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Republicain ...
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...   Erstellt am 05.12.2005 - 08:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Im Nachwort einer Wieland-Ausgabe bin ich über einen Sachverhalt gestolpert, der im Prinzip ganz leicht auszumachen ist, aber so exakt noch nicht von mir gelesen wurde:
Es geht um die Ansicht zu Wielands Werke ... " Die Wende bildet die deutsche Frühromantik. Sie scheidet nicht allein zwei Jahrhunderte, sie zieht eine scharfe Trennungslinie zwischen zwei Epochen. Die eine beginnt im Renaissancezeitalter und endet mit der deutschen Klassik, die andere, an deren Ausgang wir uns heute befinden, umfaßt das 19. und einen großen Teil des 20. Jahrhunderts. ..."
Bis um 1800 wurden die Schriften Wielands gelobt, aber ganz plötzlich schwenkte die öffentliche Meinung um und bis auf einige Mahner und Unentwegte wie Goethe wurde die Literatur des Rokoko und des Sturm und Drang verächtlich gemacht.
Eine Kostprobe von 1852: " "Musarion oder Philosophie der Grazien"... er ist eine üppige Nächerei, wenn nicht geradezu Gift, durch welches die edelsten Organe zerstört und die kommenden Geschlechter geschwächt, gelähmt, verkrüppelt werden. Der Wielandschen Dichtung kann sich nur das versunkenste Individuum, nur eine in Kraftlosigkeit, Ohnmacht und Fäulnis verfallene Gesellschaft, nur eine der völligen Auflösung aller sittlichen, religiösen und politischen Bande entgegen gehende Nation zuwenden..."
In der Tat kehrt die Romantik einiges ins Gegenteil. Während bei Hölderlin sich noch ein Bacchus am Indus tummeln darf, er ist ja der verzweifelnd schwer zwischen Romantik und Klassik einzuordnende Schwärmer, gilt durch die Frühromantiker schon vieles von dem Griechisch-Antiken-Stoffen als fremdländisch und muss so einem Giftschrank beifallen.
Hier sehe ich persönlich die interessanteste Wende dieses Empirezeitalters, das ja im Allgemeinen als Wendepunkt der Geschichte angesehen wird.





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... Das Sturmläuten, das nun anheben wird, ist kein Alarmsignal, es bedeutet den Generalangriff auf die Feinde des Vaterlandes. Um sie zu besiegen, brauchen wir Mut, meine Herren, Mut und nochmals Mut; dann ist Frankreich gerettet.

Elisabeth 
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...   Erstellt am 05.12.2005 - 09:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Erklärungsversuch:
Was ist geworden aus den heeren Idealen der Antike ?
hört man die Menschen fragen im Jahre 1815 -
die Macht,einstmals der größte Prediger gegen die Mißstände und Kämpfer für Vernunft hat Europa mit füchterlichster Not überzogen .
Was soll man da anderes tun , als Antworten suchen in der Welt des Phantastischen ( Mittelalters )





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der Unterschied zwischen Einbildung und Bildung besteht in Anstrengung und darin , daß man sich die Finger schmutzig macht .....

MadameKaya ...
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...   Erstellt am 08.12.2005 - 16:49Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Na die hehren Ideale der Antike passten ja perfekt zur Republikgründung , diese Republik machte dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation dann den Garaus...
Da sehnte sich der traumatisierte Michel doch schnell in die goldene Zeit des Mittelalters zurück, als dieses Gebilde noch "intakt" war

[Dieser Beitrag wurde am 08.12.2005 - 16:49 von MadameKaya aktualisiert]





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Es gibt kein echtes Leben im Falschen...

Nanny ...
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...   Erstellt am 09.12.2005 - 07:41Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


naja, eigentlich ist es doch ein logischer Übergang: aus der Welt der Antike in die Romantik hinein. Früher haben die Epochen ein paar Jährchen länger gedauert (20-30 Jahre)als heute (seit Ende des WWII immer schnellebiger) und infolgedessen waren die Formen, egal ob in der Architektur, der Kunst oder Mode dann auch bedeutend extremer, während heute alles irgendwie ein sich ähnelnder u7nd immer schneller wiederholender Brei ist.




Republicain ...
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...   Erstellt am 14.12.2005 - 07:44Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Oder langlebiger, Nanny! Steckt nicht die Architektur mit beiden Beinen im Bauhaus fest, wie ein beladenen Grenadier im Schlamm eines frischgepflügten Ackers? Und der Postmoderne scheint auch die Puste ausgegangen und das trotz mancher Bitten um Vergebung in den Augen der Ästehtik. Die moderne Kunstkritik, die über Rokoko die Nase zu rümpfen pflegt, hat selber keine wirklich neue Kunst vorzubieten.
In Russland gewinnt schon die Historienmalerei wieder an Boden. Igitt.
Es gibt schlimmeres als die Romantik fürwahr.





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Elisabeth 
Ast
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...   Erstellt am 14.12.2005 - 08:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


die heutige Zeit hat viel mit der Epoche der beginnenden Romantik gemeinsam-
Ich schätze, das ist auch der Grund ,warum wir uns sosehr für die Epoche um 1810 interessieren-
Hat ein Mensch das Gefühl,von Veränderungen seiner Gegenwart überrollt zu werden ,dann möchte er sich in sein Arkadien zurückziehen-





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Nanny ...
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...   Erstellt am 14.12.2005 - 11:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Stimmt, klassisches Bauhaus aus den 20ern ist mir trotzdem lieber, als die modernen Interpretationen!
Was ist an Romantik so schlimm? Schöne Möbel und wunderschöne Gedichte, geschichtlich gesehen eine ausgesprochen interessante Zeit.
Wir fühlen uns doch nicht nur aus geschichtlichem Interesse zu vergangenen Zeiten (egal welche) hingezogen. Elisabeth hat recht: ein Arkadien - schöne heile Welt!(?) (Ab in den Philosophie-Thread!)




Elisabeth 
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...   Erstellt am 14.12.2005 - 12:45Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Sobald ein Kunststil das humane Maß verlässt und aus menschlichen Wesen marmorne Statuen macht,deren einiziger Daseinszweck die Dekoration ist , ist es Zeit für etwas neues .....

das Bauhaus ist wiederum eine Reaktion auf die völlig überbordende Symbolik der wilhelminischen Epoche-
Was mich an dem einen , dem wilhelminischen ,Stil
erdrückt ,das vermisse ich am Stil des Bauhauses-

und in der heutigen Zeit ? Gäbe es die Sprayer nicht in den modernen Trabantenstädten, wer wollte annehmen , daß hier Menschen lebten ?????










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Republicain ...
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...   Erstellt am 16.12.2005 - 13:52Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Tatsächlich habe ich einmal gelesen, dass jemand in den 1840ern schrieb, ob es etwas verlogeneres als den Klassizismus gibt. Die Klassizisten, gerade die Frühklassizisten von Erdmannsdorf (herrlich sein Wörlitzer Schlösschen) bis Gilly d. Jüngere fanden nirgendwo mehr Wahrheit als in den klaren Ausdrucksformen des Klassizismus!





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Elisabeth 
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...   Erstellt am 16.12.2005 - 16:12Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


beim Begriff " Klassizismus " fallen mir Tempel ein , griechisch oder römisch.....

Ettliche der großen Tempel waren noch recht gut erhalten im 18 Jahrhundert , außer als Steinbruch haben sie kaum jemanden interessiert-
Jetzt ,da nur noch Ruinen übrig sind , kann sich jeder seine eigene Antike basteln.
und es Romantik nennen.





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