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Karian 

Priesterin
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...   Erstellt am 12.01.2007 - 08:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Total abgerissen sah ihre Gestalt aus und sie wusste das auch… aber nachdem sie gerade aus ihrer jahrelangen Gefangenschaft aus den Salzminen von Pruul entlassen worden war, war sie froh, überhaupt noch am Leben zu sein.

Die schlanke, inzwischen fast als dürr zu bezeichnende Eyrierin schleppte sich Schritt um Schritt weiter, die Kraft ihrer Juwelen war längst verbraucht. Sie hatte für die Reise mit den Winden sehr viel Kraft gebraucht, vor allem, um sich nach der langen Gefangenschaft wieder einmal zu konzentrieren. Dass sie in den Minen ihren Verstand noch nicht verloren hatte, überraschte die Hexe immer noch. Fast genauso, wie ihre Begnadigung. Das Einzige, was sie darüber erfahren hatte, war, dass sich ein Blutsmann für sie eingesetzt hatte und dass er in Askavi lebte. Darum war sie hier. Sich zu bedanken und herauszufinden, wer und warum sich um ein Mädchen wie sie kümmerte…

Aus welchem Gebiet und welcher Familie sie stammte hatte sie vergessen, besser gesagt, hatte jemand dafür gesorgt, dass sie es nicht mehr wusste, als sie in die Minen gebracht wurde. Nur ihre versehrten Flügel und die im Moment stumpfen, goldenen Augen gaben noch einen Hinweis auf ihre Herkunft.

Karian begann zu weinen, die Tränen liefen über ihr Gesicht und sie verlor die letzte Kraft, die sie noch vorangebracht hatte. Sie konnte den hohen Berg schon sehen, auf dem die Burg, in der die Königin herrschte, doch sie konnte keine Schritt mehr tun. Ihre Beine versagten ihr den Dienst und sie brach zusammen. Auf dem Boden liegend schrie sie aus Wut über ihren geschwächten Körper laut auf… und ihre mentale Stimme raffte die letzten verbliebenen Kräfte, um sich auch in den Zwischenwelt bemerkbar zu machen, auch wenn sie das nicht mehr merkte, bevor ihre Sinne schwanden…





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NSC 





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...   Erstellt am 12.01.2007 - 10:53Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Lilian Valerio, Mutter der Königin, Priesterin (Rose/Opal), 1650 Jahre

Seit ihre älteste Tochter, ihre beiden Söhne und ein paar Mitglieder des Hofstaates vor kurzem die Burg verlassen hatten um eine der vielen Anstehenden Rundreisen durch die Regierungsgebiete anzutreten, war es hier sehr ruhig geworden. Lilian seufzte, als sie von ihrer Stickerei aufsah und zu ihrem Mann hinüberblickte, der gerade - wie meist - über einem Handelsvertrag oder etwas ähnlichem brütete. Sie schaute ihn an und erinnerte sich an frührere Zeiten. So vieles hatten sie schon zusammen durchgemacht, hatten zwei starke Söhne und zwei liebe Töchter - eine davon die mächtigste Frau in Terreille soweit sie wußte - großgezogen. Sie lächelte verträumt, als sie ihn dort sitzen sah, wie er gedankenverloren nach der Tasse Kaffee griff, die neben ihm stand. Ja, sie war glücklich. War es fast immer gewesen in ihrem Leben und würde es hoffentlich noch lange sein. Doch sie war auch ein wenig gelangweilt und wußte nicht so recht, was sie mit ihren Tagen hier auf der Burg anfangen sollte.

Hin und wieder diente sie als Seelentröster ihrer Kinder oder ihres Mannes. Doch alles war in letzter Zeit glatt gegangen, so daß diese Seite von ihrer Familie nur selten angesprochen wurde. Sie verstand sich auch gut mit den Bediensteten der Burg, doch hatte sie keine feste Aufgabe hier. Sie hatte schon öfter überlegt, ob sie nicht wieder an einem der dunklen Altäre arbeiten sollte. Vielleicht in Dhemlan. Die Hohepriesterin dort schien eine sehr vernünftige Frau zu sein, doch war sie nicht bereit ihre Familie - die an Askavi gebunden war - zu verlassen. Vielleicht würde das noch kommen, sie wußte es nicht.

Lilian erhob sich und ging zu ihrem Mann, der sie anschaute und ebenfalls anlächelte.

"Ich werde ein wenig an die frische Luft gehen." sagte sie zu ihm und er nickte ihr zu. Sie gab ihm einen zärtlichen Kuss, wie sie es jedesmal tat, wenn die beiden sich trennten und warf sich ihren Umhang um die Schultern.

"Nimm eine der Wachen mit Schatz." rief ihr Mann ihr noch hinterher und sie nickte bevor sie den Raum verließ.

Am Tor sprach sie kurz mit dem Hauptmann, der jetzt - in Abwesenheit von Lord Sa Chade - das Kommando hatte und bat um einen seiner Männer als Geleit. Als dieser erschien schwang sich Lilian mit ihm in die Lüfte und genoss das Gefühl von Freiheit und den Wind in ihren Haaren.

Es war ein schöner Tag, die Sonne schien und trotzdem war es ein wenig frisch - genau wie sie es liebte. Sie schwebte dahin und ließ den Gedanken freien Lauf als sie plötzlich ein mentaler Schrei erreichte. Erschrocken hielt sie inne und fühlte nach woher er gekommen war. Sie flog in die Richtung und erspähte unter sich auf dem Weg eine reglose Gestalt.

Sie zeigte ihre Entdeckung ihrem Begleiter, der daraufhin gleich eine Falle witterte. Doch sie gab nichts auf seine Warnungen und setzte zur Landung an, um sich die Sache genauer anzuschauen.

Ihr Begleiter rollte die Augen. War er doch schon das ein oder andere Mal mit der Schwester der Königin unterwegs gewesen. Er hätte wissen müssen, woher diese ihre Sturheit hatte.

Aus einer erhöhten Position - er schwebte in der Luft - behielt er die Situation auf dem Weg im Blick und ließ sein Schutzobjekt nicht aus den Augen. Bisher war alles ruhig.

Lilian kniete neben der - völlig erschöpften und ohnmächtigen - Frau nieder und fühlte ihren Puls. Er war da, doch nicht kräftig. Außerdem sah die Frau völlig ausgemergelt und kränklich aus. Ihre Flügel - die unter dem reglosen Körper zerdrückt wurden - sahen schon arg mitgenommen aus und das Juwel an ihrem Hals - es schimmerte rot, stellte Lilian erstaunt fest - war ausgebrannt.

Sie schickte einen mentalen Faden an ihren Begleiter , damit er ihr half die junge Frau auf die Burg zu bringen. Sie konnte sie ja schließlich nicht hier liegen lassen, oder?

Widerwillig machte er sich daran und beide brachten die noch immer ohnmächtige Frau zurück zur Festung.

Von unterwegs informierte Lilian ihre jüngere Tochter Luzian, damit diese das Krankenrevier vorbereiten konnte. Auf der Burg verbrachten sie die Frau dort sofort hin und nun saßen Lilian und Luzian - hinter ihnen stand noch immer der Wachmann und beobachtete die Szene still - am Bett der Frau und warteten darauf, daß diese aufwachte.





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Karian 

Priesterin
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...   Erstellt am 12.01.2007 - 12:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Irgendetwas war anders. Karian schaute sich in dem Raum um, den ihr ihre Träume sandten. Ein wunderschön eingerichtetes Zimmer, ganz in einem hellen Rotton gehalten und liebevoll mit kleinen Mobiles und Figuren verziert schien ihr hier entgegen. Zwei kleine Wiegen standen in dem Zimmer und eine sanfte, weibliche Stimme sang ein Wiegenlied, während sie die Kinder schaukelte.
Plötzlich ein Knallen, wie von einer hölzernen Tür, die aufgeworfen wird und an die Wand prallt. Das Wiegenlied endet plötzlich. Ein Schrei, hoch, verzweifelt. „Nein, meine Kinder. Tut ihnen nichts an.“ Weinen. Ein in schwarz gekleideter Mann beugt sich über die beiden Kinderbettchen und nimmt wahllos einen der Säuglinge heraus.
„Das wird Euch lehren, nicht mehr so arrogant mit anderen zu verfahren. Ihr habt keine Zwillinge mehr. Ein Kind wird Euch bleiben, als ewige Erinnerung an diesen Tag. Ein Kind, das ihr täglich sehen werdet und Euch fragen, was mit dem anderen passiert ist.“, sagt eine tiefe, hasserfüllte Stimme. Schritte von schweren Stiefeln hallen von den Wänden der Gänge wieder. Schluchzen erfüllt den Raum und der schmerzerfüllte Schrei einer Mutter, der das Kind genommen wurde.

Karian fühlte sich warm und fühle, wie sie auf einer weichen Unterlage lag. Ein Gefühl, dass sie lange Jahrzehnte nicht mehr hatte spüren dürfen. Gedämpfte Stimmen, mit Besorgnis erfüllt klangen an ihre Ohren, doch sie verstand nicht, was sie sagten. Sie fühlte sich immer noch unendlich schwach, doch sie schien ausser Gefahr zu sein.
Vorsichtig öffnete die Eyrierin die Augen und nahm verschwommen ihre Umgebung wahr, wo zwei Frauen saßen und sie ansahen.
„Wo… wo bin ich?“, erklang ein Krächzen aus ihrer geschundenen Kehle.

[Dieser Beitrag wurde am 12.01.2007 - 18:42 von Sandra aktualisiert]





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...   Erstellt am 13.01.2007 - 10:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Lilian Valerio

Lilian beugte sich ein wenig vor und tupfte die Stirn der Unbekannten mit einem feuchten Tuch ab, während sie sich unruhig hin und herwälzte. Auf ihrem Gesicht lag ein mitfühlender Ausdruck. Sie konnte sich gar nicht vorstellen, wie es der armen Frau ging. Wenn sie sich ihre Flügel so anschaute würde es aller Kunst ihrer jüngeren Tochter bedürfen um diese wieder so herzustellen, dass man sie zum Fliegen nutzen konnte.

"Ich werde in die Küche gehen um ihr etwas zu Essen zubereiten zu lassen. Ich bin gleich wieder da." flüsterte sie Luzian zu und ging auch schon aus dem Raum.





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Luzian ...

Heilerin
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...   Erstellt am 13.01.2007 - 10:45Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Luzian nickte, als ihre Mutter ihr zuflüsterte, daß sie etwas zu essen beschaffen wollte und schaute ihr nach, als sie den Raum verließ. Dann wanderte ihr Blick weiter zu dem Wachmann, der noch immer an der Wand hinter ihr stand und das Geschehen mit unbewegter Mine beobachtete.

"Könntet Ihr vielleicht draußen warten? Ich muß die Patientin untersuchen. Dabei wäre es unschicklich, wenn ein männlicher Wachmann im Raum ist."

Als er gerade etwas erwidern wollte setzte Luzian ihren strengsten Heilerinnenblick auf.

"Lasst meinetwegen die Tür angelehnt, aber verlasst den Raum." Das war ein Befehl und den verstand er. Er verließ den Raum und wartete vor der fast geschlossenen Tür.

Luzian drehte sich zu der Patientin um und betrachtete sie. Sie schickte mental nach einer Dienerin, die aus ihrem Zimmer ein paar bequeme Sachen bringen sollte sowie einen Pyjama. Dann begann sie die Kleider der jungen Frau zu entfernen, gerade als diese sich stärker regte und die Augen aufschlug.

„Wo… wo bin ich?“ fragte sie als erstes.

Luzian lächelte sie beruhigend an und nahm wieder auf dem Stuhl neben dem Bett platz.

"Shh, keine Angst. Ihr seid auf der Festung der Königin in Askavi/Terreille und in Sicherheit. Hier wird Euch nichts geschehen. Mein Name ist Luzian und ich werde mich um Eure Heilung kümmern."

Sie sagte all das in einem ruhigen Ton mit einem beruhigenden Blick in den Augen, welche auf die Augen ihres Gegenübers gerichtet waren. Hoffentlich wäre der Schock für die Patientin nicht zu groß.





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Luzian Valerio

Karian 

Priesterin
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...   Erstellt am 13.01.2007 - 14:43Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Karian beruhigte sich sofort. Man hatte sie gefunden und genau dorthin gebracht, wohin sie reisen wollte. Und anscheinend hatte man sie freundlich aufgenommen.

„Ich danke Euch, Lady Luzian. Mein Name ist Karian.“, antwortete sie mit einem leichten Lächeln. Die goldenen Augen ihrer Heilerin waren sehr faszinierend und blickten direkt in die ihren, was ihr einen Teil der Angst nahm, die sie vorher verspürt hatte.

„Ich weiss nur noch, dass ich kurz vor der Burg ohnmächtig geworden bin.“ Ihr fiel wieder ein, in welchem Zustand sie gewesen war und aufgeregt versuchte sie, sich aufzurichten. Leider wurde ihr dabei so schwindelig, dass sie sich wieder hinlegen musste. Besorgt fasste sie nach hinten, um den Zustand ihrer Flügel zu überprüfen. Sie erinnerte sich noch gut, dass sie direkt darauf gefallen war und hoffte, dass sie dadurch nicht noch mehr beschädigt worden waren, wenn das überhaupt möglich war.





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Luzian ...

Heilerin
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...   Erstellt am 15.01.2007 - 12:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Luzian nickte, als Karian anfing ihr zu erklären, was sie noch wußte.

"Ja, meine Mutter hat Euch auf dem Weg zur Burg ohnmächtig gefunden und sofort hierher gebracht. Ich hatte noch keine Zeit mir Eure Verletzungen näher anzuschauen, bevor Ihr aufgewacht seid."

Behutsam half sie der Patientin sich wieder zurückzulegen, als ihr von der schnellen Bewegung schwindlig wurde.

"Vorsicht! Ihr seid noch sehr geschwächt. Macht keine ruckartigen Bewegungen bitte, sonst könnte es passieren, daß ihr wieder in Ohnmacht fallt.

Auf den ersten Blick kann ich bei Euch eine Unterernährung diagnostizieren. Und einen Pilz, der Eure Flügel befallen hat. Näheres kann ich dazu jedoch bisher noch nicht sagen, aber ich werde mich vorrangig um dieses Problem kümmern. Sowie natürlich darum, die Folgen der Unterernährung und Dehydrierung zu beseitigen. Meine Mutter ist bereits unterwegs um etwas zu essen und zu trinken für Euch zu holen."

Als sie den Griff nach hinten an ihre Flügel bemerkte, informierte sie Karian davon, daß sie einen Schutzschild um die Flügel gelegt hatte, der sie vor weiterer Beschädigung oder einem Ausbreiten des Pilzes bewahrte.





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Luzian Valerio

Karian 

Priesterin
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...   Erstellt am 15.01.2007 - 23:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Dankbar legte sich Karian wieder zurück und sagte: „Dann bin ich ja beruhigt. Ich dachte schon, das taube Gefühl kommt daher, dass ich meine Flügel stärker verletzt habe, als ich auf sie gefallen bin. Zu der Unterernährung muss ich Euch leider Recht geben, der Ort, an dem ich die letzten Jahre verbringen musste, legte leider nicht allzu viel Wert darauf, seine Bewohner gut zu versorgen.“, sagte sie mit einem Schaudern in der Stimme. Allein die Erinnerung an die Minen liess sie das Salz fast schon wieder im Mund und in der Nase spüren.

Sie betrachtete Luzian und bemerkte, wie sich die Heilerin besorgt daran machte, ihren Zustand noch einmal zu überprüfen, als die Tür sich wieder öffnete und Lady Lilian zurückkam. Hinter ihr lief ein Diener, der eine dampfende Schüssel Suppe und eine große Karaffe Wasser auf einem Tablett balancierte, die er sogleich auf einem kleinen Tisch neben dem Krankenbett abstellte.

Sie liess sich nicht allzu lange bitten und machte sich über das angebotene Essen her. Mit einem Rest Selbstachtung versuchte sie, sich an ihre Essmanieren zu erinnern und die heisse Suppe nicht herunterzustürzen.





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Luzian ...

Heilerin
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...   Erstellt am 17.01.2007 - 14:05Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Nachdem Lilian das Essen herbeigebracht hatte, entschuldigte sie sich auch gleich wieder und nahm den Diener, der das Essen getragen hatte wieder mit sich aus dem Zimmer hinaus. Sie wollte Luzian bei der Heilung nicht stören, sagte sie zur Entschuldigung, doch eigentlich hatte sie eine Art Deja Vu gehabt, als sich die Patientin über die Schüssel mit Essen gebeugt und sie das Muttermal auf ihrem Schlüsselbein gesehen hatte, welches nun dadurch zum Vorschein gekommen war, daß Luzian bereits begonnen hatte, ihr das Oberteil aufzuknöpfen um mit der Untersuchung zu beginnen. Diese Entdeckung löste ein merkwürdiges Gefühl in Lilian aus, das sie nicht zuordnen konnte. Außerdem gab es etwas an der Frau, die sie heute hierher gebracht hatte, das sie beunruhigte. Sie konnte es noch nicht richtig erfassen, doch irgendetwas war merkwürdig.

Als Lilian und der Diener gerade das Zimmer verlassen hatten und Luzian sich angelegentlich mit ihren Heilmitteln und Verbänden beschäftigte um Karian nicht beim Essen anzustarren, betrat eine weitere Dienerin den Raum durch die nur angelehnte Tür. Sie trug einige Kleider auf dem Arm, die sie auf einen freien Stuhl legte bevor sie von Luzian mit einem abwesenden "Danke" wieder fortgeschickt wurde.

Woher kommt diese Frau nur... und was hat sie an sich, das sich so merkwürdig anfühlt? fragte Luzian sich, als sie die Sachen durchsah, die das Mädchen gebracht hatte.

Als Karian aufgegessen hatte drehte sich Luzian wieder zu ihr um. "Möchtet Ihr noch einen Teller Suppe? Ich kann gerne danach schicken.

Ich habe Euch ein paar Sachen bringen lassen. Unter anderem einen Pyjama in den ihr nach der Untersuchung schlüpfen könnt. Tut Euch irgendetwas weh? Ich würde gerne abtasten, ob Ihr Euch vielleicht etwas geprellt oder gebrochen habt beim Sturz. Danach könnt Ihr in den Pyjama schlüpfen und wir kümmern uns um Eure Flügel."





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Luzian Valerio

Karian 

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...   Erstellt am 17.01.2007 - 20:43Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Verwundert sah Karian der Mutter der Königin nach, als diese sich so überstürzt verabschiedete und sie von ihr ein Gefühl der Verwirrung und Beunruhigung spüren konnte, das sich anscheinend auf sie bezog. Sie wusste nicht so recht, was sie damit anfangen sollte, doch bevor sie Luzian danach fragen konnte, fragte diese sie schon, ob sie noch etwas essen wollte. „Wenn es Euch nicht zu unhöflich erscheint, würde ich gerne noch einen Teller Suppe essen. Verzeiht meinen übergroßen Hunger, doch die Minen von Pruul halten nicht allzu viel davon, die Versorgung ihrer Insassen zu üppig ausfallen zu lassen.“ Antwortete sie, bevor ihr einfiel, was sie gerade gesagt hatte. Etwas ängstlich schaute sie zu Luzian hinüber, um deren Reaktion auf ihren letzten Aufenthaltsort zu deuten. Jeder wusste, dass nur Verbrecher in die Minen geschickt wurden und sie hoffte inständig, dass sich die Heilerin nicht von ihr abwenden würde. Sie hatte schliesslich nichts böses getan – soweit sie sich erinnern konnte.

Dankbar nahm sie gleichzeitig das Angebot an, dass Luzian sich ihren Rücken noch einmal ansah und erklärte: „Nun, rechts neben meiner Wirbelsäule habe ich öfters Schmerzen. Sie kommen immer, wenn ich etwas vom Boden aufhebe und gehen nur langsam wieder weg. Ich wäre Euch sehr dankbar, wenn ihr einen Blick darauf werfen könntet.“ Die Worte kamen zögerlich und immer noch leicht angespannt





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