 große Hefte, andere so groß wie A2 große Hefte. Ein paar Leute standen im Buchladen und sahen sich um. Die Bücher waren nach Themen sortiert.

Erik ging zur Theke und sprach einen Mann an, der in diesem Laden verkaufte. „Verzeihung.“ sagte Erik. „Bitte?“ erwiderte der Mann, der schon angegraute Haare hatte und nicht mehr der jüngste war. „Können Sie mir sagen, ob es ein Buch gibt in dem so ziemlich alles Wissenswerte drinnen steht?“ erkundigte sich Erik. Der Herr zog die Augenbraun hoch und überlegte. „Wir haben einige Lexika hier, aber ob es gerade das ist was du suchst, weiß ich nicht.“ meinte der Herr schließlich. „Wo genau finde ich diese Lexika?“ fragte Erik. „Dort drüben unter dem Bereich Sachbücher.“ sagte der Herr und wies zu einem Regal.

Erik ging zu dem besagten Regal ohne etwas zu sagen. Jürgen und Richard folgten ihm langsam. Erik sah sich die vielen Lexika durch und stieg nun auf eine kleine Leiter. Schließlich entdeckte er ein hellrot eingebundenes Buch mit goldenen Rahmenlinien auf dem Umschlag. Erik nahm es aus dem Regal und las den Titel, der lautete: „Lexikon für junge Magier – von A bis Z“. Das Bild auf der Vorderseite des Buches sah für Erik sehr interessant aus.

„Oh das ist ein ziemlich neues Buch. Letzten August eben heraus gekommen. Es ist ein Nachschlagewerk speziell für Kinder zwischen Acht und vierzehn Jahren.“ meinte der Ladenverkäufer. Erik stieg mit dem Buch von der Leiter und meinte nachdenklich: „Ich werde es nehmen.“ Der Verkäufer nickte und meinte: „Das ist ein wirklich sehr gutes Buch. Viele Kinder wollten es haben. Ich musste schon zwei mal nachbestellen.“ sagte der Verkäufer nun.

Einige Minuten später ging Erik mit einer Plastiktragtasche in der rechten Hand, das die Aufschrift des Buchladens hatte, durch die Einkaufspassage. Jürgen und Richard folgten ihm. Erik hielt vor dem großen Schreibwarenladen an und meinte: „Hier finden wir bestimmt auch etwas.“ Jürgen und Richard sahen sich wortlos an, doch sie folgten Erik in den Laden. Es gab viele Regale mit den unterschiedlichsten Sachen. Erik ging zu dem Regal mit den Füllfedern. „Ich möchte eine ganz besondere Füllfeder. So etwas wie einen Zauberfüller. Jonas hat mir von solchen Füllern erzählt, doch die hier sehen alle so gewöhnlich aus.“ sagte Erik nachdenklich.

„Kann ich Ihnen behilflich sein?“ hörte Erik nun eine Frauenstimme. Er sah zu der Dame auf. Es war eine der Verkäuferinnen im Laden. „Ja gerne. Ich suche so etwas wie einen Zauberfüller. Haben Sie so etwas?“ meinte Erik. Die Dame nickte und führte Erik zu einem Regal ganz in der Nähe. „Diese Füllfedern hier sind alles Zauberfüller. Und die Tinte in den Fässern sind speziell für diese Füller entwickelt. Die nennen sich Zaubertinten, und wenn man sie in eine normale Füllfeder füllt, schreibt der Füller nicht. „Was ist das Besondere an der Zaubertinte?“ fragte Erik. „Die meisten Tinten ändern die Farbe. Zum Beispiel diese hier. Sie ist für gewöhnlich Rot, doch nach einigen Sekunden ändert die Farbe der Schrift sich auf grün. Das gibt es in den verschiedensten Farben."

„Klingt gut. Gibt es auch eine Tinte, die sich auf Marineblau färbt?“ meinte Erik interessiert. „Mal sehen.“ sagte die Dame und sah die Tintenfässer suchend um. „Oh ja, hier haben wir eine Tinte. Die Farbe beim Schreiben ist Türkis, doch sie ändert sich dann auf Marineblau.“ meinte die Dame und reichte Erik das Tintenfass. Erik sah sich die ganzen Zauberfüller an. Ein schwarzer Füller mit silbernen und weißen Symbolen gefiel ihm besonders.

„Die dort oben hätte ich gerne.“ sagte Erik und sah zu dem schwarzen Füller. Die Dame gab sie ihm hinunter. „Sonst noch etwas?“ fragte sie. Erik überlegte. „Wo bekomme ich einen Taschenkalender her, der sich nur von mir öffnen lässt und von keinem anderen sonst?“ erkundigte sich Erik. „Oh du meinst einen Zauberkalender. Den bekommst du dort drüben bei den anderen Kalendern.“ sagte die Verkäuferin.

Erik folgte ihr zu den Kalendern und die Dame zeigte ihm einen A5 großen und ziemlich dicken Kalender mit einem Schloss. „Wie viele Seiten hat er?“ fragte Erik. „Der hier hat um die Hundertfünfzig Seiten.“ antwortete die Dame. Der Kalender, den Erik in der Hand hielt war gänzlich rot. „Gibt es einen Kalender auch in Marineblau oder Schwarz, der auch so Symbole darauf hat wie der Füller hier?“ erkundigte sich Erik. Die Dame sah sich die Kalender an und schon bald darauf zog sie einen schwarzen Kalender heraus, der mit Symbolen gekennzeichnet war.

„Und den kann nur ich öffnen, sonst niemand?“ fragte Erik. „Nun, du könntest ihn so verzaubern, dass nur du ihn öffnen kannst.“ meinte die Dame. „Einen von Haus aus so verzauberten Kalender gibt es nicht.“ fügte sie hinzu. Erik sah sich den Kalender genauer an und nickte. „Der ist in Ordnung.“ meinte er und nahm ihn.

Eine viertel Stunde später gingen Erik, sein Vater und sein Großvater wieder durch die Passage. „In das eine Kleidergeschäft würde ich gerne mal rein gehen und nachsehen, was es so für Kleidung gibt.“ meinte Erik und sie gingen zu dem einen Kleidergeschäft.

Es war relativ groß und hatte viele Ständer an den Wänden und dazwischen Spiegel, vor denen Hocker standen. Ganz hinten im Raum befanden sich zwei Umkleidekabinen. Eine Dame und ein Herr waren Verkäufer. „Guten Tag. Kann ich Ihnen helfen?“ fragte der Herr, der eben frei war. „Ich möchte mich hier gerne Umsehen. Was haben sie alles für Kleidung speziell für Magier?“ meinte Erik. „Ah du bist wohl neu hier.“ meinte der Mann lächelnd. „Also prinzipiell gibt es Anzüge für Herren als auch für Damen, mit dem Unterschied das die Damen Röcke tragen. Bei Kindern aller Altersgrößen zwischen Zwei und Achtzehn Jahren gibt es verschiedenste Kleidungsvarianten. Die meiste Kleidung der Kinder und Jugendlichen sieht der Kleidung der normalen Kinder stark ähnlich. „Wie ist es mit den Festumhängen? In der Schule sind sie erst ab dem dritten Jahrgang erlaubt.“ meinte Erik. „Festumhänge könnt ihr Kinder außerhalb der Schule auch jetzt schon tragen. Allerdings nur zu besonderen Anlässen oder Festlichkeiten und Veranstaltungen rein unter Magiern.“ erklärte der Verkäufer.

„Kann man die Festumhänge auch zu Fasching tragen?“ erkundigte sich Erik. „Oh du meinst ein richtiges Kostüm zum verkleiden.“ sagte der Herr und Erik nickte. „Natürlich haben wir hier auch Kostüme zum Fasching. Hier drüben zum Beispiel.“ meinte der Herr und zeigte Erik eine schwarze Hose, ein Weißes Hemd und einen schwarzen Umhang mit weite Ärmel und einem spitzen Kragen. „Damit kann ich meinen normalen Geschwistern keinen Schreck einjagen. Sie sollen mich für einen echten Zauberer halten, verstehen Sie? Auch wenn es nur zu Fasching ist.“ sagte Erik.

Der Verkäufer schien zu wissen, worauf Erik hinaus wollte und zog beim nächsten Ständer etwas durchaus passendes hervor. „Wie wäre es mit diesem Stück hier?“ fragte er und als Erik hinsah, strahlte er. Es war ein langer Umhang, mit langen und weiten Ärmeln, allerdings zum Überziehen und nicht frei und hatte einen spitzen Kragen. Innen war der Umhang hellblau und Außen war er Mitternachtsblau und hatte silberne Symbole darauf. „Dieser Faschingsumhang ist erst diesen November neu heraus gekommen. Willst du ihn mal anprobieren?“ meinte der Herr und Erik nickte erfreut.

Fünf Minuten später kam Erik aus einer der Umkleidekabinen. „Sieht wirklich verdammt echt aus.“ meinte Jürgen erstaunt. „Das soll es auch.“ meinte der Verkäufer lächelnd. „Gibt es auch einen passenden Hut dazu?“ fragte Erik. Der Verkäufer nickte und setzte Erik einen Hut auf, der wie der Umhang aussah. „Jetzt siehst du wie ein echter Magier aus.“ lachte Richard amüsiert. „Ich nehme beides.“ sagte Erik entschlossen. Dann ging er in die Umkleidekabine zurück und wenige Minuten darauf kam er mit dem Kostüm im Arm wieder heraus.

Etwa fünfzehn Minuten später betraten Erik und seine Verwandten das Besengeschäft. „Guten Tag.“ sagte Erik zum Besenverkäufer. „Guten Tag.“ grüßte der Verkäufer zurück. „Ich wüsste gerne, welche guten Modelle es von Flugbesen und Sportbesen gibt.“ sagte Erik prompt. Der Verkäufer nickte und meinte: „Die hier sind alles Flugbesen und die Besen auf der anderen Seite sind Sportbesen.“ Erik ging zu den Flugbesen.

Jeder von ihnen hatte einen kleinen schwarzen Ledersitz in der Nähe des Schweifes und darunter Fußhebel. Der Sitz hatte sogar Gurte daran befestigt und dicht beim Kompaß vorne beim Stil gab es unterhalb einen Hacken für Gepäck. „Wie schnell fliegen solche Flugbesen?“ fragte Erik. „Also die Normgeschwindigkeit liegt zwischen 150 und 180 Stundenkilometer.“ erklärte der Verkäufer. Jeder Flugbesen war aus einem anderen Holz gemacht. Die einen Besen waren heller, die anderen dunkler, doch es waren alle witterungsfest lackiert. Erik ging zu den Sportbesen.

Jeder von ihnen sah ein wenig anders aus und waren sogar am Stil bemalt, bis auf den Schweif. Jeder von ihnen hatte eine Senkung beim Schweif und Fußhebel beim Schweif. Es gab sogar kleine Ledersitze, die wie Sitze auf Fahrrädern aussahen. Diese Besen waren je nach Größe seines Besitzers unterschiedlich groß und hatten Namen. Es gab Tigeraugen I und II, Turbo 500, 1000 und 1200. Die Tiegeraugenserie waren etwas ältere Modelle, wie Erik erfuhr und die Turboserie waren schon etwas neuere Modelle, wovon der Turbo 1200 erst im August des Jahres heraus gekommen war.

Eine Stunde später saßen Erik und seine Verwandten im Eissalon an dem Tisch, an dem sich Siegfried und Anna nieder gelassen hatten. „Da hast du ganz schön eingekauft.“ meinte Anna lächelnd. „Es hat sich immerhin ausgezahlt.“ sagte Erik lächelnd. „Könnt ihr mir einen gefallen tun?“ meinte Erik und holte seinen Kalender heraus. „Ich möchte ihn so verzaubert haben, dass nur ich diesen Kalender öffnen kann. Leider ist es mir nicht erlaubt in den Ferien Magie anzuwenden, so lange ich in der Unterstufe bin. Und ich habe noch keinen Zauber in der Schule gelernt, der es möglich macht Dinge so zu verzaubern, dass nur deren Besitzer sie benutzen können.“ erklärte Erik.

„Kein Problem.“ meinte Anna und zog ihren eigenen Zauberstab. Sie tippte mit dem Stab gegen den Kalender, murmelte etwas und ein heller Strahl umgab für Sekunden den Kalender. „Hier hast du ihn.“ sagte Anna. Erik gab den Kalender seinen Vater weiter und meinte: „Versuche ihn mal zu öffnen.“ Jürgen stellte sich der Herausforderung und wollten den Kalender aufmachen, doch vergebens. Erik strahlte, nahm den Kalender an sich und öffnete ihn mühelos. „Ein guter Zauber.“ meinte Jürgen lächelnd. „Ich will ja nicht, dass Gregor oder eine der anderen Jungen bei uns zu Hause, meinen Kalender nehmen und einfach lesen, was ich darin geschrieben habe.“ sagte Erik erklärend.





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...   Erstellt am 11.11.2007 - 21:26Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


10. Kapitel:
Halbjahresschluss, Faschingsfest & eine neue Freundschaft!

Einige Tage später war Silvester gekommen. Erik lernte viel für seine Halbjahresprüfungen und sein Vater prüfte ihn abends stets insgeheim ab. Die Ferientage gingen viel zu schnell vorbei und am dritten Januar im nächsten Jahr packte Erik seine Sachen, da er am folgenden Vormittag bereits zur Schule zurück fahren musste.

Erik hatte eben seine letzten Sachen in seinen Koffer gepackt, als Gregor in das Zimmer kam und fragte: „Du musst morgen schon wieder weg fahren?“ Erik sah auf und nickte: „Natürlich muss ich das. Übermorgen haben wir wieder Unterricht.“ Gregor sah ihn merkwürdig an und meinte: „Normalerweise fängt die Schule doch erst am siebten Januar an.“ „Nicht so auf Adlerstein.“ erwiderte Erik.

Am nächsten Tag saß Erik gegen Mittag bereits im Schulzug. Jonas saß bei ihm und beide unterhielten sich über ihre Ferien. Melinda saß bei ihnen und redete mit ihnen mit. „Du warst also tatsächlich im Einkaufszentrum?“ fragte sie begeistert. „Ja, meine Ururgroßeltern haben Vati, Opa und mir alles gezeigt. Sogar die Magierpassage.“ erklärte Erik immer noch beeindruckt.

Am frühen Nachmittag hielten schließlich die Schulbusse am Parkplatz der Schule an. Die Schüler stiegen aus und holten sich ihre Koffer. Schnee lag auf den Wiesen des Geländes und nur die Wege waren bestmöglich vom Schnee befreit worden. Die Schüler gingen zum großen Schulgebäude hoch. Erik, Jonas und Melinda bestiegen schließlich die Portaltreppen zum Eingangstor hoch und klopften sich ihre Winterstiefel ab.

Dann gingen sie die breite Treppe der Eingangshalle in den ersten Stockwerk hoch. Die Schüler kamen nur langsam voran, denn durch die vielen Schüler gab es einen Stau. Es dauerte einige Minuten bis Erik, Jonas und Melinda die Gänge im ersten Stock entlang gingen und eine weitere Treppe in den zweiten Stock hoch stiegen.

Bald darauf gelangten sie schließlich zur Tür, der sie in den Gemeinschaftsraum ihres Wohnturmes führte. „Wisst ihr noch den Zahlencode?“ fragte Melinda. „Ich glaube, ich weiß ihn noch.“ meinte Erik und griff nach dem Drehknopf. „Zwei mal nach rechts, einmal links, einmal rechts und zweimal nach links.“ murmelte Erik vor sich hin und drehte dabei den Knopf. Die Tür öffnete sich, kaum hatte Erik den Knopf los gelassen.

Sie gingen in den großen Gemeinschaftsraum und stellten ihr Gepäck neben der Treppe ab. Dann gingen sie in die Garderobe um sich ihre Hausschuhe anzuziehen. Ihre Mäntel hatten sie ebenfalls in die Garderobe gehängt und sie führten ihre Koffer in ihre Wohnbereiche hoch. Erik und Jonas stiegen die Treppe zu den Schlafsälen und Waschräume der Jungen hoch. Im ersten Stockwerk ihres Wohnturms gingen sie gleich in ihren Schlafsaal, der insgesamt acht Jungen beherbergte.

„Es ist schön, wieder hier zu sein.“ sagte Erik glücklich. „Ach wirklich? Ich dachte, du wolltest nie auf diese Schule.“ meinte Jonas grinsend. „Nun, inzwischen habe ich meine Meinung zu dieser Schule geändert, wie du vielleicht mitbekommen haben dürftest.“ entgegnete Erik und räumte seinen Sachen in den Schrank neben dem Bett, das er schon zu Schuljahresbeginn belegt hatte.

Eine dreiviertel Stunde später saßen Erik und Jonas zusammen an einem Tisch im Gemeinschaftsraum. Beide hatten sich ihre Bücher genommen und gingen noch einmal den gelernten Stoff der magischen Fächer durch. „Was meinst du, ob wir jetzt unsere Zauberstäbe benutzen dürfen?“ fragte Jonas. Ehe Erik antwortete, sagte eine männliche Stimme hinter ihm: „Hier in der Schule dürft ihr sie benutzen.“

Jonas wandte sich erschrocken um und bekam Herrn Jellinek zu sehen. „Oh guten Tag.“ sagte Jonas. „Nun, wie waren eure Ferien?“ fragte Herr Jellinek und setzte sich an einem Stuhl neben Jonas. „Ganz in Ordnung.“ sagte Erik. Jonas nickte nur. „Es war nur schade, dass wir für das Lernen keine Zauberstäbe benutzen durften.“ meinte Erik nun. „So sind nun mal die Regeln. Die Schüler ab dem fünften Jahrgang dürfen sie benutzen.“ „Ist es wahr, was uns die älteren Schüler gesagt haben? Hier in der Nähe des Schulgeländes gibt es eine Kleinstadt, in denen die Schüler an bestimmten Wochenenden Ausflüge machen dürfen?“ fragte Jonas plötzlich. „Ja, aber erst ab dem dritten Jahrgang.“ sagte Herr Jellinek. „In dieser Kleinstadt leben ausschließlich Magier. Sie ist eher wie ein großes Dorf. Dort gibt es viele Wohnhäuser, kleine Geschäfte und mehrere Lokale. Die nächst größere Kleinstadt, in denen normale Menschen leben, ist mehr als eine Stunde von diesem Dorf entfernt und hat sogar Schulen für normale Kinder und ein kleines Krankenhaus.“ erklärte Herr Jellinek.

Die erste Schulwoche nach den Weihnachtsferien verging und in der darauf folgenden Woche machten alle Jahrgänge ihre Halbjahresprüfungen in den magischen Fächern. Die Schüler wurden dazu immer einzeln in die Klassen geholt um ihr Können unter Beweis zu stellen. Während ein Schüler in der Klasse war, mussten die anderen vor dem Klassenzimmer warten.

In Verwandlung hatten sie ihre erste Prüfung. Erik betrat schließlich die Klasse. Sein Lehrer stellte ihm eine Porzellanvase auf den Tisch. „Bitte verwandle diese Vase in einen Getränkekrug, der ebenfalls aus Porzellan besteht.“ ordnete sein Lehrer ihm an. Erik nahm seinen Zauberstab und überlegte einige Augenblicke. Schließlich machte er mit seinem Zauberstab eine Bewegung und murmelte eine Zauberformel. Ein weißer Strahl erschien und legte sich über die Vase. Einige Sekunden später stand ein Porzellankrug statt der Vase auf dem Tisch. „Das war sehr gut. Jetzt verwandle ihn wieder zurück.“ meinte sein Lehrer. Erik erinnerte sich sogleich an die Formel, die den Krug in die Vase zurück verwandelte und wandte ihn auch an.

Fünf Minuten später trat Erik aus dem Klassenzimmer und ging zu seiner nächsten Prüfung. Die nächste Prüfung hatte Erik in Zauberkunst. Es fiel ihm leicht drei verschiedene Zauber samt Gegenzauber anzuwenden. In Kräuterkunde musste jeder Schüler im Gewächshaus es mit einer magischen Pflanze aufnehmen. Zuerst bekamen die Schüler mündliche Fragen zu der Pflanze gestellt und schließlich mussten sie mit der Pflanze so verfahren wie es vorgesehen war.

Als Erik an der Reihe kam, fragte ihn seine Lehrerin in diesem Fach, welche Pflanze es sei. Erik beantwortete alle Fragen, die sie stellte korrekt und schließlich wandte er sein Wissen zu dieser Pflanze direkt an. Seine Lehrerin war recht zufrieden mit seinen Anwendungen.

In Zaubertranklehre musste Erik seinem Lehrer Sechs Fragen zu drei unterschiedlichen Zaubertränken- oder bräunen mündlich beantworten. Erik war sich nicht immer ganz sicher, doch er beantwortete diese Fragen so gut er es konnte. Schließlich mussten alle Schüler gleichzeitig einen bestimmten Zaubertrank herstellen und es ganz ohne Rezept oder Zutatenunterlagen schaffen. Erik glaube seinen Zaubertrank am Ende recht gut hin bekommen zu haben und gab eine Probe davon seinem Lehrer ab.

Schließlich hatten sie die Prüfung in Magische Wesen. Erik bekam drei verschiedene ausgestopfte Tiere zu sehen und beantwortete mündlich alle Fragen die er zu diesen Tieren gestellt bekam. An einem Abend hatten die Schüler eine praktische Prüfung zu Sternenkunde. Sie mussten den Himmel betrachten und das was sie sahen ihrem Lehrer mündlich beschreiben.

Ihre letzte Prüfung hatten sie am Samstag in Besenfluglehre. Die Schüler mussten auf ihrem Flugbesen, dessen Umgang sie im ganzen Halbjahr schwer erlernt hatten, durch eine Flugrunde beweisen, wobei sie ganz ohne Anweisungen in verschiedenen Höhen und Standorten durch verschiedenfarbige in der Luft schwebende Ringe, in einer bestimmten Reihenfolge fliegen mussten. Erik kam diese Übung sehr leicht vor und schaffte es sogar in ziemlich schneller Zeit.

Schließlich waren die Prüfungen in den magischen Fächern beendet. Doch obwohl sie ihre Prüfungen gemacht hatten, hatten die Schüler trotzdem bis zur Zeugnisverteilung in diesen Fächern fortlaufenden Unterricht.

Am Freitag in der ersten Februarwoche bekamen sie in der letzten Unterrichtsstunde, um ein Uhr mittags ihre Zeugnisse von ihren Klassenlehrern überreicht. Es gab zwei Zeugnisse: einen mit normalen Fächern und einen mit magischen Fächern. Als Erik sein Zeugnis bekam, meinte sein Klassenlehrer zu ihm: „Du bist einer der drei Besten in dieser Klasse. Herzlichen Glückwunsch.“ Erik staunte und als er seine Zeugnisse genauer ansah, sah er auch, warum.

In den normalen Fächern hatte Erik viele Einser, nur in Mathematik und Französisch hatte er zweier. In den magischen Fächern hatte Erik fast überall einser, bis auf Zaubertranklehre und Kräuterkunde, dort hatte er eine Zwei erreicht. „Mann du bist ja spitze.“ sagte Jonas und zeigte sein Zeugnis Erik. Er hatte in Französisch eine Drei und in Zaubertranklehre ebenfalls eine Drei, sonst hatte er in allen Fächern Einser und Zweier erreicht.

Als die Schüler zum Mittagessen in den Speisesaal kamen, sagte ihr Schulleiter: „Dieses Schulhalbjahr ist nun vorüber. Wie es seit der Gründung hier üblich ist, dürft ihr nach dem Mittagessen nach Hause fahren. Ihr habt euch die Halbjahresferien durchaus verdient, doch bedenkt, dass ihr von morgen Samstag bis Dienstag Abend Ferien habt und daheim über diese paar Tage Zeit habt, eure Faschingsfeiern zu feiern. Vergesst also nicht, am Mittwoch nächste Woche um halb Eins Uhr mit dem Schulzug wieder hier her zurück zu fahren, denn am Donnerstag nächste Woche beginnt für jeden einzelnen von euch, das zweite Schulhalbjahr.“ Die Schüler applautierten ihrem Schulleiter zu dieser Ansprache. Danach begannen alle mit dem Essen.

Gegen halb zwei Uhr mittags diesen freitags luden alle Schüler ihr Gepäck wieder in die Kofferräume ihrer Schulbusse ein und stiegen selbst in die Busse ein. Schon eine viertel Stunde später fuhren die Schulbusse wieder nach München. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir für vier Tage frei bekommen.“ sagte Jonas überrascht. „Ich hätte nicht geglaubt, dass wir für diese paar Tage überhaupt nach Hause fahren dürfen.“ erwiderte Erik.

Nach der Busfahrt fuhren sie mit dem Zug nach Hause. Am Abend um halb Sieben Uhr kam der Zug im Frankfurter Hauptbahnhof an. Ein paar Minuten später kamen sie zu dritt am Ende des Bahnsteigs Elf an und begegneten ihren Verwandten. Erik sah seinen Vater und seinen Großvater bei den Eltern von Jonas stehen.

„Hallo.“ sagte Erik zu seinen Verwandten erfreut. „Wir haben natürlich gehört, dass ihr ein paar Tage Ferienpause zwischen den Halbjahren habt.“ meinte Jürgen, nachdem er seinen Sohn begrüßt hatte. „Wann werden wir das Faschingsfest machen?“ fragte Erik interessiert. „Am Sonntag Nachmittag bis zum Abend.“ antwortete Jürgen, während er seinen Sohn vom Bahnsteig führte. Richard ging mit ihnen mit und meinte: „Gregor ist wieder einmal sehr skeptisch auf deine Schule eingestellt. Er findet es seltsam, dass ihr nur so wenige Tage Energieferien habt.“ „Oh, ich bin sicher, er wird sich am Sonntag sehr erschrecken.“ meinte Erik belustigt.

Eine halbe Stunde später betrat Erik mit seinem Gepäck sein Zimmer im Hause Reuters. Dann begann er auch sogleich seine private Kleidung auszupacken und in den Schrank zu tun. Seinen Koffer und seinen Schulrucksack stellte er neben seinem Schreibtisch ab. Schon bald kam er in das Wohnzimmer des Hauses. Jürgen und seine Frau Gabi saßen im Zimmer. Selbst Richard war anwesend. Eriks Halbbrüder waren anscheinend nicht zu Hause.

„Du willst sicher meine Zeugnisse sehen, oder Vati?“ meinte Erik, kaum war er im Wohnzimmer bei seinem Vater angelangt. „Natürlich will ich sie sehen.“ sagte Jürgen. Erik reichte seinem Vater zuerst das Zeugnis mit die normalen Fächer. Nachdem sich Jürgen dieses Zeugnis genau angesehen hatte, meinte er: „Meine Güte, da bist du ja sehr fleißig gewesen. Nicht einmal Markus hat in diesem Jahr ein Zeugnis ohne dreier. Er hat nämlich in Französisch nur eine Drei geschafft und in Mathematik und Englisch zweier.“ „Das andere Zeugnis sieht nicht viel anders aus.“ sagte Erik und gab seinem Vater auch das Zeugnis mit den magischen Fächern. „Sieht wirklich sehr gut aus.“ sagte Jürgen stolz und strich seinem Sohn lobend über das Haar.

„Wozu hast du zwei Zeugnisse?“ fragte Gabi verwundert. „Ach weißt du, Mutti, auf Adlerstein lernen wir noch andere Sachen und deshalb bekommen wir zwei Zeugnisse.“ erklärte Erik ein wenig unsicher und vorsichtig. „Ich wollte ohnehin mit dir darüber noch reden, Schatz.“ sagte Jürgen nun und gab Erik die Zeugnisse so zurück, dass Gabi das zweite Zeugnis nicht erkennen konnte. Erik eilte mit den Zeugnissen aus dem Zimmer. Richard folgte ihm hinaus.

„Zeigst du sie mir auch?“ fragte er Erik, kaum hatte er die Wohnzimmertür geschlossen. „Oh ja, natürlich. Ich hatte ganz vergessen, dass du in die Geheimnisse der Familie nun auch eingeweiht bist.“ sagte Erik, als er sich nun wieder an den Tag erinnerte, an dem er vor seinem Vater und Großvater hörte, dass er ein echter Magier war.

Eine viertel Stunde später kamen Eriks Halbbrüder nach Hause. Gerade in dem Moment, kam auch Jürgen aus dem Arbeitszimmer. „Ihr seit spät dran.“ sagte er zu seinen vier Söhnen, die eben nach Hause gekommen waren. „Aber du hast doch gesagt, dass wir wegen Erik erst um halb Acht Uhr am Abend essen werden.“ erwiderte Gregor fast schon aufgebracht. Jürgen sah seine vier Söhne streng an. „Ich habe aber auch gesagt, dass ihr noch vor viertel Acht zurück sein sollt.“ sagte er nun. Gregor, Markus, Micha und Tobi zogen sich schweigend ihre Schuhe und Mäntel aus.

Erik kam eben die Treppe wieder herunter, als seine Brüder in ihre Hausschuhe geschlüpft waren. „Wenn ihr noch ein einziges Mal später nach Hause kommt, als ich es euch sage, dann bekommt jeder einzelne von euch, der zu spät kommt, ein Hintern voll dass es sich gewaschen hat, ist das klar?“ meinte Jürgen fast schon drohend. Die Jungen zogen ihre Köpfe ein und nickten wortlos. Erik sah seinen Vater erstaunt an. Erik wollte schon den anderen Kindern in die Küche folgen, doch Jürgen hielt in an der Schulter auf. „Komme kurz ins Arbeitszimmer.“ sagte Jürgen murmelnd.

Erik folgte seinem Vater in das Zimmer. „Ich habe eben Gabi über dich aufgeklärt. Natürlich hat sie mir zuerst nicht glauben wollen, als ich ihr davon erzählte, doch dann meinte sie, sie würde deswegen bei dir persönlich noch nachfragen.“ sagte Jürgen langsam und etwas gedämpft. „Aber Opa und du, ihr glaubt doch inzwischen an alles, was ihr erfahren habt, oder?“ meinte Erik. „Nun, wir sind zumindest seit unserem Besuchstag auf Adlerstein, dabei, es zu glauben.“ gestand Jürgen. „Du wirst verstehen, dass Vater und ich noch ein wenig Zeit brauchen, um dem ganzen vollkommenen Glauben zu schenken.“ fügte er nun hinzu. „Vati, ich habe es mir nicht ausgesucht, ein Magier zu sein.“ versuchte Erik ihm klar zu machen. „Das weiß ich natürlich.“ meinte Jürgen besänftigend.

Um halb Acht Uhr am Abend saßen alle im Esszimmer und aßen zu Abend. Gabi schwieg sich während des ganzen Essens aus. Nach dem Essen, eilten Gregor, Markus, Micha und Tobi in das Wohnzimmer. Erik half Gabi beim Abwasch. Jürgen und Richard halfen mit. „Ist es wahr, was Jürgen über dich gesagt hat?“ fragte Gabi nun etwas gedämpft. „Du meinst, die Tatsache, dass ich ein Magier bin?“ fragte Erik leise zurück. Gabi nickte wortlos. „Ja, das stimmt.“ meinte Erik.

„Auf Adlerstein werden wir auch dazu ausgebildet. Zum einen erlernen wir normale Sachen, zum anderen aber auch alles was mit Magie zu tun hat. Das heißt nicht, dass wir unbedingt anders leben. Auf Adlerstein leben wir, wie auf anderen Internaten auch, nur mit dem kleinen Unterschied, dass wir alle magische Fähigkeiten haben, verstehst du?“ erklärte Erik leise. „Nein, nicht ganz, aber mir wird wohl nichts anders über bleiben, als es zu akzeptieren.“ meinte Gabi und sah mit einem kurzen Seitenblick zu ihrem Mann hinüber. „Im Prinzip hat keiner Schuld daran, dass diese Familie Verwandte hat, die in dieser Hinsicht einzigartig sind.“ meinte sie nun.

Zwei Tage später war Sonntag früh. Erik wachte um halb Sieben Uhr morgens auf. Von Jonas und Melinda wusste er, dass es in dem Einkaufszentrum, in dem es auch die Magierpassage gab, ein Faschingszug statt finden würde. Erik kam in seiner Verkleidung die Treppe herunter und stahl sich in die Küche. „Na du?“ fragte Richard Reuters hinter ihm, als Erik den Kühlschrank öffnen wollte. Erik wandte sich leicht erschrocken um. „Ich wollte mir nur etwas zum Essen mitnehmen, weil ich in das Einkaufszentrum möchte, da dort ein Faschingszug statt findet.“ erklärte Erik rasch.

„Sollen wir dich vielleicht dort hin fahren?“ fragte Jürgen, der nun bei der Tür erschien. „Das wäre super.“ sagte Erik. „Aber was ist mit den anderen, ich glaube kaum, dass die mitkommen können.“ fügte Erik etwas kleinlaut hinzu. „Wir bringen dich dort hin und zu Mittag um halb zwei lässt du dich von deinem Freund hier her zurück bringen.“ schlug Jürgen nun vor. „Woher...?“ begann Erik, doch sein Vater lächelte nur mild und sagte: „Ich habe mit den Eltern deines Freundes gesprochen und sie haben mir von der Faschingsfeier im Einkaufszentrum erzählt.“ Erik staunte wieder einmal.

Eine dreiviertel Stunde später hatte Erik das Einkaufszentrum durch den Haupteingang im Erdgeschoss betreten. Über sein Kostüm trug er einen langen Wintermantel. Erik ging durch das Einkaufszentrum und fuhr mit dem Lift in den zweiten Stock. Erik musste den Weg zu dem Hotelrestaurant eher suchen, denn er war nur zum zweiten Mal in diesem Einkaufszentrum.

Schließlich fand er das Restaurant und wollte eben schon eintreten, als er hinter sich hörte: „He Erik!“ Erik wandte sich um und erkannte mit Freude, dass es Jonas mit seinen Eltern, seinen älterem Bruder und der jüngeren Schwester war. „Hallo Jonas!“ sagte Erik und umarmte seinen Freund, als dieser bei ihm ankam. „Toll das du her gekommen bist.“ meinte Jonas nun. „Welches Kostüm trägst du eigentlich?“ wollte Jonas weiter wissen. „Ich gehe als Zauberer und du?“ meinte Erik nun. „Das ist toll, ich nämlich auch.“ sagte Jonas und öffnete seinen Wintermantel. Das Kostüm das er trug sah aus, als wäre es schon öfters benutzt worden.

Erik ging mit seinem Freund und dessen Familie in das Restaurant. Dort waren viele Leute verkleidet und sie setzten sich an einem Tisch. Sie bestellten Getränke, die sie bereits nach zwei Minuten bekamen. Schließlich kam Melinda mit ihrer Familie in das Restaurant. Jonas winkte ihr zu und sie kam zu ihnen. „Als was gehst du denn?“ fragte Jonas erstaunt, der das Kostüm von ihr nicht klar entziffern konnte. „Als Hexe natürlich.“ sagte Melinda stolz. „Dein Kostüm ist echt super.“ meinte Erik beeindruckt, der sich Melindas langes Kleid ansah. „Danke. Dein Kostüm ist auch sehr schick.“ entgegnete Melinda lächelnd.

Einige Zeit später begann der Faschingsumzug. Erik, Jonas und all die anderen Leute aus dem Restaurant nahmen daran teil. Erik fand den Umzug richtig aufregend, denn sie tanzten dabei und sagen sogar Lieder. Gegen Elf Uhr Vormittags gab es ein Kostüm- und Kunstwettbewerb. Erik und Jonas traten bei diesem Wettbewerb gemeinsam auf. Melinda schloss sich ihnen an und gemeinsam überlegten sie sich ein richtig gutes Lied, das sie vortragen wollten.

Schließlich kamen sie an die Reihe und wurden als die „Magischen Drei“ aufgerufen. Auf der Bühne begannen sie zu singen. Ihr Lied war sehr schwungvoll und erzählte von ihren eigenen Erlebnissen, die sie zum Teil auf Adlerstein erlebten und Erik erzählte in seinem Lied, dass er gar nicht wusste dass er ein Magier war und nun froh war auf Adlerstein zu gehen. Obwohl ihr gemeinsames Lied viel Wahrheit beinhaltet hatte, bekamen sie einen sehr gewaltigen Applaus.

Am Ende des Wettbewerbes wurden die Plätze vergeben. Erik, Jonas und Melinda machten sogar den ersten Platz und jeder von ihnen bekam ein Siegespreis überreicht. Es wurden Fotos von ihnen geschossen und schließlich verriet noch jeder von ihnen ihren Namen.

Nach dem Erik, Melinda und Jonas zusammen an einem Tisch zu Mittag gegessen hatten, meinte Melinda: „Ich kann euch beide sehr gut leiden. Und ihr?“ Erik und Jonas fanden es ungewöhnlich, das Melinda auf ein solches Thema kam. „Wir mögen dich auch.“ sagte Erik schließlich. „Ja ehrlich, wir finden dich sehr nett.“ stimmte Jonas offen zu. „Nun, vielleicht können wir ja Freunde werden.“ meinte Melinda schließlich. Erik und Jonas sahen sich ungläubig an. „Ja, warum eigentlich nicht.“ meinte Jonas schließlich. „Was meinst du Erik?“ fragte er an Erik gewandt weiter. „Von mir aus, gerne.“ stimmte Erik nun zu. „Ich habe gemerkt, dass ihr diesen Jungen vom Wohnturm der C-Klassen nicht leiden könnt.“ sagte Melinda nach ein paar schweigsamen Sekunden. „Dietrich und seine Freunde meinst du?“ fragte Erik erstaunt. Melinda nickte und sagte: „Ich mag ihn auch nicht besonders.“ „Toll, da haben wir was gemeinsam.“ sagte Jonas.

Schließlich mussten sich die Freunde von Melinda, ihrer neuen Freundin, trennen. Erik wurde von der Familie Marker nach Hause gefahren. Erik bedankte sich für die Mitnahme im Auto und Jonas meinte noch, dass sie sich bestimmt noch vor beginn des zweiten Schulhalbjahres sehen würden. Erik ging dann in den Vorgarten und betrat schließlich das Haus.

Erik hörte Stimmen aus dem Wohnzimmer und stellte zu seiner Freude fest, dass auch die Kinder des Hauses da waren. Nachdem er sich Schuhe und Mantel ausgezogen hatte, ging Erik in Hausschuhen in das Wohnzimmer. „Hallo.“ sagte Erik erfreut. „Hallo.“ sagten Jürgen, Richard und Gabi, Jürgens Frau. Gregor, Markus, Micha und Tobi sahen überrascht auf.

„Wie siehst du denn aus?“ fragte Gregor misstrauisch. „Das ist mein Zaubererkostüm. Ich trage es schon den ganzen Tag, weil ich auf einem Faschingsfest in einem Einkaufszentrum war.“ erklärte Erik entschieden. „Mit diesem lächerlichen Aufzug?“ fragte Gregor lachend. „Das ist kein lächerlicher Aufzug. Jonas, Melinda und ich haben bei einem Wettbewerb den ersten Platz gemacht.“ sagte Erik nun etwas ärgerlicher. „Dein Kostüm sieht bescheuert aus.“ sagte Gregor und erhob sich vom Boden, wo er mit den anderen an einem Puzzle gearbeitet hatte.

„Ach ja, wirklich? Findest du etwa meine Schuluniform von Adlerstein auch bescheuert?“ fragte Erik nun etwas angriffslustiger. „Deine Uniform aus der Schule geht ja noch, aber dieses Kostüm ist einfach blöd.“ erwiderte Gregor. „Also meine Freunde haben auch solche Kostüme getragen. Jonas ging wie ich als Zauberer zu der Faschingsparty und Melinda trat als Hexe auf.“ sagte Erik stolz. „Nun, mir gefällt dein Kostüm nicht.“ sagte Gregor.

„Oh du meinst einem Magier steht kein Kostüm, das allen zeigt, dass er magisch ist?“ erwiderte Erik nun leicht verärgert und aufgebracht. Gregor, der wieder zu seinem Platz am Boden gehen wollte, blieb stehen. Er wandte sich erneut Erik zu und fragte hauchend: „Was meinst du damit?“ „Genau das was ich eben sagte, Gregor. Ich bin ein Magier und das habe ich heute jedem gezeigt.“ sagte Erik ruhiger und mit fester Stimme.

Gregor brach in schallendes Lachen aus. Auch Markus, Micha und Tobi fingen an zu lachen, nur die Erwachsenen blieben ernst. „Das ... das ist ... ist ein toller Witz, ... Erik.“ sagte Gregor immer noch lachend. Als sich Erik Halbbrüder beruhigten, sagte Erik ernst: „Das ist kein Witz, Gregor. Das ist mein ernst.“ Kaum hatte Erik diese Worte ausgesprochen, ging er aus dem Zimmer. Gregor, Markus, Micha und Tobi verstummten schlagartig.

„Sein ernst? Er kann das unmöglich ernst meinen.“ sagte Markus unsicher. „Ach, der ist doch nur beleidigt, weil ich sein Kostüm lächerlich finde.“ meinte Gregor und setzte sich zu ihnen. „Da wäre ich mir nicht so sicher.“ meinte nun Micha. „Ich glaube, Erik meint wirklich was er sagt.“ „Du glaubst also, dass er sich wirklich für einen Magier hält, obwohl das komplett stumpfsinnig ist?“ erkundigte sich Gregor wieder misstrauisch. „Nun ja, möglich wäre es doch, oder?“ meinte Micha unsicher. „Soll der sich doch halten für was er will, mich überzeugt er bestimmt nie damit.“ sagte Gregor entschieden. Die Erwachsenen hatten den Jungen nur zugehört, sahen sich an und schwiegen weiter.

Zwei Tage später packte Erik seine Sachen wieder ein. Sein Kostüm hatte er gut in seinem Schrank versteckt. Er hatte seinen Auftritt am Sonntag nie mehr erwähnt und auch keiner der anderen hatte es je angesprochen. Erik war eben dabei seinen Koffer zu schließen, als die Tür zum Zimmer auf ging.
„Oh Vati, du bist es nur.“ sagte Erik, als er aufsah. „Ich bin eben mit dem Packen fertig geworden.“ fügte Erik hinzu.

Jürgen nickte nur wortlos und meinte: „Du dachtest, du könntest Gregor davon überzeugen, dass du ein Magier bist, oder?“ Erik nickte betrübt. „Er hat mein Kostüm lächerlich gefunden.“ sagte er. „Nun, Gregor hat keinen Sinn für Fantasie, Erik. Das musst du akzeptieren. Früher als er ein Kleinkind war, hat er sich, wie alle anderen Kinder in seinem Alter, von solchen Fantasiegeschichten beeindrucken lassen, aber sobald er immer älter wurde, hat er angefangen, solchen Geschichten keinen glauben zu schenken. Markus, Micha und Tobi dagegen sind sich nicht ganz sicher, ob sie deine Worte ernst nehmen sollen oder nicht.“ meinte Jürgen langsam. „Was willst du mir damit sagen, Vati?“ fragte Erik unsicher. „Ich möchte dir damit sagen, dass du es langsam angehen sollst, um deine anderen vier Brüder von der Tatsache zu überzeugen, dass du nun mal ein Magier bist.“ sagte Jürgen. Erik war nachdenklich geworden.





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11. Kapitel:
Das zweite Schulhalbjahr & Preisverleihung!

Am nächsten Tag lud Erik sehr früh sein Gepäck in den Kofferraum vom Auto seines Vaters. Gegen Mittag verabschiedete sich Erik schließlich von den anderen Familienmitgliedern und stieg in das Auto seines Vaters ein. Bald darauf fuhr Jürgen das Auto durch die Stadt und zum Hauptbahnhof Frankfurts.

Etwas mehr als eine halbe Stunde später standen Jürgen und Erik auf dem Bahngleis. Erik entdeckte Jonas und Melinda und grüßte sie. „Eigentlich schade, das wir uns in den letzten beiden Tagen nicht gesehen haben, aber jetzt haben wir ja wieder die Möglichkeit im Zug zusammen zu sitzen.“ sagte Jonas ein wenig bedauernd. „Ach, das macht doch nichts.“ winkte Erik ab.

Der Schulzug fuhr schon bald auf Gleis Elf ein. Erik verabschiedete sich herzlich von seinem Vater. Nun fielen Erik die Abschiede von seinem Vater nicht mehr ganz so schwer, wie noch am Anfang, denn er wusste: zu Ostern würde er ihn wieder sehen. Erik nahm sein Gepäck und stieg in den Zug ein. Er sah, dass sich seine Freunde wieder in die Ecke gesetzt hatten, in der Erik und Jonas schon bei ihrer ersten Fahrt nach Adlerstein saßen.

Einige Minuten später saß Erik bei seinen Freunden im Zug, der bereits aus dem Bahnhof gefahren war und nun durch Frankfurt fuhr. Erik erzählte seinen Freunden, was sich am Sonntag bei sich zu Hause ereignet hatte. Jonas und Melinda hörten ihm zu und warteten bis er ausgesprochen hatte. „Klingt ganz so, als könntest du deinen älteren Bruder nicht davon überzeugen, aber deine jüngeren Brüder scheinen nicht so recht zu wissen, was sie von deiner Aussage halten sollen.“ meinte Melinda vernünftig. „So etwas ähnliches hat Vati auch gestern zu mir gesagt.“ sagte Erik.

Die Fahrt verging für alle Schüler recht schnell. Schon um vier Uhr nachmittags fuhren die Schüler mit die Busse vom Bahnhof zur Schule. Es dauerte noch eine ganze Stunde bis die Busse auf den Parkplätzen der Schule anhielten und die Schüler aussteigen konnten.

Eine Stunde darauf sahen sich die Freunde ihre Schulbücher durch. Sie wollten sich auf das neue Halbjahr vorbereiten. Eine weitere Stunde später aßen alle Schüler von Adlerstein im Speisesaal zu Abend. Eine halbe Stunde nach dem Abendessen suchte Erik seinen Erzieher auf um mit ihm über etwas zu sprechen, dass Erik sehr wichtig schien. Bei diesem Gespräch schilderte Erik seinem Erzieher die Ferienerlebnisse und auch welchen Eindruck sein Vater auf ihm hinterlassen hatte. Gemeinsam mit seinem Erzieher suchte Erik eine Lösung für die Situation zu hause und schließlich hatten sie sich auf eine Regelung dazu geeinigt.

Der nächste Tag lief ganz gewöhnlich ab. Die Schüler gingen in den Unterricht und mussten anschließend ihre Hausaufgaben bewältigen. Erik war in diesen Tagen ziemlich nachdenklich gestimmt. Seine Freunde bemerkten diese Veränderung rasch und am ersten Sonntag nach den Ferientagen, fragte Melinda, als sie in der Bibliothek saßen: „Was ist los mit dir? Du bist seit unserer Ankunft ziemlich nachdenklich.“ „Ich habe mit Herrn Jellinek über etwas gesprochen und wir haben uns auf etwas geeinigt. Ich bin mir nicht sicher ob es so klug war, es überhaupt zu tun.“ sagte Erik zurück haltend. „Was ist das für eine Einigung die ihr getroffen habt?“ fragte nun Jonas interessiert. Erik sah seinen Freund nur mit einem Blick an, der eindeutig verriet: „Das hat dich nicht zu interessieren.“

Die folgende Woche wurde wieder sehr anstrengend. Erik suchte sehr oft seinen Erzieher auf, manchmal sogar mit seinen Schulsachen. Im Unterricht gingen die Lehrer wie sonst auch mit ihrem Lehrstoff ziemlich schnell voran. Jonas und Melinda fragten Erik nicht mehr danach, worauf er sich mit ihrem Erzieher geeinigt hätte und Jonas vermutete, dass es nichts Gutes sein konnte, doch das er damit ganz falsch lag, wusste er ja nicht.

Der Februar neigte sich seinem Ende zu und nach vier Schulwochen nach den Halbjahresferien, wurden in der zweiten Märzwoche die ersten Klassenarbeiten des neuen Halbjahres geschrieben, als auch die Lernkontrolltests in den magischen Fächern. Am Sonntag morgen, in der Woche als die Schüler ihre Arbeiten und Test geschrieben hatten, begegneten Erik und seine Freunde wieder Dietrich, der sie wie so oft in letzter Zeit, ziemlich nervte.

„Oh das Schmierige Trio kommt daher.“ sagte Dietrich und seine Freunde lachten wieder. Erik und seine Freunde hatten eben den Speisesaal betreten um zu frühstücken. Dietrich und seine Freunde stellten sich Erik und seinen Freunden in den Weg. „Aus dem Weg.“ sagte Erik mit ruhiger Stimme. „Uuh.“ sagten Dietrichs Freunde und fanden es sogar noch komisch. „Geht uns aus dem Weg.“ sagte Erik nun bestimmter. „Was willst du tun, Rattentier?“ fragte Dietrich feixend. „Willst du mich wieder verfluchen und damit Punkteabzug riskieren?“ fügte er gehässig hinzu. Erik wusste, dass seine Freunde ihn gespannt ansahen.

„Nein.“ sagte Erik bestimmt. „Ich möchte nur an dir vorbei gehen. Ich und meine Freunde wollen an dir vorbei gehen.“ fügte er hinzu. „Tatsächlich? Wie wäre es mit einem Duell, schmieriges Rattentier?“ erwiderte Dietrich. Seit jenem Tag, an dem Erik zu Dietrich sagte, dass er ihn nicht Schlaukopf nennen sollte, hatte sich Dietrich ein neues Kosewort für ihn überlegt. „Ich lasse mich nicht auf Duelle ein.“ erklärte Erik bestimmt. Jonas und Melinda hatten ihm bereits von Duellen unter Magiern erzählt. „Oh das ist aber schade.“ meinte Dietrich und tat als wäre er beleidigt worden.

„Was ist das für ein Stau hier?“ fragte eine ernste Stimme. Eriks Freunde als auch Dietrich und dessen Freunde bemerkten, dass sich auf Eriks Gesicht ein zufriedenes Grinsen auftat. Schon bald darauf tauchte Herr Jellinek neben Dietrich auf. „Stau?“ fragte Dietrich ahnungslos. „Dietrich und seine Freunde hindern uns die ganze Zeit daran in den Speisesaal zu gehen. Ich habe ihn zwei Mal freundlich darum gebeten, uns vorbei zu lassen.“ erklärte Erik aufrichtig. „Geht bei Seite.“ wies Herr Jellinek Dietrich und seine Freunde scharf an. Keiner der Jungen rührte sich.

„Ich habe ihren Schützling gerade danach gefragt, ob er Lust auf ein Duell hätte.“ sagte Dietrich und kam sich richtig toll dabei vor. „Ich werde mich nicht duellieren, nur weil du Lust dazu hast.“ sagte Erik und wurde fast ärgerlich. „Damit bist du durchaus im Recht, Erik.“ sagte Herr Jell