KumoriTakano 

Status: Offline Registriert seit: 15.01.2007 Beiträge: 2264 Nachricht senden | Erstellt am 13.07.2008 - 22:20 |  |
Du bist ja echt nie zufrieden zu stellen, du willst immer mehr xD
*räusper* Achtung intim ^^''
Mein längstes Kapitel bisher und bitte killt mich nicht, das ist die erste Sexszene die ich geschrieben hab .__.
Samman (schwedisch = zusammen)
Wärme. Das war das Erste, was der Schwarzhaarige fühlte, als er sich langsam regte, sich selber aus dem Schlaf holte. Eine wohlige Wärme, die seinen Körper erfüllte, jedoch weder von der Bettdecke, noch vom Sonnenschein herführte, zumal es draussen regnete. Irgendetwas schien ihn jedoch davon abzuhalten, sich gross zu bewegen. Ein Gewicht, welches sich auf seinen Brustkorb gelegt hatte, sich aber auch nicht störend, nur ungewohnt anfühlte. Augenblicklich schlug er seine Augen auf, wollte schon erschrocken aufschreien, als die Bilder des vergangenen Abends auf ihn einstürzten, er sich erinnerte. Auf seinen Lippen lag ein zartes Lächeln, strahlend, glücklich und andererseits doch so schmal, dass man fürchten konnte, dass es von einem einzigen Windstoss weggetragen, nie mehr erscheinen würde. Zögerlich hob er seine rechte Hand an und fuhr durch die blonden Haarsträhnen, strich liebkosend über den Kopf, der sich gemütlich auf seiner Brust eingebettet hatte. Dieser neigte sich kurz darauf etwas nach oben und der Engel wurde aus grünen Augen voller Wärme und Zuneigung angeblickt. Und das alles hast du stets verbergen müssen. Worte, die ihm augenblicklich durch den Kopf schossen, deren Existenz er nicht verbieten konnte. Er realisierte, wie viel der Blonde aufgeopfert hatte, wie viel er tatsächlich in sich getragen hatte, ohne auch nur einen Tropfen davon nach aussen zu lassen. Und plötzlich fühlte sich das alles nicht mehr richtig an. Er hatte nicht das Gefühl, die Zuneigung des Elfen zu verdienen, hatte nicht das Gefühl, dass dessen Herz richtig aufgehoben wäre bei ihm. Ein leises Seufzen verliess seinen Mund, was den Blonden dazu veranlasste, den Engel forschend anzublicken. ‚Was ist los?’ Doch dieser dachte nicht daran, sich seinen Problemen zu stellen. Lieber erhob er sich und betrat das Badezimmer. Doch bevor er die Tür hinter sich schloss, wandte er sich noch einmal um. ‚Alles in Ordnung.’ Leicht lächelte er, ehe er verschwand, um sich unter das eiskalte Wasser zu stellen. Arttu jedoch schlug seinen Blick zu Boden, als der Schwarzhaarige gegangen war. Es hatte sich nicht angefühlt, als wäre es eine einfache Zimmertür die verschlossen wurde. Mehr, als würde dem Elfen bereits am ersten Tag der Zugang zur Welt des Engels, zu seinen Gefühlen, zu seinem Herz, zu ihm, verschlossen werden. Seine Faust krampfte sich leicht in das Bettlaken, ehe er sich ebenfalls erhob, sich dafür entschied, die heutige Dusche ausfallen zu lassen. Zumindest jetzt. Er wollte einer weiteren Konfrontation mit Shuen aus dem Weg gehen, wollte nicht schon wieder schmerzlich daran erinnert werden, dass ihm soeben der Zugang zu dem was ihm am meisten bedeutete verhindert wurde. Hastig zog er sich seine Kleidung an, warf sich seinen Umhang, welchen er damals zur Suche Shuens angezogen hatte, über und verliess dann das Zimmer mit der Kapuze tief im Gesicht. Sein Ziel war eines, welches er schon seit langer Zeit nicht mehr angestrebt hatte. Schon lange bevor er dem Internat beigetreten war hatte er jene Gegend verlassen. Währenddem er sicher einen vor den anderen Fuss setzte und seinen Weg fand hielt er die Augen geschlossen, badete sich in Erinnerungen. Und er sah diesen kleinen blonden Jungen, wie er ausgelassen auf einer Wiese tobte, die mit den buntesten Blumen übersäht war. Die Pferde, feingliedrig und makellos, wie sie neben den Elfen grasten, als würden sie sich nicht an ihnen stören. Er sah, wie der kleine Junge strahlte, den Hügel hinauf blickte, dorthin, wo eine junge Frau stand, ihm fröhlich zuwinkte. Gleich hinter ihrem Rücken die dunklen alten Türme des mächtigen Schlosses, welche sich gnadenlos dem Himmel entgegen streckten, so als würden sie die Wolken berühren. Und obwohl die Festung ein schwarzer Fleck in der bunten Landschaft war, erzählte sie von einer Eleganz, wie sie dastand, errichtet aus Marmor, gebaut für die Ewigkeit. Genau die Eleganz, die in diesem Schloss innewohnte, genau diese war auch etwas, was das ganze Volk in sich trug. Und die winkende Frau, die Königin dieses wunderschönen Landes, die ihrem Sohn beim Toben zuschaute, sie besass nicht nur die Eleganz, sondern auch den Stolz und die herausragende Schönheit des Volkes der Elfen. Der Blonde schlug die Augen wieder auf, fand im Kontrast zu seinen Erinnerungen nur ein tristes grau, Regen, der in Strömen vom Himmel fiel, seinen Umhang an seinen Körper klebte. Das war er. Arttu, der Prinz, der Stolz der Elfenwelt. Geflüchtet in Zeiten des Untergangs, verfolgt, um getötet zu werden, um das königliche Geschlecht auszulöschen. Das Lächeln, welches seine Lippen umspielte war bitter, traurig, niedergeschlagen. Viel zu lange hatte er sich nicht mehr zurück getraut. Und nun, nachdem er geschlagene dreissig Minuten durch den Regen gelaufen war, dem unruhigen Grollen des Himmels gelauscht hatte, nun hatte er Gesuchtes erreicht. Den Willen, zurück zu kehren. Als der nächste Blitz den Boden berührte, leuchtete die ganze Umgebung in einem gespenstischen Silber auf, nur nicht der schwarze Fleck, der sich direkt zu Füssen des Blonden gebildet hatte. Ohne auch nur eine Sekunde zu zögern, schob der Elf einen Fuss nach vorne, schritt ins Nichts, liess sich in diese endlose Schwärze fallen.
Shuen hatte sich lange Zeit gelassen, nicht um sich zu duschen, mehr, um sich von diesen idiotischen Gedanken zu befreien. Zumindest hatte er es versucht. Obwohl er keine Ahnung hatte, was er dem Elf für Worte entgegenbringen sollte, öffnete er dennoch entschlossen die Tür, verstummte jedoch sogleich. Das Bett, welches ihm vorhin noch so warm erschienen war, war nun leer. Unter dem unregelmässigen aufleuchten der Blitze flackerte das Zimmer einige Male auf. Die Kälte, die Leere, die das Bett nun ausstrahlte, war wohl genau das, was sich im Innern des Engels ebenfalls abspielte. Als würde sein Herz einfrieren. Schmerz flimmerte in seinen Augen und er liess sich rücklings auf sein Bett fallen. Du bist aber auch echt bescheuert! Seine eigene Stimme hallte in seinem Kopf und obwohl er sie nur zu gerne verbannt hätte, wusste er genau, dass diese Stimme recht hatte. Er war wirklich bescheuert, immer wieder aufs Neue.
Für den Elfen hatte es sich angefühlt, als würde er endlos durch diese Schwärze rasen, nie mehr Boden unter den Füssen erlangen. Doch er kannte diese Reise, er wusste, dass sie tatsächlich mehrere Tage andauerte. Jedoch nur in der Welt der Menschen. Denn dort verging die Zeit einiges schneller als in seiner Heimat. Als er endlich Fuss fasste, drückte ihn die Wucht der Landung etwas in die Knie, doch er richtete sich sofort wieder auf, liess seinen Blick umher schweifen. Und was er sah, trieb ihm Tränen in die Augen, die er verzweifelt nieder zu kämpfen versuchte. Er hatte gewusst, dass er vor dem Krieg geflüchtet war, vor der zerstörerischen Gewalt. Seine Mutter hatte ihn in den Strudel gestossen, so dass er keine Chance hatte zurück zu kehren. Doch nun, als er da stand, auf diesem kleinen Hügel, hätte er der Schwäche seiner Knie am liebsten nachgegeben und wäre zu Boden gegangen. Sein Stolz allerdings liess das nicht zu. Vor seinen Augen sah er anstatt der farbenfrohen Welt, die er einst seine Heimat nannte, nichts anderes als verbrannten Boden, übersäht mit einer grauen Schicht der Asche, die von vergangenen Zeiten erzählte. Die Festung war noch immer unbeschädigt, doch der Stolz, die Eleganz, alles war verschwunden. Sie erinnerte lediglich noch an etwas dunkles. An eine Macht, welche die Vorstellung aller hier übertraf. Die kleinen Häuschen, die damals das Volk bewohnte, waren gnadenlos niedergerissen worden und waren in Flammen aufgegangen. Nur noch das kleine Städtchen einige hundert Meter entfernt zeugte von etwas Leben. Auch es bestand nur noch aus einigen wenigen Häusern und Restaurants, die früher von allen geschätzt wurden. Und aus einigen dieser Häuser flackerte schwach ein Lichtschein. Genau diese Lichter würden nun sein Ziel sein. Seine Kapuze zog er sich noch etwas tiefer ins Gesicht, so dass man gerade noch seinen Mund darunter erkennen konnte. Er wollte nicht erkannt werden. Doch mit diesem Verhalten machte er nur noch mehr auf sich aufmerksam. Als er ein Gebäude betrat, welches er früher seine liebste Bar nannte, klingelten die Glocken leise über seinem Kopf und alle Gäste wandten sich dem Fremden zu. Seit dem Untergang der königlichen Familie waren sie nur noch misstrauischer geworden. Sobald sie jemanden nicht kannten, wurde er genauestens beobachtet. Doch wie sollten sie jemanden beobachten, wenn er schon von Beginn her nicht gedachte, sein Gesicht zu zeigen. Doch der Blonde ignorierte die Tatsache, dass jeder Blick auf ihm lag, dass jedes Gespräch verstummt war. Viel mehr interessierte es ihn, dass sich sein Volk so stark verändert hatte. Hätten sie früher jeden mit offenen Armen willkommen geheissen, waren sie nun verängstigt, sehr abweisend. Mit einem leisen kaum merklichen Seufzen liess er sich an der Theke nieder, achtete darauf, dass der Kerzenschein nicht zu sehr sein Gesicht erhellte. Das Mädchen hinter der Bar jedoch starrte ihn noch immer mit grossen Augen und schamlos an. Langsam trat sie näher, lehnte sich zu dem Fremden, so wie immer, als würde sie den Gast nach seinem Wunsch fragen. Doch ganz andere Worte verliessen ihren Mund:
Des Wassers Lauf die Wege findet,
Licht der Dunkelheit entschwindet,
Feuersbrunst den Atem stiehlt,
Nacht dem Tage nun befiehlt.
Der Fremde hatte es gewusst, er hatte gewusst, dass sie ihn erkennen würde. Und währenddem ihm eine Träne über die Wange rollte, im fahlen Licht geheimnisvoll glitzerte, beendete er die Worte des Mädchens.
Antlitz des Himmels bald verblasst,
Wesen, Mensch und Tier verhasst.
Erd’ und Luft, sie sich vereinen,
sieht man bald den Himmel weinen.
Ihre blauen Augen funkelten verdächtig, so als würde sie sogleich in Tränen ausbrechen, doch ihre Beherrschung hatte schon bald Überhand gewonnen. Er war zurückgekehrt. Sie nickte kurz, griff an der Wand hinter sich einen Schlüssel, nahm den Blonden am Arm und bedeutete ihm so, ihr zu folgen, so als hätte er ein Zimmer zum Übernachten bestellt. Den Stufen, welche sie empor stiegen, den stechenden Blick der Gäste im Rücken, schienen stets weitere zu folgen, und doch standen sie schlussendlich vor der Tür, welche die Rothaarige mit zittrigen Händen aufschloss. Ihre Beine gaben nach und sie setzte sich erschöpft auf das Bett. Kaum wagte sie es, ihren Blick wieder anzuheben, zu dem Verhüllten, der noch immer an der Tür stand, sich ihr dann langsam näherte. Seine feingliedrigen Hände hoben sich wie in Zeitlupe und entfernten dann die Kapuze, so dass das Mädchen nun sein Gesicht erkennen konnte. ‚Du bist es wirklich... Du lebst.’ Die Worte, die sie noch zuvor gebraucht hatte, um zu erkennen, wer sich da ihnen allen verbarg, hallten noch immer in ihrem Kopf. Es war ein Lied, traurig, melancholisch und doch hatten sie und Arttu es immer gemocht, unwissend, dass das Gesungene wirklich eintreten würde. Ihre Stimme ging beinahe unter, so leise hatte sie gesprochen. Und doch hatte der Blonde ihre Verzweiflung heraus gehört. ‚Warum habe ich nur gewusst, dass du mich erkennen würdest, Eleniel?’ Mittlerweilen war er einige Schritte näher getreten, hatte mit seinem Handrücken über ihre Haut, die noch immer wie Porzellan schimmerte, gestrichen. ‚Du hast dich kaum verändert. Einzig deine Augen haben an Glanz verloren.’ Zaghaft lächelte sie und schloss ihn dann fest in die Arme, drohte, ihn zu zerquetschen. Auch Arttu hatte seine Arme um ihren zierlichen Körper geschlungen, drückte sich an sie, als würde sein Leben davon abhängen. ‚Ich habe dich vermisst.’ Seine Stimme war leise, hatte jedoch dazu ausgereicht, dass sie haltlos zu weinen begann, sich in seinen Umhang krallte und ihn nie mehr loslassen wollte. ‚Ich habe gedacht, sie hätten dich umgebracht... wie... wie...’ Sie verstummte und Arttu beendete ihren Satz mit vorsichtiger doch kalter Stimme. ‚Wie meine Mutter, nicht wahr?’ Die Rothaarige in seinen Armen nickte nur, weinte weiter, denn einerseits freute sie sich ungemein, dass der Blonde wieder gekommen war, doch andererseits konnte sie ihm nicht in die Augen blicken, währenddem er herausfand, dass seine Mutter von ihnen geschieden war. Sie fürchtete, dass er zusammenbrechen würde, doch er blieb standhaft, begann nicht einmal zu zittern. Nur seine Augen veränderten sich in diesem Moment. Sie verloren immer mehr an dieser grünen Intensität, wirkten schon bald leer und sein Blick war dumpf. Seine Augen schimmerten nun bräunlich. ‚Sie sind noch immer hier Arttu, sie dürfen nicht erfahren, dass du noch lebst.’ Das war es, was er bemerkt hatte. Die Veränderung des Schlosses. Sie, seine Feinde, Mörder seiner Eltern, seines Volkes. Sie lebten nun in der Festung. Obwohl heisse Tränen in seinen Augen brannten, nur darauf warteten, dass er ihnen freien Lauf gewährte, berührte keine einzige seine Wangen. Stattdessen schloss er seine Augen, sah noch einmal das fröhliche Gesicht seiner Mutter, wie sie ihm zuwinkte. Dies war das letzte Mal gewesen, dass er ihr Gesicht so sorglos und unbefreit gesehen hatte. Schon bald darauf war es von Schatten überzogen gewesen, und das letzte, was Arttu gesehen hatte, bevor sie ihn in den Strudel gestossen hatte, war ein schmerzverzerrtes Gesicht, Tränen, die nicht aufhörten zu fliessen. Er hatte sich zu ihr umgedreht, wollte seine Lippen öffnen, um irgendwelche Worte zu sagen, seinem Schmerz Ausdruck zu geben. Doch was er sah, verkraftete er nicht. Bis heute nicht. Jemand hatte der hübschen Frau während dem Abschied von ihrem Sohn ein Schwert durch den Bauch gestossen und er sah, wie ihm die Klinge schadenfroh entgegenblitzte, das Blut seiner Mutter zu Boden tropfte und er streckte seine Hand nach ihr aus. Doch sie lächelte ein letztes Mal, nicht sorglos, nicht frei. ‚Du sollst leben, mein Sohn.’ Und dann hatte es ihn davon gezogen. Diese Erinnerung hatte ihn lange verfolgt, tat es noch immer, was auch Grund dafür war, dass er nie über seine Vergangenheit sprach. Zu sehr würde es ihm zusetzen, darüber zu sprechen, wenn er schon an den Gedanken beinahe zerbrach. ‚Ich habe nicht vor mich ihnen zu zeigen, nicht bevor nicht die Zeit gekommen ist.’ Kaum hatte er seine Worte ausgesprochen, fühlte er ihre kühlen Hände auf seinen Wangen, fand sich Angesicht zu Angesicht mit der hübschen Rothaarigen. ‚Bitte... Keine Rache. Du weißt, dass sie stark sind, du hast gesehen, was sie anrichten, auch wenn es lange her ist. Bitte Arttu, für mich...’ Immer leiser sprach sie, bis sie schliesslich verstummte, den flehenden besorgten Blick jedoch noch immer auf dem Blonden beliess. Dieser reagierte zuerst kaum, schloss nur seine Finger um ihre Handgelenke. Dann erst bemerkte auch Eleniel, welch Dummheit sie begangen hatten, indem sie die Tür offen stehen gelassen hatten. Dort hatten sich nämlich unterdessen einige Elfen versammelt, die ihn ebenfalls erkannt hatten, obwohl er nicht damit gerechnet hätte. Und nachdem das Mädchen seinen Namen so offen ausgesprochen hatte, er seine Kapuze nicht mehr im Gesicht hatte, konnte er wohl kaum abstreiten, dass der Prinz zurückgekehrt war. Doch währenddem Eleniel ihren Blick zu den andern gewandt hatte, starrte der Blonde noch immer in ihre blauen Augen. Vorsichtig überbrückte er die wenigen Zentimeter zwischen ihren Köpfen, so dass ihre Köpfe sachte gegeneinander lehnten. Seinen Arm legte er behutsam um ihre Taille, zog sie wieder enger an sich. Ein Lächeln erhellte für einen kurzen Moment seine Gesichtszüge, ehe er es wagte, seine Lippen auf die ihren perfekt geschwungenen zu legen. Vorsichtig, aber doch so vertraut, dass man sah, dass es nicht ihr erster geteilter Kuss war, bewegte er seine Lippen, schloss die Augen und legte eine Hand in ihren Nacken. Und augenblicklich erhellten sich auch die Gesichter der Anwesenden, von Hoffnung erfüllt. Mit Ausnahme des Zweiten, der heute diese Gaststätte unerkannt betreten hatte. Seine Kiefermuskeln spannten sich leicht, seine blauen Augen sprühten Funken und unter dem dunklen Samtumhang hatten sich seine Hände zu Fäusten geballt. Langsam, ohne jegliche Aufmerksamkeit zu erregen, wandte er sich ab, folgte dem Treppenlauf nach unten, die Schultern noch immer in stolzer Haltung. Keinen Blick würdigte er den anderen Bardamen, den Gästen, die ihn erneut verstohlen betrachteten. Und erst als er die Tür hinter sich zuschlagen hörte, begann der Engel zu rennen, als könnte er so seinem Schmerz entkommen. Seine Füsse liessen sich nicht bremsen, nicht aufhalten, trugen ihn einfach in die Ferne, durch Ländereien, die er noch nie gesichtet hatte. Der Saum seines Umhangs flatterte wild hinter ihm, wie ein dunkler Schatten, der ihn stets verfolgte. Und genau so wenig, wie dieser Schatten von ihm liess, so liess auch nicht die Kälte von ihm, die sich um sein Herz geschlossen hatte. Sie zerfrass ihn von innen, drohte, seine Seele ein weiteres Mal zu zersplittern. Wie damals. Wie bei Enola.
Erst nach etwa dreissig Minuten verlangsamte er sein Tempo langsam, da seine Lunge brannte, als würden Flammen in seiner Kehle lodern, sein Herz so stark schlug, dass es zu zerspringen drohte und seine Beine nachgaben. So kam es, dass er mitten in einem Wald auf seine Knie fiel, seine Fäuste in den weichen Moosboden grub und sich zu beruhigen versuchte. Keine einzige Träne hatte seine Augen verlassen, hatte er doch das Gefühl in letzter Zeit genug geweint zu haben. Zwei Wochen waren in dem Internat vergangen und der Blonde war nicht wiedergekehrt, schier war Shuen verzweifelt, hatte einige Male getrauert als er alleine war. Er hatte den Elfen gesucht, bis es ihn vor Sehnsucht und Kummer beinahe auseinander gerissen hätte. Und dann war dieses Loch vor ihm aufgetaucht, gerade als er aufgeben wollte. Es hatte ihn hineingezogen, doch er hatte sich auch nicht gewehrt, da es sich seltsamerweise richtig angefühlt hatte. Irgendwo in einer fremden Welt gelandet, folgte er seinem Herzen, bis zu dieser Gaststätte. ‚Was habe ich eigentlich erwartet?’ fluchte er leise. Doch die Antwort darauf wusste er genau. Er hatte erwartet, dass der Blonde ihm aufrechte Liebe entgegen brachte, dass er ihm treu war, er ihn hier finden würde, sich entschuldigen könnte und alles wieder gut werden würde. Die Luft tief einatmend biss er sich kurzerhand auf die Unterlippe, als in seinem Kopf ein Lied zu klingen begann. He broke your heart, he took your soul. You’re hurt inside, ‘cause there’s a hole. You need some time, to be alone Verzweifelt schüttelte er seinen Kopf, presste die Finger auf seine Schläfen. Er wollte es nicht hören und doch wollten die sanften Klavierklänge nicht aus seinem Kopf weichen. War es nicht er gewesen, der genau das selbe mit dem Elfen angerichtet hatte, nur weil er sich nicht hatte eingestehen wollen, was er für diesen empfand? Er war es gewesen, der ihn abgelehnt, angeschrieen und so sehr verletzt hatte, dass er sein Gedächtnis verlor. ‚Es ist wohl besser so...’ Das Lächeln auf seinen Lippen wirkte trocken, traurig, als würde es einen Abschied geben, den er mit Würde tragen wollte, es jedoch nicht konnte. So folgte er seinen Spuren zurück, immer näher zu dem Ort, wo er auf keinen Fall ein zweites Mal sein wollte an jenem Tage. Und so bog er auch auf einen Weg ein, bevor er das Dorf erneut erreichte, gelangte so zu dem Portal, welches er genutzt hatte.
Als sich die Lippen der beiden lösten, blickte Eleniel erstaunt zu ihrem Prinzen auf. Sicherlich war sie es gewohnt ihn zu Küssen, ihn so nahe zu haben, doch selten hatte sie so viel Gefühl auf einmal auf sich einstürzen gespürt. Vorsichtig umarmte sie ihren Freund und legte ihren Mund an sein Ohr. Arttu war es gewesen, der den Kuss beendet hatte, als er bemerkt hatte, was er da tat. Zu viel war während dieser einen Berührung passiert, zu viele Bilder hatte er gesehen, zu viele Emotionen gefühlt. Doch der Schmerz, der sich irgendwann in seinem Herz ausgebreitet hatte, stahl ihm die Luft. Und noch immer stand er so da, spürte Eleniel und hörte sich selber flüstern, bevor die Rothaarige zu ihren Worten ansetzen konnte. ‚Ich kann das nicht mehr Eleniel... nicht einmal, um ihnen Hoffnung zu geben. Vor langer Zeit einst, war ich euer Prinz, doch nun gehöre ich nicht mehr hierher.’ Er gehörte dorthin, wo sein Herz gehörte und dieses fühlte sich momentan so an, als würde es auskühlen, als würde langsam das Leben aus ihm weichen. Doch sein Gegenüber lächelte nur, glücklich. ‚Lieben kann nicht jeder, mein Prinz.’ Sie legte ihre Hand auf seine Brust, dort wo sie sein Herz schlagen spüren konnte. ‚Wer es versteht, sein Herz zu öffnen, versteht es auch andere glücklich zu machen... genau so kann man andere jedoch auch verletzen.’ Ihre Stimme war leise und trotzdem fest. ‚Geh... Geh und komme nicht eher wieder, bis du glücklich bist.’ Ihre Fähigkeiten hatten es ihr ermöglicht zu fühlen, was passiert war, sie schien Bilder vor sich zu sehen, doch war es nicht ihre Aufgabe, dem Blonden zu beichten, dass der Engel alles miterlebt hatte. ‚Was würde ich nur ohne dich machen?’ Schwach lächelte er und wandte sich ab, liess die abwartenden Elfen einfach stehen, verliess das Restaurant. ‚Du bist schon ohne mich Arttu, und du wirst es leider immer sein...’ Ihre leisen Worte waren für ihn nicht mehr zu hören, da er bereits in Richtung Portal davon ging, ein weiteres Mal alles hinter sich liess.
Das erste, was er bemerkte, als er zurückkehrte, war, wie viel Zeit vergangen war. Sicher hatte man ihn stets gelernt, dass die Uhren der Menschenwelt schneller tickten, doch dass drei Wochen vergingen, währenddem er in seiner eigenen gerade Mal einen Tag durchlebte, war ihm nie bewusst gewesen. Plötzlich wurde ihm bewusst, was ihm die Rothaarige hatte mitteilen wollen. Genau so kann man andere jedoch auch verletzen... Ganze zwanzig Tage hatte er keinen einzigen Kontakt zu Shuen gehabt, er hatte nicht einmal eine Nachricht hinterlassen, wohin er ging. Er war gegangen und nicht wieder gekehrt. Mit einem Rekordtempo hatte er die Treppen erklommen, die Tür geöffnet und ein leeres Zimmer vorgefunden. Erst als er sich niedergeschlagen auf sein Bett fallen liess, bemerkte er das leise Geräusch, welches seine Aufmerksamkeit sofort erlangte. Sein Kopf schnellte zur Seite und er entdeckte des Engels Kleider auf dessen Bett. Flink und geräuschlos hatte er sich wieder erhoben, folgte dem Geräusch des fallenden Wassers. Vorsichtig schob er die Tür auf, erblickte den Gesuchten, wie er dastand, den Kopf gesenkt, die Arme schlaff nach unten hängend. Und das heisse Wasser prasselte auf seine muskulösen Schultern, was ihn zu beruhigen schien. Er hatte ihn wohl stärker verletzt, als er gedacht hatte. Die Tür wieder hinter sich geschlossen, zog er sich langsam seine Kleidung aus, trat von hinten an den Engel heran, liess es sich nicht nehmen, diesen ausgiebig zu mustern. Seine braungebrannte Haut, die Muskeln, die sich nicht nur über seine Schultern zogen, sondern auch seinen Rücken und seine Beine stählten. Doch dieser hatte des Elfen Gesellschaft bereits bemerkt, als er sich zur Tür hereingeschlichen hatte, doch er vermochte es nicht, zu reagieren. Verbittert hielt er die Augen geschlossen, liess das Wasser auf sich niederprasseln, so als könnte es Gedanken wegwaschen. Er wollte vergessen, was er gesehen hatte, was er gefühlt hatte. Dann jedoch öffnete er ruckartig seine Augen, hielt sie vor Schreck geweitet. Von hinten hatte sich ein Arm um seine Taille geschlungen und ein kühler Körper presste sich sanft an den seinen. Zu gerne hätte er sich dem Blonden entgegen geschmiegt, den Kopf nach hinten auf seine Schulter fallen lassen, doch irgendetwas hinderte ihn daran. ‚Es tut mir leid Shuen...’ Erneut schloss er die Augen. ‚Was Arttu? Was tut dir Leid? Dass du sie geküsst hast? Oder dass ich es gesehen habe?’ Ruhig sprach er diese Worte, obwohl er, wenn er seine Gefühle befolgen würde, entweder längst weinend am Boden läge oder sich Arttu in die Arme werfen würde. Dieser verkrampfte sich, zog seinen Arm zurück, brachte sonst jedoch keinen Abstand zwischen die beiden Körper. ‚Du ... warst da? Wie...?’ Der Schwarzhaarige hatte sich zu ihm umgedreht und seine Augen waren neutral, leergefegt. ‚Ja Arttu, ich war da. Bitte..., ich habe gesehen, wie du gelächelt hast, wie du sie in den Armen hieltest und wie du sie geküsst hast, nicht sie dich.’ - ‚Nein...’ Des Blonden Augen spiegelten Furcht, denn plötzlich wusste er, wieso sich sein Inneres abgekühlt hatte. Shuen hatte sich mit der Situation abgefunden, die er gesehen hatte, er hatte sich verabschiedet, ohne damit zu rechnen, den Elfen je wieder zu sehen. ‚Shuen... ich... Ich weiss, dass das kaum zu rechtfertigen ist vor einem Aussenstehenden...’ – ‚Ach das bin ich also für dich? Ein Aussenstehender?’ Als der Schwarzhaarige diese Worte über seine Lippen liess war seine Stimme bissig, seine Augen funkelten und genau so wie in der Elfenwelt waren seine Kiefermuskeln bis aufs äusserste gespannt. Nicht aus Gewohnheit, mehr um den Blonden nicht anzuschreien. Nicht schon wieder. Dessen Augen flackerten leicht und das Grün seiner Iris war selten so intensiv gewesen, beinahe schien es aufzuleuchten. ‚Du weißt selber dass das nicht so ist...’ Er machte eine kurze Sprechpause, hob seine Hand und legte sie auf des Engels Brust. ‚... weil du es hier fühlen kannst.’ Der Schwarzhaarige wusste, dass er Recht hatte. Denn unter der Berührung Arttus kribbelte seine Haut, schien zu brennen, und jede Faser seines Körpers verzehrte sich nach dem blonden Elf. Dennoch sass der Schmerz tief in seiner Seele, bäumte sich auf, um gegen diese Gefühle anzukämpfen. Noch immer stand er einfach da, fühlte wie das Wasser über seine Haut perlte, wie Arttus Hand einfach liegen blieb, und er schloss ein weiteres Mal die Augen. Zu viel auf einmal spielte sich in seinem Kopf ab, als dass er sich hätte konzentrieren können. Und als er die Augen geschlossen hielt, schien sich einiges zu ordnen, oder zumindest kristallisierte sich eines ganz klar heraus. Schlagartig öffnete er seine Lider, starrte sein Gegenüber an. Doch bevor dieser ein weiteres Mal zu Wort kommen konnte, war alles ganz schnell gegangen. Innerhalb von Sekunden hatte er den etwas kleineren an den Schultern gepackt, ihn gegen die Wand der Dusche gedrängt und seinen Mund hungrig auf den des Blonden gepresst. War der Blonde im ersten Moment erschrocken über die harsche Reaktion gewesen, liess er sich nun vollends fallen, drückte sich gegen den warmen Körper und erwiderte des Engels Kuss mit genau der selben Sehnsucht, wie sie ihm entgegen gebracht wurde. Seine Arme hatte er um ihn geschlungen, seine Hände krallten sich in dessen Schultern, um ihn noch näher zu ziehen, was jedoch nicht möglich war, da sie bereits gegeneinander gepresst waren. Und Shuens Seele klammerte sich an diese Berührungen wie ein Ertrinkender an einen rettenden Ast. Er wusste, dass er es brauchte, dass er ihn wenigstens ein letztes Mal spüren wollte, bevor dies alles in die Brüche ging. Gierig wanderten seine Hände über den blassen Körper, ehe er eine Hand von ihm liess, um das Wasser abzudrehen. Da er etwas früher als Arttu zurückgekehrt war, wusste er, dass ihre Schulkameraden den ganzen Tag auf einem Kulturausflug waren und so drängte er den Blonden aus der Dusche, ohne sich von ihm zu trennen. An der Badzimmertür angekommen, lösten sich ihre Lippen jedoch kurz und beide rangen nach Atem. Der Engel hatte keine Sekunde daran gedacht sie beide abzutrocknen und so kam es, dass er den Elfen noch immer klatschnass auf sein Bett stiess, sich von ihm mitziehen liess und wieder in einem Kuss versank. Mit seiner linken Hand hielt er beide Hände des Elfen über dessen Kopf zusammen währenddem er mit seiner anderen die schwarzen Linien auf der Brust nachzeichnete, schlussendlich begann mit seinen Lippen die empfindlichen Brustwarzen zu liebkosen. Ein leises zufriedenes Seufzen zeigte ihm, dass Arttu durchaus Gefallen an der Sache fand, was ihn sicherer werden liess. Er liess von den Händen ab, nur um seine eigene zwischen ihre Körper zu schieben. Der Blonde keuchte leise auf, als er spürte, wie sich geschickte Finger um sein Glied schlossen, immer mal wieder neckend darüber strichen, ehe es in einer heissen Mundhöhle versank. Die Augen geschlossen spürte er, wie sich die Hitze in seinem ganzen Körper ausbreitete und er bewegte sich dem Schwarzhaarigen ungeduldig entgegen. Dieser schien sich jedoch ausgiebig Zeit zu lassen, liebkoste ihn mit seiner Zunge eine ganze Weile, liess wieder von ihm, bevor er seinen Höhepunkt erreichen konnte. Der Dunkelhaarige hatte ein glückliches Lächeln auf dem Gesicht als er den Blonden erneut küsste, sich immer wieder leicht gegen ihn drückte. Dann bewegte sich seine Hand wieder nach unten, um den nächsten Schritt zu wagen. Der Elf spürte wie der Engel mit einem Finger in ihn eindrang und er schloss die Augen, entspannte sich, da er mit diesem ganzen Verfahren wohl vertrauter war als Shuen, der bisher nur mit Frauen geschlafen hatte. Dem Finger folgte ein nächster und Arttu presste sich gegen des Engels Hand. Er zog den Dunkelhaarigen in einen weiteren hingebungsvollen Kuss bevor er leise zu flüstern begann. ‚Los mein Engel... hol dir, was dir sowieso schon lange gehört.’ Seine Worte entsprachen der Wahrheit, denn sein ganzer Körper, nicht nur seine Seele und sein Herz waren Shuen schon ewig verfallen, auch wenn dieser das nicht ganz zu begreifen schien. Geniesserisch schloss er seine Augen und stöhnte leise auf, fühlte sich all seiner Sinne beraubt, als er dann endlich Shuen in sich spürte, wie sie sich vereinten, einen Moment einfach so verharrten. Da der Engel von diesem Gefühl so überwältigt schien, entschied sich der Elf nun die Überhand zu übernehmen. Mit einer geschickten Bewegung hatte er Shuen auf den Rücken befördert, zog seinen Oberkörper dann zu sich hoch, so dass er auf des Engels Schoss hockte und sich dann langsam gegen ihn bewegte, bis Shuen ebenfalls in den Rhythmus einstieg. Seine Finger krallten sich haltsuchend in die schwarzen Haare bei der Intensität der Gefühle, die er empfand und auch der Dunkelhaarige hielt sich an dem Elfen fest, als wollte er ihn nie mehr gehen lassen, für immer so in ihm verweilen. Währenddem sie nach und nach ihr Tempo beschleunigten legte der Engel seinen Kopf in Arttus Halsbeuge, begann wieder, dessen Glied mit einer Hand zu bearbeiten. Dieser hatte seinen Kopf zurück in den Nacken gelegt, klammerte sich noch immer an Shuen, als er sich mit einem heiseren Stöhnen über dessen Bauch ergoss und spürte, wie auch dieser sich seinem Höhepunkt näherte. Der Engel konnte sich ein lautes Stöhnen ebenfalls nicht verkneifen als er in Arttu kam und sich schliesslich erschöpft in die Kissen fallen liess. Der Blonde lächelte nur zufrieden, legte sich auf die Brust seines Engels und zog die Decke über sie. Seinen Kopf bettete er auf den Brustkorb des Schwarzhaarigen und seufzte leise. ‚Zweifle nie wieder daran, dass ich voll und ganz dir gehöre...’ Hätte der Blonde gesehen welch wehmütiges Lächeln auf dem Gesicht des Engels lag, hätte er sich wohl Sorgen gemacht, doch da er sich nicht dessen Gesichtszügen widmete, gab er sich mit der Antwort zufrieden. ‚Das werde ich nicht...’ Denn ich weiss dass du es nicht tust.
Signatur Name: Kumori Takano
Spitzname: Kumo
Alter: 20 Jahre
Beruf: Tierpfleger
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Mag:
Damon: Du bist schon in Ordnung.
Fin: Du spielst ein gefährliches Spiel zwischen Leben und Tod, pass auf, ehe du verlierst.
Amaya: Du bist eine sehr gute Kämpferin, doch manchmal muss man auch aufgeben.
Neutral:
Yumi, Arina, Rena, Masaru, Akira
Mag nicht:
Miu: Du bist lästig und aufdringlich. Versuch es mit weniger Worten.
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Stimmung: abweisend, in sich gekehrt
Situation: Isas; Stadt
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played by Pi
Kann man Herzen brechen? Können Herzen sprechen?
Kann man Herzen quälen? Kann man Herzen stehlen?
Können Herzen singen? Kann ein Herz zerspringen?
Können Herzen rein sein? Kann ein Herz aus Stein sein? |
KumoriTakano 

Status: Offline Registriert seit: 15.01.2007 Beiträge: 2264 Nachricht senden | Erstellt am 14.07.2008 - 01:17 |  |
Auf der Couch sieht er zu nett aus xD Ich lad dir ma das nächste Chap hoch und verschwinde dann 
Halál (ungarisch = Tod)
Als der Engel die Augen langsam öffnete, war er noch immer an Arttu gekuschelt, hatte seine Arme besitzergreifend um ihn geschlungen und sein Gesicht in dessen blonden Haaren vergraben. Tief atmete er den Geruch des Elfen in sich ein, seufzte leise, als seine Gedanken zum vergangenen Abend abschweiften. In seinen blauen Augen stand der Schmerz geschrieben, obwohl er die Nacht als die schönste seines Lebens bezeichnen müsste. Niemals hätte ich mich darauf einlassen dürfen. Immer wieder kreiste dieser eine Satz durch seine Gedanken. Nach Enola hatte er sich so sehr in Acht genommen, versucht einen weiteren solchen Schmerz zu vermeiden, doch er war gescheitert. Irgendetwas in ihm war gebrochen in dem Moment, in dem er gesehen hatte, wie des Elfen Lippen die der Rothaarigen berührten. Er spürte wie Arttu ihn im Schlaf etwas näher zu sich ziehen wollte, doch er entzog sich vorsichtig dessen Berührung und setzte sich auf die Bettkante, das Gesicht in seinen Händen. In seinem Hals hatte sich ein Kloss gebildet und er starrte einfach so vor sich hin. Erst dann fiel ihm auf, dass seine Zimmergenossen schlafend in ihren Betten lagen. ‚Damit hat sich wohl unser Problem erledigt... Mein Problem.’ Sie hatten sich überlegt, wie sie es ihren Freunden erzählen sollten, dass sie ein Paar waren, doch unterdessen hatten sie dies wohl bei der Rückkehr von ihrem Ausflug gesehen und ausserdem war der Elf nun wohl mit der Rothaarigen zusammen. Shuen raufte sich die Haare, als er sich zu ihm umdrehte. Sein Blick lag nun liebevoll, beinah wehmütig, auf dem Elfen und er strich ihm vorsichtig einige Strähnen des goldenen Haares aus seinem Gesicht. ‚Ich habe wirklich geglaubt, dass aus uns etwas werden könnte, weißt du? Auch wenn ich nicht verstehe, warum du das getan hast, so würde ich dir wieder mein Vertrauen schenken Arttu.’ Innerlich schimpfte sich der Engel einen Feigling, da er all dies sprach, ohne dass der Blonde seine Worte hörte und doch fuhr er fort. ‚Warum musste auch alles so kompliziert sein?’ Mit seinen Fingern strich er zärtlich über die blassen Wangen. ‚Warum Arttu? Warum? Ich... ich...’ Doch er brachte die Worte die er dachte nicht über seine Lippen. Er sollte nicht noch mehr in sich zerstören, nicht noch mehr seine Seele zersplittern. Kurzerhand platzierte er einen hauchzarten Kuss auf den Lippen des Blonden, bevor er sich leise anzuziehen begann.
Gerade als er sich abwenden wollte, um zu gehen, begann der Elf sich zu regen, wollte sich an den Schwarzhaarigen kuscheln, bemerkte, dass dieser nicht mehr neben ihm lag und öffnete leicht die Augen. Shuen nutzte die Tatsache, dass dieser noch immer im Halbschlaf war, als er sich zu ihm runter beugte und leise flüsterte. ‚Schlaf weiter Arttu, schlaf weiter.’ Dieser schloss die Augen, zufrieden, dass er den Engel gefunden hatte. Doch als er das nächste Mal seine Lider aufschlug, war das Bett noch immer leer und er hockte auf, rieb sich die Augen, um besser sehen zu können. Und dann spürte er es, wie die Angst nach ihm griff, wie tief seine Körpertemperatur war. Das Bettlaken neben ihm war straff gespannt, Shuens Besitztümer verschwunden. ‚Nicht noch einmal!’ rief er leise, als er sich an eine leise Stimme erinnerte, die ihm bedeutete, dass er schlafen sollte. Doch da war noch etwas gewesen. Ich muss jetzt gehen Arttu. Finde dein Glück, dabei werde ich dir nicht im Weg stehen. Niemals könnte ich von dir verlangen, dich zwischen mir und ihr zu entscheiden, deshalb werde ich gehen. Pass auf dich auf Hübscher. Das waren die Worte gewesen. Verzweifelt klammerte er sich in seine Decke. All das hatte er nie gewollt, niemals wäre er gegangen, hätte er gewusst, dass es ihn sein Herz kosten würde. Er hatte keine Ahnung, wie lange er dies überstehen könnte, denn er hatte bereits jetzt eine Menge Lebenskraft verloren. Blitzschnell sprang er auf die Beine, riss das Fenster auf, so dass ganz sicher alle durch den Lärm erwachten. Doch er ignorierte sie, sah nur wie die Sonne langsam am Horizont erschien, tief orange gefärbt, doch Shuen war nirgends zu sehen. Innerhalb von wenigen Sekunden hatte er sich einige Kleider übergeworfen, war aus seinem Zimmer auf den Flur gehastet. Er rannte, rannte so schnell er konnte, bis er keuchend und mit kratziger Stimme im Zimmer des Schulleiters stand, am ganzen Leibe zitterte. ‚Wie... lange?’ presste er angestrengt hervor, schwankte leicht. Der alte Mann ging zu seinem Schüler hin und fasste ihn an den Schultern, blickte traurig auf ihn nieder. ‚Arttu...’ Doch er kam nicht zum sprechen. ‚Wie lange schon?!’ Ein kurzes Schweigen schien für den Elfen eine Ewigkeit zu werden. ‚Er ist vor zwei Stunden gegangen Arttu. Er... wird nicht mehr wieder kommen. Nie mehr.’ Nie mehr. Eine laute Stimme in seinem Kopf wiederholte die beiden Worte, und er fühlte sich als würde die ganze Welt auf ihn einstürzen. ‚Nein...’ Seine Stimme gehorchte ihm nicht mehr, war zu einem heiseren Flüstern geworden. Er hatte nicht einmal bemerkt, dass Seb ihm gefolgt war, nun in der Tür stand, das ganze beobachtete und mit dem Schulleiter wissende Blicke austauschte. Der Dunkelhaarige hatte die beiden gesehen, als er am Abend zurück gekehrt war. Doch irgendetwas musste vorgefallen sein. Wieder begann der Blonde zu schwanken und seine Knie gaben ganz plötzlich nach. Das einzige, was er noch spürte waren Sebastians starke Arme, die sich rettend um seine Hüfte schlangen, damit er nicht zu Boden krachte. Dann wurde alles still, alles schwarz. Leer.
Seit einer Ewigkeit schon hatte das Mädchen ihren ‚Bruder’ nicht mehr gesehen. Noch immer fiel es ihr schwer, so von ihm zu denken, liebte sie ihn doch noch zu sehr. Auch noch nach den seither vergangenen dreizehn Monaten. Und bereits nach drei Monaten war ihr der Beweis ihrer damaligen Liebe in die Arme gelegt worden. Claire, ihre Tochter. Und seit diesem Tage liebte sie das Kind abgöttisch, auch wenn es schmerzte, in diese blauen Augen zu sehen. ‚Pass auf meine Kleine.’ Sprach sie leise, als das Mädchen stolperte. Schon seit ein paar Monaten konnte sie gehen, was selbst bei den Engeln relativ früh war. Tag für Tag ging sie mit Claire raus, zeigte ihr die Engelswelt. Meistens hatte die Kleine den Weg bestimmt, wie auch heute. Und sie war direkt auf den Waldrand zugesteuert, zu einem Baum hin und hatte dessen grosse Wurzel betrachtet, war darauf herum geklettert. Enola setzte sich hin, beobachtete ihre Tochter wie sie fröhlich lachend im Gras herumkrabbelte. Ihre silbernen Haare reichten ihr knapp bis zur Schulter, umrahmten ihr schmales Gesicht. Doch etwas an Claire, würde Enola immer an Shuen erinnern. Denn in den Haaren der Kleinen zeichneten sich ganz klar drei schwarze Strähnen ab und auf ihrem Rücken wuchs sowohl ein weisser, als auch ein schwarzer Flügel. Sie seufzte leise und ihre Gedanken schweiften ab zu dem Geschehen, welches sich vor über einem Jahr am Fusse dieses Baumes abgespielt hatte, ihre ganze Welt auf den Kopf gestellt hatte. Wie es ihm wohl geht? Viel zu spät wurde sie aus ihren Gedanken gerissen, obwohl das Lachen Claires schon einige Minuten verstummt war. Erschrocken blickte sie auf, als sie bemerkte, dass ein Fremder bei ihrer Tochter niedergekniet war, sich mit ihr unterhielt. Alarmiert sprang sie auf, näherte sich den beiden recht hastig.
Etwas über ein halbes Jahr war es her, dass der Schwarzhaarige die Schule verlassen hatte, dem Elfen den Rücken kehrte. Alleine war er durch die Welt gezogen, bis er die Sehnsucht nicht mehr ausgehalten hatte. Er war heimgekehrt. Auf dem Weg zu seinem Lieblingsbaum hatte er auf der Wiese dieses Mädchen gesehen. Er wusste nicht warum, doch irgendetwas in ihm hatte sich zu dem unschuldigen kleinen Wesen hingezogen gefühlt. Und nun kniete er vor ihr und lächelte sie an, obwohl das Lächeln seine Augen nicht erreichte, nicht von Herzen kam. ‚Hallo meine Kleine, wer bist du denn?’ Seine Stimme war zwar freundlich, doch wirkte sie irgendwie leer. Doch die Kleine hatte gesehen, welche Mühe er sich gab, freundlich zu sein, ihr ein Lächeln zu schenken. Sie würde nicht einfach weglaufen. ‚Du musst mir zuerst deinen Namen sagen!’ Erst jetzt konnte er ehrlich lachen, da sie ihn an ihn selber erinnerte. ‚Ich bin Shuen.’ Ein Ruck durchfuhr die Mutter der Mädchens und sie blieb abrupt stehen, hörte die Worte ihrer Tochter, als wäre sie meilenweit entfernt. ‚Ich bin Claire.’ Er war zurückgekehrt, war wieder in der Engelswelt. Doch er hatte sich verändert. Seine Haare hingen ihm nun bis zum Kinn, seine Wangenknochen waren leicht eingefallen, seine Augen waren dumpf, hatten den einstigen Glanz verloren. ‚Shuen...’ Als er seinen Namen hörte, blickte er auf. Und was er sah, hätte ihn zurücktaumeln lassen, wäre er auf seinen Füssen gestanden. Sie sah gesünder aus denn je, ihre Augen schienen noch stärker zu funkeln, doch nicht der Tränen wegen. ‚Enola.’ Das letzte Mal, als er sie gesehen hatte, war sie knapp dem Tode entkommen. Erst dann bemerkte er, dass sich Claire nun am Bein von Enola festhielt. ‚Du... sie... wir? Nein!’ Er konnte nicht glauben, was sich gerade alles in seinem Kopf zusammenfügte. ‚Claire, das ist dein... dein Vater.’ Es fiel ihr schwer, diese Worte über ihre Lippen zu bringen, doch das Mädchen hatte ein Recht auf die Wahrheit, hatte ein Recht auf einen Vater. ‚Papa!’ Claire wusste selber nicht warum sie so reagierte, doch die umarmte ihn, da sie irgendwie nicht das Gefühl hatte, dass er ihr fremd war. Und Shuen konnte nicht anders, als etwas unbeholfen ihre Umarmung zu erwidern und zu lächeln. Erst als sie wieder zurückwich, erhob er sich, nur damit ihm gleich darauf Enola um den Hals fiel. ‚Ich habe dich so vermisst, Shuen.’ Sie schluchzte leise und drückte sich an ihn. ‚Es ist schön dich wieder zu sehen.’ Sprach er leise und strich ihr beruhigend über den Rücken. Ich habe eine Tochter und habe solange nichts gewusst... Warum musste ich auch dieses verdammte Band zerstören?! ‚Du siehst gut aus.’ Etwas verlegen lächelte sie. ‚Danke. Ich wünschte, ich könnte dir dasselbe sagen, aber ich denke du weißt, wie mitgenommen du aussiehst.’ Kurz blickte sie über die Wiese und nahm dann Claire an der Hand. ‚Komm Shuen, ich werde dir erst einmal etwas kochen und du kannst eine heisse Dusche nehmen. Dann können wir uns unterhalten, ja?’ Aufmunternd nahm sie ihn ebenfalls an der Hand und so spazierte die kleine Familie zu der kleinen Wohnung, in der sich Enola nun untergebracht hatte. Sie wohnte zwar nicht mehr bei ihren Eltern, doch immer noch nah genug, um sie jeden Tag zu sehen.
Noch immer schwirrten seine Gedanken wie wild, als er aus der Dusche trat und sich im Spiegel betrachtete. Er fühlte sich zurück erinnert, an die Zeit in der er Andreas vor den Schlägertypen gerettet hatte, wie er sich danach bei Amy genau so im Spiegel angeblickt hatte. Prüfend, abschätzend, wie gut es ihm ging, da er verlernt hatte, seine Verfassung zu fühlen. Die blauen Augen, die ihn von der kalten Oberfläche her anstarrten waren ihm fremd. Sie waren nicht leuchtend und klar, sie hatten einen gräulichen Schimmer angenommen und in ihnen stand eine seltsame Neutralität. Er hatte sich verändert, doch was ihn mehr beschäftigte war, ob diese Veränderung jemals wieder rückgängig gemacht werden konnte. Mit seiner Linken strich er sich seine Haare nach hinten und seufzte leise, ehe er sich anzuziehen begann und wieder in die Wohnung trat, wo ihn Claire auch sogleich in Besitz nahm. Mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht hüpfte sie auf ihn zu und zupfte ungeduldig an seinen Hosen. Er konnte nicht verstehen, dass dieses Wesen tatsächlich sein eigen Fleisch und Blut war, zu absurd war diese Idee. Dennoch empfand er bereits jetzt eine Zuneigung für das kleine Mädchen. Den Fakt, dass er und Enola Geschwister waren ignorierend nahm er Claire an der Hand und ging mit ihr in den kleinen Garten, der direkt hinter dem Esszimmer war. Das Lachen des Mädchens war glockenhell als er sie auf die Schaukel setzte und sie immer wieder anstiess, damit sie das Tempo halten konnte. Dabei merkte er nicht Enola, die am Fenster stand und die beiden beobachtete. Sie bereute es nicht, ihnen beiden gesagt zu haben, wie sie zu einander standen. Dass sie sich gut verstanden war immerhin kaum zu übersehen. Währenddem sie weiterhin die Suppe umrührte liess sie ihre Augen nicht von den Engeln, welche alle beide für sie alles bedeuteten. Gerade als Shuen sich vor die Schaukel stellte und Claire auffing als sie von der Schaukel hüpfte, trat das Engelsmädchen in den Garten. ‚Ich störe euch nur ungern, doch die Suppe wäre bereit.’ Claire noch immer auf seinen Armen folgte ihr der Schwarzhaarige ins Haus und setzte sich. ‚Claire, komm meine Kleine, Zeit für deinen Mittagsschlaf.’ Als sie das Kind wegbrachte wandte sie sich noch einmal um. ‚Ich bin gleich wieder da Shuen.’ Dieser blickte ihr nur neugierig hinterher. Auch sie hat sich verändert. . Innerhalb von nur einem Jahr war seine Schwester sehr erwachsen und verantwortungsbewusst geworden. Nun musste sie sich alleine um ein Kind kümmern und er hatte das letzte halbe Jahr, seit er die Schule verlassen hatte nichts weiter getan, als sinnlos umherzureisen. Nirgends hatte er sich zu Hause gefühlt, nirgends war es ihm wohl gewesen. Und nun war er doch wieder in der Engelswelt gestrandet. Als Enola das Zimmer wieder betrat, wandte er das Wort an sie. ‚Warum hast du sie Claire genannt?’ Er lächelte, hatte das Gefühl, dass dieser Name perfekt war für das Kind. Sein Kind. Die Antwort abwartend tauchte er seinen Löffel in die heisse Flüssigkeit, genoss das Gefühl der Hitze, dass sich in seinem Magen ausbreitete. Er hatte lange Zeit keine warme Mahlzeit mehr genossen. ‚Weisst du, ich habe mich nie für einen Namen entschieden. Während der Schwangerschaft ging es mir nicht besonders gut, weshalb ich mich auch mit anderem als der Namensgebung befasst habe. Doch dann wurde sie mir in die Arme gelegt. Ihre Augen strahlten in den hellsten Blautönen und obwohl sie wohl kaum wissen konnte was sie tat, hat sie gelächelt. Von Anfang an. Deshalb Claire.’ Zustimmend nickte er, einerseits als Zeichen, dass er mit dieser Wahl zufrieden war, andererseits aber auch für sich, um zu bedeuten, dass er tatsächlich wusste, wie schlecht es ihr ergangen war. ‚Es tut mir leid, dass ich einfach so gegangen bin und … das Band zerstört habe.’ Leise fuhr er fort, ass ab und an wieder einen Löffel Suppe. ‚Ich wollte nie, dass es dir so schlecht geht, dass du das alles alleine durchmachen musstest. Hätte ich es gewusst, so wäre ich geblieben, doch ich konnte es nicht ertragen … Ich hätte es uns nur noch schwieriger gemacht, wäre ich nicht gegangen.’ Enola wusste genau, dass er recht hatte, vielleicht hatte er es sich einfacher gemacht, doch nicht ihr. Denn sie empfand noch immer dasselbe für ihn und aufgeben konnte sie nicht. ‚Du warst da, nicht wahr Shuen? Du hast mich gesehen.’ Ihre Frage war zugleich eine Feststellung und bevor er reagieren konnte, fügte sie weitere Worte an, räumte die Teller weg und setzte sich dann auf die Couch. ‚Meine Eltern haben mir erzählt, dass mein Herz still stand, dass ich eigentlich tot war. Nicht jeder kehrt einfach so von den Toten zurück.’ Obwohl der Dunkelhaarige nicht wusste, worauf sie hinaus wollte, fühlte er sich doch dazu verpflichtet ihr die Wahrheit zu sagen. ‚Natürlich war ich da Enola. Des Bandes wegen. Ich habe gespürt, dass es dir nicht gut geht. Und ich habe dir dabei zusehen müssen, wie du mir beinahe entglitten wärst.’ Seine Stimme klang voller Trauer, denn auch dieses Erlebnis war keines gewesen, dass er in Erinnerung behalten wollte. Er hatte sich neben das Mädchen gesetzt und hielt sachte ihre Hand in den Seinen. Doch sie achtete kaum darauf, blickte ihn einfach nur an und schüttelte kaum merklich den Kopf. ‚Du weisst nicht, was geschehen ist Shuen … Du bist derjenige gewesen, der mich aus dem Totenreich zurückholen konnte, doch du scheinst nicht zu wissen warum.’ Schwach lächelte sie und strich ihm über die Wange. ‚Die einzige Fähigkeit, die es dazu benötigt, ist die, aufrichtig und von ganzem Herzen zu lieben. Und diese besitzt du. Doch das allein, bringt keine Seele wieder in ihren Körper zurück.’ Währenddem sie gesprochen hatte, war sie ihm immer etwas näher gekommen. ‚Um jemanden ins Leben zu rufen, muss man genau diese Person hemmungslos lieben. So stark, dass man jederzeit sein Leben für diese Person opfern würde.’ Vorsichtig lehnte sie sich ein weiteres Stück nach vorne und küsste den Schwarzhaarigen, bat so um eine weitere Chance. Dieser erwiderte den Kuss, ohne zu überlegen, da sich noch immer die soeben gesprochenen Worte in seinem Kopf abspielten. Erst dann erstarrte er und wich zurück. Ihre Lippen hatten sich so falsch angefühlt auf seinen, so als hätten sie nie dorthin gehört. ‚Hemmungslos lieben …’ Das waren die einzigen Worte, die er herausbrachte, als die ganze Realität auf ihn einbrach. Und plötzlich war ihm bewusst, wie idiotisch und unfair er gehandelt hatte, auf welche Art und Weise er gerettet werden konnte. Arttu hatte ihn aus der Welt der Toten zurückgeholt, hatte dem Engel erzählt, dass er nicht gewusst hatte, warum es funktionierte. Doch dem Schwarzhaarigen dämmerte es langsam, dass es der Elfe sehr wohl gewusst hatte. ‚Was ist los Shuen?’ Er hatte das Gefühl, dass es kaum noch atmen konnte, wollte sich am liebsten etwas antun für das, was er getan hatte. ‚Enola … Es geht nicht. Wir sind Geschwister, wie sollen wir ein Paar sein? Es grenzt schon an ein Wunder, das wir diese wundervolle Tochter haben, doch es geht nicht. Ich muss wieder gehen. Sofort. Ich werde zurück kehren, werde Claire ein Vater sein, doch für uns gibt es keine weitere Chance.’ Mit diesen Worten stürmte er durch die Haustür, rannte, wie er damals gerannt war, als er Arttu mit der Rothaarigen gesehen hatte.
Erst als er vor sich das riesige alte Gebäude auftauchen sah verlangsamte er sein Tempo, spürte wie ihn die Übelkeit erfasste, da er sich überanstrengt hatte. Würgend beugte er sich vorn über und liess Enolas Suppe auch sogleich wieder von sich. Noch immer schwer atmend wusch er sich seinen Mund am Brunnen, bevor er entschlossen sein ehemaliges Internat betrat. Da noch immer Mittagszeit war, waren einige am essen, andere wohl in den Zimmern. Und Shuen wollte sich nicht unbedingt vor der ganzen Schule zeigen. Er würde lediglich in sein altes Zimmer schlüpfen und mit dem Blonden sprechen, auch wenn er keine Ahnung hatte, was genau er sagen sollte. Hastig hatte er die Treppen erklommen und die Zimmertür hinter sich geschlossen. Ein halbes Jahr war vergangen seit er von hier gegangen war und noch immer sah alles etwa gleich aus. ‚Shuen?!’ Vor ihm tauchte Seb auf, der ihn recht kalt musterte, die Veränderungen des Engels analysierte. Doch diesen interessierte dies kaum. ‚Seb, wo ist Arttu?’ Das nächste was er spürte war ein stechender Schmerz in seinem Gesicht, eine Wucht, die ihn rückwärts in die Tür taumeln liess, wo er auch niederging, und warme Flüssigkeit, die aus seiner Nase sickerte. Und als er die Augen erstaunt auf seinen ehemaligen Zimmergenossen richtete, sah er, dass dieser noch immer die Faust geballt hielt, auch an ihr sein Blut klebte. ‚Was...?!!’ Doch er kam nicht zu Wort. ‚VERDAMMTE SCHEISSE SHUEN, WOHER NIMMST DU EIGENTLICH DIESEN MUT?!’ Sebastians Gesicht verfärbte sich leicht rot und er schrie dem Engel ins Gesicht. ‚DU TAUCHST HIER NACH EINEM HALBEN JAHR AUF UND FRAGST NACH ARTTU WÄHRENDDEM ER VERDAMMT NOCH MAL IM STERBEN LIEGT. UND WEISST DU WARUM?! GENAU! WEGEN DIR!’ Seine Stimme war nach und nach etwas leiser geworden und als er fertig war, bereute er zwar seinen Ausbruch, war jedoch froh, hatte er es dem Engel gesagt. Doch dieser blickte nur zu ihm auf, als würde er eine fremde Sprache sprechen und presste seine Hand auf die blutende Nase. Seb schüttelte den Kopf, rieb sich mit beiden Händen das Gesicht und beruhigte sich innerlich etwas. ‚Entschuldige ... Das ganze ist nun mal auch für uns nicht einfach. Sag mir jetzt einfach nicht, dass du nichts gewusst hast?!’ Der Schwarzhaarige schüttelte nur – noch immer perplex – den Kopf. Seb hockte sich nun ebenfalls auf den Boden und man konnte sehen, dass in seinen Augen tiefe Trauer stand. Und als Shuen dies bemerkte, wurde er immer nervöser, seine Übelkeit kehrte etwas zurück und er wartete angespannt auf eine Erklärung. ‚Du hast keine Ahnung von Elfen, nicht wahr?’ Wieder wollte er zu einem Kopfschütteln ansetzen, ehe er bemerkte, dass Seb eigentlich gar nicht wusste, dass Arttu ein Elf war. ‚Woher...?’ – ‚Er hat es mir erzählt.’ Er hatte ihn nicht ausreden lassen, hatte auch nicht vor, ihn zu Wort kommen zu lassen, denn die Zeit drängte. ‚Du hast keine Zeit für irgendwelche Fragen Shuen, er wird sterben.’ Ohne den Ausdruck auf des Engels Gesicht zu beachten sprach er weiter. ‚Arttu ist zusammengebrochen und lange ohnmächtig gewesen als er entdeckt hat dass du weg bist. Im Krankenhaus ist er wieder erwacht und hat mir erzählt, warum dies passiert ist und was noch kommen wird. Elfen können nur ein einziges Mal in ihrem Leben ihr Herz verschenken und dies ist für sie entweder ein erfülltes Leben von diesem Zeitpunkt an oder sie sterben. Sie ernähren sich von dieser Liebe, zumindest ihre Herzen. Als du gegangen bist, hast du gedanklich mit eurer Beziehung abgeschlossen, was für ihn heisst, dass sein Herz sozusagen die Nahrung verliert. Du hast Arttu deine Liebe entzogen und somit auch seinem Herz die Wärme.’ Shuens Augen wurden immer grösser, als er aufmerksam diesen Worten lauschte und auch die Übelkeit wieder stärker wurde. ‚Du hast schon verstanden Shuen. In diesem halben Jahr in dem du weg warst sind seine Vitalfunktionen immer schwächer geworden, sein Herz schlägt kaum noch und er schläft so gut wie den ganzen Tag. Und etwa vor einer Viertelstunde hat der Arzt angerufen ... und gesagt...’ Das sprechen fiel dem Jungen immer schwerer und dennoch zwang er sich, Shuen die Wahrheit zu sagen. ‚... dass er es sehrwahrscheinlich nicht mehr lange durchhält.’ Er fühlte wieder den Drang, seinem Gegenüber einfach ins Gesicht zu schreien, ihn anzufluchen, ihm noch einmal eine Faust ins Gesicht zu schlagen, denn verdient hatte er es allemal. Doch der Engel war nur innerhalb von Sekunden auf den Beinen und im Bad, wo er sich ein weiteres Mal übergab, keuchend und würgend vor der Kloschüssel hockte. ‚Das... kann... darf nicht sein.’ Brachte er stockend hervor währenddem er Galle würgte. Sebastian tat nichts weiter, als ihm ein Glas Wasser hinzustellen und auf ihn nieder zu blicken, seine Augen voller Trauer und Mitgefühl. ‚Doch Shuen, er wird bald sterben. Sehr bald.’
Signatur Name: Kumori Takano
Spitzname: Kumo
Alter: 20 Jahre
Beruf: Tierpfleger
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Mag:
Damon: Du bist schon in Ordnung.
Fin: Du spielst ein gefährliches Spiel zwischen Leben und Tod, pass auf, ehe du verlierst.
Amaya: Du bist eine sehr gute Kämpferin, doch manchmal muss man auch aufgeben.
Neutral:
Yumi, Arina, Rena, Masaru, Akira
Mag nicht:
Miu: Du bist lästig und aufdringlich. Versuch es mit weniger Worten.
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Stimmung: abweisend, in sich gekehrt
Situation: Isas; Stadt
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played by Pi
Kann man Herzen brechen? Können Herzen sprechen?
Kann man Herzen quälen? Kann man Herzen stehlen?
Können Herzen singen? Kann ein Herz zerspringen?
Können Herzen rein sein? Kann ein Herz aus Stein sein? |