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ross 
Inspektor
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...   Erstellt am 16.09.2010 - 14:28Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Im Jahre 1979 trat in der Bundesrepublik im Rahmen einer Strafrechtsreform eine neue Verjährungsregel in Kraft. Verjährte bis dahin Mord nach 30 Jahren (ausgeschlossen von der Verjährung war bis dahin nur der Völkermord, der verjährte nicht, vermutlich, um neu entdeckte Täter der Nazi-Diktatur weiterhin ihrer Strafe zuführen zu können), wurde nun ein neuer Passus in das StGB (§ 78 II StGB) eingeführt, nach welchem Mord nicht mehr der Verjährung unterliegt.

Dieses kleine Strafrechts-Seminar zeigt, dass Reinecker mit dem Plot dieser Folge mal wieder absolut auf der Höhe seiner Zeit war und ein sehr aktuelles Thema in eine fein gestrickte Krimihandlung verpackt hat.

Besonders perfide ist das Vorgehen von "Arne Reuter", dessen "Kampfname" eine echte Drohung ist (Sätze wie "Mein Name ist Arne Reuter" oder "Hier spricht Arne Reuter" reichen aus, um nicht nur auf Answald, sondern auch auf den Zuschauer wie eine wahrhafte Bedrohung zu wirken). Reuter geht dabei durch seine "Salami-Taktik", nach der er die vermeintlichen Fakten sowohl Derrick als auch Answald nur scheibchenweise und nur, wenn er selbst es für richtig hält, präsentiert, besonders durchtrieben vor. Dieses kalt berechnende Vorgehen sorgt so schließlich für ein ungewohnt tragisches, ungerecht anfühlendes Ende des Falles.

Mathieu Carriere gibt die "Nervensäge" Reuter eiskalt, kann aber nicht verhindern, dass er es gelegentlich übertreibt und so stellenweise ein wenig zu viel nervt. Mir persönlich gefällt daher Herbert Fleischmann als Reuters Opfer Answald um einiges besser. Toll, wie er den zwischen Hoffen und Bangen schwankenden, allmählich verzweifelnden Charakter darstellt, für mich Fleischmanns beste Derrick-Performance. Neben den beiden Hauptprotagonisten kann aber auch noch Elisabeth Wiedemann überzeugen.

Regisseur Zbynek Brynych hält sich diesmal ungewöhnlich stark zurück und konzentriert sich mehr auf die ruhigen Momente, die aber sehr intensiv sind. Lediglich beim kollektiven Lachanfall der ganzen Familie Answald und dem Lachausbruch von Answald nach dem Übersee-Telefonat, setzt er daneben einige skurrile Gegen-Akzente.

Musikalisch wird in der Folge dank Tochter Answald eine Menge gegeigt, ansonsten gibt es noch kurz Elvis zu hören.

Alles in allem gefällt mir die Folge gut, liegt für mich einiges über dem Durchschnitt.





Signatur
"Ironisch bin ich selber" (Derrick zu Berger in "Tod des Trompeters")

Oldtimer ...
Assistent
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...   Erstellt am 02.12.2010 - 15:54Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Eine absolut phänomenale Folge. Selten einen Krimi gehabt, der mich auch nach Betrachtung der Folge noch stundenlang zum Schwärmen brachte. Wirkt der Anfang noch ein wenig gemütlich, steigert sich der Fall sowohl von der Spannung als auch von der Dramaturgie immer mehr. Der gesamte Handlungsaufbau ist absolut kurzweilig und ohne "Gähn-Momente" gestaltet, da ständig was neues passiert bzw. Arne Reuter immer wieder einen Trumph aus dem Ärmel schüttelt...

Mit Mathieu Carriere und Herbert Fleischmann treffen hier "rücksichtlose Coolness" und "grenzenlose Nervösität" aufeinander. Die Charaktere sind derart perfekt inszeniert, dass selbst die durchaus namhafte Restbesetzung völlig in den Schatten gespielt wird.

Auch die Musik muss gelobt werden. Sowohl die Geigenklänge zu Beginn, als auch die dramatisch wirkende Duval-Musik gegen Ende fügt sich atmosphärisch einfach großartig ein.

Das Sahnehäubchen der Folge ist für mich das tragische Ende, welches wirklich unter die Haut geht. Für mich ist dieses Folgenende auf einem ähnlich starken Niveau, wie die von mir ebenfalls hochgeschätzten Schlußszenen von z.B "Madeira" oder "Angst".

Fazit: Alles rundum perfekt-Drehbuch, Darsteller, Musik. Für mich der bis dato(also nach 82 Folgen) beste Brynych-Fall bei Derrick. *****!!!




Berger ...
darf Derrick den Wagen holen
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...   Erstellt am 14.03.2011 - 23:16Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich kann mich da nur voll anschließen. Auch ich fand die Folge absolut klasse und vergebe 9 von 10 Punkten.




Kabeck ...
Ehreninspektor
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...   Erstellt am 25.05.2011 - 18:32Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Mathieu Carrière als Gerechtigkeitsfanatiker, der den offensichtlichen Mörder seines vor 34 Jahren bei einem Juwelenraub getöteten Onkels überführen will ...

Zwar nimmt Derrick in diesem ungewöhnlichen Fall eher eine passive Rolle ein, da er sich darauf beschränken muss, die Hauptfigur in ihrem Eifer zu bändigen, doch die Handlung entwickelt auch ohne polizeiliche Ermittlungsarbeit ein beträchtliches Maß an Spannung. Herbert Reinecker serviert seinem Publikum diesmal keine standardisierte Mördersuche, sondern erzählt die Geschichte eines von einem geradezu manischen Gerechtigkeitswillen getriebenen jungen Mannes, der in seiner Besessenheit einer Idee erliegt, die aus seiner statischen Projektion einer für die Tat verantwortlichen Person resultiert. Es ist die Stringenz, mit der der Gerechtigkeitsfanatiker sein Ziel verfolgt, die den Zuschauer zunehmend erschreckt und dessen Sympathie für die Hauptfigur ins Wanken bringt. Wenn die scheinbar letzten Zweifel an der Schuld des Verdächtigen ausgeräumt sind, kulminiert das Geschehen in einer dramatischen Schlussszene, die das Bild der zwei im Mittelpunkt stehenden Figuren revidiert.

Beeindruckende Leistungen von Mathieu Carrière und Herbert Fleischmann sorgen dafür, dass die Figuren dieser bemerkenswerten Geschichte ihre ganze Stärke entfalten. Zbynek Brynych unterstreicht die Dramatik einzelner Szenen durch den Einsatz schwermütiger klassischer Musik, was den kammerspielartigen Eindruck der Folge noch verstärkt.

Mein Urteil: **** von *****. Auch das Alter nimmt dieser brillanten Geschichte nichts von ihrer Intensität.

Kabecks DERRICK-Rangliste: Platz 29





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"In diesem Haus hat Moses die Gesetzestafeln versteckt."
(aus DIE NACHT DES JAGUARS)

Duval ...
Assistent
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...   Erstellt am 31.07.2011 - 15:53Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Naja, so recht anfreunden kann ich mich mit diesem Fall nicht. Dazu kommt, dass bisher Mathieu Carriere für mich zu den unsympathischsten Derrick-Darstellern gehört. Bereits in "Das Bordfest" und "Der L-Faktor" nervte er mich.

Diese alte Geschichte fand ich ziemlich langatmig und wenig spannend. Man hätte außerdem noch erklären können, wie Reuter auf einmal darauf kam, sein Onkel wäre von Answald ermordet worden, und warum er jetzt auf einmal damit aufkreuzt.

Übrigens: S/W-Szenen gibt es da am Anfang keine, oder was ist damit in den ersten Beiträgen hier gemeint?




DerAlte ...
Assistent
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...   Erstellt am 31.07.2011 - 17:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Vom Plot her war die Geschichte recht vielversprechend angelegt.

Leider konnte sie dann später überhaupt nicht fesseln und war zudem sehr vorhersehbar.Der von mir sehr geschätzte Carrière hat hier einen hohen Nervfaktor.Was der ganze Geschichte auch abträglich war.

Einzig Herbert Fleischmann in der Rolle es in die "enge" getriebenen,hat mich wirklich begeistert.Selten sowas überzeugendes gesehen.

In meiner Rangliste nimmt diese alte Geschichte einen Platz weit hinten ein.

[Dieser Beitrag wurde am 31.07.2011 - 17:31 von DerAlte aktualisiert]




Kabeck ...
Ehreninspektor
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...   Erstellt am 31.07.2011 - 22:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Für mich zählt Mathieu Carrière nach wie vor zu den ganz Großen. Wenn man ihn nicht mag, ist das ein subjektiver Eindruck, der für die Bewertung einer Folge keine Rolle spielen sollte. Dass er in dieser Episode "nervt" zeigt m. E., mit welcher Energie er die Rolle des besessenen Gerechtigkeitsfanatikers spielt. Die von ihm verkörperte Figur "nervt" schließlich auch ihr "Opfer" ...





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"In diesem Haus hat Moses die Gesetzestafeln versteckt."
(aus DIE NACHT DES JAGUARS)

Tommi72 ...
Newbie


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...   Erstellt am 22.02.2013 - 12:10Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Für mich eine der besten Derrick-Folgen überhaupt. Mathieu Carriere als eiskalter Bluthund, der den Mord an seinem Onkel rächen will und Herbert Fleischmann als vermeintlichem Täter, der immer mehr in die Bredouille gerät, spielen ganz hervorragend.

Man muss Mathieu Carriere nicht mögen, aber als Schauspieler ist er immer voll in seinen Rollen aufgegangen - ähnlich wie Klaus Kinski, obwohl Mathieu längst nicht solche pathologische Züge entwickelt hat.




Tom77 ...
darf Derrick den Wagen holen
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...   Erstellt am 04.11.2014 - 21:57Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Habe diese "ganz alte Geschichte" eben gesehen und bin sehr angetan von dem Fall. Die beiden Hauptakteure wie meine Vorredner hier schon schrieben waren einfach als Gegenspieler da Sie so unterschiedlich spielten, Super. Die Geschichte steigerte sich auch unaufhörlich bis zu dem Tragischen Ende,obwohl ich hier einen kleineren Schwachpunkt sehe und zwar hat er den Onkel ja nicht umgebracht sondern im Nachhinein bestohlen was ja keine so herbe Strafe nach 34 Jahren gewesen ist oder gewesen wäre. Aber anscheinend war die Ehre und sein Stolz gegenüber seiner Familie doch sehr gestört worden, das er letztendlich Selbstmord beging. Also bei mir wird der Fall recht weit oben in der 6 Box landen, der er kaum Schwachpunkte und eher eine Abwechslung von den letzten Derrick fällen bzw eine Eigenart hatte.Klasse Fall ***+/****




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