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Republicain  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 14.10.2005 Beiträge: 522 Nachricht senden | Erstellt am 23.03.2006 - 11:40 |  |
Ich habe mich lange, wie auch Cécile mit dem Gedanken getragen, ob wir dies nun hier hinein stellen, aber wenn man etwas verbessern möchte, sollte man nichts unversucht lassen.
Mir war verschiedentlich aufgefallen, dass die einfachsten Umgangsformen leicht in Vergessenheit geraten können, wenn man sich von der Ungezwungenheit vertrauter Personen verleiten lässt. Mir auch schon oft passiert. . Wenn eine ranghohe Person den Raum betritt herrscht Stille und man erhebt sich. Überhaupt wird der ranghöchsten Person stets eine große Ehre angetan, wo man nur kann.
Selbstverständlich herrschen weniger strenge Sitten in einem Cottage oder in ungezwungenerer Runde wie in einem Salon.
Als Diener meines Herren habe ich leider keinen Einfluss auf meine Umgebung. Zu ihrem Glücke vielleicht.
Alexandra hat ja angedeutet, was man an Grundzügen der Umgangsformen beachten sollte. Leider habe ich nicht so ganz verstanden von wann die Quelle exakt war, vieles erscheint mir aber auch ziemlich allgemeingültig.
Natürlich machen fast alle Herren alles richtig, was auch das Auffordern zum Tanze betrifft und Ähnliches. Gerade im Tanzsaale, wie beim Bankette würde ich die größte Mühe darauf verwenden, das Erlernte aus Knigge und anderen Werken zu beachten. Auf der Seite http://www.ingenieurgeograph.de/Living_ … taende.pdf findet man sehr brauchbare Tips, vor allem vieles auf den Punkt gebracht, was natürlich die eigenen Recherchen nicht erübrigt.
[Dieser Beitrag wurde am 24.03.2006 - 15:06 von Republicain aktualisiert]
Signatur ... Das Sturmläuten, das nun anheben wird, ist kein Alarmsignal, es bedeutet den Generalangriff auf die Feinde des Vaterlandes. Um sie zu besiegen, brauchen wir Mut, meine Herren, Mut und nochmals Mut; dann ist Frankreich gerettet. |
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Alessandra Ast


Status: Offline Registriert seit: 31.10.2005 Beiträge: 237 Nachricht senden | Erstellt am 23.03.2006 - 12:22 |  |
Ich denke, es ist Anfangs sehr schwierig, aber doch ist es machbar, indem man sich für den Anfang die am meisten angewöhnten Anglizismen wie "ok" und "Cool" verkneift.
Wenn schon ein Zweisilber, um "Okay" zu sagen, weshalb nicht Zuflucht beim "d'accord" nehmen?
Denn auch dieses gehört etwas dazu - und ich persönlich empfinde solche "modernen" Ausdrücke störender, als wenn man einfach zu jedem und jeder "Sie" sagt.
Was auch helfen kann, ist, dass man sich bei jeder Person einen mentalen Spickzettel paratlegt, z.B. "Monsieur du Jard", aber dann "André + Sie" beim normalen Treffen, und "André + Du" unter 4(6) Augen.
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Justine_de_Farinot  Administrator


Status: Offline Registriert seit: 11.10.2005 Beiträge: 678 Nachricht senden | Erstellt am 23.03.2006 - 15:12 |  |
Ich glaube, daß man auch damals in der Vertrautheit untereinander die jeweiligen Stände nicht mehr so sehr beachtete und sich ungezwungener gab, als es bei ersten Begegnungen vielleicht angebracht war.
Die Umgangsformen beim Tanz schienen gut in die Walzerzeit zu passen, also vielleicht die 1820er, 1830er oder so? Ich weiß nicht, ab wann man den Walzer so getanzt hat, wie wir ihn heute kennen 
Doch da der Herr die Taille der Dame nicht beschmutzen sollte und daher beim Tanz niemals auf Handschuhe verzichten sollte, paßt das in die Walzerzeit.
Ob hierbei nun die Balltaille, also das Oberteil des Kleides, oder die anatomische Taille gemeint war, ist ja im Prinzip zweitrangig, aber bei welchem Tanz vor dem Walzer, berührte der Herr schon die Dame direkt am Körper außer an der Hand oder am Arm?
Schwierig erscheint mir das Auffordern in unserer Runde immer, weil viele von uns als Paare kommen und damit auch wie selbstverständlich mit dem eigenen Partner tanzen - Macht der Gewohnheit vielleicht 
Aber ich finde es eigentlich besonders schön, wenn die Herren sich um die Damen bemühen, dies zeigt auch wiederum eine deutliche Wertschätzung untereinander.
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(Rousseau) |
Republicain  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 14.10.2005 Beiträge: 522 Nachricht senden | Erstellt am 23.03.2006 - 16:05 |  |
Ich habe mal irgendwo gehört ( leider fällt mir die Quelle im Augenblick nicht ein), dass es als ordinär und allzu gewöhnlich im Empire empfunden wurde, wenn man in Begleitung seines Gatten auf einem Ball erschien. Ein bisschen eigenartig ist es schon, da man ja als Familie eingeladen wurde, obwohl man da wohl auch klar zwischen höfischen Bällen und privaten Bällen, sowie auch den anderen ordinäreren Tanzgelegenheiten unterscheiden muss.
Der Ball galt ja als Heiratsmarkt so oder so und stellte von daher schon einen größeren Reiz da, als für uns heutige. (na ja vielleicht gibts ja Ausnahmen )Verheiratete Personen werden wohl auch getanzt haben und auch mit anderen Partnern, gerade um soziale Kontakte zu knüpfen/zu pflegen und wo geht das leichter als beim Tanz, wenn er lange genug währt und nicht zu schnell ist?
Ich denke einmal in Sachen Umgangsformen habt ihr im Rheinland auf jeden Fall den beneidenswerten Vorteil euch auch "auszuprobieren" bei den bekannten Soirées und auch sich auf gemeingültigere Richtlinien zu einigen. Das geht freilich beim Üben besser als im Forum. Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Glück dabei. 
Vielleicht finden sich auch genauso im "Süden" eine Gruppe Interessierter, die gemeinsam die Bücher lesen und sogleich darüber diskutieren und ausprobieren können, wie es klappt und wirkt. 
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Alessandra Ast


Status: Offline Registriert seit: 31.10.2005 Beiträge: 237 Nachricht senden | Erstellt am 23.03.2006 - 17:43 |  |
im Süden?
[Dieser Beitrag wurde am 23.03.2006 - 17:44 von Alessandra aktualisiert]
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Katja  Administrator


Status: Offline Registriert seit: 12.10.2005 Beiträge: 84 Nachricht senden | Erstellt am 24.03.2006 - 11:52 |  |
Ihr Lieben !
In diesem Zusammenhang einmal ein paar ernste Worte zum Thema Theorie und Praxis, und den Auswirkungen der Umsetzung von Theorie......
Natürlich ist es wichtig und sehr interessant sich mit Umgangsformen und Benimmregeln der von uns dargestellten Zeit zu befassen- aber in der Praxis ist die Umsetzbarkeit meiner Meinung nach nur bedingt möglich und nötig.
Natürlich war es damals so das andere Umgangsformen herrschten- das Bespiel des Aufstehens Aller wenn höher gestellte Personen den Raum betreten wurde ja schon genannt.
Aber denkt nur allein dieses Beispiel einmal praktisch zu Ende: wer ist höher gestellt in unserem FREUDESKREIS ?Für wen stehen wir auf und warum?
Und wenn wir uns schon bei dem Thema nicht zerstritten haben, wie geht das dann vonstatten?
Alle stehen auf,ein peinliches Schweigen herrscht- niemand weiß wie er oder sie sich verhalten soll.
Ein peinliches Schauspiel bei dem sich niemand wohl fühlt- ich zumindest nicht.
Für mich muß niemand aufstehen, ich fühle mich als Teil eines Freundesbundes mit gemeinsamen Interessen und nicht als Mitglied einer Laientheatertruppe.
Denn wenn man das so praktizieren will betreibt man ein Schauspiel- und das sollte sehr oft geübt werden,denn nur mit Übungen bekommt man Gefühl für diese Dinge,akzeptiert sie als gegeben und dazu gehörig.
Ihr dürft nicht vergessen: die Leute vor 200 Jahren sind mit diesen Umgangsformen aufgewachsen.
Sie sind in ihrer Kindheit damit ständig konfontiert worden und es ist ihnen in Fleisch und Blut über gegangen- bei uns ist das nicht so.
Oder ist jemand von Euch in dem Gedanken aufgezogen worden das irgend ein anderer Mensch einen höheren Rang hat?Ich nicht und ich möchte das auch gar nicht ändern.....
Was können wir also umsetzen: Respekt,Höflichkeit und Freundschaft!
Und daran mangelt es in unserem Kreis in keinem Fall!
Alle sind repektvoll zueinander- im Rahmen des Humanismus, über einen Mangel an Höflichkeit kann ich mich auch nicht beklagen.
Und viele der Menschen hier im Kreis sind wahre Freunde geworden für mich......
Deswegen meine Bitte: fangt nicht an zu optimieren wo es nichts zu optimieren gibt!
Zwanghafte Spielregeln sind der Tod einer schönen Stimmung auf Veranstaltungen, es wird aufgesetzt und unfroh.
Mir ist eine schöne Stimmung wichtiger als die Tatsache ob mir jemand den Stuhl zurecht stellt oder nicht, ich diskutiere auf meinen Veranstaltungen nicht darüber ob ich höher gestellt bin als jemand anderes oder nicht- denn ich will mit meinen Freunden zusammen sein!
Reduziert das Wesen eines Salons nicht auf die äußeren Darstellungsformen,sondern bedenkt den Kern- und der ist für mich Harmonie,Freundschaft und die Beschäftigung mit der Kultur.
Und das sehe ich in unserem Kreis zum ersten Mal in meinem Leben verwirklicht.
Ist Harmonie und Freundschaft da, braucht es kein Korsett aus Umgangsformen- das würde nur behindern und alles kaputt machen.....
Das heißt natürlich nicht das wir in Zukunft eine Bierzeltathmosphäre haben werden- aber die haben wir nicht und werden wir auch nie haben,denn in einem Bierzelt herrscht selten Harmonie und Freundschaft....
Dies als ganz persönliche Worte, sie sind ein Ergbnis langer Uberlegungen meines hohen ALters - Authentizitäsfanatiker beruhigt Euch!
Es gibt mehr als eine Sichtweise auf dieser Welt und mehr als eine Methode um glücklich zu werden!
Denn das ist doch was wir im Leben erstreben?Glück, auch in der Ausübung unseres Hobbys!
Oder habe ich so unrecht?
Signatur Haute Niveau Culturel et Responsabilité |
Justine_de_Farinot  Administrator


Status: Offline Registriert seit: 11.10.2005 Beiträge: 678 Nachricht senden | Erstellt am 24.03.2006 - 12:00 |  |

Du hast mir da aus tiefstem Herzen gesprochen 
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(Rousseau) |
Nanny  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 12.10.2005 Beiträge: 656 Nachricht senden | Erstellt am 24.03.2006 - 12:12 |  |
Wunderbar! Auch mir hast du damit aus der Seele gesprochen 
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Republicain  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 14.10.2005 Beiträge: 522 Nachricht senden | Erstellt am 24.03.2006 - 13:23 |  |
Erstens mein Kompliment für das neue Avatar.
Mein Beitrag ist doch auch eher als eine Art Einladung gemeint. Warum wird soetwas immer gleich so ganz kritisch unter die Augen genommen?
Bei vielen Gelegenheiten ist es schon gelungen, dass die Einladung von manchen angenommen wurden, von anderen nicht und beide Gruppen existieren ganz in Eintracht und Harmonie nebeneinander her und es gibt dabei nie Probleme. Das ist auch ein bisschen vielleicht ein kleiner Beitrag zum "jeder nach seiner Facon".
Wen die Beschäftigung mit dem was ich schrieb gefällt kann sich dazu äußern, eine harmonische Runde wollte ich bloß vielleicht suchen. Meine Beiträge überhaupt in dem Forum sind ein Versuch abzuklopfen, zu testen (wenn man es so nennen will), wer hat ähnliche Interessen, wo gibt es Anknüpfungsmöglichkeiten zum - Rollenspiel.
Wer meint, dass ein Interesse und ein kleinbisschen Leben der Umgangsformen auch dazu gehört, den lade ich einfach ganz lieb dazu ein, auch sich auszuprobieren, wie ihm das liegt.
So ich hoffe, mich nicht allzuoft wiederholt zu haben. Ganz liebe Grüße und guckt bitte nicht immer so kritisch bei meinen lieb gemeinten Einladungen.
[Dieser Beitrag wurde am 24.03.2006 - 13:24 von Republicain aktualisiert]
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Republicain  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 14.10.2005 Beiträge: 522 Nachricht senden | Erstellt am 24.03.2006 - 13:40 |  |
Ah ja, jetzt habe ich ganz vergessen, Schande über mein Haupt(!), auf die Frage von Alessandra zu antworten.
Natürlich im Süden. Vielleicht schreiben wir dazu lieber aber weiter unter den geplanten Veranstaltungen, Teuerste.
Mir fallen auf Anhieb schon 5-6 Leute ein, die wir vielleicht dafür gewinnen könnten. Fragt sich nur nach der Lokalität. Mir ist schon einmal aufgefallen, dass die Referenz der 1770er in ein Cottage erstens nicht richtig passt, weil's übertrieben wirkt, und zweitens nicht passt, weil der Raum einfach nicht ausreicht. Da gibts ja mehrere Tempi für die Referenz, das kennst Du bestimmt auch vom Renaissancetanz oder anderen Tänzen, bei denen die Referenz einfach dazu gehört. So ganz kapiert habe ich sie ohnehin noch nicht. ... weil sie ja auch davon abhängt, von welcher Seite, der zu Grüßende kommt. Die Hauptsache scheint mir, sich dafür Zeit zu lassen UND dass der andere darauf eingeht/eingehen kann und dir die Zeit dazu lässt. Sonst sieht es nämlich bloß doof aus, so meine Erfahrung.
Wann verschwand denn die Referenz, wie ich sie angedeudetet habe, mit 4 Tempi? Wenn ich mir den Rigaudon anschaue, dann würde auf die ersten vier Tackte, das habe ich auch praktiziert in Z-heim, genau die Referenz passen.
Auf einer Karikatur von J.A.Koch (den Empirefans sicher ein Begriff) wird, in meinen Augen, die simple Specht-Referenz(ich meine das simple Nicken, gibt es dafür einen Fachausdruck?) karikiert. Die Nasenspitzen der Eleven berühren fast den Fußboden. Sie grüßen übrigens den Herzog.
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