Wenn Liebe einen Weg zum Himmel fände und Erinnerungen Stufen hätte, würden wir hinaufsteigen und euch wieder zurückholen


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elchi04 ...
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Beiträge: 33
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...   Erstellt am 11.05.2008 - 08:09Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Guten Morgen ihr Lieben,

wie ihr sehen könnt, hatte ich vor ca. 4 Wochen meine 2. FG. Nach der FG habe ich mir zwei Wochen Zeit genommen, um das etwas zu verdauen. Mir schien es auch besser zu gehen. Aber vorgestern und insb. gestern kam ein erneuter/ "der" Zusammenbruch. Ich muss dazu sagen, ich stehe derzeit sowieso unter enormen Druck, da ich in 2 Wochen meine mündliche Abschlussprüfung habe....

Gestern jedenfalls hat sich mein ganzer seelischer Schmerz auf meinen lieben Mann abgeladen: d.h. ich bekam plötzlich Panikanfälle (Herzrasen, Übelkeit, Atmenot) und alles wurde mir zu viel - besonders mein Mann. Ich bekam Angst, ein Gefühl von Leere überfiel mich und es schien so, als wäre meine Liebe "verpufft". Daraufhin bin ich völlig aufgelöst zu meinen Eltern gefahren. Heute geht es mir noch immer nicht besser. Ich fühle mich so leer und beengt.

Sind diese Gefühle normal? Ist es normal, dass sich meine Trauer von der FG auf meine Beziehung überträgt?

Danke fürs Zuhören & Antworten!
Elchi





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Mit 2 Sternchen im Herzen (09.10.07, 6. SSW und 02.04.08, 7. SSW)

Liane ...
Freischwimmer
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Registriert seit: 04.02.2008
Beiträge: 240
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...   Erstellt am 11.05.2008 - 09:31Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ach Du Arme!

Ich kann Dir sagen, dass die FG auch die Beziehung zu meinem Mann belastet. Ich fühle mich oft unverstanden und in meiner Trauer allein gelassen und das macht mich manchmal aggressiv und unfair ihm gegenüber. Wir streiten uns über irgendwas und in Wahrheit bin ich wütend, dass er nicht mit mir um unser Baby weint ...

Auch die von Dir beschriebenen Symptome Herzrasen und Schwindel kenne ich gut. Ich hatte das vor einigen Jahren nach dem Tod meines Vaters mehrfach und jetzt ist es direkt nach der AS wieder aufgetreten. Ich habe damit im Krankenhaus das ganze Nachtpersonal in Angst und Schrecken versetzt. Aber ich finde die Symptome so passend zu unserer Situation: Unser Herz ist verletzt und unser ganzes Dasein aus dem Gleichgewicht.

Lass Dir mehr Zeit. Und geh nicht zu streng mit Dir ins Gericht, wenn Du Dich seltsam verhältst. Du bist völlig aus dem Gleichgewicht geraten und das bekommt auch Dein Mann zu spüren. Und wenn es nicht besser wird, hol Dir Hilfe für die körperlichen Beschwerden und die psychische Last auf Deinen Schultern.

Drück Dich mal!
Liane





Signatur
Liane
mit Erik (*03.06.2006) ganz fest an der Hand
und einem Sternchen (+29.01.2008, 11.SSW) im Herzen





Sandra99 ...
Freischwimmer
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Registriert seit: 25.12.2006
Beiträge: 313
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...   Erstellt am 11.05.2008 - 12:09Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Elchi,

Lass' Dich erst einmal drücken.

Der Verlust sitzt tiefer, wie man es anfangs denkt. Er st nach einem zeitlichem Abstand, wird einem leider die tiefe Leere/das schwarze Loch bewusst. Und dies tut so unendlich weh, dass man glaubt, einem zerreißt das Herz. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Dein Körper entsprechend reagiert.

Innerhalb so kurzer Zeit zwei Babys gehen lassen zu müssen, ist so unbeschreiblich schmerzvoll.

Leider zeigen die Männer nicht so die Gefühle, ihre Trauer wie wir. Ihnen tut es aber genauso weh. Wir Frauen haben die Babys in uns gehabt. Unser Körper war schwanger. Männer sehen leider nur die Ultraschallbilder und können die Körperumstellung nicht so nachempfinden.

Ich wollte immer darüber reden, er war eher schweigsam. Er hat es für sich verarbeitet. Aber in seinen Augen, habe ich den tiefen Schmerz gesehen.

Wenn es Dir danach ist, dann rede mit Deinem Mann, nehmt Euch in die Arme. Auch wenn er nicht viel reden mag, er trauert mit Dir. Gemeinsam haltet ihr den Schmerz besser aus.

Ich wünsche Euch viel Kraft.

LG Sandra





Signatur
Sandra mit zwei Sternchen im Herzen (07/2006 und 12/2006) und seit 28.02. Cara Anna auf dem Arm


brina ...
Seepferdchen
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Registriert seit: 10.03.2008
Beiträge: 99
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...   Erstellt am 11.05.2008 - 13:01Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


hallo elchi,

es tut mir sehr leid, dass auch du schon 2 mal diese schreckliche erfahrung machen musstest.

mir hilft dieses forum sehr, da dort menschen sind denen leider ähnliches widerfahren ist, aber die einen deshalb umso besser verstehen. außerdem hat immer jemand ein offenes ohr.

leider können männer oft ihre gefühle nicht so zeigen. mein mann war auch sehr schweigsam über das thema. deshalb habe ich ihn eines tages darauf angesprochen, als er wiedermal genervt nachfragte: "bist du schon wieder im forum?" ich wurde sauer und habe ihm zum vorwurf gemacht, dass er ja schließlich nicht mit mir darüber gesprochen hat und ich das gefühl habe, dass es ihm nichts ausmacht. oft kommen einem ja die worte zu schnell über die lippen. das gespräch endete damit, dass wir uns beide mit den tränen in den augen in den armen gelegen haben.
du kannst dir sicher sein, dass es deinem mann ähnlich geht. ich wünsche dir, dass du bald wieder besser auf deinen mann zugehen kannst, denn dass sich die trauer auf die beziehung überträgt entsteht nur dadurch, dass du dich unverstanden fühlst. gib euch etwas zeit um das alles zu verarbeiten, denn dazu reichen 4 wochen nicht aus.
ich wünsche dir ganz viel kraft um diese zeit der trauer durchzustehen!





Signatur
Lg Sabrina mit 2* (12/07 8.SSW und 03/08 6.SSW)
ganz tief im Herzen





Erzengelb ...
Freischwimmer
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Status: Offline
Registriert seit: 16.10.2007
Beiträge: 359
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...   Erstellt am 12.05.2008 - 11:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo elchi,
leider ist es nun mal so, das die meisten Männer anders trauern als wir. Sie zeigen nicht was sie denken und wollen auch nicht darüber reden. Mein Mann ist da auch keine Ausnahme. Ich hatte auch diese Atemnot und das Herzrasen bis ich dieses Forum entdeckt habe und mich mit anderen Frauen austauschen konnte, die mich verstanden haben. Vielleicht hast du eine gute Freundin, die gut zuhören kann, vielleicht hilft das ja schon ein wenig...





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Liebe Grüße von Barbara mit einem *(7.10.07) im Herzen, Charlotte(*5.11.04)und Lasse(*12.8.06) an der Hand und Kimberly auf dem Arm!

mausezahn ...
Newbie
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Registriert seit: 11.06.2008
Beiträge: 1
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...   Erstellt am 11.06.2008 - 11:17Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo elchi.
Du hast geschrieben, dass du das Gefühl hast, deine Liebe zu deinem Mann wäre verpufft. Mir geht es da ähnlich. Ich habe zum ersten Mal das Gefühl, dass jemand so fühlt wie ich.
Am 4.10.07 hatte ich eine Fehlgeburt. Wir haben unsere kleine Tochter im 6. Monat verloren. Das schlimmste Gefühl war für mich, nichts machen oder an der Situation etwas ändern zu können. Ich musste alles einfach aushalten. Das war ich nicht gewohnt. Es ist einfach geschehen. Meinem Mann ging es auch so. Ein Kaiserschnitt wurde gemacht, damit die Kleine noch Überlebenschancen hat. Sie ist aber nach 1h gestorben. Ich hatte sie auf dem Arm und wir haben uns von ihr verabschiedet. Sie sah so aus wie ich und alles war perfekt an ihr. Sie war nur noch viel zu klein.
Alles hatte begonnen, als ich zur Feindiagnostik war. Der Arzt machte noch eine abschließende Untersuchung und meinte, dass er die Fruchtblase schon sieht. Das wäre nicht so toll in der 22. Woche. Er hat mich sofort ins Krankenhaus bringen lassen. Durch diesen Stress hatte ich meine ersten Wehen. Ich habe richtig Angst um unser Kind gehabt. Wir hatten gerade erfahren, dass es ein Mädchen werden sollte. Mein Mann ist mitgekommen. Mir ging es nicht gut. Jedoch verlief die erste Woche im Krankenhaus ganz gut. Keine Schmerzen und mit dem Kind war auch alles ok. Erst als die Medikamente (Wehenhemmer und Antibiotikum) abgesetzt wurden ging es los. 5 Nächte Wehen und dann Blasensprung und später meinte der Arzt, dass es dem Kind nun nicht mehr so gut geht und sie es leider per Kaiserschnitt herausholen müssten. Alle waren total verständnisvoll und der Situation angemessen. Mein Mann musste angerufen werden und dann ging es los zum Anästhesisten und zum Kaiserschnitt. Mein Mann war dabei und ganz blass und zum ersten Mal seit ich ihn kenne, sah er richtig mitgenommen aus. Ich stand wohl unter körpereigenen Drogen, denn ich war total lustig drauf. Erst später wurde mir klar, dass das eine Geburt war. Es war keine OP. Es war die Geburt unseres Kindes.
Mir ging es dann durch den Kaiserschnitt körperlich richtig mies die ersten 4 Wochen. Ich konnte auch nicht viel raus. Mir war nach 20 m laufen schon übel und schwindlig. Aber das lag sicher auch an der Narkose und den 2 Wochen Bettruhe im Krankenhaus. Jedenfalls war ich dann 4 Monate aufgrund Mutterschutzes zu Hause. Wir haben uns gegenseitig geholfen und es fiel selten ein böses Wort. Wir haben uns abgeschottet um zu uns zu finden. Ich bin irgendwie stecken geblieben. Ich habe gemerkt, dass selbst mein Mann, der mir immer helfen konnte, mir diesmal nicht helfen kann und so habe ich mich gefühlsmäßig von ihm entfernt. Ich weiß nicht was zu erst da war. Die depressive Verstimmung oder die Gefühlskälte meinem Mann gegenüber. Oft denke ich an Trennung, weil ich glaube, dass dann alles besser wird. Meine Therapeutin meint, dass alle Gefühle momentan ok sind. Auch Trennungsgefühle. Was aber nicht heißt, dass ich mich wirklich trennen will. Alles ist ok, was ich fühle. Es fühlt sich für mich aber falsch an. Immerhin war mein Mann in meinen/unseren schrecklichsten Wochen für mich da. Und ich lasse ihn einfach hängen. Manchmal ist er mir so nahe und eine halbe Stunde später will ich nur noch weg. Darüber mache ich mir Sorgen. Richtig trauern konnte ich glaube ich noch nicht um unser Kind. Es ist alles abstrakt. Ich bin traurig, aber mehr des nicht in Erfüllung gegangenen Traumes wegen.
Mein Mann kennt alle meine Gefühle und macht sich sicher Sorgen, sagt aber, dass das nur eine Phase ist und ich müsste erstmal zu mir zurückfinden. Ich weiß aber gar nicht wer ich bin und was ich will. Viell. kommt das noch.
So, das wollte ich mal loswerden. Es ist sicher zu viel, aber für das was wirklich in mir vorgeht noch zu wenig.
Danke fürs Lesen.





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