PumpisUndCo  Administrator
    

Status: Offline Registriert seit: 15.04.2006 Beiträge: 184 Nachricht senden | Erstellt am 03.05.2006 - 02:03 |  |
So frei wie ein Vogel

Hätte ich mir jemals erträumt, so frei wie ein Vogel zu sein? Nein.
Ich habe mir schon länger überlegt, einfach einmal einen Fallschirmsprung auszuprobieren. Nun habe ich im Internet durch einen einfachen Zufall Angebote zum Tandem-Fallschirmspringen gefunden. Ich bestellte somit die Karten über den Tandemsprung.
Der Tag ist gekommen
Das war Samstag, 29.04.2006. Morgens, war das Wetter entsprechend gut, meistens sonnig, obwohl nach Wetterbericht, soll regnen und teilweiser donnern. Nach kurzem Telefonat, durften wir trotzdem fahren.
Einweisung:
Ich musste mich zunächst in einen Anzug zwängen. Dann bekam ich einen sehr lustig wirkenden Helm aus Leder und eine Brille. Mein Tandemmaster, dieser wird zugewiesen, legte mir dann das Geschirr an. Dieses wird um die Oberschenkel und Hüfte geschnallt und über die Schultern. Gehen kann man mit den Zeugs auch nicht normal, sodass ich ziemlich lachen musste, als ich ein paar Schritte als Versuch absolvierte. Danach wurde mir erklärt, wie ich kurz vor dem Absprung an der Flugzeugtür sitzen muss. Ein wenig die Knie einknicken, die Hände an die Gurte an die Schulter umfassen meinen Kopf in den Nacken und somit auf die Schulter des Tandemmasters legen, der hinten an mich angeschnallt wird und dann der Sprung. In dem freien Fall, der bei 3000 Metern 30 Sekunden dauerte, wird mir der Tandemmaster dann 2x auf die Schulter klopfen. Das heißt dann für mich, ich darf die Hände von den Gurten nehmen und kann sie auseinander halten. Der Kopf kann normal gehalten werden. Wie ich Landen soll wird er dann oben im Luft erklären, denn das ist das einfachste, das wichtigste ist richtiger Sprung.
Im Flugzeug
Der Aufstieg war sehr laut, sehr eng, sehr kalt. Das Flugzeug hatte keine richtige Tür, sondern dicken, rollbaren Ledervorhang und die eisige Luft trat rein. Aber der Ausblick war wunderschön. Nach ca. 10Min erklärte mir der Tandemmaster mit Handbewegungen, mich auf seinen Schoss zu setzten. Dies tat ich sogleich und die Anschnallerei ging los. Auch ich musste dem Master ein wenig dabei helfen, da zwei Gurte bei mir vorn ganz fest angezogen werden mussten.
Der Sprung:
Das rollbares Tor wurde hochgezogen. Dann rutschten wir vor bis zur Luke und ich hängte die Beine raus, wo ich sofort den Gefühl bekommen habe, dass ich sie gleich verliere, wie sehr starker Wind war. Wir sind gesprungen. Da ich Schutzbrille an hatte konnte ich natürlich die Augen auf lassen. Es war eine kurze komische Umdrehung in der Luft, die ich nicht wirklich realisieren konnte, aber dann Flogen wir grade und mit 212km/h mit Gesicht zu Erde (genaue Geschwindigkeit konnte ich an der Uhr von Tandemmaster ersehen). Nach der Stabilisierung bekam ich ein Zeichen mit Paar Klopfen auf meiner Schulter. Ich nahm meine Hände vom Gurt weg und genießte den freien Flug, das wahnsinnige Gefühl. Ich war frei. Alles auf der Erde war soooo …. mini! Die Auto´s, die Häuser, die Bäume. Ich hatte einfach nur damit zu tun, dieses Gefühl in mich aufzusaugen. Nach kurzer Zeit öffnete der Master nun den Schirm….
… und es gab einen riesigen Ruck. Danach wurde mir kurz erklärt, wie ich landen soll. Beim landen sollte ich die Beine zum Bauch nach oben ziehen, den Rest macht dann der Tandemmaster. Während dem Segeln in der Luft durfte ich sogar Steuerseile übernehmen. Er hielt natürlich etwas oberhalb auch noch die Seile zur Sicherheit fest, nur lenken durfte ich. Das war lustig. Scharfe Rechtskurve, dann scharfe Linkskurve. Schwer war es auf jeden Fall, zu eine oder andere Seite zu lenken. Absolut geniales Gefühl. Das ist eine Achterbahn nichts dagegen. Wirklich!!! Vor dem Landen ließ ich die Hände von den Steuerseilen los, um etwas Zeit zu nehmen, mir die Umgebung genau anzusehen und rauszufinden, wo ich bin und ob wir auf richtigen Punkt landen. Nach ca. 6 – 8 Minuten war dann der ganze Spaß vorbei. Wir sind gelandet. Zum Abschluss erhielt ich noch eine Urkunde als Beweis für den Sprung überreicht.
Angst:
Ob ich Angst hatte, ich will nicht angeben, aber ich hatte wirklich keins. Ich genoss jede Sekunde – vor der offene Luke, der Sprung usw. Im Freifall habe ich sogar nicht mal daran gedacht, dass noch Fallschirm aufgemacht wird. Ich flog mit so einem Gefühl, als ob ich immer fliegen konnte und immer sicher lande, auch ohne Schirm. Das einzige was mich störte, dass es kalt war und noch im Flugzeug fingen mir einige Extremitäten wie Gesicht, Ohren, Hände und Füße abzufrieren.
Zum Schluss…
… möchte ich euch sagen, dass es für mich ein vollkommender Tag war. Es war wunderschön, sich so frei zu fühlen, wie ein Vogel. Die Landschaft aus dieser Perspektive zu sehen war atemberaubend. Und die Geschwindigkeit im freien Fall war …. Ich kann es nicht beschreiben. Ihr müsst es unbedingt selbst einmal versuchen! Es lohnt sich wirklich! Auch wenn es ein bissel viel kostet, es ist ein Abenteuer wert. Wenn mich jemand fragt: „Und? Magst du es noch mal machen?“ Da sage ich: „Ja. Mit ziemlich grosser Sicherheit, ja! Falls jemand die Kosten übernimmt“

Signatur Man sollte ruhig sagen, was man denkt. Nur sollte man es zuvor bedenken. |