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Elsbeth_Wood ...
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...   Erstellt am 21.06.2006 - 21:27Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Es muss ja mal wiedre was neues kommen und das habe ich heute im Reli-Unterricht geschrieben....

„Weiter leben“, „einen normalen Alltag haben“ oder „nicht mehr daran denken“, dass sollte ich tun. Das haben mir alle gesagt, während sie mir mitleidig in die Augen sahen. Geredet wird immer viel.
In der Schule waren plötzlich alle nett zu mir- übertrieben nett. Niemand sagte mir mehr die Wahrheit ins Gesicht. Alle bedauerten mich.
Meine Eltern schickten mich zu Doc. Miller- drei mal die Woche, eine Stunde. Eine Stunde in der ich auf einem Sofa saß oder lag oder am Fenster stand. Trotz Höhenangst stand ich oft an der Fensterfront des Raumes, der im 15. Stock eines Wolkenkratzers in mitten von Manhattan gelegen war.

Auch an diesem Tag. Es war ein Mittwoch und es regnete. Seit fünf Wochen war ich bereits in Behandlung und bis her ist kein Wort über meine Lippen gekommen. Ich stand an der Fensterfront und schaute hinab auf die belebte Straße. Mir war schwindelig von der Höhe, aber ich konnte immer noch verschwommene gelbe Punkte erkennen- Taxis. Der Regen prasselte gegen das Fenster und ich war völlig in Gedanken verloren.
„Sam.... Samantha..... Samantha Neuron!“ Doc. Miller zog mich aus meinen Gedanken. „Ja?“ „Hast du mir eben überhaupt zugehört? Es geht um deine Zukunft! Ich glaube ich muss mal ein ernsthaftes Wort mit deinen Eltern sprechen. So geht das nicht weiter!“ Mist, was hat sie gesagt? Manchmal sollte ich doch zuhören, wenn sie etwas sagt. „Es tut mir leid, ich war grade wo anders...“ „Ich weiß, dass dir etwas wirklich schreckliches passiert ist, aber du muss weiter leben! Sam, ordne dein Leben. Ich weiß nicht mehr, was ich mit dir machen soll. Wenn du doch zumindest mit mir reden würdest....“ Manchmal tut sie mir leid, aber wirklich nur manchmal. „Unsere Zeit ist um. Wir sehen uns dann Freitag.“ „Bye.“

Ich stürzte raus in den Regen und winkte mir ein Taxi heran. Mit dem Taxi fuhr ich weiter Uptown, wo unser Appartement ist. Es war leer, als ich kam. Mum war mal wieder bei ihrem Fitness-Kurs und Dad saß noch im Büro. Mein älterer Bruder Bryan ging bereits aufs Collage. Er wohnte im Studentenwohnheim von Harvard. Er war schon immer ein Ass in Mathematik, Physik und Chemie. Ich hingegen träumte immer von der Musik und Literatur. Meine Eltern hatten nichts dagegen, solange ich gute Noten nach Hause brachte. Nach dem Vorfall nahmen sie sogar mein B+ in Biologie in Kauf. Ich musste versprechen mich mehr anzustrengen und sowieso wieder mein „altes Leben“ zu führen.
Wollte ich das eigentlich? Da war ich mir von Anfang an nicht ganz sicher gewesen. Es ist etwas passiert! Hatte das denn niemand richtig wahrgenommen? Super.... Die Leute in der Schule behandelten mich wie ein Psychowrack und für meine Eltern war es damit gelaufen, dass sie mich zu Miller schickten. Bryan sollte von nichts erfahren, um nicht vom Studium abgelenkt zu sein. „Es währe ja nur unnötig....“, haben meine Eltern gesagt.

Ich machte einen kurzen Abstecher in die Küche, um etwas zu trinken und ging dann weiter in mein Zimmer.





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Hatten sich Mando Diao auf ihrem Debüt "Bring 'Em In" dem Rock verschrieben, wenden sie sich mit "Hurricane Bar" nun dem Roll zu. Schon der Opener "Cut The Rope" groovt so mächtig und atemlos, wie es sich für ausgewachsenen, abgeklärten Rock'n'Roll gehört. Krachte es beim Erstling noch gehörig, spielen die Jungs ihre Instrumente nun weit smoother.

Elsbeth_Wood ...
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...   Erstellt am 22.06.2006 - 23:05Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ein paar Notizen, Kurzgeschichten, lagen auf meinem Schreibtisch, meine E-Gitarre und ein paar Songtexte lagen in einer Ecke und neben meinem Bett stapelten sich die wichtigsten Schriften Schillers. Mein Zimmer strahlte schon immer meine Persönlichkeit und meinen Geschmack aus. Dies war schon immer das einzige, wo ich mir nie rein reden ließ. Neben einer Kopie des Schreis von Munch hingen Poster meiner Lieblings Bands und an einer Stelle über meinem Bett hingen Fotos. Ich kniete mich aufs Bett und betrachtete die Fotos. Es waren ein paar von Bryan, Mum und Dad dabei, doch auf den meisten konnte man ihn und mich sehen. Ihn- Er. Und schon wieder landete ich bei diesem Thema.
Ich versuchte auf andere Gedanken zu kommen und surfte durch das Internet. Eine Werbung einer Kunstausstellung stach mir ins Auge und ich machte mich sofort auf den Weg.

Es regnete mittlerweile nicht mehr allzu doll und ich ging die paar Blocks zu Fuß. Es war voll. Viele Menschen drängten sich vor schwarz-weiß Fotographien. Auf einem war eine Masse von Leuten zu sehen, die sitzend auf der Straße demonstrierten. Ich erinnerte mich, wie wir- er und ich- oft draußen waren und uns für unsere Interessen einsetzten. Schon wieder war es da, dieses „er“.
Ich ging ein Stück durch den Central Park. Als es kurz darauf wieder anfing stark zu regnen, lief ich nach Hause zurück.

Mum machte grade einen ihrer Gemüsechakes. Ich versuchte mich in mein Zimmer zu schleichen, doch sie entdeckte mich: „Sam, wie war es bei Doc. Miller?“ „So wie immer ,Mum...“ „Doc. Miller hat mich angerufen...“ Ihr Tonfall wurde scharf und ich dachte nur noch: „Mist!“ „Sam, so geht es wirklich nicht weiter. Ich habe mit deinem Vater gesprochen und wir sind zu dem Entschluss gekommen, dich in ein Internat zu schicken. Bevor du jetzt etwas sagst, denk mal darüber nach. Dort weiß niemand etwas davon, du wirst nicht mehr daran erinnert, du lernst neue Leute kennen... Du kannst ein neues Leben anfangen.“ „So... und wo ist dieses Internat? In Connecticut? In irgend so einem kleinen Dorf?“ „Es ist in Edinburgh.“ „In Schottland?“ „Das ist eines der besten Internate auf der ganzen Welt und wir haben nur durch gute Kontakte deines Vaters einen Platz für dich gefunden.“ „Na super! Ich alleine in Schottland. As ist die dümmste Idee, die ihr je hattet und ich mache da nicht mit!“ „Schön. Deine Meinung kannst du haben, aber bestimmen tun hier immer noch dein Vater und ich! Samantha, Samstag fliegst du nach Schottland.“ Punkt. Das hat gesessen. Ich ging in mein Zimmer, schleuderte meine Jacke in eine Ecke und legte mich auf mein Bett. Das hatten die beiden echt toll geplant!

Am Freitag gab es die Halbjahreszeugnisse. In der Schule saß ich wie immer zwischen meinen „Freunden“ und führte oberflächliche Unterhaltungen. Die Jugendliche Highsociety von Manhattan... In diesem Punkt war ich schon immer anders als die anderen meiner Gruppe gewesen, aber jetzt nervte es mich noch mehr. Wen kümmert es wer mit wem „rumgemacht“ hat? Ist so etwas Weltbewegend? Nein!
Als ich verkündete umzuziehen waren alle erstaunt, aber die meisten dachten nur: „Wieder eine der Beliebtsten weg, dann rücke ich einen auf in der Rangliste!“ Wie ich es nach ganz oben geschafft hatte? Geld. Das Geld meiner Eltern beförderte mich auf Platz drei. Mein Aussehen auf Platz zwei und den ersten Platz brachte mir dann, dass sich jeder Junge in der Schule nach mir umdrehte. So einfach geht das.
Meine Sachen packte ich sorgfältig und das schon seit Mittwoch Abend.

II
Samstag Morgen standen Mum, Dad und ich dann am Flughafen. Das Gebäck, welches aus einem riesigem Koffer und meinem Gitarrenkofferbestand, war bereits auf dem Weg ins Flugzeug und ich war grade damit beschäftigt mich von meinen Eltern zu verabschieden. „Also Sam, wenn du ankommst wird Mr. Blunt auf dich warten. Er arbeitet im selben Konzern wie dein Vater, also verhalte dich höflich. Er wird dich zu der Schule bringen. Da meldest du dich zuerst im Sekretariat und gehst dann als erstes in dein Zimmer gehen. Ich weiß nicht, ob du dir das teilen musst, aber es könnte möglich sein. Ruf an, wenn du in deinem Zimmer bist.“ „Ja Mum... Ich sollte jetzt wirklich los. Sie haben meinen Flug jetzt schon sechs mal durchgesagt!“ Erst umarmte Mum mich, dann Dad. Mittlerweile war ich ganz froh mal von den beiden weg zu kommen und vor Miller fliehen zu können. Nur Manhattan würde mir fehlen, dass war mir von Anfang an klar.
Ich machte es mir an einem Fensterplatz bequem, holte meinen iPod und ein Buch raus und lehnte mich zurück. Punkt 8:32 am hob das Flugzeug ab. Inklusive umsteigen brauchte ich vierzehn Stunden um nach Edinburgh zu kommen. Viertel vor elf Uhr suchte ich dann nach einem Mann, der so aus sah wie mein Dad. „Samantha? Ich bin James Blunt, der Kollege deines Vaters.“ „Hallo, Mr. Blunt.“ „Willkommen in Edinburgh.” „Danke.“ Er nahm mir meinen Koffer und meine Gitarre ab und ich folgte ihm zu seinem Auto. Man merkte, dass er kein Gehbürtiger Schotte war. Er sprach immer noch wie ein New Yorker. Ich hatte mir vorgenommen meinen Dialekt so schnell wie möglich los zu werden. Vor einem großen Anwesend lud er meine Sachen aus und verabschiedete sich von mir.

Ich folgte dem Licht in den Fluren. Ich Sekretariat wurde ich schon erwartet. Sie warteten nur noch auf mich. Ich war die einzige Schülerin, die mitten im Jahr an diese Schule wechselte.
„Samantha Neuron? Guten Tag. Der Direktor erwartet Sie. Sie können ihre Taschen hier stehen lassen.“ „Danke.“ Ich stellte meine Sachen ab und trat durch die Tür. „Ah, Miss Neuron aus New York. Es ist lange her, dass wir einen Schüler aus Amerika hier hatten. Die meisten Leute dort denken, dass es hier keine Kühlschränke gibt. Im übrigen haben wir Kühlschränke.“ Ein weiß haariger Mann stand vor mir und reichte mir seine Hand. „Ich bin Direktor McKonagan.“ Er gab mir einige Papiere: die Schulordnung, die Pausenordnung, einen Zettel zur Wahl meiner Kurse und noch einige andere. „Lesen sie sich das bitte durch. Die Wahlzettel geben sie Montag vor der ersten Stunde im Sekretariat ab. Dort werden sie dann ihren Stundenplan erhalten. Ich werde ihnen nun den Weg zu ihrem Zimmer zeigen.“
Überall in den Fluren standen Trophäen und Fotos von Schülern hingen an den Wänden. Wir gingen quer über das Anwesend zu einem Wohnheim. Vor der Tür blieben wir stehen. „Hier ist dein Schlüssel. Ich muss schnell weg. Es tut mir leid. Normaler weis würde ich ihnen ihren Koffer noch rauf tragen, aber ich muss mich wirklich beeilen. Sie wohnen im ersten Stock, im Zimmer Nummer 52, ohne Mitbewohnerin. Wir werden uns bestimmt Montag sehen und bis dahin wünsche ich ihnen noch ein schönes Wochenende.“ „Aufwidersehen. Ach ja...“ Mr. McKonagan war schon fast weg, als mir dann noch etwas einfiel: „Wie spät ist es denn eigentlich hier?“ „Es ist Sonntag, halb sechs Uhr morgens!“ Wie ich Zeitumstellungen doch hasse! Nach einander trug ich meine Sachen die Treppe hoch.

Möglichst leise schloss ich die Tür zu meinem Zimmer auf und trat ein. Ich hätte mir den Raum nie so groß vorgestellt. Er war mindestens so groß, wie mein Zimmer in New York. Ich zog meinen Koffer und meine Gitarre rein und schaute mich um.
Ein doch sehr viereckiger Raum bot sich mir. In einer Ecke stand ein Bett neben einem Schrank, in der anderen Ecke stand ein großer Schreibtisch. Ich war nicht so müde wie man es sich für halb sechs Uhr vorstellt, da ich noch bei halb eins war. Ich rief bei Mum an und sagte ihr, dass ich gut angekommen währe und in den nächsten Tagen noch einmal anrufen würde. Danach widmete ich mich dem Zimmer. Ich schob den Schreibtisch unter das Fenster und das Bett auf die rechte Seite. Ich machte meinen Koffer auf und legte meine Klamotten in den Schrank. An die Wände hängte ich Poster von Blink 182, Oasis und Placebo. Auf den Schreibtisch legte ich meine Notizen und meine Gitarre kam in den Ständer neben dem Schrank. Dad hat gesagt ich solle mir Möbel kaufen gehen, wenn ich weitere brauchte. Er würde bezahlen. Ich nahm mir vor in den nächsten Tagen welche zu besorgen.
Ich legte die Zettel von der schule auf den Schreibtisch und legte mich schlafen.

Ich schlief bis zwei Uhr nachmittags durch, was nicht schwer ist, wenn man denkt es sei halb sieben. Draußen war es viel zu laut, um weiter zu schlafen, also stand ich auf. Ich schaute auf mein Handy und las: „Ein entgangener Anruf“. Ich wählte die Nummer und hatte Mr. Blunt am Telefon. „Guten Mittag Samantha. Ich habe mir gedacht, dass du vielleicht noch Innenausstattung brauchen könntest. Naja, eigentlich hat mir das dein Vater gestern schon gesagt... Ich habe dir ein paar Sachen besorgt. Ich könnte sie dir vorbei bringen, wenn du nichts dagegen hast.“ „Danke schön. Das ist wirklich sehr nett von Ihnen. Ich werde heute das Gelände nicht verlassen, also wenn Sie Zeit haben können sie das gerne vorbei bringen. Ich wohne im Gebäude Descartes, Zimmer 52.“ „Ich bin in etwa einer Stunde da. Bis dann.“ „Bye.“
Meistens hat man von meinem Dad das Gefühl, dass er einen kaum wahr nimmt und das man ihm egal ist und dann überrascht er mit solchen Aktionen.
Ich setzte mich an den Schreibtisch und begann den Zettelstapel durch zu arbeiten. Schulordnung, Pausenordung, Stundenplan...
Mr. Blunt klopfte etwas später an meiner Tür. Dad hatte ihn eine Liste telefonisch durchgegeben, mit den Modellen und Sachen, die Mr. Blunt für mich besorgen sollte: einen Nachttisch, einen Wecker, einen Sessel, einen Couchtisch, eine Wanduhr, Regale zum an die Wand schrauben, Bilderrahmen, Vasen, Kerzen, eine Digitalkamera und als besonderes Geschenk von Dad ein Notebook. „Morgen kommen Leute und Legen dir einen DSL-Anschlss.“ „Wow! Danke, Mr. Blunt.“ Mr. Blunt half mir die Regale über dem Bett an zu schrauben und ging dann wieder.

Irgendwann bekam ich dann natürlich auch noch Hunger. Mit einem Plan des Geländes machte ich mich auf die Suche nach der Mensa. Tatsächlich wurde ich kurze Zeit später fündig. Es war kaum jemand da. Ich sah ein paar von weitem unter einem Bungalow sitzen. Es regnete. Wahrscheinlich war deshalb kaum jemand auf dem Gelände unterwegs. Ich nahm mir ein paar Brote mit aufs Zimmer. Ich versuchte gegen neun Uhr abends zu schlafen, um den Jet Lag los zu werden. Komischerweise schlief ich sofort ein.

III
Montag Morgen sieben Uhr: Ich war total gut ausgeschlafen... Ich suchte meinen Rucksack und packte ein paar Sachen und die Zettel für die Schule ein. Ich ging zum Sekretariat, wo ich auch am Samstag Abend schon gewesen war. Ich legte die ausgefüllten Zettel der Sekretärin auf ihren Schreibtisch. „Danke. Sie können sich jetzt einen Augenblick dort hin setzen, wenn sie nichts zu tun haben.“ „ich würde gerne Frühstücken gehen.“ „Das ist natürlich viel besser. Du kommst am besten kurz vor acht wieder her.“





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Hatten sich Mando Diao auf ihrem Debüt "Bring 'Em In" dem Rock verschrieben, wenden sie sich mit "Hurricane Bar" nun dem Roll zu. Schon der Opener "Cut The Rope" groovt so mächtig und atemlos, wie es sich für ausgewachsenen, abgeklärten Rock'n'Roll gehört. Krachte es beim Erstling noch gehörig, spielen die Jungs ihre Instrumente nun weit smoother.

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...   Erstellt am 26.06.2006 - 19:01Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich setzte mich in der Mensa an einen freien Tisch und hörte Musik. Es waren nicht mehr sehr viele Schüler da, da es schon kurz vor acht Uhr waren und die meisten sich bereits auf den Weg zu ihren Unterrichtsräumen machten.
Ich machte ein Foto von dem Essen, um es später meiner Mum zu schicken, als Beweis, dass ich mich natürlich gesund ernähren würde. Darauf legte sie immer großen Wert. Nach dem ich mir ein sehr gesundes Frühstück in den Mund gestopft hatte, ging ich zurück zum Sekretariat.
„Bitte schön, Miss Neuron, Ihr Stundenplan, Ihr Spinntschlüssel und Ihre Uniform. Ihr erster Raum ist gleich hier in der Nähe. Sie gehen einfach die Treppe hinauf und dann links. Auf der rechten Seite müssten Sie den Raum dann gleich sehen. Die anderen Räume lassen Sie sich von Ihren Mitschülern zeigen.“ „Danke schön.“ Ich zog mich auf einem Klo um, legte meine Sachen in den Spinnt der nicht weit weg vom Sekretariat war und folgte dann der Beschreibung der Sekretärin und stand dann wirklich vor dem richtigem Raum. Ein Bruchteil einer Sekunde war ich aufgeregt, vor dem was auf mich zu kommen würde, doch schnell gelang ich wieder in meine Struktur. Ich klopfte an die Tür und wartete einen Moment. „Herein!“ Ich öffnete die Tür, steuerte auf den Lehrer zu und gab ihm meinen Stundenplan. „Ah ja... Ladies and Gentlemen, dass ist Samantha Neuron. Sie ist ab sofort in diesem Kurs. Wollen Sie sich vielleicht vorstellen?“ Ich drehte mich zum Kurs. Der Raum war voll gehängt mit Bildern von wichtigen Personen der Geschichte und es saßen etwa 17 Schüler vor mir.
„Wie gesagt, ich heiße Samantha, aber eigentlich werde ich nur Sam genannt. Ich komme aus New York, spiele Gitarre, lese und schreibe viel. Meine Zeit verbringe ich ansonsten mit Partys und Konzerten.“ „Danke Miss Neuron. Wie Sie wissen ist dies der Geschichtskurs. Welches Thema hatten Sie als letztes?“ „Ich hatte zuletzt den zweiten Weltkrieg.“ „Können Sie uns dazu etwas erzählen?“
Nachdem ich fast ein Referat hielt durfte ich mich nach ganz hinten setzen. Neben mir saß Julie. Julie betrachtete mich von oben bis unten. Meine langen blonden Haare hatte ich hochgesteckt, im Gesicht hatte ich etwas Make-up und zu der rot-weiß-schwarzen Uniform trug ich meine schwarzen Stiefel, die mir Mum und Dad von einem Urlaub in Paris mitgebracht hatten. „Hi, ich bin Julie. Tolle Stiefel.“ „Danke.“ Damit musste ich gepunktet haben.
Nach der Stunde fanden wir heraus, das wir die meisten Kurse gemeinsam hätten. Wir gingen zusammen zum nächsten. In der Mensa, beim Lunch, stellte sie mich ihre Freunden vor. Eine Gruppe von Mädchen, die wirkten, wie meine alten „Freunde“. Ich schaute mich um. Es war schwer zu unterscheiden, was die Leute für Charaktere hatten, da schließlich alle das gleiche trugen: Die Mädchen rot-weiß karierte Faltenröcke, weiße Blusen, schwarze Pullunder und schwarze Strumpfhosen. Die Jungs trugen schwarze Hosen, weiße Hemden und rote Pullunder oder Jacketts.
Julie kam nachmittags noch mit zu mir, um sich mein Zimmer anzusehen. „Wow, nicht schlecht, dafür, dass du erst seit Samstag Abend hier bist.“ „Danke. Stört es dich, wenn ich mich umziehe? Ich stehe nicht so auf Schuluniformen.“ „Kein Problem. Wie währe es, wenn ich mich auch umziehen gehen würde und wir dann einen Kaffee trinken gehen würden.“ „Okay.“ „Mein Zimmer ist unten treffen wir uns in zehn Minuten unten vor der Tür?“ „Können wir machen.“ Ich zog mich um und suchte meinen schwarzen Mantel. Es schneite zwar nicht, doch der Februar war mir immer noch zu kalt.
Julie führte mich durch ein paar Straßen zu einem kleinem Café. Julie erzählte stunden lang von sich und der Schule. Ich fand es gar nicht mal schlecht, da ich so nicht zählen musste, warum ich nach Edinburgh gekommen war. „Ach ja, Morgen kommen die Jungs unseren Jahrgangs und die darüber wieder. Sie waren zu einem Fußballturnier nach Manchester gefahren. Hast du eigentlich einen Freund in New York?“ Autsch, da war es dann doch. „Nein, wir haben uns vorkurzem trennen müssen.“ „Oh.... Naja, denn wirst du hier hundert pro einen Kandidaten finden, der deiner würdig ist.“ Sie grinste. Sie kam mir vor, als hätten Mum und Doc. Miller sie auf mich angesetzt. „Wie währe es mit etwas Shopping?“ Und schon zerrte sie mich weiter.
An New York kam Edinburgh nicht ran, aber das hatte ich auch nicht erwartet. Eigentlich war es ganz in Ordnung. Julie überredete ich zu einem ziemlich kurzen Jeansrock, der meine Beine angeblich positiv betonte. Ich kaufte mir noch ein geringeltes Top und Julie war total überzeugt davon, dass ich einen stylsicheren Modegeschmack hätte, wie ihn nur wenige Leute zu haben scheinen. Sie zog über ein paar Mädchen in der Schule her, denen dies anscheinend wirklich fehlte. Julie war in ihrem Element, als wir ein Schuhgeschäft betraten. Sie kaufte sich ein Paar Banolo Blahniks für 300 Pfund, was umgerechnet ungefähr 450$ sind.

IV
Zuerst fühlte ich mich noch wie ein Modell, dass durch die Schulflure ging und von allen angestarrt wurde, aber spätestens Dienstag, als die Jungs wieder in der Schule waren fühlte ich mir wie ein Tier im Zoo.
In Philosophie fiel mir dann Robert Collins auf. „Ich denke, also bin ich. Miss Neuron?“ „Ich denke, also bin ich. Lateinisch: Cogito ergo sum. Das Original kommt aus dem Französischem von René Descartes: Je pense donc je suis.“ „Also sind viele Buddhisten ja gar nicht. Die erreichen, wie wir gelernt haben, mit Phasen des nicht Denkens eine höhere Ebene. Also, sie denken nicht, dann sind sie auch nicht?“ „Sehr gut Miss Neuron, bemerkenswerte Bemerkung Mr. Collins. Jedoch denke ich, dass Descartes keine Ahnung vom Buddhistentum hatte und das das Hirn immer noch Befehle aussendet, auch wenn man meint nicht zu denken.“ Nach der Stunde stand ich an meinem Spinnt. „Neu hier? Ich bin Sir Robert der Große.“ Ich hatte den im Unterricht einen so guten Eindruck von ihm gehabt. Warum musste er dies nur zerstören? „Lady Samantha, die jetzt leider gehen muss. Hey Julie, warte!“ Ich eilte auf Julie zu. „Sir Robert! Ist der immer so?“ „Wow, eigentlich kannst du das schon als Ehre ansehen. Robert Collins ist der Sohn von Johnasen Collins, der Chef eines Golfimperiums hier in Schottland. Leute aus aller Welt kommen zu seinen Plätzen.“ „Darauf scheint er sich ja auszuruhen.“
Julie grinste, obwohl sie ziemlich erstaunt war, dass ich nicht von Johnasen Collin begeistert war und wir gingen zum nächsten Unterricht.
Man kann wirklich sagen, dass ich dort gut zurecht kam- besser als in New York. Weit weg von zu Hause. Weit weg von den Problemen.
Mitten im Unterricht vibrierte mein Handy. Klar hatte ich gelesen, das Handy strengstens im Unterricht verboten waren, aber ich konnte doch nicht ohne leben. Meine Hand wanderte in meine Tasche. Ich klappte es auf und schaute auf das Display: Mum!!! In der Mittagspause rief ich sie zurück. „Mum! Du kannst doch nicht während des Unterrichts anrufen!“ „Ach, du hattest Unterricht?“ „Nein Mum, um 11:30 am liege ich noch im Bett!“ Ich war echt total sauer auf Mum und hätte sie am liebsten angeschrieen. Sie hat mich doch her geschickt, dann soll sie mich auch in Ruhe lassen! „Oh.... Entschuldigung, Sam. Ich habe die Zeitverschiebung vergessen. Bei uns ist es jetzt schon fünf Uhr.“ „Schon klar, Mum. Was ist denn los?“ „ Ich wollte nur wissen, wie es bei dir so ist...“ „Alles ganz toll... Mum, ich muss weiter. In den nächsten Unterricht. Bye.“





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...   Erstellt am 26.06.2006 - 19:01Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


„So kannst du mit deiner Mutter sprechen?“ Julie starrte mich an. „Klar! Warum auch nicht?“ „Die meisten Schüler hier haben reiche Eltern und müssen die mit Mrs. Und Mr. anreden. In unseren Kreisen ist das so üblich.“ „Na dann viel Spaß... Nein danke, nicht mit mir.“ Ich lächelte sie an. „Du hast echt tolle Zähne.“ Worauf Julie immer achtete....
Ab und zu nannte mir Julie ein paar Namen, während wie die Fluren durchquerten und erzählte mir gleich ein paar Storys. „Julie, kann ich dich mal was fragen?“ „Ja klar! Warum auch nicht?“ „Mit wem hast du immer rumgehangen, als ich noch nicht da war?“ „Mit meiner besten Freundin Marissa. Sie ist für ein Jahr in Neuseeland. Ich kann dir ja mal Fotos von ihr zeigen, wenn du Lust hast.“ „Und was ist mit den anderen? Bist du mit denen auch befreundet?“ „Mit den meisten. Weißt du, du musst dir möglichst jemanden suchen, mit dem du dein Jahr verbringen kannst. Jemanden dem du möglichst vertrauen kannst. Ich kenne die meisten hier, schon seit ich Klein war und ich mag die meisten, aber du musst aufpassen, das sie dich nicht hintergehen und dein Image zerstören. Wahre deinen Stolz, hat mein Vater immer gesagt und danach lebt diese Schule.´“ „Woher wusstest du, dass du mir vertrauen kannst?“ „Ich habe es riskiert. Meine Eltern sind mit Direktor McKonagan befreundet und daher wusste ich schon vorher einiges von dir...“ Das erzählte sie mir sehr beiläufig. Mir stockte der Atem. „Und was wurde dir da so erzählt?“ „Das deine Eltern recht viel Geld haben. Dein Vater arbeitet in einem großen Konzern in einer leitenden Rolle. Du kommst aus New York, hast einen älteren Bruder und warst das beliebteste Mädchen deiner Schule, was ich mir bei deinem Aussehen auch sehr gut vorstellen kann. Du bist intelligent und musischveranlagt. Ach ja, und natürlich auch den Grund warum du her gekommen bist...“ Das hatten meine Eltern dem Direktor erzählt? Julie wusste es? Ich bekam kaum noch Luft, versuchte es aber zu verbergen. Möglicht ruhig sagte ich: „Ja, der Schulwechsel...“ „Naja, ich würde auch die Schule wechseln, wenn ich so begabt währe wie du und da keine Förderung erkalten würde...“ Das hatte sie gehört? Das hatten meine Eltern erzählt? Ein gewaltiger Felsbrocken fiel mir vom Herzen.
Beruhigt ging ich neben ihr den gang entlang zum nächsten Unterricht. Julie kam mir grade recht. Sie ist intelligent, so dass ich ab und zu tiefgründigere Themen anschneiden kann, hübsch und beliebt, so dass ich nicht als Außenseiterin abgestempelt wurde und gesprächig, so dass ich nicht so viel von mir erzählen musste. Fast schon etwas zu perfekt. Als ich grade darüber nach dachte, ob Mum und Doc. Miller sie vielleicht auf mich angesetzt hatten, wurde ich von Robert unterbrochen. Er stellte sich vor uns und lächelte erst mich und dann Julie an.
„Ihr kommt doch beide am Samstag, oder Julie?“ Beide? Wohin Was war am Samstag? Ich versuchte nicht verwirrt auszusehen. „Ach ja Sam, am Samstag ist eine große Party in Glasgow. Du kommst doch mit, oder?“ „Klar, warum auch nicht! Motto?“ „Winter. Bitte in Abendgarderobe und in weiß. Ihr könnt im übrigen bei mir mitfahren... Ich sage euch noch bescheid.“ Er verschwand in einem Klassenraum.
„Sam, du bist die größte! Dank dir müssen wir nicht den Stress am Flughafen haben und können relaxt mit dem Auto fahren.... Echt cool!“ „Ich dachte hier in Europa darf man erst ab 18 Jahren Auto fahren…” “Ja, schon klar, aber es ist Roberts Geburtstag und sein Dad lässt ihn mit einer Limousine abholen und wir fahren da mit!“
Während Julie den Rest des Tages davon schwärmte in der Limousine nach Glasgow zu fahren, dachte ich darüber nach, was man einem Typen schenken konnte, der alles von seinen Eltern bekommen würde.

V
Julie und ich veranstalteten am Freitag noch ein „Notshopping“. Ich brauchte noch
ein weißes Abendkleid und ein Geschenk für Robert. Julies Eltern waren mit Roberts Elternbefreundet, also bekam Robert von ihnen Geld, was ich sehr einfallsreich fand. Robert wurde 18, also würde es ein großer Geburtstag werden. Wahrscheinlich würde er von seinen Eltern ein Auto geschenkt bekommen, wie ich zu meinem 16 Geburtstag.
In einer kleinen Boutique fand ich ein silbernes Armband, auf dem „Bob“ stand. Zuerst wollte ich es nicht kaufen, um ihm nicht das Gefühl zu geben, dass ich beim ihm einschleimen wollen würde, aber dann dachte ich, dass mir nichts besseres einfallen würde und kaufte es. Zwar bekam ich von der Verkäuferin eine Schachtel, aber ich kaufte noch eine größere und füllte sie mit Konfetti, dass aussah, wie Schneeflocken. Julie beriet mich natürlich echt gut, bei der Auswahl des Kleides. Gewonnen hatte am Ende ein Kleid, das oben eng und unten weit saß. Außerdem hatte es silberne Stickerein. Natürlich brauchten wir dazu dann auch noch Accessoires. In einem sündhaft teuren Laden, kauften Julie und ich uns Schuhe, Ketten, Ringe und Armbänder. Für Samstag kaufte ich mir weiße Sandalen mit kleinen Diamanten an den Riemen, eine silberne kette mit einem Elfenanhänger und das dazugehörende Armband. Julie war kaum noch zu stoppen. Nach garantiert einer Stunde verließen wir den Laden und gingen zurück zum Campus.
Ich hängte das Kleid erst mal in den Schrank , stellte den Schuhkarton zu den anderen Schuhen und legte den Schmuck auf den Schreibtisch. Julie kam etwas später zu mir rauf und erzählte, dass wir um zehn Uhr losfahren würden und uns da umziehen könnten.
Ich ging früh ins Bett, um am nächsten Tag keine Augenränder zu haben und frisch und munter auszusehen. Julie musste den gleichen Plan gehabt, da sie echt super aussah, als ich morgens an ihre Tür klopfte. Mit unseren Kleidersäcken unterm Arm und einer Tasche umgehängt gingen wir zum Tor, wo Robert und Gary auf uns warteten. Gary Anderson war Roberts bester Freund. Ich war glücklich , dass er nicht alleine war und das ich noch Julie hatte. Sonst hätte ich das wohl keine zwei Stunden Fahrt ausgehalten.
Wir fuhren um Glasgow und hielten auf einem großen, typisch britischem Anwesend. Gentlemen-like trugen Gary und Robert unsere Sachen in das kleine Schloss. Robert zeigte uns zwei Zimmer, in denen wir uns ausbreiten konnten.
Draußen war es trocken und Julie war noch damit beschäftigt ihre Sachen zu ordnen, also ging ich raus. Ich setzte mich in einen Pavillon, der auf einer kleinen Anhebung stand. „Ist dir gar nicht kalt?“ Tatsächlich zog der Wind ziemlich stark durch und ich zitterte schon etwas. Robert stand vor mir und reichte mir eine Decke. „Darf ich mich zu dir setzen?“ Wow, er konnte also richtig höflich sein. Ich war angenehm überrascht. „Ja, bitte.“ „Ich habe dich von meinem Balkon aus gesehen und dachte mir, dass du vielleicht frieren würdest...“ „Sehr aufmerksam von dir. Tut mir leid das ich frage, aber hast du eigentlich heute Geburtstag oder Morgen?“ „Das ist doch kein Problem... Ich habe Morgen Geburtstag. Wir feiern rein.“ Wir saßen einen Augenblick still neben einander, bis ich merkte, dass er zitterte. Er hatte noch nicht mal eine Jacke an. Ich hielt ihn ein Ende der Decke hin. Dankend nahm er an und rückte noch etwas näher um mir nicht alles weg zu ziehen. „Schon etwas anders hier, als in New York, oder“ „Klar, aber ob das nun unbedingt negativ ist... Manchmal braucht man einen Wechsel.“ Wieder wurde es still. „Es ist ein Uhr. Hast du Hunger? Um diese Zeit gibt es hier immer Lunch.“ Wir gingen still neben einander zurück zum Haus.
Ab fünf Uhr kamen mehr und mehr Leute. Julie und ich gingen in unsere Zimmer und machten uns fertig. Julie war schneller fertig, als ich. Sie hatte von natur aus ein paar Locken und musste nicht viel mit ihren Haaren machen. Ich drehte mir ein paar





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Locken in die Haare und legte mir dann noch meine Kette und mein Armband an. Die Absätze meiner Schuhe waren vielleicht sechs Zentimeter hoch, also machte ich mir keine Sorgen, dass ich irgendwann Probleme haben würde auf ihnen zu laufen.
Ich schritt die Treppe hinab. Ein paar Leute, die in der Eingangshalle standen sahen zu mir hoch. Ich kam mir vor, wie in einer Zeitlupe eines Teenyfilms. Ein paar starrten mich an, manche schauten nur kurz und unterhielten sich dann wieder und manche sahen zu mir und flüsterten ihren Nachbarn dann etwas ins Ohr. Ich ging in den großen Saal, den Robert mir und Julie schon gezeigt hatte und hielt Ausschau, nach bekannten Gesichtern. Ein paar Mädchen kamen mir entgegen und sagten mir, wie schön mein Kleid doch währe und wir hielten etwas Smalltalk. Etwas entfernt sah ich dann doch Julie mit einer Gruppe Mädchen reden. Die meisten hatten ihre Geschenke auf einen dafür vorgesehenen Tisch gelegt, aber ich wollte das später persönlich überreichen. Langsam gefiel mir Robert sogar ein wenig. Ich mochte es, wenn Jungen cool wirkten, innerlich jedoch einen weichen Kern hatten. Was ich gar nicht abkonnte, war wenn jemand sich dumm an mich rann machte und außerhalb des Unterrichts auf dumm schalteten.
Der Saal wurde mit Kunstschnee und einer Tanne geschmückt. Lampen in weißer Kugelform, hingen von der Decke und die Tische hatten eine weiße Tischdecke aufgelegt und waren mit einem silbernen Leuchter geschmückt. Es sah wirklich sehr schön aus und ich war beeindruckt, dass er sich anscheinen das Thema ausgesucht hatte. Das er nicht selbst für die Dekoration zuständig war, war ich mir genauso sicher.
Eines der Mädchen, die ich schon in der Eingangshalle gesehen hatte, kam auf uns zu. „Habt ihr schon gehört, dass Robert, als Schneekönig, sich eine Schneekönigin krönen wird?“ Sie ging weiter und verbreitete die Nachricht im ganzen Saal. Julie lehnte sich zu mir und flüsterte mir: „Na, da weiß ich ja schon, wer das sein wird...“, zu. Laut warf eine der anderen ein: „Das Mädchen, dass von ihm ausgewählt wird, soll sich glücklich schätzen. Erstens wird sie damit nach ganz oben der Liste gestellt und wie es heißt, darf sie eine Kutschfahrt mit ihm machen.“ Das mit der Kutschfahrt interessierte mich nur kurz. Die „Liste“. So eine wie in New York? So eine wie die, auf der ich ganz oben war? Es schien so. Kann es nicht endlich eine Gesellschaft ohne Rangordnung geben? Nicht das ich es nicht irgendwie mögen würde, aber diesen Druck dem viele andere unterlegen waren sollte man meiner Meinung nach abschaffen.
Robert tanzte nicht. Mit Keiner. Er begrüßte sämtliche Leute, die ihm über den Weg liefen. Es schienen auch welche da zu sein, die nicht auf unsere Schule gingen. Leute aus Glasgow, London, Dublin, Belfast, Cardiff. Keiner aus den Staaten. Ich tanzte ein paar mal mit Gary und sonst mit Typen, die ich bisher noch nie gesehen hatte. Ich hatte meinen Spaß und bim Tanzen konnte ich Robert unauffällig beobachten. Julie hatte ihren Spaß mit einem Jungen aus Dublin.
Etwas später wurden alle still. Robert stand auf der kleinen Bühne, wo vorher noch die Live Band gespielt hatte und nahm sich ein Mikrofon. „Ich möchte hiermit noch mal euch alle Begrüßen und vor allem die, die ich noch nicht begrüßt habe. Wie Lesley wahrscheinlich schon allen erzählt hat, werde ich nun eine Schneekönigin küren. Tatsächlich hatte diese Wahl Kritikpunkte an die Kandidaten. Zum einen soll sie natürlich heute Abend wunderschön aussehen und zum anderen soll sie ein wichtiges Accessoire bei sich haben. Ihr Gehirn. Nach diesen zwei Punkten waren leider schon viele Mädchen ausgeschlossen, was mir natürlich sehr leid tut.“ „Hör auf zu labern, Collins!“, rief ein Junge, der nach seinem Dialekt zu folge aus Cardiff kam. „Ich darf nun meine Schneekönigin zu mir auf die Bühne bitten...“ Julie kniff mir in den Arm. „Lauf schon mal los....“ War es so offensichtlich? „Samantha Neuron würdest du bitte zu mir kommen?“ Ich lächelte während mir die Leute platz machten, damit ich zur Bühne kommen konnte. Einige an denen ich vorbei ging gratulierten mir, andere starrten mich nur an. Auf der Bühne setzte mir Robert ein kleines Diadem auf. Wir eröffneten die Zeit der Klassischen Tänze in mitten der Tanzfläche, mit einem Wiener Walzer. Die Leute forderten ihn dazu auf, die Geschenke aufzumachen, als es kurz vor zwölf Uhr war zählten wir den Countdown. Einige seiner Freunde zogen ihn weg. Ich wartete bis die Aufregung vergangen war. Er machte nur einige Geschenke auf und ließ den Rest in ein Nebenraum stellen. Während er noch Geschenke seiner Freunde aufmachte holte ich meine kleine Schachtel von oben. Als ich grade wieder runter ging, sah er sich das Geschenk seiner Eltern an. Ein Auto. Ein BMW X5. Eine Art Geländewagen, in Silber. Ich wartete auf der Treppe, bis die meisten wieder rein ging. Ich ging ganz die Treppe herunter, bis Robert mich entdeckte. „Lust auf eine Fahrt mit mir?“ „Hast du denn einen Führerschein?“ „Ich meinte ehr mit einer Kutsche... So wie es sich für einen König und eine Königin gehört.“ Eine weiße Kutsche fuhr vor. Er half mir hinauf und reichte mir eine Decke hoch, dann kam er nach.
Die Kutsche rollte los und wir breiteten die Decke über uns aus. „Warum hast du mich genommen?“ „Du bist intelligent du und du siehst wunderschön in diesem Kleid aus.“ „Danke.“ Da mein Gesicht leicht angefroren war, konnte er nicht erkennen, dass ich leicht errötete. Er selbst hatte einen weißen Anzug an. „Ich habe ein Geschenk für dich.“ Ich zog es unter der Decke raus. Langsam öffnete er den Deckel und nahm das Armband heraus. „Danke schön... Bob.“ „Robert gab es nicht und ich dachte, vielleicht nennt dich ja jemand so.“ „Eigentlich nicht, aber du könntest es tun. Kannst du es mir umlegen?“ Meine Hände zitterten. Als ich es zu machen wollte, berührte sich unsere Haut. „Deine Hände sind kalt. Komm her. Meine sind warm.“
Ich hätte Stunden lang so sitzen können aber, nach ungefähr einer Stunde kamen wir wieder am Anwesend seiner Eltern an. Er stieg zuerst aus und half mir dann runter. „Ich möchte gar nicht rein.“ „Aber deine Freunde warten auf dich.“ „Die meisten sind doch nur wegen der Party hier... Hast du Lust noch einen Spaziergang zu machen?“ „Gerne.“ Er nahm meine Hand, die mittlerweile so warm war, wie seine und wir gingen in Richtung Pavillon. Es war niemand draußen. Den meisten schien es zu kalt zu sein. Wir blieben stehen und guckten in die Dunkelheit. „Stell dich bitte nicht mehr auf dumm, wenn du außerhalb des Unterrichts bist. Im Unterricht natürlich auch nicht.“ Er drehte sich zu mir und küsste mich. Zuerst war ich überrascht und wusste nicht, wie ich reagieren sollte, aber dann legte ich meine Arme um seinen Hals und verfiel ihm vollkommen.

VI
Julie kam mittags auf mein Bett gesprungen. Eigentlich sollte sie mich nur wecken und sagen, dass wir um zwei Uhr losfahren wollen würden, aber sie quetscht was auf der Kutschfahrt noch war. „Jetzt erzähl schon!“ „Während der Kutschfahrt haben wir uns nur unterhalten...“ Sie stöhnte auf. „Aber wir waren danach noch spazieren... und da hat er mich geküsst!“ Julie schluchzte, als würde sie sich die Hochzeit von Diana und Charles noch einmal ansehen würde. „Und dann hat er mich hoch gebracht.“ „Und?“ „Nichts und! Hast du schon deine Sachen zusammengepackt?“ „Schon alle fertig. Soll ich dir helfen?“ „Du bist ein Schatz...“
Ich stand auf, ging ins Bad, duschen und zog mich an. Als ich fertig war, hatte Julie bereits meine ganzen Sachen eingepackt. Wir gingen runter und stellten die Taschen in die Eingangshalle. „Ich hole unsere Kleider noch runter. Geh du was essen. Hinten links.“ „Na.... gut geschlafen, meine Prinzessin?“ Bob küsste mich auf die Wange und stellte mir einen Teller mit Frühstück vor die Nase. „Wie sollte ich anders, in diesen tollen Federbetten...“
Auf dem Rückweg nach Edinburgh saßen Bob und ich in der Mitte. Auf der Hinfahrt war es anders herumgewesen. Reden taten wir trotzdem nicht viel. Ich war mir nicht sicher, ob Gary es wusste und wir machten keine Anstalten irgendetwas zu demonstrieren. Julie grinste immer noch vor sich hin.
Am Campus trugen die Jungs dann unsere Taschen, was bedeutete, dass Bob noch zu mir kam. Wir tauschten noch schnell Handynummern aus und dann ging er wieder, da Gary auf ihn wartete.
Das es so schnell gehen würde, hätte ich nicht gedacht. Ich meine, nach dem Vorfall...
Ich schrieb Dad eine E-Mail, um ihm zu erzählen, dass alles in Ordnung sei, ich in Glasgow war und ich schon eine neue Freundin gefunden hatte. Ich wusste, dass ihn das freuen würde und ich mir so lästige Anrufe vom Hals halten würde. Wenn ich mich ab und zu melden würde, hätten sie nicht das Bedürfnis nach zu fragen und alle waren glücklich. Ich finde, dass das irgendwie traurig klang, aber so war das bei uns in der Familie und ich glaube bei vielen an meiner Schule war es noch schlimmer.
Als ich Dad eine E-Mail schrieb, sah ich eine empfangene E-Mail von Bryan. Ich musste ihm jetzt schon seit mindestens zwei Monaten ununterbrochen belügen, in dem was ich schrieb. Nur das ich die Schule gewechselt habe stimmte, aber als Grund nannte ich das was Julie mir gesagt hatte. Es waren auch ein paar E-Mails von „Freunden“ aus New York da. Oberflächliche Sachen standen drinnen, so wie: „Maddison hat vier Kilo zugenommen!“ oder „Die Sommermode dieses Jahr wird so toll aussehen! Du wirst echt toll darin aussehen!“ Am Ende stand dann noch so etwas wie: „Wir vermissen dich ja alle so sehr...“ oder „Komm uns doch mal wieder besuchen!“ Ich hätte am liebsten losgekotzt. Bei manchen Leuten hätte ich das nett gefunden, aber nicht bei welchen, die Jahre lang nur scharf auf meine „Position“ waren!
Später kam dann noch eine SMS von Bob: Na meine Prinzessin, hoffe du vermisst mich so sehr, wie ich dich. Weiß gar nicht, was mit mir los ist... Schlaf schön und träume von mir, dein Bob.
Ich muss zugeben, dass ich das ziemlich süß fand. Ich schickte dann eine dementsprechende SMS zurück:
Hi mein Schneekönig, natürlich vermisse ich dich! Ich wünsche dir auch eine gute Nacht. Cu.

VII
Es war schon fast normal, dass ich Julie zum Frühstück abholte. Wir setzten uns an einen Tisch mit vielen anderen Mädchen, die auch in unserer Stufe waren und die meisten kannte ich aus meinen Kursen. „Morgen!“ Ich lächelte und setzte mich gegenüber von Julie. Die Party bei Bob war das Gesprächsthema Nummer eins. Auch die Mädchen neben uns sprachen davon und immer wenn sie leiser wurden wusste ich, dass sie von mir sprachen. Niemand war sich so richtig sicher, ob er und ich nun zusammen waren, da es angeblich nicht Bobs Art war... Julie grinste mal wieder vor sich hin, als wir das hörten und ich schaute auf mein Essen. Als Bob und Gary in die Mensa kamen stockte mir mal wieder der Atem. Leute gingen auf sie zu und sprachen sie an, so dass wir fertig waren bis die beiden endlich Essen auf ihren Tabletts hatten. Ich wollte ihn zumindest noch begrüßen, doch Julie zog mich weg. „Hey!“ „Lass mir noch ein paar Tage den Spaß... Die zerbrechen sich alle so schön den Kopf darüber. Was meinst du, wie viele Mädchen an dieser Schule auf Robert stehen!“ „Und du?“ „Nichts gegen dich, aber Robert? Nein danke...“ „Ah ja, und wer ist es dann?“ Julie grinste. „Was glaubst du denn?“ Da wurde es dann sogar mir klar. Warum ich es bisher nicht gemerkt hatte war mir nicht ganz klar, aber ich glaube ich war zu sehr mit Bob beschäftigt. „Gary...“
In der Pause entdeckte ich eine Nachricht von Bob in meinem Spinnt:
3 pm, 6VT
„Und das heißt jetzt was?“ „Das ist ein recht cooles Café in der Innenstadt. Ich kann dich hinbringen... ich wollte sowieso noch etwas bei der Reinigung abholen.“ „Cool...“ Nach der Schule zog ich mich erst mal um. Schuluniformen sind zwar pädagogisch korrekt, aber ich denke nicht, dass irgendein Schüler wirklich unbedingt diese teile haben will. Es dauerte zwar immer etwas länger in die City von Edinburgh zu kommen, als von unserer Suite in New York zum Timesquare zu kommen, aber es handelte sich nur um ein paar Minuten, also störte ich mich dran.
„Na, du siehst süß aus.“ Bob hatte immer noch seine Uniform an. „Ziehst du das auch noch mal aus?“ „Ich dachte, dass Frauen auf Männer in Uniformen stehen...“ „Aber nicht auf welche in Schuluniformen.“ Er küsste mich auf die Wange und bot mir einen Stuhl an. „Was möchtest du trinken? Hast du Hunger?“ „Einen Latte Macchiato, kein Essen. Danke“ Er bestellte für uns. „Trifft man dich in der Schule auch mal alleine an?“ „Ein schweres Leid beliebt zu sein.“ „Keine Sorge, ich kenne das, aber ich habe mir immer in Ruhe Essen kaufen können.“ „Das ist nur wegen der Party. Ich werde ständig nach dir gefragt.“ „Hast du es jemanden erzählt?“ „Ich wollte dich erst fragen, was du dazu sagst.“ „Ich habe es Julie erzählt und sie meint, wir sollen noch etwas warten... Damit sie ihren Spaß hat... Mal so neben bei: Was hält Gary von ihr?“ „Ach so eine bist du? Freunde verkuppeln!“ Er lachte. Wir redeten noch etwas länger über die beiden und über sämtliche andere Sachen. Es war noch so neu, so fremd, so schön. Das hatte ich vermisst, seit ihm. Seit dem Anfang mit ihm.
Wir lachten viel. Auch wenn es in der Schule nie so rüber kam, er war doch sehr lustig, umgänglich, klug, höflich und charmant. Ich glaube und behaupte, dass jeder sich in der Schule anders gab und das es immer noch so ist. Ich weiß nicht, wie ich im Internat rüber kam, aber in New York war ich „Miss Unreachable“. Dabei wollte ich das nie. Ich will nicht sagen, dass es nur daran lag, aber auch aus diesem Grund lernte ich ihn kennen.
Bob hingegen bot ich mich so wie ich wirklich war und das von Anfang an. Er trug ab sofort immer das Armband, das ich ihm geschenkt hatte. Das war süß. So hatte ich irgendwie das Gefühl, dass er zu mir gehörte. Wir schlenderten zusammen Hand in Hand durch die Straßen und schaute uns andere Leute an. „Der da vorne, an der Bushaltestelle. Also der ist Koch. Das sieht man doch schon an den vielen Flastern an seiner linken Hand. Das er sich so oft schneidet liegt daran, dass er den ganzen Tag an ein Mädchen denkt, das er erst vor kurzem in der Disco gesehen hat und das ihm nicht mehr aus dem Kopf geht.“ Ich beendete seine Geschichte. „Sie jedoch träumt den ganzen Tag von einem anderen und dieser wieder rum von einer anderen. Sie träumt von ihm und alle sind unglücklich und müssen den jeweiligen versuchen zu vergessen.“ „Wie traurig.“ „ich brauche mir ja keine Sorgen machen, ich habe dich.“ Ich drückte mich an ihn. Langsam machten wir uns auf den Rückweg, da es doch schon etwas spät geworden war.
Im Wohnheim kam mir Julie gleich entgegen. „Hast du auf mich gewartet?“ „So schlimm bin ich nun auch wieder nicht. Nein, ich wollte noch in die Bibliothek, wegen der Literatur Hausaufgabe.“ „Ich habe das Buch. Du kannst es von mir haben.“ „Solche Bücher hast du? Und dann auch noch hier? Und schon gelesen?“ „Es liegt zwischen meinen Modekatalogen.“ Sie staunte, als es doch nicht zwischen Modekatalogen lag, sondern im Regal neben noch mehr Büchern dieser Sorte stand. „Manchmal muss ich etwas Literatur einfach haben...“, versuchte ich mich zu
verteidigen. Ich selbst musste leider auch noch Hausaufgaben machen und saß noch ziemlich lange vor meinem Computer.

VIII
Die Tage wurden wärmer und der Frühling nährte sich. Mit Gary und Julie waren Bob und ich nun schon öfters im „Tonic“, einer Disco, gewesen und auch die beiden waren sich immer nähr gekommen. Zwischen Bob und mir lief es gut, obwohl wir uns immer noch nicht richtig nähr gekommen waren, da wir so gut wie nie alleine waren. Die Leute in der Schule hatten sich mittlerweile abgeregt und es wurde nicht mehr allzu viel spekuliert. Nach den Frühjahrsferien im Mai wollten wir es dann ganz offiziell machen und uns auch in der schule als Paar zu erkennen geben.
Die Frühjahrsferien. Total untypisch für eine britische oder amerikanische Schule. So etwas findest man ehr in Frankreich, Deutschland, Polen und anderen europäischen Ländern, doch da die Schule ein hohes Tempo im Unterricht vorgab wurden uns mehr Ferien gegönnt. Zwei Wochen. Eigentlich hatte ich überhaupt keine Lust nach Hause zu fliegen. Alleine die lange Reise schreckte mich ab. Doch meine Mum bestand darauf. Auch Bob sollte nach Hause kommen.
Die Tage vor den Ferien bestanden in der ganzen Schule voller Vorfreude doch auch aus diesem Gefühl von Endtäuschung, die anderen zwei Wochen lang nicht sehen zu können. Zumindest Julie sollte ich sehen können. Sie und ihre Eltern wollten in der zweiten Woche nach New York kommen. Ihre Mutter hatte von ihrem Vater für ein Stück am Broadway bekommen.
Am Donnerstag packte ich meine Sachen. Naja, so viel musste ich ja nicht mitnehmen. Ich nahm eigentlich nur mein Notebook und ein bisschen Kleidung mit. Am Freitag, während fast alle anderen packten oder schon abreisten, saßen Gary, Julie, Bob und ich noch im 6VT. Ich beobachtete Julie und Gary, die mir und Bob gegen über saßen unauffällig und konnte tatsächlich beobachten, wie sich ihre Hände in einander schoben. So konnte ich wirklich in die Ferien gehen. Alle waren glücklich und hatte eigentlich gar keine Lust zu ihren Eltern zu fahren. Alle machten ihre Eltern nach und schilderten, wie es aussehen würde. „Ich darf mich an meiner alten Schule präsentieren. Wie ein Projekt, das vorgeschickt wurde, um das weit entfernte Europa zu erkunden.“ „Meine arme Prinzessin...“ Bei Bob sollte es nicht besser aussehen: „Du präsentierst dich in deiner alten Schule, ich vor den Freunden meiner Eltern!“
Mein Flug ging abends. Bob begleitete mich noch hin und verabschiedete sich. Er fuhr erst am Samstag. Ich ließ ein letztes Foto, von einem Passanten, von uns machen und ging dann an Board. Wie auf beim letzten mal musste ich in Deutschland umsteigen. Um zwei Uhr morgens, New Yorker Zeit, landete ich in New York. Ich war total auf sieben Uhr eingestellt und eigentlich recht wach.
Ich sah meinen Dad schon von weiten. Er ist groß und so findest man ihn in Menschenmassen gut. Meine Mum stand neben ihm, doch sie sah ich erst später. Dad nahm mir meine Tasche ab und wir fuhren nach Hause. „Bryan kommt am Wochenende nach Hause...“ Mum war noch ziemlich müde und obwohl ich wusste, dass sie sich freute konnte sie es nicht mit ihrer Stimme ausdrücken. „Wie war dein Flug?“ „Ganz gut, nur etwas lang und die Zeitumstellung nervt.“ Dad grinste. „Das kenne ich. Ich bin erst seit Gerstern wieder hier. Ich war in Los Angeles.“
Zu Hause legte ich mich ins Bett und versuchte zu schlafen, doch ich schlief nur bis sieben, was in Großbritannien immer hin zwölf Uhr war. Ich und meine Pariser Stiefel schlenderten durch Manhattan. Es war schön wieder da zu sein, obwohl ich auch Edinburgh vermisste. Die Autos fuhren wieder auf der rechten Seite, Ampeln wurden von Fußgängern und Zebrastreifen von nicht Autofahrern beachtet.
Ich ging in den Central Park und setzte mich auf eine Bank an den See. Auch in New York war es wärmer geworden und die Sonne wärmte schon. Ich beobachtete Leute und hätte Bob gerne eine Geschichte zu ihnen erzählt. Mir fielen so viele ein. Ich kannte den durchschnittst New Yorker, also war es nicht allzu schwer für mich. Nachmittags schickte ich ihm eine SMS und ich musste nicht lange auf eine Antwort warten.
Auch Sonntag lebte ich noch in der britischen Zeit. Das tat ich sowieso die ganzen Ferien durch. Ich ging, für meine Eltern, früh ins Bett und stand früh auf. Montag nahm ich mein Notebook, auf dem ich Bilder von Edinburgh und Glasgow gespeichert hatte und ging in die Schule. Mit meinem alten Stolz, meinem aufrechten Gang, stolzierte ich durch die Schule. Fast jeder drehte sich zu mir um, während ich durch die Flure ging. Vereinzelt grüßten mich Leute. Da sah ich sie. Die obersten drei der Rangordnung. Als sie mich sahen, währe ihnen beinahe der Mund offen stehen geblieben. „Hi Leute. Scheint sich hier ja nicht viel geändert zu haben...“ „Hi Sam!“ Cindy, die Erste, umarmte mich. “Wie geht es dir? Was machst du hier?“ „Ich besuche euch. Na ja, ich habe Ferien und da habe ich mir gedacht, ich schaue mal vorbei.“ „Was für eine Überraschung und du siehst so gut aus.“ Im Englischunterricht musste ich dann meinen Aufenthalt in Schottland beschrieben. Ich schloss mein Notebook an den Beamer und zeigte ein paar Fotos. „Und wer ist der gut aussehende Typ, im Anzug, neben dir?“ „Robert Collins.“ „Da fahren meine Eltern immer zu Golfen hin!“ Es war der Horror. Wie konnte ich mal glücklich dort gelebt haben? Julie ist zwar auch nicht so, dass sie den ganzen Tag philosophisch umherredet, aber sie war nie so schlimm gewesen, wie die in New York. Nach der Schule war ich schon fast gezwungen mit den anderen Essen zu gehen. Das Essen, auch eine Sache in der sich New York und Edinburgh unterscheiden. In Edinburgh wurde zumindest manchmal darauf geachtet, dass es nicht zu fettig war und in New York... Da konnte man da nie von reden. Ich saß grade zwischen Cindy und Alexandra und war in meinen Gedanken versunken, als mein Handy klingelte und ich sah, dass Bob anrief. „Hey...“ „Na, wie geht es dir so in Übersee?“ „Es geht. Ich war heute in der Schule und sitze mit meinen Freundinnen grade beim Essen und du?“ „Ich habe mich grade abgesondert. Wir sind zum Dinner bei Freunden meiner Eltern. Aus irgendeinem Grund glaube ich, dass du auch nicht wirklich mit deinen Freunden essen willst. Halte durch... Ich liebe dich.“ „Das kann sein, ich glaube sie auch.“ „Du bist echt süß. Bye.“ „Bye.“ Wir gingen noch zusammen ins Kino und danach war ich endlich wieder zu Hause. Ich war total müde und kippte sofort ins Bett.

IX
Die Woche bevor Julie kam dehnte sich in die Länge. Ich war kurz vor der Verzweiflung. Mittwochs war ich sogar noch einmal bei Doc. Miller, der ich von Schottland erzählte, mehr oder minder freiwillig. Ich traf mich noch zwei mal mit den anderen und am Wochenende war Bryan dann da. Wir gingen zum Football und zum Baseball zusammen. Ich mochte meinen Bruder. Das wir so gut mit einander klar kamen, lag jedoch vielleicht daran, dass wir uns nicht sehr oft sahen. Er sagte immer, dass er ganz stolz auf mich sei, wegen meiner Noten, meines Aussehens und weil ich alleine ich Schottland zur Schule ging. Dies waren alles Sachen, die mir nicht sonderlich schwer fielen. Bryan musste schon immer sehr für seine Noten arbeiten, er kämpfte mit seinem Gewicht und er würde immer noch am liebsten in New York leben. Eigentlich hatte ich immer Grund mehr auf ihn stolz zu sein, da er dies alles überwand, doch ich dacht nie über solche Sachen nach. Wir zeigten uns gegenseitig Bilder von unseren Freunden. Er ist schon seit mehr als einem Jahr mit einem Mädchen aus der Uni zusammen gewesen und ich kannte sie sogar schon. Ihm musste ich alles über Bob erzählen. Wir saßen im Central Park und guckten einigen Leuten dabei zu, wie sie Modellboote fahren ließen. Die Sonne schien wieder und es war sogar schon etwas warm. „Tascha und ich werden wahrscheinlich den ganzen Sommer bei Mum und Dad verbringen. Hast du schon Pläne?“ „Nicht wirklich. Da mache ich mir nach diesen Ferien Gedanken drüber. Wahrscheinlich werde ich zumindest etwas Zeit in Europa, bei Julie oder Bob verbringen. Ich würde mir gerne auch noch London ansehen.“ „Sehe ich da schon Dollarzeichen in deinen Augen? Shopping bis zum Umfallen?“ „So schlimm bin ich gar nicht!“ „Nein!“
Wir gingen nach Hause zurück. Mum und Dad waren nicht da und wir kochten zusammen. Julie rief an und sagte, dass sie am nächsten Tag gegen fünf Uhr nachmittags landen würde. Ich versprach ihr sie abzuholen und legte auf. Abends verabschiedete Bryan sich und machte sich wieder auf den Weg zur Uni. Ich saß alleine auf dem Sofa und guckte Fernsehen. Richtig gute Sachen gab es nicht zu sehen und ich las lieber ein Buch und hörte Musik dabei.

X
Das Flugzeug, in dem Julie und ihre Eltern saßen, war wohl das erste Flugzeug am JFK Airport, dass zu früh landete. Sie kam mir schon entgegen, als ich den Flughafen betrat. „Willkommen im Big Apple! Wie war euer Flug?“ „Ging so...“ „Ziemlich lang, oder?“ Mit einem Taxi fuhren wir in die City. Julies Eltern stiegen vor ihrem Hotel aus, Julie und ich fuhren weiter zu mir. Ich hatte ihr das Sofa in meinem Zimmer zurecht gemacht, wo sie drauf schlafen konnte. Als erstes machten wir eine kurze Führung durch unser Appartement, was nicht wirklich lange dauerte. Danach verstauten wir ihre Sachen und gingen dann in den Central Park.
Die nächsten Tage verbrachten wir dort oft auf irgendeiner Bank, waren shoppen oder im Kino.
„Und?“ „Was und?“ Mittlerweile stocherte ich schon genauso, wie Julie. „Hast du Gary noch gesehen?“ Sie bekam wieder ihre nervösen rote Flecken im Gesicht. „Ja...“ „Und?“ „Oh man, du lernst echt schnell! Naja, viel war da nicht. Seine Eltern haben ihn kaum weg gelassen und meine Eltern ließen mich kaum weg.“ „Ich bin so froh, das du endlich hier bist. Alleine hält man das ja nicht aus.“
Meine Eltern staunten nicht schlecht, als sie mitbekamen, wie glücklich ich mit Julie war. Das es möglich war wieder Anschluss gefunden zu haben. Das es Möglich war wieder Vertrauen in einem fremden Menschen gefunden zu haben. Das es für mich Möglich war diese Dinge wieder zu erlangen. Ich glaube meine Eltern hatten die Hoffnung in Doc. Miller gelegt gehabt und als das nicht geklappt hatte, haben sie auch die Hoffnung aufgegeben. Ich fand das Leben wieder lebenswert und freute mich tatsächlich wieder auf die Schule.
Die Woche mit Julie war toll, aber als wir Sonntag Morgen mit ihren Eltern am Flughafen standen und ich mich von meinen Eltern verabschiedete, war das auch in Ordnung. Wenn wir nicht redeten schliefen wir oder stiegen um. Es war wesendlich besser, als alleine zu fliegen. Nach britischer Zeit landeten wir um ein Uhr morgens am Montag. Es war zu spät um Bob und Gary zu sehen und auch wir waren müde, da wir die Ferien über im britischer Zeit gelebt hatten. Da ich weniger Sachen hatte, half ich Julie ihre zu tragen.
In meinem Zimmer legte ich meine Tasche weg und machte das Radio leise an. Ich kramte mein Handy aus einer meiner Seitentaschen und schickte Bob eine SMS, dass ich wieder da war. Das hatte ich ihm versprochen. Ich wartete einen Augenblick, ob er schon schlief, oder noch antwortete und machte dann das Radio aus, um schlafen zu gehen. Als ich aus dem Badezimmer kam sah ich dann doch auf meinem Display, dass ich eine SMS empfangen hatte. Mit warmen Gefühl in der Magengegend legte ich mich schlafen.
Ich stand ziemlich früh auf, da ich mich so auf Bob freute. So hatte ich mehr als genug Zeit um mich fertig zu machen. Ich packte ein paar Schulsachen zusammen und ging dann runter, um Julie ab zu holen. Als wir das Gebäude verließen warteten Gary und Bob schon auf uns. Bob zog mich an seinen warmen, gut riechenden Körper und küsste mich. Es durchfloss mich ein Strom des Glücks. „Ich habe dich vermisst.“ Meine Stimme war schwach und kaum zu hören. „Ich dich auch. Frühstück?“ Wir gingen in Richtung Mensa – Hand in Hand. Es fühlte sich gut an. Wir zogen viele Blicke auf uns, aber das war uns echt total egal.
Wir saßen mal wieder mit vielen an einem Tisch. Alle redeten quer durcheinander. Ich kam mir vor wie betäubt und lehnte die meiste Zeit an Bob. Zwei Wochen können wirklich schlimm sein. Ich rechnete kurz vor mich hin und sagte dann: „Bob, wusstest du, dass wir jetzt schon vier Monate und 18 Tage zusammen sind?“ „Und in acht Tagen hast du Geburtstag!“ Er küsste mich auf die Wange. „Dann werde auch ich achtzehn und darf endlich wieder Auto fahren!“ „Du hast einen Führerschein?“ „Seit ich sechszehn bin... In Amerika ist das so. In manchen Staaten darfst du schon am vierzehn Jahren fahren, wenn du weit von der Schule weg wohnst. Das war im Big Apple aber nicht der Fall.“ „Und was bekommt man zum achtzehnten bei euch zum Geburtstag?“ „Das was sich die Eltern ausdenken. Mit 21 Jahren bekomme ich wahrscheinlich eine Reise nach Las Vegas. Da freue ich mich schon drauf.“ Ich freute mich schon auf mein Auto. „Was hast du denn für ein Auto?“ „Einen BWM Z4 Coupé. Zweisitzer, schnell und sieht unheimlich gut aus... Ich bin immer gern nach Connecticut gefahren. Da haben meine Eltern ein kleines Haus und man kann über leere Landstraßen rasen.“
Erste Stunde Philosophie war, wie immer, recht angenehm. Es war immer mein Lieblings Fach. Das fiel mir einfach immer am leichtesten. Es waren nur noch anderthalb Monate bis zu den Sommerferien und wir musste viel Stoff durchnehmen, die Kurse für das nächste Jahr wählen und trotzdem lehnten wir uns zurück und hatten einfach nur Spaß. Am Freitag Abend rief Mum mich an und sagte mir, dass mein BMW bald geliefert werden würde und meine Geschenke drinnen währen. Ich solle sie aber erst an meinem Geburtstag aufmachen und dann anrufen. Mein Mum war seit ihrem letzten Anruf verunsichert, wann sie anrufen könnte und wann nicht. An dem Freitag war ich noch mit Bob, Gary und Julie im „Tonic“. Auf dem Campus waren die ersten Grillpartys, da es mittlerweile auch abends noch warm war. Wir kabbelten auf den Wiesen und machten Wettrennen. Wettrennen bei denen getestet wurde, ob Bob mich zuerst von A nach B brachte, oder Gary Julie. Julie und ich veranstalteten dabei ein Wettlachen. Der Dienstag rückte nähr und nähr und ich freute mich immer mehr auf mein Auto. Bob hatte mit seinem Führerscheinbegonnen und hatte sogar schon die Theorieprüfung bestanden. Praktisch hing er etwas zurück. Ich versprach mit ihm zu über und war sogar bereit mein Auto dafür zu opfern.

XI
Endlich Dienstag. Mein Auto war bisher noch nicht da gewesen, doch als ich mit Julie rausging sah ich es schon von weitem. Ich ließ mich kurz von Gary drücken und von Bob küssen, nahm dann seine Hand und lief zum Auto. „Das ist es, mein geliebtes Auto. Ich zog meinen Zimmerschlüssel aus meiner Tasche, an dem auch Autoschlüssel, der Schlüssel für das Appartement in New York und der Schlüssel für das Haus in Connecticut dran. Ich drückte auf den kleinen Knopf am Schlüssel, um das Auto aufzuschließen und setzte mich hinter das Lenkrad. „Das ist ja rechts! Ich dachte in Amerika fährt man auf der rechten Seite. Dann sind die Fahrer doch links, oder?“ „Ja, aber ich habe eine Sonderanfertigung und die gab es nur als englisches Modell.“ Auf dem Beifahrersitz stand ein riesiges Geschenk. Wir hatten noch etwas Zeit, da wir früh dran waren und deshalb brachten wir dieses Geschenk und die, die noch im Kofferraum lagen auf mein Zimmer. Dann mussten wir uns doch etwas beeilen, um noch Frühstücken zu können. Von allen Seiten wurde mir gratuliert und ich war mal wieder echt glücklich. In der Mittagspause wurde mir von er Mensaküchenchefin ein Geburtstagskuchen überreicht, auf dem „Happy 18th!“ stand. Ich trommelte noch ein paar Leute zusammen, da wir zu viert den Kuchen nie aufgegessen hätten und wir saßen in einer lustigen Runde zusammen.
Nach der Schule wurden dann Geschenke ausgepackt. Ich rief meine Mum an und packte deren Geschenke zuerst aus. Es war eine Buchreihe dabei, die ich schon seit Monaten haben wollte, ein Haufen CDs, Kleidung aus Paris, London, Mailand und New York und ein Schlüssel. „Was ist das für ein Schlüssel, Mum?“ „Ach der... Der ist für ein kleines, wirklich kleines Haus in Eastbourne. Das ist an der Südküste von England, kurz unter London. Mit deinem Auto dauert das höchstens sechs Stunden dahin zu fahren.“ „Was? Das ist nicht dein Ernst!“ „Doch! Das war übrigens meine Idee, die beste, die ich seit Wochen hatte.“ „Oh danke Mum!“ „Ich muss weiter, mein schatz. Feier schön!“ „Bye!“ Ich legte auf und drehte mich zu den anderen. „Ein Haus. Ein wirklich kleines Haus! Das bekommt man zum 18ten Geburtstag!“ Ich packte das Geschenk von Julie und Gary aus. Es war ein paar Ohrringe aus Weißgold mit Diamanten dran. „Danke schön...“ Ich umarmte beide gleichzeitig. Dann kam das Geschenk von Bob. Es war eine quadratische Schachtel mit einer Schleife drum herum. Ich machte die Schleife ab und öffnete den Deckel. Ich nahm ein silbernes Armband mit der Aufschrift „Sam“ heraus. Ich war sprachlos und fiel Bob einfach nur in die Arme.
Bob und ich verabredeten uns mit Julie und Gary in einem Restaurant zum Dinner und setzten uns in mein Coupé. „Bereit? Ich muss dich warnen, ich bin lange nicht mehr Auto gefahren. Selbst in den Ferien hatte ich keine Lust dazu!“ Ein kribbeln durchfuhr mich, als ich den Motor startete. Wir fuhren über eine Stunde über die Autobahnen rund um Edinburgh. Pünktlich um acht Uhr waren wir vor dem vereinbarten Restaurant. Die Rechnung ging auf mich, beziehungsweise aus meine Eltern. Wir tranken Wein und scherzten vor uns hin. Da das Auto irgendwie zum Campus zurück musste, trank ich nur ein Glas. Julie und Gary gingen zu Fuß nach Hause und ich fuhr meinen leicht angeheiterten Bob nach Hause. Ich musste ihn stützen, damit er stehen konnte. Es muss sehr lustig ausgesehen habe und als ich Julie begegnete, brachte ich sie auch noch ins Bett. Gary muss es irgendwie alleine geschafft haben. Bis heute ist es eine Rätsel wie.

XII
Der nächste Tag war eigentlich nur für mich lustig und für alle anderen in der Schule, nur nicht für Julie, Gary und Bob. Mit schlimmsten Kater saßen sie im Unterricht. Beim Frühstück brachten sie kein Wort und Julie war die erste der Drei, die wieder mit dem Sprechen anfing. Beim Lunch drehte sie sich zu Gary, guckte ihn an und sagte: „Wie sind wir vom Restaurant zum Campus gekommen?“ Er erwiderte ihren Blick und sagte nur: „Da fragst du wirklich den falschen. Ich weiß noch nicht mal, wie ich in mein bett gekommen bin!“ Ich küsste Bob auf die Wange, der grade versuchte ein Sandwich runter zuwürgen. Er brummte kurz und dann versagte seine Stimme wieder. „Wie du nach hause gekommen bist weiß ich und wie du dich umgezogen hast auch...“ Die Drei starrten mich entsetzt an. „Ich hatte Angst, dass du dich mit deiner Krawatte erwürgst!“ „Süß!“ Julie lachte. Ein Lebenszeichen von ihr war mir ganz recht.
Donnerstag ging es ihnen wieder richtig gut. Nur Bobs Stimme wollte noch nicht so ganz. Freitag fuhren er und ich zusammen nach Eastbourne. Wir starteten direkt nach der letzten Stunde. Bob war dafür zuständig herauszufinden, wo wir lang mussten und ich fuhr. Abends kamen wir an. Es war kein „normales“ englisches Haus, wie Mum es darstellen wollte. Es war kein Reihenhaus oder so. Es stand auf einer Anhebung, von wo man direkt auf den Strand und in das Stadtzentrum gucken konnte. Das Haus war etwas größer als ein normal englisches Haus, weiß, mit Garage und kleinem Garten. Um das Grundstück führte sogar ein keiner weißer Zaun. Ich parkte in der Garage und wir gingen ins Haus. Das komplette Haus war sehr stilvoll eingerichtet. Wir gingen von Raum zu Raum, schauten uns alles an und stellte unsere Sachen im Wohnzimmer ab. „Lust auf einen Spaziergang am Strand?“ Er nahm meine Hand und wir gingen die Straße runter zum Strand. Es waren noch ein paar Leute am Strand. Eine Gruppe jugendlicher Deutsche, die grillten, Italiener, die noch Volleyball spielten und die ganzen Leute, die auf dem Pier im Kasino saßen. Wir setzten uns auf den steinigen Stand und er legte seinen Arm um mich. Ich drückte mich leicht an ihn und spürte seine Wärme. Bis dahin hatte ich mir noch gar keine Gedanken darum gemacht, wie das mit dem Schlafen sein sollte. Wollte er? Sollte ich? „Alles in Ordnung?“ „Klar...“ „Wollen wir zurück?“ Er sah mich erwartungsvoll an, doch was erwartete er? Wir gingen die Straße zum Haus hinauf und ich versuchte mal wieder meine Verwirrung zu verstecken. Im Haus setzten wir uns noch einen Augenblick vor den Fernseher. Es lief nichts wirklich Gutes. Ich schaltete auf MTV und sah mir das neue Placebo Video an. Ich vergas meine ganzen Bedenken und Gedanken, als Bob meinen Hals küsste. Er war so zärtlich und vorsichtig, dass ich nicht wiederstehen konnte. Ich stieg in sein Spiel ein und am Ende lagen wir im in dem Doppelbett, dass Mum garantiert nicht aus diesem Grund ausgewählt hatte. „War das zu früh?“ Bob schaute mich an. War er genauso unsicher gewesen, wie ich? „War es falsch?“ Ich stellte nicht nur ihm die Frage, sonder gleichzeitig auch mir. „Nein.“ Er grinste. Damit war das Thema erledigt.
Als ich aufwachte, hatte Bob bereits Brötchen geholt und Frühstück gemacht. Im Morgenmantel ging ich in die Küche. „Morgen, mein Schatz. Das ist ja mal ein Service!“ „Morgen, meine Prinzessin. Habe ich doch gerne gemacht.“ Er küsste mich, während er mit einer Kanne Kaffe an mir vorbei ging. Ich kam mir ein wenig so vor, wie in einer Bilderbuchehe. Vormittags gingen wir in der Stadt einkaufen, mittags aßen wir in einem kleinen Restaurant und am Nachmittag genossen wir die Sonne am Strand und gingen schwimmen. Julie rief an und fragte, wie es so sei. Sie beschloss, beim nächsten Mal unbedingt mitzukommen . Es war ja auch wirklich schön in Eastbourne. Den Sonntag verbrachten wir fast nur am Strand, bis wir uns auf den Heimweg machten. Je näher wir Edinburgh kamen, desto schlechter wurde das Wetter. Wir stiegen im Regen aus und rannten mit unseren Sachen zu den Häusern. Während ich auspackte klopfte es an der Tür. Es war Julie, der ich alles erzählen musste. Im Gegenzug quetschte ich sie danach über ihr Wochenende aus. Wir beschlossen das nächste Mal mit Bobs Auto zu fahren, wo wir alle rein passten.

XIII
Es war nicht mehr viel Zeit bis zu den großen Sommerferien und wir überlegten alle, was wir machen könnten. Da schon die kleinen Ferien für einen Besuch bei den Eltern drauf gegangen waren, waren wir der Meinung die großen Ferien anderweitig zu verbringen. Das wir nach Eastbourne fahren würden, war uns allen klar, aber ob wir noch etwas anderes machen wollte, dass wussten wir nicht. Bob und Gary standen kurz vor seiner Praxisprüfung und Julie hatte ihren Führerschein bereits in den Händen. So könnten wir uns in den Ferien alle mit dem Fahren abwechseln. Die Tage vor den Ferien waren komisch. Alle freuten sich auf die Ferien, doch sich von den anderen in der Schule verabschieden wollte auch keiner. Es ging schließlich um fast zwei Monate. Im Unterricht mussten wir einen Endspurt hinlegen, doch nach den Zeugniskonferenzen machten wir kaum noch etwas, was den Spurt dann ausglich. Auch die Lehrer machten kaum noch etwas mit uns. Wir guckten Filme, saßen im Freien und gingen Eisessen. Die Nachmittage verbrachten Julie, Gary, Bob und ich zusammen in der City oder wir packten unsere Sachen. Ich telefonierte ein paar mal mit Bryan, Mum und Dad. Mum und Dad würden die ganze Zeit über in Connecticut oder New York sein, während Bryan den Sommer in Frankreich verbringen würde.
„Morgen mein schatz, bist du fertig?“ „Gleich...“ Während ich noch die letzten Sachen in meiner Tasche verstaute, küsste ich Bob im vorbeigehen, der grade durch die Tür gekommen war. „Sind Julie und Gary schon draußen?“ „Sie holen Proviant. Gib her.“ Er nahm meine große Reisetasche und wir gingen raus, zum Auto. Der Kofferrau, wie der Rest seines Autos waren groß und so hatten unsere Taschen und wir genug Platz. Ich machte es mir vorne auf dem Beifahrersitz neben Bob bequem und wir warteten auf Julie und Gary. Sie kamen mit haufenweise Brötchen, Trinken und Süßigkeiten an. „So lange fahren wir nun auch wieder nicht!“ Bob lachte. Ich liebte es, wenn er lachte. Dann glänzten seine Augen und er sah wirklich rundum zufrieden aus. Das hob meine Laune immer schlagartig, auch wenn ich grade einen Wutanfall gehabt habe.
Die ersten drei Stunden fuhr Bob, den Rest fuhr ich. „Wow...“ Als wir ausstiegen, betrachtete Julie als erstes das Haus. Ich schloss die Tür auf, zeigte Gary und Julie ihr Zimmer und dann trugen wir die Taschen ins Haus. Wir ließen uns Pizza kommen und aßen zusammen im Wohnzimmer. Julie war total verliebt in das Haus, so wie ich. Sie schmiedete Pläne für die nächsten Tage, die eine Stadtbesichtigung, Shopping und den Strand beinhalteten. Diesen Abend blieben wir jedoch im Haus, sahen Fernsehen und tranken Wein. Ich dachte kaum noch an New York und alles was dazu gehörte. Ich fand es gut endlich mal von meinen Eltern weg zu sein und Bryan würde ich sowieso nicht sehen können.
Die nächsten drei Tage folgten wir Julies Plan, um sie glücklich zu machen. Die Tage darauf relaxten wir im Haus oder am Strand, waren in der City unterwegs oder saßen im Kino. Wir durchlebten eine wunderschöne Zeit. Natürlich stritten wir uns ab und zu, aber das gehört dazu, wenn man so lange zusammen wohnt. „Vier Tage noch... dann müssen wir wieder zur Schule... Wann fahren wir zurück?“ Ich lag mit dem Kopf auf Bobs Bauch und auch Julie und Gary saßen bei uns. „Gar nicht.“ Gary sah sehnsüchtig aufs Meer. „Super Plan. Aber mal im Ernst!“ „Am Besten wohl Übermorgen.“


Kapitel 1
Mitten in der Nacht klingelte mein Handy. Ich kramte in meinen Sachen und nahm ab. „Hallo?“ „Hallo Sam. Weißt du noch wer ich bin?” Panik stieg in mir auf. „Was willst du?“ „So sprichst du mit einem alten Freund?“ „Ich würde dich nicht als Freund bezeichnen.“ „Aber Sam...“ Ich ging rüber zum Bett, um Bob zu wecken. „Weck ihn nicht auf. Noch nicht. Er hat noch etwas Zeit.“ „Wo bist du?“ Ich drehte mich auf der Stelle und suchte den Raum ab. Nichts. Ich ging zum Fenster und schaute raus. Nichts. „Kennst du mich so schlecht? Sam... wie geht es dir?“ „Mir geht es gut und so soll es bleiben. Was willst du und woher hast du meine Handynummer und wie hast du mich gefunden?“ „Dafür gibt es die Auskunft und was ich will... Nun Sam...“ „Was?“ „Das was du mir angetan hast war nicht sehr nett, aber ich könnte dir verzeihen. Willst du mich nicht herein lassen?“ Es klopfte an der Haustür. Ich zerrte an Bob. „Steh auf, Bob... Komm schon!“ Er drehte sich zu mir und sah mich entsetzt an. „Es ist zwei Uhr morgens!“ „Steh auf, bitte!“ Durchs Telefon hörte ich eine tiefen Seufzer. „Ach Sam, du wolltest mich nicht reinlassen, dann muss ich wohl selbst einen weg finden!“ „Mit wem telefonierst du?“ Leerzeichen. Er hatte aufgelegt. „Komm mit Bob, wir müssen zu Julie und...“ Doch da stand er schon vor mir. „Du siehst gut aus Sam. So wie ich dich in Erinnerung hatte.“ „Hey! So was nennt man Hausfriedensbruch! Wir werden Anzeige erstatten!“ „Halt die Klappe, Alter!“ Er packte mich und als Bob mir helfen wollte, schlug er ihn nieder. Er zog mich weg und Bob blieb alleine auf dem Boden liegen.
Julie und Gary lagen geknebelt auf dem Sofa. Mit einer Waffe an meiner Schläfe führte er mich zu ihnen und platzierte mich auf einem Sessel. „Weißt du Sam, ein Jahr hat mir gereicht.... Dann bin ich fast gemütlich daraus spaziert. Zugegeben, ich hatte Hilfe, aber das ändert nichts daran, dass ich jetzt hier bin- bei dir. Hast du mich nicht vermisst?“ „In New York vermisst dich niemand!“ „Ich hätte gedacht, du würdest dich freuen mich zu sehen...“ „Tu nicht so. Du weißt ganz genau, dass ich gut ohne dich leben kann.“ „Ich aber nicht ohne dich, Sam. Ich liebe dich und das weißt du doch und wenn ich dich nicht haben kann, dann soll dich keiner haben!“ „Hast du dir mal überlegt, dass es daran liegt? Ich meine, wenn du nicht immer alles und jeden besitzen wollen würdest, was dir gefällt und...“ „Und was? Soll ich teilen und etwas verlieren, was ich mehr haben will, als alles andere? Ist es das, Sam?“ „So wie du Sam sagst, klingt es wie eine Drohung.“ „Du hast meinen Namen noch gar nicht gesagt. Willst du uns denn nicht mal vorstellen?“ „Das sind Julie und Gary, sie gehen auf meine neue Schule. Leute, das ist... Das ist Joaquin, auch genannt Jack the Ripper.“ „Ich habe also einen neuen Spitznamen bekommen, nach dem ich weg war...“ „Jack ging auch auf meine Schule in New York, er...“ Er ist ihr Freund!“ „Mein Exfreund.“ „Aber Sam...“ Er ging um mich herum und legte seine Arme um mich. Ich strich sie von mir. In ihm stieg die Wut hoch und er packte unsanft meinen Arm und zog mich hoch. „Du tust mir weh! Lass mich los!“ „Nicht halb so sehr, wie du mir... Und dafür wirst du zahlen!“ „Dann lass sie daraus!“ „Warum? Damit sie loslaufen und Hilfe holen? Ich lass mich nicht verarschen, Samantha Neuron!“ Einen Versuch war es wert... Meine Beine wurden schwach und ich sank zu Boden. Er ließ mich einfach liegen und schaute sich Julie und Gary noch mal an. „Solche Leute ziehst du mir jetzt vor? Wo ist die alte Samantha Neuron hin? Lass mich raten: Du bist jetzt eine von denen- den Snobs. Immer brav jede Stund ein der Schule ertragen, gesittet trinken, keine Demos, keine Konzerte, Pop-Musik...“ Ich muss zugeben, dass er damit recht hatte und ich darüber nachdachte. „Aber...“ „So... Habe ich die ach so widerspenstige Samantha dazu gebracht, nicht stolz und laut zu sprechen?“ Ich versuchte meine Fassung wieder zu bekommen. „Ich höre immer noch die selbe Musik, Demos gibt es hier kaum, Konzerte...“ „Ja? Keine Zeit? Nehmen dich deine Freunde zu sehr in Anspruch? Ach....“ „Nein... Und wenn schon! Ich will das doch so!“ „Wer hat dir das denn gesagt? Wer bist du geworden, Sam?“ „Ich bin immer noch ich....“ „Hört man ja. Seit wann lässt du dich einschüchtern?“ „Ich habe viel durchgemacht.... Vielleicht erinnerst du dich?!?“ „Du hast viel durchgemacht? Und was ist mit mir? Sie haben mich in eine Jugendbesserungsanstalt gesteckt!“ Ich sah auf den Boden. „Wir wollten es vergessen. Das hast du auch gewollt. Wir wollten neu anfangen, so wie alle das gesagt haben. Ich bin mit einem Trauma und Gedächtnisverlust davon gekommen. Ich habe diesen Abend ganz einfach vergessen. Und du...“ „Ich bin direkt in der Hölle gelandet, wo du drei mal am Tag alles noch einmal durchkauen musst. Jeden Tag wieder und wieder!“ „Warum haben wir es geschafft und die anderen nicht und warum wurdest du eingesperrt? Warum will mir das niemand sagen?“ „Warum hast du Angst vor mir?“ „Ich spüre es einfach...“ „Du erinnerst dich. Ich habe gehofft du würdest dieses Detail auslassen und wir...“ „Warum hältst du meine Freunde fest und wo ist Bob?“ „Setzt dich Sam... Vielleicht solltest du erfahren, was passiert ist, an jenem Abend...“ Meinen Beine taten immer noch weh und ich legte die Beine auf einen Hocker.
„Wir kamen grade von einer Party und da kamen wir auf die Idee. Zu sechst gingen wir los, zerkratzten Autos, warfen Fenster mit Steinen ein und als die Polizei dann hinter uns her war und wir durch den Central Park liefen wurden wir getrennt...“ „Das weiß ich.... von der Polizei, aber was dann passierte... Sie sind tot, mehr weiß ich nicht.“ „Ich lief einem nach dem anderen nach. Alle wollten sie dich mir weg nehmen. Sagten ich sei krank. Sollte mich von dir festhalten und dann... Dann habe ich sie alle umgebracht und du warst die einzige, die es gesehen hat.“ Fassungslos starte ich ihn an. Wie konnte ich das nur vergessen? Fetzen von Erinnerungen schwammen vor meinen Augen. „Wieso konntest du so leicht ausbrechen, wenn du so etwas getan hast?“ „Niemand weiß, was genau passiert ist... Nur du und ich. Ich warf die Waffe in den See, schlug dich nieder und lief zur Polizei. Redete von dem großen Unbekannten. Sie konnten mir am Ende nichts nachweisen. Du konntest dich an nichts erinnern und hätte man dir Theorien erzählt, hättest du dem ersten, der etwas gesagt hätte geglaubt.“ Nun sah ich den ganzen Abend im Schnellablauf vor mir.
Was nun? Was willst du jetzt machen? Ich war total Plan los und machte mir Sorgen um Bob. „Was ist, Sam?“ „Bitte geh! Ich werde nichts sagen.... Bleib hier wenn du willst! Wir fahren Morgen zurück zur Schule...“ „Ich kann nicht ohne dich gehen.“ „Ich will aber nicht mit dir gehen. Ich will nach Hause. Ich will, dass es wieder so ist, wie die vergangenen Monate...“ Ich stand auf und ging auf ihn zu. „Lass uns in Ruhe!“ „Nein!“ Er stieß mich um und ich knallte mit dem Kopf gegen die Wand. Das letzte, was ich hörte war ein Quietschen von Julie. Es war alles wie ein böser Traum. Warum hatte er das in der Nacht in New York nur getan? Warum verfolgte er mich? Warum ich? Ich konnte es mir nicht erklären.
Als ich aufwachte schmerzte mein kopf und als ich drüberstrich hatte ich Blut an den Fingern. Es war still. Jack und Gary waren weg und Julie lag regungslos auf dem Sofa. Ich kroch zu ihr hin. „Julie... Julie! Wach auf...“ Ich löste ihre Fesseln. Sie wachte ich nicht auf. Ich hörte an ihrem Mund. Sie atmete. Mittlerweile lief mir das Blut über mein Gesicht und ich kroch in die Küche, um mir etwas zum wegstreichen zu holen. Aus einer Mullbinde und Taschentüchern bastelte ich mir einen Verband um den Kopf. Es kostete viel Kraft und ich sagte immer wieder zusammen, als ich mein Handy suchte. Vorsichtig kroch ich von Raum zu Raum, bis ich im Schlafzimmer angelangt war. Ich hoffte auch Bob dort zu finden, doch der Raum war leer. Mein Handy- die Hoffnung. „Hallo? Mein Name ist Samantha Neuron... Ich brauche Hilfe!“ „Wo wohnen sie denn? Samantha? Hören sie mich?“ Ich hörte sie, aber mir fehlte die Kraft zu antworten. Es kam kein Ton aus meinem Mund. Panik und Verzweiflung stiegen wieder in mir auf und Tränen rannen über mein Gesicht. Die Stimme am anderen Ende legte auf. Ich saß alleine im Dunkeln. Von Oben hörte ich Stimmen. Ich kroch zur Haustür, doch die war verschlossen. Mit letzter Kraft kroch ich zur Teerassentür, doch auch die war verschlossen und weit und breit war kein Schlüssel in Sicht. Mir kam die Idee eine SMS zu schreiben, doch ich war zu schwach um die Tasten zu drücken und wieder viel ich in Ohnmacht.





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Hatten sich Mando Diao auf ihrem Debüt "Bring 'Em In" dem Rock verschrieben, wenden sie sich mit "Hurricane Bar" nun dem Roll zu. Schon der Opener "Cut The Rope" groovt so mächtig und atemlos, wie es sich für ausgewachsenen, abgeklärten Rock'n'Roll gehört. Krachte es beim Erstling noch gehörig, spielen die Jungs ihre Instrumente nun weit smoother.

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...   Erstellt am 06.12.2006 - 19:36Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich weiß nicht, wie lange ich weggetreten war, doch es muss einige Zeit gewesen sein. Ich stand vorsichtig auf und ging zu dem Sofa, auf dem ich Julie liegen gelassen hatte. Sie war weg. Vorsichtig ging ich von Raum zu Raum. Weder, Julie, Gary oder Bob noch jack waren zu sehen. Wo konnten sie bloß sein? Auch mein Handy war verschwunden. Ich testete, ob die Türen immer noch verschlossen war und tatsächlich. Es war das einzige, was so geblieben war wie vor meinem letzten Zusammenbruch. „Hallo?“ Keine Reaktion. „Hallo?” Ich hob meine Stimme. Immer noch keine Reaktion. Nicht wissend was zu tun war, durchlief ich ein zweites mal alle Räume. Was sollte das? Wollte er mich testen? Worauf denn eigentlich? Was wollte er damit bezwecken? Wo waren alle hin? Warum war ich alleine? Fragen stapelten sich in meinem Hirn. Keine konnte ich beantworten. Die Erinnerungen an die Nacht, in der damals alles in New York passierte waren mittlerweile wieder vollständig und sehr bildlich.
Ich setzte mich aufs Sofa und überlegte, was ich nun tun sollte. Wie so oft, wenn ich mich ablenken oder beruhigen wollte, schaltete ich den Fernseher ein. Würde er auch sie umbringen? Im Hintergrund lief nun die Wiederholung der letzten TRL-Sendung. Sie waren schon bei der dritten Platzierung: Oasis - don’t look back in anger, eines meiner Lieblingslieder aus den 90’gern. Bis zum Ende des Liedes bewegte ich mich nicht vom Sofa weg. Einerseits, weil mich dieses Lied und das Video fesselte und ablenkte und andererseits, weil ich immer noch nicht wusste, was ich tun sollte. Als nächstes kam ein Lied, auf das die Welt wirklich hätte verzichten können und ich fiel wieder in die Realität. Ich stand auf und schaute mich um. Ich ging von Fenster zu Fenster und schaute auf die Straße. Das Problem an Häusern, die an Straßen liegen, an denen ansonsten kam Leute wohnen ist das dort auch kaum Leute vorbei gehen, auch wenn es mittlerweile schon Morgen oder Vormittag sein musste. Ich hatte keine Ahnung, wie spät es sein musste. Alle Uhren im haus waren auf verschiedene Uhrzeiten gestellt und auch ansonsten war alles ehr verwirrend. Ich versuchte einige Fenster auf zu machen, doch auch sie waren zu.
Plötzlich hörte ich einen knall. Wie angewurzelt blieb ich stehen. Was war das gewesen? Die Tür? War er zurück? Vorsichtig ging ich in Richtung Haustür. Ich merkte es zuerst gar nicht, wahrscheinlich war ich so in Panik, aber als ich dann in eine Pfütze trat und auf den Boden sah, sah ich eine Blutlache inklusiver Blutspur im Flur. Ich erschrak bei dem Anblick. Ich bückte mich und fasste es an. Es war noch warm...





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...   Erstellt am 23.03.2007 - 23:51Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kapitel 2
Ich atmete tief durch und ging den Flur hoch bis zur Küche. Ich zögerte einen Moment, bis ich die Tür öffnete. Mit Blut war auf den weißen Fußboden „searching?“ geschrieben. Ich hatte wirklich große Angst, aber ich traute mich nicht mir vorzustellen, wie sich meine Freunde fühlen würden. Weit und breit waren keine Bluttropfen mehr zu sehen und es war wieder still. Ich ging von der Küche ins Wohnzimmer. Julie lag wieder auf dem Sofa. Sie lag da, so wie ich sie vor einiger Zeit hab liegen lassen. Ich suchte an ihr nach irgendwelchen Verwundungen, aber ich fand keine. Sie atmete. Ich versuchte sie zu wecken. Es funktionierte nicht. Dann überlegte ich mir, sie nicht wieder alleine zu lassen. Der Fernseher lief noch, aber der Kanal war verändert worden.
„Die Polizei hat jegliche Spur von Joaquin Sillian, dem Jugendlichen, der vor einigen Jahren mehrere seiner Freunde brutal ermordet hatte, verloren. Nachdem ihm die Flucht aus der Jugendbesserungsanstalt gelang, konnte die Polizei ihn nicht mehr aufspüren. Erst vor kurzem dachte man ihn in wieder in New York gesehen zu haben, doch die Ermittlungen ergaben nichts. Vor ein paar Stunden soll sich Samantha Neuron per abgebrochenem Hilferuf in Südengland gemeldet haben. Leider sagte sie nicht wo sie ist. Ihre Eltern sind nicht zu erreichen und im Moment schein es, als währen sie und drei ihrer Freunde verschwunden, darunter Robert Collins, der Sohn von Johnasen Collins. Wenn sie einen der vier gesehen haben oder wissen, wo sie sich aufhalten melden sie sich bitte umgehend bei der Polizei.“
Wow, so schnell war das an die Öffentlichkeit gelangt? Wahrscheinlich hat mein Name bei der Polizei schon einiges wachgerüttelt. Ich drehte mich wieder zu Julie. Sie bewegte sich und schien aufzuwachen. „Julie?“ „Mhm?“ „Julie wach auf!“ Sie machte die Augen auf und sah mich an. „Was ist passiert?“ „Oh bitte sag mir, dass du dich daran erinnern kannst, was passiert ist nachdem du hier von dem Sofa wegtransportiert worden bist!“ „Ich saß neben Gary und es war dunkel... nein.... ich hatte verbundene Augen und erkannte Gary nur an seinem Geruch... Ich habe Robert sprechen hören, aber ich weiß nicht mehr, was er gesagt hat...“ Wir zuckten nach den Knallen einer Tür zusammen. „Bleib du hier liegen... Wenn jemand kommt, tu so, als wenn du schlafen würdest!“
Ich zitterte vor Angst, als ich den Flur entlang ging. „Jack? Bist du das? Bitte lass uns reden!“ Plötzlich hörte ich Bob schreien. „Jack, bitte! Bitte!... Bitte!“ Tränen rannten über mein Gesicht. Wieder war es still. Vorsichtig ging ich weiter. Hastig riss ich Schräke auf. Nichts. Nirgendwo war auch nur eine Spur von ihm zu sehen. Ich suchte erneut das ganze Haus ab. Ich ging zurück zu Julie. Sie war weg. Mittlerweile war ich völlig am Ende. Julie war da, verschwand, tauchte wieder auf, verschwand... Warum tat er das? Ich setzte ich auf das Sofa, wo Julie gelegen hatte und guckte Fernsehen. Ich machte den Ton aus, als ich plötzlich Musik aus einem anderem Zimmer hörte.
„We've been on the run, driving in the sun, looking out for #1, California here we come right back where we started from.”
Ich folgte der Musik und landete in meinem Schlafzimmer. Ich erstarrte an der Tür als ich sah, was Jack angerichtet hatte.
„Hustlers grab your guns your shadow weighs a ton driving down the 101
California here we come right back where we started from.”
An den Wänden hingen Fotos vom vorigem Sommer. Wir waren zusammen mit ein paar Freunden in Kalifornien gewesen. Damals war noch alles in Ordnung gewesen. Auf den meisten Bildern sah man ihn und mich, lachend am Strand, in der Stadt... überall.
“California! Here we come! On the stereo listen as we go nothing's gonna stop me now California here we come right back where we started from Pedal to the floor thinkin' of the roar gotta get us to the show California here we come right back where we started from California! Here we come!”
Nach dem wir zurück in New York waren, hatte ich das Lied nicht mehr gehört, aber ich konnte es immer noch mitsingen. Es war unser Lied. Das Lied dieses Sommers. Es drückte genau das aus, was dieser Sommer aus uns machte, was er uns bedeutete und wie wir ihn erlebt hatten. Für einen Moment hatte ich meine Situation vergessen und schwelgte in Erinnerungen.
„Nichts wird mich jetzt stoppen! Kalifornien!“ Ich drehte mich ruckartig um. Da stand er. Ich wusste, dass es nichts bringen würde ihn anzubetteln, also musste ich es anders versuchen.
“Do you ever feel like breaking down? Do you ever feel out of place? Like somehow you just don't belong and no one understands you. Do you ever wanna runaway? Do you lock yourself in your room? With the radio on turned up so loud that no one hears you screaming. No you don't know what it's like when nothing feels all right. You don't know what it's like, to be like me. To be hurt, to feel lost, to be left out in the dark, to be kicked when you're down, to feel like you've been pushed around, to be on the edge of breaking down, and no one's there to save you , no you don't know what it's like, welcome to my life!” “Gar nicht schlecht… hast du das selber geschrieben?” „Nein... er ist von Simple Plan, aber es spricht mir seit einiger Zeit ganz gut aus der Seele.“ „Wach auf Sam! Guck dich nur mal um... dein eigenes kleines Haus in England... Bist du nicht das, was wir hassen?“ „Das was du hasst?“ Er sah traurig aus. Seine Augen funkelten mich an. „Was ist mit früher? Früher als wir noch echt waren!“ „Ich bin echt...“ Meine Stimme wurde immer leiser. „Du bist aus Plastik... Du bist eine Barbie. Komm mit mir. Ich bring dich weg von hier... zu den anderen...“ „Die anderen?“ meine Stimme versank in meinem Kopf. Ich hörte viele Stimmen, das Bild vor mir verschwand und plötzlich wurde mir schwarz





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...   Erstellt am 08.05.2007 - 19:07Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kapitel 3
Als ich meine Augen wieder öffnete war alles weiß um mich herum. Ich blinzelte, da es mich blendete. Ich brauchte einen Augenblick, um mich daran zu gewöhnen. Wo war ich? Es erinnerte mich an ein Krankenhaus: alles in weiß, alles so steril, Bett auf Rädern und ein Fenster in der Tür. Ich stand langsam auf. Mir war etwas schwindelig, deshalb ging ich nur langsam. Zuerst ging ich ans Fenster und schaute raus. Es schien die Sonne, aber es war kein Sommer, wie ich dachte. Überall lag Schnee und die Autos fuhren auf der rechten Seite. Was war geschehen? Das Letzte, was ich wusste war, dass ich in dem kleinem Haus in England war. Zusammen mit Bob, Gary und Julie und dann war Jack aufgetaucht.
Ich ging weiter zur Tür und schaute durch das kleine Fenster. Dies war kein Krankenhaus. Vor mir saßen ein paar Leute, leger gekleidet, und beschäftigten sich. Ein paar lasen, andere redeten und manche starrten einfach aus dem Fenster oder spielten alleine Schach. Eine Krankenschwester ging an meiner Tür vorbei. War es doch ein Krankenhaus? Vorsichtig öffnete ich die Tür, ich ging einen Schritt raus und schaute mich um. Aus einem Raum hörte ich jemanden schreien. Ich kannte dieses Schreien. Es war Julie! Ich rannte in die Richtung, aus der es kam. Ich stoppte vor einer Tür, am anderem Ende des Flurs. An der Tür stand: Doc. Psych. Miller. Doc. Miller? Ich machte die Tür auf und da waren sie. Julie lag auf einer Liege, während Doc. Miller von Sachen sprach, die sie nicht hörn wollte. „Sam? Du bist wach... Pfleger!“ Pfleger? Ich sah Julie an. „Was ist hier los? Wo sind Bob und Gary?“ Erstaunt, entsetzt und etwas verwirrt sah Julie mich an. „Wer bist du?“ „Ich bin’s Sam, Samantha! Julie...“ „Wer ist Julie?“ Ich konnte meinen Ohren nicht trauen. Was war hier los, schoss es durch mein Hirn, als mich ein Krankenpfleger weg zog.
Er brachte mich in eine kleine Küche. „Hast du Hunger?“ „Nein... Was mache ich hier? Was ist passiert? Warum erinnert sich Julie nicht an mich? Wo sind Gary und Bob?“ „Es tut mir leid, ich weiß nicht wen du meinst... Wie sehen denn Gary und Bob aus?“ Es viel mir um einiges leichter mich an Bob zu erinnern, also begann ich mit ihm. „Bob, also Robert ist schmal, ca. 1,85 groß, hat dunkelblond-braune Haare, große Augen, hat an der Oberlippe ein Muttermal und... er riecht warm... Und Gary.... Gary hat hellblaue Augen, ist blond, etwas breiter als Bob, in etwas seine Größe...“ „Ah... Jim Norsen und Frederick Dox. Die beiden wurden vor zwei Wochen entlassen.“ „Warum bin ich hier?“ „Du und deine Eltern, ich hattet einen Autounfall und du hast als einzige überlebt.“ Seine Worte hallten in meinem Kopf wieder. Tausende von Fragen schwirrten durch meinen Kopf. „Seit dem bin ich hier? War ich jemals in Schottland?“ „Schottland?“ Hatte ich mir das ganze etwa eingebildet? Was war mit Jack? Hatte er die Tat im Park begannen oder hatte ich mir das auch nur eingebildet? War er hier gewesen?
„Komm bitte mit mir mit Sam.“ Doc. Miller stand in der Tür. Ich folgte ihr in ihr Büro. Ich erkannte den Raum. 15.Stock, im Herzen von Manhattan. Ich stellte mich an die Fensterfront und schaute auf die Straße. Von der Höhe wurde mir wieder etwas schwindlig, deshalb ging ich zum Sofa. „Wie geht es dir, Sam?“ „Ich bin etwas verwirrt, aber sonst fühle ich mich ganz okay...“ Sie saß an ihrem Schreibtisch und notierte sich einige Sachen. „Wie lange bin ich schon hier?“ „Seit etwa vier Monaten. Sam, was hast du gesehen? Woran kannst du dich erinnern?“ „Ein Freund von mir hatte etwas schreckliches getan, deshalb haben mich meine Eltern zu ihnen geschickt. Dann haben sie mich nach Schottland, auf ein Internat geschickt. Da habe ich neue Freunde gefunden, mit denen ich nach Südengland in ein kleines Haus gefahren bin und dann kam der andere wieder und meine Freunde verschwanden.“ „Wie hieß der, der im Haus auftauchte?“ „Jack, Joaquin.“ „Heißt er wirklich so, oder habe ich mir das wieder nur eingebildet?“ „Als du hierher kamst, hast du dich gleich mit drei Leuten angefreundet. Als die beiden Jungs verschwanden, verschwandst auch du, in einem von dir aufgebautem Paralleluniversum. Eigentlich hatten wir immer angenommen, dass dich der besuch deines Freundes zurückwerfen würde, aber wir wussten nicht mehr weiter. In den letzten zwei Tagen hast du erstaunliche Fortschritte gemacht. Sam, könntest du mir von Jack erzählen oder von irgendetwas, was ihr zusammen erlebt habt?“ Ich dachte einen Augenblick nach und dann fiel mir wieder Kalifornien ein. „Wir waren zusammen in Kalifornien... letzten Sommer. Wir waren fünf Wochen dort, zusammen mit ein paar andern Freunden.“ „Wie hießen diese Freunde?“ Ich musste mich stark konzentrieren, um mich an dieses Detail zu erinnern. „Es... er spielt in einer Band und.... seine Bandkollegen und meine beste Freundin war mit...“ Plötzlich vielen mir ihre Namen wieder ein und ich schrak auf. „Julie, Bob und Gary... Sie wollten nach Großbritannien, um dort eine der großen Indirock Bands zu werden.“ „Ich denke, wir hören für heute auf... Du solltest etwas essen.“





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...   Erstellt am 10.05.2007 - 17:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kapitel 4
Mit einer Schüssel Cornflakes saß ich an einem Fenster und schaute auf den Central Park. Viele Leute gingen durch den Schnee spazieren und ich hätte vieles dafür gegeben, auch dort unten zu stehen. Der Schnee viel und viel. Ganz langsam. Es war nicht windig draußen. Es war der perfekte Wintertag. „Sam?“ ich drehte mich um. Der Pfleger, der mich zuvor in die Küche gebracht hatte, stand etwa zwei Meter von mir entfernt und hielt mir meinen iPod entgegen. „Danke.“ Ich stellte eine der Wiedergabenlisten ein und starrte weiter aus dem Fenster. Es wurde immer dunkler draußen. Erst gegen acht Uhr stand ich auf und brachte die leere Schüssel weg.
„Du kannst wieder in dein normales Zimmer, Sam.“ „Wo ist das?“ Doc. Miller führte mich in ein Zimmer, das um einiges freundlicher eingerichtet war, als das in dem ich aufgewacht war. Ich erkannte das Zimmer. Es war ein viereckiges Zimmer. Bett, Schrank, Schreibtisch, Blink 182, Oasis, Placebo, ein Nachttisch, ein Wecker, ein Sessel, ein Couchtisch, eine Wanduhr, Regale zum an die Wand schrauben, Bilderrahmen, Vasen, Kerzen, eine Digitalkamera und das besondere Geschenk von meinem Dad: ein Notebook. Ich legte mich aufs Bett und dachte nach. Alles nur eingebildet, meine Eltern waren tot, ich war ganz alleine.
Am nächsten Morgen wachte ich schon früh auf. Ich sah mir das Zimmer ganz genau an. Wenn ich nicht gewusst hätte, was hinter der Tür war, hätte ich wahrscheinlich gedacht, ich wäre wieder im Internat. Nach einiger Zeit klopfte es an der Tür. „Ja?“ Vorsichtig öffnete sie sich. Ich bekam eine Gänsehaut. Die vergangenen Tage war er mein Albtraum gewesen, obwohl er es war, der mir helfen wollte. Ich setzte mich auf den Sessel. „Jack...“ „Hör mir zu Sam, bevor du wieder vor mir wegrennst... Ich will dir nichts antun. Ich will dir helfen. Ich will dich hier rausbringen...“ „Jack...“ „Hab keine Angst vor mir... Bitte Sam! Ich weiß langsam nicht mehr weiter.“ Er ging auf mein Bett zu und ließ dich darauf fallen. Er atmete tief durch. „Wieso ist es nicht mehr so, wie in Kalifornien? Keine Angst, keine Verpflichtungen, nur wir... Sonne, Palmen, Party...“ „Jack?“ „Ja?“ „Ich will hier raus. Lass uns gehen.“ Erstaunt schaute er mich an. „Du willst gehen? Mit mir?“ „J... ja...“ Er stand auf und ging zur Tür. Er öffnete sie und schaute auf den Flur. „Nehm’ deine Jacke und komm mit.“ Er nahm meine Hand und zog mich den Flur entlang. „Ich lenke den Pförtner ab und du rennst raus... Wenn du aus der Tür raus bist, geh nach links und warte dort auf mich.“ So machten wir es. Mein Herz schlug schneller, als ich durch die Tür rannte. Ich wartete ein paar Meter links neben der Tür auf Jack, wie er es gesagt hatte. Ein paar Sekunden später kam er auf mich zugerannt, nahm erneut meine Hand und lief weiter. „Beeil dich!“ Wir liefen ein paar Straßen entlang und versteckten uns dann im Central Park vor dem Pförtner, der uns hinterher gelaufen war. Wir warteten einen Moment, bis wir uns sicher waren, dass er weg war.
„Wo willst du hin, Sam?“ „Ich weiß es nicht...“ „Was hältst du von Schlittschuh laufen?“





Signatur
Hatten sich Mando Diao auf ihrem Debüt "Bring 'Em In" dem Rock verschrieben, wenden sie sich mit "Hurricane Bar" nun dem Roll zu. Schon der Opener "Cut The Rope" groovt so mächtig und atemlos, wie es sich für ausgewachsenen, abgeklärten Rock'n'Roll gehört. Krachte es beim Erstling noch gehörig, spielen die Jungs ihre Instrumente nun weit smoother.


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