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mam 
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...   Erstellt am 12.09.2006 - 15:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Er liebt mich nimmer. „Wimmer“
(Widmung an Reinhard)

Am 24. September um 6:47 Uhr verließ Herr Wunstorf die Wohnung, ohne seiner Frau einen Abschiedskuss gegeben zu haben. Er war etwas spät dran.

Frau Wunstorf war darüber äußerst gekränkt und setzte sich an ihren Computer, wo sie die Klage verfasste: „Er liebt mich nimmer. Wimmer“

Diese Worte setzte sie 11 Minuten später in ein Internet Diskussionsforum und unterschrieb mit „langbeinige Elisabeth“. 5 Minuten später rief ihr Mann über Handy an und entschuldigte sich für seinen übereilten Abgang. Damit war die Angelegenheit für Beide erledigt.

Eine Frau Elsa Brehlich aus Essen kommentierte Frau Wunstorfs Worten im Internet mit: „Vergiss das Schwein. Frauen an die Macht!“, woraufhin ein Herr Herbert aus Olsdorf (seinen Nachnamen wollte er nicht bekannt geben) hämisch darunter kritzelte: „Wimmert doch alle beide, ihr Memmen!“

Die Mittfünfzigerin Maria Hanf aus Bayern konnte sich nicht verkneifen, Herrn Herbert übers Maul zu fahren:
„Ey, du Depp, du damischer, hast denn koa bissel Gefühl für so a junges Weibsbild, das von ihrem Alten total an die Wand gefahren wurd‘? Vielleicht hot des arme Ding a no a Hauf’n Kinder am Oasch und iberhaupts missen mir Weiber imma für alles aafkumme. Also reiß di g’fälligst z’samm und schau zuo, dass’d weiderkimmst, sonst lernst mi no kenne, goa!“

Hierauf klinkte sich Frau Elsa aus Essen wieder ein, um die fesche Bayerin zu unterstützen: „Ja genau, alle Männer sind Schweine!“

Der spindeldürre Herr Weberknecht, der jahrelang sowie unter seinem Namen, als auch unter seinem Untergewicht litt, erhöhte seine Tagesdosis an Sedativum auf das Doppelte und schrieb folgende Zeilen dazu:
„Hiermit möchte ich mich in aller Form für alle Männer entschuldigen, die so eine grausame Tat begangen haben und auch für die, die zu so einer grausamen Tat fähig sind. Die Frauen sind das einzig Wahre auf dieser Welt. Sie erhellen unseren Tag und schenken Freude und Liebe. Wie, um alles in der Welt, kann er Frau Elisabeth nur auf solch grausame Art beleidigen und demütigen?“

Herr Herbert bekam beim Lesen der Zeilen einen Lachkrampf.

Ein erfolgloser Dichter und Plagiat las zufällig die Zeilen: „Er liebt mich nimmer. Wimmer“ und reichte sie unter seinem Copyright bei einem Verlag ein, in der Hoffnung, dass der Betrug nicht auffallen würde. Daraufhin bekam der Verlagsleiter einen Tobsuchtsanfall und wurde für 3 Monate in eine Nervenheilanstalt zwangseingewiesen. Der Dichter wartet noch bis heute auf eine Antwort des Verlages.

Der gutsituierte, jedoch mit einer Hasenscharte gepeinigte Herr Peter Lutz aus Hamburg nutzte den unglücklichen Umstand der „langbeinigen Elisabeth“, ihr gleich per Email einen Antrag zu machen:

„Sehr geehrte Frau Elisabeth,

zum Glück sind nicht alle Männer so blind und rücksichtsvoll wie der Ihrige.
Bitte erlauben Sie mir, Sie zum kommenden Samstag auf meine kleine Segeljacht einzuladen. Ich würde Sie von Herzen gerne mit Champagner verwöhnen und Sie für den Rest Ihres Lebens auf Händen tragen.
Unter den vielen vom Schicksal gebeutelten Menschen befinden sich so zahlreiche Perlen, aber Sie sind mit Sicherheit eine der Schönsten davon.
Ich erwarte Sie sehnsuchtsvoll an Pier 29.

Ihr untertänigster Peter Lutz

PS: bitte bringen Sie Kartoffelsalat mit.

Marias Worte dazu „A, geh weida, du Oasch, du suagst do a nur a Putzfra“ wurden von Elsa mit einem abermaligem: „Ja genau, alle Männer sind Scheine“ unterstützt.

Der missionierssüchtige Diplompsychologe Karl von Lemmering stolperte durch Zufall über die Worte: „Er liebt mich nimmer. Wimmer“ und meinte, sich ebenfalls einmischen zu müssen.

„Liebe langbeinige Elisabeth,
ich konnte nicht umhin, aus Ihren zugegebenermaßen etwas spärlichen Worten einen sehr großen Schmerz herauszulesen, aber der Umstand, dass Sie mit „langbeinige Elisabeth“ unterschrieben haben, lässt darauf hoffen, dass Sie sich (wahrscheinlich schon unterbewusst) von Ihrem Partner gelöst haben und einen Neuanfang starten. Das ist gut! Machen Sie so weiter!“

Der Olsdorfer Herbert hatte sich inzwischen von seinem Lachkrampf erholt und besprach die Angelegenheit Elisabeths mit seinen Springerstiefel-Kumpeln in der Stammkneipe um die Ecke. Zusammen verfassten sie folgenden Antwortbeitrag:

„Hallo Elisabeth, Elsa und Maria,

wenn Ihr Euch genügend um euren Haushalt, eure Männer und Kinder kümmern würdet, hättet Ihr keine Zeit mehr, um solch einen Schwachsinn ins Internet zu stellen. Aber nein, Ihr seit alle nur degenerierte Inzucht-Lesben, die keine Ahnung vom Leben haben.
Ein Mann MUSS euch nicht lieben! Es reicht völlig, wenn er euch schwachsinniges Gekröse heiratet, damit Ihr nicht alleine in der Gegend herum irrt und die Leute belästigt!
Lasst in Zukunft Eure Finger vom PC und schält Kartoffeln oder geht in einen Abendkurs, um zu lernen, wie Ihr Eurem Kerl einen „pusten“ könnt.“

Beim Anblick dieser Zeilen fiel Herr Weberknecht in Ohnmacht. Stunden später, nachdem er wieder aufwachte, schluckte er alle Tabletten, die er fand und nur einem glücklichen Umstand war es zu verdanken, dass seine Nachbarin ihn fand. Auch er wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

Frau Maria Hanf war mit einem Kripobeamten verheiratet, der zufälligerweise den gesamten Thread las.

Zwei Jahre später:

Frau Wunstorf kam dahinter, dass ihr Mann sie schon seit drei Jahren mit seiner Sekretärin betrog und ließ sich scheiden.

Herr Wunstorf lebt jetzt alleine in einer 30 Quadratmeter kleinen Mansardenwohnung und zahlt jeden Monat 750,- € Unterhalt an seine Exfrau.

Frau Elsa Brehlich heiratete Herr Peter Lutz und finanzierte die Operation seiner Hasenscharte.

Herr Herbert aus Olsdorf entpuppte sich als Hugo Meyer aus Köln und bekam eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren wegen Beleidigung. Er wurde nach 18 Monaten wegen guter Führung entlassen.

Maria Hanf führte eine lange Brieffreundschaft mit Hugo Meyer und heiratete ihn, sobald er aus dem Gefängnis entlassen wurde.

Herr Weberknecht machte in der Psychiatrie die Bekanntschaft mit einem Verleger und ging mit ihm eine homosexuelle Beziehung ein. Sie sind heute ein glückliches Paar, das darauf hofft, irgendwann vom Papst getraut zu werden.

Diplompsychologe Karl von Lemmering wurde vom Innenminister zum Internetbeauftragten ernannt und ist seitdem 24 Stunden am Tag in jedem deutschen Chat anzutreffen. (Ich glaube, sein Nick lautet „mam“)

Und die Moral von der Geschichte?

Finden Sie sie selbst!

Copyright by Marina Braun. Nachdruck und Vervielfältigung nur mit meiner schriftlichen Genehmigung.





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Athene ...
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...   Erstellt am 12.09.2006 - 21:45Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo, Mam
habe mich köstlich amüsiert. Da könnte man glatt weiterschreiben und die Geschichte noch ausbauen.
Aber was mich brennend interessieren würde: Warum Epos an Mino? Gibt es da ein Geheimnis, das wir alle kennen sollten?
LG
Athene





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Minotaurus ...
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...   Erstellt am 12.09.2006 - 22:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Athene schrieb
    Aber was mich brennend interessieren würde: Warum Epos an Mino? Gibt es da ein Geheimnis, das wir alle kennen sollten?

Der Ursprung dieses "Geheimnisses" und der Titel dieses "Gedichtes" liegt wohl im Diskussionsforum einer anderen Plattform begraben.
Warum gerade ich der Adressat von diesem Epos bin, ist mir allerdings ein Rätsel.

Leider wurde vergessen, darin zu erwähnen, daß der Staatsanwalt für den Betreiber dieser Plattform Jörg S. sechs Jahre Zuchthaus mit anschließender Sicherungsverwahrung gefordert hatte.
Dem Richter ging jedoch dieser Antrag der Staatsanwaltschaft nicht weit genug und er verurteilte ihn, sämtliche, darauf befindlichen "Gedichte" selbst zu lesen.
Damit wird er noch heute beschäftigt sein, falls er sich inzwischen nicht erhängt hat.

Märchenhafte Grüße vom Mino


.

[Dieser Beitrag wurde am 12.09.2006 - 22:40 von Minotaurus aktualisiert]





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Worte, Worte, nichts als Worte! Dazwischen manchmal ein Gedanke.
(Marcel Reich-Ranicki)

mam 
Moderatorin a.D.
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...   Erstellt am 03.03.2007 - 07:34Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Habe nach langer Zeit wieder diese Geschichte gefunden und musste selbst über meine Worte lachen, die schon lange in Vergangenheit gerieten. (Ich sollte wohl in Zukunft alle meine schnell dahin geplätscherten Texte abspeichern)

Die Widmung an Reinhard entstand tatsächlich aus seinem Spruch "er liebt mich nimmer. Wimmer".





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darkangel ...
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...   Erstellt am 06.08.2007 - 21:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


lol, das ist gut
da müsste man mal in einer schlaflosen nacht mit vielpizza und käsestangen die moral herauskristallisieren
lg darkangel





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