Cecilia 

Status: Offline Registriert seit: 28.06.2007 Beiträge: 428 Nachricht senden | Erstellt am 22.02.2009 - 09:49 |  |
Gedenktag 22.2.

Elizabeth Bowen
* 07. Juni 1899 in Bowens Court/ Dublin
† 22. Februar 1973 in London
entstammte einer anglo-irischen Familie und wuchs in der Grafschaft Cork und in Dublin auf, bevor sie auf eine englische Schule geschickt wurde. Sie verlor früh die Mutter und damit "den Glauben an das Leben". Nach dem Ersten Weltkrieg stand sie dem Kreis um Virginia Woolf nahe. Mit zwanzig schrieb Elizabeth Bowen erste Kurzgeschichten und hinterließ zahlreiche Romane, Erzählungen, den Essayband "English Novelists" und eine Autobiografie.
Elizabeth Bowens Meisterwerk «Kalte Herzen»
Buchbesprechung
In einem der letzten Kapitel dieses hervorragenden Romans, nur wenige Viertelstunden bevor der stetig zunehmende Druck auf seine 16-jährige Heldin das Mass des gerade noch Erträglichen übersteigt, fahren Portia und ihr vermeintlicher Galan in einem Taxi durchs Herz von London. Die Arkaden von Covent Garden sind bereits geschlossen, kalte Schattenschleier wehen über die Fassaden, vor denen auch «das Trugbild der eigenen fiebrigen Existenz», so Elizabeth Bowen, die in ihren Romanen alle Trugbilder am Ende zerschlägt, «plötzlich zerfliesst». Der Wagen fährt die Henrietta Street entlang, und Eddie nimmt Portia traurig in die Arme; kurz vor der U-Bahn-Station am Leicester Square, wo das Taxi erneut abbiegt, sucht er voller Selbstmitleid einen Fluchtweg aus der Verantwortung für ihre verletzten Gefühle, für seinen Verrat an Portias Liebe. «Für dich und mich sollte es eine neue Welt geben», klagt der junge Mann, der als opportunistischer Parvenü auch die Frau von Portias älterem Halbbruder Thomas spielerisch hofiert: «Da stehen wir am Beginn unseres Lebens, und alles um uns herum verliert seine Unschuld! Wie können wir erwachsen werden, wenn es nichts mehr zu erben gibt, wenn das, von dem wir leben, schal und korrupt ist?» Fortsetzung
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