Kylling 

Status: Offline Registriert seit: 19.02.2008 Beiträge: 5 Nachricht senden | Erstellt am 23.03.2008 - 19:12 |  |
Heiho - angelehnt an eine schonmal dagewesene Idee bei ff.de werd' ich hier die Gedanken zu meiner kleinen internationalen WG zum Besten geben. =)
(Ich darf das auch...obwohl die Idee im Rohen ja geklaut ist...habgefragt! =P)
Viel Spaß - hier ist Woche 1 !
Mirwirkende:
Janne Ahonen – Janne, der Gott
Björn Einar Romören – Ber, der sexistische Engel
Anders Jacobsen – Muffi, der Kuschelkeks
Tom Hilde – Hilde, der hyperaktive Kaffeesüchti
Robert Kranjec – Kranj, der Esoterikfreak
Mario Innauer – Mario, der naive Schüchti
Arttu Lappi – Eemeli, der Tierfreak
Ville Larinto – Lavi, das Objekt der Begierde
Martin Cikl – Ma, der Hausmann
Jiri Mazoch – Jiri, die treue Seele
David Lazzaroni – Dave, der eingebildete Kranke
Gregor Schlierenzauer – Greg, der Sonnenschein
Woche 1
Tag 1
Janne
Ich wusste es. Ganz genau wusst’ ich das – ALLES! Das hier! Gott, wer hat sich diese wahnwitzige Idee einfallen lassen und viel interessanter noch ist die Frage, wer hat MICH dazu bekommen da mit zu machen – und vor allem unter welchen Umständen? Ich hab schwer den Romoeren in Verdacht, aber hier heißt es einmal mehr „Schweigen ist Gold“.
Hier, das ist also – irgendwo im Nirgendwo – eine WG! Richtig gehört, eine WG…heißt: Ich(!) mit zwei minderjährigen Alpenteddies – Mario und Greg, ein sexgeiler, ein zuneigungssüchtiger und ein hyperaktiver Kaffeebechernder Norweger – Ber, Muffi und Hilde, ein Tscheche – oder eine Tschechin, da bin ich mir noch nicht ganz sicher – Martin(a?) und noch so einer – also ein Tscheche, ich glaub der is’ etwas weich in der Birne, aber sonst ganz okay – Jiri, dann noch die niesende Franzosennudel Dave (ich glaub der hat mich als potentiellen ansteckungsbereiten Partner auserkoren!), genauso wie Lavi, der nur hier angekommen und seitdem nicht mehr aus seinem Zimmer raus gekommen ist, war irgendwas von wegen Stauballergie im Gespräch. Ich glaub nur damit wird er hier nicht lange durchhalten. Okay, was sagt die Liste, ähm ja, hätten wir noch den Kranj, der mir bisschen zu sehr Poser zu sein scheint und wohl einen Faible für Räucherstäbchen hat, was ihn potentiell unsympathisch macht, und den Eemeli mit seinem Tierzirkus (Hauptsache, der hält mir sein Katzenviehch vom Hals!).
Klingt, schlimm – ist auch so. Und ja, wir – die und ich, wobei mehr die als ich…ich komm’ noch dahinter, wie das passiert ist – haben uns/sich vorgenommen in einer WG zu leben.
Und das tun wir seit: Zwei Stunden – neunzehn Minuten und achtundzwanzig Sekunden. Also seit ca. einundzwanzig Uhr fünfzehn, da Kranj den Schlüssel verlegt hatte – ja, zu viel von den Dämpfen da führt offensichtlich zu Verneblungen im Hirn - und wir so bis zur Wiederbeschaffung, welche drei Stunden gedauert hat, draußen in der Kälte frieren mussten – also wir Finnen ja nicht, oder besser: ich Finne ja nicht, Eemeli hat mit Muffi einen auf Pinguinherde gemacht und Lavi hat die ganze Zeit was von wegen „Sonnenallergie“ und „zu hell“ gefaselt und dabei dann ständig, abwechselnd mit Dave, geniest.
Anschließend kam es auch gleich zur Zimmerverteilung, da der tschechisch/österreichische Kindergarten gejammert hat, dass sie müde seien und unbedingt schlafen gehen wollen. Der blonde Alpenteddy hatte tatsächlich kleine Lose gebastelt, während er draußen gesessen hatte, mit denen die Zimmergenossen ermittelt wurden. Es wurde immer schöner. Ich habe mir schon ausgemalt, was alles passieren könnte: Ber (Wie soll ich da noch schlafen, wenn der mich jede Nacht bekrabbelt!), Mario (Der kriegt doch den Mund nie auf und starrt mich immer an, wenn ich an ihm vorbei lauf’, als wär’ ich die Mona Lisa!), Hilde (Nee, mit seiner ewigen Hektik könnt’ ich nicht leben, wenn der mit dir redet musst du schon Steno können!), Muffi (Ich steh nicht so Körperkontakt mit fremden Menschen – jetzt wo ich drüber nachdenke: Ich steh eigentlich gar nicht auf Körperkontakt – das bitte auch noch bei Ber oben anfügen!), Schlieri (Diese ewige gute Laune und dieses ständige Gegrinse geht einem so auf den Rüssel!), Kranj (Ich will nicht, dass meine Klamotten nach Opium und weiß der Geier was stinken, das bekommt man nämlich nicht mehr raus!), Ma (Ich mag’s reinlich, aber kaum war der in der Bude hat der angefangen zu entstauben - zu übermotiviert – bei Gelegenheit mal als potentiellen Partner für Lavi vorschlagen!), Lavi (Der hat mir vorhin einmal zu viel geniest!), David (Ich möchte nicht wissen, was ihm wann, wo und schon gar nicht warum weh tut!), Eemeli (Ich hasse Katzen!), Jiri (Der scheint ganz lieb zu sein!) …
Letztlich hatte ich noch einen der mittleren Schäden und war mit Hilde in einem roten Zimmer, mit blau-weißer Bordüre gelandet (Ich weiß, dass das Absicht ist!). Die Alpencombo hat’s auch zusammen gelost – ins Dachzimmer, damit sie sich zu Hause fühlen. Sehr spannend zu beobachten wird sicher die Kombination Romoeren – Mazoch sein, obwohl der Kleine mir schon irgendwie leid tut. Kuschelkeks und Mr. Pseudobazille teilen sich das größte Zimmer, vielleicht auch ganz klug, so kann der Froschfresser wegrennen, wenn der Muffi wieder Minderwertigkeitskomplexe hat und der Muffi notfalls auch, wenn Dave seinen Tod simuliert. Und die Tschechin (davon bin ich übrigens überzeugt) hat ein Zimmer mit meinem (?) Lavi bekommen. Aber bei den Beiden hab ich keine Bedenken. Blieben noch Kranj und Eemeli und – holla, ich weiß welches Zimmer ich in der nächsten Woche nicht betrete: Räucherstäbchen vs. Katzenmief, na halleluja! (Aber vielleicht stirbt das Vieh, also die Katze, ja an Rauchvergiftung oder so…)
Hab’ also den ersten Tag – die ersten zwei Stunden, einundzwanzig Minuten und vier Sekunden – überstanden und darf nun hoffentlich bald schlafen. Wenn David endlich seinen Froschfresser-Kitsch-Film nebenan abstellen würde. (An Hildes Hin- und Hergewälze hab ich mich gewöhnt – er scheint mit der Zeit einen monotonen Rhythmus gefunden zu haben. Respekt!)
Hilde
Tag 2
Heute ist ein schwarzer Tag. Janne hat meine „Pocket Coffee“ gefunden. Wusste erst nicht, was das is’ – gibt’s in Finnland nicht, durch ihre Nordlichter sind die da vierundzwanzig Stunden (oder mehr) am Tag wach – hat aber dann den Mario zu Rate gezogen und der quatscht natürlich naiv, wie der is. Also muss ich mir nun a) einfallen lassen, wie ich das der Bergziege heimzahle und b) wie ich an neuen Stoff komme, den vor Janne verstecken und irgendwie heimlich zu mir nehmen kann.
Später ist Schlieri auf die Idee gekommen, sich im Zuge der gemeinsamen Wohnsituation besser kennen zu lernen – und zwar beim Strip-Poker. Bin mir aber sicher, dass er eher den Muffi näherkennen lernen will – was bei denen und ihren Augenbrauen abgeht is schon irre.
Ich persönlich hab nichts gegen das Spiel – da sieht man wenigstens, was man so alles zu erwarten hat und wie die Auswahl so aussieht. Und es gibt Cola, was Janne leider nach kurzer Zeit auch zu verhindern weiß – Arschloch.
Jedenfalls hocken wir alle um einen Tisch herum, Jiri und Mario haben von Ber ausgesonderte Sonnenbrillen bekommen, damit sie wenigstens die Chance haben noch ein paar Kleidungsstücke anzubehalten – von wegen Pokerface und so.
Am ärgsten dran ist Dave, der so ziemlich gar keine Ahnung von dem Spiel zu haben scheint und nacheinander Pulli, T-Shirt, Hemd, Schal, Handschuhe – spätestens jetzt fiel auf, dass er wohl selbst nicht an seinen Triumph geglaubt hatte – verlor. Als er sich seiner Socken entledigen wollte/musste, begnadigten wir ihn im allgemeinen Einvernehmen.
Zum Schluss hocken sowohl eben Dave als auch Jiri und interessanter Weise auch Janne, der zwar sonst immer hardcore-psycho schaut, das aber beim Pokern absolut nicht gebacken bekommt und den Inhalt seiner Karten auch immer in unterschwelligem Gemurmel mitteilen musste, nur noch in Shorts auf ihren Stühlen. Als es schließlich, dazu kam, dass Jiri sich hätte ganz entkleiden müssen, schritten Kranj (Aha!) und Janne (Aha-AHA!) ein, und meinten, dass das doch nun wirklich nicht sein müsste. Ber schaute nicht so, als ob er die Meinung teilen würde.
Gewonnen hat übrigens Ma. Anfängerglück, wurde gemurmelt. Hab aber den dringenden Verdacht, dass Eemeli da etwas nachgeholfen hat.
Rekapitulierend lässt sich sagen – die Auswahl ist nicht schlecht. Werd’ gucken, was sich bei Schlieri und Muffi machen lässt. Wobei ich ersteren nicht richtig verstehe, was vielleicht ein Problem darstellen könnte.
…
Oh, grad hat es an der Tür geklopft. War Ber – sah aus, wie das Leiden Christi. Meinte Jiri würde ihn krank machen und sein verdammt unschuldiges Gesicht ihm Alpträume bescheren. (Aha, der Herr Romören scheitert also an der Unschuld!) Wollte bei uns schlafen. Janne ist natürlich erstmal aggressiv geworden, von wegen mitten in der Nacht und er sollte sich mal nicht so haben, aber als der dann das Problem, oder besser, dass was Ber eben nicht auf die Reihe bekam, detailgenau geschildert bekommen hatte, kurz auf Toilette verschwunden ist und kalkweiß wieder gekommen ist, hatte er ein Einsehen, („Das können wir dem armen Kleinen nicht antun.“) und so haben wir die Nacht zu dritt im Doppelbett verbracht. Wobei ich ungewöhnlich viel Platz hatte – wäre interessant zu wissen, was bei Janne und Ber so ging. Jedenfalls war’s ruhig, oder zumindest glaub ich das, war ziemlich schnell eingeschlafen (nachdem Lavi und Ma im Nebenzimmer dann auch endlich ruhig waren) – des Kaffeeentzugs wegen.
Tag 3
Kranj
Wurde heut geweckt. Vom Muffi. Der stand am Fußende des Bettes, hat gnadenlos die Bettdecke weggezogen und meine Mickey Mouse-Shorts begutachten können – eigentlich zieh’ ich die nur zum Schlafen an, denn da sieht die ja grad keiner. Dann wollt’ er wissen, ob ich mit ihm Rohre verlegen will und – Gott, kann der vielleicht lasziv mit seinen Augenbrauen arbeiten. Halleluja und ob ich mit dem Rohre verlegen will.
So, als ich mir dann eine andere Shorts – und NUR diese Shorts, denn wozu erst anziehen, wenn man’s ja sowieso gleich wieder los ist – angezogen hatte und auf Muffi-Suche gegangen bi, ist mir zum ersten Mal aufgefallen, wie still es eigentlich heut’ Morgen ist, auch schreit der kleine geile Finne nicht den Namen des Tschechen durch die Bude, wie’s gestern der Fall war, sodass Janne (Aha! – Ich glaube, der Lavi weckt Beschützerinstinkte bei ihm!) Anfälle bekommt und Ber ihn mit Faustan ruhig stellen muss. Kein Laut, alles still.
Als erstes such’ ich Muffi naheliegenderweise in seinem Zimmer, wo er allerdings nicht ist. Was hat der kleine geile Hase denn vor? Mein nächster Weg führt mich in die Küche. So ’ne Nummer aufm Küchentisch wär’ auch mal was, kommt mir da grad. Aber auch da – muffifreie Zone. Als ich am Bad vorbei geh’, seh’ ich ihn – auf dem Boden hockend, den Hintern nach oben gestreckt. Hee, na das is’ vielleicht mal ’ne Ansage. So haben wir das gern – kurz und direkt. Naja, als ich ihm dann auch an den Hintern ging und fragte, wann wir den mit dem Rohre Verlegen anfangen wollen, hat er mich aus großen Augen angesehen und nur gemeint, ich solle mir was anziehen und ihm dann helfen.
Hab dann auch mitbekommen, dass er mit Rohre verlegen, wirklich Rohre verlegen meinte – so richtige aus Metall. Durfte ihm dann immer Kreuzer und Schlitzer – Muffi fand die Namen weniger lustig als ich – reichen und hab erfahren, dass es hier um einen klassischen Wasserrohrbruch handelte und noch viele andere Sachen, die kein Mensch wissen muss. Jaja, der Muffi in seinem Element. Die anderen waren alle in den Baumarkt gefahren, um Dichtungen und so Zeug zu holen und auch ein neues Fenster für den Flur und ein neues Handy für Janne. Tatsächlich war mir bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht aufgefallen, dass das Fenster kaputt war – hatte mich nur gewundert, warum’s so kalt ist. Muffi meinte der Ma hat mit Jannes Handy – weil’s am nächsten lag - nach Lavi geworfen, allerdings nicht den, sondern eben das Fenster getroffen. Warum, konnte allerdings keiner sagen. Offensichtlich gibt’s Streit im Himmel.
Als alle wieder eingetrudelt waren, hielt Ber Ma an der Hand und Janne Lavi – der Aggressivität der beiden Kleinen im Blick wegen, würd’ ich meinen. Vermutlich hing der Haussegen noch immer reichlich schief – auch dem kleinen Kratzer unterhalb Mas Auge zu urteilen. Allerdings bezweifle ich, dass es durch Janne, der mit Lavi Händchen hält, besser werden würde.
Ich glaub’, die Beiden kriegen sich wieder ein – ich hoff’s, sind ein ganz niedliches Pärchen – hat ja schließlich das ganze Haus was davon, wie man gestern Nacht vernehmen konnte - obwohl ich dann wohl oder übel auf den kleinen geilen Finnen verzichten muss, aber da hätte’s ja auch noch den großen geilen Finnen – nein, nicht den Ahonen!
Ach ja, Hilde hat eine neue Beschäftigung gefunden, nämlich die Klingeltöne von Jannes neuem Handy (dezent babyblau und ich glaub Ber ist da nicht unschuldig dran) in voller Lautstärke durch zu hören, während Janne verzweifelt versucht sein Adressbuch aus den Trümmern seines alten Mobiltelefons zu bergen, offenbar ohne Erfolg, denn später abends hört man wieder Schreie aus Mas und Lavis Zimmer, diesmal klingen sie allerdings eher leidend – sehr sehr leidend!
Muffi baut bis spät in die Nacht noch das neue Fenster ein, nachdem das Bad wieder Wasser hat, was durch Ber nach eineinhalb Stunden duschen wohlwollend bestätigt wurde.
Hilde meint übrigens, dass der Streit unserer Turteltauben von Janne und einem tief greifenden Gespräch mit Lavi über das, was ein Finne tun muss und was ein Finne zu lassen hat – was sich in Jannes Ausführungen als Sex mit Tschechen, Franzosen, Norwegern, Ösis oder Slowenen herausstellte, hervorgerufen wurde. Angeblich soll Ma das mitbekommen haben und auf Janne losgegangen sein. Lavi hat seinen Landsmann aber patriotisch verteidigt, gemeint, dass der das sicher nicht so meinte… und so hat Ma darauf geschlossen, dass die Beiden was miteinander hätten.
Also war es doch nicht zufällig Jannes Handy gewesen. Ahaaha!
Würde Eemeli jetzt noch die Funzel ausmachen und aufhören sein Katzentier (da hätt’ ich Ozzy auch mitbringen können!) zu bürsten, Janne den Ma endlich in Ruhe lassen und stattdessen vielleicht mal den Hilde klatschen, auf dass er das Handy aus der Hand nehme und der Muffi aufhören in ständigem Wechsel zu hämmern und Silikon in irgendwelche Fugen zu pressen (tolles Geräusch übrigens!), könnte ich vielleicht noch vor spät schlafen.
Tag 4
Lavi
Ich glaub es hackt! Ber hat mir vorgeschlagen, doch Ma zu helfen das Geld für Jannes altes und Jannes neues Handy abzustottern – so viel hat mein Mäuschen (Wir haben uns wieder vertragen – ich glaub, der zofft sich nur mit mir, weil er den Versöhnungssex so geil findet.) nämlich nicht. (Glaube trotzdem, dass es absichtlich das neuste und damit auch teuerste Modell sein musste – nicht, dass Janne damit klar kommen würde.) Jedenfalls, ja, ich würd’ ihm ja helfen – aber Ber meinte, ich könnte mir was verdienen, indem er für mich Blow-Jobs bezahlen würde. Der denkt doch auch, der sei Gott! Kann Janne das nich’, oder was is sein Problem? Hab jedenfalls „nein“ gesagt – und ich hoffe inständig, dass er Ma nicht dasselbe vorgeschlagen hat, oder wenn doch, dass dieser wenigstens auch verneint hat – zu gegeben so ganz sicher bin ich mir auf Grund seiner Herkunft noch nicht. Nachdem ich Ber daraufhin den Rest des Tages aus dem Weg gegangen bin und eigentlich mit Schlieri Playstation spielen wollte – Ma musste sein Auto reinigen – nur war der den ganzen Tag gar nicht da, genau wie Kranj, bin ich mit Dave spazieren gegangen. Kann quatschen wie ein Wasserfall und ist fast so hyperaktiv wie Hilde, aber ich muss sagen, ich hätt’ es mir schlimmer vorgestellt. Hab’ ihm dann auch ein Eis gekauft und er war glücklich – und für einige Sekunden ruhig. Wurde nur das Gefühl nicht los, dass er von Minute zu Minute näher an mir hing und dass sich seine Hand abwechselnd an meinem Hintern, auf meinem Rücken und schließlich sogar mal in meinem Schritt befand, kam sicher auch nicht von ungefähr. Ich werde hier bald mal für klare Verhältnisse sorgen – erst Janne, dann Ber, jetzt Dave. Ma könnt’ ja aber auch mal zum „Klare-Verhältnisse-Schaffen“ beitragen – werde ihn also zu mehr Offensive zwingen müssen.
Als wir dann abends wieder eintrudelten, waren auch Kranj und Schlieri wieder da, wenn auch sichtlich müde und Schlieri lief auch nicht mehr ganz rund – Kranj, mein lieber Schwan. Offensichtlich wurde nur auf uns gewartet, denn alle anderen saßen um den großen Tisch in der Küche – Ber auf Jannes Schoß – und schauten uns freudig an – sogar Janne! - , als wir uns zu ihnen setzten.
Gut, wenn Janne und Ber das können, können wir das auch – und so suchte ich mir meinen Platz auf Mas Schoß, der zwar etwas überrascht dreinschaute, seine Arme aber dann doch um meine Hüfte schloss und an mir vorbei auf das Geschehen schaute.
Man hatte wohl beschlossen heute zusammen zu essen, um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu steigern – gut, was an einem Abend Strip-Pokern ist, ist am nächsten Tag „Hildes und Muffis perfektes Dinner“. Hab nichts gegessen, bin doch allergisch gegen Meeresfrüchte und hab meine Portion Eemelis Katze auf den Teller gegeben. Wenn es nach Muffi und Hilde ging wäre ich jetzt wohl tot – tat mir ja auch leid, aber ich glaube die Auswirkungen eines allergischen Schocks, würde hier niemand mitbekommen wollen. Da schwillt mein Gesicht an und wird ganz rot und ich bekomm’ keine Luft und überall so kleine rote…naja, egal.
Die anderen waren viel mehr dafür, dass man Eemelis Haustier endlich mal 'nen Namen verpassen sollte – macht sich doof immer so zu sagen „Katze, komm her, es gibt Futter“ oder „Katze, nimm deine Krallen aus meinem Bein“ oder „Hör auf, auf den Teppich zu kotzen, Katze“ und so weiter. Man einigte sich darauf das arme Geschöpf „Lahti“ zu nennen – Eemeli hatte nicht viel Mitspracherecht – und Schlieri warf ein, dass es schon selten doof sei, wie eine Stadt zu heißen, woraufhin Kranj ihn böse anfunkelte.
War noch ganz witzig mit den Beiden und ich finde dementsprechend doch noch etwas Schönes an dem Abend. Und dann kam Ber – meinte, sein Angebot würde noch gelten – woraufhin sowohl Janne als auch Ma hellhörig wurden und ich mich seufzend Geschrei und Vorwürfen stellen musste. (Warum eigentlich ICH?! Der Romören wars!!)
Nachts, als es auch bei Janne und Ber im Zimmer wieder ruhig war (Hilde ist zu Jiri gezogen), kam Ma dann doch noch in mein Bett gekrabbelt und hat was von „überreagiert“ und „Entschuldigung“ gemurmelt – aber ich weiß ganz genau, auf was das hier hinausläuft – mal schauen, wie lange das mein Hintern noch mitmacht…
Tag 5
Muffi
Für heute, hat man(n), eigentlich Jiri, sich was ganz Tolles einfallen lassen. Wir gehen wir heute ins Kino. Jawohl, alle! Schon die Auswahl des Films stellt ein immenses Problem dar, da jeder, aber auch wirklich jeder, irgendwo anders hin will und einige, also Ma und Lavi, die schon am Morgen die Hände nicht von einander lassen können, gar nicht mit wollen. Aber Janne sagt, „is nich’“ und so hätten wir dieses Problem geklärt.
Schließlich einigte man sich – Mario hatte wieder Lose gebastelt und Janne mit den Augen gerollt – auf „PS. Ich liebe dich“.
Gut, es sah schon verdächtig danach aus, als würden wir nie im Kino ankommen – Janne hatte sich bereit erklärt zu fahren. Nun ja, und da er sich weigerte den Eemeli, von wegen Katzenhaare, bei sich mit fahren zu lassen, ist der eben den zweiten Wagen gefahren. Normal heizen die Beiden mit Motorrädern über finnische Landstraßen, was offensichtlich allen klar war, denn plötzlich entstand ein Riesengedränge vor Mas Mini-Skoda. Schließlich stellte man aber fest, dass auch dieses nicht das sicherste Fortbewegungsmittel sei, von wegen geklaut und seit 3 Jahren keinen TÜV mehr, so dass nur Lavi bei Ma mitfuhr – darauf bestanden beide.
Ziemlich schnell kamen wir dann auch im Kino an, denn an jeder Ampel trugen Janne und Eemeli (überraschend motiviert heute!) erneut ihr reichlich illegales Straßenrennen aus und Ma tuckerte hinter her. Allerdings kam Eemeli eher am Kino an, da Janne anhalten musste – Schlieri war auf Grund der Fahrweise des Finnen schlecht geworden und bevor er Janne die Rückbank, um mich und Hilde ging’s ihm sicher nicht, auch nicht um Ber auf dem Beifahrersitz vor Schlieri, zu gekotzt hätte, nahm er dann doch die vorläufige Niederlage in Kauf – es gab schließlich noch eine Rückfahrt. Und bei der würde Schlieri bei Eemeli mitfahren.
Die Karten und Fressalien waren dann auch schnell gekauft und die Plätze eingenommen. Ich glaube wir haben reichlich Aufsehen erregt, schließlich gehen nicht täglich zwölf erwachsene Männer miteinander ins Kino – vermeintlich erwachsen, wenn man Jiri und Hilde so beobachtet, wie sie sich mit Popcorn bewerfen, könnte man auch auf ’ne Kindergartengruppe schließen.
Jedenfalls hatte uns Kindergärtnerin Janne dann auf die Plätze dirigiert, sich selbst platzierte er an den Rand, damit er den Schaden nur von einer Seite haben würde – und das Popcorn für sich allein, denn Ber würde ja nie übermäßig Kalorien zu sich nehmen.
Ich sitze zwischen Schlieri und Eemeli – frag’ mich grad wo Hilde hin is, eigentlich hatte ich auf ihn spekuliert, und breche gerade mein erstes Stück mitgebrachte Schokolade ab, als der Film los geht und man zu meinem beiden Seiten instinktiv tiefer in die Sitze rutscht.
Der Film läuft schon eine ganze Weile, als ich plötzlich eine Hand auf meinem Oberschenkel spüre – tastend. Ich frag mich, was die finden will, SCHLIERI! Dann kommt’s wie’s kommen muss und das Kind packt mir voll in den Schritt. Scheint ihn gar nicht zu stören und ich will grad nicht anfangen mich lautstark aufzuregen, da hier und da auf unserer Reihe ein leises Schluchzen zu vernehmen ist. Soll er halt weiter machen – macht er auch. Bis ich seine Hand wegzerre, weil ich’s sonst nicht mehr aushalte, ihm ’n Stück Schokolade in die Hand drücke, denn das hat er ja gewollt, oder?, und instinktiv näher an Eemeli rutschte.
Nach dem Film sah man, wie Janne sich schnell die Augen wischte und Lavi sah verdächtig rot aus, während Ma selig grinste. Oh mein Gott. Jiri war eingeschlafen und Eemeli hatte sich dessen Popcorn ergattert, wovon ihm jetzt schlecht war. Also fuhr Ber Eemelis Wagen nach Hause und Janne musste seine Revanche vertagen.
Man verkrümelte sich dann reichlich schnell in die einzelnen Zimmer. Bis auf Eemeli und Jiri, die noch zusammen auf der Toilette waren – nein, nicht SO! – und Eemeli sehr geräuschvoll rückwärtsvesperte, was auch bei meinem Zimmergenossen, Dave, großen Ekel erregte, sodass wir die nächsten waren, die rennenderweise im Klo verschwanden. War ’ne lange Nacht – Dave glaubte fest eine Magen-Darm-Grippe und ich kochte die ganze Nacht Tee und füllte Wärmflaschen.
Tag 6
Ber
Jetzt wird’s wie’s werden soll. Eemeli hat uns gerade gestanden, dass Katze (Ich nenn’ das Ding doch nicht „Lahti“!) erst seit einer Woche bei ihm lebt und er eine Tierhaarallergie hat. Aber er hat die (Achtung, Zitat) „kuscheligen kleinen Tiger ja sooo gern“ und wollte „mal versuchen ob es nicht doch geht“. Ja, ging schon und jetzt liegt er vor sich hin siechend auf der Couch, kann weder krächzen noch aus den Augen gucken und ich warte drauf, dass Kranj Weihrauch schwenkend um ihn rumhüpft und ihn für dahin geschieden erklärt. Bis jetzt jedenfalls lässt er den Weihrauch noch weg und heult uns allen stattdessen die Ohren voll, wie sehr er seinen (Oha! Ich glaub, ich bin auch nicht mehr auf der Höhe des Geschehens hier.) Eemeli doch vermisst.
Da es draußen schüttet als gäb’s kein Morgen, ist es auch kaum möglich dem Szenario zu entkommen, also hab ich mich vor den Fernseher gepflanzt und schau schon den ganzen Nachmittag irgendwelche Tierdokus. Kann dabei Lavi und Ma in der Küche hören, wie sie darüber philosophieren, wie viele Eier man nun benötigt und ich hoffe inständig, dass sie kochen. Muffi rennt den ganzen Tag schon zwischen Küche und Bad und seinem und Daves Zimmer hin und her, schleppt Wärmflaschen, Tee und Zwieback durch die Gegend, räumt Eimer weg und macht alles in allem einen ganz entspannten Eindruck. Hilde, Greg und Mario haben Jiri zum „Twister“ spielen animiert und hängen nun auf der anderen Seite des Zimmers in putzigen Stellungen übereinander und geben Geräusche von sich, die den Brunftschreien der Hirsche im Fernsehen grad ziemlich ähnlich sind. Zwischendurch eben Kranjs Jammern und ich muss feststellen, dass Janne irgendwie verschwunden scheint. Penner, könnte mir ruhig Gesellschaft leisten – vielleicht hätten wir ja auch ein bisschen Spaß und ich könnte aufhören mich über Wildgetier zubilden. Aber ganz so allein bin ich gar nicht, wie ich bald feststelle, denn die Katze schleicht um meine Füße herum, schon seit geraumer Zeit und ehe ich mich versehe ist sie zu mir auf die Couch gesprungen, tappt fröhlich auf meinem Bauch rum und kringelt sich da schließlich zusammen. Holla, was soll das denn jetzt?! Ich mag dich nicht. Geh runter von mir! Doch auch als ich versuche, das Tier mit Gewalt von mir los zu bekommen scheitere ich. Es scheint intelligenter zu sein als ich dachte, denn es hat seine Krallen vorsorglich in meinen Pullover gegraben. Klasse! Ja, fang noch an zu schnurren – ja, du hast gewonnen, guck nicht so! Resigniert ergebe ich mich also meinem Schicksal und arrangiere mich mit Lahti (Oh!) auf der Couch. Unter ständigem Schnurren, irgendwie hatte ich das Gefühl, jemand hätte seinen Vibrator auf mir vergessen, schlief ich wohl schließlich ein und wachte erst wieder auf, als sich spitze Krallen schmerzlich in meine Bauchdecke bohrten. Als ich halbschreiend die Augen aufriss, sah ich Kranj, wie er genau das tat. Reißen. Und zwar an Lahti und mir damit die Bauchdecke auf, wenn er so weiter machte. Offensichtlich machte er den Kater für Eemelis Lage verantwortlich, was er ja in gewisser Weise auch war, aber viel mehr handelte es sich dabei doch um Eemelis Blödheit, und wollte ihn nun steinigen oder was weiß ich, jedenfalls sprachen seine Augen diese Sprache. Er murmelte etwas von „Drecksvieh“ und „umbringen“ und irgendwie hatte ich das Bedürfnis den Kater zu verteidigen, schließlich hatte er mich so schön in den Schlaf geschnurrt, dass ich dem Psychopathen über mir mitteilte, dass ich Eemeli doch grad zucken gesehen hätte – und weg war er.
Ich schnappte mir meinen neuen Kumpel (das Tier leckt mir die Hand, also hat’s mich lieb!), der offensichtlich einfach weiter schlief und brachte ihn in mein Zimmer – Jiri würde schon nichts dagegen haben, und wenn, ich glaube nicht, dass der Gute sich wehren könnte.
Gut, in meinem Zimmer war dann nicht Jiri, sondern Janne, der es sich quer über unser Bett bequem gemacht hatte und friedlich schlief. Einmal kurz Kumpel (ich wird’ ihm noch nen ordentlichen Namen verpassen!) über ihn laufen lassen und wach ist der Gute. Ob ich denn spinne, will er wissen. Eigentlich nicht, aber schlafen würde ich dann gern und was er in meinem Zimmer macht, will ich wissen. Quatscht dann irgendwas davon, dass die kleinen Blondies sein Zimmer geentert hätten und er nur noch hier seine Ruhe gehabt hätte. Ach Janne – alter Mann. Will wissen, was ich mit der Katze will und sag ihm, dass sie jetzt meine ist und ich sie Petteri nennen werde. Janne grinst, rutscht ein Stück zur Seite, ich ziehe mich aus, bis auf die Shorts, er auch und ich leg mich neben ihn.
Nacht Petteri, Nacht Jan –
Janne nimmt mich in den Arm, rutscht näher und denkt nicht dran wieder loszulassen. Petteri klettert zwischen uns beide, Janne rümpft die Nase, ich grinse. Naja, Janne hat jetzt Kratzspuren auf dem Rücken (nicht von mir!) – er ist auf Petteri gerollt, bei…naja…beim Sex halt.
Tag 7
Jiri
Ich das Gefühl, dass wir uns ganz gut eingelebt haben. Und wir uns auch alle irgendwie lieb haben, jeder zeigt das eben auf seine Art. Nachdem Hilde und Greg gestern ihre Pyjamaparty durchsetzen konnten und Janne aus dem Zimmer gequatscht haben, irgendwie tat er mir ja leid, haben sie sich daran gemacht Mario „in die Welt des sexuellen Empfindens“ einzuführen und wollten mich überreden mit zu machen...beim BRAVO angucken. Fand ich auch ganz spannend, denn so was haben wir bei uns in Tschechien nicht. Ich weiß jetzt, wie es sich mit der weiblichen Periode, Geschlechtskrankheiten und Penisgrößen verhält und Mario schien auch überrascht zu sein, was ihm die Zeitung alles so vermittelt hat. Meinte dann, seine Eltern hätten ihm das alles verschwiegen, weil sie Angst gehabt hätten, dass er zu früh Vater wird – tut mir leid, aber ich glaube, die Familie Innauer sollte sich mehr Sorgen darum machen, dass von dieser Seite ÜBERHAUPT Nachwuchs zu erwarten ist, denn so wie ihn die, in der Zeitschrift erwähnte, Tatsache eines steifen Penis’ schockiert hat, glaub ich an nichts Gutes mehr. Ach ja, und ein weiterer Faktor, warum sein Sexualverhalten potentiell gestört sein könnte, ist blond, Finne und tut mit einem putzwütigen Tschechen alles, damit NIEMAND nachts schlafen kann, dabei werden sie vom blonden Norweger und dem alten Finnen tatkräftig unterstützt! Und Mario fragte, als dieser Fall gestern Nacht eintrat, ob den Beiden vielleicht etwas wehtat. Als Greg und Hilde ihr Pfoten dann immer noch nicht von Blondie lassen konnten, bin ich dazwischen gegangen – das konnte sich ja niemand mit ansehen – und hab Mario für mein Eigentum erklärt. Haben beide große Augen gemacht, es aber akzeptiert und Mario hat einfach nur treudoof gelächelt. Ich glaube nicht, dass er weiß, vor was ich ihn da rettet hab. Jedenfalls hab ich ihn mit in mein Bett genommen – Gott, ist der Kleine kuschlig. Heut morgen hatte er dann auch die erste Morgenlatte seines Lebens und wollte schon zum Arzt rennen deswegen, konnte ihn aber beruhigen und nach ’ner Weile war alles auch wieder vorbei – OHNE mein Zutun, was Hilde und Greg (haben auch zusammen in einem Bett geschlafen!!) mir natürlich nicht glauben wollten. Egal, ich hab also meinen Kuschelkeks in die Arme genommen und wir haben uns wieder hingelegt – nicht lange. Ber probte den Aufstand! Hat die ganze Bude zusammen geschrieen, und was ich noch halb verschlafen an Wortfetzen mitbekam war „Arschloch“, „Drecksmucke“ und „geschmackstot“. Mario sah mich aus seinen wunderschönen großen braunen Augen erschrocken an – Gott, er soll aufhören damit, das macht mich geil! – und ich war mir nicht ganz sicher, was ich sagen sollte – ja, vermutlich tat Janne jetzt etwas weh.
Als wir am Frühstückstisch saßen, wurden wir aufgeklärt und zwar von Ber-himself, der Janne immer wieder kopfschüttelnd ansah und irgendwas von „nicht zu fassen“ murmelte, während Janne, fast schon peinlich berührt (HA!), schwieg. Als Ma dann vorsichtig fragte, was denn los sei, kam von Janne prompt ein „NICHTS!“, woraufhin Ber mit der Faust auf den Tisch schlug, sein Brötchenmesser auf Muffis Schoß landete, was David erschrocken zur Kenntnis nahm (Hey, keine Sorge Froschmampfer – durch Jeansstoff passiert da sicher nichts! Alles noch potent!) und Ber begann auszuholen. Von wegen, es sei nichts (seine Stimme war unnatürlich hoch!), fing er an und im Laufe seiner Schimpftriade auf Janne wurde klar, dass Janne wohl heute morgen, das Radio angestellt hatte und anschließend zu Hip Hop abgegangen wär – HIP HOP(!!), wie Ber immer wieder betonte! Dann warf er ihm vor, dass er nie Emotionen zeigen würde, aber bei so einem Schund und…und…und. Der Rest von uns hatte aufgegeben zu zuhören, sondern hatte Mühe an sich zu halten und nicht laut loszublöken. Schon super die Beiden, nur geb ich Ber in dem Punkt nicht Recht, dass Janne nie Emotionen zeigt. Das was die Beiden nachts veranstalten – na Halleluja, wenn das keine Emotionen sind?!
Den Rest des Tages hallt feinster Rock der Marke „The“-Bands durch die Bude und Ber redet nicht mehr mit Janne. Braucht er auch gar nicht, denn Bers neuer Gesprächspartner heißt Petteri und antwortet nicht – maximal mit einem „Miau“, auf Grund akuten Hungers. Dafür hängt Janne wie ein Schluck Wasser auf dem Sessel und wehrt sich nicht mal, als Hilde und Greg sich daran machen, seine Frisur mit Schleifchen und Spängchen zu verschönern. Ein Bild für die Götter!
Lavi und Eemeli hocken zusammen vorm PC und googlen Tipps für Allergiker, die mit zehn anderen Menschen und einer Katze unter einem Dach wohnen und finden heraus, dass es wohl besser sei, einen Lebenswandel zu vollziehen. Sprich: Ausziehen. Das wollen beide allerdings nicht wahrhaben und kleben den Rest des Tages nur noch mehr an Ma beziehungsweise Kranj, als ohnehin schon.
Mario will plötzlich von mir wissen, wie das denn nun ist mit dem Verlieben und dem Sex und ich weiß wieder einmal nicht, was ich sagen soll, stattdessen küsse ich ihn einfach mal und er lacht leise. Sagt, dass er das schon mal in einem Film gesehen hätte. Gedanklich schlage ich mir mit der Hand vor die Stirn und sage ihm, dass er das wohl selbst raus finden muss - mit dem Verlieben und dem Sex.
Als er abends wieder neben mir ins Bett kriecht (Wir haben beschlossen die Zimmer so zu tauschen, dass alle glücklich sind – Ber und Janne sind’s grad nicht, aber wir gehen davon aus, dass sich auch das wieder einrenkt! Heißt also: Janne und Ber, Lavi und Ma, Eemeli und Kranj, Hilde und Greg, Muffi und Dave, und ich und Mario.) sehe ich, dass seine Wange geschwollen ist. Auf meine Frage nach dem „Warum“ meint er, Kranj hätte ihn geschlagen. Wieder die gleiche Frage und er antwortet, er hätte herausfinden wollen, wie das mit dem Verlieben ist und hatte Eemeli geküsst (Warum den?) und sich daraufhin eine von Kranj eingefangen. Niedlich, der Kleine. Ich lächelte, holte ihm ein Kühlpad und legte mich wieder neben ihn. Er robbte an mich heran und ich küsste ihn wieder und sagte ihm vorsichtshalber, dass er aufhören sollte, andere Menschen einfach so zu küssen. Er nickte und vergrub seinen Kopf an meiner Schulter. Den behalt ich!
Ach ja: Janne und Ber haben sich offenbar immer noch nicht wieder verstanden – es ist still!
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