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    chris ...
    Motz Sack




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    ...   Erstellt am 01.07.2005 - 11:28Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


    Der Ibach - Vom Nunningenberg zum Chessiloch
    Wer kennt sie nicht, die Wappenfelsen im Chessiloch beim Eingang zum Chaltbrunnental? Dies ist eines der beliebtesten Wander- und Naherholungsgebiete der Region. Durch das romantische Tal fliesst der Ibach, welchen wir heute Talwärts begleiten. Er hat zweierlei Quellen, einerseits ist dies der Bach aus Zullwil. Die Einheimischen nennen ihn auch Gilgenbergbach, seine Quellen sind am Hirnikopf 1024 müM. vom Nunningerberg bis zur Huttenhöchi zu finden. Talwärts, im so genannten „Foogel“, fliessen sie zusammen. Anschliessend schlängeln sie sich unter einer sechs Meter hohen Brücke hindurch, stürzen danach über mehrere Stufen ca. 40 Meter die Ibachfälle hinunter. Man erzählt sich, dass oberhalb der Felsen der Ibachgeist über sein Revier Wache hält.
    Bei Hochwasser, oder bei Eis im Winter, ist dies ein besonders imposantes, aber nicht ungefährliches Schauspiel. Ein mit festen Ketten als Handlauf gesicherter Weg führt über die Ibachfälle. Er durchfliesst eine tiefe Schlucht zwischen der Portiflue und dem Schloss Gilgenberg, wo er bei niedrigem Wasserstand gänzlich im Boden verschwindet und erst bei der alten Brücke beim Sennhus wieder zu Tage kommt. Hoch über uns ist die Ruine vom Schloss Gilgenberg. Die Burg wurde zu Beginn des 14. Jahrhunderts von dem Freiherrn von Ramstein erbaut. Erstmals Urkundlich erwähnt wurde Gilgenberg 1312. Die bekanntesten Bewohner von Gilgenberg waren Hans und Agatha Imer, seinerzeit Bürgermeister von Basel. Weil sie keine Nachkommen hatten und Basel in Ungnade gefallen war, verkauften sie die Landvogtei für 5900 Rheinische Gulden, 1527 an die Stadt Solothurn. 1798 wurde die Burg von Untertanen in Brand gesteckt und diente von da an als Steinbruch. 1932 wurde sie auf Staatskosten (CHF 30'000.--) renoviert und ist nun seit November 1935 unter Kantonalem Denkmalschutz.
    Sehenswert ist auch das Tektonische Fenster; "Durchblick in die Urzeit“ (von vor 30'000 Millionen Jahren) und die heutige „Movie Night-Wochen" im innern der Burg. Von der linken Seite, vor dem alten Sennhus, fliesst ein weiterer Bach vom Chrüxboden kommend dazu. Er schlängelt sich über das Burgfeld in Richtung Zullwil. Bei der Zimmerei Kohler verschwindet er in einem Kanal bis zur Post Haltestelle beim Rest. Ochsen. Danach fliesst er weiter durch die March bis vor die Meltingerbrücke. Dort fliessen, anderseits, die Quellen vom Mältingerbächlein, von der Horüti und dem Saienberg kommend dazu.
    Unter dem Namen „Zolwilre“ wurde das Dorf erstmals in einer Besitzurkunde vom 29. Juli 1152 von König Friedrich dem 1. erwähnt. Das Dorf und die nähere Umgebung haben aus fast allen Siedlungslagen etwas aufzuweisen.
    Auf der Portiflue und im Kaltbrunnetal z. B. Spuren von Kelten, Münzen aus der Zeit von Kaiser Nero wurden bei Oberkirch ausgegraben und Alemannische Gräber beim Chalchirank. Früher wurden die Einwohner von Zullwil die „Gitzis“ gennant, da sie besonders viele Geissen gehalten haben sollen.
    Früher drehten unweit von der Meltinger-Brücke noch die Wasserräder einer Mühle und einer Sägerei. Der Oberlauf des Ibaches hatte auch sechs Staustufen um das Wasser auf die umliegenden Wiesen zu verteilen. Auch nicht vergessen darf man die Meltinger Mineral Wasser (Meltina, Citro) und Naturheilquellen, welche 1995 geschlossen wurden.
    Nach der heutigen ARA hat sich der Bach eine tiefe Schlucht gegraben. Da wo heute bei der engsten Stelle eine Brücke hinüber führt, war einst eine 10m hohe Staumauer. Durch eine böswillige Chedite Sprengung wurde das Bauwerk stark beschädigt und das Hochwasser vom 2. Juli 1968 riss schliesslich den Rest des Gemäuers weg. Noch Heute sieht man das Trümmerfeld, mit den riesigen Steinquadern, welches nun dick mit Moos überwachsen ist. Auf der Rechten Seite sieht man den Kanal ( Natursteinmauer ), welcher für die Bewässerung des Eichlenbergfeldes bei Roderis gebaut wurde. Weiter unten, bei der Lehnen Brücke, ist ein weiterer Kanal, der das Wasser auf die Schneeglögglimatte leitete. Dieses Gebiet war in den 70er und 80er Jahren der Treffpunkt der Laufentaler und Schwarzbuben Hippy Bewegung. Weiter fliesst der Bach über unzählige dick mit Moos bewachsene Stufen und Windungen durch das Gebiet der „Rüchi“. Mit etwas Ruhe und Geduld können wir den farbenprächtigen Eisvogel und die Wasseramsel entdecken.
    Wir überqueren die Strasse, welche Brislach mit dem Schindelboden und dem Chastel verbindet. Von links fliesst der Dürrbach dazu dessen Quelle auf der Helgenmatt zu finden ist. Nach ca. 250m treffen wir bei der Kaltbrunnen Höhle ein. Die Quelle aus der Höhle wurde 1859 von der Gemeinde Brislach für 2000.- an die Stadt Basel zur Trinkwasserversorgung verkauft. Der Stollen selber ist verschlossen. Nach weiteren 200m sehen wir links von uns die Ibachhöle. Es handelt sich um eine kleine Quellhöhle von 16m länge, aus deren Eingang ein regelmässiges Rinnsal fliest. Genau vis à vie den Hang hinauf sehen wir die Schindelbodenhöhle. Der weg führt uns weiter den Bach entlang wobei uns auffallen mag das das ganze Tal in grünem Moos eingebettet ist. Im Sommer herscht ein angenehmes kühles Klima wo einige schöne Plätze uns auffordern uns auszuruhen und die die Seele baumeln zu lassen.
    Bei so viel Idylle verpassen wir fast die wohl bekannteste Höhle im Tal. Um zu deren Eingang zu gelangen müssen wir den Bach auf die linke Seite überqueren, die Kohlerhöhle. Am 16. 12. 1934 entdeckte H. Kohler die Höhle und fand im hinteren teil Steinwerkzeuge, Knochen und Zähne vom einstigen Höhlenbären. Das genaue Alter der Funde ist umstritten, ergeben aber ein verhältnismässig junges alter. Noch immer unter dem Eindruck von der damaligen Zeit stolpern wir durch eine mit Pflastersteinen ausgelegte Wegsenke. Beim genaueren hinsehen entdecken wir am Felsen die Versturzquelle, der eigentliche Austrittsort der Schällbachversickerung.
    Und schon hören wir vor uns den Zug. Der Ibach mündet genau zwischen den beiden Eisenbahnbrücken im Chessiloch, unterhalb der Wappenfelsen in die Birs. Die Felsmalereien oder in Stein gehauenen ca. 60 Erkennungszeichen, meist in Wappenform entstanden während des 1. Weltkrieges. Als die strategisch bedeutende Talenge mit Bahn und Strasse vom Militär bewacht wurde.


    viel spass
    cheers





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    chris ...
    Motz Sack




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    ...   Erstellt am 04.07.2005 - 11:56Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


    zur zeit interessant an der birs in zwingen:

    die EBL hat das kraftwerk der papierfabrik in zwingen gekauft.

    am vergangenen samstag wurde der kanal dazu "trockengelegt" dabei wurden ca 2'000 (!!!!) bachneunaugen gerettet, nebst den anderen fischen wie:
    bachforellen
    strömern
    egli
    karpfen
    etc.

    zur zeit sind ganz oben und ganz unten am kanal noch zwei riesige "gumpen" die, mit frischwasserversorgt, am kommenden samstag morgen früh gänzlich leergefischt werden (elektrofanggerät)

    auch dabei werden noch zahlreiche bachneunaugen zum vorscheinkommen.

    das bachneunauge ist ein fisch, der vielerorts als gefährdet oder ausgestorben gilt.

    Bachneunauge "Lampetra planeri"



    L = 20 cm, Lz = März - Juni,
    N = als Jungtiere (Querdern) von Detrius (abgestorbenen organischen
    Bestandteilen) nach der Metamorphose erfolgt keine Nahrungsaufnahme mehr.
    M + W = Laichen in größeren Gruppen in geschlagenen Laichgruben und sterben danach,
    Vorkommen: sandig - kiesige Bachabschnitte, die Querder (Larven) leben ca. 4
    Jahre im Gewässergrund, in einer Metamorphose bilden sich
    die Querder um in geschlechtsreife Tiere und bilden ihr Rundmaul,
    Status: stark gefährdet, durch Gewässerverunreinigung und Verbauungen
    Grundräumungen der Gewässersohle;Status:
    Stark gefährdet

    Beschreibungen: L = Größe, Lz = Laichzeit, N = Nahrung,
    M = Männchen (Milchner), W = Weibchen (Rogner),


    cheers






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    chris ...
    Motz Sack




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    ...   Erstellt am 08.07.2005 - 13:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


    Beneidenswerte Birsfischer

    Im Laufental, das seit 1994 zum Kanton Baselland gehört, fliesst mit der Birs eine Ausnahmeerscheinung unter Schweizer Flüssen. Hier ist der Bachforellenbestand seit Jahren auf gutem Niveau stabil und die Äsche feiert eine erfreulich starke Rennaissance. «Petri-Heil» war an der Fario-Eröffnung am 1. März dabei.

    Als ich in Liesberg, nur wenige hundert Meter von der Grenze zum Kanton Jura, über die Birs-Brücke fahre, fallen die ersten Sonnenstrahlen durch die hohen Uferbäume auf das dampfende Flusswasser. Die Eiszapfen an den Brückenpfeilern leuchten auf, dichter Reif glitzert auf den Zweigen. Eine märchenhafte Kulisse, ein magischer Moment. Hier und jetzt würde ich sogar glauben, dass da unten im grün schimmernden Gumpen ein kapitaler Huchen steht…
    Auch die beissende Kälte erscheint unwirklich. Am kältesten Eröffnungsmorgen seit über dreissig Jahren zeigt das Thermometer –15,5 Grad. Passionierte Mitglieder der Fischerei-Pachtvereinigung des Bezirks Laufen (FIPAL) lassen es sich nicht nehmen «den» Tag am Wasser zu begehen. Vorerst ernten meine Nachfragen aber nur freundliches Achselzucken: «Zu kalt!»
    Schliesslich treffe ich Urs Campana, den vor kurzem zurückgetretenen, langjährigen FIPAL-Präsidenten, der den Prachtstag offensichtlich geniesst: «Nur meine grossen Zehen freuen sich nicht so recht…», grinst er und lässt seine feine Zapfenmontage in einem herrlichen Lauf treiben. Ohne Rückmeldung! Die Fische im kaum zwei Grad kalten Fluss sind gelinde gesagt zurückhaltend. Das wird klar, als Campana mit mir die über 20 Kilometer Birsstrecke abfährt, die die FIPAL bewirtschaftet und befischt. Wenige Petrijünger, vielleicht dreissig von über 300 Karteninhabern, haben wenig zu berichten, aber allen gefällts an «ihrer» schönen Birs.

    «Le petit Doubs»
    Diesen Kosenamen höre ich mehrmals an diesem Morgen, und man spürt eine innige Beziehung der Laufentaler Fischer zu ihrer Birs – und berechtigten Stolz. Denn entgegen des allgemeinen Trends in der Schweiz hat man dank intensiver und hochwertiger Bewirtschaftung und umfangreicher Renaturierungen einen guten Bachforellenbestand erhalten können – die vergangene Saison war gar die beste seit vielen Jahren. «An der Eröffnung letztes Jahr hättest du gar nicht genug Platz im Heft gehabt für all die schönen Fische», erzählt mir Markus Ehrsam, freiwilliger Fischereiaufseher und einer der erfolgreichsten Birsfischer. Seine 73er-Fario aus der Saison 2001 zierte ein «Petri-Heil»-Titelbild und ist inoffizieller Birs-Rekord. «Es hat grosse Forellen in der Birs», bestätigt Campana, «das sehen wir jeweils beim Laichfischfang und ein paar 60er-Fische werden jedes Jahr auch mit der Rute überlistet.»
    Bei den Eröffnungs-Fangmethoden herrscht Vielfalt. Man sieht Löffel, Zapfen, Schwemm-Montagen und Köderfische am System. Dafür sind übrigens nur Weissfische und Elritzen aus der Birs erlaubt. «Der Kleinfischbestand der Birs hat sich in den letzten Jahren sehr erfreulich entwickelt», erläutert mir Urs Campana. «Elritzen gibt es wieder massenhaft, der geschützte Strömer bildet hier die wohl grössten Bestände der Deutschschweiz und auch die Groppe hat sich gut erholt. Sogar Bachneunaugen sieht man regelmässig. Das sind für uns alles Zeichen, dass unsere ökologische Hege der richtige Weg ist.»

    Schöne Aussichten
    Für viele die schönste Birsfischerei ist die Pirsch mit der Fliegenrute von Mai bis Juli und im September. «Da kann die Birs mit jedem österreichischen Fluss, den ich bis jetzt befischt habe, mithalten. Ausser, dass hier keine Monster-Regenbögler eingesetzt werden, aber das brauche ich nicht!», schwärmt mir ein nach eigenem Bekunden «vergifteter» Fliegenfischer vor. Im Frühsommer kann man das ganze Spektrum der Flugangelei auskosten von der hauchfeinen CDC-Trockenfliege bis zum schweren Goldkopf für die Äschen in den tiefen Rinnen. Auch die gezupfte Sedge in den Abendstunden oder ein Streamer, den man unter die vielen überhängenden Büsche oder hinter grosse Felsbrocken treiben lässt, kann dicke Überraschungen bringen. Und das Beste daran: diese Fischerei ist auch für Gastfischer zugänglich. Mit Ausnahme der jeweils ersten und letzten 14 Tage der Saison, die vom 1. März bis zum 30. September dauert, sind Tageskarten für 40 Franken (bzw. 20 Franken für unter 16-jährige Jungfischer) erhältlich. Bedingung ist ein absolviertes Schweizer Sportfischer Brevet.
    Das Reglement findet man unter www.fipal-laufental.ch. Es ist bewusst liberal formuliert, bis auf Einschränkungen, die den Fischnachwuchs gezielt schonen, wie der konsequente Verzicht auf Widerhaken. Vier Salmoniden darf man pro Tag entnehmen. Für Forellen gilt ein Schonmass von 26 cm, für Äschen 30 cm. «Der Durchschnitt der gefangenen Fische liegt aber gemäss Statistik bei 33 cm», weiss Campana.
    Er führt mich durch die eindrucksvolle Vereinsanlage im idyllischen Schälloch bei Zwingen und erklärt mir die Aufgabe des heute etwas über 700 Mitglieder umfassenden Vereins: «Der ursprüngliche Auftrag der FIPAL war es, die Bewirtschaftung der Laufentaler Gewässer nach den Richtlinien des Kantons Bern auszuführen. Das Ziel war und ist die Fischpopulation der Birs mit nachhaltiger Bewirtschaftung zu unterstützen. Dafür baute die FIPAL 1991 mit der Unterstützung von Gemeinden und Gewerbe die erste und bis heute einzige vereinseigene Brutanlage in der Nordwestschweiz. Der grösste Teil der Arbeiten wurde als Fronarbeit von den Mitgliedern geleistet.

    Der Wechsel…
    …vom Kanton Bern zum Kanton Basellandschaft brachte für die Fischerei im Laufental eine entscheidende Änderung: Der Übergang vom Patent- zum Pachtsystem löste unter den Fischern Befürchtungen aus. Die FIPAL aber sorgte mit einem Vertrag dafür, dass nach wie vor alle Fischerinnen und Fischer des Laufentals ihrem Hobby frönen können. Als Pächterin übernahmen wir nicht nur hohe finanzielle Hypotheken, immerhin fast 50000 Franken pro Jahr, sondern auch die Verantwortung für den Besatz. Alleine für die Bewirtschaftung der Birs und ihrer Seitenbäche wenden wir jedes Jahr etwa 2500 Arbeitsstunden auf. Die Bewirtschaftungsgruppe umfasst 45 Frauen und Männer! Der beste Besatz eines Gewässers nützt aber nichts, wenn die Lebensbedingungen im Gewässer nicht stimmen. Darum hat die FIPAL auch mit Renaturierungen Pionierarbeit geleistet. 2004 hat zudem das Projekt «Birsfisch» begonnen. Alle Birspächter haben sich darauf verständigt, die Bewirtschaftung von der Rheinmündung bis zur Kantonsgrenze Jura gemeinsam zu machen. Die Fische werden dafür in verschiedenen Birsstrecken gefangen, abgestreift und die Eier, dieses Jahr rund 540000, in der FIPAL-Aufzuchtanlage erbrütet. Die Brütlinge werden den Vereinen zum Besatz von rund 36 Kilometern Aufzuchtbächen wieder zur Verfügung gestellt. Letztes Jahr resultierten daraus rund 40000 kerngesunde Sömmerlinge für den Besatz der Birs. Wir sind auf einem guten Weg und alle ziehen mit.»


    Zurück an die Birs
    Wenn man soviel Gutes über einen Fluss hört, mutet es natürlich ein wenig seltsam an, wenn dann an der Eröffnung kein einziger Fisch vorgezeigt werden kann. Also nimmt mich Urs Campana, nun auch begleitet von seinem Nachfolger Jan van der Heide, nochmals mit auf eine Birstour – alleine schon landschaftlich ein Leckerbissen. Und tatsächlich, der Temperaturanstieg hat doch noch einige Farios in Beisslaune gebracht. Einige «amis» aus dem Jura haben mit dem «vairon», der Elritze am System, ein paar ausnehmend schöne Fische zwischen 45 und 50 cm herausgekitzelt. Hier, denke ich mir, müsste man eigentlich schon mal selber fischen…





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    Motz Sack




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    ...   Erstellt am 02.09.2005 - 07:43Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


    Fischereiliche Höhepunkte im Zigerschlitz
    (anmerk. der Red. die Heimat der Mutter des posters)

    Das erste Mal am Bergbach stand ich mit einer Büchse Regenwürmern und der zuverlässigen Daiwa-Steckrute. In diesem Glarner Alpbach gabs damals wie heute fette Bachforellen. Der Bach war wunderschön: Im ersten Abschnitt schlängelte er sich ruhig durch Alpwiesen, weiter bergwärts sprudelte das Wasser über Felsbrocken in herrliche Pools. Forelle = Wurm lautete damals die Erfolgsformel, tausendfach erprobt.
    Der Wurm war schnell im Wasser, fast gleichzeitig vibrierten schon Schnur und Rutenspitze und vor meinen Füssen flitzte eine gehakte Bachforelle umher. Das ging so weiter, manchmal bissen auch grössere Forellen. Doch glücklich machte mich diese Fischerei nicht: viele kleine Forellen hatten den Haken weit hinten im Maul, es war eigentlich ein Trauerspiel. Ich war kurz davor, die Bergbachfischerei wieder aufzugeben.

    Fritz
    Dann traf ich Fritz. Zum Glück. Fritz brachte mir das Fliegenwerfen bei und führte mich ins Fliegenbinden ein. Die ersten Forellen mit der Trockenfliege fing ich ohne ihn, weil er sich die Schulter gebrochen hatte. Die Tricks gab er mir jedoch von seiner Stube aus mit auf den Weg. Sie sind einfach zu merken: Lies die Strömung und überlege, wo die Forelle steht und in welche Richtung sie schaut. Komm immer von hinten, also gegen die Strömung, und schleich dich möglichst nahe an sie heran, damit du die Fliege präzise hinlegen und schön in Position halten kannst. Und: Sei optimistisch!
    Doch nun der Reihe nach. In Bergbächen ist die Strömung meist besonders abwechslungsreich: Mal schiesst das Wasser am Fels entlang, mal strömt es locker übers Kies, dann zack den nächsten Wasserfall herunter in einen Pool. Die Forellen haben eine Vorliebe für einen Standplatz wie folgt: Die Strömung ist vergleichsweise gemütlich, es driftet genug Futter vorbei und ein sicherer Unterschlupf ist in der Nähe, vielleicht ein Haufen Schwemmholz oder ein unterspültes Wiesenbord. Oft stehen die Forellen vor oder hinter grossen Steinen, im ruhigeren Wasser zwischen zwei sprudelnden Hauptströmungen oder in der Rückströmung. Allerdings schauen die in der Rückströmung stehenden Forellen talwärts und entdecken uns oft zuerst...
    Wie und wo soll der Forelle die Fliege präsentiert werden? Stellen wir uns einen nicht allzu tiefen Pool mit einem zügigen weissen Stromstrich in der Mitte vor. Als erstes biete ich die Fliege jeweils auf meiner Uferseite an. Steht eine Forelle nahe am Ufer, lege ich die Schnur auf dem Ufer ab, nur das Vorfach ist im Wasser. Dadurch sieht die Forelle die Wurfschnur nicht und die Fliege dreggt weniger. Dieser Kniff funktioniert auch, wenn im Bachbett grössere Steinblöcke aus dem Wasser ragen. Ich lege die Fliege meist so ab, dass sie erst an das Ziel treiben muss oder ich sie sanft dorthin dirigiere. Ignoriert eine nahe am Ufer stehende Forelle konstant meine Fliege, schmeiss ich sie ihr beim fünften oder sechsten Wurf geräuschvoll «auf die Schwanzflosse». Manchmal schnappt sie dann reflexartig doch noch zu.

    Auf Verdacht
    Entdecke ich partout keinen Fisch, biete ich die Fliege «auf Verdacht» an den beschriebenen heissen Stellen an. Am besten ist das, wenn man die Fliege leicht an einer Stelle halten kann, ohne dass sie gleich dreggt. Da wären wir bei meiner bevorzugten Präsentationsmethode: ein schneller Wurf aus dem Handgelenk, Rute hoch und die Fliege möglichst am Platz halten. Holt sich nicht sofort ein Fisch die Fliege, hilft der erwähnte Optimismus. Lassen Sie die Fliege eine Weile liegen oder auch ein bisschen tänzeln. Gerade unter Wasserfällen lauert meistens eine vergleichsweise dunkel gefärbte Bachforelle und wirft regelmässig einen Blick zur Wasseroberfläche. Früher oder später holt sie sich ihre vermeintliche Proteinbombe.
    Ich fische mit kurzem Vorfach, selten länger als drei und oft kürzer als zwei Meter. Damit lässt sich auf kürzeste Distanz präzise werfen und die Fliege führen. So rutscht die Fliegenschnur auch weniger durch die Ringe Richtung Rolle, weil mehr Gewicht am Spitzenring runter hängt.
    Meine erfolgreichste Fliege ist einfach zu binden: Es ist eine simple schwarze Parachute-Trockenfliege mit weissem Antron-Flügel als Sichthilfe. Die imitiert offenbar so ziemlich alles, egal ob Eintagsfliegen oder Köcherfliegen aktiv sind. Schwarz zieht nach meiner Erfahrung eigentlich immer am Bergbach. Nur im Frühling, wenn das Wasser noch sehr kalt ist und der Bach oftmals auch trübes Schmelzwasser führt, muss sogar meine Schwarze passen. Aber diese Jahreszeit haben wir ja zum Glück hinter uns, Juli bis September sind die besten Monate für die Fliegenfischerei am Bergbach. Und die Würmer bleiben im Garten – der Trockenen sei Dank.




    Der prächtige Glarner Mürtschenbach ist ein perfektes Revier für die Fario-Pirsch mit der Trockenfliege





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